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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein einzigartiges Werk - besonders für extravertierte Manager!
Eine "Exegese" dieses exzellenten Buches der ehemaligen (nach eigenen Angaben introvertierten) Wall-Street-Anwältin Susan Cain ist in anderen Rezensionen bereits hinreichend und gut vorgenommen worden, so dass ich hierauf an dieser Stelle verzichte.

Mein Schwerpunkt ist ein anderer. Ich möchte dieses Buch quasi als Business-Bestseller vor allem...
Vor 16 Monaten von Andreas Höcherl veröffentlicht

versus
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Larmoyante Erfolgsgeschichte einer Wallstreet-Anwältin
Das Buch erzählt die Erfolgsgeschichte der Susan Cain - toughe Wallstreet-Anwältin, glücklich verheiratete Mutter zweier Kinder, gefragte Rednerin - und ihrer persönlichen Leidensgeschichte als Introvertierte. Cain langweilt den Leser auf mehreren hundert Seiten mit persönlichen, irrelevanten Anekdoten, schlimmen ethnischen Stereotypen über...
Vor 2 Monaten von A.L.Dreyfus veröffentlicht


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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein einzigartiges Werk - besonders für extravertierte Manager!, 6. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Still: Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt (Kindle Edition)
Eine "Exegese" dieses exzellenten Buches der ehemaligen (nach eigenen Angaben introvertierten) Wall-Street-Anwältin Susan Cain ist in anderen Rezensionen bereits hinreichend und gut vorgenommen worden, so dass ich hierauf an dieser Stelle verzichte.

Mein Schwerpunkt ist ein anderer. Ich möchte dieses Buch quasi als Business-Bestseller vor allem für Manager empfehlen: Ich bin eine - das würde wohl mein Umfeld sagen - eher extravertierte Person, die kommunikativ, aktiv, zuweilen draufgängerisch und auch intensiv sein kann. Und um das Klischee ganz zu vervollständigen: Ich bin Führungskraft in einem großen Unternehmen. Meine Mitarbeiter hingegen sind eher introvertierte Spezialisten (wir sind in der Research-Branche aktiv), und es war faktisch einer meiner Mitarbeiter, der mir dieses Buch geschenkt hat!

Als Extravertierter möchte ich dieses Buch daher in erster Linie allen Extravertierten - und hier dem hohen Anteil extravertierter Manager - ans Herz legen: Nach der Lektüre dieses Buches erscheinen sehr viele Aspekte in einem ganz anderen Licht. Dafür bin ich Susan Cain und meinem Mitarbeiter, der mir das Buch geschenkt hat (mit dem Hinweis, danach werde ich ihn vielleicht besser verstehen!), sehr dankbar.

Viele Rätsel, die mir meine introvertierten Mitarbeiter bislang aufgegeben hatten, lösten sich zwar nicht gänzlich, aber ich habe nun ein anderes Verständnis: Als extravertierter Chef, der das Team nach vorne bringen möchte und ständig antreibt, erwartet man von den Mitarbeitern z. B. Begeisterung, Umsetzungsgeschwindigkeit, Lösungsorientierung, aktive Kommunikation oder paralleles Verfolgen von Arbeitssträngen - und ist enttäuscht und verständnislos, wenn das Feuer eben nicht sichtbar brennt, Dinge wieder länger dauern, zunächst nur Bedenken geäußert werden, oft nur geschwiegen oder alles nur nacheinander in Stapeln abgearbeitet wird.

Nun sind mir viele Dinge klarer: Introvertierte haben eben andere Präferenzen und Begabungen, die z. T. sogar genetisch bedingt sind. Das macht als extravertierter Chef den Umgang mit Introvertierten zwar nicht einfacher, aber allein das Verständnis des Wie und Warum helfen mir dabei, hier geduldiger zu sein und die vielen Stärken und Facetten, die Introvertierte ohne jeden Zweifel einbringen, besser zu sehen und zu nutzen. Sehr spannend für mich war zu lesen, dass extravertierte Chefs und introvertierte Mitarbeiter (so ist das in meinem Fall) sowie introvertierte Chefs und extravertierte Mitarbeiter sehr gute Kombinationen sind; so ergänzt sich eben alles.

Susan Cains exzellentes Buch ist ein Plädoyer für eine angemessenere Sicht auf Introvertierte in einer Gesellschaft, die das "Höher, schneller, weiter"-Ideal der Extraversion oft unkritisch bewundert und meistens belohnt: Denn weiter kommen zu oft nur jene, die am lautesten brüllen - und nicht jene, die am besten geeignet sind.

Ist das Buch "parteiisch"? Ja, das ist es - allein der Titel lautet ja bereits "Still". Aber es ist absolut notwendig, dass Cain die Stimme erhebt (Introvertierte würden das ja per se so nicht direkt tun), da der Gesellschaft sonst sehr viele wertvolle Dinge entgingen.
Ich möchte von einer gesellschaftlichen Implikation dieses Werks sprechen, dessen Folgerungen sich nicht nur auf das Wirtschaftsleben, sondern auch auf Erziehung, Bildungswesen, Politik und das menschliche Miteinander insgesamt erstrecken sollten.
Cain vergisst bei ihrem Fokus auf die Introversion übrigens nicht, den Nutzen, den Extravertierte der Welt bringen, zu würdigen, und gibt am Ende des Buches ganz konkrete Tipps, wie beide Typen am besten miteinander interagieren.

Das Buch beleuchtet also das gesamte Thema sehr differenziert, sehr breit, aktuell und stets anhand von vielen Beispielen aus Wirtschaft, Bildung und Psychologie (Formate: wissenschaftliche Studien, Interviews, Kasuistiken, Weltwissen). Dabei gelingt es Cain, den Leser immer mitzunehmen, verständlich zu bleiben und nicht zu langweilen.
Besonders loben möchte ich die hervorragende deutsche Übersetzung, die auf hohem Niveau, dabei aber auch sehr "schmissig" ist.

Einzige kritische Anmerkung ist die Länge des Buches: Gut 420 Seiten sind sehr viel Holz - man merkt, dass Cain an ihrem Buch fünf Jahre gearbeitet hat und es ihr schwerfiel, zu kürzen bzw. zu streichen. "Typisch für eine introvertierte Person, die ganz akribisch und detailliert arbeitet", würde ich sagen. "So ein Kommentar kann ja wieder nur von einem ungeduldigen, oberflächlichen Extro kommen", würde mir vielleicht eine introvertierte Person entgegnen ... ;-)
Also: Ein tolles Buch!
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115 von 125 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für alle ruhig(er)en Menschen unter uns !, 24. Juli 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
* Zum Inhalt verweise ich auf existierende Rezensionen *

Wer sich schon immer fragte, wieso er/sie
- lieber allein auf dem Balkon sitzt, statt ins Schwimmbad zu gehen
- Partys nicht so wirklich genießen kann
- nicht so eine große Clique hat wie andere
- nach einem Tag im Großraumbüro völlig fertig ist
- laute Gespräche, Musik, etc. nur eine gewisse Zeit lang aushält
- das "Lampenfieber" trotz fleißigen Übens vorm Reden/Referate/Vorträge/... halten nicht in den Griff bekommt
- tief gehende Gespräche oberflächlichem 'Small Talk' vorzieht
- das Gefühl hat, sich ständig verstellen zu müssen
- mehr hört als andere
- und so weiter und so fort
sollte sich dieses Buch zu Gemüte führen. Wissenschaftlich hinterlegt und dennoch lebensnah öffnet S.Cain neue Perspektiven für alle stillen, ruhigen, introvertierten Menschen. Sie verdammt dabei die Extraversion nicht, sondern plädiert für ein gegenseitiges Verständnis.
Alles in allem absolut empfehlenswert!!!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Lanze gebrochen für die Bedürfnisse der introvertierten Menschenansammlungsvermeider, 26. Oktober 2014
Ob man dem sanguinischen das phlegmatische Naturell entgegenstellt, dem wilden Draufgänger den nachdenklichen Tüftler oder schlicht der Intro- die Extrovertiertheit, das Temperament ist und bleibt zu bestimmten Anteilen maßgebend für einen Menschen. Die Autorin hat diesen Umstand mit einer unkonventionellen Herangehensweise neu beleuchtet und damit interessante und kritische Betrachtungswinkel eröffnet.
So ändern sich die Zeiten. War es im 19 Jahrhundert noch gang und gäbe, bescheiden, demütig und unaufdringlich zu sein, begann, ausgehend von der Werbeindustrie, in den 1920er und 1930er Jahren, ein bis heute andauernder Lauf auf das ideelle Ziel der totalen Oberflächlichkeit. Anzeigen begannen mit der Angst der Menschen vor negativen Assoziationen ominöser, fremder Beobachter zu spielen und das Äußere sowie die Fähigkeit zu gefallen, immer mehr ins Rampenlicht zu rücken. Unterstützung fand die Religion der Narzissten von einer Unternehmermentalität, die Handschlagqualitäten, blendende Rhetorik und aalglatte Eloquenz als Zeichen betriebswirtschaftlicher Qualifikation auffasste. Wenn auf diese Weise immer die lautesten und risikofreudigsten Exemplare der Managerspezies, von zu ellbogenmentalitätsgesteuerten, oberflächlichen Verhalten animierenden Elitehochschulen, Schlüsselpositionen besetzen, verwundert der eine oder andere Finanzmarktkollaps gar nicht mehr.
Die Blüten dieser Entwicklung am Beispiel des heutigen Amerikas könnten skurril anmuten, wären die daraus resultierenden Konsequenzen nicht derart gravierend. So werden Adjektive wie schüchtern und ruhig oder nur Andeutungen einer Eigenbrötlermentalität als durchwegs negativ und absonderlich abgetan. Sei es in Schule, Beruf oder Privatleben, wer nicht versteht auf der hochkomplexen Klaviatur zwischenmenschlicher Kommunikation zu spielen, fällt leicht einmal durch den sozialen Rost.
Sensible Kinder neigen schon als Babys zu verstärkten Reaktionen auf äußere Reize, sind einfühlsamer und benötigen die scheinbare Furchtsamkeit als Schutzmechanismus gegen ein sie mit Eindrücken förmlich erschlagendes Universum, während von Natur aus mit einem robusteren psychischen Gerüst ausgestattete Individuen unbeschwerter, aber auch emotionsloser auf ihre Umgebung einwirken. Eltern ruhiger, einen überschaubaren Freundeskreis ihr Eigen nennender und sich einsamen Hobbies widmender Kinder werden, nicht nur durch die Blume, an die Wichtigkeit von Beliebtheit und blendendem Charme erinnert. Doch sehr eigentümlich, dass stille Kinder unter Depressions- oder Misanthropiegeneralverdacht gestellt werden, während allzu vitale, lebensfrohe junge Menschen mit Ritalin sediert werden.
Sollte sich die Favorisierung der Einsamkeit bis ins Erwachsenenalter durchgeschlagen haben, gibt es eine breite Palette an Seminarangeboten, die Beredsamkeit, Auftreten und Plauschkompetenzen bis hin zum Verkaufsgenie steigern können.
Etliche Beziehungsprobleme dürften auf den, auch per MRT gut messbaren Unterschieden zwischen verschiedenen Naturellen basieren. Während Extrovertierte jede wache Minute in Menschenmengen baden könnten und Einsamkeit scheuen, kehrt sich das Verhältnis bei Introvertierten um, was zwischenmenschlichen Sprengstoff in sich birgt, wenn das Mantra von den sich anziehenden Gegensätzen einmal nicht mehr richtig zieht. Zusätzliche spontane emotionale Reaktionen provoziert die Tatsache, dass Extrovertierte bestimmtes, aggressives Verhalten als Interesse und Aufmerksamkeit interpretieren, während Introvertierte sich verletzt und angegriffen fühlen.
Den für die Wirtschaft entstandenen Schaden durch falsche Konzeption von Arbeitsabläufen samt deren Umgebungen einzuschätzen mutet schwer bis unmöglich an. Wenn man die verstärkte Krankheitsneigung Introvertierter in lauter Großraumbüroatmosphäre inklusive dem verschwendeten Potential, weil begnadete Denker keine Ruhe finden, um Ideen und Konzepte ungestört ausarbeiten zu können, addiert, dürfte der gesamtvolkswirtschaftliche Schaden immens sein.
Die kulturellen Unterschiede zeigen eine konträre Herangehensweise der Asiaten, bei denen ein europäisch-amerikanisches Gebaren als unhöfliche Verschwendung der Zeit von Zuhörern gewertet wird. Ruhe und Kontemplation haben eine andere Bedeutung, Oberflächlichkeit und die Verherrlichung narzisstischer Prinzipien gelten als wenig erstrebenswert. Ein anderer, durchaus in Erwägung zu ziehender Ansatz.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein hochnotwendiges Buch, 12. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Still: Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt (Kindle Edition)
Der westliche Lebensstil ist extravertiert. Introvertierte Menschen scheinen eine unbedeutende Minderheit zu sein; oft wird Ihnen gar unterstellt, sie seien psychisch gestört. In dieser Situation kann man die Bedeutung des Buches von Susan Cain kaum hoch genug einschätzen. Die Autorin zeigt, dass das Persönlichkeitsmerkmal der Introversion eine völlig natürliche Anlage ist, die je nach den äußeren Umständen ebenso sinnvoll wie die Extraversion sein kann und daher in der Evolutionsgeschichte überlebt hat (auch bei Tieren ist sie zu finden). Auch sind weit mehr Menschen introvertiert als es den Anschein hat: Je nach Untersuchung 36 bis 51 Prozent: wenn überhaupt eine Minderheit, dann eine sehr starke. Extravertierte fallen natürlicherweise mehr auf, und viele scheinbar Extravertierte sind in Wirklichkeit Introvertierte, die eine Rolle spielen, weil es die Gesellschaft und das Berufsleben von ihnen erwarten. Das ist auf Dauer nicht gesund.

Bereits am Verhalten von Säuglingen kann man die Intro- bzw. Extraversion erkennen (S. 156): Je leichter sie durch Reize zu irritieren sind, desto introvertierter werden sie später sein. Aus unruhigen Säuglingen werden somit (äußerlich) ruhige Erwachsene und umgekehrt. Ursache scheint die Erregbarkeit der Amygdala zu sein, jener als „Alarmzentrale“ überlebenswichtigen Gehirnregion.

Susan Cain ist US-Amerikanerin und bezieht sich daher hauptsächlich auf die USA, die sie als das wohl extravertierteste Land überhaupt ansieht. Das war aber nicht immer so. Erst um 1920 kam es zu einem Wechsel von einer „Charakterkultur“, in der Werte wie Pflichtbewusstsein, Fleiß, Ehre und Moral im Vordergrund standen, zu einer „Persönlichkeitskultur“, bei der es auf den Schein statt auf das Sein ankam (S. 39). Ein Vorläufer war Dale Carnegies erstes Buch „Besser miteinander reden“ von 1913. Ursachen für diese Entwicklung nennt die Autorin nicht. Der Wandel von charakterlichen Werten zur Oberflächlichkeit könnte aber mit der Ausbreitung des Jazz zu tun haben, dessen Gefahr für die Moral damals von etlichen Kritikern erkannt wurde. In der Folge setzten sich immer lautere und aggressivere Musikstile durch und prägten das extravertierte Gesicht der westlichen Gesellschaft – dies als kleiner Exkurs des Rezensenten. Die Autorin stellt immerhin fest, dass das neue Ideal der Extraversion zur Folge hatte, dass Eltern ihren Kindern „von einsamen und ernsthaften Hobbys wie klassische Musik“ abrieten (S. 48).

Als Gegensatz nennt Cain die asiatischen Gesellschaften, in denen Schweigen und Bescheidenheit als erstrebenswert gelten; aber auch hier sei mit dem zunehmenden Einfluss westlicher Kultur eine Veränderung festzustellen.

Extra-/Introversion und Moral, das ist eine heikle Angelegenheit. Auch wenn es im Einzelfall anders sein kann, zeigt sich doch, dass Introvertierte eher zu moralischem und empathischem Verhalten tendieren als Extravertierte. So zeigen introvertierte Kinder mehr Schuldbewusstsein, wenn sie etwas kaputtgemacht haben (S. 219). 70 Prozent der „Hochsensiblen“ sind introvertiert (S. 227). „[...] dieselbe Empfänglichkeit für Erfahrungen, die das Leben für Hochsensible schwierig machen kann, ist auch der Baustein für ihr Gewissen“ (S. 220). Cain verweist auch auf eine Studie, wonach die Extraversion bei amerikanischen College-Studenten sogar noch in jüngster Zeit (2000 - 2010) zugenommen, die Empathie aber, folgerichtig, abgenommen hat (S. 220).

Die Benachteiligung der Introvertierten beginnt spätestens in der Schule: Sie erhalten schlechtere „mündliche“ Noten, da sie sich seltener zu Wort melden, Gruppenarbeit ist für sie eine Qual. Als ruhige, mehr am Lernen als an Sport, Spiel und Oberflächlichkeiten interessierte Kinder werden sie Opfer von Spott und Schikane, heute meist als „Mobbing“ bezeichnet. Später, im Beruf, ziehen sie in Bewerbungsgesprächen oft den kürzeren und werden bei Beförderungen übergangen, weil sie sich nicht so gut „verkaufen“ können wie Extravertierte. Das schadet aber nicht nur den Introvertierten selbst, sondern auch der Gesellschaft, weil ein großer Teil des Humankapitals ungenutzt bleibt.

Inzwischen hat sich auch die Wissenschaft des Themas angenommen und mit Irrtümern der Extravertierten-Gesellschaft aufgeräumt: Das hochgelobte „Brainstorming“ ist ineffektiv; in Einzelarbeit werden mehr und bessere Ideen erzeugt als in Gruppenarbeit. „Die einzige Ausnahme ist Online-Brainstorming“ (S. 142) – denn hier kommen auch die Introvertierten zum Zuge. In der Tat ist das Weltnetz eine Neuerung, die endlich einmal auch ihnen zugute kommt, denn hier können sie gleichberechtigt ihre Meinungen und Ideen verbreiten, ohne von den Extravertierten übertönt zu werden. Die Autorin empfiehlt, Arbeitsplätze so zu gestalten, dass auch Introvertierte ihre Potenziale nutzen können: Rückzugsmöglichkeiten statt Großraumbüros, kein Zwang zur Gruppenarbeit.

Untersuchungen zur Wirkung von Lärm oder Musik auf die Arbeitsleistung haben bekanntlich kaum eindeutige, manchmal widersprüchliche Ergebnisse erbracht. Die Erklärung dafür zeigt sich hier: Extravertierte verbessern ihre Arbeitsleistung, während sie sich bei Introvertierten verschlechtert (S. 193).

„Stille“, heißt der Buchtitel, und tatsächlich ist das Bedürfnis nach Stille ein Wesenszug der Introvertierten. Während der Bundesgerichtshof (dies wieder ein Einschub des Rezensenten) 1970 noch feststellte, dass auch „übersensitive Personen [...] im Sinne jeder menschlichen Gesetzlichkeit schutzbedürftig” sind und Anspruch darauf haben, von Lärmbelästigungen freigestellt zu sein, gilt in der deutschen Rechtsprechung heute der „verständige Durchschnittsmensch“ als Maßstab, und das ist, wie viele Urteile zeigen, der Extravertierte, der Lärm als anregend empfindet bzw. ihn nötigenfalls auch gut „ausblenden“ kann. Die Zwangsbeschallung an so vielen Orten – auch das ist eine Diktatur der Extravertierten.

Ein hochnotwendiges Buch also hat Susan Cain geschrieben. Die Introvertierten sollten es lesen, um sich selbst, die Extravertierten, um andere besser zu verstehen.
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum so still ?, 3. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich hatte mir das Buch als Urlaubslektüre bestellt, da ich 'sanfte' Bücher mag. Ein Beitrag dazu hat natürlich das wunderbare Cover und der Titel geleistet. Dann wurde ich doch überrascht. Die Autorin hat sich sehr viel Mühe gegeben viele Details zusammen zu tragen. Viele Gespräche mit Wissenschaftlern, Firmenbossen und der Besuch etlicher Seminare. Die Durchleuchtung der verschiedenen Charakteren haben viel Spaß gemacht beim Lesen und waren bis zum Ende interessant.
Man wurde wieder in die eigene Kindheit zurück versetzt. Als man noch glaubte irgendwas schien nicht mit einem zu stimmen. Du musst mehr aus dir heraus gehen, du bist viel zu ruhig, sprachen die Lehrer, die Ausbilder und zeitweise sogar die eigenen Eltern. Entsetzt zählte man selbst die gesprochenen Worte des zurückliegenden Tages und kam auf keine große Ausbeute.
Dann vergaß man dies alles wieder. Man zog seine Kinder groß und versuchte sich mehr oder weniger zu verkaufen oder zu verstellen. Ungeliebte Dinge blieben ungeliebt. Dafür war man gut im zuhören oder mit viel Mitgefühl ausgestattet. Jetzt im Alter kehrt dies wieder zurück. Das Buch macht uns Mut unsere Seiten auszuleben. Bringen sie ihre Gefühle zu Papier oder in die Welt. Es stimmt alles mit ihnen und sie sind wunderbar.
Wenn sie das große Glück hatten einen Partner zu finden der sie hierbei ergänzt, lernen sie bestens mit diesen 'zwei Seiten' umzugehen. Yin und Yang. Ich hatte dies große Glück. Denn nur mit Menschen seinesgleichen zusammen zu sein kann auch ganz schön nervig sein, wie die Autorin schmunzelnd bemerkt. In jedem Lager gibt es hier extreme Exemplare. Asketen oder richtige Krawallschachteln und es ist schwer über seinen eigenen Schatten zu springen. Dies alles ist mir beim Lesen in den Sinn gekommen. Manchmal können Menschen nicht viel dafür das sie so sind wie sie sind und manchmal muss man sich auch vor zu großen Energieräubern entfernen.
Aber alles in allem können wir so mehr gegenseitiges Verständnis aufbringen. Wunderbare Kapitel über Hemingway oder amerikanische Ex-Präsidenten. Für mich nicht zu amerikanisch, da in allen Kulturen übertragbar. Nicht nur irgendwie viele Seiten gefüllt, sondern echt Mühe und Gedanken zum Thema 'Stille'.
Fazit: Gehen sie ruhig in die Tiefe, pflegen sie ihre Gefühle und Launen. Dadurch wurden uns so viele wunderbare Dinge und Augenblicke geschenkt. Das ist das Leben.
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85 von 97 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reden ist Silber, Schweigen meistens Gold, 4. Juni 2011
Zum Glück ist es kein stilles Buch, welches Susan Cain zu einem faszinierenden Thema vorlegt, sondern durchaus beredt, wortgewandt und auf den Punkt treffend. Immerhin nimmt sie sich, nach neuesten Zahlen, fast 50% der Weltbevölkerung in ihrem 'Temperament' zum Thema.

In einer Welt, in der Small Talk, Souveränität, die Werbetrommel vor allem für sich selber zu rühren und allseits eine deutliche Duftspur eines 'Hier bin ich!' zu hinerlassen fast zu den erforderten Grundausstattungen zu gehören scheint, um einigermaßen (nicht nur beruflich) anerkannt zurecht zu kommen, bricht Susan Cain eine fundiert argumentierte und anschaulich dargestellte Lanze für die Stillen. Die Introvertierten. Die, die letztlich den Kitt der Welt mit ausmachen und die Dinge des Lebens lieber zusammenhalten und ruhig vorwärtsbringen, als mit lautem Getöse hier und da für erkleckliche Unordnung zu sorgen. Jene, die gerade vom 'Getöse' abgeschreckt werden und sich allem Neuen und, vor allem, Lauten nur vorsichtig nähern.

Begeisternd, aber auch tief nachdenklich machend verweist Susan Cain im Buch gerade auf diese Ebene des 'vorwärts' gehen. Ausdauer, Geduld, Konzentration, die Fähigkeit, sich nicht ablenken zu lassen, dass ist das Rohmaterial, aus dem wegweisende Erfindungen und tief reichende Kunstwerke entstanden sind. Und wer mag bestreiten, dass ein Chopin bei weitem einen Dieter Bohlen überdauern wird. Und ebenso klar ist, dass es des 'Ertragen von Einsamkeit' bedarf, um wegweisende Erfindungen oder Kunstwerke zu erschaffen.

Gründlichkeit und Tiefe, dass ist es, was nicht nur der Volksmund mit seinem 'stille Wasser sind tief' den Introvertierten zuspricht, sondern was nun empirisch nachvollzogen werden kann anhand der vielfachen Geschichten und klugen Deutungen der Autorin. Während in früheren Epochen gerade auch der Besonnene und die Geduldige, die Nachdenkliche und der Weise hohe Geltung hatten, hat sich dieses Bild in der modernen Welt fast umgekehrt. Wie Cain in einem Interview, ihrer Art gemäß, treffend formuliert: 'Heute haben Introvertierte gegenüber Extravertierten dieselbe Stellung wie seinerzeit Frauen gegenüber Männern ' sie sind Bürger zweiter Klasse'.

Eine besorgniserregende Feststellung, folgt man den Einlassungen Cains dahingehend, dass die moderne Gesellschaft das Laute, sich darstellende, mithin den 'Schein' höher bewertet als die Substanz, das 'Sein'. Eine Gefahr, die an Erich Fromms wegweisende Arbeiten erinnert und der es gegenzusteuern gilt, sollen nicht gerade jene Potentiale ungenutzt am Rande der Gesellschaft liegen bleiben, die tatsächlich Substantielles in sich tragen.

In Susan Cain haben die 'Stillen' dieser Welt) eine wunderbare Anwältin ihres Temperamentes und ihrer Möglichkeiten gefunden. Wer das Kapitel über die Erziehung von introvertierten Kindern in einer Welt, die ihnen nicht zuhören will und wohl gar nicht zuhören kann liest, wer hier den sachten Entfaltungen Cains folgt, wie stillen Kinder in ihrem Potential der Weg zu einem Persönlichkeitsgemäßen, selbstbewussten Leben eröffnet wird, ohne davon berührt zu sein, der gehört sicherlich zu den 'nur' Extravertierten und kann das Buch getrost zur Seite legen, verstehen wird er es nicht.

'Bei allem, was jung und zart ist, ist der wichtigste teil der Aufgabe der, wie man sie beginnt'.
Was im Zitat schon Plato für die Ewigkeit festzurrte, gilt nicht nur für die Erziehung der Kinder, sondern ist letztlich das Programm für das introvertierte Leben und den Umgang mit sich und den anderen. Nicht lärmend und laut ist die Welt in ihrer Essenz dahin gelangt, wo sie jetzt ist, sondern durch stille Geduld, Forscherdrang und Nachdenklichkeit.

Ähnlich, wie Sten Nadolny die 'Langsamkeit' (und John Franklin war ein Introvertierter allererster Güte) als Wert vor Augen stellte, hat nun Susan Cain einen breiten Blick in verständlicher Sprache und mit fundiertem Hintergrund auf die gesamte Welt der 'Stillen' vorgelegt, der für jeden Leser, der sich auf diese Welt einlässt, einen Gewinn bedeutet. Ein Plädoyer für die Vorsicht, die sich langsam, dafür aber gründlich, allem Neuen nähert und nicht mehr loslässt, wo sie wertvolles entdeckt. Und eine Mut machende Entlastung zu lesen für jeden, der eher zu den Introvertierten Menschen gehört.
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49 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen stille Ruferin in einer lauten Welt, 24. Mai 2011
Das Buch hilft mir, meine Persönlichkeitseigenschaft "Introversion" besser annehmen zu können und macht Mut.

Die Autorin betrachtet diese Eigenschaft aus verschiedenen Blickwinkeln, ohne die Extraversion ab- oder die Introversion aufzuwerten. Diesen gegenseitigen Respekt wünsche ich mir in unserer Gesellschaft.

Die wissenschaftlichen Ausführungen wechseln sich mit Geschichten und Interviews ab und machen damit den Text sehr angenehm kurzweilig lesbar. Auf die Darstellung von Patentlösungen wurde verzichtet, was mich erst etwas störte. Nun macht es Lust darauf, kreative Lösungen zu entwickeln, um in dieser lauten Welt (m)einen guten Platz zu finden.

Als introvertierte Leserin freute ich mich auch über den Einband, die Papierqualität und den Druck (Buchstabengröße, Zeilenabstand, Absätze) und hätte mir noch ein Lesebändchen gewünscht.
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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die inneren Schätze heben, 2. Juli 2011
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Wir leben in einer Gesellschaft, in der gesellige, kommunikative Menschen oft als klüger, interessanter angesehen werden. Aber auch beruflich wird Extrovertiertheit, die Fähigkeit, "sich zu verkaufen" oft mit Erfolg und Aufstieg gleichgesetzt. Und so wird erwartet, dass man sich ungeniert anpreist - sei es der Wissenschaftler, der Gelder für sein Projekt an Land ziehen will, der Künstler, der in Vernissagen seine Werke anpreist oder der Schriftsteller, der auf Lesungen seine Bücher verbreiten will. Aber setzt sich dabei immer das Bessere durch? Oder bleiben dabei die Stilleren, Zurückgezogenen mit ihren vielleicht besseren Ideen auf der Strecke? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Autorin im Buch.

Sie zeigt, dass es ein grosser Fehler sein kann,den "Geselligkeits- Konformismus" zum Ideal zu erheben, und dass einige unserer grössten Ideen, Kunstwerke oder Erfindungen von stillen und feinsinnigen Menschen stammen, die es verstanden, in sich reinzuhören und die Schätze, die in ihrem Inneren lagern, zu heben. Die Autorin nennt hier zahlreiche Beispiele solcher besonderer Menschen, sei es die Relativitätstheorie von Einstein, Musikwerke wie die Nocturnes von Chopin oder die Erfindung von Google.

Das Buch ist somit eine Ermutigung für stillere Menschen, ihre Introvertiertheit nicht als Makel, sondern als Chance zu sehen. Und obwohl manche wissenschaftliche Studien auf den über 400 Seiten vielleicht ein wenig zu breit ausgeführt sind, ist es doch eine anregende Lektüre.
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35 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen angekommen und aufgehoben, 9. Juli 2011
Von 
E. Radinger "Redaktion Wolf Magazin" (Wetzlar) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein Dank an Susan Cain für dieses wunderbare inspirierende und Mut machende Buch, sich zu seinem Wunsch nach Stille und Einsamkeit zu bekennen. Nein, wir "Stillen" sind nicht krank, nur weil wir nicht auf die Party oder ein lautes Volksfest gehen wollen. Wir müssen nicht therapiert werden, wenn wir stundenlang in einer Ecke sitzen und ein Buch lesen. Wir wollen einfach nur in Ruhe gelassen werden.
Ich finde dieses Buch großartig und eine gelunge Mischung aus wissenschaftlichen Beiträgen und ermunternden Geschichten. Ich wünsche mir, dass es viele Introvertierte lesen, und habe es auch schon einige Male verschenkt. Dank der Autorin sind wir angekommen und aufgehoben in unserem Stillsein.
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wissenschaftliche Abrechnung mit dem Mainstream, 31. August 2011
Eine schonungslos-genaue, wissenschaftliche Abrechnung mit dem Mainstream

Das Grandiose an diesem Buch ist, dass es Susan Cain geschafft hat, eine überwältigende Fülle an
neuesten Forschungserkenntnissen und wissenschaftlichen Argumenten in Alltags-Sprache und
-Szenarien zu übertragen.
Wer dieses Triviale, 'Amerikanische' nicht mag, sollte sich trotzdem nicht irritieren lassen.
Das Buch ist eine Meisterleistung mit weitreichender Bedeutung.
Das Buch beginnt mit einem Zitat von Allen Shawn:
Ich denke daher, dass die Erde Sportler, Philosophen, Sexsymbole, Maler und Wissenschaftler
braucht...Sie braucht Menschen, die ihr Leben der Fragestellung widmen, wie viele
Wassertröpfchen die Speicheldrüsen von Hunden unter best. Umständen absondern, und sie braucht
Menschen, die die flüchtige Impression von Kirschblüten in einem 17-silbigen Gedicht einfangen ..
*Wenn jemand aussergewöhnliche Talente besitzt, setzt das voraus,
dass die für andere Gebiete benötigte Energie von diesen abgezogen wurde*

Sie rechnet schonungslos und unerbittlich-sachlich mit dem Brainstorming- und TEAM-Wahn ab,
der sich trotz besserem Wissen hält, obwohl er zur Entstehungs-Zeit bereits widerlegt wurde.
Die (neurobiologische) Sehnsucht nach Konformität mit Dan Ariely, Marvin Dunnette, Solomon
Asch, Gregory Berns ist ein absolutes Highlight des Buches.

Die Geschichte der Finanzwelt strotzt...- von Akteuren, die Gas geben, wenn sie bremsen sollten,
schreibt sie.

Die Frustration fürs Erfinden und für Erfinder ist sozusagen vorprogrammiert,
wie folgende Aussage zeigt:
Es reicht nicht aus...am Computer eine großartige statistische Regressionsanalyse durchführen zu
können, wenn man zu zaghaft ist, die Ergebnisse vor einem Team von Führungskräften zu
präsentieren... (Augenscheinlich ist es in Ordnung, sich bei einer Regressionsanalyse zaghaft
anzustellen, solange man großartige Reden schwingt). Zitat Ende.
Eine Beleidigung des Gesunden Menschenverstands.

Ein weiteres Highlight sind die Forschungsergebnisse von Jerry Kagan - der neben vielen anderen
wie Carl Schwartz, Elaine Aron, Richard Lucas, Ed Diener, Daniel Nettle, Richard Depue etc. etc. -
einen Durchbruch in der physiologischen Persönlichkeitsforschung erzielt hat.
Besondere Bedeutung und Brisanz erhalten diese Kapitel (S. 152 ff), wenn man sie mit denen von
anderen Neurobiologen vergleicht.

Eigentlich ist es fast müßig, an dieser Stelle auf Persönlichkeits-Typen a la C.G. Jung, MBTI etc.
etc. einzugehen, weil man davon ausgehen könnte, dass diese inzwischen allgemein bekannt sind.
Dem ist jedoch keineswegs so. Nach eigenen Angaben hat sie seit Jahrzehnten am Inhalt des Buches
gegrübelt und v.a. an der Frage, warum sie 'anders' ist:
Ich brauchte Jahrzehnte, um herauszufinden warum... Es hätte mir wahrscheinlich geholfen, wenn
ich mich damals schon besser gekannt hätte.
Die entscheidenden Passagen zur Berufsfindung und Lebensführung haben deshalb eine hohe
Priorität für die eigene Personalentwicklung (155ff, 167, 179 ff, 399)
Immer wieder lässt sie einfliessen, dass Small Talk und oberflächliche Gespräche eine Zumutung
sein können (S. 212 ff, 233 ff, 284, 293, 306, 315).

Meine *Schlüsselstelle* hat nicht weniger als mit dem Überleben der Menschheit zu tun.
Es beschreibt das Rollenspiel 'Überleben in der Subpolarregion' an der Harvard Business School:
Ein Kommilitone hatte das Glück in einer Gruppe zu sein, in der ein junger Mann über ausgiebige
Erfahrungen mit den abgelegenen Regionen des Nordens verfügte.
Er hatte viele gute Ideen... Nur hörte die Gruppe nicht auf ihn, weil er seine Ansichten nicht mit
genug Nachdruck vertrat... Unser Aktionsplan basierte auf den Vorschlägen der redefreudigsten
Leute"

Fazit und Zusammenfassung:
Erwarten Sie nicht von ihnen [ihren Kindern], der Herde zu folgen...
Wenn Sie Lehrer sind, genießen Sie die Schüler, die gesellig sind und sich am Unterricht beteiligen.
Aber vergessen Sie nicht die scheuen, sanften und autonomen zu fördern...
Das sind die Künstler, Ingenieure und Denker von morgen....
Verwechseln Sie nicht Durchsetzungsfähigkeit oder Beredsamkeit mit guten Ideen...
vergessen Sie nicht, dass Schein nicht Sein ist, schreibt sie in ihrem Schlusswort.
Ein sensationelles Buch, ein MUSS als Karriereführer für die MINT-Berufe!
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