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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der anmutige Po der Poesie
Freud und Leid liegen in dieser Verfilmung sehr dicht beeinander: Drogenrausch, Inzest, die Sehnsucht nach Liebe und Erfüllung, nach künstlerischer Anerkennung, das Ringen um Bedeutung und Sinnstiftung, und der unstillbare Hunger nach einer verwandten Zwillingsseele werden in diesem Film, mitunter in grandiosen und epischen Bildern, dargestellt. Die...
Vor 15 Monaten von Valentina Neubauer veröffentlicht

versus
6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Trakl fürs Auge, weniger fürs Ohr und den Geist.
Georg Trakl klatschte einst als Dichter die Farben, Klänge und Gefühle mit dickem Pinsel aufs Papier und trotz des stetigen Verdachts der Überladenheit mit Metaphern, greift seine Poesie mit großer düsterer Kraft direkt an dein Herz.

Christoph Stark bringt als Regisseur die Farben, Klänge und Gefühle auch mit dickem Pinsel...
Vor 17 Monaten von Ophelia veröffentlicht


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der anmutige Po der Poesie, 28. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tabu - Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden (DVD)
Freud und Leid liegen in dieser Verfilmung sehr dicht beeinander: Drogenrausch, Inzest, die Sehnsucht nach Liebe und Erfüllung, nach künstlerischer Anerkennung, das Ringen um Bedeutung und Sinnstiftung, und der unstillbare Hunger nach einer verwandten Zwillingsseele werden in diesem Film, mitunter in grandiosen und epischen Bildern, dargestellt. Die Liebesbeziehung zwischen Georg und Gretl erinnert an die verbotene Liebe des englischen Poeten William Wordsworth und seiner Schwester Dorothy. Oder an die inzestuöse Beziehung von Lord Byron zu seiner Schwester Augusta Leigh.

Die Schauspieler agieren glaubhaft und überzeugend in ihren Rollen. Musik, Poesie und Leidenschaft prägen die Inszenierung, die in Teilen authentisch und in Teilen von künstlerischer Freiheit gezeichnet ist.

Die Tragik des Dichters, der mit nur 27 Jahren verstarb, und die Tragik seiner Schwester, die ihm wenige Jahre später, im Alter von nur 26 Jahren, in den Tod folgte, wird leider nicht vollends ausgeschöpft. Es wird zwar angedeutet, dass ihre Liebe und Leidenschaft eine geheime Vorgeschichte aus unbeschwerten Jugendtagen hatte. Diese wird jedoch nicht näher thematisiert. - Auch die dramatischen Ereignisse der Schlacht von Grodek im Ersten Weltkrieg, die Georg Trakl zerbrachen, und die ausgelassene Feier, die Gretls Ende markierte, wird ausgespart. Hier wurde das Potential eines großen Dramas verschenkt.

Die Darstellung des Inzests erfolgt wertfrei und ohne Beurteilung, wohl, um den Zuschauern Raum zu geben, selbst ein Urteil darüber zu fällen. Das führt leider dazu, dass bei den Liebesszenen ebenfalls größeres Potential nicht genutzt wurde. Sie wirken eher "rustikal" und nüchtern, nicht besonders liebevoll, leidenschaftlich oder erotisch. Hier hätte man sich die künstlerische Leitung und Inszenierung eines Bertolucci gewünscht, auch auf die Gefahr hin, den Inzest durch erotischere Darstellungen zu feiern oder zu verherrlichen. Immerhin, die Küsse der beiden strahlen die Liebe, das Begehren und die Leidenschaft aus, die der Sex bzw. seine Darstellung vermissen lässt.

Dennoch, ein sehenswerter Film, der mit sehr vitalen, poetischen und eindringlichen Bildern besticht, die lange nachwirken und die Fantasie anregen. Peri Baumeister überzeugt auf ganzer Linie, nicht nur mit ihrem Po, der dem Begriff Poesie eine tiefgründigere Bedeutung verleiht, sondern vor allem mit ihrem ausdrucksstarken Spiel, das weit über das Körperliche hinausgeht.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Georg & Grete, 29. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Tabu - Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden (DVD)
Es ist die Seele... ein Fremdes auf Erden". Das Leben Georg Trakls und seiner Schwester Grete, die Ende des 19. Jahrhunderts in Salzburg geboren sind und während des Ersten Weltkriegs verstarben. Das Dichterdrama beschreibt das Leben eines Geschwisterpaares, das weder mit noch ohne einander existieren wollte. Sie, eine gefeierte Klavierspielerin, er bald anerkannter Dichter und Expressionist. Das Werk erinnert in Bildern und Poesie an Was nützt die Liebe in Gedanken" bricht aber, wie der Titel schon erklärt ein Tabu". Inzest, eine Liebe, die nicht sein darf. Doch die Zuschauer werden dazu verführt, die Liaison gut zu heißen.

Wären sie keine Geschwister, es wäre eine wunderbar melancholisch -tragische Liebesgeschichte. Die Entwicklung des Films hat relativ lange gedauert bis eine Finanzierung stand. Es ist kein einfaches Thema, für das man gerne als Sponsor auftritt. Doch andererseits ist es ein wichtiges und immer aktuelles Thema. Die Darsteller agieren superb, für Peri Baumeister war es die erste große Hauptrolle, Russendisko" folgte. Lars Eidinger ist auf solche Rollen inzwischen spezialisiert, er spielte in Filmen wie Code Blue", Hell" und Alle Anderen" mit. Die Leidenschaft im Film ist fast greifbar, der Regisseur Christoph Stark hat das in Szene gesetzt. Keine Wertung über Inzest, keinen gesellschaftlichen Diskurs. Ein Urteil zu bilden obliegt den Zuschauern. Viele werden vermutlich ob des Subjets schon Abstand nehmen wollen. Gerade deshalb hat er das Prädikat besonders wertvoll verdient. Der Film an sich in seinen 90 Minuten lohnt sich. Der Camino Filmverleih war zu Recht so mutig, das Projekt durchzuführen, freigegeben ist er ab 16 Jahren. Übrigens andere Camino Werke wie etwa das niederländische Krebsdrama Love. Life" und der französische Film Sarahs Schlüssel" lohnen sich ebenfalls sehr und sind vor kurzem auf DVD erschienen.

Bewertung bei Maschseeperlen.de: 7/10 Punkten
Spannung: 2/4 - Action: 2/4 - Humor: 12/4 - Erotik: 3/4 - Anspruch: 3/4
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einseitig, dennoch gelungen, 15. Mai 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Tabu - Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden (DVD)
Wer glaubt durch diesen Film ein umfassendes Bild vom Leben und Wirken des expressionistischen Dichters und Künstlers Georg Trakel zu erhalten, wird wahrscheinlich enttäuscht sein.

Sicherlich werden Beweggründe und Motivationen für sein Schaffen deutlich, doch der Focus wird auf Georgs Verhältnis zu seiner Schwester gerichtet.
Dieses letztendlich auch inzestiöse Verhältnis wird recht nuanciert dargestellt.
Sehr gut kommt zum Ausdruck wie die beiden Geschwister aufeinander hingeordnet sind, wie der eine nicht ohne den anderen bestehen kann, eine Abhängigkeit, die verhängnisvolle Folgen haben kann, die nicht nur beflügelt im künstlerischen Schaffen sondern auch einengt und sich einseitig auf die Schaffenskraft auswirken kann.
So ist eine gewisse düstere Grundstimmung immer wieder gegenwärtig, die Z.T. aber auch Antrieb dafür ist, dass Trakl in dieser ausdrucksstarken, emotionsgeladenen expressionistischen Form Ausdruck für sein Schaffen findet. Diese Befindlichkeit sucht sich ein Ventil, aus dem heraus sie sich mit voller Kraft entladen kann.

Sicherlich aber ist der Blickwinkel, immer auf dem Hintergrund der geschwisterlichen Beziehung, recht einseitig und lässt kaum Raum für andere Beweggründe und Sichtweisen.

Das Thema des Inzest wird eher mit Leichtigkeit überspielt und dem Zuschauer so nahegebracht, als sei es völlig normal und immer schon so gewesen zwischen den beiden Geschwistern. Auch ein Aufblitzen von Schuldgefühlen ist dieser Haltung nicht abträglich, wenngleich kein Anhaltspunkt für ein Werben für inzestiöse Beziehungen zu finden ist, eher eine indifferente Einstellung.
Der natürliche und unverklemmte Umgang mit Nacktheit sehe ich ebenso als ein Bemühen um Authentizität.

Man merkt während des gesamten Filmes, dass er mit sehr viel Mühen und Arbeit verbunden war. Mir persönlich hat Peri Baumeister ausgezeichnet in seiner Rolle gefallen. Sicherlich stellt der Film nur eine Sichtweise aus einem gewissen Blickwinkel dar, doch dies ist sehr gut gelungen.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Trakl fürs Auge, weniger fürs Ohr und den Geist., 22. März 2013
Von 
Ophelia (Helsingör) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Tabu - Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden (DVD)
Georg Trakl klatschte einst als Dichter die Farben, Klänge und Gefühle mit dickem Pinsel aufs Papier und trotz des stetigen Verdachts der Überladenheit mit Metaphern, greift seine Poesie mit großer düsterer Kraft direkt an dein Herz.

Christoph Stark bringt als Regisseur die Farben, Klänge und Gefühle auch mit dickem Pinsel aufs Celluloid, und wühlt mit dunkler Inbrunst darin, worüber früher höchstes mit vorgehaltener Hand getuschelt wurde, aber mein Herz erreichte er nicht.

Ich mag Trakl. Ich mag diesen Film nicht besonders.

Das heißt nicht, dass er misslungen wäre, aber er verteilt für mein Empfinden das ganze Gewicht auf die verbotene Liebe zwischen Bruder und Schwester. Ich hatte leider auch nie das Gefühl, hier Trakl wirklich begegnet zu sein. Es war doch eher eine Begegnung mit dem Schauspieler Lars Eidinger.
Einige Trakl-Gedichte werden rezitiert, ein wenig steiflippig, dafür tut man es z.B. nackt und vor dem offenen Schoß einer holzbeinigen Hure. (Vielleicht sollte das enthemmte Ambiente diese gewisse hölzerne Drögheit aufzulösen, die sich bei aufgesagter Lyrik im Film generell sehr leicht breit macht. Leider lässt es sich so nicht verhindern. Man könnte einen Schauspieler in jeglicher Position Reime vortragen lassen und dennoch ein Verlegenheitsräuspern beim Zuschauer kaum verhindern. )

DROGENKRANKE FAMILIE:
Das gehobene Bildungs-Bürgertum-Elternhaus ist ganz gut eingefangen:
Mit der kalten Mutter, die es mit kalter Miene dominiert, ihrem schwierigen Verhältnis zu ihren Kindern und ihrer Drogensucht.
Dem (geistig) abwesenden, alt gewordenen Vater.
Der Seelenschwester Grete.
(„Am Abend ward zum Greis der Vater; in dunklen Zimmern versteinerte das Antlitz der Mutter und auf dem Knaben lastete der Fluch des entarteten Geschlechts. Manchmal erinnerte er sich seiner Kindheit, erfüllt von Krankheit, Schrecken und Finsternis, verschwiegener Spiele im Sternengarten, oder dass er die Ratten fütterte im dämmernden Hof. Aus blauem Spiegel trat die schmale Gestalt der Schwester und er stürzte wie tot ins Dunkel.“ (Trakl/ Traum und Umnachtung)
Das kommt im Film auch ganz gut rüber.

Aber

VERBOTENE LIEBE:
Die Schwester als Geliebte? Das es mit dem ständigen Erscheinen der Gestalt der Schwester in Trakls Werken - irgendetwas auf sich haben muss, ist klar. Mal huscht sie durchs goldene Gezweig der Nacht und Sternen, mal steht sie schmal auf einsamer Lichtung, die Jünglingin, umgeben von bleichen Monden. Mal erhebt er sich von ihrem Lager, noch bebend von verruchter Wollust Süße. Immer wieder der Schwester Schatten. Es wurde also schon immer vermutet, er hätte seiner Grete auch andere Gefühle, als nur geschwisterliche entgegengebracht. Es mag ja sogar zutreffen…diese verbotene Liebe und es bietet sich auch durchaus an, sie etwas auszuwalzen. Ja, Liebe KANN Sünde sein. TABU vergisst für mein Empfinden jedoch die andere Schweren und Nöte, die den Dichter zu solch dunkler Farbenpracht nötigten. Diese tragisch-sündig-unerfüllbare Liebe, als alleinige Triebfeder für die Muse?
Keinerlei politische oder religiöse Motivation? Sein Leben als unglücklicher Apotheker und wie er unter der Häme ehemaliger Klassenkameraden litt? Was ist mit seinen Erlebnissen vor dem Krieg und im Krieg? Die Schlacht bei Grodek? Das alles findet keinen Raum.
Dafür die Schlachten im Bett: Viel Nacktheit, Krankheit, Sex, Wut, Drogen, Depression und massenhaft Selbstmitleid.

FAZIT:
Schön gefilmt, mit optischem 70er Jahre Ambiente, tolle Ausstattung, aber leider etwas arg pathetisch geratene Dialoge und ein Drehbuch das mich unbefriedigt ließ. Überzeugende Darsteller (Lars Eidinger trakelt, wütet und leidet überzeugend, jedoch ist er wirklich Trakl?? Für mich nicht. Peri Baumeister gibt Grete eine sehr verletzliche Aura, die mir sehr gefallen hat und im Kontrast zu der Willensstärke und dem Temperament dieser Figur eine tolle Geltung bekommt.)
Ohne recht Saft und Kraft verliert sich Tabu dennoch leider in der betont wollüstiger Darstellung eines Inzests im Drogenrausch und dem folgenden obligatorischen Vollbad des Egomanen im Selbstmitleid. Das nervt irgendwann und schlimmer, kaum einer wird durch diesem Film Lust bekommen Trakl zu lesen und, was auch schade ist, sich vielleicht nicht mal filmüber gut unterhalten haben.
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Tabu - Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden
Tabu - Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden von Christoph Stark (DVD - 2013)
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