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Kundenrezensionen

62
4,2 von 5 Sternen
Wie wir leben wollen
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Februar 2014
schön, dass sich bands heute noch so viel mühe mit layout machen. einen tocotronic tonträger zu öffnen ist ja oft so, als hätte man geburtstag. aufkleber, poster, t-shirt und...ach irgendwo sind auch cd's / platten.
keine rezension hier! einfach gut gelungen!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Januar 2013
Tocotronic hat IMHO drei "Sorten" von Fans: die ersten mögen nur die alten Sachen, die zweiten nur die neuen und schließlich drittens: diejenigen, die _alle_ Alben mögen. Ich habe erst mit der K.O.O.K. angefangen (!) und mich dann den vorangegangenen Alben zugewandt; das war schon ein echter Wechsel/Bruch... doch ich mochte sie alle, da ich bis dahin überwiegend harte Gitarrenmusik (in welcher Form auch immer) bevorzugt habe. Aber weil die K.O.O.K. mein erstes Toco-Album war, wurde ich neugierig auf das was noch kommen würde - und so wurde ich zum Fan, der die Band liebt und nach wie vor, je nach Stimmung, sich auf alle Alben einlassen kann. Die Limited Edition ist wunderschön und ihr Geld wert! Seid ihr Fans der Frühwerke: Finger weg. Aber alle anderen: KAUFEN und lauschen und freuen und nach Konzertterminen Ausschau halten :)
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51 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Februar 2013
... tja.... da gehen auch die Tocos dahin.

Gleich vorweg:
Ja, ich bin Tocotronic Fan seit der ersten Platte.
Ja, auch ich habe damals, Palästinenserschals tragend ICH MÖCHTE TEIL EINER JUGENDBEWEGUNG SEIN mitgesungen und war dankbar dafür, das die HAmburger Schule endlich frischen Wind in die grösstenteils langweilige, deutschsprachige Rockmusik gebracht hat.
Der eine Stern kommt jedoch NICHT daher, dass ich von den mittlerweile älter gewordenen Herren immer wieder aufs neue Hymnen der Frustration und schlecht abgemischtes Geschrammel hören will.
Jeder Künstler darf, soll und muss sich weiterentwickeln und jede Band hat selbstverständlich das Recht, ihren Sound zu verändern. Gleichzeitig haben jedoch die Hörer ebenso das Recht, den Künstlern ins Gesicht zu sagen, wenn eine Entwicklung einfach Mist hervorbringt.
Nicht jede Veränderung ist allein schon deswegn toll und begrüssenswert, weil sie eine Veränderung ist.
Oft (man hat das ja auch schon bei den Sternen und Blumfeld erleben müssen) treibt diese Veränderung und Neuorientierung die Künstler in derart langweilige und sinnentleerte Gefilde, dass vom ehemalig frischen, kreativen Esprit einer BAnd nichts mehr übrig bleibt.
Das darf ja gerne jeder anders sehen, aber für mich ist diese letzte Tocotronic LP das definitive Ende meiner langjährigen Liebe zu dieser BAnd.

Der 'neue Sound' ist hierbei gar nicht das Problem.
Mit dem kann ich mich ja durchaus anfreunden, aber (sorry Dirk) die Texte sind absolut unerträglich geworden.
Während auf der vorherigen Alben immernoch zumindest 2 oder 3 richtig gute Songs waren (Im Zweifel für den Zweifel, MAcht es nicht selbst, Mein Ruin) so kann ich auf dieser LP auch nach mehrmaligem Hören keinen einzigen Song ertragen, ohne beinahe peinlich berührt den Kopf zu schütteln.

Reim dich oder ich schlag dich in höchster Perfektion mag ja vielleicht Kunst sein....aber eben nur Kunst um der Kunst willen.
Sinnloses Aneinandergereihe von lyrischen Totgeburten macht nicht automatisch einen guten Text, nur weil es nett und irgendwie abgehoben klingt.

Sucht jemand immernoch nach einer Aussage in den Songs ?
Wenn man mich fragt ist die einzige Aussage auf dem neuen Album, dass sich Dirk komplett vom Prinzip der Aussage verabschiedet hat und nur noch Wortkonstrukte zusammenbastelt, die irgendwie nett klingen.

Da ändern auch reißerische Titel wie DIE REVOLUTION IST IN MIR nichts daran.
Soll vielleicht der Text nur noch als weiteres Klangelement dienen und überhaupt nichts mehr transportieren ?
Soll mit diesen Klangkonstrukten nun auch das Publikum bedient werden, das ursprünglich Pur gehört hat und seit GRAUE WOLKEN auch eine Blumfeld LP besitzt ?

Wenn dem so ist: Bitte, euer gutes Recht, aber das muss ich mir nicht mehr antun.
Das berührt mich nicht mehr, gibt mir nichts mehr, löst nichts mehr aus ausser Resignation und Widerwillen, meinen Ohren das anzutun.

Deutschsprachige BAnds die nette Liedchen mit gefälligen Strukturen und eingängigen Refrains machen gibt es genug.... nur schmerzt es irgendwie, dass ich nun nach Blumfeld und den Sternen auch Tocotronic dazu zählen muss.

EIn Meisterwerk ?
Ich hoffe schwer, das Tocotronic nicht mit diesem Album als MEISTERWERK in die Geschichte eingehen, sondern mit Alben, die wirklich herausragend, kreativ und bewegend waren wie ES IST MIR EGAL, ABER oder sogar noch KOOK.

Dirks leider immer häufiger ins sphärische abdriftender Gesang macht für mich das Ganze noch unerträglicher, passt aber natürlich hervorragend zum Gesamtkonstrukt.

Ich gehöre nicht zu denen, die nach 20 JAhren immer wieder neue Songs wie Freiburg, Es ist einfach Rockmusik oder Ich verabscheue euch wegen eurer Kleinkunst zutiefst hören wollen.
Das war DAMALS gut, DAMALS grossartig.

Songs wie mein Ruin oder im Zweifel für den Zweifel haben auch auf späteren Alben gezeigt, dass da noch hervorragende Songs in neuem Stil, in einem neuen Gewand zu entdecken sind.

Auf dem neuen Album finde ich leider nichts mehr, was Tocotronic einmal ausgemacht hat oder sie von dutzenden anderen BAnds abhebt.

Ich wünsch euch alles Gute, geht den Weg, den ihr meint gehen zu müssen .... aber ab jetzt ohne mich :-)
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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. Februar 2013
.. und bei längerem Hören und rezipieren, durchaus das Meisterwerk sein kann, welches die Kritiker überwiegend sehen.

„Wie wir leben wollen“ kommt in der üppigen Limited Deluxe Edition in einer sehr aufwändigen und hochwertigen Version daher. Booklet, Aufmachung und das gesamte Erscheinungsbild wissen zu gefallen. Ähnlich verhält es sich auch mit der Vinyl-Edition, die mit der hochwertigen Verarbeitung dem 10. Studioalbum und dem 20. Jährigen Bandjubiläum gerecht wird.

Musikalisch kann das Album als konsequente Weiterentwicklung verstanden werden. Es dürfte jedem klar sein, der Tocotronic schon lange begleitet, dass die punkigen und sloganhaften Lieder – zumindest auf den Studioalben – der Vergangenheit angehören. „Wie wir leben wollen“ ist eine Mischung aus sanften, melodischen popartigen Songs und durchaus auch rockigen Stücken. Dabei ist auffallend, dass sich Dirks Stimme weiterentwickelt hat und wesentlich feiner und schöner klingt. Die Texte sind zum teil sehr lyrisch, kryptisch, (subtil) humorvoll und bieten dem Zuhörer viel Freiheit in der Interpretation der Texte. Zum Teil sind die Texte jedoch auch sehr eindeutig und die Analogien zum Albumtitel werden sehr deutlich.

Auf eine Einzelkritik der Lieder möchte ich an dieser Stelle verzichten, da sich die Lieder jedem aus seiner eigenen Perspektive erschließen sollten. Meine Favoriten sind jedoch „Abschaffen“, „die Revolte in mir“ und „Warte auf mich auf dem Grund..“.

Tocotronic gelingt das Kunststück, sowohl mit alten und auch neuen Songs zu fesseln und mit jedem Album einen Schritt weiterzugehen, ohne die Wurzeln außen vor zu lassen. Tocotronic ist stets Tocotronic und eine gewisse Handschrift lässt sich in allen Alben wiederfinden.

Dem 20. jährigen Jubiläum tragen sie, glaubt man den Konzerten in Berlin (27.01) und Hamburg (28.01), insofern Rechnung, als das sie aus jeder Schaffensperiode Songs spielen und das neue Album auf den anstehenden Konzerten keinesfalls als dominant anzusehen ist. Mir hat das Konzert in Berlin ausgesprochen gut gefallen. Generell ist Tocotronic meines Erachtens eher eine Liveband, die mit der kraftvollen liveinterpretation ihrer Lieder, einen nochmal ganz anders in den Bann ziehen.

Fazit: Ein würdiges, stilsicheres und lyrisch anspruchsvolles Album zum 20. Jubiläum, welches mit der Zeit wächst und in der Nachbetrachtung sicher als eines der besten Alben gelten wird.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. Januar 2013
Auf dem zehnten Album im 20. Bandjahr wimmelt es wieder nur so von Zitaten und wunderbaren Liedern. Analog mit einem Vierspurgerät aufgenommen und wieder von Moses Schneider produziert tönt es herrlich warm und leicht unscharf, soundästhetisch in den 60ern.
Reif, dunkel romatisch klingen die Lieder.

Der erste Teil des Albums ist eher rockig (inklusive toller Element Of Crime-Gedächtnisballade "Vulgäre Verse") auf den Punkt, der zweite Teil mehr psychedelisch versponnen und ausschweifend geworden.
Hervorzuheben sind auf jeden Fall die erste Single, das melodiöse "Pfad der Dämmerung", besagtes "Vulgäre Verse" bei dem man wirklich anfänglich meint Sven Regener wäre Gastsänger, "Exil" mit einer weiblichen zweiten Stimme, das anfänglich herrlich spukige "Warm und grau" das nach der Hälfte zu einer Shoegazenummer mutiert, "Neue Zonen" ein lupenreiner psychedelischer Elektropopper und das tolle Titellied "Wie wir leben wollen".

Auch wenn jetzt mehr als zehn Jahre nach dem weißen Album die Altgewordenen immer noch meinen das sie früher besser waren (Wo sind die Gitarren?, Schlager, Seicht (!?), Studentenmusik usw...) und manche Kritiker, die mit Intellektualität so viel am Hut haben wie der Papst mit Kondomen wieder "pseudointellektuell" schreien werden kenne ich kaum eine andere Band die es schafft so Politik, Pop und Poesie mit dieser Qualität und Tiefe miteinander zu verweben.
Von den sympathisch dilettantischen Anfängen in den 90ern bis zu den ausgereifteren Werken der letzten Jahre eine ganz erstaunliche Entwicklung. Tocotronic sind ein Gesamtkunstwerk und ein echter Glücksfall.

9/10
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. April 2014
Gefällt mir sehr gut. Vor allem der Song Chloroform. Das Plattencover ist ansprechend aufgemacht. Die Platten sind rot. Eine liebevoll gemachte Platte, die meine Sammlung bereichert.
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am 29. Juli 2013
Ich schätze diese Scheibe sehr. Entgegen der Unkenrufe der konservativen Linksfraktion kann ich mit der Entwicklung ihrer Musik durchaus etwas anfangen. Mehr noch: ich finde mich sehr gut wieder, im Prozess des Abarbeitens auf der Leinwand des Lebens in den verschiedenen Lebensphasen.

Der Stillstand ist der Tod. Und somit wäre es für mich nicht nachvollziehbar, wenn Tocotronic in ihrem Alter noch in ihre ursprünglich laute Rotz-Mucke-Kerbe hacken würden.

Für mich höre ich ein sehr wertvolles Album, das den Nagel im Zeichen der Zeit wieder mal auf den Kopf getroffen hat. Neben "Pure Vernunft darf niemals siegen" und dem weißen Album jetzt schon mein Liebling unter den jüngeren Werken. Sauber!

Ich verneige mich in Dankbarkeit und wünsche allen Tocotronics ein erfülltes und aufrechtes Leben.
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20 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Januar 2013
Es sollte niemanden mehr ernsthaft wundern dass hier kein "Revolutzer-Keller-Punk-Rock" zu erwarten ist. Wer mag kann sich gerne darüber beschweren, dass Dirk von Lowtzow inzwischen singen kann, die Songs (melodisch) eingängiger geworden sind und der Vergleich mit Element of Crime der Vorrezessionisten inzwischen tatsächlich wunderbar passt. Zumindest was Textqualität, Humor und "Sprachfokus" angeht. Ich war skeptisch was die Retro-Aufnahmetechnik angeht (Vier-Spur-Tonbandmaschine), aber auch das passt. Das tatsächliche Manko daran ist allerdings, dass der Ton abgespielt über (schlechte) mp3-genormte Kopfhörer wirklich ganz grausig klingt. Ich dachte schon meine Kopfhörer wären kaputt. Über die Anlage klingt's aber ganz wunderbar, warm, unpoliert, voll. Es hat der Band offenbar Spaß gemacht, da rumzuprobieren, und das hört man. Aber ich bin halt auch über 30 und höre Element of Crime. Von mir volle Punktzahl!
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am 3. Juli 2013
Kaufte dieses Album und ließ es, ob der Erfahrungen mit Schall und Rauch 3 Wochen liegen, bevor ich es erstmals anhörte.
Denke, es wäre unmöglich und wenn doch dann peinlich, wenn Toco noch so klingen würde wie früher. Bei Schall und Rauch dachte ich, es wäre nun wirklich vorbei.
Mit "Wie wir leben wollen" aber ist ein für mich neues kleines Meisterwerk entstanden, das sehr, sehr besonders ist, mich mitreißt und begeistert und dem ich gerne und unbedingt 5 Sterne verpasse, da es für mich die neuen Tocotronics endlich in/mit entsprechender Reife verkörpert. Bin sicher, dass ich dieses Album auch gerne noch nach Jahren hören werde (auch wenn ich manche Texte nun wirklich auch nicht kapiere) und freue mich, dass es weitergeht........
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. März 2013
Das ist jetzt endgültig Kunst.

Und wie wundervoll, dass es Kunst ist. Denn authentisch ist nichts und alles ist Poesie. Die romantische Transzendentalpoesie im Blut, gekreuzt mit einer guten Runde intellektueller Postmodernität, lässt Tocotronic auf diesem Album endgültig jeden Anspruch „authentisch“ und „wahr“ zu sein, wie er allgemein aufgefasst und in allerhand hippen Spelunken im Prenzlauer Berg reproduziert wird, hinter sich. Das ist jetzt endgültig Kunst, und nicht wenige sind „gekommen um sich darüber o r d e n t l i c h zu beschweren“. Doch authentisch ist nur jener, der n i c h t behauptet authentisch zu sein.

Tocotronic hat den Slogan nicht hinter sich gelassen. Vielmehr hat dieser eine poetische neue Stufe erreicht. War auf „Wir kommen um uns zu beschweren“ der griffige Slogan noch ein Mittel der Abgrenzung, wird hier der Slogan ein Mittel zur Verkündigung. Das Singen als Verkünder aber wird hier nicht hochtrabend und aufgeblasen, sondern bleibt wiederum ironisch, oder sogar paradox, zugespitzt in der Selbstaussage: „er ist nur eine hohle Form, und kündet nicht davon“. Alles bleibt hier immer nur Splitter, Bruchstück, Fragment, und tritt nie zusammen zum Versuch eines totalitären Kulturentwurfs, den „Wie Wir Leben Wollen“ mit dem Titel ankündigt. Es liegt eine angenehme hermeneutische Offenheit darin, dem Hörer offen zu lassen, wie er das Ganze hier deuten soll: ironisch, tödlich-ernst, non-sense – es ist offen. Gerade diese Offenheit der Deutung bei gleichbleibender oder sogar zunehmender (lyrischer) Slogan-haftigkeit, die nicht mehr so einfach ins Hirn geht, hat wohl den einen oder anderen Hörer in die Beschwerde getrieben. Einfache Gutfühl-Ich-Bin-Anders-Kampfansagen sind das nämlich nicht mehr.

So sind diese Lieder auch am ehesten zu verstehen: als Fragmente. Zusammen ergeben diese Lieder das Bild einer großen, weitflächigen Collage, in der literarische Allusionen und Zitate (Camus, Musil, etc) auftauchen und abtauchen, die „Welt ein Spektakel ist“, und man „na und sagt“, man von langen Wartestunden am Grund des Swimmingspools berichtet …

Musikalisch hat Tocotronic die deutsche Konkurrenz überholt und klug Inspirationen aus Übersee eingefischt. In "Die Verbesserung der Erde" hören wir Post-Rock mit wolkigen Yorke-esquen Vocals, in "Warm und Grau" das Zitat des derzeitigen stimmungsorientierten, düsteren Ambiente-Grusels, stattfindend allerdings nicht im Hänsel & Gretel-Wald, sondern im deutschen sozialen Wohnungsbau, und in anderen Lieder wie „Auf dem Pfad der Dämmerung“, „Vulgäre Verse“ oder „Warte Auf Mich Auf Dem Grund Des Swimmingpools“, hören wir geistreichen textorientierten amerikanischen Songwriterpop, allerdings natürlich tocotronisch …, und nicht dann gibt es nicht zuletzt die karibisch-komischen Arrangements wie auf „Chloroform“, die im Januar ganz sommerlich klingen. Man muss beim Blick auf den deutschen Musikmarkt befinden, dass solche Arrangements, über eine ganze Platte hinweg, lange nicht mehr zu hören waren. Tocotronic hat sich auf „Wie Wir Leben Wollen“ musikalisch was getraut.

Dieses Album ist heterogen und komplex, musikalisch und lyrisch. Es zu schaffen, nebeneinanderliegende, sich überlappende, manchmal sogar absolut widersprüchliche Ideen, Perspektiven, lyrische und musikalische Einfälle, – „mehr als tausend Seiten, ein ganzer Ozean“ –, in ein konsistentes Ganzes einzufügen, in eine große Collage, ist ein wahres Kunstwerk. Yupp, das ist jetzt endgültig Kunst.

Anspielttipps: Chloroform, Die Verbesserung der Erde, Auf dem Pfad der Dämmerung, Die Revolte Ist In Mir, Eine Theorie, Wie Wir Leben Wollen.
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