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28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein "schlichter" Roman
Man kann eigentlich nicht sagen,dass sich in diesem Roman die Ereignisse ueberschlagen.Die Handlung ist schnell erzaehlt:Der franzoesische Angestellte in Algier,Mersault,beginnt seine Erzaehlung zu dem Zeitpunkt,als er erfaehrt,dass seine Mutter gestorben ist.Er nimmt an ihrem Totenbett Abschied,und laesst sich gleich am naechsten Tag mit seiner Arbeitskollegin...
Am 23. Juli 1999 veröffentlicht

versus
46 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das Buch zur Philosophie
Meursault, ein französischer Angestellter in Algerien, erfährt vom Tod seiner Mutter - und es ist ihm egal. Das einzige Gefühl in diesem Zusammenhang ist die Abneigung gegen den weiten Weg in der algerischen Hitze, den er zu ihrer Beerdigung zurücklegen muss. Auch die Totenwache und die Beisetzung bringt er unbeteiligt hinter sich und ist letztlich...
Veröffentlicht am 23. November 2007 von Mitternachtsleser


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28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein "schlichter" Roman, 23. Juli 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Gebundene Ausgabe)
Man kann eigentlich nicht sagen,dass sich in diesem Roman die Ereignisse ueberschlagen.Die Handlung ist schnell erzaehlt:Der franzoesische Angestellte in Algier,Mersault,beginnt seine Erzaehlung zu dem Zeitpunkt,als er erfaehrt,dass seine Mutter gestorben ist.Er nimmt an ihrem Totenbett Abschied,und laesst sich gleich am naechsten Tag mit seiner Arbeitskollegin ein,mit der er die Nacht verbringt.Einige Tage spaeter wird er von einem Freund in dessen Haus am Meer eingeladen.Am Strand begegnen die beiden einem Araber,der Streit mit diesem Freund hatte,und es kommt zu einem Handgemenge.Mersault nimmt vorsichtshalber den Revolver seines Freundes an sich,mit dem er,als er spaeter alleine demselben Araber noch einmal begegnet,diesen erschiesst,als der sein Messer zueckt.Schliesslich wird Mesault deshalb zum Tode verurteilt. So schlicht wie die Handlung,so sehr faellt die Teilnahmslosigkeit des Erzaehlers auf,fuer den sein Leben im Grunde "wie ein Film"an ihm vorbeizieht,das Leben und die Umwelt existieren auch ohne ihn.Aber trotz dieser "Sinnleere",dieser scheinbar zufaelligen Aneinanderkettung von Begebenheiten im Bericht des Erzaehlers,wird es nicht langweilig ,diesen Roman zu lesen,auch wird das Buch nicht erst dann interessant,wenn man sich ueber seine Interpretation den Kopf zerbrochen hat,auch muss man nicht erst die Biographie des Autors kennen,um den Roman zu verstehen.Im Gegenteil,man identifiziert sich sofort mit dem Erzaehler Mersault,man kann sich in dessen Denkweise hineinversetzen.Hier bietet der Roman einen Anstoss zum Nachdenken,und das ist die eigentliche Qualitaet des Romans. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswerter zeitoser Klassiker, 3. März 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Taschenbuch)
Camus erzählt die Geschichte eines introvertierten jungen Mannes, dem es schwer fällt Liebe zu zeigen, vielleicht sogar zu empfinden. So lässt ihn der Tod seiner Mutter nahezu gleichgültig, eher genervt als ergriffen nimmt er an deren Beerdigung teil. Im zweiten Teil des Romans erschießt er einen jungen Algerier im Streit. Auch diese Tat berührt ihn nicht sonderlich, selbst als es im Gericht um seinen Kopf geht - der Staatsanwalt beantragt die Todesstrafe - kann sich Meursault (so der Name des jungen Mannes) nicht aus einer Lethargie befreien. Camus erzählt diese Geschichte in überwiegend einfachen, kurzen Sätzen, so wie sie sein Protagonist Meursault erzählt hätte, nur kein Wort zuviel. Ein auch heute noch enorm lesenswerter Klassiker.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beinahe buddhistisch, 6. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Taschenbuch)
Camus erzählt. Aber es scheint, als erzähle jemand anderer. Ein Franzose namens Meursault, so scheint's, erzählt in Französisch-Nordafrika, als Nordalgerien von Frankreich offiziell noch als "Teil des französischen Mutterlandes" gehalten wird. Seine Mutter sei heute gestorben, erzählt dieser Franzose. Heute. Oder gestern? Egal. Es macht ihm nichts aus. Es bedeutet ihm nichts. Die Mutter wohnte zuletzt in einem entlegenen Altenheim. Und sie und der Franzose hatten einander nichts mehr zu sagen. Ihm scheint ohnehin alles bedeutungslos, außer den Abenden, derweil er gern auf dem Balkon seiner Wohnung sitzt und weltanschaulich Zigaretten raucht. Dieser Mann erzählt lapidar, wie er für die Teilnahme an der Beerdigung seiner Mutter sich einen Tag frei nimmt und mit dem Bus dorthin fährt, und dass er zur Einerdung nicht weint, wie überhaupt alle Taten und die Geschicke der Menschen ohne seine Wertempfindungen geschehen. Sonnenstrahlen etwa oder der Duft der Abendluft sind ihm wichtiger. Er erzählt auch, dass er ohne eigentliches Motiv einen Araber am Strande erschießt. Er empfindet, dass er durch den Schuss das Gleichgewicht des Tages zerstört habe, so als sei etwa das Gleichgewicht des Arabers oder dessen Angehöriger an sich unbedeutend.
Dieser erzählende Franzose wird festgenommen, seine Tat wird kriminologisch untersucht und er wird als schuldig verurteilt. Er wird nach seiner Ansicht verurteilt, weil er zu der Einerdung seiner Mutter nicht geweint habe. Die Leute nahmen ihm dies allerdings übel, und schuldig war er ihnen wegen seiner sie befremdenden Wertempfindungslosigkeit ohnehin. Aber diese Wertlosigkeit der Werte eröffnet ihm, als er nächtens in der Zelle des Gefängnisses ohne Zigaretten rauchen zu dürfen aus dem Fenster blickt und die Sterne sieht, die Empfindung der zarten Gleichgültigkeit der Welt. In beinahe buddhistischer Vergebung schaut der Erzählende erstmals die zärtliche Bedeutlosigkeit der Welt und zürnt nicht mehr über das von ihm empfundene Unrecht seiner Verurteilung. Befremdend auf hohem Niveau.
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dünnes Buch mit großer Wirkung, 24. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Taschenbuch)
Es ist schon komisch, was Albert Canus hier mit dem Leser macht. Eigentlich passiert nicht viel in dem Buch, doch trotzdem wird man in dessen Bann gezogen.
Die Sprache ist knapp, sachlich, distanziert. Genauso wie die Hauptfigur. Der Anti-Held in "Der Fremde" tritt völlig ohne Meinung, ohne Willenskraft auf. Er spricht nur wenn er gefragt wird und selbst dann kommt meist nur ein Ja oder Nein aus seinem Mund. Der Tod seiner Mutter trifft ihn nicht wirklich, auf die Frage seiner Freundin, ob er sie heiraten möchte ringt er sich nur ein "ist mir einerlei" ab. Er empfindet weder Reue noch Scham. Egal was passiert, er scheint selbst alles nur aus einer gewissen Distanz zu sehen. Bis er über sein bisheriges Dasein intensiv nachdenkt, so zu sich selbst findet und die Absurdität seines Daseins akzeptiert.
Das wirklich Besondere ist also nicht mal unbedingt die Geschichte an sich, aber die Schreibweise von Camus. Denn er schafft es, den Leser mit in diese "Monotonie" zu ziehen. Man kann für den Protagonisten nichts empfinden, man kann ihn nicht mögen, ihn nicht verurteilen, einfach weil man selbst im Verlauf des Buches so gleichgültig wird.
Wie schon erwähnt, muss man nach dem Buch erstmal durchatmen, um dann festzustellen, dass man beeindruckt und wohl auch bewegt ist. Alle wirklich guten Bücher ziehen den Leser in den Bann, aber wohl kaum welche auf diese Art und Weise. Lesen!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eindeutig empfehleswert!, 9. November 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Taschenbuch)
Wir lasen das Buch im Unterricht in der Originalfassung.Danach kaufte ich mir die Übersetzung und habe dieses Buch inzwischen schon viermal gelesen.Jedes Mal habe ich neue Aspekte und Wahrheiten über mich und die Gesellschaft erfahren.Jemand der nicht bei der Beerdigung seiner Mutter weint,ist ein schlechter Mensch. Die Gesellschaft formt solche "Thesen" und wer sie nicht befolgt wird ausgegrenzt.Nur weil er nicht der Masse entspricht. "Der Fremde" hat mich von seiner ersten Seite gefesselt und mir gezeigt,das es wichtig ist man selbst zu sein und nicht den Vorstellungen der Masse zu folgen;selbst wenn man sein Leben aufs Spiel setzt. Ein Buch für jeden,der auf der Suche nach sich selbst ist!
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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Roman der Gleichgültigkeit, 3. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Gebundene Ausgabe)
"Der Fremde" besticht vor allem durch seine Einfachheit. Die Sprache des Erzählers ist kalt, gefühllos, gleichgültig. Den Mord an einem Araber betrachtet Meursault nüchtern: die Sonne habe ihn geblendet. Er hat kein Verständnis für seine Verurteilung, kein Gefühl der Schuld, er nimmt alles aus einer Distanz wahr wie ein eher desinteressierter Fernsehzuschauer. Das ist Camus' Held, sein Protagonist sozusagen. Und so kommt es, daß auch wir Leser nicht wirklich Sympathie empfinden, nicht sein Schicksal beklagen, ihn nicht bemitleiden oder verurteilen. Wir werden selbst gleichmütig, nehmen hin, was wir lesen und stellen erst später, vielleicht viel später, fest, daß wir bewegt und beeindruckt sind. Camus' Roman ist ein Meisterwerk, nicht etwa, weil er eine bahnbrechende Philosophie vertritt oder neue Erkenntnisse liefert oder gar brilliant konzipiert ist, sondern weil er wie kaum ein anderer Roman eine Atmosphäre des Gleichmuts schafft, der sich kein Leser entziehen kann. Camus zieht uns in seinen Bann, und wenn man sich nach Jahren nicht mehr an die genaue Handlung erinnern kann, so wird man doch nicht die Stimmung in diesem Buch vergessen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Das wahrhafte Kunstwerk ist dasjenige, das weniger sagt", 28. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Taschenbuch)
Sebastian Baumgartens Bühneninszenierung von ,Der Fremde' im Schauspiel Frankfurt lenkte meine Aufmerksamkeit wieder einmal auf Albert Camus. ,Der Fremde' ist der erste Teil einer ,Trilogie des Absurden', wie Camus selbst diesen Schaffensabschnitt nennt. Es folgten der ebenso berühmte Essay ,Der Mythos des Sisyphos' und das nicht unumstrittene Drama ,Caligula'.

Der Roman erzählt die Geschichte eines Mannes, der durch Zufall zum Mörder wird. Als Fremd-Körper wird er aus der Gesellschaft ausgestoßen und zum Tode verurteilt.

Camus verarbeitet wie so oft eigene Erlebisse, Glücksmomente und Ängste. Die Biographin Brigitte Sändig schreibt: "In ,Der Fremde' sind all die großen Motive Camus versammelt: die Mutter, der Tod, das Meer, die physische Freude, Hitze, die Sonne in ihrer Ambivalenz - und der zum Tode Verurteilte".

Die Mutter

Der Roman beginnt mit den Worten: "Heute ist Mama gestorben". Der Protagonist Meursault erzählt von der Entfremdung zwischen der schweigsamen Mutter und dem wortkargen Sohn: "Außerdem hatte sie mir seit langem nichts zu sagen". Die Mutter wird in ein Altersheim abgeschoben. Meursault nennt finanzielle Gründe und dass es ihm als "natürliche Sache" erschiene, doch der Nebensatz: "Im Heim findet man wenigstens Freunde" verdeutlicht, dass die Beziehung zwischen Sohn und Mutter nicht mehr von Liebe geprägt war.

Beim Abschied am Totenbett wirft der Sohn keinen Blick auf die Mutter. Keine Tränen, keine Trauer, keine Gefühle zeigt der Sohn. Die Freundinnen aus dem Altersheim halten Totenwache. Sie sitzen ihm gegenüber: "Ich habe einen Moment lang den lächerlichen Eindruck gehabt, sie wären da, um über mich zu richten."

Jugend ist für Meursault gleichbedeutend mit Leben und Alter steht für Tod. Die alte Mutter verdrängt er, schiebt er ab, will er nicht mehr sehen. Deshalb fühlt er auch keine Schuld, nach der Beerdigung der Toten mit einer Freundin baden zu gehen und sie anschließend ins Kino zu führen.

Die Sonne

In Verbindung mit kühlendem Wasser ist die Sonne Lebensspenderin. Der in Algerien geborene Camus genoss in seiner Jugend das Bad im Meer und die bräunenden Strahlen der Sonne. Auch in ,Der Fremde' finden wir Worte und Textpassagen, welche diese Glücksmomente beschreiben: Sonne, Strand, Sand, schwimmen, brauner Körper, warmes Wasser, Salz des Meeres, Wellen, Schaum.

Doch sobald das kühlende Nass fehlt, offenbart die Sonne auch ihre zerstörerischen Kräfte. Nach einem vergnüglichen Bad im Meer mit Freunden kommt es am Strand zum tödlichen Zusammenstoß. Ein Freund wird von einem Araber mit einem Messer verletzt. Meursault kehrt wenig später mit einem Revolver, aber ohne Mordgelüste zurück an den Stand. Die Hitze ist groß. Sie legt sich über Meursault und hindert ihn voranzukommen. Die Sonne brennt über einem "Ozean aus kochendem Metall". Schweiß tropft in seine Augen. Der Araber zieht ein Messer. Die reflektierenden Strahlen der Sonne lassen es wie ein glänzendes Schwert erscheinen. Meursault schießt.

Der Prozess

Die Ermordung eines Arabers durch einen Francoalgerier wäre kein Anlass für einen aufsehenerregenden Prozess. Doch während des Verhörs und dann in der Verhandlung wird Meursaults Charakter öffentlichen bloßgestellt. Er ist gefühlskalt und emotionslos. Als der Pförtner des Altersheims dies bestätigt versteht Meursault: "Da habe ich etwas gespürt, was den ganzen Saal ergriff, und zum ersten Mal habe ich verstanden, dass ich schuldig war". Er ist wortkarg und verschlossen. Als der Richter erfährt, dass er nicht an Gott glaubt, redet er ihn mit "Herr Antichrist" an. Er empfindet keine Reue, sondern Verdruss. "Ich hätte gerne versucht, ihm ehrlich, sogar liebevoll zu erklären, dass ich nie irgendwas wirklich hatte bereuen können."

"Ich beschuldige diesen Mann, mit dem Herzen eines Verbrechers seine Mutter beerdigt zu haben", klagt ihn der Staatsanwalt an. Meursault wird vom Gericht zum Tode verurteilt, nicht weil er einen Araber tötete, sondern weil er die gesellschaftlichen Regeln nicht anerkennt.

Absurdität

In einem Gefühlsausbruch beschimpft der zum Tode verurteilte einen Geistlichen: "Was scherte mich der Tod der anderen, die Liebe der Mutter, was scherte mich sein Gott". Die wenige Zeit, die ihm noch verbleibt ist ihm zu kostbar, um sie mit Gott zu verlieren. Nichts ist von Bedeutung, das ganze Leben absurd. "Als hätte diese große Wut mich vom Bösen geläutert, von Hoffnung entleert, öffnete ich mich angesichts dieser Nacht voller Zeichen und Sterne zum ersten Mal der der zärtlichen Gleichgültigkeit der Welt".
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die passive Lebenseinstelung eines "Fremden", 17. Februar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Taschenbuch)
In dem Buch „Der Fremde" erzählt Albert Camus in Form einer Ich-Erzählung das Schicksal eines Mannes der Realität nicht von Fiktion unterscheiden konnte. Zum Geschehnis ist nicht viel zu sagen; ein Mann in den mittleren Jahren begeht einen Mord, der Prozess wird ihm gemacht und er wird zum Tode verurteilt-heutzutage fast ein alltägliches Ereignis.Jedoch konzentriert sich dieses Buch hauptsächlich auf das passive Verhalten dieses Menschen. Es werden Lebenssituationen dargestellt in denen jeder andere Mensch wahrscheinlich Emotionen zeigen würde-der „Mörder" jedoch verhält sich gleichgültig und macht den Eindruck als würden ihn diese Geschehnisse völlig kalt lassen. „Das ist mir egal!" Diese Art von Gleichgültigkeit zeichnet sich in jeder Form ab. Vor allem aber die Verschlossenheit und Abwesenheit nach dem Tod seiner Mutter und besonders auf dem Begräbnis werden ihm zum Verhängnis. Diese Passivität einem Vertrauten Menschen gegenüber ist für viele völlig unerklärlich und pathetisch. Aber vielleich trauert Meursault auf seine eigene Art und Weise. Albert Camus' „Der Fremde" entspricht nicht den Normen eines Durchschnittsmenschen.Er bringt teilnahmslos einen Menschen um und zeigt auch bei den Verhandlungen keine Spur von Reue bzw. Einsicht. Sein Leben besteht nur aus „leben". Einfach leben, einfach alles hinnehmen. Meursault scheint auf den ersten Blick emotional verdorben zu sein.Doch möglicherweise ist es genau das, was ihn so interessant und geheimnisvoll macht. Er scheint still, zurückhaltend und zeitweise beinahe schon „tot". Partiell fühlt sich seine Lebensgefährtin auf ihre eigene,vielleicht perverse Art und Weise zu ihm hingezogen. Doch seltsamerweise könnte es dem Leser gelegentlich vorkommen, dass gerade dieser Mensch den richtigen Weg einschlägt. Besonders mit dieser passiven Lebenseinstellung werden sich manche Leser identifizieren können.
Eigene Meinung: Viele von uns kommen nicht mit der Thematik, dieses trotzdem interessanten Buches zurecht, da uns diese Lebenseinstellung völlig unverständlich und absurd erscheint. Trotz allem setzten wir uns intensiv mit der Aussage dieses Buches auseinander.Albert Camus schreibt sehr übersichtlich und klar.Auch das war einer unserer vielen positiven Eindrücke. Wir alle können Albert Camus' „Der Fremde" nur weiter empfehlen. KBL
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fremd oder befremdend?, 8. Juli 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Gebundene Ausgabe)
Ein Mann beerdigt seine Mutter. Doch dieses Ereignis scheint ihn nicht mehr zu berühren, als der morgendliche Kaffee, der Weg zur Arbeit, das Gespräch mit dem Nachbarn. Ein Verbrechen? Oder ein Verbrechen, einen Mann in Notwehr zu töten, ebenfalls ohne dabei etwas zu empfinden? Was für einen Juristen sofort die Frage nach den subjektiven Rechtfertigungstatbeständen aufwirft, ist für Camus eine gesellschaftliche Frage, sogar darüber hinaus ein in-Frage-stellen der gesamten Realität. Wer wirklich fremd ist, also nicht hineinpaßt, ist das aus dem Blickwinkel der Gesellschaft, oder objektiv zu beurteilen? Wenn wir von Gefühlen und Empfindungen reden, machen wir uns da etwas vor? Ist das Wesen der Dinge letztlich doch nur ein naturwissenschaftlich ablaufendes Schema von Reiz und Reaktion, Ursache und Wirkung? Diese Fragestellungen bleiben im Raum stehen, wenn man die kurze Geschichte in sich aufgenommen hat. Sie bleiben grundsätzlich offen. Dabei bleibt es dem Leser überlassen, ob sich ihr stellen, oder sich lediglich an dem feinsinnig geschriebenen Handlungsstrang auf der Oberfläche der Geschichte erfreuen will. Es ist eigentlich kaum zu glauben, daß ich auf das Buch erst durch "killing an arab" von THE CURE gekommen bin... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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46 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das Buch zur Philosophie, 23. November 2007
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Taschenbuch)
Meursault, ein französischer Angestellter in Algerien, erfährt vom Tod seiner Mutter - und es ist ihm egal. Das einzige Gefühl in diesem Zusammenhang ist die Abneigung gegen den weiten Weg in der algerischen Hitze, den er zu ihrer Beerdigung zurücklegen muss. Auch die Totenwache und die Beisetzung bringt er unbeteiligt hinter sich und ist letztlich froh, dass er nach absolvierter Pflicht wieder nach Hause zurückkehren kann.

Bereits am Tag darauf geht er zum Schwimmen ans Meer und beginnt eine Affäre mit einer früheren Kollegin. Deren Liebesbezeugungen bedeuten ihm allerdings genauso wenig ihr Heiratsantrag ("ist mir egal"). Von dieser umfassenden Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit geprägt sind alle seine Beziehungen zu anderen Menschen. So kann er mit Freundschaften ebenso wenig anfangen, wie mit Hass und stolpert antriebslos durch ein sinnleeres Leben, bei dem er schließlich "eher zufällig" einen Araber erschießt.

Für dieses Verbrechen wird er vor Gericht gestellt. Die allgegenwärtige Teilnahmslosigkeit Meursaults, die Abwesenheit jeglicher Empathie, sind es letztlich, die die Prozessbeteiligten - vom Richter über den Staatsanwalt und die Geschworenen, bis zum eigenen Anwalt - entsetzen, völlig verunsichern und jede Bereitwilligkeit, mildernde Umstände anzuerkennen, in ihren Augen unmöglich werden lassen. Meursault wird zum Tode verurteilt.

Auch dieses Urteil scheint in zunächst wenig zu berühren, bis der Versuch des Gefängnisgeistlichen, mit ihm ein tröstendes Gespräch zu führen, bei Meursault zu einem Wutausbruch führt, bei der er den Priester heftig beschimpft und tätlich angreift.

Am Ende nimmt er sein Urteil innerlich an und erwartet die Menschenmassen zu seiner Hinrichtung sogar "voller Ungeduld".

"Der Fremde" wird häufig als Camus' wichtigstes (literarisches) Werk betrachtet, jenes Albert Camus, der nicht nur den Literaturnobelpreis erhalten hat, sondern als Schöpfer der "Philosophie des Absurden" gilt.

Deren Kernaussagen sind: Der Mensch ist grundsätzlich versucht, den Sinn seines Lebens zu verstehen, doch angesichts des unausweichlichen Todes wird ihm die Sinnlosigkeit desselben bewusst. Aus dieser absurden Situation gibt es nur einen Ausweg: die Revolte des einzelnen gegen diese scheinbare Unvermeidlichkeit, d.h. ein "trotziges" Aufbegehren gegen die Sinnlosigkeit. Detailliert ausgeführt hat Camus dies im "Mythos des Sisyphos", das zeitlich eng mit "Der Fremde" verknüpft ist.

Von Camus stammt die Maxime: "Man denkt nur in Bildern. Wenn du Philosoph sein willst, schreib Romane" und so kann man "Der Fremde" als die unmittelbare literarische Umsetzung der Philosophie des Absurden lesen. Meursault ist gleichgültig und ohne jede Überzeugung angesichts eines sinnleeren, absurden Lebens. Erst die Verurteilung und die Sicherheit über seinen unmittelbar bevorstehenden Tod geben ihm die Kraft, sich gegen diese Absurdität in einem Akt der Revolte aufzulehnen um letztlich sein Leben und seinen Tod annehmen zu können.

Genau in dieser literarischen Form des philosophischen Modells besteht für mich das zentrale Problem, dass ich bei der Lektüre dieses Buches habe: Ich glaube es einfach nicht!

Die Figur des Meursault ist in meinen Augen allzu offensichtlich ein intellektuelles Konstrukt zur Veranschaulichung eines philosophischen Ansatzes, als dass sie mich wirklich berührt.

Natürlich gibt es Indolenz, Gleichgültigkeit und Antriebslosigkeit. Natürlich gibt es Menschen, die völlig unfähig sind, auf ihr Umfeld und ihre Mitmenschen einzugehen. Aber bei Meursault ist alles gleichzeitig möglich: alles ist ihm egal, aber er erkennt durchaus feine Gefühlsregungen bei anderen, sieht auch, wie er auf andere Menschen wirkt. Er treibt antriebslos durch sein Leben, entwickelt dann aber die Kraft zur (sinnlosen) Auflehnung und findet schließlich seinen Frieden mit dem Absurden und dem Tod. Die Theorie in Romanform.

Handwerklich ist dies durchaus gut gelungen, fraglos ist Camus ein talentierter Erzähler.

Aber, es tut mir Leid, mir ist das für ein Buch zu wenig.

Den wesentlichen Mangel der "Blutleere" und der fehlenden Glaubwürdigkeit kann dies für mich nicht aufwiegen. So bleibt "Der Fremde" für mich ein interessantes intellektuelles Experiment aber keine intensive und empfehlenswerte Leseerfahrung.

Zum Trost für die zu erwartenden negativen Wertungen dieser Rezension stelle ich mir wohl besser schon mal einen schönen Meursault kalt...
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Der Fremde
Der Fremde von Albert Camus
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