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am 27. Januar 2013
SPOILER-WARNUNG! Keine Kaufberatung! Der Film sollte bei ersten Mal möglichst unvoreingenommen geschaut werden, bitte erst hinterher lesen :)

Ich hatte vorher schon viel Positives über diesen Film gehört und gelesen. Um Religion sollte es also gehen, und schöne 3D Bilder und gute Animationen gibts auch. Aber kann das Thema zwei Stunden lang unterhalten? Ich war zunächst skeptisch, aber zu unrecht: der Film ist sowohl unterhaltsam als auch optisch imposant. Für Umsetztung, Sound und Effekte kann man getrost 5 Sterne geben.

Nur der Abschluss und die Auflösung haben mich dann doch ein bisschen enttäuscht:
So ist das also mit der Religion, man glaubt es oder man glaubt es nicht und die bunte Geschichte mit den Tieren gefällt den Menschen besser als die reale grausame Version. Ok, hätte man vielleicht auch so erahnen können.
Wenn man sich die Auflösung des Films allerdings nochmal genau anschaut, kommt man zu einer weiteren Quintessenz des Films. Wie einer meiner Vorrezensenten es schon so treffend formuliert hat: Es existieren eine zweite (psychologische) Ebene und eine dritte (philosophische) Ebene, hinter der dramaturgischen- dem was wir gesehen haben.

Zunächst mal der Mensch-Tier Vergleich, wie er im Film explizit ausgesprochen wird. Tathergang ist soweit klar: Hyäne (Koch) tötet angeschlagenes Zebra (Mann mit Verletzung), gerät mit Affe (Mutter) aneinander, tötet auch diese, und wird von Tiger (Pi) getötet. Pi ist also der Tiger?
Jain. Der Tiger ist ein Teil von Pi, der wilde animalische Teil eines Menschen, der existiert egal wie kultiviert oder religiös er ist. Just In dem Momtent wo Pi bereit ist zu töten, taucht sein innerer Tiger aus seinem Versteck auf und übernimmt sein Handeln. Trotzdem ist da ja noch Pi selbst auf dem Boot - sein menschliches zivilisiertes Ich. Und das hat ein ziemliches Problem mit dieser, eigentlich gar nicht so fremden, aber nun plötzlich frei gewordenen Seite.
Bislang war der „Tiger“ eingesperrt und Pi's Versuche sich mit ihm anzufreunden wurden unterbunden, denn laut seinem Vater gilt vorbehaltslos: Tiger=wild=böse. So hat er zunächst schrecklich Angst und meidet Konfrontationen, und wird regelrecht in ein Beiboot verdrängt, während der Tiger sich breit macht. Im Laufe der Zeit versucht Pi sich aber mit seinem Tiger-Ich zu arrangieren, dann es zu zähmen, bis schließlich eine Coexistenz und gegenseitige Wertschätzung entsteht.
Geht man von dieser Betrachtungsweise aus werden auch viele scheinbar unlogische und seltsame Dinge klar, zB dass er den Tiger wieder ins Boot holt. Pi sagt zum Schluss, der Tiger habe ihm das Leben gerettet - im übertragenen Sinne sein Überlebens-Instinkt. Sobald Pi gerettet ist, verlässt ihn der Tiger ohne sich umzudrehen. So plötzlich wie dieser (zeitweise verborgene) Aspekt seiner Persönlichkeit auftauchte, verschwindet er auch mit dem Wiedereintritt in die Kultur - ganz ohne Abschied!*

Desweiteren liegt dem Film noch eine 3. Ebene zugrunde: der Kontext der Überfahrt mit dem Schiff als eine persönliche Lebensreise auf der Suche nach dem Glauben.
Wie in jedem Leben eines Menschen beginnt die Reise, in dem man den sicheren Hafen der Kindheit und des naiven Glauben verlässt - vielleicht auf einem Schiff, einer Arche, einer ungewissen Zukunft entgegen. Aber es kommt ein Sturm auf, man verliert plötzlich Alles und erleidet seinen ganz persönlichen Schiffbruch.
So treibt man mehr oder weniger hilflos mit sich selbst und seinem „Tiger“ im Clinch auf dem Meer des Lebens, ohne auch nur eine Idee in welche Richtung es gehen soll. Schlimme Sachen passieren, schöne Sachen passieren - Erfolg, Niederlage, Hoffnung und Verzweiflung wechseln sich ab...
Irgendwann landet Pi auf einer Insel (Religion). Da gibt es scheinbar alles was er im Moment so dringend braucht. Darum sind dort auch schon tausende und abertausende von Erdmännchen (Gläubige) beheimatet. Aber ein Manko gibt es, bei Nacht verwandelt sich dieses scheinbare Paradies in eine tödliche, lebensfeindliche Umgebung (die Schattenseiten der Religion). Die Erdmännchen haben sich damit arrangiert und flüchten sich vorrübergehend auf Bäume. Doch Pi wird schnell klar: hier kann er nicht bleiben.
Also setzt er seine Reise fort. Bis dann Pi's Odyssee so endet wie sie begann, mit dem Einwirken einer höheren (Natur?)Gewalt. So kommt er an den Punkt seiner größten Verzweiflung, stellt sich Gott, klagt ihn wütend an und wird schließlich gerettet (vgl. Hiob). Und fast wie von Jonas Wal wieder ausgespuckt kommt er am Strand an.

Das muss jetzt alles nicht heißen, dass die Tiger-Geschichte eine Lüge war und Pi ein Hochstapler ist. Er hat durch seine Reise ein höheres Bewusstsein für die Zusammenhänge erlangt und teilt seine Erlebnisse nicht in "passiert" und "nicht passiert" auf. Seine Erkenntnisse beschränken sich nicht länger allein auf die physische Realität, sondern erstreckt sich über viele Ebenen. Und diese machen seine persönliche Wahrheit aus.
So erklärt er im Krankenhaus die Geschichte im zweiten Anlauf nur nochmal "ganz einfach"... so dass ihn auch die achso rational denkenden Versicherungsleute verstehen. Ironischerweise will es dann doch keiner so genau wissen und sowohl Versicherung als auch Reporter plädieren für die Tiger-Version. Somit möchten wir Menschen letztendlich wohl lieber manche Dinge mit dem Herzen anstatt mit dem Verstand betrachten. Und so ist es auch mit Gott, wie Pi zum Schluss erklärt.

Fazit: Der Film ist inhaltlich hochinteressant, es gibt extrem viel Details zu sehen und zu deuten. (Man denke nur an Pi’s Namen - gegebenen und gewählten, der Tiger-Namens-Tausch, das Überlebenshandbuch, die unterschiedlichen Meerestiere, sein Armband,… schlichtweg genial!)
Ich will jetzt gar nicht behaupten "so und so müsst ihr das alle sehen". Dies hier ist nur eine mögliche (meine persönliche) Interpretation und soll lediglich ein Denkanstoß sein, was der Film außer schönen Bildern noch alles zu bieten hat oder haben könnte wenn man es zulässt.
Wer nur das vordergründige Popcorn-Kino mit schönen Bildern sehen möchte: klar, auch kein Problem. Wer Tiefgang erwartet hat und ihn nicht gefunden hat: einfach die Zeit nehmen und nochmal drüber nachdenken.
___________
[PS: überarbeitet & Dinge aus der Diskussion zugefügt; * = mehr dazu in den Kommentaren S.1&4 unten]
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am 29. April 2013
Life of Pi begeistert mich auf ganzer Linie. Eine schöne dynamische Story, die absolut grandios und ästhetisch in Szene gesetzt wird. Dass der Film auch sämtliche 3D-Skeptiker überzeugt hat, ist kaum verwunderlich, denn 3D ist hier keine Spielerei, sondern wird der Atmosphäre dienlich eingesetzt. Keine penetranten Popouts, stattdessen viele ruhige Szenen, in denen man ausgiebig die räumliche Tiefe bestaunen kann. Zusammen mit den atemberaubenden Effekten gibt es hier einige Gänsehautmomente. Man wird förmlich in den Film und die Geschichte hineingezogen, als wäre man dabei. Technisch oberstes Regal, hier bekommt Ihr eine Referenz-3D-Bluray!

Ich bin in keinster Weise Fan von religiösen Themen und war zu Beginn des Films etwas besorgt. Allerdings entwickelt sich der Film dann doch in eine andere Richtung, auch wenn Religion immer wieder eine wichtige Rolle spielt. Das Thema Religion wird sehr bedacht und ausbalanciert behandelt, nicht aufdringlich oder nervend.

Ein toller emotionaler Film und Kunstwerk zu gleich. Find ich echt super!
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TOP 1000 REZENSENTam 19. November 2015
Diese Odyssee habe ich 2013 als Kinofilm gesehen und war völlig begeistert. Dann bekam ich das Buch geschenkt und hatte erst meine Zweifel, ob es so gut sein könnte wie der Film. Doch die wunderbare Begeisterung hat mich wieder gepackt, selten greift ein Film so detailgenau die Buchinhalte auf wie hier. Buch und Film sind beides Meisterwerke. Beim Lesen hatte ich dieselben fantastischen Bilder vor mir, die Ängste bei Sturm und vor der gefährlichen Großkatze, die ausweglos scheinende Situation, Einsamkeit und den Hunger und Durst auf See. Die Szenerie spielt sich so lebendig und glaubwürdig ab, das man dem Buch gefesselt folgt und wie gefangen ist, in der Geschichte von Piscine. Der einzigartige Charakter von Pi ist wunderbar dargestellt. So verfügt er über ungewöhnliche Ausdauer und enormem Mut. Aber das Besondere an ihm ist sein Glaube. So glaubt er an Gott und ist gleichzeitig praktizierender Christ, Hinduist und Moslem. Seine Liebe zu Gott und zu allen Geschöpfen der Erde ist deutlich spürbar. Nach sagenhaften 270 Tagen auf See endet die Irrfahrt dann endlich an der mexikanischen Küste. Er erstellt sich einen festgelegten Tagesplan und sein fast fanatischer Überlebenswille bringt ihn dazu, den Tiger zu dressieren und mit Futter zu versorgen. Er kämpft und gibt nicht klein bei. Der Zwang, sich mit dem Tiger täglich auseinanderzusetzten, hält ihn wach und überlebensfähig. Yann Martel schafft es zu fesseln. Er hat mich mit seinem einzigartigen Erzähltalent unterhalten, geschockt, geängstigt, traurig gemacht, fassungslos und staunend und auch noch interessante Inhalte über Religion und Tierwelt eingebracht. Dieses Buch ist ein Leseerlebnis voll Emotionen. Aber es lässt auch Interpretationsmöglichkeiten freien Raum. So wirken nicht alle Geschichten authentisch, tragen aber einen Symbolcharakter in sich. Das macht die Erzählung gerade so interessant. Abschließend kann ich nur noch anmerken, dass "Schiffbruch mit Tiger" eine außergewöhnliche, fesselnde und einzigartige Lektüre ist, die sich dem Leser mit den dargestellten Emotionen unauslöschbar einbrennt. Hier hat man es mit einem ganz besonderen Werk zu tun, für dessen literarische Genialität man dankbar sein muss. Eigentlich 6 Sterne!
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am 13. Mai 2016
Meiner Meinung nach ein sehr interessanter Film. Die Geschichte ist etwas abstrakt und ich finde als Zuschauer nicht umbedingt nachvollziehbar (zumindest nach der Auflösung am Ende)
Ich habe mir auch das Buch gekauft, vllt. ist das Informativer. :)
Davon abgesehen ein schöner Film mit beeindruckenden Aufnahmen
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am 9. Dezember 2014
Nachdem ich das Buch auf einer dreiwöchigen China-Reise bereits in den ersten vier Nächten verschlungen hatte und mir somit der Lesestoff abhanden gekommen war (was in Asien ohne örtliche Sprachkenntnisse ein echtes Problem ist) - war ich auf die Verfilmung gespannt! Was soll ich sagen: Ich war begeistert, zumal ich mir nicht vorstellen konnte, wie man die Problematik mit dem Tiger im Boot praktisch lösen könnte. Insofern Kompliment an den Regisseur und an die Technik! Die 3D-Umsetzung ist übrigens sehr gelungen - hier hat es sich wirklich gelohnt und es waren Profis am Werk.
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am 14. Juni 2013
Liebe Kritiker, Rezensierer, Filmfanatiker,
ich habe mal über die Rezensionen und die Kommentare gescrollt, und bin überrascht, dass anscheinend kaum jemand die Buchvorlage von Yann Martel (Auf deutsch: Schiffbruch mit Tiger) kennt. Diesen Film nur vom Anschauen und den Erwartungen zu bewerten ist meines Erachtens äußerst schwierig.
Yann Martel ist als Diplomatensohn in seiner Kindheit und Jugendzeit viel gereist und hat später auch einige Zeit in Indien, ein Land, in dem Religion eine große Rolle spielt, gelebt.
Der Roman zählt schon heute zu den modernen Klassikern. Und Klassiker zeichnen sich unter anderem dadurch aus, das sie nicht nur vordergründig sind.
Nun zur Verfilmung: Nein, er ist nichts für Actionfans. Und er ist nichts für Kinder, auch wenn Tiere mitspielen. Und er ist nichts für Filmliebhaber, die gern eine straffe Handlung und ein richtiges Ende erwarten.
Aber für diejenigen, die sich mit Religion beschäftigen, die gern mit Gedanken spielen, die sich von schönen Bildern inspirieren lassen, und sich auf fantastische Geschichten einlassen, ist dieser Film sehr inspirierend und wunderschön.
Ang Lee ist eine Literaturverfilmung gelungen, die die Zerrissenheit Pis, die unsagbare Verzweiflung angesichts der Aussichtslosigkeit auf dem Meer, die Angst vor und die Annäherung an den Tiger so sehr treffend aufzeigt.
Meine Angst, er könnte das Ende: welche Geschichte ist denn jetzt wahr? zum Happy-End umgewandelt haben, ist nicht eingetroffen. Und dazu kann man nur gratulieren, denn welcher Regisseur traut sich das? Ich ziehe dafür den Hut.
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am 7. Februar 2016
Wundervolle Bilder zum eintauchen. Der 3D effekt ist gewaltig, die Geschichte unglaublich und faszinierend. Die Ansichten über Religionen sind ein wenig abstrakt aber einem nachsinnen wert
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am 27. April 2014
Bestellung und Versand schnell und reibungslos
Dieser Film war in 3D und auf großer Leinwand berührend, lustig und ein wenig aufwühlend.
Also hatte ich ein bisschen Angst, dass er Film fürs heimische Kino an Qualität verliert, aber die Story überzeugt auch auf kleinem Bildschirm und ich mag es, die Möglichkeit zu haben, den Knaben und seinen Tiger in toller Optik und sehr gut gespielt (mit schöner Rahmenhandlung) immer wieder sehen zu können, aber müssen tu ich das auch nicht, weil er ja doch recht lang geht und auch ein bisschen Anspruch hat, wenn man die Bilder zu würdigen weiß.
Ich würde tatsächlich auch dazu raten, sich mal die englische Version anzusehen.
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am 13. April 2014
Story:

Nach einer verhängnisvollen Schiffskatastrophe treibt Pi Patel, Sohn eines indischen Zoodirektors, in einem Rettungsboot mitten auf dem Ozean – zusammen mit dem einzigen anderen Überlebenden, einem furchteinflößenden Bengalischen Tiger. Zwischen den beiden entsteht eine wundersame Beziehung und Pi muss seinen ganzen Einfallsreichtum und Mut aufbringen, um den Tiger zu trainieren und sie beide zu retten.

Der mit 4 Oscars ausgezeichnete Film von Meisterregisseur Ang Lee ist nicht nur ein episches Abenteuer voller gefährlicher Entdeckungen und Erlebnisse, sondern auch ein visuelles Meisterwerk mit faszinierenden Spezialeffekten.

Kritik:

Vor dem sehen des Films war ich schon voreingenommen und hatte den Film abgestempelt gehabt, weil ich davon augegangen bin, dass ein Film, der nur auf einem kleinen Boot spielt und dann noch mit einem Tiger, nicht wirklich viel Inhalt und Anspruch besitzen kann! Aber falsch gedacht und ich bin zum Glück eines besseren belehrt worden....
Man muss wirklich sagen, dass die Bilder fantastisch sind. Dazu die Effekte und die Dramatik auf dem kleinen Boot. Der Kampf mit den Gezeiten, Hunger und Durst und natürlich mit dem Tiger. Es kommt nie langeweile auf. Und der Anspruch den dieser Film hat und welche nachricht dieser zum Ende übermittelt ist wirklich atemberaubend. Also sollte jeder, wenn er den Film nicht verstanden hat, nochmal die letzten 10 Minuten anschauen, dann versteht man vielleicht den Film!!
+ Tricks und Effekte
+ Story und Handlung
+ starke spielerische Leistung des Protogonisten auf dem Boot
+ tolle Wetterbilder und Natureffekte
+ ein ergreifendes und nicht für möglich gehaltenes Ende
+ rundherum ein Top Film

Viel Spaß
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am 15. Mai 2013
Keine Spoiler, ich verrate nichts.

Natürlich, Geschmäcker sind verschieden, aber bei manchen Filmen entzieht sich eine Negativbewertung komplett meinem Verstand. Wie man z. B. "Avatar" oder "Titanic" schlecht bewerten kann, ist mir ein Rätsel. "Life of Pi" gehört definitiv dazu. Wer in "Avatar" nur blaue Männchen, in "Titanic" nur ein Liebespaardrama und in "Life of Pi" nur einen Jungen mit Tiger sieht, den man über Bord schmeißen sollte, der hat nichts kapiert.
Ich bin übrigens Atheist!

Es gibt nicht viel, das ich an dieser Stelle sagen könnte, ohne etwas zu verraten. Der Film beginnt, verläuft und endet so poetisch wie philosophisch. Er zeigt eine Art spirituelle Reise und das tiefe Verständnis für das Leben dieses Planeten. Langweilig, so wie manche hier behaupten, ist das keine Sekunde. Gebannt schaut man dem 277-tägigen Überlebenskampf der Schiffbrüchigen zu und ist emotional tief berührt.
Was diesen Film auszeichnet, ist seine Glaubwürdigkeit. Mag die Reise auch phantasievoll sein, so verhalten sich Pi und der Tiger Richard Parker sehr realistisch. Der typische Hollywood-Touch mit all seiner überkandidelten Tragik fehlt glücklicherweise komplett. Vielmehr lässt der Film die Tragik aus den Szenen selbst entstehen. Außerdem bleibt der Tiger bis zur letzten Sekunde ein wilder Tiger und entwickelt nicht wie üblich menschliche Gefühle. Herrlich!

Die Computereffekte sind einfach unglaublich! Sie sind so unfassbar gut, dass man gebannt auf den Bildschirm starrt und es kaum glauben kann. Wer das etwas überlange Making-of schaut, wird Interessantes erfahren. Insgesamt gibt es nur 23 kurze Einstellungen, in denen ein echter Tiger zu sehen ist; Ähnliches gilt für ein anderes Tier, das ich nicht verraten möchte. Sonst ist alles animiert, auch die See! "Life of Pi" setzt einen animationstechnisch gigantischen Meilenstein.
Wer allerdings etwas über die grandiose Animationsarbeit erfahren möchte, schaut in die Röhre. Gerade der Tiger dürfte viele interessieren. In "Die Computeranimationen im Film" wird fast ausschließlich über die Wasseranimation gesprochen. Im vierteiligen Making-of und in "Aufbau einer Filmszene" kann man deutlich mehr über die echten Tigeraufnahmen und Tigeranimationen erfahren. Darin wird deutlich wie viel Wert auf Realismus in Aussehen und Verhalten gelegt wurde und das sieht man auch. Einzige Ausnahme ist die Szene im Zoo, in der Richard Parker wegrennt. Das ist eindeutig zu sehr Hauskatze.
Es ist wirklich schade, dass auf die Tieranimationen derart wenig eingegangen wird. Zumindest enthält das Bonusmaterial angemessen viel inhaltliche Informationen und zwei Bildergalerien. Trotzdem, Schande über die Macher wegen der mageren Tier-CGI-Besprechung!

Bild und Ton der Blu Ray sind übrigens sehr gut. Zwar hätte das Bild besser sein können, man nehme mur mal "The Dark Knight", aber es ist wunderbar scharf. Der Ton ist sehr ausgewogen, weder zu laut noch zu leise.
Wie das 3D-Erlebnis ist, kann ich nicht sagen. Es sieht aber so aus, als ob das Ganze auch 3D-technisch eine Perle ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass "Life of Pi" unter sämtlichen Filmen deutlich heraussticht und der Vergleich mit "Avatar" keineswegs abwegig ist. Warum keiner der beiden den Oscar als bester Film bekommen hat, ist mir gänzlich unverständlich. "The Hurt Locker" ist Vollschrott und war wie "Argo" der schlechteste nominierte Film und trotzdem haben sie gewonnen. Kann ich nicht kapieren.

"Life of Pi" ist ein phantasievolles, peotisches und philosophisches Drama mit wohldosierten "Action"-Szenen, einer angenehmen Glaubwürdigkeit und atemberaubenden Bildern. Der Zuschauer macht in gewisser Weise eine ebenso spirituelle Reise wie die Protagonisten des Films.
Ein wahrhaftes Glanzstück der Filmgeschichte!
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