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306 von 379 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Gentlemen, zuerst hatten sie meine Neugier, jetzt haben sie meine Aufmerksamkeit!" Und das ist noch untertrieben...
Mit "Inglorious Basterds" prägte Quentin Tarantino die Filmlandschaft endgültig und wurde schon fast zum "Mainstream" im Business, ähnlich wie Christopher Nolan. Steht Tarantinos Name auf einem Filmplakat oder in einem Trailer, steht die Kinowelt Kopf und man kann das Warten schon nicht mehr ertragen. Das ist ein Ruf, den nur wenige Regisseure sich...
Vor 4 Monaten von Sebastian Schlicht veröffentlicht

versus
35 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Starker Start, schwaches Ende
Ein Western rennt ja zunächst bei mir grundsätzlich mal offene Türen ein. Und eine Hommage an den Italo-Western von Tarantino erst Recht. Und zunächst macht auch alles viel Spaß. Waltz aka Zahnarzt/Kopfgeldjäger King Schultz befreit Django aus der Sklaverei, die beiden werden ein Duo und machen sich dann auf, um Djangos Frau aus den...
Vor 3 Monaten von Shooter veröffentlicht


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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen guter Film ein Muss für jeden Tarantino Fan, 28. Mai 2013
Von 
Das Steelbook ist sehr schön gestaltet! Der Film ist prima!

Die Ausstattung der blueray fällt hingegen etwas mager aus ( passt wohl auch zur Produktbeschreibung hier bei amazon die auch eher dürftig ist)
Auf der disc vermisse ich mindestens eine Trailershow anderer Tarantinofilme und auch den Originaltrailer dafür wäre bestimmt Platz gewesen.
Ferner hat man hier bei diesem Film wieder einmal eine Edition aus dem Boden gestampft die eigentlich nur teuer ist und hat dem Ding dann den Namen " exklusiv bei media markt" gegeben.

Also wer den Film mag und nicht so auf Steelbooks steht sollte die normale Version kaufen und wer Steelbookfan ist sollte zugreifen, jedoch nicht allzuviel Bonusmaterial erwarten.

Im übrigen kann man eine Menge Geld sparen und ihn direkt bei mediamarkt kaufen oder online bestellen und muss hier nicht 30€ ausgeben (was eh eine Frechheit ist)
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Django. Unchained, 20. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Django Unchained [Blu-ray] (Blu-ray)
Django Unchained. Der beste Western seid länger Zeit

Wie ein Western sein muss. Super Handlung, hart, coole Sprūche und Top Besetzung
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zurücklehnen und genießen, 19. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Django Unchained [Blu-ray] (Blu-ray)
Also, wir waren zu dritt im Kino und allen hat der Film sehr gut gefallen. Schlicht und ergreifend kann ich hier allen 5 Sterne Bewertungen zustimmen.
Von uns drei brauchte niemand die überzogene Gewalt, aber irgendwie hat uns das nicht gestört, ich weiß auch nicht warum, vielleicht lag das an dem genialen Film selbst.
Wenn ich persönlich, wie dieses Wochenende, mit Freunden über den Film diskutiere, dann berichte ich immer davon, dass ich mich nach ca. 15min. einfach entspannt im Sitz zurück gelehnt habe, weil mir bis dahin klar geworden war, dass wir an diesem Abend großes Kino zu sehen bekommen. Tja, und so war es dann auch.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiger Film!!!, 17. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Django Unchained (DVD)
Ich bin erst seit "Inglourious Basterds" auf Tarantino aufmerksam geworden. Diesen Film fand ich schon sehr gut. Als ich hörte, dass ein weiterer Film von ihm in die Kinos kommt war ich hell auf begeistert und hatte große Erwartungen.
Der Film hält über 3 Stunden eine fast zerreißende Spannung. Geniale Besetzung (bei Leo sollte es doch endlich auch mal mit einem Oscar klappen). Tolle Geschichte und Fantastische Bilder.
Mein Lieblingsfilm in dem Jahr und umbedingte Empfehlung zum angucken.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich mal wieder ein guter Tarantino, 17. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Django Unchained [Blu-ray] (Blu-ray)
Nachdem ich nach den letzten beiden Tarantino-Filmen schon fast glaubte, den Meister würden langsam die Ideen ausgehen, so wurde ich bei "Django Unchained" eines besseren belehrt. Vor allem nach den Kunstpausen im Film "Death Proof" kann ich zu diesem Film nur nur Positives sagen. Klar, jeder hat so seine Vorlieben in Sachen Spannung und Spannungsaufbau. Ich fand den Film jedoch KEINE Minute langweilig. Witzige und aberwitzige Dialoge und Szenen en masse! Ich lese hier in den Rezensionen auch was von "menschenverachtend". Hm, den Vorwurf kann ich absolut nicht nachvollziehen - im Gegenteil: Tarantino schlägt sich hier klar auf die Seite der Geknechteten und verpasst Deutschland durch seinen Vertreter Dr. King Schultz alias Christoph Waltz mal eben einen ziemlich aufgeklärten, progressiven Anstrich. Nur tut er dies nicht auf konventionelle und pseudo-politisch korrekte Weise, sondern eben in seiner ganz unnachahmlichen Manier.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Klassiker in spe, den man sich nicht entgehen lassen darf!, 17. Januar 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Django Unchained [Blu-ray] (Blu-ray)
Django Unchained ist ein typischer Tarantino-Film, der gekonnt mit Genre-Symbolistik spielt. Er bedient sich zahlreicher Anleihen beim klassischen Italo-Western, die jedoch überhöht und ironisiert verwendet werden. Die pensionsreife Ikone des Italo-Western, Franko Nero, übernimmt beispielsweise eine Nebenrolle in Tarantinos Film. Auch der Titel des Films und des Helden ‚Django’ ist eine Reminiszenz an den Italo-Western. In den 60er und 70er Jahren gab es rund 40 Western mit diesem Titel. Die Filmmusik changiert von Morricone bis zu Rick Ross und unterstreicht damit die Interaktion von (Western-)Klassik und Moderne.

Django Unchained ist einerseits ein ungeheuer brutaler Film, der sich an der Visualisierung von Gewalt geradezu weidet, zugleich bringt die Figur des Kopfgeldjägers Dr. Schultz immer wieder ein komisches, ja fast satirisches Element in den Plot ein. Man schwankt als Zuschauer zwischen „Oh Gott, ist das eklig!“ und Kicheranfällen, wenn Schultz mit seiner europäisch gebildeten Art und Sprechweise die tumben Landbewohner immer wieder vor den Kopf stößt. Die Figur des Dr. Schultz muss man sich ähnlich angelegt vorstellen, wie jene des kultursinnigen Judenjägers Hans Landa in Inglourious Basterds, die Waltz einen Oscar eingebracht hat. Man merkt dem Film deutlich an, dass er Waltz auf den Leib geschrieben wurde. Die abschließenden Szenen, in denen er plotbedingt nicht mehr vorkommt, verkommen zum monokausalen Schlachtfest, in dem Blut und Hirnmasse von Djangos Gegnern wie in einem Sylvesterfeuerwerk gen Himmel fahren. Die feine Ironie ist mit Waltz gestorben, jetzt schwelgt Tarantino in seiner bildgewaltigen Blutästhetik. Auch andere Tarantino-Filme wie Pulp Fiction (Travolta) und Inglourious Basterds (Waltz) leben von einer einzigen Figur, die den scheinbar genretypischen Plot so verfremdet, dass sich auch Intellektuelle (und Kritiker) für Tarantino-Filme ohne Gesichtsverlust begeistern dürfen.

Django Unchained hat jedoch auch ein ernstes Anliegen. Die Gewaltszenen gegen Weiße sind fast durchweg überhöht und damit ohne Magenbeschwerden zu konsumieren. Die Gewalt, die den Sklaven im Film angetan wird, ist es nicht. Zu Recht. Sie ist ernst gemeint, und sie ist historisch verbürgt, und das muss man sich immer wieder vergegenwärtigen. Durch die geschickte Kombination von komischen und tragischen Elementen durchlebt man als Zuschauer ein Wechselbad der Gefühle.

Es ist eine höllisch gefährliche Gratwanderung für einen Regisseur – insbesondere in den USA – die Unterdrückung der Afro-Amerikaner in einem Spielfilm ungeschönt zu zeigen, ohne den Stolz ihrer Nachfahren zu verletzen. Tarantino versucht sich an diesem unmöglichen Spagat, indem er die vermeintliche weiße ‚Herrenrasse’ als verroht und vertrottelt darstellt. Die Weißen sind, ohne sich dessen gewahr zu sein, Komiker in einer Tragödie und erinnern an die Hitler-Parodie von Chaplin. Eine Szene ist besonders gelungen: Der örtliche Ku-Klux Klan unter der Leitung des Großgrundbesitzers ‚Big Daddy’ (herrlich: Don Johnson) will das nicht in ihr Weltbild passende Gespann Dr. Schultz/Django des Nachts überfallen. Schon beim Anritt gibt es Probleme. Die Frau, die für die Anfertigung der Klan-Kapuzen zuständig war, hat gepfuscht. Die Augenlöcher passen nicht und die Vertreter der Herrenrasse reiten blind durch die Nacht. Schließlich halten sie an und streiten aufgebracht darüber, ob sie die Kapuzen trotz der Tradition abnehmen dürfen und wer überhaupt Schuld an dem ganzen Schlamassel sei. Die Szene ist einfach göttlich.

Fazit:
Insgesamt ist Tarantino ein vielschichtiger und durchaus gesellschaftskritischer Film im Gewand eines Italo-Western gelungen. Intelligenter Spaß und unglaubliches Grauen liegen bei Django Unchained sehr dicht zusammen. Und das ist ungewohnt und für viele Zuschauer sicher auch befremdlich. Die Leistung von Christoph Waltz ist herausragend, sie trägt den Film und lässt den Spagat zwischen Western, Action, Komik und Gesellschaftskritik gelingen. Schwächen hat meines Erachtens das Finale des Films, das mit seiner Pulp Fiction – Ästethik und der comichaften Übertreibung nicht das Niveau der vorherigen Szenen erreicht. Auch ist die Figur des Django und die Art, wie Foxx seine Rolle ausfüllt, zu statisch, um die für einen Protagonisten wünschenswerte Empathie zu erzeugen.'

Django Unchained sollte man sich nicht entgehen lassen. Die amerikanische Fassung ist auf jeden Fall vorzuziehen, da die bewusste Verdeutschung von Waltzs englischer Aussprache und Grammatik eng mit der Anlage der Figur verbunden ist.

Subjektive Bewertung:
4 Sterne (von max. 5)

IMBD-Bewertung:
8,7 (von max. 10) – ein extrem guter Wert!
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8 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Total Western, 22. Januar 2013
Von 
Eddie Lomax - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Django Unchained (DVD)
Filmbesprechung ohne Spoiler

Nun also ein Western. Im Grunde genommen war das abzusehen. Zogen sich die Anspielungen und Querverweise doch wie ein roter Faden aus Blut durch das Werk Quentin Tarantinos. Ein Werk dem man verfallen ist, wie der Liebe seines Lebens. Oder eben nicht. Aus diesem Grund kann man einen Film von Quentin Tarantino auch nicht besprechen wie jeden anderen Film. Der Regisseur polarisierte von Anfang an. Bereits sein viel beachtetes Debüt RESERVOIR DOGS revolutionierte das zeitgenössische Kino fast im Alleingang und teilte Kritik wie Publikum in zwei Lager. Jene die in freudiger Erregung auf jeden neuen Beitrag des Enfant terrible des amerikanischen Autoren-Kinos warten und solche, die jeden seiner Filme aufs neue verdammen. Daran hat sich bis zum heutigen Tage nichts geändert. Deshalb will ich auch gar nicht erst den Versuch machen, diesen Film durch den Blickwinkel der vermeintlichen Objektivität zu besprechen. Das ist schlicht unmöglich. Womit sich auch zum Missfallen derjeniger, die mit einem Tarantino-Film ohnehin nichts anfangen können, ein weiter lesen dieses zugegeben etwas ausufernden Textes erübrigt. Alle anderen seien hiermit herzlich eingeladen, mich in die einzigartige Welt des Quentin Tarantino und des Western zu begleiten.

Obwohl die Handlung eines Quentin-Tarantino-Filmes eher nebensächlich ist und wie das Genre des Italo-Western einer Wundertüte gleicht, denn man weiß nie was man bekommt, will ich hier für alle die nicht wissen worum es geht, einen kurzen Abriss der Story geben.

Texas 1858: Der Sklave Django (Jamie Foxx) wird seinen derzeitigen Besitzern von Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz) abgekauft unter der Bedingung, das er ihm hilft eine Gruppe gesuchter Verbrecher zu finden und zu töten. Denn Django ist der Einzige der weiß, wie diese aussehen. Im Anschluss daran will Schultz wiederum Django helfen, dessen Frau Broomhilda (Kerry Washington) von der Plantage des berüchtigten Sklavenhalters Calvin Candie (Leonardo Di Caprio) zu befreien. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft, in deren Verlauf Schultz Django sein Handwerk beibringt und ihn zu einem erfahrenen Kopfgeldjäger macht. Als sie dann nach dem Winter in den Süden gen Mississippi reiten, ist es Django der zeigen muss, das er aus seiner Vergangenheit als Sklave und den Erfahrungen als Kopfgeldjäger die richtigen Lehren gezogen hat. Wenn er es nicht macht, sind Broomhilda und er dem sicheren Tode geweiht.

Ursprünglich war angedacht, zumindest wenn man sich auf einige Aussagen QT's bezüglich der Absicht einen Western zu inszenieren, eine weitere Geschichte von Elmore Leonard, nach JACKIE BROWN, zu verfilmen. Nämlich dessen fünften Roman "Forty Lashes Less One - Die Zwei aus dem Teufelsloch", aus dem Jahre 1972, dessen Verfilmungs-Rechte QT bereits in den Neunzigern erworben hatte. In der Geschichte entfliehen ein ehemaliger Sklave und ein Indianer aus dem Gefängnis in Yuma, um sich an ihren früheren Peinigern zu rächen. Die Story von DJANGO UNCHAINED weißt indes nur noch geringe Parallelen zu diesem Buch auf. Teile der Geschichte finden sich jedoch wieder. So liegt die Hauptinspirationsquelle auch dieses Mal, wie schon bei INGLORIOUS BASTERDS, klar auf der Hand. DJANGO (1966) von Sergio Corbucci mit dem großartigen Franco Nero in der Titelrolle steht Pate. Nero, und da verrate ich nicht zuviel, kommt auch in diesem Film zu Ehren. Es treffen sich sogar drei Generationen von Darstellern aus Django-Filmen. Franco Nero, der Ur-Django selbst, Quentin Tarantino, der in Takashi Miikes Japan-Version "Sukiyaki Western Django" auftrat, sowie Jamie Foxx, der aktuelle Django. Doch es geht noch weiter, steht hier vielmehr nicht nur der genannte Film, sondern darüber hinaus gleich das gesamte Western-Schaffen Corbuccis, wie der sogenannte Spaghetti-Western als solcher im Fokus. Hier werden eindeutig Szenen aus MERCENARIO, LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG und MINNESOTA CLAY, sowie aus vielen anderen Filmen zitiert. Das bietet die Möglichkeit einer cineastischen Entdeckungsreise und tut der Originalität des Drehbuches keinen Abbruch. Tatsächlich eröffnet sich für Western-Freunde ein wahres El Dorado.

Denn entgegen landläufigen Einschätzungen ist QT's Werk kein bloßes Zitate-Kino. Das wäre es, würde er nur Szenen nachstellen, ohne dabei den Anspruch zu haben, das daraus etwas völlig neues, nie dagewesenes entsteht. Genau das geschieht aber. Die Filmgeschichte bietet einen unerschöpflichen Fundus und kaum einer sonst versteht es, aus Arthouse-Kino und Trash-Film, aus Autoren-Film und Unterhaltungs-Kino, aus Filmepochen-Lehre und Genre-Kino einen derartigen Mix, quasi die Essenz aus allem, immer wieder so frisch, neugierig und aufregend zu präsentieren, wie QT es macht. Seine Arbeit beginnt, nach eigenem Bekunden, beim Soundtrack, setzt sich fort über das Schreiben und endet mit dem fertigem Film. Vor allem, um alles herum, während dessen und danach steht aber das Filme schauen. Von Kindesbeinen an staunend alles in sich aufzusaugen was es gibt, ohne Unterschiede, ohne Kompromisse zu machen. Zuerst einmal ist alles interessant. Die Frage ist, was sich daraus machen lässt. Schlussendlich ist jeder Künstler von einem anderen beeinflusst. Anders gäbe es keine Kunst. Tarantino steht genau dafür. Nur ist er bereits mehrere Stufen weiter. Deswegen ist er so besonders. So einzigartig. Er steht somit auch in keiner Filmemacher-Tradition. Wenn überhaupt, dann nur in einer sehr kurzen, in der von Jean-Pierre Melville und Sergio Leone und wenigen anderen. Wie diese beiden ist er in seinem Werk ausschließlich von Film beeinflusst, vom filmischen Werk anderer. Er verarbeitet nur das gesehene, nie die Realität. Reflektives Kino, reflektives Filmemachen also. In doppeltem Sinne. Weil QT bereits reflektiertes verarbeitet, verändert, es auf eine neue Ebene bringt. Niemand sonst kann das in dieser Qualität. Er hat die Meister ebenso studiert wie deren Schüler. Das Wichtigste ist aber, er hat sie verstanden. Und er liebt sie alle gleichermaßen. Das Tarantino liebt was er tut, spürt man in jeder Sekunde seiner Filme. Er hat sich mit Leib und Seele dem Filmemachen verschrieben. "Because we love making Movies." Mit diesem Satz beginnt er jeden Drehtag.

So liegen die Grundlagen für die Geschichte von DJANGO UNCHAINED natürlich nicht nur beim Italo-Western. Bereits im Jahre 1971 drehte Paul Bogart einen Film, SKIN GAME - ZWEI GALGENVÖGEL, in dem ein Weißer (James Garner) und ein Afro-Amerikaner (Louis Gossett jr.) im alten Süden von Sklavenmarkt zu Sklavenmarkt reisen, um Sklavenhändler übers Ohr zu hauen. Auch da erfriert der anfängliche Witz zu einem kalten Schauer, jedoch ohne die Konsequenz, mit der dies QT zu Ende exerziert. Denn eines unterscheidet den "neuen" Tarantino vom "alten". Dieses Mal meint er es durchaus Ernst. Er hat ein Thema. Zog schon durch INGLORIOUS BASTERDS so etwas wie eine Meinung, eine Stellungnahme, ist dies bei DJANGO UNCHAINED nicht mehr von der Hand zu weisen, nicht mehr zu übersehen. Über das einfache lächerlich machen, wie es in INGLORIOUS BASTERDS mit Hitler geschieht, seiner gerechten und notwendigen WK-2-Fantasie, ist der Autor Tarantino hinaus. Dafür genügt ihm jetzt ein Nebenschauplatz und es gelingt ihm z.B., den Ku-Klux-Klan und seine gesamte Historie in einer einzigen Szene der Lächerlichkeit preis zugeben, zu verspotten. Tatsächlich wagt er sich an das heiße Eisen der dunklen Seite der Geschichte Amerikas. Die Sklaverei. In einem Interview bezeichnete er es als einen zweihundertfünfzig Jahre währenden Holocaust. Nun ist QT auch hier nicht der erste Filmemacher, der darauf hinweist. In den Neunziger Jahren gab es im Zuge des NEW BLACK CINEMA mehrere ernstzunehmende Versuche auf dieses Thema aufmerksam zu machen, mal mehr (POSSE von Mario van Peebles), mal weniger (ROSEWOOD von John Singleton) erfolgreich. Keiner der Filme erreichte jedoch eine solche Aufmerksamkeit wie DJANGO UNCHAINED. Auch bereits in den Siebziger Jahren im Zuge des NEW HOLLYWOOD und des BLAXPLOITATION-CINEMA gab es einige Diskussionswürdige Beiträge wie BUCK AND THE PREACHER - DER WEG DER VERDAMMTEN von Sidney Poitier, MANDINGO von Richard Fleischer oder THE LEGEND OF N****R CHARLEY von Martin Goldman. Doch keiner dieser Beiträge legte den Finger so tief in die offene Wunde wie QT. Er begnügt sich auch nicht mit kurzen Ansichten der Qual. Tarantino hält drauf, nein er thematisiert es fortlaufend in der Figur des Django.

Jamie Foxx, Oscar für RAY, gelingt dabei das eindringliche Portrait eines an Körper und Seele geschundenen Mannes. Im Prinzip sind wir Zeuge eines Entwicklungsromanes, lässt sich an dieser Figur doch die Geschichte des Afro-Amerikaners mit all ihren Rückschlägen bis hin zum heutigen, immer noch unterschwelligen, Rassismus ablesen ebenso wie das Erwachen des schwarzen Selbstbewusstseins. BLAXPLOITATION. Auch hat der Film einen Rhythmus wie ein Gedicht oder ein Vers-Roman, aus dem ein Rap wird. Er wird, bei aller anfänglichen Langsamkeit, Getragenheit schneller. Härter. So schnell wie für Django die Einschläge näher kommen und er über sich selbst hinaus zuwachsen gezwungen ist. Er durchlebt eine Wandlung. Eine Metamorphose. Vom schüchternen und unterwürfigen, aber würdevollen Sklaven zum Macker. Zum vor Selbstbewusstsein strotzenden Macher, Revolvermann, Helden. Vom Blues zum Soul. Jamie Foxx macht auf seine Weise eindrucksvoll klar wo der Hammer hängt. Seine Darstellung ist für mich die wahre Überraschung dieses Filmes. Foxx mausert sich vom heimlichen zum dominierenden Star des Filmes. Er bleibt dabei zu jeder Zeit glaubwürdig und differenziert. Man kann nur froh darüber sein das er und nicht Will Smith, der im Gespräch war, diese Rolle bekommen hat. Er, Jamie Foxx, schafft mit Django am Ende eine ähnliche Ikone, wie es schon Franco Nero vermochte. Wenn auch ganz anders.

Broomhilda, die gepeinigte Ehefrau Djangos, wird gespielt von Kerry Washington, der die Ehe mit Jamie Foxx noch aus dem Film RAY vertraut sein dürfte, spielte sie doch auch dort seine Partnerin. So harmonieren die beiden in ihren Szenen prächtig. Zudem gelingen Washington einige sehr emotionale Szenen, auch wenn sie insgesamt etwas zu kurz kommt. Das ist etwas merkwürdig bei einem Film von Tarantino, der doch sonst das starke weibliche Geschlecht so trefflich in Szene zu setzen weiß. Womöglich einer der wenigen Schwachpunkte des Filmes.

Mit Djangos Mentor Dr. King Schultz, wird Christoph Waltz erneut zum Teil des Tarantino-Universums wie schon in INGLORIOUS BASTERDS. Ich würde nicht sagen das seine Figur die gutmütige Version seines Hans Landa aus dem Vorgänger-Film ist, wie es in einigen Kritiken formuliert wird und gestehe Waltz, der jedwede Beachtung seines immensen schauspielerischen Talents nicht erst seit INGLORIOUS BASTERDS sondern mindestens seit KÖNIG DER LETZTE TAGE (1993) verdient, genügend schauspielerische Raffinesse zu, auch hier einen völlig eigenständigen Charakter erschaffen zu haben. Einen Charakter, der so grundsymphatisch ist, das man sich nur wünschen kann das Waltz in der Folge noch mehr Möglichkeiten bekommt, so viele verschiedene Persönlichkeiten auf die große Leinwand zu bringen wie möglich. Auch in dieser Figur vereinen sich wieder viele Vorbilder. Mentoren-Western gibt es einige. Nicht nur italienische wie DER TOD RITT DIENSTAGS oder DIE RECHNUNG WIRD MIT BLEI BEZAHLT. Nein, auch im amerikanischen Western gab es einige sehr gelungene Beiträge zu diesem Thema. Wie z.B. NEVADA SMITH, dessen Geschichte der hier erzählten nicht unähnlich ist. Allerdings ist hier der Weg ein anderer. Bleibt der Mentor doch meist derselbe, macht King Schultz hier ebenso wie sein Schützling eine Wandlung durch, die ihresgleichen sucht. Überhaupt ist DJANGO UNCHAINED QT's emotionalster Film. Mehr noch als in JACKIE BROWN geht einem hier das Schicksal aller Beteiligten zu Herzen. Es scheint so, als hätte Tarantino selbst in den vergangenen Jahren eine Wandlung durchlebt, die sein Schaffen nachhaltig prägt. DJANGO UNCHAINED ist somit auch QT's erwachsendster Film.

Als Calvin Candie sehen wir Leonardo Di Caprio. Mit wahrer Spielfreude und Inbrunst gibt er den moralisch verkommenen Südstaaten-Dandy, zwischen Cocktail und Candy, der weniger intelligent ist als er vorgibt zu sein. Di Caprio ist ein Schauspieler an dessen darstellerischer Komplettierung wir spätestens seit GANGS OF NEW YORK direkt teilhaben dürfen. Sein Ehrgeiz ist nahezu immer spürbar. Mit jeder Rolle wächst er ein bisschen mehr. Das wirkt manchmal angestrengt, aber immer aufrichtig. Hier wirkt er geradezu leicht und beschwingt in seinem Auftreten. Seiner Sammlung großer Regisseure mit denen er arbeiten wollte, kann er nach Scorsese und Eastwood nun auch Tarantino hinzufügen. Seine Performance ist klasse. Unterstützt wird er dabei tatkräftig von Tarantino-Regular Samuel L. Jackson. Als erster Haussklave Candie's wirkt er bedrohlich wie selten und dominant wie eh und je. Eine Figur die man erleben muss, weshalb ich nicht zu viel verraten möchte.

Der Nebenrollen-Katalog setzt sich aus mehr oder weniger prominenten Schauspielern zusammen die, wie in einem Tarantino-Film üblich, aufgrund ihrer Meriten als Schauspieler besetzt wurden. Hervorzuheben ist Don Johnson in einem herrlich süffigen Auftritt als Plantagen-Besitzer. Sein Outfit und Styling gleicht Eins zu Eins dem des Oberbösewichts aus Sergio Corbucci's MINNESOTA CLAY, damals gespielt von Georges Rivière . Die weiteren weißen Darsteller, vornehmlich in der Rolle von Hillbillies und Schuften, setzen sich zusammen aus QT's Stammschauspielern wie Michael Parks, Tom Savini, Zoe Bell und einigen anderen. Des weiteren finden wir viele Darsteller des stark von Sam Peckinpah beeinflussten Hollywood-Profis Walter Hill, wie James Russo, James Remar, Bruce Dern und Robert Carradine.

Peckinpah ist denn auch das Stichwort zur Inszenierung der Gewalt in DJANGO UNCHAINED. Wie bei Bloody Sam gibt es einige Szenen in Zeitlupe, sowie deutlich zu sehende Ein- und Austrittswunden. Die Gewalt-Szenen beschränken sich ausschließlich auf Shootouts, bei allem anderen wird weg geblendet. Für meine Begriffe hätte der Film dennoch eine Achtzehner-Freigabe mehr als verdient, denn es geht vor allem zum Ende hin nicht gerade zimperlich zu. Gewaltverherrlichung kann man QT wiederum nicht vorwerfen, zu überzogen und kunstvoll fügt sich das gezeigte ins Gesamtbild. Er ist nicht der erste und bestimmt nicht der letzte Regisseur für den die Darstellung von Gewalt ein künstlerisches Stilmittel ist. Selten fügte es sich so gut in den filmischen Kontext ein wie hier. Die Darstellung steigert sich mit der Lauflänge des Filmes, wird detaillierter je weiter, je zwingender sich die Geschichte entwickelt.

Der Soundtrack verwertet unter anderem bekannte und weniger bekannte Arbeiten der bedeutendsten Komponisten des Italo-Western-Genres. Die Stücke und Songs passen perfekt zu den Bildern, sprechen ihre Sprache weiter, unterstreichen sie. Eine weitere Sache die QT beherrscht wie kein Zweiter. So spielte er die Musik, wie Sergio Leone einst Ennio Morricone, seinen Bruder im Geiste der auch hier mit einer neuen Komposition vertreten ist, bereits während des Drehs damit sich die Schauspieler auch stimmungstechnisch in die jeweilige Szene fallen lassen können. Robert Richardsons Kamera bietet vor allem in der ersten Hälfte die typischen Westernlandschaften und wechselt in der zweiten, wenn sich die Geschichte in den alten Süden verlagert, logischerweise die Location. Fred Raskins Schnitt gibt dem dialoglastigen Film einen ganz eigenen, beinahe lyrischen Rhythmus, der sich nur langsam offenbart.

Mit einer Laufzeit von annähernd drei Stunden erreicht der Film beinahe KILL BILL-Niveau. Produzent Harvey Weinstein schlug eine erneute Teilung des Werkes vor. QT entschied sich dagegen. Zurecht wie ich finde. Außerdem äußerte sich QT über die Möglichkeit einer längeren Version auf DVD, die sich stark von der Kinofassung unterscheiden würde. Das wäre das erste Mal in seiner Karriere und bleibt abzuwarten. Abschließend lässt sich sagen das DJANGO UNCHAINED die geschürten Erwartungen bei weitem übertrifft. Denn QT übertrifft sich selbst. Es ist ein WESTERN wie kein Zweiter und dabei ein echter TARANTINO. Er selbst nennt es einen SOUTHERN. Warum eigentlich nicht? Richtig einordnen können wird man das Werk ohnehin erst in ein paar Jahren. Denn auch für die Zukunft gilt: Der nächste Tarantino kommt bestimmt und die Vorfreude fängt da an, wo DJANGO UNCHAINED aufhört. Und mal ehrlich...

...sind wir nicht alle ein bisschen DJANGO ?
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7 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unterdurchnittlich für Tarantino, 28. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Django Unchained (DVD)
Schauspielerische Leistung von Waltz: Überragend, von Foxx wie immer sehr schlecht
Langweiliger Film von Anfang bis Ende
Jeder "Western" in dem Sonnenbrillen getragen werden ist schlecht, das wird immer so bleiben..
Pulp Fiction war der einzig gute Film von Tarantino, seitdem wird er gelobt ohne Ende aus keinem guten Grund..
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7 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwischen Welt- und Kreisklasse, 28. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Django Unchained (DVD)
Eigentlich ein guter Film: Geschliffene Dialoge, feinsinniger Humor, gut gelungene Kameraführung und vieles mehr.
Warum dann nur drei Sterne?

Nun, auch wenn alles andere stimmt, so haben mich die plumpen, teilweise bestialischen Gewaltorgien gestört. Gut, von Italo-Western ist man ja einiges gewohnt, aber hier verlässt man den Boden des guten Geschmacks. Ich meine dabei auch gar nicht, dass bei Schießereien das Blut nicht spritz, sondern hektoliterweise schwappt.

Etwa in der Mitte des Filmes kommt es zu einem Mandingo-Gladiatorenkampf zweier Sklaven. Der Besitzer fordert: "Stich ihm die Augen aus!" und wenig später "Erschlag ihn mit dem Hammer!". Einen Sklaven, der nicht mehr kämpfen will, lässt er von Kampfhunden zerreißen. Da war für mich der Zeitpunkt gekommen, den "Filmgenuss" zu beenden. Doch ich blieb und siehe da - man bekam die Kurve noch und besann sich wieder auf gerade noch akzeptable Unterhaltungselemente.

Witzig fand ich die Szene mit den schlecht geschnittenen Masken. Noch viel witziger war jedoch, was sie mit Samuel L. Jackson gemacht haben. Den habe ich noch aus Stirb Langsam 3 als relativ jungen Mann im Kopf, hier ist er als alter Mann mit kahlem Kopf und Gehstock zu sehen, man erkennt ihn nicht wieder.

Interessant wäre es gewesen, wenn - wie anfänglich angedacht - Will Smith die Rolle Djangos gespielt hätte. Aber Will Smith spielt immer einen sauberen Protagonisten, wäre hier also nicht so recht passend gewesen.

Obwohl der Film eine deutliche Überlänge hat, ist er nicht wirklich langweilig.

Insgesamt ist er nicht schlecht, aber etwas weniger plumpe, reißerische Gewalt hätte dem Streifen gut getan.
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7 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieder ein Kultfilm von Quentin !, 14. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Django Unchained [Blu-ray] (Blu-ray)
Dieser Film ist einfach genial ! Ich hoffe dass unser Österreicher Christoph Waltz wieder den Oscar gewinnt ! Er spielt die Rolle des deutchen Dr. Schultz wieder einmal fantastisch ! Natürlich spielen auch die anderen Topstars wie Jamie Foxx , Leonardo DiCaprio Samuel L. Jackson ihre Rollen ausgezeichnet !!! Der Film ist einfach ein Meisterwerk . Ich finde gut dass Tarantino wieder einmal nicht an Gewalt spart , denn so war das früher ! Ich finde es traumhaft dass einem nicht einmal bei dem langen Gerede langweilig wird , ich finde da wirds erst immer interessant in seinen Filmen ! Und man kann darin einfach so gut die Schauspielkunst dieser Ausnahmetalente bewundern ! Ich verstehe nicht wie manche bei so einem Film schlechte Kritiken schreiben können ! Tarantino ist nicht jedermans Sache aber er macht halt immer sein Ding ! Die blu ray muss ich mir natürlich gleich zulegen ! Ich hoffe dass Tarantino noch viele geile Filme macht und auch Waltz noch oft darin zu sehen ist !!!
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