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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Optimist und Menschenfreund
Ich bin erst sehr spaet zu Karl May gekommen, obwohl die meisten meiner Generation mit Karl May aufgewachsen sind. Dadurch erscheinen mir die Buecher von Karl May in einem anderen Licht, als wenn ich diese Buecher in meiner Jugend gelesen haette. Die Sprache, derer sich May bedient, ist an manchen Stellen gewoehungsbeduerftig, bedingt durch die Entstehung in einer anderen...
Veröffentlicht am 12. Mai 2010 von faustino888

versus
3.0 von 5 Sternen Gratis - trotzdem nicht besonders
Meine Tochter hat den "Winnetou" heruntergeladen, da er kostenlos war.
Sie hat ihn gelesen, aber bei jedem 2. Satz einen Schreibfehler bemerkt (4. Klasse Grundschule)!
Die vielen Tippfehler nerven wirklich - auch bei Gratisdownload!
Vor 2 Monaten von Wedel Andrea veröffentlicht


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Optimist und Menschenfreund, 12. Mai 2010
Ich bin erst sehr spaet zu Karl May gekommen, obwohl die meisten meiner Generation mit Karl May aufgewachsen sind. Dadurch erscheinen mir die Buecher von Karl May in einem anderen Licht, als wenn ich diese Buecher in meiner Jugend gelesen haette. Die Sprache, derer sich May bedient, ist an manchen Stellen gewoehungsbeduerftig, bedingt durch die Entstehung in einer anderen Zeitepoche. Auch die Ausfuehrlichkeit der Beschreibungen koennte an einigen Stellen sicherlich zurueckgenommen werden. Aber das sollen auch die einzigen Kritkpunkte an seinem Werk Winnetou sein, Denn die beschriebenen Abenteuer sind spannend und eroeffnen dem Leser Einsichten in Welten, die ihm verschlossen sind und die in dieser Intensitaet auch nicht vom Internet uebermittelt werden koennen. Und das alles bestimmende Thema: Freundschaften. Freundschaften, die das Leben bereichern und erst lebenswert machen. Und Karl May schafft es, darueber zu schreiben und den Leser zu begeistern. Oder auch zu frustieren, wenn dieser feststellen muss, dass sein Leben doch sehr isoliert und einsam, ohne Freundschaften, ablaeuft. Freundschaft, Toleranz und Akzeptan sind Werte, die Karl May vermittelt. Und die nichts von ihrer ueberragenden Bedeutung fuer das Zusammenleben der Menschen verloren haben. Schon alleine aus diesem Grunde absolut empfehlenswerte Lektuere fuer jung und alt
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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen dürfte in keinem Bücherschrank fehlen, 21. Februar 2005
Von 
Carmen Vicari "dg9tm" (Dossenheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Karl May hat sich von einer ganzen Reihe idealisierender Indianerromane seiner Zeit inspirieren lassen. Darunter befand sich auch James Fenimore Cooper mit seinem Lederstrumpf. Elemente daraus lassen sich in der Geschichte orten. Abgesehen von den faszinierenden Landschaftsbeschreibungen, die wie immer den Leser mitten in die amerikanische Prärie versetzen, bringt May ein Mischmasch aus tatsächlichen Gegenbenheiten seiner Zeit und Wunschvorstellungen, die seinem Idealbild vom Menschen und des menschlichen Miteinander entsprechen. Auch hier kommt seine Religiösität immer wieder zum Vorschein. Gerade den Winnetouromanen verdankt er aber auch seine Abstempelung in der Nazi-Zeit als Jugendbuchautor, obwohl die Romane um den legendären Apatschenhäuptling in keiner Weise als Jugendliteratur gedacht waren.
Auf jeden Fall ist der Roman lesenwert und dürfte in keinem Bücherschrank fehlen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Beginn eines großen Abenteuers, wenn ich mich nicht irre!, 20. Dezember 2012
Im Alter von 8 Jahren bekam ich von meiner Großmutter mütterlicherseits zu Weihnachten den 1. Band der Winnetou-Trillogie geschenkt. Der Name Karl May war in meiner Familie immer wieder genannt, denn jeder hatte in seiner Kindheit die Geschichte über den Apachenhäuptling gelesen. Immer wieder wurden die Stimmen geheimnisvoll gesenkt, wenn man davon erzählte, wie spannend die Bücher seien und was für aufregende Abenteuer man darin lesen würde.
So machte ich mich denn, damals noch als Knirps, eines Tages mit einem jungen deutschen Studenten auf eine Reise in die Staaten, um schließlich den Wilden Westen zu besuchen.

Ich begleitete den jungen Charley, der sich für Bücher und Schreiberei interessierte, wie er in St. Louis eine Tätigkeit als Hauslehrer begann. Er lernte den alten Büchsenmacher Henry kennen, und dort bekam er ein Gewehr geschenkt, dessen Name schon bald an jedem Lagerfeuer des Westens in ehrfurchtsvollem Raunen genannt werden sollte: den schweren Bärentöter.
Aufgrund seiner Körperkräfte kam er zu den Vermessern der Bahnanlage und zog damit in den Wilden Westen hinaus. An seiner Seite stand die erste Berühmtheit: Sam Hawkens, seines Zeichens ein berühmter Westmann. Dieser nahm das "Greenhorn", wie man den jungen Deutschen nannte, unter seine Fittiche und wurde sein Lehrer und Mentor. Doch schon bald entpuppte sich das "Greenhorn" als dynamischer Kerl mit eigenem Kopf, der mit scharfem Verstand und starkem Herzen an die Dinge heranging. Und es dauerte nicht lange, da bekam er seinen eigenen Kampfnamen: Old Shatterhand. So entwickelte sich das "Greenhorn" bald schon zu einem großen Westmann, von dem man noch so manche Heldentat hören sollte.
Noch heute erinnere ich mich, wie schnell mein Herz schlug, als es auf die erste Büffeljagd ging, oder als Sam Hawkens ein neues Pferd brauchte; und wie atemlos ich war, als die Indianer auftauchten und ihr Mentor namens Klekih-Petra, ein Weißer, der seit ewiger Zeit bei ihnen lebte, erschossen wurde. Die Apachen schworen blutige Rache, und allen wurde es mulmig zumute.
Der junge Old Shatterhand hegt seit dem ersten Augenblick, als er dem Häuptlingssohn begegnete, eine tiefe Zuneigung zu dem jungen, stolzen Indianer, und will mit ihm Freundschaft schließen. Doch sind beide, ab dem Zeitpunkt des Mordes, eigentlich Todfeinde, da Old Shatterhand auf der Seite der Weißen ist. Immer wieder versucht er, Winnetou seine Unschuld und die Tatsache zu beweisen, dass er eigentlich auf seiner Seite steht, doch es hilft nichts. Die Weißen werden schließlich bei einem Überfall gefangengenommen und zum Tode verurteilt.

Man könnte ewig so weiterschreiben und in Erinnerungen schwelgen, den die Geschichte hat es wirklich in sich. Ich las das Buch in einem Zeitraum von drei Tagen (für einen Achtjährigen gar nicht so übel), da ich mich kaum davon losreißen konnte. Ich bekam eine Gänsehaut, wenn von den Westmännern an den Lagerfeuern erfurchtsvoll von der Silberbüchse, dem Gewehr von Intschu Tschuna, oder auch dem großen Häuptling der Apachen selbst gesprochen wird. Ich kauerte mich neben Old Shatterhand ins Gebüsch, als er sich leise an ein Lager der Kiowas heranpirschte, um sie auszukundschaften; ich ritt neben ihm, als er gemächlich über die Savanne trabte und dabei sich die Sonne langsam dem Horizont näherte. Und ich sprang mit ihm ins Boot, um den Rio Pecos hinabzupaddeln, dabei den Tod im Nacken sitzend. Und ich war Zeuge, als schließlich die Stunde gekommen war, da die wohl berühmteste Freundschaft und Brüderschaft des Wilden Westens geschlossen wurde.
Karl May's Erzählstil ist altmodisch; doch nur wenige Autoren schaffen es, den Leser so in den Bann zu ziehen. Seine Worte lassen vor dem inneren Auge des Lesers die wunderbare Landschaft des Wilden Westens so beschaulich entstehen, und er schafft es, die Figuren der Handlung sehr detailiert zu zeichnen. Besonders der Namensgeber des Buches ist ein großer Kämpfer, ehrenwert und stolz, und aus Sicht von Karl May hat er, wenn überhaupt, nur eine Schwäche, nämlich, dass er kein Christ ist. Auch vermittelt May noch altmodische Werte, wie etwa Ehre, Freundschaft, Stolz und Treue, die heutzutage in Büchern leider oft vernachlässigt werden.
Dieses Buch stellt Karl May's ganz eigene Geschichte dar, so, wie er sie wohl gerne selbst erlebt hätte. Es ist eines der besten Bücher, die es gibt, und seit ich acht Jahre alt bin, habe ich es viele weitere Male gelesen. Und immer wieder greife ich gerne auf die Geschichte von Old Shatterhand und Winnetou zurück, denn es gibt kaum Bücher, die einen ähnlich hohen Abenteuerwert aufweisen. Man muss es sich gemütlich machen, Getränk und Nahrung bereit stellen, und schon kann es los gehen auf eine der abenteuerlichsten Reiseerzählungen, die es gibt. Und wenn das letzte Kapitel gelesen wurde und man das Buch schließt, so glaubt man beinahe, Sam Hawkens leise kichern zu hören und den Schall der Silberbüchse oder des Bärentöters zu vernehmen.

Abschließend möchte ich noch sagen: "Zounds! Auch heute noch ein absolutes Muss und sollte in keinem Buchregal fehlen, wenn ich mich nicht irre!"
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszination Wilder Westen, 4. Januar 2003
So wie wir in der heutigen Zeit die Bedeutung der wahren Werte wie Gerechtigkeit, Freundschaft und Freiheit oftmals vergeblich suchen, so finden wir sie wieder in den Abenteuerromanen von Karl May.
Die Winnetou- Trilogie ist eines der wenigen Meisterwerke, die es schaffen, die Faszination und den Charme des Amerika des 19. Jahrhunderts darzustellen und sie mit einer spannenden
heldenhaften Geschichte zu verbinden.
„Winnetou" begeistert sowol als „Einstiegsdroge" für Jungleser, als auch als leichte Lektüre für erfahrene Leseratten.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Unschuld wird erkannt, 13. März 2012
Erst 1893, als Karl May schon 51 Jahre alt war, erschien die Winnetou-Trilogie, welche Mays großen Ruhm als Ich-Erzähler bis heute hauptsächlich stützt.
In ihrem ersten Teil erzählt er, wie er als junger, immerhin studiert habender Mann nach Nordamerika in den Wilden Westen gekommen sei, um dort sein Glück zu machen. Er beginnt als Hauslehrer bei einer deutschen Familie in St. Louis, lernt dort Mr. Henry, einen Büchsenmacher, kennen, der ihn ermuntert, sich als Landvermesser für die zu bauende Eisenbahn nach Westen zu verdingen. Mr. Henry schenkt ihm ein schweres Gewehr (einen "Bärentöter") und stellt ihn Sam Hawkens vor, der als Westmann für die Landvermesser als Kundschafter und Jäger arbeitet. Es kommt zum ersten Kontakt mit Intschu-Tschuna, dem Häuptling der Apatschen, dessen Sohn Winnetou und dessen Schwester Nscho-Tschi, die allesamt gegen den Plan eines Eisenbahn durch ihr Land sind und ultimativ den Abzug der Landvermesser fordern. Wie immer in solchen Fällen, erachten die Weißen ihr Anliegen als höher stehend und wichtiger denn das der Ureinwohner, sodass die Forderung missachtet und ein ebenfalls anwesender weißer Lehrer der Apatschen ("Klekih-Petra") im Streit erschossen wird. Die Apatschen ziehen vorerst ab, um mehr Krieger zu holen. Es kommt bald darauf zum größeren bewaffneten Konflikt.
Der friedliebende Ich-Erzähler Karl alias Charley (und spätere "Old Shatterhand") ist an all den Verwickelungen unschuldig und sucht die Freundschaft des etwa gleichalterigen Winnetou. Dieser jedoch glaubt trotz Sympathie für Charley an dessen Schuld, weil dieser sich nicht an das Ultimatum hielt und im darauf folgenden Überfall des Lagers durch die Apatschen seinen Vater und auch ihn niederkämpfte und gefangen nahm. Nach vielen Wendungen des spannend erzählten, großen Abenteuers wird Charley von den Apatschen bei einem neuerlichen Überfall schwer verletzt, gefangen genommen und zu deren Pueblo am Rio Pecos verschleppt.
Als zarte Genesungshilfe wird ihm von Winnetou dessen liebliche Schwester zugeteilt, was seine Sympathie mit dem Verwundeten beweist. Aber Charley muss viel mehr beweisen, nämlich seine Unschuld, sonst würde er nach seiner vollständigen Gesundung mit Sam Hawkens und noch zwei Freunden am Marterpfahle enden. Durch Wagemut, Aufrichtigkeit, kühne List und ein großes Herz gewinnt Charley schließlich die Unschuldserkennung und mit ihr die offene Zuneigung der Apatschen.
Und dies ist hinter aller Spannung und dem großen Abenteuer das eigentliche Ansinnen des Schriftstellers Karl May: er will seine Unschuld beweisen und zeigen, dass er die Liebe der Menschen (hier in deren idealisierter Gestalt jener Häuptlingsfamilie) verdient. Schon vor dem ersten Treffen mit den Apatschen zeichnet sich dieser Hintergrund ab, wenn Charley noch mit Mr. Henry oder Sam Hawkens über das Recht und Unrecht diskutiert, andere Menschen und Völker zu bekämpfen und zu unterjochen oder gar auszurotten oder mit herzlicher Anteilnahme über Gott und den Umgang mit fehlerhaften Mitmenschen oder gar Verbrechern spricht. Auch mit Klekih-Petra, dem weißen Lehrer, unterredet Charley sich vor dessen Erschossenwerdung mehrere Stunden lang tief und innig über Recht und Liebe, Glück und Unglück in der Welt und vor Gott. Und als nach langem Kampfe endlich Charleys Unschuld von Winnetou erkannt wird, und nachmalig auch von Nscho-Tschi und Intschu-Tschuna, ist das Buch eigentlich am schönen Ende angelangt. Dennoch wird es fortgeführt, weil nun ein neues Verbrechen geschieht, dessen Täter ("Santer") verfolgt und erst im dritten Teil gestellt wird. Dieses Verbrechers Schuld als Mörder Nscho-Tschis und Intschu-Tschunas steht bei allen Beteiligten außer Zweifel, auch bei Charley alias dem bekennenden Christen Karl May. Die umfassende Unschuld im Sinne Christi wird also leider auch von ihm nicht erreicht, der sie als die Seine gern allen Menschen bewiesen hätte. Trotzdem ist dies Buch für mich eines der gelesensten und schönsten Bücher, die ich kenne.
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Populaerstes Karl-May-Werk überhaupt, 10. November 2002
Winnetou I ist meines Erachtens der wichtigste Band Karl Mays überhaupt. Er beschreibt die Entstehung der Freundschaft zwischen Winnetou und seinem weißen Freund Old Shatterhand. Der Erzähler, den widrige Verhaeltnisse aus Deutschland in die Vereinigten Staaten verschlagen hat, wird zunaechst Hauslehrer in St. Louis. Bald schließt er sich Westmännern unter Fuehrung des gutmütigen und integren Sam Hawkens an. Diese beschuetzen Weisse, die eine Eisenbahnlinie durch das Land der Apatschen vermessen sollen. Denen ist dies nicht recht und es kommt bald zu erbitterten Kämpfen zwischen den Weissen und den Apatschen, die May mit viel Sympathie beschreibt. Zwar verbuenden sich die Weissen zeitweise mit den Kiowas, die allerdings selber keine guten Absichten hegen und lediglich Raubzüge gegen die Apatschen planen. Die Weissen sollen dabei helfen und spaeter selber ausgeraubt werden. Doch die Apatschen besiegen nach wechselvollen Kaempfen sowohl die Weissen als auch die zunaechst mit ihnen verbuendeten Kiowas. Dabei wird allerdings der Lehrmeister der Apatschen, der weisse Deutsche Klekih-Petra von einem weissen Verbrecher erschossen. Letzlich kann der Ich-Erzaehler jedoch die Apatschen von seinen guten Absichten ueberzeugen. In den vorher geschilderten Ereignissen hatten die Kiowas zeitweise die beiden Apatschenhaeuptlinge gefangen genommen. Old Shatterhand - voller Sympathie für die Apatschen - verhalf Winnetou, dem Haeuptlingssohn und Titelfigur der Trilogie, zur Flucht. Als er dies spaeter, nachdem er von den Apatschen gefangen genommen worden ist, beweisen kann, werden er und seine weissen Gefaehrten freigelassen, nachdem Shatterhand zuvor noch durch eine List Winnetous Vater Intschu-tschuna, den Häuptling besiegt hat. Lediglich der Moerder Klekih-Petras muss sterben. Winnetou und Shatterhand werden nun Blutsbrueder. Old Shatterhand wird von Winnetou in allen Faehigkeiten des Wilden Westens unterwiesen. Um Shatterhand an die Apatschen dauerhaft zu binden, soll er mit Winnetous Schwester, Nscho-tschi, verlobt werden. Damit sie seinen Ansprüchen genuegt, soll sie in St. Louis eine Schule der Weißen besuchen. Auf dem Weg dorthin werden Winnetous Vater und Nscho-tschi jedoch von weissen Verbrechern ermordet. Der Haupttaeter Santer kann jedoch zu den Kiowas entkommen. Durch eine Unvorsichtigkeit geraet Sam Hawkens in die Hände dieser Indianer. Zwar kann er befreit werden, jedoch Santer entgeht der gerechten Strafe.
Wie G. G. Sehm in seinem bemerkenswerten Aufsatz: "Der Erwaehlte" zu recht festgestellt hat, ist die Winnetou-Trilogie, insbesondere Band I die Geschichte einer tiefen Maennerfreundschaft. Um diese zu entwickeln und Winnetou noch staerker an Shatterhand zu binden, muessen - erzaehltechnisch gesehen - Intschu-tschuna, der Vater, und Nscho-tschi, die Schwester, beiseite treten und daher sterben. Anderenfalls wuerde die Persoenlichkeit Winnetous in den spaeteren Baenden nicht derart zentral ausgebaut werden koennen. In den spaeteren Werken des Autors, insbesondere in "Old Surehand" und den im Wilden Westen spielenden Jugenderzaehlungen, werden Winnetou und Shatterhand zu den "Superhelden" des Westens.
Hier ist sicherlich viel Uebertreibung im Spiel. Im Gegensatz zu Cooper, Sealsfield und seinem deutschen Zeitgenossen Friedrich Gerstaecker hat May erst im hohen Alter, 1908, Amerika besucht und die gesamte Handlung erfunden.
Aber: spricht dies nicht für ihn? Ernst Bloch hat in einem bemerkenswerten Aufsatz May einen der "besten deutschen Erzaehler" genannt. Er schreibt unwahrscheinlich spannend. Wer als Kind nur an der Handlung interessiert war, kann sich als Erwachsener an den wunderbaren Landschaftsbeschreibungen erfreuen. Die Charaktere sind zugegebermaßen dualistisch - hier die Guten, dort die Boesen. Man sollte aber bedenken, dass May diesen Charakteren trotz allem Unverwechselbarkeit und Tiefe verleiht, man denke nur an die skurril-witzige Figur des Sam Hawkens. Der Karl-May-Experte und -biograph Helmut Schmiedt schreibt im hervorragenden Handbuch des Karl-May-Verlages aus dem Jahre 2001: "Winnetou I nimmt in Mays Gesamtwerk schon deshalb eine Schlüsselstellung ein, weil der Autor hier die maßgebliche Version vom Reifeprozess seiner wichtigsten Wildwest-Figur Old Shatterhand und von dessen Freundschaft mit Winnetou, der wohl populaersten Gestalt des Erzaehlers ueberhaupt, formuliert. Erst auf dieser Basis gewinnt Mays nordamerikanischer Schauplatz die unverwechselbaren Konturen einer mythischen Welt eigener Art...Einigkeit besteht heute am ehesten in der Ueberzeugung, das Winnetou I ein Schluesselwerk fuer das Verstaendnis nicht nur der Romane Mays, sondern der Abenteuerliteratur ueberhaupt ist." Diesen bahnbrechenden Worten Schmiedts kann ich nichts hinzufuegen. Unbedingt lesen !!!!
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesen obligatorisch!!!!!!!, 12. November 2002
Von Ein Kunde
Witzig, spannend und wunderbar geschrieben haben die Karl-May Bücher einen einzigen Nachteil: Die Geschichten sind nicht echt! Der wilde Westen, wie ihn Karl May beschreibt, ist toll... Aber seine Beschreibung entsprechen leider nicht ganz der Wahrheit. Das soll nicht heissen, dass die Winnetou-Bücher schlecht sind... Nein, im Gegenteil, sie gehören zu den besten Büchern, die ich je gelesen habe. Karl May war als Schriftsteller sicher ein Genie, denn wenn man seine Reiseerzählungen liest, hat man das Gefühl, dass er diese Abenteuer wirklich selber erlebt hat. Auch an Spannung fehlt es in seinen Büchern nie, und wenn man mal das eine Winnetou-Buch gelesen hat, kann man nicht anders, als auch alle anderen zu lesen.
Meiner Meinung nach ist Winntou I Karl May's bestes Buch. Da erfährt man, wie sich Winnetou und Old Shatterhand kennen lernen, Was sie am Anfang für Abenteuer erleben... Und es ist eben nur der Anfang. Denn in den anderen Winnetou-Bücher geht die Geschichte weiter, und auch in anderen Büchern, wie zum Beispiel "Der Ölprinz" oder "Der Schatz am Silbersee" sind Winnetou und sein Weisser Blutsbruder anzutreffen.
Mein Tipp: Lest Karl May's Reiseerzählungen umbedingt! Die Abenteuer Winnetous werden euch packen, ob ihr Indianerfans seid oder nicht!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Western-Klassiker schlechthin als HÖRBUCH!, 10. September 2004
Karl May
WINNETOU I
Hörbuch gelesen von Stefan Wigger
Karl-May-Verlag in Zusammenarbeit mit MDR Kultur
dramaturgische Textfassung von Carl-Heinz Dömken
7 MC mit rd. 660 Minuten Laufzeit
Winnetou I ist der erste Roman von insgesamt drei Bänden Karl Mays (geb. 1842 Hohenstein-Ernstthal, gest. 1912 Radebeul) über den großen Indianerhäuptling der Apachen (erschienen zwischen 1876 und 1893). Der Karl-May-Verlag präsentiert dazu eine gelungene Hörbuchversion. Sie erzählt die Geschichte der Freundschaft zwischen Old Shatterhand und Winnetou, dem so genannten "roten Gentleman" (entspricht dem Titel der Originalausgabe). In Shatterhand, dem Erzähler, kreierte May ein Wunschabbild seiner Selbst, das gegenüber der eigenen unterprivilegierten Lebensgeschichte alle Merkmale des echten Helden aufweist. Der Erzähler kommt als hoffnungsvoller Reisender nach Amerika, wo er als Techniker beim Eisenbahnbau in den Wilden Westen gerät. In Konflikten mit Banditen und Indianern erlangt er durch seine Fähigkeit, den Gegner mit der bloßen Faust entscheidend niederzuschlagen, den Ehrennamen Schmetterhand. Aufgrund seiner Großherzigkeit und Stärke im Kampf (auch mit dem Stamm der Apachen) entwickelt sich zwischen Shatterhand und dem jungen Häuptling Winnetou eine tiefe Freundschaft. In späteren Romanen mündet diese sogar in einem Bekenntnis Winnetous zum Christentum kurz vor dessen Tod. Wichtige Rollen spielen auch Winnetous Vater Intschu-tschuna, der Gelehrte Klekih-Petras und Winnetous Schwester Nscho-tschi sowie Witzbold Sam Hawkens. Gangster Santer sorgt für steten Unfrieden, Blut und Trauer unter Weißen und Indianern.
Mit der vertrauten und renommierten Stimme von Stefan Wigger in dieser -auf der dramaturgischen Textfassung Carl-Heinz Dömkens basierenden Lesung- vermag das Hörbuch zu überzeugen. Wigger verfügt über ein facettenreiches Repertoire an Stimmen und Interpretationen für auch noch die kleinste Nebenrolle. Die typische Atmosphäre und Aufbruchstimmung der Besiedelung des "Wilden Westens" stellt sich alsbald ein. Der Sprecher beherrscht Shatterhands männlich-markanten Charakter, wie gleichsam die witzelnde Ausdrucksweise eines Sam Hawkens. Der Wechsel erfolgt quasi auf Knopfdruck. Das Hörbuch vermittelt einen stark überspitzten Einblick in die Kultur und Gewohnheiten der Ureinwohner der Vereinigten Staaten. Tatsächlich entsteht hierbei die Illusion mehrere Sprecher seien an der Produktion beteiligt. Keine der Personen wirkt überzeichnet, sondern absolut pointiert dargestellt. Das Vokabular ist zeitgenössisch und reizt zum Schmunzeln. Die recht lange Erzählung bleibt stets fließend und die Strapazen des Kampfes ums Überleben ziehen den Hörer in einen bleigeladenen Bann. Insgesamt entstand eine spannende und frische Lesung für alle Altersgruppen, die man mit besonderem Genuss im winterlichen Ohrensessel erleben wird, auch fast 130 Jahre nach dem ersten Erscheinen.
Das Werk lebt von den sich ständig abwechselnden Kulissen und Kampfszenen mit enormer Spannungskraft. Mays Werk war nicht selten umstritten, denn neben der dramatischen Handlung und interessanten Abenteuern ergibt sich auch teilweise eine Atmosphäre sentimentalen Kitsches, so wie bspw. beim späteren Tode Winnetous. Vorwürfe sollten daraus nicht erwachsen, denn May hat erst im hohen Alter Amerika besucht und die gesamte Handlung daher frei erfunden. Berühmt wurden neben den Büchern auch die Verfilmungen ab 1962.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einstieg in die Karl Mays Wildwestromane, 12. Januar 2000
Von Ein Kunde
Betrachtet man die Geschichten Karl Mays, welche im Wilden Westen spielen, so ist diese chronologisch gesehen die erste von ihnen. In ihr schreibt der Autor noch in der Ich-Form, wie er vom Greenhorn zum berühmten Old Shatterhand wurde. Wie er zu seinem Henry Stutzen kam und wie aus dem Häuptling der Apachen Winnetou sein bester Freund wurde. Faszinierend sind die Landschafts- und Personenbeschreibungen Karl Mays, die er immer wieder sehr ausführlich zum besten gibt. Wenn man in die Karl May Romane einsteigen will, ist dies wegen oben genannter Gründe der sinnvollste Band. Vor allem Jugendliche begeistern sich schnell für die Abenteuer der guten Helden Karl Mays. Mir als ehemaligen Karl May-Fan hat diese Buch den Einstieg in eine faszinierende Welt gegeben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wohl die ursprüngliche Version, 20. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Winnetou: Band 1 (Kindle Edition)
Nachdem ich als Kind die grüne Kinderversion gelesen hatte, war ich überrascht, hier auch anderes zu lesen als das, an was ich mich erinnerte. 1976 hatte ich Gelegenheit, einmal in einem Originalwerk zu blättern, das damals in Radebeul ausgestellt worden war. Diese Fassung erinnert stärker an das Originals als an die Überarbeitung. Weckt Kindheitserinnerungen für Erwachsene - wenn man sich auf die Formulierungsweise einlässt.
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Winnetou: Band 1
Winnetou: Band 1 von Karl May
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