holidaypacklist Hier klicken BildBestseller Cloud Drive Photos TomTom-Flyout Learn More HI_BOSCH_COOP Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic NYNY

Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen92
4,1 von 5 Sternen
Format: Kindle Edition|Ändern
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 21. März 2005
"Der Schatz am Silbersee" gehört zu den sogenannten "Jugendromanen" Karl Mays. Damit sind die Bände 35-41 der Gesammelten Werke Mays gemeint, in denen jugendliche Protagonisten vorkommen und in denen der Held nicht in Ich-Form berichtet.
Zweifellos der spannendste und bis heute eindrucksvollste Roman aus dieser Reihe ist: "Der Schatz am Silbersee." Eine abenteuerliche Episode, beginnend mit einem spannend geschilderten Abenteuer mit einem aus seinem Käfig fliehenden Panther auf einem Steamer im Arkansas, folgt dem anderen. Die wichtigsten Westmänner aus Karl Mays Amerika-Romanen (u.a.Old Firehand, Old Shatterhand, Tante Droll, Hobble Frank, der lange Davy und der Dicke Jemmy) tauchen hier auf. Auffällig ist, das Old Shatterhand hier nicht die Hauptrolle spielt, wenn er auch in spannende Indianerkämpfe mit den Utahs verwickelt wird und sich - wie immer - durch List befreien muss. Er tritt hier deutlich hinter Old Firehand, den Träger der eigentlichen Handlung, zurück.
Auffällig ist in diesem frühen, bereits 1891 in Zeitschriften publizierten Roman die Häufung grausamer Szenen, die jedoch dadurch erklärbar sind, dass Karl May hier einen besonders "action-"reichen Roman liefern wollte. Wie zahlreiche seiner frühen Werke besitzt er jedoch - verglichen mit dem Spätwerk - unverminderte Spannung und lässt sich in einem Zug durchlesen. Dazu trägt auch der gewohnte Dualismus der Helden bei. Abgrundtiefe Schurken, die Tramps und die sehr negativ gezeichneten Utah-Indianer stehen den omnipotenten guten Helden gegenüber.
Das Buch enthält jedoch auch viel Humor und gehört meines Erachtens zu den besten Abenteuer-Romanen, die ich als Karl-May-Fan immer wieder gerne lese und dem aus meiner Sicht eher langweiligen und langatmigen Alterswerk in jedem Falle vorziehe. Hier wird man in spannende andere Welten "entführt" und wenn Hermann Hesse 1919 nach Lektüre der vorliegenden Erzählung - wie Erich Heinemann im hervorragenden Karl-May-Handbuch berichtet - davon Sprach, Karl May sei "der glänzenddste Vertreter eines Typs von Dichtung, der zu den ganz ursprünglichen gehört, und den man etwa "Dichtung als Wunscherfüllung" nennen könnte2, so trifft dies ebenso zu wie Ernst Blochs vielzitiertes Wort über Karl May als einem der "besten deutschen Erzähler." Dies wird an diesem Werk wieder deutlich. Sehr sehr spannend und bei weitem besser als der gleichnamige Film.
0Kommentar|28 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Januar 2014
Ich habe viele Hörbücher gehört. Von allen gehört dieses zu meinen Favoriten, welches ich dann auch trotz der Länge schon zum zweiten Mal gehört habe.

Wer nur den Film "Der Schatz im Silbersee" kennt, dem sei vielleicht noch mal gesagt, dass die(se) Buchvorlage unvergleichlich besser und reichhaltiger ist. Die Geschichte ist spannend und witzig.

Es handelt sich hier um ein Hörbuch und nicht um ein Hörspiel, allerdings sind die vielen Dialoge konsequent mit unterschiedlichen Stimmlagen und Dialekten gesprochen, sodass es wie ein Hörspiel wirkt.
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Oktober 2007
Die beliebte Europa-Version des Jugendbuchklassikers kann sich nicht nur auf namhafte Sprecher verlassen - wie den Karl-May-erprobten Benno Gellenbeck als Old Firehand (im gleichnamigen Film synchronisierte er einen Tramp, der - Fans erinnern sich - "dagegen" war), Michael Poelchau als Old Shatterhand und natürlich Konrad Halver als Winnetou. Eine umfangreiche und abwechslungsreiche Musik-Track-Kartei steht ihr außerdem zur Verfügung, und, nicht zuletzt: eine Nerven zerrende Geräuschkulisse, von welcher der Regisseur - ebenfalls Konrad Halver - ausgiebigen Gebrauch macht. Als Film-erfahrener Synchronsprecher legt er auch seine Hörspieldramaturgie wie die Synchronfassung eines Films an, der action- und temporeich fast wie im Zeitraffer von einem Höhepunkt zum anderen jagt - und dabei von allem von realistischen Geräuschen im Zusammenhang mit der markanten Erzählstimme eines Hans Paetsch getragen wird. Dabei folgt das Hörspiel zumindest dem Plot des Buchs ausgesprochen originalgetreu: Zahlreiche Szenen, die man in den Filmen vergeblich suchte - vom schwarzen Panther auf dem Raddampfer Dogfish bis hin zum großen Finale, dem Wassereinbruch im unterirdischen Gang - sind hier erstmals außerhalb der Bücher zu erleben.

Trotz seiner unbestrittenen Professionalität als künstlerischer Aufnahmeleiter, und nicht zuletzt auch seiner ausgesprochen sympathischen Erscheinung muss es jedoch gesagt werden: Konrad Halvers literarisches Feingefühl ist gleich Null. Zur Dokumentation hier nur eine meiner liebsten Stilblüten aus der Karl-May-Hörspiel-Literatur:

Old Shatterhand: ...aber wenn ihr euch ergebt, werde ich mein Zaubergewehr nischt sprechen lassen! - (Kurze Pause.) Sie reagieren überhaupt nicht. - Also bitte!!
Peng - Umph!
Peng - Urgh!
Peng - Argh! ...
Großer Wolf, genervt: Ja, ja! Wir ergeben uns!

Sehr sinnvoll auch folgender Erzählersatz:
Humply Bill: Zauber-Gewehr?
Erzähler: Der Humply Bill wurde von Tante Droll belehrt:
Tante Droll: Shatterhands berühmter Henry-Stutzen! ...
Teufel noch mal: seit 60 Minuten ertragen wir bereits die fürchterlich kreischende Fistelstimme, mit der Horst Beck seine Tante Droll gibt (an den feinen sächsischen Humor von Joseph Offenbachs Hobble Frank aus der Karussell-Version von 1964 darf man hier freilich nicht denken). Wir WISSEN, dass dies Tante Droll ist! Und mehr als offensichtlich ist, dass er seinen Gesprächspartner belehrt"... Das komplette Hörspiel enthält zahlreiche Erzählsätze, die noch hirnrissiger und überflüssiger sind als ein wackliges Schiffsdeck für eine Raubtierdressur.

Davon abgesehen aber ist Halvers Inszenierung vor allem dies: tempo- und actionreich. Konrad Halver betont das Sensationelle, Reißerische und oft genug: das Grausame der Vorlage. Eltern seien ausdrücklich gewarnt, die CD jungen Kindern ohne vormaliges Reinhorchen in die Hand zu drücken: Wer nämlich jemals das schreckliche Knirschen gehört hat, mit der Konrad Halver den Kopf des berühmten Tierbändigers Salvatore Venuti im Rachen des schwarzen Panthers zerkrachen lässt, oder das Zischen, mit dem das Lange Ohr seine Fackel dem Großen Wolf in beide Augen stößt, wird es so rasch nicht vergessen.

Auch das Grausame, Sensationslüsterne ist jedoch ein authentischer Teil von Karl May.
Tatsächlich fiel nämlich auch der berühmte Winnetou nicht als der Tugendbolzen und Mokassins tragender Jesus-Freak vom Himmel, zu welchem ihn vor allem Pierre Brice so nachhaltig verkitscht hat. Die frühen Geschichten (Winnetou II und III) präsentieren ihn als einen Charakter, dem Ehre und Wohl seines Stammes über alles geht. Einer, der, um sie durchzusetzen, nicht barmherziger sein darf als die Wildnis, in der er lebt, und der nicht zögert, einem wehrlosen Weißen in den Rücken zu schießen, wenn es die Situation erfordert. Erst in späteren Geschichten (Old Surehand, Winnetou I und IV) verklärte May seinen Häuptling zur ethisch-moralischen Idealgestalt.
Es ist ein Jammer, dass gerade der Karl-May-Verlag dazu beigetragen hat, Mays keineswegs einheitliches Winnetou-Bild zu "vereinheitlichen" - und damit letzten Endes zu verfälschen.
Halvers Version besitzt das unbestreitbare Verdienst, die verschütteten, sensationellen bis grausamen Züge von Charakter und Vorlage wieder ans Bewusstsein zu fördern.
So erleben wir in Halvers Silbersee, wie Winnetou einen gebrechlichen, wenn auch unhöflichen alten Utah-Häuptling geradezu beiläufig ins Jenseits befördert:
"Beim Aufprall wurde seine Hirnschale zertrümmert!" - "Tötet Winnetou!!" Ausgebrannte Augen, zertrümmerte Hirnschalen, abgeschnittene Ohren - alles dies ist hier zwar nicht zu sehen, aber doch in teils drastischer Weise zu hören.

Wer bereit ist, sich auf eine neue, in dieser Form noch von keinem Film abgebildete Karl-May-Welt entführen zu lassen, sollte den Versuch unbedingt wagen.
11 Kommentar|7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Februar 2016
Wenn ein neuer Held die Bühne, - Pardon, die Prairie betritt, wird erst einmal genau seine äußere Erscheinung beschrieben. Ist diese einigermaßen normal, kann man davon ausgehen, dass es sich um eine unwichtige Person oder einen Bösewicht handelt. Fällt die Beschreibung skurril aus, ist es in der Regel ein gestandener „Westmann“, der mit allen Wassern gewaschen ist… aber nur solange, bis Winnetou oder Old Shatterhand die Bühne betreten: Gegen diese beiden Lichtgestalten sieht sogar ein Old Surehand alt aus. Während der Geschichte werden Feinde meisterhaft beschlichen und belauscht oder gefangen genommen. Die Helden befreien sich selbst oder ihre Freunde mit List und Leichtigkeit aus scheinbar auswegloser Lage und stets aus den Fängen niederträchtiger roter oder weißer Schurken. Dann reiten sie wieder durch die Prairie oder durchs Gebirge, finden Schätze, werden wieder gefangen oder befreien erneut Gefangene… so in etwa laufen alle Karl May Geschichten ab. Die Guten entpuppen sich dann gewöhnlich als Deutsche, die besonders Guten sogar als Sachsen. Das mag dem damaligen Zeitgeist entsprechen, wirkt aus heutiger Sicht jedoch etwas befremdlich. Andererseits verurteilt der Autor immer wieder die Verdrängung der Indianer durch die weißen Eindringlinge - für die damalige Zeit eine erstaunlich humanistische Einstellung… oder ist es der Mythos vom „edlen Wilden“?
Wie auch immer: Wer Karl May liest, weiß in etwa worauf er sich einlässt. Kauzige Typen, edle Helden, fiese Schurken, spannende Abenteuer mit Happy End, das alles in etwas angestaubter Sprache… und das Ganze für lau, da wollen wir mal nicht meckern.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. April 2007
Dies war das erste Karl-May-Hörspiel von Europa. Wer Hörspiele gern hat, wird dieses lieben. Einzigartig die Sprecherriege. Konrad Halver als Winnetou, Michael Poelchau als Shatterhand, Peter Folken als Brinkley und Gellenbeck als Firehand. Diese Besetzung schrieb Hörspielgeschichte. Als Kind habe ich die verschlungen und auch dadurch meine Liebe zu den Büchern entdeckt. Etwas grußelig die Stelle wenn der Kopf des Dompteurs von Panther zerdrückt wird. Es ist auch erstaulich mit welch simplen Mitteln diese Hörspiele produziert wurden, z. B. um mehr Hall zu erzeugen wurden Teile in einem Bad aufgenommen. Die Qualität entspricht nicht mehr ganz dem heutigen Standard, kann aber auch nicht sein. Die Bänder lagerten jahrelang bei Heidekine Körting im Archiv und dadurch verbesserte sich die Qualität mit Sicherheit nicht. Positiv, daß die länger LP-Fassung auf CD gepreßt wurde und nicht die kürzere Cassettenversion. Es wurde nichts geschnitten, nichts hinzugefügt. Endlich merkt Europa, daß wir die ungeschnittenen, originalen Fassungen haben wollen. Dennoch "nur" 4 Punkte, weil Winnetou 1 + 2 mir noch besser gefallen. Einfach nur zu empfehlen. Ich hab die Hoffnung, daß irgendwann die PEG-Reihe auch wieder erscheint, ich fände es toll. Gottseidank habe ich von der kompletten Karl-May Reihe sämtliche Europa- und PEG-Vinylschallplatten.
11 Kommentar|12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Juli 2005
Es ist schon interessant, wieviel (Erzählung) man bei Karl May geboten bekommt.
"Der Schatz im Silbersee" strotzt nur so von Handlungssträngen und ist- zugegebenermaßen- nicht immer wirklich geschlossen. Was reizt, ist vor allem die Sprache dieses "Viel-Schreibers". In einem immer sofort ersichtlichen- heute leicht poetischwirkenden Stil- erfährt man hier die Einführung solch orgineller Charakter, wie des Humpley-Bill, der Tante Droll, des Hobble-Frank u.a.
Es ist schon "Stil" zu nennen, wie May seine Charaktere in Szene setzt. Manch einer mag sich nicht wirklich im Klaren darüber sein, welche Auswirkungen dieser Schriftsteller auf die heutige moderne deutsche Unterhaltungsliteratur hatte. Abgesehen von der bewunderswerten Komposition der Werke, verbindet May z. B. sehr viel mit der "Perry Rhodan Serie". Gerade Figuren wie Atlan (Winnetou), Perry Rhodan (Old Shatterhand) oder Hobble Frank (Dalaimoc Rorvic) und Tante Droll (Thatcher A'Hainu) lassen da mehr als nur geistliche Verwandschaft erkennen!
Selbst jetzt, über 100 Jahre nach ihrem Erscheinen, lassen die Werke Karl Mays durchaus eine Fähigkeit zur Unterhaltung erkennen, die manch modernem Einheitsbrei völlig abgeht.
Wer sich auf die Sache einlässt, wird von May- auch heute noch- sehr gut bedient. Bemerkenswert ist besonders, dass die Atmosphäre seiner Bücher auch heute noch genauso dicht wirkt, wie damals!
Gerade "Der Schatz im Silbersee" ist eine wundervolle Einstiegslektüre für Newcomer zu einem Werk, welches bis heute den Hauptteil seiner Faszination behalten hat.
Bemerkenswert !
11 Kommentar|15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. September 2012
Heutzutage ist es ein ungeprüfter und nicht zutreffender Gemeinplatz, dass alle Karl-May-Bücher zu der Jugendliteratur zu zählen seien, aber das stimmt nicht mit des Autoren eigener Einschätzung überein. Er seiner Zeit schrieb lediglich sieben Bücher für die Jugend, nämlich die Bände 35 - 41 der gesammelten Werke. Dieser zweite der Sieben enthält eine solche Vielzahl der spannendsten Abenteuer, dass der Leser kaum zur Besinnung kommt.
Angefangen mit einem schwarzen Panther, der auf einem Flussdampfer auf dem Arkansas aus seinem Käfig ausbricht und beinahe die süße Ellen gerissen hätte, wenn nicht der mitreisende junge Indianer "Kleiner Bär" heldenmutig eingegriffen und die Großkatze erlegt hätte. Ebenfalls an Board sind ein Haufen übelster Landstreicher, die dort "Tramps" genannt werden, angeführt vom "roten Cornel", der ein gesuchter mehrfacher Meuchelmörder ist. Er besitzt eine Zeichnung des Silbersees in den Bergen Utahs und ist auf dem Wege dorthin, um den Schatz zu bergen, der in ihm schlummert. Unterwegs versucht er mit seinen Tramps, eine Farm zu überfallen, was jedoch von Old Firehand abgewehrt wird, oder eine ganze Eisenbahn auszurauben, was wiederum von den Helden verunmöglicht wird. Am Ende sehen der Kleine Bär und Ellen einander am Silbersee glücklich wieder...
Old Shatterhand, Winnetou, Old Firehand, der lange Davy und der dicke Jemmy, Hobble-Frank, Tante Droll und der stets in Reimen sprechende Gunstick-Uncle geben sich in diesem atemlosen Abenteuerroman ein Stell-dich-ein; für den jugendlichen Leser ein echtes Vergenügen!
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Juli 2005
Diese Rezension bezieht sich ausschließlich auf die Lesefassung von Gert Westphal.
Wer kennt ihn nicht, den Schatz im Silbersee, entweder aus seinen Jugendtagen als man das Buch andächtig von einem Onkel zum Geburtstag geschenkt bekam, oder aus dem schönen Film mit Pierre Priece und Lex Parker. Ich bin nicht der ultimative und kritiklose Karl-May-Fan, obwohl ich viele seiner Erzählungen gelesen habe und auch ein klein wenig stolz auf meine fast 70 "Grünen" bin. Irgendwo lief mir dann diese Lesung von Gert Westphal über den Weg. Auf 16 CDs kommt sie daher, in einer ansehnlichen Box. Ich dachte so bei mir, es wäre doch interessant zu hören, wie er das so macht. Und ich bin sehr positiv überrascht worden! Gert Westphal versteht es die Charaktere schön herauszuarbeiten ohne dabei zu übertreiben. Seine Stimme paßt sehr gut für das Grene, na ja, sagen wir mal "Western". Einzig wenn er Indianer zu Wort kommen läßt, dann hört es sich zuweilen etwas komisch an. Der "Silbersee" ist ein relativ altes Buch, was man am Stil natürlich merkt, trotzdem hatte ich bei Lesung nicht das Gefühl das es mich stört. Es hat auch einen gewissen Charme, den Charme längst vergangener Tage.
Und wenn noch ein wenig von Böttchers Musik dabei wäre - ach es wäre perfekt!
Fazit: Für Karl-May-Fan sicherlich eine Bereicherung. Für die junggeblieben, für Leute die den "Silbersee" nur aus dem Film kennen und viel Zeit haben eine unbedingte Kaufempfehlung!
22 Kommentare|10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Mai 2003
Diese Reiseerzählung von Karl May verführt den Leser gekonnt in den "wilden Westen". Zu Indianern, Bösewichten, Marterpfählen und Wettkämpfen auf Leben und Tod. Ein warer Leckerbissen also für alle Jugendlichen(und vielleicht auch Erwachsenen), die von jener Zeit fasziniert sind.
Unvergesslich bleiben alle grossartigen Helden der Geschichte. Sie werden mit viel Humor und Lebendigkeit beschrieben, so dass der Leser sich schon nach kurzer Zeit nicht mehr von ihnen trennen kann.(Einige von ihnen: Winnetou, Old Shatterhand, Old Firehand, Tante Droll, Hobble-Frank)
Der Roman bietet wirklich alles, was man sich an Spannung, Abenteuer, Humor und Lebendigkeit erhoffen kann. Man sollte sich aber zumindest ein bisschen für Indianer und den "wilden Westen interessieren, denn sonst ist man hier fehl am Platz.
0Kommentar|7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Oktober 2015
Als fünffacher Bubenvater kam der Moment, als ich meinem lesehungrigen Nachwuchs das erste Buch von Karl May besorgte. Schon als Kind bin ich mit diesem Jugendwerk Mays eingestiegen. Ich halte es für eines der spannendsten. In der Zwischenzeit bin ich noch immer so lesefreudig wie als Kind, betrachte solche Werke jedoch noch durch eine andere Brille. Ich spüre gerne dem weltanschaulichen Rahmen eines belletristischen Werkes nach. Als systematischer Theologe tue ich das auf dem Hintergrund christlicher Weltanschauung. Diese setzt sich mit Grundfragen auseinander wie: Worin besteht das - oft unausgesprochene - Ideal? Welche Störung verunmöglicht, hemmt und dämpft dieses Ideal? Welche Lösung zur Beseitigung der Störung wird empfohlen? Wie sieht der angestrebte Schlusszustand aus?

Ich skzziere beispielhaft den Spannungsbogen bzw. Ablauf eines Erzählstrangs aus "Der Schatz im Silbersee" (S. 214-306): Die Rettung der Eisenbahnerstadt Sheridan vor dem Zugriff von 200 Tramper, die eine halbe Million Dollars rauben wollten und dabei vor Plünderung, Brandschatzung und Mord nicht zurückschreckten.

1. Start: Beschreibung von einem Zusammentreffen von zwei Personen

Zu Beginn wird die Kulisse aufgebaut, indem das Zusammentreffen eines Schreibers und eines Arztschwindlers in einer Steppenlandschaft beschrieben wird. Der eine ist Gauner, der andere ein "grundehrlicher" Mann. Der Betrüger deckt dem naiven Mann seine unlauteren Geschäftspraktiken auf: Wecken des Bedürfnisses (Gesundheit), Blenden durch eine Scheinlösung, schnelle Flucht, dann Wiederholung des Vorgangs an einem anderen Ort. Der Arztschwindler rechtfertigt sein Tun mit dem Gutglauben der Betrogenen.

2. Steigerung: Der kleine Gauner trifft auf einen grossen Gauner: Der Arztschwindler wird durch einen grösseren Ganoven (den roten Cornel, einer Hauptfigur der "bösen Seite") entlarvt und seiner sämtlichen Einkünfte beraubt.

3. Fahrt in die falsche Richtung: Das Böse scheint temporär die Oberhand zu gewinnen: Der grundehrliche Schreiber wird ermordet, weil er einen Empfehlungsbrief auf sich trug, der den Mördern dienlich war.

4. Zwischenzeitliche Entspannung: Der weise und uneigennützige Häuptling Winnetou verbindet die Wunde des Arztschwindlers, nimmt seine Ausführungen ernst; gleichzeitig lässt er ihn in seiner Verantwortung und weist ihn auf sein Unrecht hin. Der Gott des Bleichgesichtes würde einmal darüber Richter sein.

5. Entwicklung und Ausführung des Rettungsplans: Mit Ausdauer und Hartnäckigkeit werden Informationen zusammengetragen, Rat gehalten und alle Vorkehrungen getroffen. Die Spannung steigt, es sind Wartezeiten in Kauf zu nehmen. Es geht darum, Verluste an Leib und Leben zu minimieren. Die Hauptpersonen setzen sich mit Hingabe ein und setzen ihr Leben aufs Spiel.

6. Heldenmut der Hauptperson im entscheidenden Augenblick: Old Firehand lässt die Tramper nicht in der Falle stecken, sondern geht in die Gefahr hinein. Sein Mut lähmte die Gegner.

7. Die zwischenzeitliche Rettung: Gleich nach dem Sieg droht das nächste Unheil. Das aktuelle Unglück ist verhindert, die Gauner sind gefangen. Der Meistgesuchte entkommt. Das Ringen geht weiter. Erneut baut sich eine Kulisse auf: Einige Personen tauchen auf der Bildfläche auf.

Fazit

Anhand dieser Dramaturgie lässt sich in der Familie hervorragend über Tugenden wie Mut, Tapferkeit, Uneigennützigkeit oder Feindesliebe sprechen. Karl May hatte erwiesenermassen einen christlichen Hintergrund. Wie weit dieser ging, ist nicht ganz eindeutig. Im Falle der christlichen Botschaft liegt die Kraft zur Rettung nicht im Selbstvertrauen eines Menschen, sondern wird durch den Todesmut und das Opfer des menschgewordenen Gottessohnes bewerkstelligt.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Gesponserte Links

  (Was ist das?)