Fashion Sale Hier klicken 1503935485 Cloud Drive Photos Learn More sommer2016 roesle Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen96
4,2 von 5 Sternen
Format: Blu-ray|Ändern
Preis:7,97 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 30. März 2013
Die Filme von Ken Loach sind eigentlich immer sehr ähnlich aufgebaut. Thematisch geht es sehr oft um die Darstellung des modernen Proletariats in großstädtischen Ballungsräumen, von ihren Ängsten, Problemen und dem ausweglos anmutenden Wunsch, aus ihrer sozialen Tristesse auszubrechen. Was soll man auch anderes erwarten. Ken Loach ist der vermutlich einzige verbliebene bekennende Trotzkist des britischen Filmgeschäfts, ein steinzeitliches Relikt aus den politischen Wirren der sagenumwobenen Zeit vor Margaret Thatchers "Big Bang". Nun mag man von Loachs politischer Einstellung halten was man will. Seine Filme sind unabhängig davon immer wieder sehenswert und vereinzelt findet sich auch ein echtes Juwel, wie dieser Film hier. Angesiedelt im rauen Glasgow und den wunderschönen schottischen Highlands, schlägt der Film zunähst die von Loach bekannten Pfade ein. Die Hauptdarsteller sind allesamt abgewrackte Kleinkriminelle, die zu Sozialstunden verurteilt wurden und die schon gar nicht mehr in der Lage sind, die miserablen sozialen Umstände ihres Lebens wahrzunehmen. Doch einer ist anders. Der junge Robbie, der soeben Vater eines Sohnes geworden ist, erkennt als einziger, dass er in diesem sozialen Milieu nichts erreichen kann und seinem Sohn damit vermutlich die Zukunft versauen wird. Der nette Sozialarbeiter Harry bringt etwas Struktur in sein Leben und führt ihn auf einen Pfad, den er selbst so niemals beschritten hätte. Ausgezeichnet mit einem guten Gespür für erstklassige Single-Malts, macht sich Robbie zusammen mit seiner Truppe auf den Weg in die Highlands zu einem speaktakulären Gaunercoup.

Wie von Loach zu erwarten, ist auch dieser Film zumindest in der ersten Hälfte im Grundansatz eine bitterböse Sozialkritik. Loachs Paradigma besteht darin, dass der Mensch an sich gut ist und es ihm nur die Lebensumstände besonders schwer machen. Es geht also im Kern um den Kampf des "kleinen Mannes" aus seinen verkorksten Umständen herauszukommen. Und dabei darf er auch die ein oder andere kleine Gaunerei einsetzen, vorausgesetzt, sie geht auf Kosten der in Übertreibung und Überfluss lebenden Bourgeoisie, die ohne Weiteres bereit ist, 1 Mio Pfund für ein Fass uralten Single-Malt auszugeben. Wenn also Robbie davon nur "ein kleines Schlückchen" abhaben wil, so macht uns dieser Film Glauben, ist das nur ein fairer Ausgleich, eine Form der sozialen Umverteilung in einer Welt, die nach oben wie nach unten heillos aus den Fugen geraten ist.

Angel's Share ist vielleicht der gelungenste, der rundeste Film von Ken Loach nach "Sweet Sixteen" und "Looking for Eric", denn er klagt nicht nur an, sondern führt dem Zuschauer auch auf liebenswerte Art und Weise eine Lösung der sozialen Problematik vor Augen, die zwar gewiss nicht alltagstauglich ist, die Härte der sozialen Anklage aus anderen Loach-Filmen jedoch auf allgemeinverträgliches Maß abmildert. Der Ausbruch des Helden aus seinen tristen und verwahrlosten sozialen Umständen wird hier besonders schön durch den Übergang der Handlung aus dem großstädtischen Glasgow in die wunderschöne Natur der schottischen Highlands umgesetzt. Der Film ist damit nicht nur etwas für's soziale Gewissen sondern auch für die Augen und insbesondere ein Highlight für jeden Schottland- und Whisky Fan.
11 Kommentar|29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 28. Dezember 2013
Bei "Angels's Share" handelt es sich - wie andere Rezensenten bereits schrieben - auch meiner Meinung nach weniger um eine Komödie als um ein Sozialdrama oder eine Sozialstudie. Der Film bildet ein mögliches tägliches Leben vorbestrafter, arbeits- und weitgehend hoffnungsloser junger Erwachsener irgendwo auf der Welt ab. Es sind einige witzige Szenen enthalten, aber dies reicht uns nicht, um den Titel "Whisky-Komödie" zu erhalten, zumal einige Szenen in der ersten halben Stunde sehr gewaltsam sind. Die lustigsten Szenen sind - wie so oft - fast alle im Trailer zu finden.

Was "Angels's Share" stellenweise einen märchencharakter verschafft ist z.B., dass jemand, der absolut pleite ist, zum allerbesten Whisky-Kenner wird, der alle Sorten bestens voneinander unterscheiden kann. Ist ja nicht so, dass man Whisky nachgeschmissen bekommt ... Von Schottland sieht man nicht wirklich etwas, was aber möglicherweise auch nicht die Absicht des Regisseurs war. Die Hauptdarsteller spielen gut, allerdings wird von ihnen auch keine große Leistung abverlangt. Interessant fände ich, das dazugehörige Buch zu lesen, um zu schauen, was die Absicht des Autors war - sollte es überhaupt eine Komödie werden?

So oder so: Slàinte!
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 13. Dezember 2012
... all das ist der Film "Angels' Share", der relativ deutlich in zwei Teile zerfällt. Im ersten Teil lernen wir Robbie kennen, wie er - wie mehrere andere auch - wegen eines Vergehens zur Ableistung von gemeinnütziger Arbiet verurteilt wird. Ganz nebenbei erfährt der Zuschauer, dass Robbie, obwohl noch sehr jung, bereits vorbestraft und mehrfach bei Polizei und Justiz auffällig geworden ist. Aber nun ist er auf dem Weg, Vater zu werden und daher gibt der Richter ihm noch einmal eine Chance zum Neuanfang. Auch der Sozialarbeiter Harry will ihm diese Chance geben und unterstützt ihn, als der gerade frisch gebackene junge Vater von seinem Schwiegervater nicht ins Krankenzimmer seiner Freundin gelassen wird, um seinen gerade geborenen Sohn zu sehen. Robbie wird stattdessen verprügelt, findet aber in Harry einen väterlichen Freund, der mit mehreren der noch jugendlichen Straftäter einen Ausflug in eine schottische Whiskey-Destillerie unternimmt. Hier entdeckt er, dass Robbie ein ausgesprochenes Talent als Whiskey-Tester hat. Damit ist der Grundstein für den zweiten Teil gelegt: Ungefähr ab der Hälfte des Films macht sich das neu zusammengefundene Quartett aus drei Jungs und einem Mädel (siehe Cover) auf, um einen Coup auszuführen, der nicht nur mit Whiskey zu tun hat, sondern auch allen Beteiligten genug Startkapital für einen neuen Anfang im Leben bescheren soll. Insbesondere in diesem zweiten Teil wird der Film zur Gaunerkomödie mit stark märchenhaftem Einschlag.

Der inzwischen 76jährige Ken Loach hat schon eine reiche Filmografie, in der es mehrfach ausgezeichnete Filme gab: Der europäische Filmpreis für Riff-Raff. Zweitausendeins Edition Film 214 und Land & Freedom, der Darstellerpreis in Berlin (silberner Bär) für Ladybird Ladybird - Arthaus Collection British Cinema, der Darstellerpreis in Cannes für My Name is Joe oder auch die goldene Palme in Cannes für The Wind That Shakes the Barley. Auch "Angels' Share" hat etwas gewonnen: den Preis der Jury in Cannes. Viele dieser Filme sind auch von trockenem englischem Humor durchsetzt und alle handeln von kleinen Leuten, die gegen Armut und Unterdrückung ankämpfen und sich dafür abstrampeln, dass es irgendwann mal besser wird. Oft wird es aber nicht besser und in seinen frühen Filmen verweigert sich Loach jeder Art von Sozialromantik (z.B. Kes). Romantisch oder kitschig ist das Milieu auch in "Angels' Share" nicht gezeichnet, aber der Blick des kritischen Altmeisters wird milder und er gönnt seinen Figuren auch einmal eine hoffnungsvolle Zukunft, ohne dass gleich alles anders wird.

"Angels' Share" wird manchen eingefleischten Loach-Fan etwas ratlos zurücklassen, da er zwar wie ein typischer Loach beginnt, irgendwann aber einen anderen Tonfall anschlägt und auch irgendwie anders endet. Ein guter Film ist es aber allemal geworden, der seine Geschichte mit viel Sympathie für das Milieu und die Figuren erzählt und in Zeiten der Ocean's Trilogie [3 DVDs] beweist, dass gute und humorvolle Geschichten an jeder Straßenecke lauern und nicht nur in der Glitzerwelt von Casinos und Luxusappartments.
Freunde des englischen Humors, gut gezeichneter Typen und einem (immerhin kleinen) Hang zum sozialkritischen Drama kommen hier auf ihre Kosten. Gute Unterhaltung!
0Kommentar|11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 7. Oktober 2013
Robbie (Paul Brannigan) und ein paar andere Jugendliche / junge Erwachsene aus der Glasgower "Unterschicht" haben eine letzte Chance, durch gemeinnützige Arbeit dem Knast zu entgehen. Am Anfang ist der Film nicht nur sozialkritisch korrekt, sondern erschreckend aktuell, wenn er das videoüberwachte Großbritannien anprangert und die Staatsmacht ausschließlich unsichtbar bleibt oder durch eine Lautsprecherstimme manifest wird, deren Sprecher beobachten kann, wie ein Betrunkener auf die Bahngleise plumpst. Nach und nach nimmt die Staatsmacht Gestalt an, ist durchaus vermittelnd - und des "Altlinken" Ken Loachs Film dennoch ganz auf der Seite seiner (wie sich sich selbst nennen) "Asis", ohne sie zu verklären. Für eine Komödie (es ist eher ein Sozialdrama mit komödiantischen Einschüben) gibt es recht rauhe Szenen; Robbie neigt bei Provokationen zu Gewalt; diese sowie die Gegengewalt ist nicht schön anzusehen. Durch seine Partner- und Vaterschaft und einen engagierten Betreuer hat er jedoch eine echte Chance. Und - da ist Loach dann erstaunlicherweise doch Vertreter des Leistungsgesellschaftsdenkens, nach dem jeder eine individuelle Fähigkeit hat, die es nur zu nutzen gilt - ihm wird eine neue Begabung offenbar. Das Schmecken (nicht im Sinne von Saufen, sondern von Erkennen) von erlesenen Whiskysorten. Da in alten Fässern immer 2 % des Alkohols verdampften - der titelgebende Engelsanteil - könne es doch nicht schlimm sein, wenn Robbie und seine Kumpels etwa 2 % von einem extrem wertvollen Fass klauten und gewinnbringend verhökerten. Das Sozialdrama wird zum Heist Movie. Auch wenn sich am Ende alles vielleicht etwas zu einfach lösen lässt und ein paar der Witze in den pubertär-ordinären Bereich gehen, hat der Film Herz und ein aufrichtiges Interesse für die "kleinen Leute". Auffällig ist, dass Loach an allen Ecken und Ende darstellt, wie Menschen Gegensätze überwinden müssen und/oder das Gegenteil von dem sind, was sie zu sein scheinen. Die scheinbar größte Dumpfbacke des Trupps ("Wie sollen wir die Beute verhökern? Das ist, als wenn wir die Mona Lisa im Keller hätten." "WEN???") hat am Ende am besten die Gesetze des Marktes verstanden (und Loach, der Linke, macht sie sich zu eigen, wenn die Outcasts auf einmal genau wie Kapitalisten handeln). Robbie mit seiner schmächtigen Statur kann extrem gewalttätig, aber auch liebevoll zu seinem Baby sein. Die Arbeitslosen müssen sich in Kreise der feinen Whiskykenner einschleichen und so tun, als gehörten sie zum Establishment. Robbie, dessen Straftaten bisher auf seinem unkontrollierten Wesen beruhten, wird nun eine Straftat begehen, bei er genau das Gegenteil gefordert ist: keine Gewalt, ein kühler Kopf, ein ausgeklügelter Plan und ein Vorgehen, das nicht auf Konfrontation setzt, sondern darauf, dass der Raub unbemerkt bleibt. Schließlich: Das Establishment wird sich am Ende auch nicht als besser denn die Diebe erweisen.

Letztlich: Das Happy End ist zu erahnen, vielleicht ist als geschickte Vorwegnahme gemeint, dass Robbies Gewalttat als Rückblende gezeigt wird, die Gegengewalt aber auch in der Gegenwart stattfindet (bzw. Robbie einmal in der Gegenwart nah dran ist, mit einem Messer zuzustechen, sich aber noch beherrschen kann). Der Mann ist kein Engel, aber es deutet sich an, dass er den Absprung geschafft hat, auch wenn wir immer wieder bangen, ob er das durchhalten kann. Er hat sich letztlich den Anteil am Himmlischen verdient. Ein nicht ganz perfekter, aber grundsympathischer Film.

Zur DVD haben andere alles Nötige geschrieben.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. März 2013
Harte Worte von Leonie(Siobhan Rilley) an Robbie(Paul Brannigan)den Vater ihres Kindes. Aber anscheinend kann nur diese Konsequenz helfen, Robbie auf den rechten Weg zu bringen. Der Junge aus dem Arbeiterviertel Glasgows ist komplett auf die schiefe Bahn geraten. Ein Schläger und verurteilter Straftäter. Wäre Leonie nicht schwanger, Robbie würde hinter Gittern landen. Und ganz ehrlich: Dahin gehört er auch. Aber so bekommt er eine letzte Chance. 300 Arbeitsstunden unter Führung des Sozialarbeiters Harry(John Henshaw). Der ist wie ein Vater für den Jungen und tatsächlich scheint Robbie die Kurve zu kriegen. Aber die Vergangenheit verschwindet nicht so einfach. Robbies erbittertster Feind seit der Schuzlzeit hat ihn noch immer auf dem Kieker. So bleibt sein Leben eine einzige Flucht vor den Feinden und dem Knast. Als Harry seine "Arbeitsstunden-Schäfchen" mit in eine Whiksy-Destillerie nimmt, entdeckt Robbie seine gute Nase und sein Interesse für das braune Gold Schottlands. Der Whisky lässt ihn nicht mehr los. Als er von der spektakulärsten Whisky Versteigerung Schottlands erfährt, muss er dort hin. Der legendäre Mill Malt soll für einen Höchstpreis versteigert werden. Zusammen mit seinen Bewährungs-Knackis Mo(Jasmin Riggins), Albert(Gary Maitland) und Rhino(William Ruane) macht sich Robbie auf den Weg zur Balblaire Destillerie. Dort wollen sie das teuerste Whiskyfass der Welt klauen. Das erweist sich aber als gar nicht mal so einfach...

Ken Loach hat seinen -Angels Share- konsequent schottisch in Szene gesetzt. Wer Filme wie -The Commmitments- mag, der kennt das Flair der Insel und seiner Menschen. Das hat Loach perfekt eingefangen. Das Drehbuch zur Story des Losers, der die Chance seines Lebens erhält, ist geradlinig und clever aufgebaut. Die Charaktere stimmen perfekt. Egal, ob das die diebische Elster Mo, oder der naive Albert("...die Mona was?" einfach nur gut!) sind. Da passt einfach alles. Wer neben britischen Lebensverhältnissen dann auch noch Whisky mag, der kommt bei -Angels Share- voll und ganz auf seine Kosten. Loach schafft es, die geheimnisvolle Anziehungskraft eines Single Malt extrem gut rüberzubringen.

Ein Stück frisches, unberbrauchtes, britisches Kino; das ist -Angels Share- für mich gewesen. Dabei war es vor allem das stimmige Gesamtpaket, das mich überzeugt hat. Loach wartet mit einem wunderbaren Ende des Films auf. Als der Abspann über den Bildschirm zog, schenkte ich mir ein Glas Macallan ein und dachte: "Ja, das war wirklich schön."
11 Kommentar|7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Wer hier eine waschechte Komödie erwartet, sich auf knappe 100 Minuten
Zwerchfellmassage einstellt, als Zugabe die Landschaft Schottlands, eingefangen
in atemberaubenden Bildern erwartet, wird rasche Ernüchterung erfahren.

Das Drehbuch hält vielmehr ein sehenswertes Sozialdrama bereit, welches dort kraftvoll
wirkt, wo flache Komödie und oberflächlich geratener Einbau des Themas Whisky hinter den
Problemen der Hauptfigur zurückbleiben.

Für Robbie ist es sprichwörtlich 5 vor 12 - sein Vorstrafenregister
spiegelt den verkorksten Lebenslauf. Ein wohlwollender Richter verdonnert
den jungen Schotten zu gemeinnütziger Arbeit - somit bietet sich Robbie DIE Chance,
an der Seite seiner schwangeren Freundin vielleicht doch noch die Kurve zu bekommen.

Ob Robbie den sich bietenden Versuchungen seines Alltages widerstehen kann und er es
grundsätzlich schafft, Ärger aus dem Weg zu gehen, wird sich zeigen - hier
hofft man gerne mit der Hauptfigur und entwickelt schnell Sympathie für den
"Bad Boy" mit den abstehenden Ohren.

Robbie findet über seinen überaus engagierten Sozialarbeiter Harry
Interesse an Whisky - er widmet sich diesem Thema, entdeckt dabei eine
bislang unbekannte Welt - beschäftigt sich mit Produktion, Lagerung,
Geschichte und Eigenheiten unterschiedlicher Sorten, den erhofften Tiefgang
zum Thema Whisky bleibt der Film hier jedoch schuldig - man kratzt
lediglich an der Oberfläche, baut das Thema irgendwie in den Film ein -
schwenkt mit bekannten Marken vor der Kamera, die "Whisky-Szenen" des Trailers geben
tatsächlich einen Großteil der Szenen wider, welche sich dem edlen Getränk widmen.

Den Zuschauern werden (flüchtig) Brennereien, wie z.B. BALBLAIR und DEANSTON zu erkennen
gegeben, der Ausschnitt eines Whisky-Tasting, die Kurzversion einer Brennereiführung (gedreht bei Deanston), die nächtliche Szenerie in der Lagerhalle voller Holzfässer - fertig ist die "Whiskystimmung"?

Die schottische Landschaft kommt für meinen Geschmack ebenfalls viel zu kurz - wo sind die Glens, Bens und Lochs abgeblieben? Fünf Minuten Landschaft, von der es dort doch wahrlich genug gibt, unterlegt mit der passenden Musik, hätte den Film definitiv aufgewertet.

Sozialdrama und entdecktes Interesse an Whisky, wird letztlich holprig mit der flachen
Diebstahlgeschichte verknüpft - Robbie und dessen "Leidensgenossen"
brechen in die schottischen Highlands auf, um einen seltenen Whisky vor
dessen Versteigerung abzuzweigen, der letzte Coup ist erdacht, danach
soll das geregelte Leben beginnen....

Bei den "Extras" der DVD finden sich übrigens zusätzliche und erweiterte Szenen, deren Verwendung dem Film sicherlich nicht geschadet hätten.

Fazit:
3 Sterne für einen Film, dessen witzigste Szenen sich bereits im Trailer finden, welcher
mich letztlich nur bei der Stange gehalten hat, weil ich wissen wollte, ob die Hauptfigur die Kurve bekommt.
11 Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. November 2014
Also zu allerserst: Dieser Film ist eine echte Perle! Nur, wer eine Slapstickkomödie erwartet, wird sicherlich enttäuscht werden. Dieser Film ist sozialkritisch und geht in den Gewaltszenen schon mal an die Nieren (jedenfalls bei so nem Softie wie mir...). ich habe noch nicht viele Kritiken geschrieben. Die muss sich ein Film bei mir echt verdienen. Dieser Film hat es verdient und er hat es verdient, angesehen zu werden. Aber, noch einmal: Wer dem Film das Attribut "Whisky-Komödie des Jahres" gegeben hat, hat den Film wohl nicht gesehen. Klar, der Film hat auch seine witzigen Szenen. Aber als reine Komödie würde ich ihn nicht bezeichnen. Vielleicht kann ich aber auch nur allzu gut nachvollziehen, wie die Hauptfigur - als junger Vater - um seine Chance kämpft, wenn auch mit unlauteren Mitteln, die aber nicht wirklich irgendjemand weh tun. Überhaupt diese mir vorher völlig unbekannten Schauspieler sind sowieso der Hammer. Alle fünf Sterne+++++! Wer also kleine Heldengeschichten mag, kann bei diesem Film nichts falsch machen.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Oktober 2015
Der Brite Ken Loach, der mit seinen politischen und sozialkritischen Filmen eine Ikone des linken europäischen Autorenfilms darstellt, hat mit "Angel's Share" keinen Film über Whisky gemacht. Aber Whisky spielt eine entscheidende Rolle in seinem Werk. Er ist die Triebfeder für die Handlung und bietet schöne Momente, über das Wasser des Lebens und das Leben selber zu philosophieren.

So ist denn Angel's Share weniger eine Komödie (wie das Marketing verspricht) als vielmehr eine humorvolle Sozialstudie und ein zum Teil hartes Drama mit einer schönen Geschichte und originellen Typen - Ken Loach eben.
Gezeigt wird das harte und ausweglose Leben in den Randgebieten der Großstadt Glasgow. Rohe Gewalt, Alkohol und und die Gewissheit, aus diesem tristen Sumpf nie herauszukommen, sind auch der Lebensinhalt des Protagonisten. Bis er durch einen gutherzigen Sozialarbeiter seine Liebe und seine feinen Sinne für Single Malt Whisky entdeckt. Und genau das soll seinem Leben und dem seiner drei verschrobenen Gefährten einen Ausweg aus der großstädtischen Tristesse offenbaren.

Hauptdarsteller Paul Brannigan, der praktisch von der Straße gecastet wurde und zum großen Teil sich selber spielt, macht seine Sache großartig! Seine feine Mimik zeigt die innere Zerissenheit zwischen neuer Vaterrolle und dem eigenen versauten Leben. Seine drei Kumpanen auf dem Weg ins große Glück sind wunderbar ergänzendes Beiwerk und tragen viel zum skurrilen Charme dieses Films bei.

Die schottische Whisky-Legende Charles MacLean spielt in einer Nebenrolle auch mit! Gedreht zum Teil in der Deanston-Destillerie nördlich von Glasgow erfährt man auch viel über Whisky, die Herstellung und seine gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung. Whisky-Liebhabern wird das Herz höher schlagen, wenn ziemlich am Anfang des Films eine Flasche Springbank 35 geöffnet wird - solch eine Flasche dürfte kaum unter 1.000 Euro zu bekommen sein!
Den Film am besten mit einem Dram genießen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. August 2013
Der britische RegisseurKen Loach ist mit 76 Jahren einer der letzten Vertreter des linken politischen Films.
Der Meister des sozialen Dramas zeigte 2012 in Cannes eine Komödie.

Sie handelt von vier Verlierern, die zum ersten Mal in ihrem Leben eine Chance bekommen. Dem Whisky sei Dank!
Und so preist der deutsche Verleih den Film dann auch als „Die Whisky-Komödie des Jahres!“ an.

Unser größter Feind ist die eigene Dummheit, aber Loachs Vollidioten vom Rande der Gesellschaft, die in Glasgow für die absurdesten Straftaten vor Gericht stehen, sind lernfähig.
Die vier werden zu Sozialarbeit verurteilt und geraten an den Betreuer Harry, der seinen Job ernst nimmt und sich um sie kümmert, insbesondere um Robbie, der gerade Vater geworden ist und endlich solide mit Braut und Kind leben möchte.
Er geriet immer wieder ins soziale Abseits, wurde in brutale Schlägereien verwickelt und saß deshalb bereits im Knast.
Harry, ein Fan der edlen Getränke, nimmt die Vier mit zu einer Whisky-Verkostung in einer Destillerie, wo sich herausstellt, dass Robbie eine besonders sensible Nase für das schottische Nationalgetränk hat.
Dies lässt sich tatsächlich als Zukunftschance nutzen , wenn auch nur auf krummen Wegen.
Die Jugendlichen rauben ein wenig Whisky, der ungeheuer alt ist, und somit ja während der Lagerung aus den Fässern verdunsten könnte ...
Ein wenig Schwund ist immer!
Ein Schluck für die Engel geht eben verloren, für den steinreiche Sammler bereit sind, ein Vermögen auszugeben … oder den Harry zum Schluss als Dankeschön für sein gutes, weites Herz in seiner Wohnung vorfindet.

Der Film wurde an Originalschauplätzen in Schottland gedreht.
Für die Mitwirkung in seinem Film hat Loach echte Verkoster und Versteigerer gewinnen und begeistern können.

Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2012 erhielt der Film den Preis der Jury, was wohl eher als gutgemeinte Ehrung für den Altmeister der Regie als für den etwas schlicht und betulich erzählten Film gedacht war.
Herausragend ist jedoch die schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers Paul Brannigan, der mit seinem Helden die sozialen Erfahrungen teilt und von Drehbuchautor Paul Laverty und Regisseur Loach für den Film entdeckt wurde.

Die Extras zur Blu-ray enthalten das informative Making of sowie zusätzliche und erweiterte Szenen zum Film.

Alles in Allem sehenswert!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Oktober 2012
Für manche ist hier die Einführung in die Mystik des Whiskys eine informative Sache, für Kenner ein doppelter Genuss. Dass ganze Drumherum rückt das ‘Wasser des Lebens‘ mit Recht in die Nähe von guten Weinen oder teuren Cognac Sorten. Dahin gehört auch die Erklärung des Titels. Was die Handlung angeht, erzählt uns Ken Loach ein echtes Sozialmärchen und denkt dabei an die Statistik, nach der es einer von Vieren schafft aus dem sozialen Abseits herauszukommen. Wie immer arbeitet er meist mit unbekannten Laiendarstellern, die er für seine Zwecke sehr gut einsetzt. Es ist ein typischer Loach-Anfang, der mitten in die Szene der Kleinkriminellen Loser springt, die sich nicht immer recht dafür aber schlecht durch ihr perspektivloses Leben hangeln. Und dabei geht es voll zur Sache. Und diese vier Loser wollen den teuersten Whisky der Welt klauen. Da bleiben schon einige Fragen offen, aber im Märchen geht ja bekanntlich alles glatt. So auch hier. Der unverbrauchte Charme der Hauptdarsteller legt sie dem Zuschauer wärmstens ans Herz. Der Optimismus ist ansteckend.
Am Ende verlässt man gutgelaunt das Kino, falls man den Brechreiz, den die eine Szene hervorruft, überwunden hat.
Insgesamt echt nett und optimistisch.
0Kommentar|12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

14,97 €
6,79 €