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Kundenrezensionen

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am 7. Dezember 2012
anmerkung: rezensiert wird von mir nicht der film, sondern die technische umsetzung auf blu-ray. würde ich den film bewertet, erhielte er fünf sterne. diese fließen jedoch nicht in mein fazit ein, da ich der meinung bin, dass eine filmrezension auf imdb.de, filmz.de oder vergleichbare portale gehört. hier interessiert nur der wert meines kaufpreises in relation zur publikation auf blu-ray oder dvd.

endlich ist auch michael manns meisterwerk heat auf blu-ray erhältlich. groß sind die erwartungen. und sie werden noch dadurch geschürt, dass man ihn in der premium collection veröffentlicht. was hat diese gegenüber der dvd "heat special edition 2dvd" an mehrwert zu bieten? preislich liegen die beiden produkte kopf-an-kopf.

zuerst zum wichtigsten: der bildqualität.
entgegen anderen rezensionen kann ich einen deutlichen unterschied zur dvd erkennen:
der film liegt in full-hd vor; der schwarz-wert ist zwar nur durchschnittlich, tendiert jedoch nie ins gräuliche. die kontraste sind gut, aber eher weich. das bild weißt nur eine minimale grob-körnigkeit auf, was besonders den nachtaufnahmen und den close-ups zugute kommt. das bild ist gegenüber der dvd deutlich besser. man muss allerdings zugeben, dass hier auch noch deutlich luft nach oben gewesen wäre. eine "restaurierung" scheint nicht stattgefunden zu haben, was ich persönlich eigentlich bei einer premium-edition erwarte.

ton:
der deutsche ton kommt in dolby digital 5.1; der originalton in dolby true hd 5.1
die deutsche tonspur ist zwar recht nett anzuhören; hat man aber einmal die schusswechselsequenz im letzten drittel der blu-ray im originalton gehört, muss man, wieder einmal, bedauerlicherweise feststellen, dass diese der deutschen tonspur um längen überlegen ist. hier hätte ich mir für die deutsche tonspur einen upmix gewünscht.

extras:
die extras sind identisch mit der dvd-version und liegen alle in sd vor. einziges "neues" extra ist das booklet in der blu-ray. dies ist aber meines erachtens nach kein kaufgrund, da der mehrwert nur marginal ist.

fazit:

wer die dvd-special-edition hat, sollte sich den neu-kauf gut überlegen. die verbesserungen sind meiner meinung nach keine nochmaligen 20 euro wert.
wer den film noch nicht hat, kann getrost zur blu-ray greifen, da beide medien, z.zt., den selben verkaufspreis haben.
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TOP 1000 REZENSENTam 3. September 2012
>>> ZUM FILM <<<
Ich weiß nicht, ob der Regisseur Michael Mann seine besten Tage hinter sich hat. Seine beiden letzten Regiearbeiten Public Enemies und Miami Vice konnten jedenfalls nur bedingt überzeugen. Fest dürfte jedoch stehen, dass er mit HEAT im Jahr 1995 einen Film inszeniert hat, der die Zeiten überdauern dürfte. Sowohl Kritiker als auch das Publikum waren zum Zeitpunkt der Kinoauswertung von dem Film überaus angetan. Und es fällt auf, dass der Film auch heute noch viele Fans hat - und scheinbar immer neue hinzugewinnt. Aber wundert dies? Wohl kaum, denn HEAT überzeugt auf ganzer Länge.

Das grandiose Drehbuch stammt dabei aus Michael Manns eigener Feder. Er hatte zu Beginn der 90er Jahre übrigens eine Fernsehserie geplant, die jedoch über eine Pilotfolge ("Showdown in L.A.") nicht hinauskam. Für den Kinofilm hatte er sein bereits existierendes Drehbuch überarbeitet und daraus eine Vorlage entworfen, welche die hervorragende Basis für HEAT bildete. Was besonders auffällt: Selbst kleine Nebencharaktere werden nicht nur oberflächlich abgehandelt. Jeder für die Handlung auch nur ansatzweise wichtige Charakter erhält ausreichend Raum, um sich ins Gedächtnis der Zuschauer einzubrennen. Wer einmal erleben möchte, was "sehr gute Charakterzeichnung" bedeutet, der findet in HEAT das Paradebeispiel schlechthin. Alles ist einbgebettet in eine Handlung, in der auch zahlreiche, scheinbar nebensächliche Storyfäden elementare Bestandteile des packenden Handlungskerns werden. NICHTS davon ist überflüssig. Dazu noch geschliffene Dialoge und eine wohl dosierte Portion Action und fertig ist der inhaltliche Mix, der bis heute begeistert.

Die Inszenierung selbst ist Michael Mann-typisch. Die Welt in HEAT ist eine kalte, oftmals melancholische Welt und die Bilder fangen die HEAT-Melancholie sehr gut ein: Kalte Farben und viel Neonlicht sind jene Stilmittel, die viel zum gelungenen Filmerlebnis beitragen. Das Drehbuch ist fesselnd umgesetzt, ohne auf pausenlose Action setzen zu müssen. Die Entwicklung der Charaktere steht im Vordergrund und die Action wird nur dann eingesetzt, wo sie die Story vorantreibt.

Zum sehr guten Drehbuch und der meisterhaften Regie gesellt sich ein Soundtrack, der die melancholischen Bilder perfekt unterstützt. Für den Score zeichnet sich Elliot Goldenthal verantwortlich. Weitere Stücke wurden unter anderem vom KRONOS QUARTET, von LISA GERRARD oder auch von MOBY beigesteuert. Und speziell MOBYs Input in Form von NEW DAWN FADES und GOD MOVING OVER THE FACE OF THE WATER dürfte für Gänsehaut bei manchen Zuschauern sorgen.

Bleibt zu guter Letzt noch ein Cast, der über alle Zweifel erhaben ist; allen voran Al Pacino und Robert De Niro, die das knapp dreistündige Meisterwerk quasi alleine tragen. Auch wenn sie nur eine längere gemeinsame Szene haben, so ist es ihr faszinierender Konkurrenzkampf, bei dem die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen, der dem Film seine unglaubliche Qualität verleiht. Die fünfminütige Szene, in der beide zusammen einen Kaffee trinken, ist mittlerweile legendär. Mit Hilfe eines sehr gut geschriebenen Dialogs beweisen Pacino und De Niro mit nur wenigen, dafür umso passender eingesetzten Gesten mehr schauspielerische Qualität als manche Kollegen in ihrem gesamten Berufsleben.
Dazu Val Kilmer, Tom Sizemore, Diane Venora, Ashley Judd oder die noch junge Natalie Portman auf dem Höhepunkt oder am Beginn ihrer Karriere; abgerundet von Jon Voight, Was Studi, Dany Trejo und und und... Besonders Jon Voights Auftritt war für mich seinerzeit eine große Überraschung und Freude zugleich. Nach jahrelanger Durststrecke bedeutete sein Auftritt in HEAT für ihn die Rückkehr in die Erfolgsspur.

>>> ZUR BLU-RAY <<<
BILD (gesehen auf 50 Zoll-Display)
Das Bild ist gut, kann jedoch nicht begeistern. Ordentliche Farben, eine ebensolche Schärfe, sowie ein immer noch guter Kontrast und Schwarzwert sorgen dafür, dass der HEAT-Filmabend zumindest nicht negativ in Erinnerung bleibt. Allerdings: Dies gab es in nur wenig schlechterer Qualität schon auf der DVD. Leider schleichen sich jedoch auch immer wieder deutlich sichtbare Unschärfen und kleine Verschmutzungen ein. Für ein besseres Ergebnis müsste das Material einer grundlegenden Restauration unterzogen und neu abgetastet werden.

TON (gehört mit 7.1-Set)
Der deutsche Ton wird "nur" im herkömmlichen Dolby Digital 5.1-Format dargeboten. War den hochauflösenden Dolby True HD-Sound genießen möchte, muss zur englischen Tonspur greifen. Die deutsche Tonspur, die bereits auf DVD überzeugen konnte, macht jedoch auf BLU-RAY ihre Sache immer noch gut. Besonders die 10-minütige Bankraub-/Straßenschlecht-Sequenz zwischen Gangstern und Cops ist ein Fest für die Ohren.

EXTRAS
- Audio-Kommentar
- Making of
- Pacino & Der Niro: Das Gespräch
- Rückkehr an den Ort des Verbrechens
- Deleted Scenes
- Trailer

>>> FAZIT <<<
HEAT ist ein Film, der trotz Überlänge und einer Spieldauer von 170 Minuten keine Längen aufweist und stattdessen auf hohem Niveau perfekt unterhält. Ein Genre-Meilenstein, ein moderner Klassiker, ein Monument von Film wie es nur sehr selten gedreht wird. Da jedoch die Blu-Ray vor allem bei der wichtigen Bildqualität deutliches Verbesserungspotential aufweist und nur der Ton und die Extras zu gefallen wissen, gibts von mir nur 4 Sterne (Technik: 3 Sterne / Film: 5 Sterne).
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am 24. September 2005
HEAT hat sich zu einem unbestrittenen Klassiker der 90er Jahre entwickelt. Ein Film von kalter Eleganz, mit einer kühlen, stählernen Bildästhetik, die den Zuschauer schnell gefangennimmt. Einer der bestfotographierten Filme überhaupt! Und dann natürlich die Schauspieler: Da sind nicht nur die beiden großen Ikonen de Niro und Pacino, sondern auch die Nebendarsteller wie Jon Voight und Ashley Judd oder durchaus auch der ansonsten vielgescholtene Val Kilmer, die dem Film Kraft und Leben geben.
Anfangs störte ich mich zwar daran, daß dem Privatleben der Figuren zuviel Raum gegeben wurde und der Film mir dadurch zu lang erschien. Beim zweiten Hinsehen erkannte ich jedoch den Reichtum des Films.
Dazu hat auch das gelungene Bonusmaterial der DVD beigetragen, das im Wesentlichen aus Making-Ofs besteht, die aber über den reinen Werbefilmcharakter hinausgehen. Hier wird offengelegt, daß die Figuren im Film einen sehr realen Hintergrund haben und auch die Gepflogenheiten und die Charaktereigenschaften der realen Vorbilder fanden vollständigen Eingang in den Film. Dies hat dem Film auch seine realistische Note gegeben. In der Tat sind die Gangster in diesem Film anders als in den meisten anderen Filmen. Hier wird auch das diffizile Familienleben der Gangster geschildert und ihr manchmal recht banales Alltagsleben. Gerade dies macht den Film überaus glaubwürdig.
Beeindruckend ist auch die Dokumentation über die Drehorte. Hier zeigt sich, daß hier ganz bewußt ein anderes LA gezeigt werden sollte. Und in der Tat hat man LA so wie hier in diesem Film bestimmt noch nicht gesehen. Ganz gleich, ob Hafen, Industrieruinen, Schrottplätze oder eben auch der Flughafen oder die Highways bei Nacht - dies alles ergibt zusammen ein allumfassendes Porträt einer wüsten, faszinierenden und teilweise auch beängstigenden Stadt, in der sich die Protagonisten trotz ihrer Beziehungen isoliert wie einsame Tiger im Dschungel bewegen.
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am 7. September 2012
Geändert hat sich die (zugegebenermassen schöne) Verpackung und das HD-Bild. Der Rest (Ton DD 5.1 und Extras) sind identisch mit der 2-Disc Special Edition DVD.
Das war aber zu erwarten ...

Warner gönnt (sehr wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen) uns deutschen Konsumenten keinen HD-Ton (wie immer), noch nicht einmal dts, von 7.1 will ich gar nicht erst anfangen.

Insofern eine schöne Edition für Fans des Films (finde Mediabooks sowieso edler als Steelbooks; aber das ist Geschmacksache), welche den Film sowieso jedes mal kaufen.

Das Bild ist allerdings eine deutliche Steigerung zur DVD (angenehme Schärfe und sauberes Bild), ohne Referenzwerte zu erreichen. Aber das war auch zu erwarten.

Nicht die Höchstwertung, obwohl der Film ansich dies ohne Zweifel verdient hätte, da Premium sich anders anhören muss (auch wenn sich Hollywood nur um den englisch-sprachigen Raum kümmert). Ich lebe in Deutschland und erwarte deutschen HD-Ton auf einem HD-Produkt.
Premium nur für die Verpackung reicht nicht ganz ...

Deshalb einen Stern Abzug von mir.
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am 23. Mai 2013
Michael Manns bahnbrechende Crime-Saga „Heat“ ist ein Film der Superlative – perfekt von Minute eins bis 171! Jede Einstellung, jede Geste, jede Nuance!
Das simple Grundgerüst von „Cop (Al Pacino) jagt Bankräuber (Robert De Niro), der seinen letzten großen Coup durchziehen will“, verdichtet Meisterregisseur Mann („The Insider“) zu einem atmosphärisch unglaublich intensiven Psychogramm zweier verwandter Seelen, die ihren selbstzerstörerischen Kampf zwar auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes ausfechten, sich im Kern aber kaum unterscheiden.
Obwohl „Heat“ durchaus mit rauen Actionszenen protzt (legendär: die grandiose zehnminütige Kugelschlacht in den Straßenschluchten von Los Angeles), markiert ausgerechnet ein Kaffeeklatsch den absoluten Höhepunkt des Action-Dramas: Wenn sich die Giganten Al Pacino und Robert De Niro in ihrer ersten gemeinsame Szene überhaupt in einem zurückgenommenen Rededuell belauern, ist das einfach allergrößtes Kino!

5 / 5 Sternen („Heat“, diese schwermütige Ballade vom Leben und Sterben in LA, ist und bleibt ein Mythos!)
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am 21. Februar 2015
... der Polizist Hanna (Al Pacino) sitzt dem Dieb McCauly (Robert de Niro) im Wissen über dessen Identität gegenüber. Aber McCauly weiß, dass die Verhaftung zum jetzigen Zeitpunkt eine zu kurzsichtige Handlung wäre. Dementsprechend kann er genauso cool in diesem Café sitzen und mit ihm plaudern.
Diese Szene zähle ich zu den besten der Filmgeschichte. Sie ist Schlüsselszene und ein Höhepunkt von vielen im Meisterwerk von Regisseur Michael Mann. Darüberhinaus kommen selten Schauspielgrößen wie diese zusammen.
Die kurzweilige 3stündige Geschichte wird in kühler, klarer Optik gezeigt, was typisch ist für den Regisseur.
Darin agieren Pacino und de Niro als Gegenspieler von Gut und Böse. Die Charaktere können Tiefe bieten: Wenn der professionelle und eiskalte Verbrecher plötzlich Zuneigung für eine Frau empfindet oder Gefühle der Rache, die ihm gar von seinen Plänen wegzerren, stellt de Niro das glaubwürdig dar.
Die grandiose Schauspielkunst zieht sich durch bis zu den Nebendarstellern. Die Darstellung einer von Scheidung geprägten Kind durch Natalie Portman ist ein Beispiel von vielen.
Für Freunde von Steven Segal-Filmen ist Heat vermutlich zu lahm, für Freunde von Pretty Woman zu bleihaltig. Allen anderen bietet der Film Action, Spannung, Emotionen und eine perfekte Inszenierung.
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am 15. April 2003
Dieser Film hat einiges zu bieten, was ihn selbst heute noch einzigartig macht, knapp 8 Jahre nach seiner Entstehung. Zum einen sind es natürlich die Darsteller, allen voran die Legenden DeNiro und Pacino, die hier erstmals in einer grandiosen Szene zusammen auf der Leinwand zu sehen sind. Allein schon diese kraftvollen und intensiven Szenen der beiden charismatischen Protagonisten machen Heat sehenswert. Wie sie sich abtasten, Ähnlichkeiten entdecken und trotz aller Gegensätze Respekt füreinander empfinden macht aus den beiden Gegenspielern Brüder im Geiste. Beide voll konzentriert, nur nach ihren eigenen Regeln handelnd, nur für den Job da, einsame Wölfe in den dunklen Straßen von Los Angeles.
Aber auch die Nebenrollen sind mit Tom Sizemore, Val Kilmer, Ashley Judd, Natalie Portman und dem brillanten Jon Voight als Nate erlesen besetzt. Was die Actionszenen betrifft hat Heat ebenfalls ein Highlight der Filmgeschichte zu bieten. Die knapp 20 minütige Schießerei zwischen Neil McCauleys (De Niro) Gang und Lt. Vincent Hannas (Pacino) Cops mitten auf den belebten Straßen von L.A gehört zu den spannendsten und eindrucksvollsten Momenten des Action Kinos. Mit 171 Minuten ist Heat nicht gerade kurz und doch ist er keine Sekunde langweilig. Mittlerweile gehört er zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Alles an diesem Film ist eine Klasse für sich: Kamera, Musik ,das furiose Finale und die atemberaubend schönen Bilder des nächtlichen L.A's. Verbrechen lohnt sich auch in diesem Film nicht, aber definitiv sah es noch nie so gut aus wie in diesem Meisterwerk. Auch wenn von Bonusmaterial kein Rede sein kann, gehört die DVD in jede Sammlung.
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HALL OF FAMEam 6. August 2002
Polizist oder Gangster – gibt es einen Unterschied? Diese Frage versucht Regisseur Michael Mann in "Heat" zu klären. Der Dieb Neil McCauley wird gespielt von Robert de Niro, einem kriminellen Meisterhirn, dem der Raub von Inhaberschuldverschreibungen im Wert von sage und schreibe 1,6 Mrd. Dollar gelingt. Sein Gegenspieler, der Polizist Vincent Hanna (Al Pacino) verbringt die verbleibenden drei Stunden des großartigen Films damit, McCauley zu jagen: "All I am," sagt er, "is what I'm going after".
Wie im richtigen Leben sind De Niro und Pacino in "Heat" getrieben von ihrer Arbeit, bereit, alles für ihren Job zu opfern. Mit dieser Einstellung sind sie auch einsame Menschen, die, obgleich sie auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes stehen, letztlich mehr Gemeinsamkeiten aufweisen als Unterschiede: Beide werden angezogen von der "Hitze" des gewalttätigen Konfliktes, beide scheitern dadurch in ihren familiären Beziehungen. Beide befriedigen dieselben Triebe – unterschiedlich nur durch den Einsatz der Mittel, beide tragen sogar dasselbe Outfit.
"Heat" ist ein Katz-und-Maus-Spiel zweier Profis, die schließlich ein Treffen in einem Cafe arrangieren. Anstatt sich mit Drohungen und Beschimpfungen zu überhäufen, öffnen sie ihre Herzen und teilen einander ihre intimsten Geheimnisse mit. Später offenbart De Niro sogar sein Credo, welches sein Leben bestimmt und dem Film seinen Titel gibt: "Don't get attached to anything you can't stand to walk out on in 30 seconds flat if you feel the heat around the corner". Als er letztlich bereit ist, mit seinem Lebensmotto zu brechen und mit einer neuen Frau ein neues Leben anzufangen, muss er scheitern. Am Ende wird Heat zu einem Spiel ums blanke Überleben. Nur einer von beiden darf übrig bleiben, aber der Überlebende wird deswegen nicht glücklich werden oder sich überlegen fühlen, er wird vielmehr einen tiefen Verlust empfinden. Nicht von ungefähr erinnert diese Szene an Michelangelos Pietà!
Es ist das erste Mal, dass die beiden Größen des Method-Acting gemeinsam vor der Kamera stehen; zur Erinnerung: "Der Pate II" zählt nicht, da Pacino und De Niro nur in unterschiedlichen Szenen zu sehen waren. Ihr Auftreten ist gewohnt souverän, und doch hat man das Gefühl, Michael Mann hatte zu viel Ehrfurcht vor seinen beiden Stars, er hätte noch mehr aus ihnen herausholen können. Wenn Michael Mann dagegen etwas in seinen Filmen (dazu zähle ich auch Miami Vice!) bewiesen hat, dann dass er mühelos Spannung aufbauen kann. Die Actionszenen sind sensationell. Der Überfall in den Straßenzügen von Los Angeles ist unerreicht und stellt den wahren Höhepunkt des Films dar - und das mehr als eine Stunde vor seinem Ende. Dennoch ist „Heat“anders als die meisten Filme seines Genres. Der Film lässt sich überraschend viel Zeit für die Entwicklung der Charaktere und ihrer Motive. Dies gilt nicht nur für die Hauptdarsteller, sondern auch für die Nebenrollen. Val Kilmer, Tom Sizemore und John Voight geben eine perfekte Vorstellung ab. Die weiblichen Rollen sind dagegen unbedeutend, Heat ist ein durch und durch "männlicher" Film.
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am 9. August 2002
Michael Manns Thriller "Heat" ist einer der wenigen Filme, bei denen (fast) alles stimmt: Schauspieler, Kameraarbeit, Musik und Schnitt: alles ist vom feinsten und bis ins kleinste Detail durchdacht. Da stört es denn gar nicht mehr, dass der Plot an sich nicht besonders originell ist. Stark ist das Drehbuch trotzdem: wegen der genauen Beobachtungsgabe für Menschen und ein Gespür für Dialoge kann man es trotz der nicht neuen Geschichte als ausgezeichnet bezeichnen.
Wie gut "Heat" wirklich ist, merkt man auch, wenn man den Film mit Manns Fernsehfilm "Showdown in L.A" vergleicht, der die selbe Geschichte erzählt- dort allerdings noch auf einer früheren Version des Skriptes basierend und mit längst nicht so überzeugenden Schauspielern und vor allem einer viel schwächeren Kameraarbeit. Kaufen lohnt sich, auch wenn die DVD äußerst dürftig (nämlich gar nicht!) mit Extras ausgestattet ist. Aber der Film ist es alle mal wert.
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am 23. Juni 2000
"Heat" ist einer der wenigen Filme die einem immer besser gefallen je öfter man sie sieht. Und es braucht durchaus seine Zeit bis man sich an Michael Mann's bisweilen unterkühlt und oberflächlich wirkende visuelle Stilistik, die seinerzeit in "Miami Vice" mitunter die Form über den Inhalt erhob, gewöhnt hat. Dieser schießt jedoch in "Heat" nicht etwa über das Ziel hinaus, sondern vielmehr nach dem Motto "weniger ist mehr" den sprichwörtlichen Vogel ab. Die Umsetzung des Grundmotivs des Films, der Dualität der menschlichen Natur, darf man getrost als gelungen bezeichnen. Ein in sich so simpler wie intelligent durchdachter Plot, eines der besten Drehbücher der letzten 20 Jahre, herrausragende Darbietungen nicht nur der Hauptdarsteller sondern des gesamten Ensembles und ein stimmungsvoller Soundtrack sind nur einige der Gründe die den Film mehr als sehenswert machen. Die fast drei Stunden Laufzeit vergehen zwar nicht wie Minuten, fließen aber ob der einzigartigen Atmosphäre des Films dahin wie ein lauer Sommerregen. Allein schon für die Kamera-Arbeit in den Nachtsequenzen und der legendären, an Perfektion und Timing bislang unüberbotenen Schießerei wären Oscars fällig gewesen, von der herausragenden Leistung des Regisseurs und der beiden Akteure DeNiro/Pacino mal ganz abgesehen. Kaffee und Zigaretten statt Cola und Popcorn. Einstuerzende Neubauten. Nachtschicht. Der neben "Apocalypse Now" beste Film den Sie noch nicht gesehen haben. Mieten Sie nicht erst das Video, kaufen Sie gleich die DVD, der Film ist jeden einzelnen Pfennig wert.
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