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440 von 477 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterhaft, ABER nicht für jeden.
Hab den Film bis jetzt nur im Kino gesehen. Über die Heimausgabe kann ich also (noch) nichts berichten.
Das Wichtigste zuerst: Dieser Film polarisiert und es ist kein Action Film trotz Wachowski Beteiligung. Als ich im Kino war sind die meisten Leute nach ungefähr der Hälfte gegangen - das hab ich auch noch nie erlebt.
Cloud Atlas erzählt...
Vor 12 Monaten von J. Aschaber veröffentlicht

versus
69 von 97 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unverschämtheit: Englische Version mit dt. Zwangsuntertiteln
Ich will mich hier nicht über den Film auslassen. Der ist hervorragend. Ich hatte ihn auf Deutsch im Kino gesehen und wollte gerne die Originalfassung zu hause haben.
Dazu kaufe ich i.d.r. DVD's. Da wählt man die gewünschte Sprache aus und gut ist.
Nicht so bei dieser Produktion: dort wählt man Englisch aus und MUSS ZWANGHAFT die deutschen...
Vor 12 Monaten von RainerG veröffentlicht


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440 von 477 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterhaft, ABER nicht für jeden., 7. April 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas (DVD)
Hab den Film bis jetzt nur im Kino gesehen. Über die Heimausgabe kann ich also (noch) nichts berichten.
Das Wichtigste zuerst: Dieser Film polarisiert und es ist kein Action Film trotz Wachowski Beteiligung. Als ich im Kino war sind die meisten Leute nach ungefähr der Hälfte gegangen - das hab ich auch noch nie erlebt.
Cloud Atlas erzählt verschiedene Geschichten diverser Personen in verschieden Epochen. Erstmal ist das ein wenig verwirrend, aber da die einzelnen Geschichten nur langsam in Fahrt kommen, hat man eigentlich keine Probleme damit den Überblick zu verlieren oder überfordert zu sein. Ausserdem scheinen die einzelnen Geschichten, trotz der zeitlichen Distanz, irgendwie zusammen zu hängen. Das ganze wird noch dadurch unterstrichen, dass die verschiedenen Charaktere der jeweiligen Epoche von den gleichen Schauspielern gespielt werden. Hautfarbe, Alter ,Wesen und sogar das Geschlecht spielen dabei keine Rolle, diese Faktoren wechseln von Epoche zu Epoche.
Auch die schauspielerische Leistung ist genial, Tom Hanks, Halle Berry, Hugo Weaving, Hugh Grant... und alle anderen Hauptdarsteller machen jeden Epoche zu ihrem eigenen Erlebnis, mit jeweils verschiedenem Unterton (manche Rollen sind nahezu Grenzgenial). Von humorvoll und locker, bis hin zu rasant und dramatisch oder auch rührend und einfühlsam - mMn eine Meisterleistung der Regisseure so viele Stimmungen in einem Film zu vereinen. Und gerade dieses Zusammenspiel aus Zeitebenen, Charakteren und der Geschichte machen diesen Film so spannend und einzigartig.
Klar, Cloud Atlas behandelt Themen die den philosophischen Horizont vieler Menschen überschreiten (Tod, Gleichberechtigung, Gewissen, Wiedergeburt, etc.). Und das soll nicht negativ gemeint sein, sondern ich meine damit nur, dass der Film Themen anspricht mit denen viele Leute sich noch nie auseinander gesetzt haben bzw. keine gar Relevanz für sie haben.
Hauptsächlich dürfte das Thema Reinkarnation den eher christlich geprägten Menschen (auch die nicht religiösen, sind nun mal mit dem Kulturgut groß geworden) fremd vorkommen. Doch in vielen anderen Religionen und Kulturen ist das Thema Alltag. Von daher will ich niemanden vorwerfen er wäre zu blöd für den Film, sondern glaube eher viele verstehen den Film anders, als jemand der zB buddhistisch geprägt aufgewachsen ist.
Auch ein Grund warum der Film so polarisiert ist, dass manche vielleicht mit falschen Erwartungen den Film anschaut. Anfangs habe ich ja geschrieben dass bei meinem Kinobesuch viele Leute die Vorstellung verlassen haben. Es waren zufällig einige alte Schulkollegen dabei, die einfach einen Actionfilm ala Matrix erwartet haben. Mir war schon im Voraus klar das die im falschen Saal sitzen. Cloud Atlas hat zwar ein paar fetzige und sogar echt heftige Szenen dabei, aber die Action ist in diesem Film wirklich nur Mittel zum Zweck. Die Gewalt steht nicht im Vordergrund, sonder ist nur eins: gewaltig. Ausserdem kommt diese Art von Action nur in einer Epoche vor, alle anderen sind eher ruhig.

Wer also nichts mit Themen wie Reinkarnation, Schicksal und vor allem Liebe in einem Film Anfangen kann sondern Matrix 4 erwartet, der sollte einen weiten Bogen um diesen Film machen.
Alle anderen sollten alle Vorurteile über Bord fallen lassen, die Augen aufmachen und sich drei Stunden lang in eine andere Welt entführen lassen, die einen sicher weit über den Abspann hinaus beschäftigen wird. Und seis nur um alle Handlungsfäden zusammen zu führen ^^
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269 von 317 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Filmgewordene Magie, 9. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas [Blu-ray] (Blu-ray)
Es war einer dieser Trailer, den man nicht vergisst ! Für 5 Minuten verschwand die Realität und man konnte in eine Welt eintauchen, die faszinierender nicht sein kann. Die Rede ist von Deutschlands teuerster Kinoproduktion "Cloud Atlas", die sowohl von den Wachowski-Geschwistern (Matrix-Trilogie), als auch vom deutschen Kinomeister Tom Tykwer sowohl produziert, als auch dirigiert wurde. Das Ergebnis ist das Meisterwerk, das man schon seit so langer Zeit vergeblich im Kino gesucht hat. Um dem Film gerecht zu werden, wird im Folgenden jede einzelne der sechs Episoden ausführlich besprochen, um dann ein Fazit zu ziehen. Eins kann ich aber jetzt schon verraten : "Cloud Atlas" ist so anders, so erfrischend und so magisch, dass sich der Film schon jetzt den ersten Platz in meiner persönlichen Rankingliste geschnappt hat.

Episode 1 : "1849" (Regie : Wachowski-Geschwister)

Der amerikanische Anwalt Adam Ewing bereist den Pazifik, wo er mit der Unterdrückung der Maori und der Moriori konfrontiert wird. Auf einer seiner Erkundungstouren freundet er sich mit dem Arzt Henry Goose an. Während der Rückreise rettet der erkrankte Ewing den Moriori Autua, der sich in seiner Kabine versteckt hat, vor der Mannschaft. Sein Zustand allerdings verschlechtert sich zusehends....

Bereits in dieser Episode, die dem Genre des Abenteuerfilms zuzuordnen ist, findet sich das Motiv, das sich durch den kompletten Film zieht. Die Verbeugung vor der Menschlichkeit und die Wichtigkeit des gerechten Handels spiegeln sich in der Figur des Anwalts Adam Ewing wider und ziehen sich wie ein roter Faden durch die verschiedenen Episoden. Inszenatorisch allerdings bietet diese Episode wenig Neues. Die Kulissen, Kostüme usw. sind zwar mehr als gelungen, aber wirkliche Innovation sucht man vergebens. Aber wer braucht die schon, wenn das Ganze so perfekt umgesetzt wurde ?

Episode 2 : "1936" (Regie : Tom Tykwer)

Der junge, unerfahrene Komponist Robert Frobisher schreibt seinem Freund Rufus Sixsmith, wie er eine Anstellung als künstlerischer Gehilfe für den alten Komponisten Vyvyan Ayrs findet. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine künstlerische Symbiose zwischen den beiden. In Ayrs' Villa findet Frobisher Ewings Tagebuch; ab Seite 57 fehlen jedoch die Seiten. Er beauftragt Sixsmith, den fehlenden Teil zu finden. Der homosexuelle Frobisher kommt auch Ayrs Frau Jocasta näher, wobei er dies gegenüber Sixsmith als rein „physischen“ Akt ohne Liebe entschuldigt. Das Verhältnis zwischen Ayrs und Frobisher leidet jedoch bald, da der alte Komponist eine geniale Schöpfung seines Schülers, das „Wolkenatlas-Sextett“, für sich selbst beansprucht. Mit fatalen Folgen.......

Tom Tykwer hatte schon immer ein Händchen für berührende Dramen. Nach seinem Beziehungsdrama "Drei" leistet Tykwer auch hier wieder ausgezeichnete Arbeit. Die Ausweglosigkeit seines homosexuellen und weltoffenen Hauptcharakters berührt und man folgt diesem tragischen Liebesdrama mit Spannung und Berührtheit. Mit seiner ruhigen und dezenten Inszenierung unterstreicht Tykwer die Tragik des Geschehens und liefert ebenfalls eine gelungene Episode. Wer bis jetzt gelesen hat, der wird sich sicher die Frage stellen, ob denn "Cloud Atlas" überhaupt auch nur irgendwie zusammenhängt. Diese Frage muss man eindeutig mit ja beantworten, denn die Frage, was nach unserem Ableben bleibt und welche Taten unser Leben und auch das Anderer späterer Generationen bestimmen sind das zentrale Thema des Bestsellers von David Mitchell. Die Verfilmung bleibt diesem Thema ebenfalls treu und realisiert diese Verbundenheit durch eine Mehrfachbesetzung der Schauspieler und durch die Verknüpfungen einzelner Episoden durch gewisse Gegenstände bzw. Taten von vorherigen Episoden, die in den anderen grundlegende Veränderungen bewirken. So z.B. ist das "Wolkenatlas-Sextett" auch in der nächsten Episode "1973" vorzufinden. Skurill : Durch die Mehrfachbesetzung der Schauspieler kommt es vor, dass weibliche Darsteller männliche Rollen übernehmen und vice versa. Wenn beim Abspann dann letztlich die einzelnen Rollen vorgestellt werden, muss man dadurch nicht nur selten schmunzeln, sondern auch zugeben, dass die Kostümbildner großartige Arbeit geleistet haben.

Episode 3 : "1973" (Regie : Tom Tykwer)

Die aufstrebende Journalistin Luisa Rey steckt in San Francisco in einem Fahrstuhl zusammen mit Rufus Sixsmith fest, der inzwischen Atomphysiker geworden ist. Im Gespräch mit ihm erhält sie Hinweise auf eine Top-Story über einen fehlerhaften Atommeiler.

Viel mehr soll hier nicht verraten werden, denn Episode Nummer 3 überzeugt als klassischer Verschwörungsthriller, mit der durchaus ein oder anderen Wendung. Und auch hier findet man wieder Motive bzw. Thematiken, die sich durch den ganzen Film ziehen : Der Kampf gegen das Unrecht wird nicht nur bei Luisa Rey verwendet. All diese Motive verbinden sich zu einer humanistischen, fast ethischen Weltansicht, denn gutes und aufopferungsvolles Handeln führt zur Gerechtigkeit bzw. zur Veränderung der nächsten Episode. Wir Menschen bzw. die Figuren im "Wolkenatlas" definieren uns somit über ethisch gerechtfertigtes Handeln, wohingegen diejenigen die gegen diesen ethischen Kodex Handeln zum Scheitern verurteilt sind. Das ist wahrlich interessanter Stoff, dem die drei Regisseure nur zu oft gerecht werden.
Zwar überzeugt diese Episode mal wieder nicht unbedingt durch Innovation, dafür aber mit einem gelungenen Spannungsbogen und einer hervorragenden Halle Berry.

Episode 4 : "2012" (Regie : Tom Tykwer)

Wer sich jetzt fragt, warum die Inhaltsangabe fehlt, dem kann ich nur antworten, dass ich eigentlich nicht viel mehr über die Handlung verraten möchte, da das Kinoerlebnis sonst darunter leiden könnte. Fest steht aber, dass Episode 4, um eine Rebellion der Rentner, die ihren zweiten Frühling erleben, eine der besten des Films ist. Die komödiantische Auflockerung des Geschehens und eine clever witzige Rollenbesetzung machen aus Tykwers dritter und letzter Regiearbeit zum Thema "Cloud Atlas" eine mehr als gelungene Komödie. Und auch hier glänzen, wie im kompletten Film, die Schauspieler : "Tom Hanks", "Hugh Grant" und "Jim Broadbent" sah man selten mit so viel Herzblut im Kino.

Episode 5 : "2144" (Regie : Wachowski-Geschwister)

Nachdem Vergangenheit und Gegenwart ihren Abschluss gefunden haben, geht es auf zu den wohl experimentellsten Episoden des Gesamtwerks. Episode Nummer 5 spielt in Neu-Seoul, das vom steigenden Meeresspiegel bedroht ist und in dem große Ungerechtigkeit herrscht. Man folgt einem Klon bzw. "Halbblut" namens Sun-Mi (Doona Bae) und erlebt mit ihr und ihrem Befreier so einige verstörende Momente. Mit an "Matrix" erinnernden Special-Effects und einem packenden Handlungsstrang, kommt ordentlich Action in das ansonsten eher starre Filmgeschehen. Die "Matrix" - Macher liefern hier definitiv die schockierendste Episode und bleiben dem Genre des Science-Fiction Films treu. Unterstützt von zwei herausragenden Hauptdarstellern machen im Großen und Ganzen alle Beteiligten das Beste aus einem faszinierenden Stück Film.

Episode 6 . "2346" (Regie : Wachowski-Geschwister)

Die sechste und letzte Episode gefällt als gelungene Mischung aus Abenteuer und postapokalyptischer Science-Fiction. Hier folgt man dem Ziegenhirten Zachary (Tom Hanks) , wie er die "Presciant" Meronym (Halle Berry) auf einen alten Berg führt, der so einige Geheimnisse birgt. Begleitet wird Zachary dabei vom Teufel höchstpersönlich, der ihn immer wieder in Versuchung führt, anders zu handeln als er für richtig hält. Dieser Teufel stellt nach meiner Interpretation das Dilemma des Menschen dar, die richtige Entscheidung zu finden. Soll ich jetzt derart handeln, dass alle davon profitieren oder denke ich doch eher an meine Vorteile ? Schade ich damit aber nicht Anderen ? Solche Fragen hat sich bestimmt jeder schonmal gestellt und somit auch Zachary, der letztendlich selber nach seinen Werten entscheidet und sich von seiner negativen Seite (Teufel) loslöst und sozusagen diese Schizophrenie aus "guten" und "schlechten" Entscheidungen überwindet. Ebenfalls interessant ist, dass Zachary anfangs nach einer Prophezeiung handelt, die ihm verspricht gegen den Teufel zu bestehen, gegen Ende aber gegen diese verstößt und dennoch zur "Erlösung" kommt. Dies zeigt auch das jede Entscheidung positive Folgen haben kann, auch wenn sie anfangs falsch erscheint. Diese Interpretation muss nicht richtig sein, entspricht aber meiner persönlichen Ansicht und beschreibt das Ganze als eher ethische Angelegenheit. Abgesehen davon ist den Wachowski-Geschwistern aber eine interessant inszenierte Episode gelungen, die vor allem von der Harmonie zwischen Halle Berry und Tom Hanks lebt.
Ein mehr als würdiger Abschluss !

Fazit : Für derartige Filme ist das Kino gemacht. Die Harmonie, die Magie und die Botschaft, die "Cloud Atlas" vermittelt ist gigantisch und wirken wie ein Sog auf den Zuschauer. Das faszinierende Experiment unter der Regie von Tom Tykwer und Lana und Andy Wachowski ist ein Mammutwerk, an das man sich noch viele Jahre erinnern sollte. Die perfekte Symbiose aus sechs verschiedenen Genres und das perfekte Zusammenspiel der unterschiedlichsten Schauspieler üben eine Faszination aus, die man so noch nie erlebt hat, trotz kleineren Startschwierigkeiten, die sich aber im späteren Verlauf des Films im Nichts auflösen. "Cloud Atlas" ist ein Sieg der Menschlichkeit, ein grandios bebildertes Epos über gerechtes Handeln und der Natur des Menschen.
Kurz : Ein epochales Meisterwerk, das trotz seiner Länge von kolossalen 3 Stunden nie langweilig wird.

(Wie alle meine Kritiken, lassen sich diese auch auf meinem Kritikerblog nachlesen : mov-critics.blogspot.de)
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86 von 102 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Blu-ray im Test!, 12. April 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas [Blu-ray] (Blu-ray)
Die Story: In Cloud Atlas geht es um sechs verschiedene Schicksale, die einen Zeitraum von 500 Jahren spielen. Jede der einzelnen Geschichten sind miteinander verbunden. Der Film beginnt mit einer kurzen Vorstellung der einzelnen Epochen. 1849: Adam Ewing ist im Pazifik unterwegs und lernt dort den Arzt Goose sowie den Moriori Autua kennen. Kurz vor der Abreise entdeckt Goose bei Adam den "Polynesischen Wurm", der ihn zunehmend immer mehr schwächt.
1936: Robert Frobisher ist ein unbekannter Komponist, der von seiner Familie verstoßen wurde. Er schreibt seinem Liebhaber Rufus Sixsmith seine Erlebnisse, als er bei dem bekannten Komponisten Vyvyan Ayrs anfängt zu arbeiten. Dabei entdeckt er ein Buch über eine Seefahrt von Adam Ewing. Als Robert das "Wolkenatlas-Sextett" entwickelt, entbrennt ein Machtkampf zwischen ihm und Vyvyan.
1973: Luisa Rey ist eine aufstrebende Journalistin und lernt nach einem Interview Rufus Sixsmith kennen, der Informationen über die Machenschaften einer Firma hat. Dabei gerät Luisa in einen Strudel aus Verrat und Mord.
2012: Nachdem Dermot Hoggins einen Wutausbruch hatte, verkauft sich sein Buch unbeschreiblich gut, was natürlich seinem Verleger, Timothy Cavendish, ebenso gefällt. Da Timothy schulden nicht bezahlen kann, hilft ihm sein Bruder mit einem Versteck. Auf dem Weg dort hin, liest er ein Manuskript von Luisa Reys.
2144: Der Klon Sonmi-451 wird zu jüngsten Vorfällen befragt und es stellt sich heraus, dass Sie anders ist, als die anderen Klone. Der Rebelle Hae-Joo Chang steht Ihr zur Seite und zusammen wollen Sie die Welt ändern. Dabei spielt der Film über das Leben von Timothy Cavendish eine Rolle.
106. Winter nach der Apokalypse: Der Ziegenhirte Zachary hat ein Problem, er kann sich schlecht entscheiden und lässt sich durch den Teufel beeinflussen. Als Meronym, eine Botschafterin des Volkes "Prescients" seine Heimat besucht, ändert sich alles. Er erfährt die Wahrheit über die Göttin Sonmi.
Alles ist miteinander verbunden - das ist die Kernaussage des Filmes und es stimmt. Der Film muss öfters angeschaut werden, um jedes einzelne Detail immer wieder in den Epochen zu erkennen. Die Erzählstränge und Zeitebenen wechseln sich im Film ständig ab. Die Musik, die Darsteller und die Story machen Cloud Atlas zu etwas Besonderes. Hier gibt es nur die Möglichkeit, dass man den Film mag oder nicht.
Dafür das der Film von der FSK eine Freigabe ab 12 Jahre erhalten hat, sieht man viel Blut und die Gewaltdarstellungen sind nicht gerade zimperlich, vor allem im 106. Winter! 5 Sterne

Das Bild: Perfekt! Die Farben sind kräftig, farbintensiv und wirken natürlich. Der Schwarzwert, der Detail- sowie Schärfegrad ist perfekt und bietet in jeder einzelnen Filmsekunde ein perfektes Bild. Hier gibt es nichts zu bemängeln. 5 Sterne

Der Ton: Dieser liegt in Deutsch und Englisch in DTS-HD MA 5.1 vor. Der Sound ist die meiste Zeit sehr gut abgemischt aber ab und zu sind die Stimmen zu leise bzw. einfach schwer zu verstehen. Sonst hat man eine tolle Soundkulisse, egal ob bei ruhigeren Szenen oder bei Actionszenen. 4,5 Sterne

Die Extras: Ein Wendecover ohne FSK-Logo und eine windige Blu-ray-Hülle sind das erste was auffällt. Der Film beginnt ohne Eigenwerbung des Labels. Dies kann man sich bei den Extras anschauen. Hier findet man auch - zum Glück - den 5-minütigen Trailer sowie den Kinotrailer. Das Making-of dauert ca. 18 Minuten und ist in Rubriken unterteilt. Nicht besonders viel aber es gibt einige Infos. Es gibt noch ein vier-minütiges Special über die Europapremiere in Berlin. Nicht besonders interessant. 3 Sterne
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61 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk muß nicht perfekt sein, 29. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas [Blu-ray] (Blu-ray)
Zur BluRay selbst kann ich noch nichts sagen, da diese zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienen ist.
Zum Film selbst: Es ist bedauerlich, daß "nur" etwa 1 Millionen Zuschauer diesen Film in Deutschland gewürdigt haben, denn er ist ein Meisterwerk. Kein Remake, keine x-te Fortsetzung, sondern ein Original. Mich hat er sehr bewegt, auch wenn er kein perfekter Film ist, aber Meisterwerke müssen nicht perfekt sein, sondern mitreißen, andersartig sein und lange in Erinnerung bleiben - und das hat er geschafft. Cloud Atlas ist ganz großes Kino.
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104 von 136 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?", 16. Dezember 2012
Von 
Lux Aeterna - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas [Blu-ray] (Blu-ray)
Grundgütiger, was für ein Film.
Und ja, um der ausdrücklichen Betonung willen gleich noch mal: Was. Für. Ein. Film!!

Aber alles der Reihe nach. Und erst einmal vorweg:
Da sich einzelne Anmerkungen, die mir bezüglich dieses Streifens wichtig erscheinen, direkt auf die Handlung bzw. deren dramaturgische Umsetzung beziehen, lassen sich vereinzelte SPOILER nicht gänzlich vermeiden. Ich werde jedoch selbstverständlich keinerlei essentielle Handlungsverläufe oder mögliche Twists vorwegnehmen. So sollten auch diejenigen, die bislang noch nicht die Möglichkeit hatten, "Cloud Atlas" zu sehen, ein wenig mehr über den Film erfahren können, ohne dass ihnen im Zuge dessen Spaß und Spanung verdorben werden.

Zudem bitte ich um Nachsicht dafür, dass die hiesige Rezension "etwas" umfangreicher ausfällt. Der Film präsentiert sich nach meinem Empfinden als dermaßen facettenreich, dass ich das Gefühl hätte, seiner vielgesichtigen Imposanz einfach nicht hinreichend gerecht zu werden, wenn ich mich nur auf ein paar knappe Infos beschränkte.

Zu guter letzt gilt natürlich auch diesmal, wie generell immer und für jede Rezension eines jeden Nutzers hier:
Ich breite hier allenfalls eine Einzelmeinung, nämlich eben meine ganz persönliche (und damit hochgradig subjektive) Einschätzung über den Film aus. Wer immer den Streifen gegenteilig bewerten möchte oder dies bereits getan hat - nur zu! Wenn man "Cloud Atlas" zugesteht, die ein oder andere sehr wahre Botschaft zu vermitteln, dann unter anderem sicherlich jene, dass es für uns alle von ungemeiner Bedeutung ist, den Lauf der Welt stets kritisch zu hinterfragen und Bestehendes nicht einfach unwidersprochen stehen zu lassen. Kurzum: Gegenläufige Meinungen, fundiert und nachvollziehbar dargelegt, erweitern die Perspektive und den Erkenntnishorizont.

Letzterer, der Erkenninshorizont, hat sich bei mir schon beim (aus lauter Begeisterung gleich wiederholten) Ansehen des Trailers zu "Cloud Atlas" gehörig verschoben. Über was für einen vielversprechenden cineastischen Appetizer ich da zufällig gestolpert war! Gleich mehrere Handlungsstränge wurden angedeutet, allesamt in unterschiedlichen Zeitepochen angesiedelt, und offenbar doch auf geheimnisvolle Weise miteinander verknüpft ("Alles ist verbunden"). Der Text aus dem Off - tendenziell pathetisch, zugegeben, aber dennoch - oder gerade deswegen - eine wohlige Gänsehaut erzeugend:

"Unsere Leben gehören nicht uns.
Von der Wiege bis zur Bahre
sind wir mit anderen verbunden
in Vergangenheit und Gegenwart.

Und mit jedem Verbrechen
und jedem Akt der Güte
erschaffen wir unsere Zukunft."

Pfuhhh. Und WOW!
Und diese Bilder! Was für eine visuelle Opulenz! Diese einfühlsame, berührende Musik, herrlich schön! Und all das, man glaubte es kaum, sollte - *Irritation pur* - ein deutscher Film sein??

Wir Deutschen mögen zwar, das muss man einfach eingestehen, für alles Mögliche bekannt sein, nicht jedoch unbedingt für die Produktion ganz, ganz, ganz großen Kinos. Im Allgemeinen begnügen wir uns damit, uns von Herrn Schweiger keinohrhasig bekokowäähen zu lassen. Eine etwas verschrobene Eigenart? Geschenkt.
Wenn einem Streifen dann aber doch mal ein wenig internationale Aufmerksamkeit zukommt, dann entweder, weil es sich um fulminanten Herbig'schen Humor handelt, den die Welt noch immer nicht wirklich von unsereinem erwarten würde, oder weil wir uns schonungslos selbstkritisch und zugleich enorm sehenswert mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen, idealerweise natürlich - das geht immer - unter Rückgriff auf Nazis im Allgemeinen oder Adolf Obernazi im Besonderen.

"Cloud Atlas" hingegen bricht mit dieser etwas eingerosteten Tradition auf solch eindrucksvolle Weise, dass ich mich, als es dann endlich soweit war, den Streifen erstmalig zu sehen, mehrfach bei einem Anflug von unterschwelligem Stolz ertappte: Krauts können Kino!
Die Kooperation von Regisseur Tom Tykwer mit den beiden "Matrix"-Veteranen Andrew und Lana Wachowski erweist sich - ja, man muss es so sagen - geradezu als Segen der Filmkunst, als eine sich offenkundig gegenseitig kreativ befeuernde Troika, ein schöpferisches Gespann, das dem Zuschauer ein grandioses visuelles und klangliches Feuerwerk darbietet, welches seinesgleichen sucht.

Doch worum geht es überhaupt?
Diese Frage ist bei dem hier rezensierten Film nicht wirklich leicht zu beantworten; annähern kann man sich einer möglichen Antwort wohl am ehesten mittels einer zunächst einmal rein formalen Beschreibung: "Cloud Atlas" präsentiert dem Zuschauer episodenhaft einzelne Schicksale von Personen, die innerhalb der Zeitspanne von 1849 bis 2346 in sechs gänzlich unterschiedlichen Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten leben und sich während ihres Daseins jeweils auf die ein oder andere Weise mit bedeutsamen ethischen Prüfungen konfrontiert sehen.
Treibendes Motiv ist hierbei offenbar maßgeblich das menschliche "Streben nach mehr", die unstillbare Gier nach Ressourcen, nach Dominanz, nach Herrschaft über andere - sei es in Form der Macht von Gutsbesitzern über ihre Sklaven, in Form von skrupelloser Gewalt eines kriminellen Energie-Konsortiums gegenüber seinen Kritikern oder in Form der Allmacht einer künftigen Konzernokratie über Wohl und Wehe ihrer Arbeitsklone - denn

"stets wandern die Schwachen
den Starken in den Rachen"

- ein gnadenlos treffender Leitsatz, der keinesfalls nur metaphorisch zu verstehen ist, sondern in den futuristischen Episoden durch kannibalistische Elemente in seiner buchstäblichen Realisierung gipfelt.
Der strigente rote Faden ist, in diesem Zusammenhang naheliegend, das Auflehnen einzelner Charaktere gegen diese vermeintlich unumstößliche ewige Ordnung, ein Aufbegehren gegenüber anscheinend zwingend gültigen erbarmungslosen Normen. Auch dies wieder in vollkommen unterschiedlicher Art und Weise und auf vielfältigen Ebenen - im Kleinen etwa hinsichtlich sozialer Konventionen, bezüglich sexueller Präferenz, als Emanzipationsprozess vom musischen Mentor oder Widerstand gegen die despotische Belegschaft eines Seniorenheims; im ganz großen Umfang hingegen durch den Versuch eines gesamtgesellschaftlichen Umsturzes.

Dass derlei keinesfalls leicht verdaubare Kost ist, sondern enorm polarisieren kann, lässt sich wohl nicht zuletzt an den - bisweilen sehr bezeichnenden - Reaktionen auf den Film anschaulich ablesen:
In den USA beispielsweise hat man ihm seitens diverser Kritiker sowie in einschlägigen Rezensionen geifernd eine klar europäisch eingefärbte "liberal agenda" attestiert, weil er es unter anderem doch tatsächlich wagt, halb im Meer versunkene Städte anzudeuten und damit den Klimawandel in den Bereich des eventuell Möglichen zu rücken. Ja, dem Streifen wurde gar (und dies nicht etwa aus Russland) "gay propaganda" unterstellt, weil er die Unverfrorenheit besitzt, ein verliebtes Männerpaar zu zeigen - und selbst hierzulande, in unserer ach so aufgeklärten und toleranten Gesellschaft, musste ich bei den von mir besuchten Vorstellungen ernüchtert feststellen, dass es nach wie vor ganz offenbar nicht wenige erwachsene (!) Menschen gibt, die den Anblick eines Kusses zweier Männer auf der Leinwand mit lautstark gegrölten Ekelsbekundungen quittieren. Was tut man(n)cher Zuschauer nicht alles für die eigene Reputation in seiner Peergroup ganzer Kerle.

Es liegt auf der Hand, dass - nicht nur, aber auch - eine derart konfrontative Perspektive ihren Teil dazu beitragen dürfte, dem ein oder anderen Zuschauer einen aufgeschlossenen Zugang zu den mannigfaltigen inhaltlichen Ebenen von "Cloud Atlas" zu erschweren oder sogar vollends zu verbauen.
Dabei zeigt sich immer wieder, wie belebend gut es dem Film tut, dass seine Struktur gerade nicht der sehr strikten pyramidalen Gliederung der Buchvorlage von David Mitchell folgt, sondern dass die individuellen Handlungsstränge vielmehr parallel laufen und stellenweise ineinandergreifen - denn somit werden deren Gleichrangigkeit und enge Verwobenheit zusätzlich hervorgehoben. Zugleich jedoch führt dies, und das ist wiederum die Kehrseite dieser Medaille, zu einer dichteren Komplexität des Stoffes. Das macht "Cloud Atlas" zwar nicht gleich zu einem undurchdringlich-monströsen Buch mit sieben Siegeln, nimmt den Zuschauer aber schon etwas mehr in Anspruch als jene Filme es tun, von denen man sich gemeinhin einfach "berieseln" lässt. Hier ist der Rezipient schon kontinuierlich gefordert, das jeweilige Geschehen halbwegs aufmerksam zu verfolgen und mitzudenken, um sich angesichts häufiger Sprünge durch Zeiten, Orte und Handlungsstränge nicht in dem vermeintlichen Wirrwarr der Dramaturgie zu verheddern und auf diese Weise den kontextuellen Anschluss zu verlieren.

Auch greift es wohl zu kurz, wenn man der Versuchung erliegt, ausschließlich nach inhaltlichen Querverweisen zwischen den einzelnen Epochenhandlungen Ausschau zu halten. Natürlich gibt es zahlreiche - mitunter nur winzige, gut versteckte, flüchtige - Details, mittels derer ein Handlungsstrang auf einen anderen Bezug nimmt; dennoch erscheint es mir tückisch, sich dermaßen im Klein-Klein zu verlieren, weil das große Ganze, die all dies zusammenhaltende erzählerische Klammer, dann nur allzu rasch aus dem Blick gerät und man sich - wie einigen meiner Freunde und Bekannten bei zwei gemeinsamen Kinobesuchen widerfahren - am Ende nur noch fragend den Kopf kratzt, weil man letztlich nicht zu erschließen vermochte, was einem der Film möglicherweise sagen möchte.

Dennoch gibt es natürlich enorm viel zu entdecken, sowohl rein optisch als auch hinsichtlich diverser inhaltlicher Feinheiten. Selbst akustisch wagt sich der Film auf ungewöhnliches Terrain vor, indem die Degeneration der Menschheit in der Zukunft nicht nur optisch inszeniert wird, sondern auch sprachlich ihren Niederschlag findet, da die Kommunikation der Nachgeborenen mit nurmehr rudimentärer Grammatik und nachlässiger Artikulation im Auslaut der Worte vonstatten geht.

Ich habe mir "Cloud Atlas" bewusst ein zweites Mal angesehen, um mich sukzessive an die Fülle von Details heranzutasten, die dieses Werk bereit hält, und bin mir sicher, noch längst nicht alle Nuancen entdeckt zu haben. So wurde mir auch erst beim nochmaligen Kinobesuch vollumfänglich bewusst, wie frappierend die Parallelen zwischen dem Schicksal eines der Charaktere und der Passion Christi sind; die Stilisierung der entsprechenden Filmfigur zur messianischen Erlöserin wird an manchen Stellen ja sogar explizit betont, so etwa durch Verweise auf die Kreuzigung.

Nicht zuletzt die bemerkenswerte und faszinierende Entscheidung der Regisseure, den Schauspielern über die diversen Epochen verteilt gleich mehrere Rollen zuzuweisen, stellt die Experimentierfreude der drei künstlerischen Leiter unter Beweis - und betont zugleich die ewige Wirkungsmacht der oben erwähnten Motivik über die Jahrhunderte hinweg sowie die Verknüpfung der gezeigten Geschehnisse.
Dass hierbei gar die Schranken der Geschlechtlichkeit aufgehoben werden und die Darsteller bisweilen Figuren des jeweils anderen Geschlechts verkörpern, mag manchem Zuschauer als zu abgefahren aufstoßen, belegt meines Erachtens jedoch den Mut der Regisseure und das enorme Engagement der Schauspieler.
Und wenn man sich in diesem Kontext vor Augen führt, dass Co-Regisseurin Lana Wachowski noch vor wenigen Jahren Laurence hieß und biologisch ein Mann war, erhält diese Facette des Changierens zwischen den Geschlechterrollen noch einmal eine besondere Bedeutung, welche von dem Film - mit dessen leidenschaftlichem Plädoyer für die Standhaftigkeit gegenüber gesellschaftlichen Konventionen - in beinahe berührender Weise aufgegriffen wird.

Nun ja, zugegeben: Einige der Dialoge, die uns in dem Streifen begegnen, mögen leicht prätentiös und bisweilen esoterisch durchsetzt wirken - und ja, mit ein wenig Pedanterie könnte man sicherlich auch auf hohem Niveau jammern und - durchaus berechtigterweise - die ein oder andere logische bzw. stilistische Ungeschicklichkeit monieren (die aufdringliche Holzhammermethode, "das Böse" in einem der Erzählstränge als handelnde Figur zu personifizieren, erschien mir beispielsweise unnötig und fehl am Platze). Doch solcherlei marginale Mankos reichen meines Erachtens bei Weitem nicht aus, diesen in so vielerlei Hinsicht einmaligen Film pauschal abzuqualifizieren oder gar zu diskreditieren; er ergibt vielmehr noch immer ein in sich schlüssiges und mehr als überzeugendes Gesamtbild.

Mein persönliches Fazit also:
Ein aus meiner Sicht visuell, auditiv und narrativ mitreißendes, durch seine beeindruckende Detailverliebtheit und erzählerische Vielschichtigkeit fesselndes, inhaltlich tief- und ergreifendes, dadurch sowohl zum Lachen als auch gleichermaßen zum Weinen verleitendes, mit einem Bouquet eindrucksvoll inszenierter Szenen aufwartendes Epos. (Allein schon die Konfrontation Sonmis mit dem Archivar - WOW!! Vor allem gegen Ende fröstelte es mich, so brachial war die Wirkung dieses höchst intensiven und folgenreichen Zwiegesprächs.)

Ich kann und möchte "Cloud Atlas" somit all jenen InteressentInnen wärmstens empfehlen, die ungewohnten Perspektiven und experimentellen Erzählstilen gegenüber aufgeschlossen sind - um dann für drei Stunden in die vielgestaltige Welt eines cineastischen Meisterwerks einzutauchen, welches seinem Zuschauer so viel zu bieten hat, dass man die überbordende Fülle an Impressionen erst einmal ein paar Tage sacken lassen muss.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Cineastischer Wahnwitz mit rotem Faden, 6. Februar 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas (DVD)
Nachdem ich »Cloud Atlas« im Kino gesehen hatte und dabei nur einen Teil der vielen Fäden, die mir in die Hand gespielt wurden, verknüpfen konnte, war ich ebenso verwirrt wie fasziniert. Deshalb habe ich mich der Sogwirkung des Streifens nach vielen Monaten erneut im Heimkino ergeben – und dies gleich zwei Mal hintereinander!

Fasziniert war und bin ich von dem Werk aufgrund seiner Vielschichtigkeit und der Neugierde, die bei mir geweckt wurde, wie denn die verschiedenen Figuren in Zeit und Raum zusammenhängen. Dies auf Anhieb zu verstehen, fällt schwer, denn durch diverse, teilweise harte Schnitte wird der Zuschauer immer wieder in ein gänzlich anderes Szenario katapultiert, statt sauber mit der Zeitmaschine von Stockwerk zu Stockwerk zu reisen. Recht schnell wird jedoch deutlich, dass der scheinbare Wahnwitz der Erzählung einer Methode folgt, über einen starken roten Faden verfügt und eine klare Struktur aufweist.

Phantastisches Puzzle

Gedanklicher Zusammenhalt des Filmepos ist eine Melodie – das »Wolkenatlas Sextett«, das von einem Komponisten in Gedanken an seine von ihm getrennt lebende große Liebe geschrieben wird. Es verkörpert die Vorstellung, dass Menschen sich in verschiedenen Leben und verschiedenen Epochen immer wieder begegnen – und sei es durch die Konsequenzen ihres Handelns. Im Film klingt diese Musik mal in einem diesseitigen Schallplattenladen, mal in einem futuristisch-alptraumhaften Café an, in der alle Kellnerinnen dasselbe Gesicht haben.

Der gesamte Film dreht sich nun um unsere Taten, seien sie gut oder schlecht und um die Auswirkungen, die jede einzelne von ihnen und damit jeder Einzelne von uns auf den Fortgang der Weltgeschichte bis hin zum Fortbestand unseres Planeten hat. Unsere Leben gehören uns nicht allein, wird in sechs verschachtelten Geschichten behauptet. Vielmehr seien wir alle miteinander verbunden mit anderen Menschen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Glaube und Liebe seien maßgebliche Kräfte, die ihren Ursprung weit vor unserer Geburt nehmen und unser Leben bestimmen. Kurz: Was auch immer wir tun, es hat Auswirkungen auf das, was folgt, mag es auch noch so unbedeutend scheinen.

Um dies zu veranschaulichen, werden sechs Geschichten erzählt, die eng miteinander verwoben sind und immer wieder Bezug aufeinander nehmen.

Verwobene Geschichten

Da durchpflügt der amerikanische Anwalt Ewing 1849 im Auftrag von Sklavenhändlern den Pazifik, wo er mit der Unterdrückung der Maori konfrontiert und von einem geldgierigen Arzt mit Gift »behandelt« wird. Der Anwalt verfasst auf der Heimreise ein Tagebuch, dessen eine Hälfte dem Komponisten und späteren »Wolkenatlas-Sextett«-Schöpfer Robert Frobisher 1936 in die Hände fällt. Dieser wird durch die Lektüre des Berichts derart angeturnt, dass er seine verflossene große Liebe Rufus Sixsmith bittet, den zweiten Teil des Buches für ihn zu suchen.

Sixsmith wiederum begegnet Jahrzehnte später in einem steckengebliebenen Aufzug einer jungen Reporterin namens Luisa Rey, die einem Geheimnis um einen defekten Atom-Meiler auf der Spur ist. Er hinterlässt ihr die Briefe seiner Jugendliebe Frobisher. Nach einer spannenden Verfolgungsjagd trifft die Journalistin Sixsmiths Nichte und tauscht die Briefe gegen einen Hintergrundbericht über den defekten Reaktor.

Luisa Reys Reportage fällt 2012 dem Verleger Timothy Cavendish auf, der sie als Buch verlegt, nachdem er auf wundervolle Weise aus einem geschlossenen Altenheim flieht, in das ihn sein rachsüchtiger Bruder gesteckt hat. Bei seinem Ausbruch aus dem Seniorengefängnis erklärt er: »Das ist Verstoß gegen die Bestimmungen des Freiheitsschutzgesetzes. Ich werde diesen kriminellen Missbrauch nicht tolerieren.« Er schreibt sein Leben auf, es wird verfilmt.

Anno 2144 sieht diesen Spielfilm in einer futuristischen Welt ein Klonsklavin namens Sonmi-451, die von Rebellen vor der Verarbeitung zu Biomasse gerettet wird. Inspiriert durch den rebellischen Aufruf von Cavendish verfasst Somni selbst einen Appell zur Freiheit und klärt über die Verbrechen der Herrschenden auf. Noch während ihre Rede ausgestrahlt wird, stürmen Regierungssoldaten die Sendestation. Das Mädchen wird verhaftet und vor ihrer Hinrichtung von einem Archivar über ihre Erlebnisse befragt. Die Veröffentlichung der Wahrheit macht sie zu einer gottgleichen Heldin, an die viele Menschen glauben.

Im Jahr 106 nach der Apokalypse, mit der die Erde in die Eisenzeit zurückgebombt wurde, trifft der Ziegenhirte Zachary auf Meronym, eine der letzten Vertreterinnen der einstigen Hochkultur, die zu Handelszwecken mit seinem Volk Kontakt hält. Er führt sie auf ihr Bitten durch ein von Menschenfressern beherrschtes Gebiet auf die Spitze eines heiligen Berges. Dort steht die Kommunikationsstation, von der Somni einst ihren Freiheitsaufruf ins Weltall schickte. Mittels dieser Anlage gelingt es, Kontakt zu anderen bewohnten Planeten aufzunehmen, die Hilfe schicken, um die beiden von der verseuchten Erde abzuholen.

Der Film klingt aus, wie er begann: Ein alter Mann, eben der einstige Ziegenhirte Zachary, erzählt Kindern seine Geschichte und zeigt ihnen am Sternenhimmel, von welchem blauen Planeten er stammt. Eine anfangs scheinbar heillos verworrene Geschichte fügt und rundet sich auf wundervollste Weise.

Grandiose Schauspieler

Nach drei bisweilen verwirrenden Stunden wird im Abspann des Filmes verraten, welche unglaublichen Leistungen die Schauspieler samt ihrer Kostüm- und Maskenbildner in dem Opus geleistet haben. Denn alle Hauptdarsteller verkörpern jeweils sechs verschiedene Rollen und spielen in jedem der sechs Teile der Geschichte mit. Männer spielen Frauen und umgekehrt, sie schlüpfen in verschiedene Rassen, Klassen und Nationalitäten.

Hugh Grant ist einmal der Anführer der Kannibalen, dann der kriminelle Reaktorboss und auch der Bösewicht, der seinen eigenen Bruder in ein Altengefängnis sperrt. Halle Berry interpretiert mal Meronym, mal die Journalistin Luise Rey, mal einen sadistischen Doktor, dann eine deutsche Jüdin. Hugo Weaving brilliert als sadistische Oberschwester, Doona Bae verkörpert Somni. Tom Hanks spielt einen Hoteldirektor in einer Absteige in Edinburgh, aber auch den Eingeborene Zachary. Jim Broadbent, Hugh Weaving, Ben Wishaw – sie alle tragen dazu bei, ein vielschichtiges Kunstwerk zu entwerfen, das – ohne Übertreibung – seinesgleichen sucht.

Genretechnisch gibt es einen klassischen Krimi im Stil des Film Noir, ein Science-Fiction-Abenteuer, eine wundervolle Komödie, einen packenden Historienfilm. Es gib wilde Verfolgungsfahrten, Ballerszenen und furiose Kämpfe, Hetzjagden, Szenen voller Melancholie und Wehmut … Man könnte aus dem Film bequem mehrere Spielfilme schneiden.

Mein Fazit

»Cloud Atlas« ist nicht nur der teuerste deutsche Film aller Zeiten. Er ist auch einer der anspruchsvollsten und verschlungensten Streifen, den ich je gesehen habe. Schauspielerisch hochkarätig besetzt, meisterhaft inszeniert und in jedem Augenblick für eine Überraschung gut. Die Regisseure Andy und Lana Wachowski im Gespann mit Tom Tywker haben Unvergleichbares geleistet. Wer bereit ist, sich auf ein gänzlich neues Sehen einzulassen, der wird mit diesem Film reich beschenkt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse !!, 1. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas (DVD)
Erste Sahne ! Ein toller Film zum nachdenken und ein toller Film zum mitdenken . Etwas verwirrend klar , aber wer den Film versteht wird begeistert sein . Super Filmmusik und ein Meisterwerk filmischer Verwandlungskünste verschiedenster Epochen . Ich war sofort begeistert und krieg immer noch ne Gänsehaut bei dem Soundtrack .
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Mit jedem Verbrechen und jedem Akt der Güte erschaffen wir unsere Zukunft.", 3. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas (DVD)
Wenn ein Film mit jeder Menge großer Namen aufwartet, sich bereits im Vorfeld das Prädikat "Anspruch" auf die Fahne schreibt und gleich mit diversen Vorschusslorbeeren daherkommt, bin ich grundsätzlich etwas skeptisch, sind doch gerade letztere oftmals eher eine Bürde als eine Empfehlung, weil sie in der Regel eine gewisse Erwartungshaltung auslösen.
Außerdem muss das, was diverse kulturbeflissene Filmkritiker überschwenglich als "Film des Jahres" und als "künstlerische Offenbarung" bezeichnen, nicht zwangsläufig das sein, was auch einem breiten "ganz normalen" Publikum gefällt.
Dennoch habe ich mich an Tom Tykwers Verfilmung von David Mitchells Roman "Cloud Atlas" (den ich nicht gelesen habe, Aussagen zur Werktreue des Filmes können daher von mir nicht gemacht werden) gewagt und habe es nicht bereut.
Dabei macht es einem der Film vor allem am Anfang ganz und gar nicht leicht, ihn auf Anhieb zu mögen, sehr häufig springt der Film zwischen einer ganzen Handvoll unterschiedlichster Geschichten hin und her, deren Zusammenhang sich dem Zuschauer erst ganz allmählich erschließt.
Da ist einmal ein junger Anwalt, der Mitte des 19. Jahrhunderts die Pazifischen Inseln bereist und sich mit einem entflohenen Sklaven anfreundet,
ein junger Musiker, der in den Dreißiger Jahren seinem Geliebten von seiner Zusammenarbeit mit einem bekannten Komponisten schreibt (meine persönliche Lieblingsgeschichte des Filmes, wunderbar gespielt von Ben Whishaw und Jim Broadbent),
eine junge Enthüllungsjournalistin in den Siebziger Jahren, die einen Umweltskandal aufdeckt,
ein alternder Verleger der Gegenwart, der von seinem Bruder in ein Altersheim eingewiesen wird,
eine koreanische Klonfrau, die sich im 22. Jahrhundert gegen die Ausbeutung durch die herrschende Klasse zur Wehr setzt
und ein Ziegenhirte, der in einer postapokalyptischen Dystopie auf eine Frau eines hoch technisierten anderen Volkes stößt.
Dabei hat mich die letztgenannte Geschichte, die auch als Klammer für den Film fungiert, indem ihr Hauptprotagonist gleichzeitig Erzähler aller Geschichten ist, leider nicht wirklich überzeugen können.
In erster Linie dürfte dies an der für mich irgendwo zwischen lächerlich und nervtötend klingenden Sprechweise der Protagonisten mit jeder Menge "Tuwort-Konstruktionen" ("Wie tut Euer Schiff schwimmen tun?") liegen, die im Deutschen Sprachgebrauch in erster Linie mit frühen Sprechversuchen von Kleinkindern konnotiert sind.
Da ich lediglich die deutsche Synchronfassung des Filmes gesehen habe und daher nicht beurteilen kann, ob dieses Problem auch in der Originalversion besteht oder eventuell nur durch die Verfasser der deutschen Sprachfassung verbrochen wurde, will ich dies nicht unbedingt in meine Bewertung des Filmes einfließen lassen.
Leider jedoch hat mich dieser Handlungsstrang auch sonst nicht überzeugen können, mir war diese seltsame Zukunftsvision arg abgehoben, und so, wie Tom Hanks, begleitet von einer seltsamen Gestalt (offenbar eine nur von ihm wahrnehmbare fleischgewordene "innere Stimme", die ihm verschiedene Handlungen mehr oder weniger erfolgreich ein- beziehungsweise auszureden versucht) und in Omas Häkelstola gehüllt, teilweise recht abwesend wirkend durch dieses postapokalyptische, stark esoterisch angehauchte "Wawaland" wandert, könnte man annehmen, er habe dabei ohnehin die ganze Zeit lang immer nur an Jennie gedacht...
Aber dies ist, wie gesagt, nur einer von sechs Handlungssträngen, die teilweise auch in sich noch relativ komplex sind.
Die fünf anderen dagegen haben mich durchaus jeder auf seine Art berührt.
So unterschiedlich diese Geschichten auch sind und so viele verschiedene Genres sie auch abdecken, Abenteuerfilm, Drama, Thriller, absurde schwarze Komödie, Science Fiction und Dystopie, so sehr kreisen sie doch immer wieder um dieselben Themen und Theorien:
Alles ist verbunden, jede Zukunft ein Produkt der Vergangenheit und worauf es im Leben in erster Linie ankommt, ist Mut:
Mut zu Freundschaft und Liebe über alle gesellschaftlichen und sozialen Grenzen hinweg und Mut, sich für seine Überzeugungen und Ideale, vor allem aber für Freiheit und Gerechtigkeit, einzusetzen, selbst dann, wenn man dafür möglicherweise einen hohen Preis bezahlen muss.
Schade ist, daß der Film am Schneidetisch extrem zerhackstückelt wurde, es wird ständig, oftmals bereits nach wenigen Sätzen, zwischen den einzelnen Geschichten hin- und hergeschnitten, was leider zur Folge hat, daß man oft viel zu kurz bei einem Fetzen einer der Geschichten bleibt, um von dieser wirklich berührt werden zu können.
Teilweise sind die Schnitte zwar sehr geschickt gesetzt, so werden zum Beispiel mehrfach Monologe von einem zum nächsten Handlungsstrang übergeleitet und passen dabei zu beiden, was die Kernaussage des Filmes, daß über alle Zeiten alles miteinander verbunden ist und in Zusammenhang steht, sehr schön unterstreicht, aber etwas weniger an ständigen Schnitten zwischen den einzelnen Geschichten hätte dem Film meiner Meinung nach gut getan.
Trotz der genannten Kritikpunkte gibt es von mir vier Sternchen, weil ich eine gewisse Schwäche für ungewöhnliche Filme habe und "Cloud Atlas" trotz einiger Schwachpunkte viele wunderbare, berührende und sogar einige wirklich witzige Momente sowie zahlreiche im Gedächtnis bleibende Figuren, Zitate und Bilder zu bieten hat.

Die Schauspieler treten überwiegend in (fast) allen Handlungssträngen in unterschiedlichen Rollen auf und sind unter ihren Masken teilweise kaum zu erkennen (Hugh Grant zum Beispiel habe ich nur in einer Rolle erkannt, obwohl er, wie ich erst danach gelesen habe, tatsächlich in allen sechs Handlungssträngen mitgespielt hat).
Wenn dies für die Theorie einer Art von "Wiedergeburt" stehen sollte und dafür, daß man in unterschiedlichen Leben immer wieder denselben Menschen begegnen kann (wovon ich ausgehe, zumal Tom Hanks in einer Szene zu Halle Berry sagt, er habe bereits beim ersten Blick das Gefühl gehabt, sie zu kennen), dann ist auch interessant, daß die von den jeweils selben Schauspielern dargestellten Personen durchaus nicht immer demselben Typus entsprechen, sondern in den verschiedenen Handlungsebenen teilweise extrem unterschiedliche Charaktere verkörpern, so werden zum Teil aus "Guten" "Böse" und umgekehrt, ganz zu schweigen vom Wechsel von Nationalitäten, Geschlechtern und Ethnien.

Fazit: Wer sich nicht bereits im Vorfeld von einem fast dreistündigen Film mit philosophischen Ansätzen schrecken lässt, der über weite Strecken eher den Kopf als das Herz anspricht und der noch dazu keine durchgehende Geschichte, sondern viele sehr unterschiedliche kleine Geschichten erzählt, von denen einem möglicherweise nicht jede gleichermaßen gut gefallen wird, dem kann ich nur empfehlen, es mit "Cloud Atlas" zu versuchen.
Es ist in jedem Fall ein ausgesprochen ungewöhnliches Filmerlebnis, aus dem wohl jeder Zuschauer etwas anderes für sich entnehmen wird und welches bei mir trotz diverser Schwächen eine ganze Weile nachgeklungen hat.
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27 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Um was geht es in CLOUD ATLAS? Um alles! Wann spielt er? Immer!, 17. April 2013
Von 
H. Weisser "Sunny Mars" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas [Blu-ray] (Blu-ray)
>>> ZUM FILM <<<
David Mitchell schrieb mit CLOUD ATLAS ein Werk, das Jahrhunderte und Generationen umspannt, keine linieare Erzählstruktur besitzt und das seine Leser gerade aufgrund dieser Erzählweise sehr fordert. Trotzdem - oder gerade deshalb? - avancierte der Roman innerhalb kurzer Zeit zu einem Titel, der eine große Fangemeide besitzt. Nun nahm sich Tim Tykwer zusammen mit den Wachowskis (MATRIX) der Romanvorlage an. Gemeinsam schufen sie ein beeindruckendes Stück Film, das in jeder Minute überzeugen kann - und erlitten damit an den internationalen Kinokassen einen finanziellen Schiffbruch allererster Güte!

Und zugegeben: Der Film macht es seinen Zuschauern - zumindest anfangs - nicht leicht. Scheinbar wahllos werden Szenen aus unterschiedlichen Epochen gezeigt und nach kurzer Zeit abrupt wieder beendet. Und so dauert es auch eine gewisse Zeit, bis der Zuschauer sich im anfänglichen Wirrwarr der Jahre 1849, 1936, 1973, 2012, 2144 und 2346 zurecht findet. Dieses Wirrwarr wird dadurch vergrößert, dass die Sprünge durch die Jahrhunderte nicht in chronologischer Reihenfolge erfolgen. Scheinbar willkürlich wird vor, zurück und dann wieder weit in die Zukunft gesprungen. Ich verstehe daher jeden, der sich mit dieser Form der Erzählweise nicht anfreunden kann und nach einer halben Stunde das Kino verlassen hat bzw. die Disc in die Ecke pfeffert.

NUR: Jenen, die sich dafür entscheiden, den Film nicht zu Ende zu schauen, dürfte unter Umständen ein Erlebnis entgehen, dessen Einzigartigkeit und Faszination man kaum in Worte fassen kann. Ich für meinen Teil konnte mich nach einer gewissen Zeit mit der Erzählstruktur anfreunden und war mit zunehmender Spieldauer zunehmend begeistert. Denn - Überraschung - urplötzlich war für mich ein roter Faden erkennbar, der die scheinbar grundverschiedenen Geschichten miteinander verbindet. Man muss als Zuschauer jedoch offen sein für Begriffe wie "Karma", "Wiedergeburt" oder "Schuld und Sühne". Und wenn man bereit ist, seine Erwartungen an eine lineare Erzählstruktur über Bord zu werfen und man dabei gleichzeitig offen ist für die mataphysischen bzw. phantastischen Elemente der Geschichte, dann - und nur dann! - ist CLOUD ATLAS ein Film, den man als Meisterwerk bezeichnen kann. Ich weiß noch nicht, ob er das für mich ist. Dazu ist meine CLOUD ATLAS-Erfahrung noch zu frisch. Eines kann ich jedoch zweifelsfrei sagen: Der Film hat mich mächtig beeindruckt und wirkt auch noch heute - mehrere Tage nach der Erstsichtung - gewaltig in mir nach.

Interessant ist auch, dass der rote Faden in CLOUD ATLAS - ich habe mich mit mehreren Freunden über den Film unterhalten - von vielen Zuschauern unterschiedlich interpretiert wird. Natürlich steht das Reinkarnationsthema im Mittelpunkt. Doch darüber hinaus sagen z.B. die einen "Es geht vor allem darum, nach Hause zu kommen.", wohingegen andere in dem Film eher Themen wie "Religion" oder "Befreiung bzw. Freiheit" behandelt sehen.

Für sehr gelungen halte ich übrigens den in der 2012er-Geschichte ausgerufenen Satz "Soylent Green ist Menschenfleisch". SciFi-Fans haben sicher sofort erkannt, welcher 70er-Jahre-Klassiker dort zitiert wurde. Aber auch dieser scheinbar grundlos in den Raum geworfene Satz war alles andere als zufällig - was zumindest jene Zuschauer bestätigen können, die den Film zu Ende geschaut haben... ;-)

Zum gelungenen Filmerlebnis tragen neben den bereits erwähnten Aspekten die durchweg überzeugenden Schauspielerleistungen, mehr aber noch die beinahe durchweg hervorragenden Masken bei. So gelingt es, jeden der Darsteller, die bis zu sechs Rollen spielen, in jedem Zeitalter oder in jeder Lebensphase authentisch wirken zu lassen.

Aber wie auch immer - CLOUD ATLAS ist tatsächlich ein Film, der eine, nein, der viele Geschichten ERZÄHLT, die inhaltlich und durch die Art der Inszenierung - auch über Raum und Zeit hinweg - geschickt miteinander verwoben sind; und er behandelt dabei ALLE großen Themen, die zum Nachdenken anregen. Action findet nur am Rande statt. Er ist somit vor allem ein Film fürs Hirn. Die atemberaubenden Bilder und die imposante Ausstattung dürften aber auch jene Zuschauer zufriedenstellen, die Wert auf optische Schauwerte legen. Eines ist CLOUD ATLAS jedoch sicher nicht: Ein Film, den man sich nur nebenher anschauen kann. Man muss der Handlung tatsächlich aufmerksam folgen, damit sie sich einem auch wirklich in allen Einzelheiten erschließt. Und wenn dies geschicht, dann geht es vielleicht auch anderen Zuschauern wie mir - denn ich habe einen wunderschönen und beeindruckenden Film gesehen, der mich in meinem tiefsten Inneren berührt hat...

>>> ZUR BLU-RAY <<<
BILD (gesehen auf 50 Zoll-Display)
Wow! Das Bild beeindruckt ebenso wie der Film und öiefert eine hervorragende Qualität, die den gezeigten Inhalten würdig ist. Zwar rauscht es ab und zu aber das fällt kaum auf und somit kaum ins Gewicht. Die übrigen Bildwerte wie Schwarzwert und Kontrast bewegen sich auf einem sehr guten bis hervorragenden Niveau

Ton (gehört mit 7.1-Set)
Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch im verlustfreien DTS-HD Master Audio 5.1-Format vor. Zur Tonqualität kann ich kaum etwas sagen. Es mag sich seltsam anhören aber der Film hat mich dermaßen gefesselt, dass ich mich nicht daran erinnern kann, ob der Ton nun übermäßig gut oder schlecht gewesen wäre. Ich hole dies aber nach, sobald ich den Film noch einmal angeschaut habe.

EXTRAS
- Trailer & Trailershow
- Making Of (werbelastig und recht uninteressant)
- kurzer Beitrag zur Europapremiere in Berlin
-> das Bonustaterial enttäuscht leider! Gerade bei einem Film dieses Kalibers hätte ich mir mehr Hintergrundinfos gewünscht.

>>> FAZIT <<<
Für diesen mutigen und ungewöhnlichen Film, der eine anspruchsvolle Handlung mit einer hollywoodreifen Inszenierung verbindet gibt es von mir DICKE 5 Sterne. Da außerdem die Technik (soweit ich sie schon beurteilen kann ;-) ) beeindruckt, gibts von mir auch insgesamt die volle Wertung!
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, für das die Welt nicht bereit war, 25. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas [Blu-ray] (Blu-ray)
Cloud Atlas: 110 Mio. Dollar Produktionskosten, 30 Mio. Einnahmen; ein Finanzieller Flop trotz hohem Budget und hochkarätiger Starbesetzung. Soweit zu den Zahlen und Fakten. Jemand der den Film nicht gesehen hat würde nun den voreiligen Schluss ziehen, der Film sei schlecht.
FALSCH GEDACHT!
Dieser Film ist absolut genial!
Schauen wir uns an warum: Im Gegensatz zu Hollywood-Action-Einheitsbrei enthält der Film kaum bombastische Explosionen oder todesmutige Stunts, er baut einzig auf die Dialoge und die Message, die er übermitteln will.
Die Handlung des Films erstreckt sich über ca. 500 Jahre und ist in 6 Größere Handlungsstränge unterteilt: Die Odyssee eines jungen Entdeckers im Amerika des 18 Jahrhunderts, ein genialer homosexueller Komponist in der Mitte des 20. Jahrhunderts, dessen Schicksal eine dramatische Wendung nimmt, eine Reporterin, die eine Verschwörung rund um ein neues Atomkraftwerk aufdeckt, ein Filmkritiker in Pension in unserer Zeit, der gegen seinen Willen in ein Altersheim gesteckt wird, ein Klon, der im Neo Seoul Mitte des 22. Jahrhunderts in einer vollautomatisierten Szene-Bar arbeitet und später Anführerin der Revolution gegen das korrupte Regime wird und ein Überlebender im 106. Winter nach dem thermonuklearen Niedergang der Kultur, der nach den Sternen greift (wortwörtlich). Der Clou dabei: Der Film besitzt eine Art dreidimensionalen Handlung: Es wird eine Art Über-Geschichte erzählt, die über den 6 eigenständigen Handlungssträngen steht und zeitliche Differenzen überwindet und trotz anderer Charaktere und Umstände ebenfalls eine in sich logische Handlung bildet. In jeder Geschichte gibt es daher "Gut" und "Böse", welche über die Zeiten fortbestehen. Handlungen der Charaktere in der Vergangenheit haben Auswirkungen auf ihre Reinkarnation in einer anderen Zeit und beeinflussen aufgrund der 3D-Erzählstruktur deren Situationen mehr oder weniger direkt.Die Übergänge zwischen den Szenen und Damit Zeiten und Charakteren sind dabei meisterhaft gelungen, oft verbindet nur ein Gegenstand, ein Dialogfetzen oder die Wandfarbe zwei komplett unterschiedliche Stimmungen, jedoch in kompletter Harmonie. Zudem sind die Handlungen zwar in sich abgeschlossen, überlappen aber teilweise, sodass die Charaktere in gealterter Form in anknüpfenden Teilen der Story auftauchen.Da es mehr Rollen als Schauspieler bei diesem Film gibt, mussten einige bis zu sechs Rollen spielen, in einer Epoche mal antagonistisch, mal protagonistisch. Dies war eine enorme Leistung zweierlei, einerseits Schauspielerisch, andererseits maskentechnisch (schminken Sie mal aus einem Asiaten einen Europäer!).
Der Soundtrack ist sehr überzeugend und komponiert(!), was heutzutage immer seltener wird wegen elektronischer musikeinflüsse. Die Bildgewalt ist atemberaubend und gleichzeitig minimalistisch, gar exzellent getroffen von Tykwer und den Wachowskies, Schauspieler wie Tom Hanks oder Halle Berry liefern wie bereits gesagt grandiose Leistungen ab. Aus diesen gründen scheue ich mich auch nicht davor, diesen Film zusammen mit Klassikern wie Fight Club oder Der Pate in einem Atemzug zu nennen.

Bei all der künstlerischer Brillanz, warum hatte der Film nun keinen Erfolg?
Ein Grund hierbei könnte sein, dass der Film schlicht für viele zu kompliziert ist, frei nach dem Motto: "ich gehe ins Kino um abzuschalten, nicht um mir den Kopf noch mehr zu zerbrechen" und die fast 3 Stunden Spielzeit abschreckend wirken. Andererseits behandelt er Themen wie Akzeptanz von Homosexualität und Suizid, Tod, Intrigen, Selbst- und Gesellschaftskritik und Reinkarnation, die viele menschen schlicht nicht interessieren oder nicht interessieren wollen, da sie sie aus moralischen oder religiösen Gründen ablehnen. Er arbeitet auch hin und wieder mit schwer verdaulichen Bildern, sodass eine FSK Einstufung ab 12 mangels Brutalität zwar gerechtfertigt ist, ein 12-jähriger aber wegen der Komplexität mit dem Film aber wohl nur wenig anfangen zu wissen wird. Zudem erklärt der Film dem zuschauer nicht explizit was er genau aussagen will, man muss sich selbst anstrengen um dahinter zu kommen und ihn in seiner gänze zu erfassen und zu verstehen.

Von daher, um mein Statement vom Anfang aufzugreifen: Die breite Masse war diesem Grad intellektueller Unterhaltung nicht gewachsen, sodass dieses Meisterwerk nicht auf die Art und Weise gewürdigt werden konnte, die er verdient hätte. Für alle, die einen smarten und wertvollen Film sehen möchten, kann ich diesen Streifen nur empfehlen, er wird Sie nicht enttäuschen. Angesichts der katastrophalen Einspielergebnisse rate ich zudem den Film insofern zu Würdigen dass sie für ihn z.B. in Form der Blu-Ray zahlen, der Preis ist gut und die Qualität einwandfrei.
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