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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten Filme der letzten 10 Jahre, wenn...
...ja wenn man in der glücklichen Lage ist, sich in ihn hineinversetzen zu können. Ich habe diesen Film im Kino zweimal gesehen, auf BlueRay bisweilen 3 Male. Erwähnt sei hierzu, dass das erste Betrachten des Films für mich sehr anstrengend war. So brauchte es etwa die erste Filmstunde, bis ich langsam begriff, was zum Teufel da überhaupt los ist...
Vor 13 Tagen von Gerrit Lücke veröffentlicht

versus
9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen FSK12: Die Untertreibung des Jahres
Über den Inhalt des Films kann man sicher streiten.
Nachdem es einige Zeit dauerte, bis wir in die Thematik fanden, ließ der Film uns auch nicht mehr los.
Einzelne Episoden, über die Jahrhunderte miteinander verknüpft. Der Zusammenhang war nicht immer
sofort zu erkennen. Die teilweise "nuschelnde" deutsche Synchronisation, tat ein...
Vor 10 Monaten von TreTre veröffentlicht


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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten Filme der letzten 10 Jahre, wenn..., 8. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas [Blu-ray] (Blu-ray)
...ja wenn man in der glücklichen Lage ist, sich in ihn hineinversetzen zu können. Ich habe diesen Film im Kino zweimal gesehen, auf BlueRay bisweilen 3 Male. Erwähnt sei hierzu, dass das erste Betrachten des Films für mich sehr anstrengend war. So brauchte es etwa die erste Filmstunde, bis ich langsam begriff, was zum Teufel da überhaupt los ist. Viele der tieferen Bedeutungen bzw. der Zusammenhänge verstand ich auch nach Verlassen des Kinos noch nicht. Aber Cloud Atlas wagt mit seiner Thematik und teilweise arg vorhandenen Hektik etwas, was zur Zeit so garnicht im Kino angesagt ist: Reflektions- und Epathie-Bereitschaft einzufordern. Leider hat der kursierende Trailer es nicht geschafft diese Grundvorraussetzungen zu vermitteln. Wie sollte er auch innnerhalb ein paar Minuten einen 3-Stunden-Brocken wie Cloud Atlas beschreiben?!
Nach dem ersten Kinobesuch verbrachten meine Frau und ich noch viele Stunden damit uns über unsere Eindrücke des Films auszutauschen. Gerade, wenn man es zulassen kann, dass die Figuren und ihr Schicksal einen persönlich berühren und man sich zwangsläufig fragen muss: "Wieviel von mir steckt dieser und jener Figur?" und "Wie hätte ich in dieser Sitation gehandelt und wie würde ich es mir wünschen?" Denn genau das bewirkt Cloud Atlas, wenn man sich in seiner persönlichen Lebenssituation bzw. seiner Persönlichenkeit darauf einlassen kann. Es war für mich eine wirklich bereichernde Erfahrung, etwas, dass ich äußerst selten durch einen Kinofilm angetriggert erlebt habe.
Allerdings liegt auch genau hier der Haken: Der Film nimmt keine Rücksicht auf Gemüter, die (in ihrer derzeitigen Lebenssituation) nicht bereit sind, sich und den Lauf der Welt zu hinterfragen. Es wird schon klar deutlich, dass die Grund-Eszenz des Films verheisst: "Es gibt keine Schwarz oder Weiss, es gibt keine Konvention auf dieser Welt, die nicht aufgehoben werden könnte. Das Leben ist NICHT entweder / oder!" Vielmehr entlarvt Cloud Atlas diejenigen, die blindlinks einer bestimmten "Weltordnung" folgen als Sklaven eben jener. Diese Figuren sind im Film oft Täter aus Angst, ohne sich selbst als solche zu empfinden. Angst gleichermaßen vor den (unbekannten) Schöpfern ihres Hamsterrades, als auch vor dennen, die aus diesem Hamsterrad abspringen könnten und sie allein zurücklassen könnten...
Dies macht der Film aber teils auf eine derart verschachtelte Weise kund, dass es bei vielen Menschen (so vermute ich) eher Verwirrung, Abneigung und eine diffuse Angst auslöst. Denn philosophisch liegt der Film voll in unserer Zeit. Hinzu kommt noch die bereits erwähnte erste Stunde, die beim ersten Betrachten eher Kopf-Arbeit, denn Entspannung erzwingt. So kam es auch wohl im Kino dazu, dass viele den Saal noch vor Ablauf der besagten Stunde verließen. Mit dem Gedanken "Meine Güte, was für ein absurd schlechter Film!" Schade, sehr, sehr schade!
Ich fürchte, Cloud Atlas wird niemals ein Film, den die Mehrheit der Menschen mag. Er ist auch überhauptnicht Massen-Kompatibel, obwohl seine optische und klangliche Orpulenz eben jenes vermuten lassen möchten. Es ist kein "Kopf aus und Entspannen"-Film wie genügend andere Blockbuster. Im Idealfall nistet er sich im Kopf und im Herzen ein und lässt einen auch nach dem dritten und vierten Mal des Betrachtens nicht los!

Für alle diejenigen, die gerne leicht und harmonisch unterhalten werden wollen: Finger weg von diesem Film! Für andere, die sich gerne dieser Herausforderung stellen möchten und auch bereit sind über sich und ihr Leben nachzudenken: Zugreifen!!! Es gibt wohl zur Zeit filmisch kaum vergleichbares.

Für alle, die bis hierhin gelesen haben: Vielen Dank! ;-)
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491 von 529 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterhaft, ABER nicht für jeden., 7. April 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas (DVD)
Hab den Film bis jetzt nur im Kino gesehen. Über die Heimausgabe kann ich also (noch) nichts berichten.
Das Wichtigste zuerst: Dieser Film polarisiert und es ist kein Action Film trotz Wachowski Beteiligung. Als ich im Kino war sind die meisten Leute nach ungefähr der Hälfte gegangen - das hab ich auch noch nie erlebt.
Cloud Atlas erzählt verschiedene Geschichten diverser Personen in verschieden Epochen. Erstmal ist das ein wenig verwirrend, aber da die einzelnen Geschichten nur langsam in Fahrt kommen, hat man eigentlich keine Probleme damit den Überblick zu verlieren oder überfordert zu sein. Ausserdem scheinen die einzelnen Geschichten, trotz der zeitlichen Distanz, irgendwie zusammen zu hängen. Das ganze wird noch dadurch unterstrichen, dass die verschiedenen Charaktere der jeweiligen Epoche von den gleichen Schauspielern gespielt werden. Hautfarbe, Alter ,Wesen und sogar das Geschlecht spielen dabei keine Rolle, diese Faktoren wechseln von Epoche zu Epoche.
Auch die schauspielerische Leistung ist genial, Tom Hanks, Halle Berry, Hugo Weaving, Hugh Grant... und alle anderen Hauptdarsteller machen jeden Epoche zu ihrem eigenen Erlebnis, mit jeweils verschiedenem Unterton (manche Rollen sind nahezu Grenzgenial). Von humorvoll und locker, bis hin zu rasant und dramatisch oder auch rührend und einfühlsam - mMn eine Meisterleistung der Regisseure so viele Stimmungen in einem Film zu vereinen. Und gerade dieses Zusammenspiel aus Zeitebenen, Charakteren und der Geschichte machen diesen Film so spannend und einzigartig.
Klar, Cloud Atlas behandelt Themen die den philosophischen Horizont vieler Menschen überschreiten (Tod, Gleichberechtigung, Gewissen, Wiedergeburt, etc.). Und das soll nicht negativ gemeint sein, sondern ich meine damit nur, dass der Film Themen anspricht mit denen viele Leute sich noch nie auseinander gesetzt haben bzw. keine gar Relevanz für sie haben.
Hauptsächlich dürfte das Thema Reinkarnation den eher christlich geprägten Menschen (auch die nicht religiösen, sind nun mal mit dem Kulturgut groß geworden) fremd vorkommen. Doch in vielen anderen Religionen und Kulturen ist das Thema Alltag. Von daher will ich niemanden vorwerfen er wäre zu blöd für den Film, sondern glaube eher viele verstehen den Film anders, als jemand der zB buddhistisch geprägt aufgewachsen ist.
Auch ein Grund warum der Film so polarisiert ist, dass manche vielleicht mit falschen Erwartungen den Film anschaut. Anfangs habe ich ja geschrieben dass bei meinem Kinobesuch viele Leute die Vorstellung verlassen haben. Es waren zufällig einige alte Schulkollegen dabei, die einfach einen Actionfilm ala Matrix erwartet haben. Mir war schon im Voraus klar das die im falschen Saal sitzen. Cloud Atlas hat zwar ein paar fetzige und sogar echt heftige Szenen dabei, aber die Action ist in diesem Film wirklich nur Mittel zum Zweck. Die Gewalt steht nicht im Vordergrund, sonder ist nur eins: gewaltig. Ausserdem kommt diese Art von Action nur in einer Epoche vor, alle anderen sind eher ruhig.

Wer also nichts mit Themen wie Reinkarnation, Schicksal und vor allem Liebe in einem Film Anfangen kann sondern Matrix 4 erwartet, der sollte einen weiten Bogen um diesen Film machen.
Alle anderen sollten alle Vorurteile über Bord fallen lassen, die Augen aufmachen und sich drei Stunden lang in eine andere Welt entführen lassen, die einen sicher weit über den Abspann hinaus beschäftigen wird. Und seis nur um alle Handlungsfäden zusammen zu führen ^^
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Mit jedem Verbrechen und jedem Akt der Güte erschaffen wir unsere Zukunft.", 3. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas (DVD)
Wenn ein Film mit jeder Menge großer Namen aufwartet, sich bereits im Vorfeld das Prädikat "Anspruch" auf die Fahne schreibt und gleich mit diversen Vorschusslorbeeren daherkommt, bin ich grundsätzlich etwas skeptisch, sind doch gerade letztere oftmals eher eine Bürde als eine Empfehlung, weil sie in der Regel eine gewisse Erwartungshaltung auslösen.
Außerdem muss das, was diverse kulturbeflissene Filmkritiker überschwenglich als "Film des Jahres" und als "künstlerische Offenbarung" bezeichnen, nicht zwangsläufig das sein, was auch einem breiten "ganz normalen" Publikum gefällt.
Dennoch habe ich mich an Tom Tykwers Verfilmung von David Mitchells Roman "Cloud Atlas" (den ich nicht gelesen habe, Aussagen zur Werktreue des Filmes können daher von mir nicht gemacht werden) gewagt und habe es nicht bereut.
Dabei macht es einem der Film vor allem am Anfang ganz und gar nicht leicht, ihn auf Anhieb zu mögen, sehr häufig springt der Film zwischen einer ganzen Handvoll unterschiedlichster Geschichten hin und her, deren Zusammenhang sich dem Zuschauer erst ganz allmählich erschließt.
Da ist einmal ein junger Anwalt, der Mitte des 19. Jahrhunderts die Pazifischen Inseln bereist und sich mit einem entflohenen Sklaven anfreundet,
ein junger Musiker, der in den Dreißiger Jahren seinem Geliebten von seiner Zusammenarbeit mit einem bekannten Komponisten schreibt (meine persönliche Lieblingsgeschichte des Filmes, wunderbar gespielt von Ben Whishaw und Jim Broadbent),
eine junge Enthüllungsjournalistin in den Siebziger Jahren, die einen Umweltskandal aufdeckt,
ein alternder Verleger der Gegenwart, der von seinem Bruder in ein Altersheim eingewiesen wird,
eine koreanische Klonfrau, die sich im 22. Jahrhundert gegen die Ausbeutung durch die herrschende Klasse zur Wehr setzt
und ein Ziegenhirte, der in einer postapokalyptischen Dystopie auf eine Frau eines hoch technisierten anderen Volkes stößt.
Dabei hat mich die letztgenannte Geschichte, die auch als Klammer für den Film fungiert, indem ihr Hauptprotagonist gleichzeitig Erzähler aller Geschichten ist, leider nicht wirklich überzeugen können.
In erster Linie dürfte dies an der für mich irgendwo zwischen lächerlich und nervtötend klingenden Sprechweise der Protagonisten mit jeder Menge "Tuwort-Konstruktionen" ("Wie tut Euer Schiff schwimmen tun?") liegen, die im Deutschen Sprachgebrauch in erster Linie mit frühen Sprechversuchen von Kleinkindern konnotiert sind.
Da ich lediglich die deutsche Synchronfassung des Filmes gesehen habe und daher nicht beurteilen kann, ob dieses Problem auch in der Originalversion besteht oder eventuell nur durch die Verfasser der deutschen Sprachfassung verbrochen wurde, will ich dies nicht unbedingt in meine Bewertung des Filmes einfließen lassen.
Leider jedoch hat mich dieser Handlungsstrang auch sonst nicht überzeugen können, mir war diese seltsame Zukunftsvision arg abgehoben, und so, wie Tom Hanks, begleitet von einer seltsamen Gestalt (offenbar eine nur von ihm wahrnehmbare fleischgewordene "innere Stimme", die ihm verschiedene Handlungen mehr oder weniger erfolgreich ein- beziehungsweise auszureden versucht) und in Omas Häkelstola gehüllt, teilweise recht abwesend wirkend durch dieses postapokalyptische, stark esoterisch angehauchte "Wawaland" wandert, könnte man annehmen, er habe dabei ohnehin die ganze Zeit lang immer nur an Jennie gedacht...
Aber dies ist, wie gesagt, nur einer von sechs Handlungssträngen, die teilweise auch in sich noch relativ komplex sind.
Die fünf anderen dagegen haben mich durchaus jeder auf seine Art berührt.
So unterschiedlich diese Geschichten auch sind und so viele verschiedene Genres sie auch abdecken, Abenteuerfilm, Drama, Thriller, absurde schwarze Komödie, Science Fiction und Dystopie, so sehr kreisen sie doch immer wieder um dieselben Themen und Theorien:
Alles ist verbunden, jede Zukunft ein Produkt der Vergangenheit und worauf es im Leben in erster Linie ankommt, ist Mut:
Mut zu Freundschaft und Liebe über alle gesellschaftlichen und sozialen Grenzen hinweg und Mut, sich für seine Überzeugungen und Ideale, vor allem aber für Freiheit und Gerechtigkeit, einzusetzen, selbst dann, wenn man dafür möglicherweise einen hohen Preis bezahlen muss.
Schade ist, daß der Film am Schneidetisch extrem zerhackstückelt wurde, es wird ständig, oftmals bereits nach wenigen Sätzen, zwischen den einzelnen Geschichten hin- und hergeschnitten, was leider zur Folge hat, daß man oft viel zu kurz bei einem Fetzen einer der Geschichten bleibt, um von dieser wirklich berührt werden zu können.
Teilweise sind die Schnitte zwar sehr geschickt gesetzt, so werden zum Beispiel mehrfach Monologe von einem zum nächsten Handlungsstrang übergeleitet und passen dabei zu beiden, was die Kernaussage des Filmes, daß über alle Zeiten alles miteinander verbunden ist und in Zusammenhang steht, sehr schön unterstreicht, aber etwas weniger an ständigen Schnitten zwischen den einzelnen Geschichten hätte dem Film meiner Meinung nach gut getan.
Trotz der genannten Kritikpunkte gibt es von mir vier Sternchen, weil ich eine gewisse Schwäche für ungewöhnliche Filme habe und "Cloud Atlas" trotz einiger Schwachpunkte viele wunderbare, berührende und sogar einige wirklich witzige Momente sowie zahlreiche im Gedächtnis bleibende Figuren, Zitate und Bilder zu bieten hat.

Die Schauspieler treten überwiegend in (fast) allen Handlungssträngen in unterschiedlichen Rollen auf und sind unter ihren Masken teilweise kaum zu erkennen (Hugh Grant zum Beispiel habe ich nur in einer Rolle erkannt, obwohl er, wie ich erst danach gelesen habe, tatsächlich in allen sechs Handlungssträngen mitgespielt hat).
Wenn dies für die Theorie einer Art von "Wiedergeburt" stehen sollte und dafür, daß man in unterschiedlichen Leben immer wieder denselben Menschen begegnen kann (wovon ich ausgehe, zumal Tom Hanks in einer Szene zu Halle Berry sagt, er habe bereits beim ersten Blick das Gefühl gehabt, sie zu kennen), dann ist auch interessant, daß die von den jeweils selben Schauspielern dargestellten Personen durchaus nicht immer demselben Typus entsprechen, sondern in den verschiedenen Handlungsebenen teilweise extrem unterschiedliche Charaktere verkörpern, so werden zum Teil aus "Guten" "Böse" und umgekehrt, ganz zu schweigen vom Wechsel von Nationalitäten, Geschlechtern und Ethnien.

Fazit: Wer sich nicht bereits im Vorfeld von einem fast dreistündigen Film mit philosophischen Ansätzen schrecken lässt, der über weite Strecken eher den Kopf als das Herz anspricht und der noch dazu keine durchgehende Geschichte, sondern viele sehr unterschiedliche kleine Geschichten erzählt, von denen einem möglicherweise nicht jede gleichermaßen gut gefallen wird, dem kann ich nur empfehlen, es mit "Cloud Atlas" zu versuchen.
Es ist in jedem Fall ein ausgesprochen ungewöhnliches Filmerlebnis, aus dem wohl jeder Zuschauer etwas anderes für sich entnehmen wird und welches bei mir trotz diverser Schwächen eine ganze Weile nachgeklungen hat.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich wieder ein intelligenter unterhaltsamer und hochkarätiger Film!, 23. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas [Blu-ray] (Blu-ray)
Heutzutage bietet das Kino ja kaum noch intelligente Filme. Alles ist nur Action, Rambazamba und Hirnfreie Unterhaltung. Aber dieser FIlm zeigt uns, dass wir Intelligenz nicht nur in unzugänglichem ArtHouse suchen müssen. Nein, endlich gibt es wieder Intelligenz im selben Film wie Unterhaltung und sogar Action.

Schon der Roman von Mitchell, der diesem Film als Vorlage diente, hat eine gute Gesellschaftskritische und Politkritische Substanz und spielt durchaus in einer Liga mit 1984 und Schöne Neue Welt.

Dass ein Film ein gutes Buch toll umsetzen kann, beweisen uns hier Tom Tykwer, Andy und Lana Wachowski. Ein paar Änderungen gibt es zwar, doch Kenner des Buches müssen nicht befürchten, es im Film nicht mehr wiederzuerkennen.

Die Filmumsetzung ist mit sehr guten Schauspielern und intelligenten und erfahrenen Starregisseuren gesegnet. Es gelang ihnen 6 verschiedenen Genres und Geschichten die durchgezogene selbe Aussage zu schenken, ohne dass die Erzählung holprig oder unverständlich wird.

Die Altersangabe sollte dringend eingehalten werden, da der Film durchaus auch brutale Szenen zeigt. Jedoch ist es meiner Ansicht nach ein gutes Zweck-Umsetzung-Verhältnis. Brutalität wird nicht beschönigt und auch nicht übermäßig eingesetzt. Und das sage ich als Person, die grundsätzlich relativ empfindlich gegen gezeigte Brutalität reagiert.

Alle, die intelligentes Kino mögen und sich trotzdem gern auch unterhalten lassen, sollten sich diesen Film ansehen.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Cineastischer Wahnwitz mit rotem Faden, 6. Februar 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas (DVD)
Nachdem ich »Cloud Atlas« im Kino gesehen hatte und dabei nur einen Teil der vielen Fäden, die mir in die Hand gespielt wurden, verknüpfen konnte, war ich ebenso verwirrt wie fasziniert. Deshalb habe ich mich der Sogwirkung des Streifens nach vielen Monaten erneut im Heimkino ergeben – und dies gleich zwei Mal hintereinander!

Fasziniert war und bin ich von dem Werk aufgrund seiner Vielschichtigkeit und der Neugierde, die bei mir geweckt wurde, wie denn die verschiedenen Figuren in Zeit und Raum zusammenhängen. Dies auf Anhieb zu verstehen, fällt schwer, denn durch diverse, teilweise harte Schnitte wird der Zuschauer immer wieder in ein gänzlich anderes Szenario katapultiert, statt sauber mit der Zeitmaschine von Stockwerk zu Stockwerk zu reisen. Recht schnell wird jedoch deutlich, dass der scheinbare Wahnwitz der Erzählung einer Methode folgt, über einen starken roten Faden verfügt und eine klare Struktur aufweist.

Phantastisches Puzzle

Gedanklicher Zusammenhalt des Filmepos ist eine Melodie – das »Wolkenatlas Sextett«, das von einem Komponisten in Gedanken an seine von ihm getrennt lebende große Liebe geschrieben wird. Es verkörpert die Vorstellung, dass Menschen sich in verschiedenen Leben und verschiedenen Epochen immer wieder begegnen – und sei es durch die Konsequenzen ihres Handelns. Im Film klingt diese Musik mal in einem diesseitigen Schallplattenladen, mal in einem futuristisch-alptraumhaften Café an, in der alle Kellnerinnen dasselbe Gesicht haben.

Der gesamte Film dreht sich nun um unsere Taten, seien sie gut oder schlecht und um die Auswirkungen, die jede einzelne von ihnen und damit jeder Einzelne von uns auf den Fortgang der Weltgeschichte bis hin zum Fortbestand unseres Planeten hat. Unsere Leben gehören uns nicht allein, wird in sechs verschachtelten Geschichten behauptet. Vielmehr seien wir alle miteinander verbunden mit anderen Menschen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Glaube und Liebe seien maßgebliche Kräfte, die ihren Ursprung weit vor unserer Geburt nehmen und unser Leben bestimmen. Kurz: Was auch immer wir tun, es hat Auswirkungen auf das, was folgt, mag es auch noch so unbedeutend scheinen.

Um dies zu veranschaulichen, werden sechs Geschichten erzählt, die eng miteinander verwoben sind und immer wieder Bezug aufeinander nehmen.

Verwobene Geschichten

Da durchpflügt der amerikanische Anwalt Ewing 1849 im Auftrag von Sklavenhändlern den Pazifik, wo er mit der Unterdrückung der Maori konfrontiert und von einem geldgierigen Arzt mit Gift »behandelt« wird. Der Anwalt verfasst auf der Heimreise ein Tagebuch, dessen eine Hälfte dem Komponisten und späteren »Wolkenatlas-Sextett«-Schöpfer Robert Frobisher 1936 in die Hände fällt. Dieser wird durch die Lektüre des Berichts derart angeturnt, dass er seine verflossene große Liebe Rufus Sixsmith bittet, den zweiten Teil des Buches für ihn zu suchen.

Sixsmith wiederum begegnet Jahrzehnte später in einem steckengebliebenen Aufzug einer jungen Reporterin namens Luisa Rey, die einem Geheimnis um einen defekten Atom-Meiler auf der Spur ist. Er hinterlässt ihr die Briefe seiner Jugendliebe Frobisher. Nach einer spannenden Verfolgungsjagd trifft die Journalistin Sixsmiths Nichte und tauscht die Briefe gegen einen Hintergrundbericht über den defekten Reaktor.

Luisa Reys Reportage fällt 2012 dem Verleger Timothy Cavendish auf, der sie als Buch verlegt, nachdem er auf wundervolle Weise aus einem geschlossenen Altenheim flieht, in das ihn sein rachsüchtiger Bruder gesteckt hat. Bei seinem Ausbruch aus dem Seniorengefängnis erklärt er: »Das ist Verstoß gegen die Bestimmungen des Freiheitsschutzgesetzes. Ich werde diesen kriminellen Missbrauch nicht tolerieren.« Er schreibt sein Leben auf, es wird verfilmt.

Anno 2144 sieht diesen Spielfilm in einer futuristischen Welt ein Klonsklavin namens Sonmi-451, die von Rebellen vor der Verarbeitung zu Biomasse gerettet wird. Inspiriert durch den rebellischen Aufruf von Cavendish verfasst Somni selbst einen Appell zur Freiheit und klärt über die Verbrechen der Herrschenden auf. Noch während ihre Rede ausgestrahlt wird, stürmen Regierungssoldaten die Sendestation. Das Mädchen wird verhaftet und vor ihrer Hinrichtung von einem Archivar über ihre Erlebnisse befragt. Die Veröffentlichung der Wahrheit macht sie zu einer gottgleichen Heldin, an die viele Menschen glauben.

Im Jahr 106 nach der Apokalypse, mit der die Erde in die Eisenzeit zurückgebombt wurde, trifft der Ziegenhirte Zachary auf Meronym, eine der letzten Vertreterinnen der einstigen Hochkultur, die zu Handelszwecken mit seinem Volk Kontakt hält. Er führt sie auf ihr Bitten durch ein von Menschenfressern beherrschtes Gebiet auf die Spitze eines heiligen Berges. Dort steht die Kommunikationsstation, von der Somni einst ihren Freiheitsaufruf ins Weltall schickte. Mittels dieser Anlage gelingt es, Kontakt zu anderen bewohnten Planeten aufzunehmen, die Hilfe schicken, um die beiden von der verseuchten Erde abzuholen.

Der Film klingt aus, wie er begann: Ein alter Mann, eben der einstige Ziegenhirte Zachary, erzählt Kindern seine Geschichte und zeigt ihnen am Sternenhimmel, von welchem blauen Planeten er stammt. Eine anfangs scheinbar heillos verworrene Geschichte fügt und rundet sich auf wundervollste Weise.

Grandiose Schauspieler

Nach drei bisweilen verwirrenden Stunden wird im Abspann des Filmes verraten, welche unglaublichen Leistungen die Schauspieler samt ihrer Kostüm- und Maskenbildner in dem Opus geleistet haben. Denn alle Hauptdarsteller verkörpern jeweils sechs verschiedene Rollen und spielen in jedem der sechs Teile der Geschichte mit. Männer spielen Frauen und umgekehrt, sie schlüpfen in verschiedene Rassen, Klassen und Nationalitäten.

Hugh Grant ist einmal der Anführer der Kannibalen, dann der kriminelle Reaktorboss und auch der Bösewicht, der seinen eigenen Bruder in ein Altengefängnis sperrt. Halle Berry interpretiert mal Meronym, mal die Journalistin Luise Rey, mal einen sadistischen Doktor, dann eine deutsche Jüdin. Hugo Weaving brilliert als sadistische Oberschwester, Doona Bae verkörpert Somni. Tom Hanks spielt einen Hoteldirektor in einer Absteige in Edinburgh, aber auch den Eingeborene Zachary. Jim Broadbent, Hugh Weaving, Ben Wishaw – sie alle tragen dazu bei, ein vielschichtiges Kunstwerk zu entwerfen, das – ohne Übertreibung – seinesgleichen sucht.

Genretechnisch gibt es einen klassischen Krimi im Stil des Film Noir, ein Science-Fiction-Abenteuer, eine wundervolle Komödie, einen packenden Historienfilm. Es gib wilde Verfolgungsfahrten, Ballerszenen und furiose Kämpfe, Hetzjagden, Szenen voller Melancholie und Wehmut … Man könnte aus dem Film bequem mehrere Spielfilme schneiden.

Mein Fazit

»Cloud Atlas« ist nicht nur der teuerste deutsche Film aller Zeiten. Er ist auch einer der anspruchsvollsten und verschlungensten Streifen, den ich je gesehen habe. Schauspielerisch hochkarätig besetzt, meisterhaft inszeniert und in jedem Augenblick für eine Überraschung gut. Die Regisseure Andy und Lana Wachowski im Gespann mit Tom Tywker haben Unvergleichbares geleistet. Wer bereit ist, sich auf ein gänzlich neues Sehen einzulassen, der wird mit diesem Film reich beschenkt.
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282 von 330 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Filmgewordene Magie, 9. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas [Blu-ray] (Blu-ray)
Es war einer dieser Trailer, den man nicht vergisst ! Für 5 Minuten verschwand die Realität und man konnte in eine Welt eintauchen, die faszinierender nicht sein kann. Die Rede ist von Deutschlands teuerster Kinoproduktion "Cloud Atlas", die sowohl von den Wachowski-Geschwistern (Matrix-Trilogie), als auch vom deutschen Kinomeister Tom Tykwer sowohl produziert, als auch dirigiert wurde. Das Ergebnis ist das Meisterwerk, das man schon seit so langer Zeit vergeblich im Kino gesucht hat. Um dem Film gerecht zu werden, wird im Folgenden jede einzelne der sechs Episoden ausführlich besprochen, um dann ein Fazit zu ziehen. Eins kann ich aber jetzt schon verraten : "Cloud Atlas" ist so anders, so erfrischend und so magisch, dass sich der Film schon jetzt den ersten Platz in meiner persönlichen Rankingliste geschnappt hat.

Episode 1 : "1849" (Regie : Wachowski-Geschwister)

Der amerikanische Anwalt Adam Ewing bereist den Pazifik, wo er mit der Unterdrückung der Maori und der Moriori konfrontiert wird. Auf einer seiner Erkundungstouren freundet er sich mit dem Arzt Henry Goose an. Während der Rückreise rettet der erkrankte Ewing den Moriori Autua, der sich in seiner Kabine versteckt hat, vor der Mannschaft. Sein Zustand allerdings verschlechtert sich zusehends....

Bereits in dieser Episode, die dem Genre des Abenteuerfilms zuzuordnen ist, findet sich das Motiv, das sich durch den kompletten Film zieht. Die Verbeugung vor der Menschlichkeit und die Wichtigkeit des gerechten Handels spiegeln sich in der Figur des Anwalts Adam Ewing wider und ziehen sich wie ein roter Faden durch die verschiedenen Episoden. Inszenatorisch allerdings bietet diese Episode wenig Neues. Die Kulissen, Kostüme usw. sind zwar mehr als gelungen, aber wirkliche Innovation sucht man vergebens. Aber wer braucht die schon, wenn das Ganze so perfekt umgesetzt wurde ?

Episode 2 : "1936" (Regie : Tom Tykwer)

Der junge, unerfahrene Komponist Robert Frobisher schreibt seinem Freund Rufus Sixsmith, wie er eine Anstellung als künstlerischer Gehilfe für den alten Komponisten Vyvyan Ayrs findet. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine künstlerische Symbiose zwischen den beiden. In Ayrs' Villa findet Frobisher Ewings Tagebuch; ab Seite 57 fehlen jedoch die Seiten. Er beauftragt Sixsmith, den fehlenden Teil zu finden. Der homosexuelle Frobisher kommt auch Ayrs Frau Jocasta näher, wobei er dies gegenüber Sixsmith als rein „physischen“ Akt ohne Liebe entschuldigt. Das Verhältnis zwischen Ayrs und Frobisher leidet jedoch bald, da der alte Komponist eine geniale Schöpfung seines Schülers, das „Wolkenatlas-Sextett“, für sich selbst beansprucht. Mit fatalen Folgen.......

Tom Tykwer hatte schon immer ein Händchen für berührende Dramen. Nach seinem Beziehungsdrama "Drei" leistet Tykwer auch hier wieder ausgezeichnete Arbeit. Die Ausweglosigkeit seines homosexuellen und weltoffenen Hauptcharakters berührt und man folgt diesem tragischen Liebesdrama mit Spannung und Berührtheit. Mit seiner ruhigen und dezenten Inszenierung unterstreicht Tykwer die Tragik des Geschehens und liefert ebenfalls eine gelungene Episode. Wer bis jetzt gelesen hat, der wird sich sicher die Frage stellen, ob denn "Cloud Atlas" überhaupt auch nur irgendwie zusammenhängt. Diese Frage muss man eindeutig mit ja beantworten, denn die Frage, was nach unserem Ableben bleibt und welche Taten unser Leben und auch das Anderer späterer Generationen bestimmen sind das zentrale Thema des Bestsellers von David Mitchell. Die Verfilmung bleibt diesem Thema ebenfalls treu und realisiert diese Verbundenheit durch eine Mehrfachbesetzung der Schauspieler und durch die Verknüpfungen einzelner Episoden durch gewisse Gegenstände bzw. Taten von vorherigen Episoden, die in den anderen grundlegende Veränderungen bewirken. So z.B. ist das "Wolkenatlas-Sextett" auch in der nächsten Episode "1973" vorzufinden. Skurill : Durch die Mehrfachbesetzung der Schauspieler kommt es vor, dass weibliche Darsteller männliche Rollen übernehmen und vice versa. Wenn beim Abspann dann letztlich die einzelnen Rollen vorgestellt werden, muss man dadurch nicht nur selten schmunzeln, sondern auch zugeben, dass die Kostümbildner großartige Arbeit geleistet haben.

Episode 3 : "1973" (Regie : Tom Tykwer)

Die aufstrebende Journalistin Luisa Rey steckt in San Francisco in einem Fahrstuhl zusammen mit Rufus Sixsmith fest, der inzwischen Atomphysiker geworden ist. Im Gespräch mit ihm erhält sie Hinweise auf eine Top-Story über einen fehlerhaften Atommeiler.

Viel mehr soll hier nicht verraten werden, denn Episode Nummer 3 überzeugt als klassischer Verschwörungsthriller, mit der durchaus ein oder anderen Wendung. Und auch hier findet man wieder Motive bzw. Thematiken, die sich durch den ganzen Film ziehen : Der Kampf gegen das Unrecht wird nicht nur bei Luisa Rey verwendet. All diese Motive verbinden sich zu einer humanistischen, fast ethischen Weltansicht, denn gutes und aufopferungsvolles Handeln führt zur Gerechtigkeit bzw. zur Veränderung der nächsten Episode. Wir Menschen bzw. die Figuren im "Wolkenatlas" definieren uns somit über ethisch gerechtfertigtes Handeln, wohingegen diejenigen die gegen diesen ethischen Kodex Handeln zum Scheitern verurteilt sind. Das ist wahrlich interessanter Stoff, dem die drei Regisseure nur zu oft gerecht werden.
Zwar überzeugt diese Episode mal wieder nicht unbedingt durch Innovation, dafür aber mit einem gelungenen Spannungsbogen und einer hervorragenden Halle Berry.

Episode 4 : "2012" (Regie : Tom Tykwer)

Wer sich jetzt fragt, warum die Inhaltsangabe fehlt, dem kann ich nur antworten, dass ich eigentlich nicht viel mehr über die Handlung verraten möchte, da das Kinoerlebnis sonst darunter leiden könnte. Fest steht aber, dass Episode 4, um eine Rebellion der Rentner, die ihren zweiten Frühling erleben, eine der besten des Films ist. Die komödiantische Auflockerung des Geschehens und eine clever witzige Rollenbesetzung machen aus Tykwers dritter und letzter Regiearbeit zum Thema "Cloud Atlas" eine mehr als gelungene Komödie. Und auch hier glänzen, wie im kompletten Film, die Schauspieler : "Tom Hanks", "Hugh Grant" und "Jim Broadbent" sah man selten mit so viel Herzblut im Kino.

Episode 5 : "2144" (Regie : Wachowski-Geschwister)

Nachdem Vergangenheit und Gegenwart ihren Abschluss gefunden haben, geht es auf zu den wohl experimentellsten Episoden des Gesamtwerks. Episode Nummer 5 spielt in Neu-Seoul, das vom steigenden Meeresspiegel bedroht ist und in dem große Ungerechtigkeit herrscht. Man folgt einem Klon bzw. "Halbblut" namens Sun-Mi (Doona Bae) und erlebt mit ihr und ihrem Befreier so einige verstörende Momente. Mit an "Matrix" erinnernden Special-Effects und einem packenden Handlungsstrang, kommt ordentlich Action in das ansonsten eher starre Filmgeschehen. Die "Matrix" - Macher liefern hier definitiv die schockierendste Episode und bleiben dem Genre des Science-Fiction Films treu. Unterstützt von zwei herausragenden Hauptdarstellern machen im Großen und Ganzen alle Beteiligten das Beste aus einem faszinierenden Stück Film.

Episode 6 . "2346" (Regie : Wachowski-Geschwister)

Die sechste und letzte Episode gefällt als gelungene Mischung aus Abenteuer und postapokalyptischer Science-Fiction. Hier folgt man dem Ziegenhirten Zachary (Tom Hanks) , wie er die "Presciant" Meronym (Halle Berry) auf einen alten Berg führt, der so einige Geheimnisse birgt. Begleitet wird Zachary dabei vom Teufel höchstpersönlich, der ihn immer wieder in Versuchung führt, anders zu handeln als er für richtig hält. Dieser Teufel stellt nach meiner Interpretation das Dilemma des Menschen dar, die richtige Entscheidung zu finden. Soll ich jetzt derart handeln, dass alle davon profitieren oder denke ich doch eher an meine Vorteile ? Schade ich damit aber nicht Anderen ? Solche Fragen hat sich bestimmt jeder schonmal gestellt und somit auch Zachary, der letztendlich selber nach seinen Werten entscheidet und sich von seiner negativen Seite (Teufel) loslöst und sozusagen diese Schizophrenie aus "guten" und "schlechten" Entscheidungen überwindet. Ebenfalls interessant ist, dass Zachary anfangs nach einer Prophezeiung handelt, die ihm verspricht gegen den Teufel zu bestehen, gegen Ende aber gegen diese verstößt und dennoch zur "Erlösung" kommt. Dies zeigt auch das jede Entscheidung positive Folgen haben kann, auch wenn sie anfangs falsch erscheint. Diese Interpretation muss nicht richtig sein, entspricht aber meiner persönlichen Ansicht und beschreibt das Ganze als eher ethische Angelegenheit. Abgesehen davon ist den Wachowski-Geschwistern aber eine interessant inszenierte Episode gelungen, die vor allem von der Harmonie zwischen Halle Berry und Tom Hanks lebt.
Ein mehr als würdiger Abschluss !

Fazit : Für derartige Filme ist das Kino gemacht. Die Harmonie, die Magie und die Botschaft, die "Cloud Atlas" vermittelt ist gigantisch und wirken wie ein Sog auf den Zuschauer. Das faszinierende Experiment unter der Regie von Tom Tykwer und Lana und Andy Wachowski ist ein Mammutwerk, an das man sich noch viele Jahre erinnern sollte. Die perfekte Symbiose aus sechs verschiedenen Genres und das perfekte Zusammenspiel der unterschiedlichsten Schauspieler üben eine Faszination aus, die man so noch nie erlebt hat, trotz kleineren Startschwierigkeiten, die sich aber im späteren Verlauf des Films im Nichts auflösen. "Cloud Atlas" ist ein Sieg der Menschlichkeit, ein grandios bebildertes Epos über gerechtes Handeln und der Natur des Menschen.
Kurz : Ein epochales Meisterwerk, das trotz seiner Länge von kolossalen 3 Stunden nie langweilig wird.

(Wie alle meine Kritiken, lassen sich diese auch auf meinem Kritikerblog nachlesen : mov-critics.blogspot.de)
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90 von 106 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Blu-ray im Test!, 12. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas [Blu-ray] (Blu-ray)
Die Story: In Cloud Atlas geht es um sechs verschiedene Schicksale, die einen Zeitraum von 500 Jahren spielen. Jede der einzelnen Geschichten sind miteinander verbunden. Der Film beginnt mit einer kurzen Vorstellung der einzelnen Epochen. 1849: Adam Ewing ist im Pazifik unterwegs und lernt dort den Arzt Goose sowie den Moriori Autua kennen. Kurz vor der Abreise entdeckt Goose bei Adam den "Polynesischen Wurm", der ihn zunehmend immer mehr schwächt.
1936: Robert Frobisher ist ein unbekannter Komponist, der von seiner Familie verstoßen wurde. Er schreibt seinem Liebhaber Rufus Sixsmith seine Erlebnisse, als er bei dem bekannten Komponisten Vyvyan Ayrs anfängt zu arbeiten. Dabei entdeckt er ein Buch über eine Seefahrt von Adam Ewing. Als Robert das "Wolkenatlas-Sextett" entwickelt, entbrennt ein Machtkampf zwischen ihm und Vyvyan.
1973: Luisa Rey ist eine aufstrebende Journalistin und lernt nach einem Interview Rufus Sixsmith kennen, der Informationen über die Machenschaften einer Firma hat. Dabei gerät Luisa in einen Strudel aus Verrat und Mord.
2012: Nachdem Dermot Hoggins einen Wutausbruch hatte, verkauft sich sein Buch unbeschreiblich gut, was natürlich seinem Verleger, Timothy Cavendish, ebenso gefällt. Da Timothy schulden nicht bezahlen kann, hilft ihm sein Bruder mit einem Versteck. Auf dem Weg dort hin, liest er ein Manuskript von Luisa Reys.
2144: Der Klon Sonmi-451 wird zu jüngsten Vorfällen befragt und es stellt sich heraus, dass Sie anders ist, als die anderen Klone. Der Rebelle Hae-Joo Chang steht Ihr zur Seite und zusammen wollen Sie die Welt ändern. Dabei spielt der Film über das Leben von Timothy Cavendish eine Rolle.
106. Winter nach der Apokalypse: Der Ziegenhirte Zachary hat ein Problem, er kann sich schlecht entscheiden und lässt sich durch den Teufel beeinflussen. Als Meronym, eine Botschafterin des Volkes "Prescients" seine Heimat besucht, ändert sich alles. Er erfährt die Wahrheit über die Göttin Sonmi.
Alles ist miteinander verbunden - das ist die Kernaussage des Filmes und es stimmt. Der Film muss öfters angeschaut werden, um jedes einzelne Detail immer wieder in den Epochen zu erkennen. Die Erzählstränge und Zeitebenen wechseln sich im Film ständig ab. Die Musik, die Darsteller und die Story machen Cloud Atlas zu etwas Besonderes. Hier gibt es nur die Möglichkeit, dass man den Film mag oder nicht.
Dafür das der Film von der FSK eine Freigabe ab 12 Jahre erhalten hat, sieht man viel Blut und die Gewaltdarstellungen sind nicht gerade zimperlich, vor allem im 106. Winter! 5 Sterne

Das Bild: Perfekt! Die Farben sind kräftig, farbintensiv und wirken natürlich. Der Schwarzwert, der Detail- sowie Schärfegrad ist perfekt und bietet in jeder einzelnen Filmsekunde ein perfektes Bild. Hier gibt es nichts zu bemängeln. 5 Sterne

Der Ton: Dieser liegt in Deutsch und Englisch in DTS-HD MA 5.1 vor. Der Sound ist die meiste Zeit sehr gut abgemischt aber ab und zu sind die Stimmen zu leise bzw. einfach schwer zu verstehen. Sonst hat man eine tolle Soundkulisse, egal ob bei ruhigeren Szenen oder bei Actionszenen. 4,5 Sterne

Die Extras: Ein Wendecover ohne FSK-Logo und eine windige Blu-ray-Hülle sind das erste was auffällt. Der Film beginnt ohne Eigenwerbung des Labels. Dies kann man sich bei den Extras anschauen. Hier findet man auch - zum Glück - den 5-minütigen Trailer sowie den Kinotrailer. Das Making-of dauert ca. 18 Minuten und ist in Rubriken unterteilt. Nicht besonders viel aber es gibt einige Infos. Es gibt noch ein vier-minütiges Special über die Europapremiere in Berlin. Nicht besonders interessant. 3 Sterne
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Kunstwerk auf Blu-ray gebannt!, 8. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas [Blu-ray] (Blu-ray)
6 unterschiedliche eigene Geschichten, die verschachtelt ein Gesamtkonzept darstellen, ist in der Filmindustrie nichts neues aber dennoch seltenes.

Der Grund: Geschichten dieser Art sind Komplex und schwer zu erzählen, da oft Logiklöcher entstehen können, die den Film letztendlich als mißlungen zu betrachten sind. Außerdem braucht man als Zuschauer ein gewisses Maß an Konzentration und Auffassungsgabe.

Ich sah CLOUD ATLAS am Mittwoch ab 22:45 Uhr, dem 6. August 2014 auf ARD Hd, zum ersten Mal. Ich traute mich gar nicht auf Toilette zu gehen, aus Angst etwas wichtiges zu verpassen und endgültig den Faden zu verlieren. Als der Film dann zu Ende war, verspürte ich den Drang, mir diesen Film hier auf Blu-ray zu besorgen, und mich mehr und mehr in diesen Film zu vertiefen. Und auf das Bonusmaterial war ich auch gespannt:

- Trailer (Deutsch)
- Trailershow (mit einem extralangem Trailer in Deutsch)
- Making-Of
- Europapremiere in Berlin

Ton: DTS-HDMA 5.1: Deutsch und Englisch, deutsche Untertitel sind vorhanden

Bild: 2,40:1 16:9

Freigegeben ab 12 Jahren: Ein paar harte Szenen tauchen immerwieder auf, mitunter sehr blutig!

Wendecover ist vorhanden!

BEWERTUNG:
5 Sternschnuppen für diese spannnende und ergreifende Reise durch 500 Jahre, erzählt in 172 Minuten. Die Blu-ray bietet beste Bild- und Tonqualität. Die Darsteller, die bis zu sechs Rollen in diesem Film spielten, laden förmlich zum Suchen ein. Darunter: Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugo Weaving, Jim Sturgess, Doona Bae, Ben Whishaw, Zhou Xun, Keith David, Susan Sarandon und Hugh Grant. Auch zwei deutsche Schauspieler mischen hier mit: Götz Otto (Die Wanderhure) und Katy Karrenbauer (HINTER GITTERN-Der Frauenknast). Habt Ihr sie schon entdeckt?

Eine erstaunliche virtuelle Weltvision im Edellook; erstaunlich, erbaulich, pervers, hoffnungbringend!

Eine Regie-Zusammenarbeit zwischen Tom Tykwer (Das Parfum) und Lana & Andy Wachowski (Matrix-Trilogie).

FAZIT:
Jedes Verbrechen und jede gute Tat haben Einfluss auf die Entwicklung der Welt!

FILMTIPP:
Wenn Ihr Gefallen an verschachtelten Filmen gefunden habt, dann empfehle ich Euch einen australischen Film aus der Welt der Aborigines. DVD und Blu-ray sind hier bei amazon erhältlich:

10 Kanus, 150 Speere und 3 Frauen
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einmal schauen reicht nicht, 20. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas (Blu-ray)
Einmal schauen reicht nicht. Es reicht nicht, um den ganzen Film in seiner Vollständigkeit zu erfassen. Es reicht aber auch nicht, um diesen Film entsprechend zu würdigen.

So einen Film habe ich noch nicht gesehen. Sechs unterschiedliche Geschichten aus unterschiedlichen Epochen der Menschheit auf eine Weise verknüpft, die ich im Moment gar nicht in Worte fassen kann, um dann zu einem Ganzen auf grandiose Weise zusammengefügt zu werden. Bei einem Grand an Detailverliebtheit, der mich regelrecht staunen lässt - das meine ich durch und durch positiv.

Zu den vielen unglaublichen Details nur ein Beispiel, das mich am allermeisten beeindruckt hat: Wie sich in der ganz fernen Zukunft die Menschheit verändert hat, so hat sich auch die Sprache verändert. Man hat wirklich die Sprechweise der Menschen variiert und dem Zustand der Gesellschaft angeglichen. So was findet man üblicherweise - und wenn überhaupt - nur in Büchern vor, nicht aber in Filmen.

Der Film ist voller Philosophie/Religion: Soziale Gerechtigkeit, Wiedergeburt, Ethik des Klonens, Sklaverei und Freiheit, Umgang mit Älteren und Bedürftigen, Kapitalismus und seine Folgen und noch so vieles mehr, dass ich es hier gar nicht alles zusammenkriege...

Ich frage mich, ob es nicht besser gewesen wäre, zwei Filme draus zu machen. Wäre, so denke ich, schwer zu verkaufen gewesen, da nicht jeder den Film verstanden hat oder ihn zu schätzen weiß. Ich habe schon Verständnis dafür, dass man es dann lieber in einem Film durchzieht, da man befürchtet, dass der einfache Pöbel einen zweiten Teil nicht mehr sehen wird wollen. Ja, die Matrix-Regisseure kennen das gut. Die haben eine phänomenale Trilogie hingelegt, bei der die letzten beiden Teile (offenbar wegen zu viel Philosophie) nicht gut weg gekommen sind.

So: da haben wir also einen Film, der es schon längst in meine erlesene Filme-Sammlung, meine persönliche Hall of Fame, geschafft hätte, wäre die BlueRay sprachlich nicht so schlecht ausgestattet.

Ich schaue gerne Filme in Originalfassung an. Wenn ich dann gelegentlich was nicht verstehe (Akustik, Slang, Wortschatz, alles Faktoren bei einer Fremdsprache), schalte ich nicht auf Deutsch um, sondern schalte mir kurz den Untertitel in der Originalsprache hinzu, lese nach, was ich nicht gehört oder Verstanden habe und recherchiere nötigenfalls nach der Bedeutung. Das ist hier nicht möglich. Untertitel gibt's nur auf Deutsch. Schlimmer noch: sieht man sich den Film in der Originalfassung an, kann man die deutschen Untertitel nicht abschalten! Na ja, ich werde wohl auf eine Neuauflage des Films auf BlueRay hoffen und warten müssen.

Von mir eine klare Empfehlung zum Anschauen. Aber auch eine Klare Empfehlung dazu, die BlueRay nicht zu kaufen. Schade eigentlich, denn einmal schauen reicht nicht!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer meiner neuen Lieblingsfilme, 15. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas [Blu-ray] (Blu-ray)
Cloud Atlas ist einfach ein wundervoller Film, der zum Träumen einlädt. Ich kann ihn jedem nur weiterempfehlen. Er ist inzwischen zu einem meiner Lieblingsfilme geworden.
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Cloud Atlas
Cloud Atlas von David Mitchell (DVD - 2013)
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