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5.0 von 5 Sternen Kästners ewige Liebe, 4. Mai 2011
Als Erich Kästner ein kleiner Junge war, war manches anders als heute, aber andererseits hat sich soooo viel auch wieder nicht geändert -- in vielen Details schon, aber nicht unbedingt im Wesentlichen. Daher verstehen heutige Leser auch auf Anhieb, was Kästner meint, wenn er über das Leben der "kleinen Leute" vor mittlerweile über 100 Jahren (erstmals erschienen ist das Buch 1957) schreibt und einem vieles anschaulich und detailreich vor Augen führt.
Allein das hat schon Charme -- aber wenn ein Erich Kästner sich erinnert und das in seinem augenzwinkernden Stil tut, warmherzig und absolut kitschfrei, dann wird die Lektüre doppelt so reizvoll. Mindestens.

Kästner erzählt -- von den Anfängen seiner Familiengeschichte, den Kästners und den Augustins, und im dritten Kapitel schließlich erfährt man, wie seine "zukünftigen Eltern [...] sich endlich kennen[lernen]". Vordergründig entpuppt Kästner sich als charmanter Plauderer, der viel Interessantes zu berichten weiß -- sein Bericht jedoch ist dermaßen brillant, dass man vor lauter scheinbarer Einfachkeit überhaupt nicht bemerkt, wie ausgefeilt sein Stil ist. Jedenfalls steht "Als ich ein kleiner Junge war" Kästners Gedichten, Romanen und Kinderbüchern (!) in nichts nach. Der Meister der Neuen Sachlichkeit kann und will sich auch hier nicht verleugnen, und wer anders kann vor des Lesers Augen Szenen erstehen lassen wie diese: "Die Welt vorm Fenster war grauweiß und kahl, und der Wind fegte die Felder wie ein betrunkener Hausknecht"?
Überhaupt, Kästners ganz eigene, charakteristische Sprache, warmherzig und ironisch zugleich; eine Sprache, die die Stunden schon mal "müde um den glühenden Kanonenofen herum" schleichen lässt... Darüber könnte man Romane schreiben, aber man kann sie auch ganz einfach genießen, sich rühren lassen und manchmal auch ganz einfach loskichern, weil wieder mal eine Formulierung gar zu treffend ist.

Man lernt Kapitel für Kapitel die Welt des allmählich heranwachsenden Erich Kästner kennen -- und Kästners Rückblick ist nicht in verklärenden Nebel getaucht, im Gegenteil: Nicht selten schraubt er das Teleobjektiv vor die Erinnerung, und so erfährt man in kleinen erzählten Genrebildern, etwa der über die Untermieter der Familie, über Vater Kästners Liebe zum Handwerk oder die Schicksale von Kundinnen seiner Mutter, die als Haus-Friseuse die Haushaltskasse aufbesserte, sehr viel über die nicht immer "gute alte Zeit" und ihre Gepflogenheiten. Im Gegensatz zu manch anderer Schilderung wird man Kästners Darstellung bestimmt nie wieder vergessen.
Vor allem aber sind diese Erinnerungen eine Liebeserklärung Kästners: Zunächst einmal an seine Heimatstadt Dresden -- "Ich musste, was schön ist, nicht erst aus Büchern lernen. [...] Ich durfte die Schönheit einatmen wie Försterkinder die Waldluft", schreibt er einmal. Und tatsächlich schleicht sich in jene Passagen, in denen er "seine" Stadt schildert, eine leise Melancholie ein -- eine leise, feine, sympathische Melancholie.
Vor allem aber ist "Als ich ein kleiner Junge war" eine Liebeserklärung an seine Mutter -- eine Liebeserklärung, die auch dunkle Seiten nicht verschweigt und gerade deswegen so lebendig und glaubwürdig ist.

"Als ich ein kleiner Junge war" ist eines jener seltenen Bücher, deren Charme, Klugheit und Witz nicht nur zeitlos in allen Facetten schimmern -- es ist auch, unabhängig von Alter oder sonstigen Interessen, ein echter Gewinn für jeden Leser.
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5.0 von 5 Sternen Als ich ein kleines Mädchen war ..., 31. Juli 2014
Von 
HEIDIZ "Bücherfreak" (Heyerode) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Als ich ein kleines Mädchen war, habe ich das mir nun vorliegende Buch noch nicht gelesen, ich musste erst 47 Jahre alt werden, um diese Lektüre endlich zwischen meine Augen zu bekommen ….

Nun möchte ich euch berichten, wie mir das Buch „Als ich ein kleiner Junge war“ von Erich Kästner gefallen hat. Was eigentlich als Kinderbuch deklariert ist, kann aber problemlos und keinesfalls unterfordernd auch von Erwachsenen gelesen und gemocht werden.

Mir erging es so, dass ich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert war, zum einen von der Schreibweise Kästners, wie er es schafft, mich in seine Kindheit und Jugend zu involvieren, mir sein Dresden nahezubringen und seine Familie und seine Zeit …

Er schreibt, als würde er mit dem Leser reden, als würde er einfach so daher reden. Als würde er aus seiner Erinnerung schreiben, als würde er schreiben, erzählen, als würde ihm gerade noch etwas einfallen, als würde er ausschweifen und sich dann dafür im selben Atemzug entschuldigen, was das Buch für mich extrem angenehm zu lesen machte, extrem authentisch und real.

Ich habe die Lektüre der Geschichte der Kindheit und Jugend Erich Kästners, seiner Familie und seiner Zeit, seines Dresdens, welches innerhalb der Erzählungen auch sehr plastisch vor meinem geistigen Auge erschienen ist, sehr genossen. Man konnte sich von Beginn an gut in die Geschichte einfühlen, in die Gefühle des kleinen Erich, der in die Schule ging, der Ferien hatte, der berichtete, was er tagtäglich alltägliches und weniger alltägliches erlebte.

Wir Leser können Erich Kästners in diesem Buch sehr gut kennen lernen und auch verstehen lernen, wie er zu dem wurde, als den wir ihn kennen und mögen.

Das Buch ist natürlich in der Ich-Schreibweise geschrieben.

Leseprobe:
========

In der Schule selber gab es keine Schwierigkeiten. Außer einer einzigen. Ich war sträflich unaufmerksam. Es ging mir zu langsam voran. Ich langweilte mich. Deshalb knüpfte ich mit den Nachbarn neben, vor und hinter mir launige Unterhaltungen an. Junge Männer im Alter von sieben Jahren haben einander begreiflicherweise viel zu erzählen …

Ich empfehle das Buch sehr, wenn man sich mit der Kindheit und Jugend Kästners auseinander setzten möchte.

Das Buch gehört übrigens zu einer Kästner-Reihe gleicher Ausstattung, innerhalb der man sich seine Werke sozusagen als eine Reihe zusammen sammeln könnte, die sich im Bücherschrank sehr gut macht.

Vor 40 Jahren am 29. Juli verstarb Erich Kästner, wir haben also ein Jubiläum – aus diesem Grund habe ich auch endlich dieses schon für mich lange fällige Buch gelesen, bin begeistert vom Buch und der Ausstattung gerade dieser Ausgabe, die ich als sehr hochwertig und qualitativ positiv empfinde.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebeserklärungen und Erinnerungen, 25. April 2011
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Wenn Erich Kästner in unserer Zeit wieder neue Leser findet, ist dies auch das Verdienst des Atrium Verlags und von Hans Traxler. Denn die wieder aufgelegten Bücher kommen in einem so schönen Kleid daher, dass sie selbst in überfüllten Auslagen auffallen. Und das ist gut so, weil auch Erich Kästner Zeitloses schrieb, das es wert ist, weiterhin im kulturellen Gedächtnis verankert zu bleiben. Das gilt auch für diese Kindheitserinnerungen.

"Alt ist, was man vergessen hat. Und das Unvergessliche war gestern. Der Maßstab ist nicht die Uhr, sondern der Wert. Und das Wertvollste, ob lustig oder traurig, ist die Kindheit. Vergesst das Unvergessliche nicht! Diesen Rat kann man, glaub ich, nicht früh genug geben." Diese Sätze stehen im Vorwort, das bereits alles enthält, was den Stil von Erich Kästner so unvergleichbar macht. Nach der Anrede "Liebe Kinder und Nichtkinder!" gesteht Kästner, dass er trotz Einwände seiner Freunde nicht auf Vorworte verzichten will, sondern unermüdlich an Dingen festhält, wenn er sie für richtig findet. Also kann es durchaus passieren, dass er sogar Bücher mit zwei und drei Vorworten zustande brachte. Witzig und poetisch bereitet er seine Leser auf den Inhalt vor, gibt erste Geschichten preis und ermuntert dazu, über sich selber zu lachen.

Erich Kästner berichtet über Vorfahren, von denen er eigentlich kaum etwas weiß, blättert in einer Familienchronik, die bis ins Jahr 1568 zurückreicht, und macht einen ersten Zwischenhalt, als am 9. April 1871 seine Mutter im Dorf Kleinpelsen zur Welt kam. Wenn er Ereignisse wie den deutsch-französischen Krieg mit unerlaubtem Kaninchenhandel in Beziehung setzt, deutet er bereits an, wie wenig sich Kinder um die Welt der Erwachsenen kümmern, wenn sie auf dem Weg sind, die eigenen Welt zu erobern.

Liebevoll zeichnet Kästner den Weg, den seine Eltern hinter sich legen mussten, bis sie sich endlich kennenlernten und schließlich 1895 nach Dresden, in die königlich sächsische Haupt- und Residenzstadt zogen, wo Erich Kästen vier Jahre später geboren werden sollte. Und wie einfallslos und trocken bezahlte Öffentlichkeitsarbeiter das Unverwechselbare und Schöne beschreiben, wird klar, wenn man deren Worte mit Kästners Eindrücken von Dresden vergleicht. Ohne je in billigen Kitsch abzugleiten, modelliert Kästner mit seinen Sätzen eine wunderbare Stadt, in der am 23. Februar 1899 ein hübsches Kind voller goldblonder Locken zur Welt kommt.

Da sich Erich Kästner keiner politischen Korrektheit verpflichtet fühlt, die jedes Wort auf die pädagogisch-didaktische Waage legt, lässt er seine Leser an kindlichen Kriegsspielen, Strafexerzieren, kleinen Gemeinheiten und jugendlichen Ungerechtigkeiten teilhaben. Er erzählt von Herrn Schurig, der zwar nur Untermieter war, aber für den kleinen Erich zu einer Art Onkel wurde, der ihm als Vorbild diente und sein Leben ebenso prägte wie wirklich Verwandte.

Ein paar wenige Sätze aus dem siebten Kapitel sollen veranschaulichen, mit welch wunderbarem Schreibstil neue und alte Kästnerfreunde rechnen dürfen. Nach der Überschrift "Riesenwellen und Zuckertüten" heißt es: "Mit mir und unserem Buche geht es voran. Zur Welt gekommen bin ich schon, Das ist die Hauptsache. Ich bin bereits fotografiert worden, mit meinen Eltern in eine andere Wohnung gezogen und seitdem von Lehrern umgeben. Zur Schule gehe ich noch nicht. Ich habe die Lehrer im Haus."

Mein Fazit: Kästners Kindheitserinnerungen sind auch wunderschön formulierte und oft witzige Liebeserklärung an seine Mutter, an Dresden und an die Liebe selbst. Schön, dass dieses Buch neu aufgelegt wird und in einem so attraktiven Gewand daherkommt.
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5.0 von 5 Sternen Nicht nur für Kinder, 11. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch von Erich Kästner ist nicht nur für Kinder geeignet, mir z.B. gefällt es sehr gut und ich möchte es gerne weiterempfehlen.
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