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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glänzender Jonas Kaufmann als Siegmund in Lepage totaltechnologischer Inszenierung, 23. Januar 2013
Von 
Hans-Georg Seidel "opera" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Walküre [Blu-ray] (Blu-ray)
In der Walküre wird das Lepage Konzept des technologischen Totaltheaters fortgesetzt, das im Rheingold seinen Anfang nahm. Mit dem Mittel einer variablen Technologiebühne wird inhaltlich eher konventionelles Musiktheater geboten, also keine interpretatorische Regie sondern das Bühnenbild ist angelehnt an das bebildernde Konzept des bürgerlichen Realismus, allerdings mit sehr interessanten, teils spektakulären Bildern. Wer also traditionsorientiertes Operntheater vorzieht wird hier bestens bedient, wenn er das Bühnenkonzept, das monumental ist, aber auch eine gewisse Statik aufweist, akzeptiert.

Die Personenführung ist wiederum kaum vorhanden, alles wird durch die Vorgaben der Bühne dominiert.

Was diese Walküre aus meiner subjektiven Sicht so einzigartig macht, ist die sängerische Leistung von Jonas Kaufmann als Siegmund, der hier Wagners Vorstellungen eines deutschen Belcanto nahe kommt. Allein diese Leistung ist einzigartig in ihrer Art.
Glänzend auch Bryn Terfel als Wotan, subtil gestaltend, berührend.
Eva Maria Westbroek überzeugt insgesamt als Sieglinde. Hans-Peter König ist der stimmgrundierte Hunding. Eine überragende Stimme, die ich auch live sehr gut kenne.
Stephanie Blythe mit fulminanter Intonation ist eine hervorragende Fricka.
Mit der Brünnhilde von Deborah Voigt kann ich mich nicht wirklich anfreunden. Hierzu habe ich aber auch schon durchaus positive Kommentare gelesen. Insofern sollte man sich eben sein eigenes Bild machen, weil die Affinität für Timbre eben erfahrungsgemäß sehr unterschiedlich sein kann. Gerade auch mit gegenteiligen Urteilen erweitert man seinen eigenen Horizont. Ich höre über Studio-Equipment, trotzdem sollte man sich nie zu absoluten Urteilen versteigen, denn eine Reproduktion ist eben nicht das Opernhaus, auch bei live Einspielungen. Letztes, wenn auch immer subjektives Urteil, ist immer nur im Opernhaus möglich, weil die Raumanmutung einer Stimme, die Anflutungsphase im Raum reproduktionstechnisch nicht dargestellt werden kann.

James Levine dirigiert einen breit, üppigen Wagner.

Die Dirigate waren schon im 19. Jahrhundert Grund für teils heftige Auseinandersetzungen, die beschämend antisemitisch bestimmt waren. Auch bedeutende Dirigenten bewiesen diesbezüglich wenig Stil und zollten Cosima Wagners Ideologie-Regiment Tribut. Deren Abwertung von jüdischen Dirigenten sind heute reine Stilblüten aus dem Kuriositätenkabinett menschlicher Borniertheit,Bigotterie und Einfalt. So wurde jüdischen Dirigenten, trotz Bescheinigung glänzender formal interpretatorischer Fähigkeiten, der rechte emotionale Zugang aus rassischen Gründen aberkannt. Leider zeigte sich Richard Wagner diesbezüglich als Stichwortgeber, der sich eine antisemitische Sicht von beklemmender Tumbheit zugelegt hatte, diese zwar variierte, aber zweifellos der Schuldige war.
Insofern, als auch Richard Wagner eine musische und teils auch librettistische Inselbegabung mit erschreckenden Intelligenzdefiziten war, kann man dem Geniekult der vergangenen Zeiten nicht ungeteilt beipflichten. Sicher war Antisemitismus auch eine Zeitgeisterscheinung, aber das reicht nicht aus, um Wagner diesbezüglich freizusprechen.

Damit gilt es sich mit Wagner auseinanderzusetzen und nicht ihn anzuhimmeln, wie einen Messias, wie das im Bayreuther Kult propagiert wurde. Selektiv betrachtet, kann man den Musiker Wagner als genial bezeichnen, seine Ideologie allerdings reicht von banal "dämlich" bis interessant diskutabel.
In der Traditon stehende Wagnerianer postulieren stets bebildernde Konzepte, die Wagner aber nachweisbar nicht wollte. Problematisch wird es, wenn sich Wagnerianer zu kühnen Thesen über Regisseure hinreissen lassen, die allenfalls die eigene Ahnungslosigkeit über Wagners Werkintentionen verraten.
Besonders problematisch sind die Foren, die sich gegen modernes Operntheater verschworen haben. Der Tonfall ist totalitär und einfältig. Die Sicht ist moralinsauer, puritanisch spiessig. Das ist nicht Meinung, das ist faktisch nachweisbar. Wenn man dortige Einlassungen ließt, könnte man denken, die Machtergreifung der Nazis wäre wieder vollzogen. Wortidentisch dort die Beschimpfungen im Sinne gesunden Volksempfindens.
Ich positioniere mich beileibe nicht gegen traditionelles Operntheater, finde viele Inszenierungen z.B. von David McVicar glänzend, schätze aber auch das interpretierende Musiktheater. Mit den Ergebnissen bin ich nicht immer zufrieden. Eben der ganz normale Wahnsinn bei Freiheit der Kunst.
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5.0 von 5 Sternen Walküre, 26. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Walküre [Blu-ray] (Blu-ray)
Diese Met-Walküre mit dem fantastischen Dirigenten James Levine und den wunderbaren Sängern Jonas Kaufmann, Bryn Terfel und Hans-Peter König - sie singen einfach göttlich - hat mich verrückt gemacht. Sie macht beunruhigend süchtig -nach Wagner und den tollen Künstlern.
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Die Walküre [Blu-ray]
Die Walküre [Blu-ray] von Gary Halvorson (Blu-ray - 2013)
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