weddingedit Hier klicken muttertagvatertag Cloud Drive Photos Kamera16 Learn More HI_KAERCHER_COOP Hier klicken Fire Shop Kindle Sparpaket Autorip GC FS16

Kundenrezensionen

2,8 von 5 Sternen22
2,8 von 5 Sternen
Format: Kindle Edition|Ändern
Preis:9,99 €
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

TOP 500 REZENSENTam 26. April 2013
Cédric Villani, Mathematiker, Physiker, Genie und Präsident des Pariser Instituts Henri Poincaré, lässt uns an zwei Jahren seines Forscherlebens teilhaben. Es sind die zwei Jahre, in denen er die Leistung erbracht hat, die ihm 2010 die Fields-Medaille eingebracht hat, das Nobelpreis-Äquivalent der Mathematiker.

Villani ist ein Grenzgänger zwischen Mathematik und Physik, und eines der zahlreichen Gebiete, auf dem er arbeitet, ist die Boltzmann-Gleichung, die die Bewegung von Gasmolekülen beschreibt, in seinen Augen die "schönste Gleichung der Welt". Seine Leistung bestand unter anderem darin, Erkenntnisse aus der Plasmaphysik (vor allem die Landau-Dämpfung) zur Beschreibung von nichtlinearen Vorgängen zu nutzen. Oder so ähnlich.

"Das lebendige Theorem" ist ein äußerst ambivalentes Buch. Auf der einen Seite gewährt es uns einen sehr intimen Blick auf die Denk- und Arbeitsweise von wissenschaftlichen Hochleistungsträgern, deren einer Villani zweifellos ist. Wie alle großen Wissenschaftler zählt er zu den glücklichen Menschen, die ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben. Deshalb sind für ihn die Zumutungen gegenüber sich selbst wie auch gegenüber der Familie eine Selbstverständlichkeit, und seinem Ziel, die begehrte Medaille zu ergattern, ordnet er alles unter.

Das Buch ist aber auch voller warmherziger Anekdoten über berühmte Kollegen, unter denen bekanntlich manche schrägen Vögel sind, und wir bekommen einen guten Eindruck von der fruchtbaren Arbeitsatmosphäre unter Mathematikerkollegen.

Auf der anderen Seite fehlt Villani leider die Fähigkeit oder zumindest die Bereitschaft, dem Leser seine Arbeit verständlich zu machen. Wir dürfen ständig "oho" sagen, aber nur viel zu selten "aha". Das gilt vor allem für die zahllosen Emails, die er mit seinem Freund und Kollegen Clément Mouhot ausgetauscht hat und deren wörtlicher Abdruck etwa ein Fünftel des ganzen Buches beansprucht. Seiten voller Sätze wie "Was ich 'Einschränkung der Grenzzeit' genannt habe, ist die Tatsache, dass das, was man am Index aufgrund dessen verliert, dass die Streuung linear in der Zeit ist, wie ich es in Voraussetzung gesetzt habe, eine Grenzzeit ergäbe, damit wir keinen Verlust größer als eine bestimmte Konstante haben" usw. usw. (S. 68) tragen schließlich selbst den naturwissenschaftlich trainierten Leser aus der Kurve, es sei denn, er hat regelmäßig Umgang mit partiellen Differentialgleichungen, und vielleicht selbst dann. Die Zeitaufwand, der nötig gewesen wäre, um aus diesen Emails den für den Leser wichtigen Erkenntnisfortschritt zu extrahieren, dürfte angesichts der zahlreichen Verpflichtungen Villanis auch eine Rolle gespielt haben. Ich denke aber, es wäre der Mühe wert gewesen, und ich begreife nicht, warum nicht schon sein französischer Verlag hier den Lesern zuliebe eingegriffen hat.

Einen weiteren großen Teil des Buchs beanspruchen mathematische Formeln und Ableitungen. Das abgebildete Kernstück seines Theorems erstreckt sich zum Beispiel über zehn Seiten, die man als Nichtfachmann getrost überblättern kann. In der Produktbeschreibung bzw. hinten auf dem Einband steht zwar "Wir werden Zeuge der Denkprozesse eines Mathematikers und das, ohne die dazugehörigen Formeln verstehen zu müssen", jedoch bereitet einen das in keiner Weise darauf vor, dass weite Teile des Buches Nichtmathematikern absolut unzugänglich sind.

Die andere Schwäche Villanis ist seine Eitelkeit. Damit meine ich nicht sein Äußeres (der Wiedergänger von Franz Liszt, der uns vom Einband in die Augen schaut, ist tatsächlich sein normaler Habitus), sondern die Tatsache, dass er sich seiner zweifellos überragenden, fakultätsübergreifenden Kenntnisse und Fähigkeiten sehr bewusst ist und aus dieser Tatsache auch keinen Hehl macht. Vor allem Kapitel 25, in dem er seine bisherige Karriere resümiert, macht das deutlich: Bei Einschätzungen wie "...eine [von mir entdeckte] Verbindung, die eine Reihe von Analytikern verblüfft hat, die gemeint hatten, sie würden diese Ungleichungen gut kennen!" heben sich beim Leser doch etwas die Augenbrauen. Da überrascht es dann auch nicht mehr so sehr, dass Villani seinen Emailverkehr als Literatur betrachtet.

Auf S. 238 mahnt er sich: "Vorsicht, Cédric, vor dem Größenwahn!" Exactement.

- Kostenloses Rezensionsexemplar -
22 Kommentare|79 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Februar 2014
Wenn einige Mitforisten anklingen lassen, sie fühlten sich nicht erleuchtet, aber es läge wohl an ihnen, wenn sie den Gedanken des Genies nicht folgen könnten, ist das sicher ein Ausdruck guten Glaubens. Allein, glauben heisst: nicht wissen. Als Professor für Mathematik kann ich nur sagen, dieses Buch versucht nicht einmal, irgend etwas Verständliches zu vermitteln. Sicher ist: Cédric Villani ist nicht blöd. Was will er also? Ich blättere das Buch auf einer beliebigen Seite auf: Zitat S. 80: "Was Punkt (b) angeht, so ist das, was ich benutzen wollte, um zu sagen, dass (5.12) nicht von kappa abhängt (für kappa in einem Kompaktum), die schwache Abhängigkeit v des Streuungsfeldes $X^(cat)_{s,t}$:". Gutgläubige Leser vermuten hier sicher, dass die seltsamen Symbole etwas bedeuten, was Mathematiker ohne weiteres verstehen. Falsch! Die Bedeutung verwendeter Symbole muss erklärt werden, sonst sind es nur interessant aussehende Zeichenketten. Ausnahmen von dieser Regel sind etwa Pi oder die Euler'scheZahl e. Da das Buch aber durchgängig Erklärungen vermissen läßt, vermute ich, dass Herr Villani versucht zu beweisen, dass der Durchschnittsmensch autoritätsgläubig ist und auch den größten Blödsinn hinnimmt. Fazit: Schade um die Zeit und das Geld.
0Kommentar|17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. April 2013
Dieses Buch ist ein veröffentlichtes Ärgernis. Es hat weder Witz noch Charme. Man lernt nichts von diesem Buch ausser der traurigen Tatsache, dass hier ein exzellenter, vielfach preisgekrönter Mathematiker sich den eitlen Fehlschluss erlaubt, er habe das Talent zum Bücherschreiben, weil er Theoreme beweisen kann. Wenn man als Leser die unverständlichen E-Mails an Mitarbeiter subtrahiert und die ohne weitere Erklärungen hingehauenen Formeln weglässt, wenn man statt der langweilig reportierten biographischen Fakten über berühmte Vorgänger und Idole (Landau, Boltzmann, Kolmogorov, usw.) die vergleichsweise aufregend dargestellten Lebensdaten bei Wikipedia nachliest, und wenn man schliesslich die Augen abwendet, peinlich berührt von den Gesprächen mit Kollegen im Stil von: „Ich weiss so viel mehr als ihr!“ – dann bleibt herzlich wenig übrig und man darf sicher sein: Hätte Villani nicht gerade die Fields Medaille gewonnen, wäre es keinem Verleger eingefallen, dieses ganz wertlose Machwerk zu publizieren. Es gibt solche Prominentenbücher ja seit langem: Welttorwart Oliver Kahn schrieb einmal ein Buch über Erfolg und Motivation. Hätte der „Titan“ weniger Bälle gehalten und sich weniger grossspurig-werbewirksam gebärdet, wäre auch er für einen Verlag so völlig uninteressant gewesen wie es seine psychologischen Ergüsse für den Leser sind.

Und noch etwas: Hättest du dir eine Aufzeichnung vom Champions League Spiel FC Bayern gegen FC Valencia vom 23. Mai 2001 angesehen, wenn Torwart Kahn dir, gerade als du dich vor den Fernseher setzt, gesagt hätte, dass das Spiel 1:1 ausgeht und dass er, Kahn, beim fälligen Elfmeterschiessen den entscheidenden Elfmeter hielt? Vielleicht, aber die Spannung wäre weg, bevor das Spiel beginnt. So auch hier. Der Leser weiss schon am Anfang, dass Villani den begehrten Preis erhalten wird. Es geht also darum, dem Leser den aufregenden Weg zu beschreiben, auf dem ein aussergewöhnliches Talent vom bohrenden Problem zur befreienden Lösung gelangte. Ein Buch wird aus einer derartigen Wegbeschreibung aber erst, wenn der Leser mitfühlt und mitleidet, wie der Autor durch Höhen und Tiefen, herbe Rückschläge und kleinere Triumphe, durch Kampf und List, Erfindung und Glück endlich zum Ziel kommt und belohnt wird. In Villanis Buch jedoch darf der Leser eigentlich nie teilnehmen, obwohl es für den Autor und sein Team zwischen Problemstellung und dem zum Leben erweckten Theorem manche Zweifel und Fehlversuche gegeben haben muss.

Das ist denn auch die grösste Sünde dieses Buches: Wie ein erregendes Kopfabenteuer zu einer langweiligen Selbstbefriedigung verkommt.

Das muss nicht sein. Sieh dir zum Beispiel Terence Taos Webseite bei der UCLA und seinen Blog „What’s new?“ an. Tao hat die Fields Medaille 2006 erhalten, dazu noch den MacArthus Preis. Oder besuche online das Max Planck Institut für Mathematik, in dem der bisher einzige deutsche Fields Medaillen-Gewinner 1986), Gerd Faltings, einer der Direktoren ist.

Bücher, die sich lohnen: Marcus du Sautoy über „Die Musik der Primzahlen“; Simon Singh über „Fermats letzten Satz“; Hardys „A Mathematician’s Apology“. Lustig und lehrreich ist auch der unvergleichliche Hans Magnus Enzensberger („Der Zahlenteufel“ und anderes).
0Kommentar|57 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Dezember 2013
Das ist ein ganz und gar überflüssiges Buch.

Ich bekam es als Geburtstagsgeschenk in die Hände. Ich bin Informatiker und lese auch gerne in Mathe-Büchern.
Auch liebe ich Literatur.

Aber von dieser Lektüre kann ich nur abraten. Das Buch enthält weder Literatur, noch enthält es etwas anderes als kryptische, fast gänzlich unmotivierte Mathematik.
Es ist ein Buch, dass aus Zeichenketten besteht (Syntax, seitenweise, ohne Semantik) . Cederic Villani mutet dem Leser sogar TeX im Quellcode zu. Die seitenweise abgedruckten eMails, die er mit seinem Mitstreiter auf der Suche nach dem Theorem austauscht, sind als Lektüre ein einziger Graus.

Einzelne Forscherkollegen werden dann noch, verstreut im Text, in Form von Kurzbiographien vorgestellt. Das findet man auch im Brockhaus.

Fazit: Ich überlege noch es ggfs. in meinem Ofen zu verbrennen, dann gibt es wenigstens noch etwas Wä#rme ab.
Eindeutig ist das Papier und der Einband mehr wert als der Inhalt. Man hätte das schöne Papier mit diesem Text nicht beschmutzen dürfen.

Villani möchte zeigen, was er im Gegensatz zu seinen Lesern lesen und verstehen kann.

Wo sind wir seit Einstein nur hingekommen?

Fazit: Buch und Lektüre sind vollständig überflüssig.
0Kommentar|12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. August 2013
Ich muss mich leider dem einen oder anderen Vorredner anschließen. Das Bucht trieft vor Eitelkeiten, verpackt in völlig unverständliche Kapitel, die auch einem Dipl. Math. keinerlei fachliche Erkenntnis vermitteln, noch nicht einmal den kleinsten Einblick in die fachlichen Zusammenhänge. Ohne die vielen Füll-Emails und Formeln, die man einfach nicht nachvollziehen kann, bleibt herzlich wenig übrig.

Und wenn der Autor über mehrere Seiten einzelne Musikstücke nennt, die er gern zur Arbeit hört, so ist selbst das nur eine Darstellung des eigenen Intellekts: schaut, was ich alles kenne.

Aus meiner Sicht ein Schuss in den Ofen!
11 Kommentar|14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Als ich mich für dieses Buch begonnen habe zu interessieren, war ich ein wenig erschrocken über die zum Teil derben Kritiken hier. Dennoch habe ich mich auf Villanis Versuch eingelassen, den ganz normalen Alltag eines Mathematikers der Gegenwart zu beschreiben. So selbst des Autors Zielbeschreibung, er wirft dann aber später auch so manch interessanten Blick zurück in die Geschichte.

In 44 Kapiteln, sehr vielen Anekdoten und für mich reichlich viel theoretischer Mathematik, geht Cedric Villani sein Thema an.

Der Autor hat meines Erachtens nicht gerade eine leserfreundliche Schreibe, aber dafür ist er eben Mathematiker. Sein Gedankenaustausch mit seinem Kollegen ist für mich schwierig, beinah ermüdend zu lesen, vor allem weil so umfänglich. Aber ich sollte nicht jammern, dafür habe ich mich ja auch auf die Gedankenwelt zweier Mathematiker eingelassen. Die pure Mathematik die mir in diesem Buch begegnet, habe ich oft einfach überlättert, weil ich ohnehin keinen blassen Schimmer davon habe.

Dennoch habe ich dieses Buch gelesen und habe einen interessanten Einblick in Villanis Welt bekommen. Große Literatur ist dieses Buch ganz sicher nicht, aber interessant war es für mich schon, in die Welt eines Mathematikers hineinblicken zu dürfen!
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Dezember 2013
Ich gebe zu, ich habe nur die ersten 100 Seiten geschafft. Dann stellte ich mir die Frage, warum weiterlesen,
wenn mir 80% des Textes vollkommen unverständlich bleibt und der Rest schlichtweg langweilig ist ?
Zudem vollgestopft mit Selbstbeweihräucherung. Also Zeitverschwendung, das Leben ist kurz.

Ich bin sehr an mathematischen Themen interessiert und scheue mich nicht, mich in schwierige Thematiken notfalls einzuarbeiten. Aber hier wird gar nicht erst der Versuch unternommen, die Materie dem Leser irgendwie zugänglich
zu machen. Somit bleibt auch der Erkenntnisprozess des Autoren vollkommen im Dunkeln.

Mich würde interessieren, wer das Zielpublikum ist ?
Welchen Grund nennt Villani, sein Buch zu lesen ?
0Kommentar|7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Dezember 2015
Es ist interessant, wie unterschiedlich die Meinungen zu diesem Buch sind. Das Buch wirkte auf mich sehr lebendig und spannend. Cedric Villani sagte in einem Interview, das Buch sollte so wirken wie auf seinen Sohn, wenn er ihn mit ins Büro nehmen würde. Dann könnte er die ganze Zeit zuschauen was der Papa macht --- das Kind würde natürlich nicht alles verstehen, aber trotzdem Gespräche über Mathematik hören; Formeln, Bilder und rätselhafte Symbole an der Tafel sehen, etc. - und dadurch ein Bild von dem bekommen, was Cedric treibt. Das Buch wirkt tatsächlich so. Im Buch ist aber man nicht nur in Cedrics Büro, sondern mit ihm auf der ganzen Welt und auf den Straßen und in den Metros und Zügen von Paris - viel zu reisen gehört dazu, wenn man Mathematik treibt.
Ganz interessant fand ich die lange Auflistung einiger seiner beliebtesten Musiktiteln.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Mai 2013
Deutschland war einmal das Land von Carl Friedrich Gauß, Bernhard Riemann, Georg Cantor, David Hilbert, Felix Klein ... . Und heute ? Ein Land, in dem es einfach obergeil ist, von Mathe - freundlich ausgedrückt - keinen Schimmer zu haben. Gerade C- und D-Promis verkünden stets, in Mathe immer schlecht gewesen zu sein. Immerhin hat es dieses Land auf eine unerklärliche Weise geschafft, einen Fields-Preisträger hervor zu bringen (Gerd Faltings).

Aber auch dies täuscht nicht über ein Bildungssystem hinweg, dass auch bzgl. des Schulfaches Mathematik einfach nur noch zum Gotterbarmen ist. (Mathematische) Allgemeinbildung in der Breite der Bevölkerung - Fehlanzeige !!

Und jetzt dieses Buch und in diesem Lande ! Es ist schon mutig, in Deutschland ein solches Buch heraus zu bringen. Gratulation an den Verlag.

Es geht in diesem Buch um mathematische Physik, also um die Beschreibung physikalischer Vorgänge mittels mathematischer Strukturen. Und es geht reichlich rücksichtslos gegenüber dem Leser darum. Ein beigefügtes Glossar wäre hilfreich gewesen und hätte verhindert, dass man bei der Lektüre oft zu einem Physikbuch greifen muss, dass die Beschäftigung mit dem Stoff nicht von der Beherrschung des mathematischen Apparates abhängig macht (es gibt in der theoretischen Physik auch solche Bücher).

Es ist eine Selbstdarstellung in Tagebuchform; ein gewöhnungsbedürftiger Stil. Und es ist ein Psychogramm des Autors, der ein Ziel verfolgt: die Fields-Medaille, der "Nobelpreis für Mathematik". Gelegentlich fragt man sich, ob der Autor ein Problem lösen will, weil es ihn interessiert oder weil man damit Anerkennung erlangen kann. Was ist eigentlich schief gelaufen in seiner Kindheit, das er so nach Anerkennung hecheln muss ?!

Gerade das macht es auch so schwer, die Selbstverliebtheit in der Darstellung richtig zu bewerten.

Aber es geht nicht um Psychologie sondern um Mathematik. Und weil es darum geht, ist vorgezeichnet, dass es hierzulande eine relativ eingeschränkte Leserschaft haben wird und der Kreis derer, die das Buch tatsächlich in allen seinen Facetten verstehen werden, ist noch einmal eine echte Teilmenge davon.

Ich möchte dieses Buch der geneigten Leserschaft nicht abspenstig machen. Möge man es lesen. Es ist auf jeden Fall ein "Abenteuer der Erkenntnis" (Einstein): in der Mathematik, der Physik und - der Psychologie.

Und wenn man es beim ersten Mal nicht versteht (das ist ein Merkmal der Mathematik überhaupt) ? Es hat noch nie jemandem geschadet, etwas zweimal zu lesen - keinem Leser und keinem Buch.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. Juli 2013
Wenn Villani uns hier an seinen Gedankengängen teilhaben lässt, hängt er zumindest mich (Dipl.-Math. mit Schwerpunktfach Physik, Studium aber schon ~20 Jahre her) über weite Strecken derartig schnell ab, eigentlich schon ab der zweiten Seite in Kapitel 1, dass ich in einzelnen Passagen buchstäblich kein Wort verstehe. Er erklärt auch nicht allzuviel (vaD nicht die erklärungsbedürftigen Teile) und das didaktische Konzept, sofern es eins gibt, hat zumindest bei mir nicht gegriffen.

Damit sind sehr viele Seiten des Buches für einen Großteil der Leser schlicht unverständlich, so weit hänge ich mich dann doch aus dem Fenster. Das hat zum Beispiel Simon Singh mit "Fermats letzter Satz" erheblich besser hinbekommen, und der Beweis dazu ist auch schwere Kost.

Dennoch finde ich "Das lebendige Theorem" nicht schlecht: Man erhält einen Blick in den Kopf eines äußerst selbstbewussten Genies und seiner Denkprozesse und bekommt ein ganz gutes Gefühl dafür, auf welch verschlungenen Pfaden Fortschritte in einer derart weit entwickelten Wissenschaft heutzutage überhaupt erzielt werden können.

Ich fühlte mich an die Lektüre von Stephen Hawkings Klassiker "Eine kurze Geschichte der Zeit" erinnert: in vielen wichtigen Passagen unverständlich aber dennoch ziemlich unterhaltsam...
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Gesponserte Links

  (Was ist das?)