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Kundenrezensionen

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am 17. April 2013
Nein, es braucht nicht immer ein Riesentamtam um die Wehwehchen des "Führers" gemacht zu werden wenn man einen guten Film über das Dritte Reich machen will, und nein, es braucht dafür auch nicht immer Szenen großer Schlachten und Blutgemetzel.

Auf beides verzichtet dieser Film, und das hat wahrhaftig nicht geschadet! Die Liebesgeschichte eines jüdischen Arztes, zugleich SPD-Abgeordneter, namens Goldmann und der selbstbewussten Ballhausbesitzerin Henny Dallgow lässt den Zuschauer Teil sein in der Welt dieser zwei Menschen, welche immer schlimmere unheilvollere Grausamkeiten zeigt und ihre höchste Eskalationsstufe im Reichstagsbrand und der daraus resultierenden Machtübernahme der NSDAP findet.

Albert Goldmann und Henny Dallgow lernen sich auf der Rückreise nach Deutschland kennen. Goldmann schmuggelt für seinen linksradikalen Bruder Erwin Goldmann Unterlagen nach Deutschland im Glauben, es handle sich dabei um Fluchtpläne, tatsächlich aber sind es Anleitungen zum Waffenbau. Deswegen gerät er ins Visier der Staatssicherheit, Henny Dallgow aber nimmt die Unterlagen mit und rettet ihn so vor Bestrafung. Als sie Zuhause angekommt sieht sie jedoch worum es sich handelt und ist entsetzt, zumal sie von den linksradikalen Freunden Erwin Goldmanns heimgesucht und verletzt wird. Als sie Goldmann in dessen Praxis zur Rede stellen will, verliert sie das Bewusstsein, zu schwer sind ihre Verletzungen, Goldmann verarztet sie. Trotz all dieser Ereignisse verlieben sich beide ineinander - und das in einer Zeit, in der linke wie rechte paramilitärische Schlägertrupps die Straßen regieren und Angst und Schrecken verbreiten. Auch Hennys Familie machte keinen Hehl daraus, dass sie ein Problem mit Goldmanns jüdischen Wurzeln haben. Trotzdem können beide nicht voneinander lassen, schließlich wird Henny sogar schwanger. Eines Tages behandelt Goldmann den Holländer van der Lubbe in seiner Praxis, welcher ihm erzählt, dass er den Reichstag anzünden will. Zu spät realisiert Goldmann, dass diese Drohung ernst gemeint ist, beim Versuch den durchgedrehten van der Lubbe zu stoppen, wird er im bereits brennenden Reichstag festgenommen. Die NSDAP übernimmt die Regierung, Goldmann wird durch die SA verhört und schließlich getötet.

Hoffnung, Angst und Trauer begleiten einen als Zuschauer, der Film geht unter die Haut, nicht zuletzt wegen der genialen schauspielerischen Leistung des Ehepaares Loos/Liefers. Besonders am Ende, als Henny Dallgow am Leichnam Goldmanns zu weinen beginnt, geht es emotional mit einem durch, ich selbst habe Rotz und Wasser geheult. Dabei verzichtet diese Geschichte auf Kitsch und Klischee und eröffnet einem den seltenen Einblick in die Zeit vor der Machtergreifung Hitlers.

Zweifelsfrei 5 von 5 Sternen.
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Der jüdische Albert Goldmann stößt nicht nur aufgrund seiner Religion, sondern auch wegen seines politischen Engagements auf Gegenwehr in der Weimarer Republik, die geprägt ist von der immer stärker werdenden Macht Hitlers. Als er das „Ballhaus“ übernimmt, verliebt er sich in die Sängerin Henry, doch Welten scheinen zwischen den beiden zu liegen. Langsam raufen sie sich zusammen, doch der Zeitgeist spielt eindeutig gegen sie…

Es gibt Filme, denen sieht man an, dass sie für das Fernsehen produziert wurden. Und es gibt Filme, die man das erste Mal hochauflösend auf Bly-Ray betrachtet und den Unterschied zu einer Kinoproduktion nicht so recht ansehen mag. „Nacht über Berlin“ gehört in diese zweite Kategorie. Angesiedelt in der Weimarer Republik, kurz vor der Machtübernahme Hitlers, aber mit einer Liebesgeschichte versehen ist dieser Film irgendwo zwischen Unterhaltung und Geschichtsunterricht angesiedelt – und kann gerade deswegen den damaligen Zeitgeist so trefflich wiedergeben. Natürlich wird hier an der einen oder anderen Stelle ordentlich der dramaturgische Hammer geschwungen (in welchem Unterhaltungsfilm kommt der nicht vor?), um Spannung zu steigern und einen intensiven Eindruck zu vermitteln, insgesamt wird hier aber eine ausgewogene Mischung präsentiert: Eine kurzweilige Geschichte mit einigen dramatischen Wendungen, eine anrührende Liebesgeschichte, die von den äußeren Umständen fast unmöglich gemacht wird, dazu eine große Portion geschichtlicher Eindruck – eine wirklich gelungene Produktion, die über 100 Minuten gut unterhalten kann.

Die Schauspieler sind fantastisch, im Mittelpunkt natürlich der wunderbare Jan Joseph Liefers und seine bezaubernde Frau Anna Loos. Gemeinsam können sie die Gefühle der beiden Figuren Albert und Henry erlebbar machen, von anfänglichem gespanntem Interesse bis zu später erblühender Leidenschaft bieten sie eine große Palette, sind im Zusammenspiel (natürlich…) ein perfektes Team und machen so die Geschichte lebendig. Auch der übrige Cast ist bestens besetzt und sehr engagiert.

Die technische Realisation kann sich sehen lassen, eine eigens für diesen Film errichtete Greenbox in überdimensionalen Größen (laut eigener Aussage die größte Europas), eindrucksvolle Bilder, stimmungsvolle Aufnahmen – man kann sich so noch besser in die Geschichte versinken lassen. Auch Bild- und Tonqualität der Blu Ray stehen anderen Produktionen in nichts nach. Als Extras gibt es ein umfangreiches Making Of, und einige Lieder, gesungen von Anna Loos im Ballhaus.

Ein absolut sehenswerter Film, technisch einwandfrei, mit intensiv agierenden Schauspielern und einer ebenso berührenden wie dramatischen Liebesgeschichte vor der Kulisse der Weimarer Republik .
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am 25. Juni 2013
Mit hat der Film gefallen, er war ueberzeugend gespielt. Wie alle Kriegsfilme etwas deprimierend, aber auch unter den schlimmsten Zustaenden kann Liebe wachsen und gedeihen, leider ein trauriges Ende.
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TOP 500 REZENSENTam 21. Februar 2013
... obwohl es "nur" das Fernsehen ist!

In letzter Zeit ist auch bei öffentlich-rechtlichen Sendern ein Trend zu immer aufwändigeren Produktionen, teilweise mit Staraufgebot und großer Technik, zu beobachten. Diese Produktionen könnten auch genausogut im Kino laufen und dort die Kassen füllen. "Nacht über Berlin" ist ein weiteres Highlight in dieser Richtung.

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"Denn man kann nur Lehren ziehen, aus dem, was man nicht vergisst."
(Zitat: André Heller)
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Wir leben in einer Zeit, in der die Generation, die die Weimarer Republik, die Machtergreifung der Nazis und den 2. Weltkrieg miterleben musste, langsam verstummt. Es ist durchaus möglich, dass auch im 21. Jahrhundert ein Machtvakuum entsteht, das es Minderheiten ermöglicht, wieder ähnliches Unheil anzurichten. Unter diesem Aspekt kann ein Film wie "Nacht über Berlin" gar nicht hoch genug eingeordnet werden. Denn hier gelingt es "Geschichtsunterricht" in Bilder umzusetzen, die jeder versteht und niemanden kalt lassen.

"Geschichtsunterricht" habe ich in Anführungszeichen gesetzt, weil die Liebesgeschichte rund um die Protagonisten sicher erfunden ist. Aber durch den persönlichen Bezug bekommt Geschichte Gesichter, ist spannend und weckt Interesse, wo man bei einer reinen Dokumentation zu schnell die Konzentration verliert.

Die Schauspieler sind bis hin zu kleinen Nebenrollen perfekt besetzt. Aufwändige Technik mit dem größten Greenscreen Europas, der extra für diese Produktion hergestellt wurde, versetzt uns in die Zeit der Handlung. Kameraführung und Beleuchtung gehören zum Besten, das ich in letzter Zeit gesehen habe. Der Soundtrack kommt hoffentlich bald auf CD.

Zur Technik: Die DVD wurde mit dem Panasonic DMP-BDT500EG 3D und Yamaha RX-V373 5.1 AV-Receiver und einem Panasonic PT AT 5000 E auf eine Projektionsleinwand mit 305 cm Diagonale projiziert.

Ich bewerte hier den in der ARD am 20. Februar 2013 ausgestrahlten Film. Trotz starker Konkurenz an diesem Tag, im ZDF lief das Champions-League-Spiel Galatasaray Istanbul - Schalke 04, war die Quote für "Nacht über Berlin" sehr beeindruckend. Nicht nur wer die Ausstrahlung verpasst hat, holt sich mit der DVD / Blu-ray ein Stück deutsche Geschichte ins Haus, das man nicht oft genug sehen kann.

Informationen die Blu-ray betreffend (Bonusmaterial, Lieferumfang), werde ich bei Verfügbarkeit ergänzen.
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am 21. Juni 2013
"Nacht über Berlin" ist eine äußerst gelungene und spannende Verfilmung eines historisch brisanten Stoffes mit tollen Darstellern.

Die Hauptfigur Henny ist in mehrerlei Hinsicht interessant. Als Künstlerin in politisch brisanten Zeiten bietet sie ohnehin schon ein faszinierendes Betrachtungsfeld. Doch es ist vor allem ihr zu Beginn noch ambivalentes Verhältnis zu den Nazis, das sie zu einer sehr spannenden Figur macht. Als Albert Goldmann, der jüdische Arzt mit SPD-Reichstagsmandat, sie zum ersten Mal auf den abstoßenden Antisemitismus der NSDAP hinweist, ist sie schwer zu überzeugen. Es spiegelt einfach die absurde Mentalität vieler Deutscher in den früher 30er Jahren realitätsnah wieder.

Es sind vor allem die feingeistigen, differenzierten Zeichnungen, die einem die Ideologien der Weimarer Endphase so klar vor Augen führen, wie man das in deutschen Fernsehfilmen bisher kaum gesehen hat. Selbstverständlich auch dank des hervorragenden Darsteller-Duos aus Jan Josef Liefers und Anna Loos. Mit großem Geschick versieht das Drehbuch die Hauptfiguren der Geschichte zwar mit prototypischen Eigenschaften, vermeidet aber trotzdem jede Klischeehaftigkeit. Liefers und Loos verleihen dieser unmöglichen Beziehung der zwei Hauptcharaktere eine Tiefe von großer Intensität.

Regisseur Fromm hat zudem einen angenehmen Weg gefunden, die historische Szenerie in Szene zu setzen. Das Szenenbild ist offensichtlich mit besonderer Hingabe entstanden. Der große Aufwand, welcher hierbei betrieben wurde, ist in jeder Szene sichtbar.

Als Bonusmaterial liegt der DVD u. a. "Hinter den Kulissen", ein Vorher/Nachher-Vergleich der visuellen Effekte sowie Musikclips bei.

Fazit:

Ein spannender historischer Streifen, eingebettet in eine etwas andere Liebesgeschichte. Unbedingt zu empfehlen!
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am 22. Februar 2013
Zum 80. Jahrestag des Reichstagsbrandes sendete die ARD einen Themenabend mit Spielfilm, Dokumentation und Diskussion. Den spannenden und authentischen Spielfilm Nacht über Berlin" bietet nun Studio Hamburg mit Bonusmaterial als DVD an. Als Hauptdarsteller konnte ein bekanntes Schauspielerehepaar aus Ostdeutschland, Anna Loos (Anatomie") und Jan-Josef Liefers, bekannt aus dem Tatort" aus Münster, gewonnen werden. In weiteren Rollen treten Jürgen Tarrach und als Gast Max Raabe mit seinem Palast-Orchester auf. Das Making-of im Bonusmaterial berichtet vom Einsatz des größten Greenscreens und Europa und vielen CGI-Einstellungen. Leider ist die im Fernsehen ausgestrahlte interessante Dokumentation nicht auf der DVD enthalten. Denn bis heute rätseln viele, wie des Hitler und seinen Anhänger gelingen konnte, das Vertrauen einer Mehrheit zu gewinnen und ohne Putsch an die Macht zu kommen. Ein Grund könnte der Brand des Reichstages gewesen sein, dem Symbol des deutschen Parlamentarismus. Er bot Hitler eine Gelegenheit, den Aufbau seines Macht- und Terrorapparates in beispielloser Weise forcieren zu können. Tags darauf werden die Notverordnungen zum Schutz von Volk und Staat" erlassen. Damit werden verfassungsmäßige Grundrechte außer Kraft gesetzt und es beginnt eine totalitäre Herrschaft, die vor nichts zurückschreckt. Die Nazis kamen somit durch Tricks und Terror, mit haltlosen Versprechungen und wohlgesetzten Drohungen ziemlich einfach an die Macht und konnten alle demokratischen Kräfte ausschalten. 100 Tage nach Hitlers Machtergreifung war Deutschland nicht wiederzuerkennen. Erste Konzentrationslager waren errichtet worden, zum Boykott jüdischer Geschäfte wurde aufgerufen und Bücher wurden verbrannt. Andersdenkende und Juden wurden bedroht, entrechtet und ausgegrenzt.
Am späten Abend des 27. Februar 1933 wird die Reichshauptstadt Berlin vom Brand des Reichstages erschüttert. Noch bevor es der Feuerwehr gelingt, der Flammen Herr zu werden, bezichtigen die erst einen Monat zuvor an die Macht gekommenen nationalsozialistischen Machthaber die Kommunisten der Brandstiftung. Noch in derselben Nacht schwärmen SA und Polizei aus und verschleppen Kommunisten, Sozialdemokraten und andere Gegner in dunkle Polizei-Keller und die ersten Konzentrationslager. Am folgenden Tag werden mit Hilfe der Reichstagsbrandverordnung" die wesentlichen Grundrechte der Weimarer Reichsverfassung außer Kraft gesetzt. Die Rechtsradikalen profitierten von der Uneinigkeit der Demokraten am Ende der Weimarer Republik. Der Berliner Alltag zu Beginn der der 1930er-Jahre ist von den Folgen der Weltwirtschaftskrise und den gewaltgeladenen Wahlkämpfen bestimmt. Arbeitslose auf der verzweifelten Suche nach Lohn und Brot belagern die Straßen. Gleichzeitig liefern sich Kommunisten und Nationalsozialisten blutige Saal- und Straßenschlachten. Die Lösung versprechen auf beiden Seiten des politischen Spektrums populistische Parolen, die verbliebenen Demokraten ziehen die Köpfe ein und hoffen, der Spuk möge vorübergehen. Viele vorher eher unpolitische Bürger wenden sich in dieser Zeit den radikalen Parteien, vor allem den Nationalsozialisten, zu. Diese Opportunisten verhelfen Hitler schließlich zur Macht.
In dieser aufgewühlten Zeit in der Reichshauptstadt setzt auch die Handlung von Nacht über Berlin" ein. Albert Goldmann (Jan-Josef Liefers) sitzt 1932 als gemäßigter SPD-Abgeordneter im Berliner Reichstag. Nach seinen Erfahrungen im Ersten Weltkrieg ist der idealistische jüdische Arzt zum leidenschaftlichen Demokraten geworden, der auf keinen Fall mehr Krieg will. Entgegen seiner pazifistischen Überzeugung lässt er sich von seinem jüngeren Bruder Edwin, einem Mitglied einer radikalen kommunistischen Zelle, zu einem heiklen Kurierdienst überreden. Prompt gerät er in eine Polizeikontrolle und entgeht nur dank der spontanen Hilfe der selbstbewussten Henny Dallgow (Anna Loos) seiner Enttarnung. Die unangepasste Tochter aus reichem Haus ist beeindruckt von dem engagierten Arzt, der den sozial Schwachen hilft und sich als streitbarer Reichstagsabgeordneter für den Fortbestand der jungen und nicht sehr angesehenen Demokratie einsetzt. Henny wiederum macht ihren persönlichen Traum wahr und übernimmt das Ballhaus" von dem Juden Matze Belzig (Jürgen Tarrach), der rechtzeitig nach Amerika emigriert ist. Als Sängerin in ihrem mondänen Etablissement vor treuen SA-Genossen stößt sie den Juden Albert eher ab. Dennoch entwickelt sich zwischen den beiden eine große Liebe. Als die Lage auf den Straßen eskaliert, erfährt Henny von einem Verwandten, dass Albert in Gefahr ist. Sie will ihn warnen, doch Albert ist unterwegs zum Reichstag, um einen verwirrten Patienten daran zu hindern, eine Dummheit zu begehen.
Jan Josef Liefers und Anna Loos überzeugen als leidenschaftliches Paar, das sich zur falschen Zeit am falschen Ort verliebt hat. Der mit vielen Tricks und Statisten realisierte TV-Film zeigt das pulsierende Berliner Großstadtleben in der Zeit vor dem Reichstagsbrand vor 80 Jahren. Die noch demokratische Weimarer Republik gerät zwischen die Fronten linker und rechter Extremisten. Die aufeinanderprallenden Welten werden durch einige symbolhafte Personen verkörpert: Juden, Nazi-Karrieristen, Mitläufer, Opportunisten und unpolitische Menschen, dich von allem nichts wissen wollen. Regisseur Friedemann Fromm (Weissensee") inszenierte das historische Drama nach einem eigenem Buch, das er gemeinsam mit Rainer Berg (Die Gustloff") verfasste. Umfangreiche Recherche-Arbeit und Gespräche mit historischen, jüdischen und militärhistorischen Beratern zu Zeitgeist, Geschichte, politischer Lage bis hin zum jüdischen Leben in Berlin gingen dem Projekt voraus. Neben Berlin, Leipzig, Zwickau und Köln wurde auch am historischen Bahnhof in Krefeld sowie am Hafen in Flensburg auf dem historischen Schiff Alexandra" gedreht. Insgesamt waren 2100 Komparsen und 20 Stuntmänner im Einsatz.
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am 25. Februar 2013
Zum 80. Jahrestag (28.02.) des Reichstagsbrandes hat die ARD am 20. Februar das historische Liebesdrama "Nacht über Berlin" mit Jan Josef Liefers und Anna Loos in den Hauptrollen ausgestrahlt. 1933 war es, der Film erzählt die Vorgeschichte aus der persönlichen Sicht der Sängerin und Ballhausbesitzerin Henny Dallgow und dem SPD-Abgeordneten im Rechistag und Arzt Albert Goldmann. Im Schatten der Nazi-Machtergreifung erleben sie wie sich Deutschland verändert. Der jüdische Sozialdemokrat wird erstmals mit seiner Konfession konfrontiert, Nachbarn werden schikaniert, die SA beginnt ungestraft zu zerstören und Menschen anzugreifen.

Es ist sehr sympathisch, dass "Nacht über Berlin" in erster Linie ein Liebesdrama vor dem Hintergrund der Machtübernahme Hitlers 1933 und dem Reichstagsbrand ist. Mehr als eine Stunde lang sind es nur Ausschnitte, die von den politischen Gegebenheiten und Gefahren berichten, Klischees werden selten genutzt. Dennoch oder gerade deswegen wirkt der Film sehr realistisch und nicht zu aufgesetzt. In der letzten halben Stunde nimmt die Dramatik mit der fiktiven Figur des Albert Goldmann zu.

Bewertung Maschseeperlen.de: 7/10 Punkten
Spannung: 2/4 - Action: 2/4 - Humor: 2/4 - Erotik: 1/4 - Anspruch: 2/4
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am 26. Februar 2013
Hier konnte es kein happy end geben. Wie auch? Der Beginn der Katastrophe verträgt sich damit nicht,selbst wenn es eine Publikumserwartung gäbe, es müßte doch "gut" ausgehen.

Weimar brach so schnell zusammen, weil es nie machtvoll existiert hatte. Ein so schwaches System konnte mit den Problemen der damaligen Zeit nicht fertig werden. Die Staatsgewalt, wie etwa die Polizei, stand nicht auf dem Boden dieser Verfassung.

Der Film zeigt eindrucksvoll den großen Antagonismus in Berlin. Die Armut,die Kräfte von rechts und links, die nicht von der Staatsgewalt gebändigt werden konnten.

Schon vor der Machtergreifung war der Terror sehr präsent und wurde kaum eingedämmt.

Eindrucksvoll auch, wie sehr die politischen Verhältnisse in private Beziehungen eingreifen. Vielleicht regte dies Adorno zu dem Satz an, es gibt kein richtiges Leben im falschen. Das Primat des Politischen, dass noch so viel Elend über Menschen bringen sollte, wird vorgeführt.

Zugleich der von Götz Aly immer wieder herausgestriche Aspekt des Systemgewinnlers. Wo es Verlierer gibt, gibt es auch Gewinner, die in Positionen einrücken, aus denen andere Vertrieben wurden seien es Posten, Wohnungen, Geschäfte und vieles mehr.

Insgesamt ein beeindruckender Film, der die den Beginn des Untergangs vor Augen führt.
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am 17. Mai 2015
Ich habe diesen Film erst kuerzlich entdeckt und bestellt, wusste auch nicht, dass die beiden Hauptdarsteller miteinander verheiratet sind.
Mir hat auch diese deutsche TV Produktion wieder sehr gut gefallen (wie schon "Die Luftbruecke", "Dresden", "Die Wilhelm Gustloff" und andere) und ich fand es ausserdem interessant, dass es z. T. in einem Ballhaus spielte.
Sehr erschuetternd und wirklich gut gemacht.
Toll, endlich mal eine motorradfahrende Frau!
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am 18. Juni 2015
Diesen Film fand ich wirklich gut gemacht. Für einen deutschen Film war das echt überraschend. Aber die beiden Hauptdarsteller spielen das ganze auch wirklich authentisch und genau das macht diesen Film erst richtig aus.
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