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72 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen es geht keinesfalls nur um Ratzinger . . .
Joseph Ratzinger schreibt mit Absicht nicht als Papst, sondern selbst als Suchender der unterwegs ist. Dies lässt dieses Buch schon einmal in einem freundlicheren Lichte dastehen. Ich bin mir sicher, als ein vom Papst verordnetes Dogmenbuch hätte ich es nicht gelesen. So reiht sich der Autor in die Reihe der Christen ein die Antworten auf sie bewegende...
Veröffentlicht am 23. November 2012 von Christian Döring

versus
8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Als Prolog ... okay
Nachdem ich die beiden anderen Bände aus der Reihe mit großem Interesse und nicht geringem Genuss gelesen hatte, habe ich vielleicht zu hohe Erwartungen an diesen nunmehr nachgelieferten Prolog gehabt. Wenn ich es genau überlege, hätte ich mir denken können, dass auch Herr Ratzinger die spärlichen Texte, die in der Bibel zum Thema zu finden...
Vor 23 Monaten von G. J. Matthia veröffentlicht


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72 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen es geht keinesfalls nur um Ratzinger . . ., 23. November 2012
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Joseph Ratzinger schreibt mit Absicht nicht als Papst, sondern selbst als Suchender der unterwegs ist. Dies lässt dieses Buch schon einmal in einem freundlicheren Lichte dastehen. Ich bin mir sicher, als ein vom Papst verordnetes Dogmenbuch hätte ich es nicht gelesen. So reiht sich der Autor in die Reihe der Christen ein die Antworten auf sie bewegende Glaubensfragen suchen.

Jesus steht im Mittelpunkt dieses Buches. Was mich beim Lesen erstaunt, der Autor stellt nicht seine Sichtweise in den Vordergrund, sondern ermöglicht mir heute neue Zugänge zu den alten Texten der Evangelien.

Kapitelweise geht Ratzinger von den Evangelien aus und gibt zunächst theologisch - sachliche Hinweise und Erklärungen, um dann seine ganz eigene Interpretation in gut lesbarer Form zu präsentieren. Dabei bin ich erstaunt wie einfach und dennoch hoch intellektuell zugleich geschriebene Sprache sein kann. Ich muss nicht allem zustimmen was ich hier lese. Aber die Sichtweise von Joseph Ratzinger auf so unkonventionelle Art zu lesen zu bekommen, ist wahrlich ein Leseereignis. Es erweitert nicht nur den eigenen Horizont, sondern und dies halte ich für den wichtigsten Nebeneffekt, es fordert den Leser heraus über seine eigenen Glaubensinhalte nachzudenken. Etwas Besseres kann man über ein Buch nicht sagen!

Meine Leseempfehlung!
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77 von 94 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jeder Kritiker sollte es lesen!, 22. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Um in der Deutungshoheit von Person und Lehre Jesu Christi nicht die (vermeintliche) Vorrangstellung gegenüber Ratzinger zu verlieren, hat Hans Küng 2011 seinen Erfolg aus den 70ern ausgegraben und aufgewärmt, aus "Christ sein" wurde sein neues Buch "Jesus". Das hat, wenngleich sehr parteiisch, wohl auch der Verfasser der Kurzbeschreibung sagen wollen, die seinem Buch beigegeben ist. Dort stellt er dem "verkirchlichten, dogmatisierten Christus Ratzingers" den "lebendigen Jesus aus historischer Perspektive" nach Küng gegenüber. Lässt man sich von diesem Pauschalurteil nicht verunsichern und zu einem Vorurteil verleiten, und bringt Ratzinger, mit seinen Worten, "das Maß an Sympathie, ohne das es kein Verstehen gibt" entgegen, wird man etwas ganz anderes feststellen.
In diesem zeitlich an dritter Stelle stehenden Band zu Jesus von Nazareth, das systemathisch, mit der Kennzeichnung als "Prolog", freilich dem Gesamtwerk vorgeordnet wird, kommt die Geschichte selbst zu Wort, nämlich in ihrer Auslegung durch die biblischen Autoren und ihre späteren Deuter. Schon ein rascher Blick in das Register der Bibelstellen und der Autoren macht deutlich, dass für dieses Büchlein tatsächlich die Heilige Schrift selbst Pate gestanden hat. Näherin mögen auf den ersten Blick die zahlreichen alttestamentlichen Verweise verwundern. Durch sie wird jedoch deutlich, wie eng für den Papst in seiner Jesus-Auslegung der alte und der neue Bund zusammengehören. Das Werk veranschaulicht also keineswegs den "verkirchlichten, dogmatisierten" Christus, oder besser, es zeigt den wahren Christus der Geschichte, der nämlich nicht im Gegensatz zur Dogmatik der chrislichen Theologie steht. Einen solchen Gegensatz zu unterstellen, würde bedeuten, die entsprechende Dogmatik schlichtweg für häretisch zu erklären. So viel nur vorweg.
Das Buch ist recht großzügig gestaltet, wofür dem Herder-Verlag zu danken ist. Von den 176 Seiten umfasst der eigentliche Text letztlich wohl um die 120 Seiten. Es handelt sich bei diesem Prolog also tatsächlich nur um ein Büchlein. Gegliedert ist es in vier Kapitel, denen noch ein abschließender Epilog angehängt ist. Vorneweg gibt Ratzinger in einem knappen Vorwort Einblick in sein Verständnis von Auslegung der Hl. Schrift, die nach ihm zuerst die Aussageintention der biblischen Autoren in ihrem historischen Kontext deutlich machen soll, darüber hinausgehend dann aber auch "die Frage nach der Gegenwart des Vergangenen" stellen muss. So versteht er sein Buch als einen Dialog mit dem Schrifttext. Interessant ist außerdem noch, dass er das Buch als "eine Art kleiner Eingangshalle zu den beiden Bänden über Gestalt und Botschaft Jesu von Nazareth" verstanden wissen will, und dass es seine Hoffnung ist, es möge "das kleine Buch trotz seiner Grenzen vielen Menschen auf ihrem Weg zu Jesus und mit Jesus helfen". Diese Vorbemerkungen muss der Leser sich bei der Lektüre des Werkes gewissermaßen als Lektüreschlüssel gegenwärtig halten, um es nicht misszuverstehen.
Der Inhalt des Büchleins soll hier nun nicht dargestellt werden. Damit sich der an dem Buch Interessierte jedoch ein Bild von dem machen kann, was ihn erwartet, seien hier noch die Überschriften der Kapitel angegeben:
1) "Woher bist du?" (Joh 19,9)
2) Die Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers und der Geburt Jesu
3) Die Geburt Jesu in Bethlehem
4) Die Weisen aus dem Morgenland und die Flucht nach Ägypten
Epilog: Der zwölfjährige Jesus im Tempel.

Der Verlag hat dem Buch zudem noch ein recht umfangreiches Glossar beigegeben (144-159), anhand dessen sich auch ein in der Theologie unerfahrener Leser in dem Buch zurechtfinden kann.
Dass das Erscheinen des Buches so kurz vor dem 1. Advent angesetzt ist, darf sicherlich als Hinweis gesehen werden, dass es als Vorbereitung auf das Weihnachtsfest eine gute Adventslektüre darstellt.
So ist dem Buch eine weite Verbreitung und Wirkung zu wünschen!
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lesenswertes Buch, 24. November 2012
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Mit diesem interessanten Buch schließt Benedikt seine dreiteilige Reihe über das Leben und Wirken Jesus ab. Obwohl als letzter Teil erschienen, ist es eigentlich eine Einleitung zu den vorangegangen beiden Bänden, wie Benedikt im Vorwort zugibt: "Es ist nicht ein dritter Band, sondern eine Art kleine Eingangshalle zu den beiden Bänden über Gestalt und Botschschaft Jesu von Nazareth, die vorangegangen sind." Dies kann man als Leser auch schon am Untertitel des Buches ersehen: Die Kindheitsgeschichten. In sehr anregender Weise setzt sich Benedikt mit Herkunft, Geburt und Kindheit Jesu auseinander. Hier nur zwei Beispiele:

Herkunft
"Woher bist du?" leitet Benedikt sein Kapitel über die Herkunft Jesu ein. Es ist die gleiche Frage, die Pilatus an Jesu im Verhör stellen wird. Die Frage ist vielschichtiger, als man vielleicht vermutet. Zunächst vergleicht Benedikt die unterschiedlichen Stammbäume etwa bei Matthäus oder Lukas miteinander. Aber er zeigt gleichzeitig dann auch, dass dieser Deutung über Stammbäume Grenzen gesetzt sind. Zitat: "So wie die Stammbäume am Ende abbrechen, weil Jesu nicht von Josef gezeugt wurde, sondern ganz wirklich durch den heiligen Geist aus der Jungfrau Maria geboren worden ist, so gilt nun auch für uns : unser wahrer Stammbaum ist der Glaube an Jesu, den uns Gott gebahr"

Verkündigung Marias
Hier gibt Benedikt einen sehr interessanten Vergleich zwischen der Ankündigung der Geburt des Täufers an Zacharias und der Ankündigung der Geburt Jesu an Maria, der auch das ganz Außergewöhnliche der Verkündigungsszene durch den Engel an Maria deutlich werden lässt. Zacharias, der Vater des Täufers, ist Priester und empfängt die Botschaft im Tempel, während seiner Liturgie. Zu Maria wird der Engel Gabriel von Gott her gesandt. Er tritt in ihr Haus in Nazareth, einer Stadt, die der heiligen Schrift unbekannt ist, in ein Haus, das denkbar schlicht ist, und nicht entfernt mit einer heiligen Stätte wie einem Tempel vergleichbar ist. Der Gegensatz der beiden Szenarien könnte nicht größer sein: Priester-Tempel-Liturgie auf der einen Seite, eine unbekannte junge Frau - ein unbekanntes Städtlein, ein unbekanntes privates Wohnhaus auf der anderen Seite. Das Zeichen dahinter, so Benedikt, ist die Demut, die Verborgenheit, das Zeichen des Sennfkorn. Der Sohn Gottes kommt in die Niedrigkeit.

Fazit: Das Buch ist nicht immer einfach zu lesen. Aber Benedikt zeigt doch, wie viele interessante Aspekte die heilige Schrift hat, und dass es immer wieder lohnenswert ist, sich mit ihr zu beschäftigen.
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48 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Gespräch über die Herkunft Jesus von Nazareth, 22. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rechtzeitig zu Weihnachten ist die Jesus-Triologie von Joseph Ratzinger mit dem letzten Band vollendet. In diesem dritten Buch widmet sich Papst Benedikt XVI den biblisch überlieferten Kindheitsgeschichten Jesu. Um dieses Buch recht zu verstehen, ist es wichtig, sich Joseph Ratzingers Intention aus dem ersten Band zu vergegenwärtigen: „Gewiss brauche ich nicht eigens zu sagen, dass dieses Buch in keiner Weise ein lehramtlicher Akt ist, sondern einzig Ausdruck meines persönlichen Suchens `nach dem Angesicht des Herrn'.“ Dem entsprechend formuliert er im Vorwort des vorliegenden Buches die Hoffnung, „dass das kleine Buch trotz seiner Grenzen vielen Menschen auf ihrem Weg zu Jesus und mit Jesus helfen kann.“

Den Weg zu Jesus verfolgt Joseph Ratzinger in dem ersten Kapitel mit der Frage nach der Herkunft Jesu. Anhand der unterschiedlichen Stammbäume bei Matthäus und Lukas erarbeitet er die Antwort der Evangelisten. In dem zweiten Kapitel behandelt er die Ankündigung der Geburten von Johannes dem Täufer und Jesus. Hier nimmt die Diskussion um die Frage der Jungfrauengeburt breiten Raum ein. Dieser Aspekt des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ist neben der Auferstehung Jesu modernen Menschen die stärkste Herausforderung. Doch gegen alle dargestellten Versuche die Jungfrauengeburt weg zu erklären, antwortet Joseph Ratzinger auf die Frage der historischen Glaubwürdigkeit mit einem klaren Ja und verweist dabei auf die Erklärung des evangelischen Theologen Karl Barth. Das dritte Kapitel entfaltet das Weihnachtsgeschehen, die Geburt Jesu. Auch hier wird wieder nach dem historischen wie theologischen Rahmen gefragt. Nebenbei wird auf uns vertraute Details der Weihnachtsgeschichte wie z. B. Ochs und Esel eingegangen, die nicht in den Evangelien erwähnt sind. In dem vierten Kapitel werden besondere Umstände der Geburt Jesu wie der Besuch der Sterndeuter, der Stern und die Flucht nach Ägypten besprochen. In einem Epilog wird noch die Schilderung Jesu als Zwölfjähriger im Tempel vorgestellt.

Dieses gut zu lesende Buch ist nicht bloß eine erbauliche, unkritische Schrift, die die Berichte der Evangelisten nacherzählt. Der Autor konfrontiert die Berichte der Evangelien mit den Fragen nach dem historischen Wahrheitsgehalt und der gegenwärtigen Bedeutung. Sprechen viele Bibelwissenschaftler der Weihnachtsgeschichte den historischen Wahrheitsgehalt ab, so erinnert Joseph Ratzinger daran, dass die aussagekräftigsten Quellen, die uns heute noch zur Verfügung stehen, nun einmal die Berichte der Evangelisten sind. Er verliert sich nicht in die Thesenwelt der Gelehrten, sondern zeigt bei kritischen Fragen wie z. B. der Volkszählung oder dem tatsächlichen Geburtsort (Bethlehem oder Nazareth) auf, dass die biblischen Darstellungen durchaus wie beschrieben sich ereignet haben können und nicht zwangsläufig ein theologisches Konstrukt sein müssen. Doch er bleibt bei diesen Fragen nicht stehen, sondern zeigt das Außergewöhnliche an Jesus auf, dass uns die Evangelisten versuchen nahe zu bringen. Dem heutigen Leser wird dadurch das Anliegen der Evangelisten ganz neu eröffnet. Es ist das Anliegen des Autors, nicht seine Ansichten in den Vordergrund zu stellen, sondern auf die Botschaft des Evangeliums zu verweisen. So schreibt er, dass „jede Auslegung hinter der Größe des biblischen Textes zurückbleibt.“

Dieses Buch wäre falsch verstanden, wenn es als eine Lehr-Disputation gelesen würde. Es ist ein schlichtes Gespräch des Glaubens, das jedoch nicht auf einen intellektuell-wissenschaftlichen Anspruch verzichtet. Gerade dieses Zusammenspiel lässt dieses Buch aus den heutigen, religiösen Plaudereien herausragen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die noch nicht Angeregten anzuregen ist immerwährende Aufgabe., 11. Dezember 2012
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
"Tagwesen! Was ist einer? Was ist er nicht? Eines Schatten Traum
der Mensch. Wenn aber gottgegebener Glanz kommt,
Ist helles Licht bei den Menschen und liebliche Zeit."
(Pindar, 8.Pythische Ode)

Von Sokrates her wirkt die vollkommene Befreiung und zugleich das Geheimnis des Denkens. Seitdem ist die Naivität des Wissens nicht mehr möglich für den, der in dieses Denken eingeweiht ist. Überträgt man diesen Gedanken Karl Jaspers, dann steht fest: Eingeweiht ist Joseph Ratzinger, der hier als Suchender schreibt. Gleichzeitig bittet er um ein Entgegenkommen, um einen Vorschuss an Sympathie (vgl Band I). Als Leser mag man verlangen, die Wahrheit geliefert zu bekommen. Doch diese wird nur durch eigenes Leben bewirkt, ein inneres Handeln in diesem Sinne bewirkt ein Denken, das einen ergreift.

Und so vollzieht Joseph Ratzinger sein Suchen im vollen Wagnis des Irrens. Im Modus des Dialoges wägt er die Evangelien von Matthäus und Lukas entlang der Texte und deren Unterstützung aus den Prophezeiungen insbesondere von Jesaja und Jeremias. Auch nimmt er Exegeten zu Rate wie den Protestanten Karl Barth und den Katholiken Klaus Berger. Ratzinger schreibt in sehr eloquenter Weise, seine Hinführung zur Kindheitsgeschichte Jesu steckt voll von sanfter Betrachtung und leiser Argumentation. In vielem lässt sich sein Zweifel, seine andere Meinung oder gar die fehlende erkennen. Und doch bleibt er ganz verpflichtet seinem Glauben, unerschütterlich verweist er auf Geschriebenes als Wahrheit, aber eben auch als seine subjektive Wahrheit oder die es zu vertreten gilt aus dem Leben einer Gemeinde. Sein Erleben mit den biblischen Texten, hier dem Neuen Testament in den beiden Evangelien entspricht dem Gleichnis mit dem Senfkorn. Er lebt bereits in dem Reich, dass da kommen wird. Wie Paulus schrieb, in Christus neu geboren zu werden, sei die Übernahme Gottes in den Menschen oder eben die Menschwerdung Gottes, so belebt Ratzinger die Geburt Jesus und belegt an vielen Stellen die Vergleichbarkeit von Einem im Verhältnis zur Heilserwartung von Allen. Aus den Taten der späteren Erzählungen, erspürt er die Vorbereitungen in der Jugend. So wie Jesus ein Sein fordert und nicht ein äußerliches Tun, so folgert Ratzinger aus den Taten dessen Sein. Seine Freiheit entsteht dort, wo das Wollen dem Sollen entspricht und damit Wollen ist, der Frohen Botschaft zu genügen, sie weiter zu tragen.

"Die Kommunikation begünstigt Annahmen, auf die man sich einlassen muss, wenn man zu etwas kommen will", schrieb Niklas Luhmann. Aber er sagte auch, dass keine Antworten den Anspruch erheben können, das Fragen still zu stellen. Ratzinger folgt dieser Idee, obwohl er im Glauben eben jene Unterwerfung unter das Große sieht. Aber im zwölfjährigen Jesus, der von den Eltern Maria und Joseph getrennt im Tempel, im Hause seines Vaters verweilt, erzwingt er mit Lukas den Blick auf die Weisheit Jesus. Dessen Weisheit wächst, heißt es dort und so erlebt der Leser diesen "maßgebenden Menschen" (Jaspers) nicht im abstrakten Allwissen, sondern eingewurzelt in eine konkrete Geschichte, eingewurzelt in das Leben und letztendlich in Ort und Zeit.

Wer so lernt, ist Mensch, wahrer Mensch und wahrer Gott und fast kann man hier bei Ratzinger die Überwindung des letzten Menschen erlesen, als dem Menschen, der nach Nietzsche sich selbst überwindet und in dem Gott lebt. Nichts anderes ist dieses Zeichen der Geburt in uns, egal ob nun zur Weihnachtszeit oder wie in den Paulinischen Schriften zur Zeit der Anerkenntnis des inneren Gottes in uns als die zweite Geburt in Christus.

Die Frage: "Woher bist Du?" (Joh 19,9) des Pilatus während des Verhörs fand eine Antwort durch Jesus: "... in die Welt gekommen, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen." Und die große Frage des Pilatus: "Was ist Wahrheit?" prägt den Menschen bis heute. Und in diesem Sinne bleiben wir Suchende, bei Nietzsche, Dostojewski und sonst wo. Vielleicht eben auch hier. Der Rezensent rät dazu, weil Anregung kommt, wenn mit Sympathie gelesen Verstehen möglich wird. Lesen wir Pindar noch einmal.

Advent 2012
~~
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Als Prolog ... okay, 13. Januar 2013
Von 
G. J. Matthia "GJM" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Nachdem ich die beiden anderen Bände aus der Reihe mit großem Interesse und nicht geringem Genuss gelesen hatte, habe ich vielleicht zu hohe Erwartungen an diesen nunmehr nachgelieferten Prolog gehabt. Wenn ich es genau überlege, hätte ich mir denken können, dass auch Herr Ratzinger die spärlichen Texte, die in der Bibel zum Thema zu finden sind, nicht zu einem spannenden und umfassenden und faszinierenden Portrait der Kindheit Jesu ausarbeiten kann.
Er schreibt, das ist ihm nun einmal eigen und das schätze ich sehr, wie bei den anderen beiden Bänden in einem makellosen Stil und aus einer liebevollen Haltung heraus. Das ist kein schnell hingeschludertes, sondern ein mit viel Fleiß, Mühewaltung und Hingabe verfasstes Werk. Die Lektüre ermüdet zu keinem Moment und am Ende ist das Buch viel zu kurz ... man möchte weiter lesen, wartet darauf, dass die Titelfigur des Buches endlich mehr Beachtung findet. Es fehlt etwas, es fehlt manches. Es geht zu sehr um Maria, um Josef, um Elisabeth, um diesen Kaiser und jenen Herrscher ... und viel zu wenig um das Kind Jesus. Schade.
Mein Fazit: Ich bin kein Theologe (und das ist auch gut so), daher lese ich solche Bücher ohne allerlei Dinge im Hinterkopf, die den Genuss womöglich schmälern würden, nämlich Vergleiche mit anderen Theologen, Büchern, Enzyklopädien ... und dennoch hätte ich mir irgendwie bei diesem dritten Band mehr gewünscht. Mehr Phantasie? Mehr Mut zu Mutmaßungen? Vielleicht geheime Geschichten aus den Tiefen des vatikanischen Kellerarchives ... irgend so was. Nun gut. Ich habe das Buch gerne gelesen, kann es aber nicht uneingeschränkt zur Lektüre empfehlen. Anders als die anderen beiden Bände.
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12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessant, kompetent und sogar erbaulich, 30. Dezember 2012
Der Band „Prolog: Die Kindheitsgeschichten“ von Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. versteht sich nicht als gleichwertiger dritter Teil zu den bereits vorliegenden Bänden („Erster Teil: Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung“, „Zweiter Teil: Vom Einzug in Jerusalem bis zur Auferstehung“). Es geht Benedikt XVI. in diesen nicht mit lehramtlicher Autorität, sondern theologischer Kompetenz vorgetragenen Überlegungen vielmehr um eine reflektierte Hinführung zum spezifischen Genus litterarium der Kindheitserzählungen Jesu bei den Evangelisten Matthäus und Lukas.

Nach einem einführenden ersten Kapitel, in dem es um die Frage „Woher bist du?“ (Joh 19,9) geht, widmet sich Benedikt XVI. im 2. Kapitel der Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers und der Geburt Jesu, im 3. Kapitel der Geburt Jesu in Bethlehem und im 4. Kapitel den Weisen aus dem Morgenland und der Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten. Ein Epilog geht auf die Erzählung über den zwölfjährigen Jesus im Tempel ein.

Benedikt XVI. bekräftigt die jungfräuliche Empfängnis und Geburt Jesu durch Maria; auch Bethlehem als Geburtsort Jesu und die Geschichtlichkeit des Kindermordes durch Herodes werden nicht in Frage gestellt. Entgegen einem, auch unter wissenschaftlichen Exegeten weit verbreiteten Vorurteil werden in diesen Teilen der Evangelien geschichtliche Ereignisse dargestellt, die in theologischer Deutung mit Bezug auf die Erfüllung der Verheißungen der alttestamentlichen Propheten erschlossen werden. Benedikt XVI. sucht die großen Linien aufzuspüren und nachzuzeichnen und leistet so einen wertvollen Dienst am Wort Gottes. Die Exegese und Bibeltheologie der Kirchenväter, auf die das vorliegende Buch immer wieder zurückgreift, vermag Einseitigkeiten und Abwege der an sich anerkennenswerten historisch-kritischen Exegese auszugleichen und zu korrigieren.

Ein Anhang des Verlags bietet neben dem Abkürzungsverzeichnis auch ein Glossar und ein thematisches Register sowie ein Register der Bibelstellen sowie der Eigennamen.

Benedikt XVI. erschließt mit seinem Gesamtwerk „Jesus von Nazareth“ in den nun vorliegenden drei Bänden die Person und Sendung des menschgewordenen Sohnes Gottes. Er tut dies nicht aus einem rein historischen oder exegetischen Interesse, sondern weil er zur persönlichen Begegnung mit Gott in seinem Sohn Jesus Christus hinführen will. Für jeden, der sich auf diesen Anspruch des Glaubens einlassen will, ist die Buchreihe insgesamt zu empfehlen! Dies gilt auch für den nun vorliegenden „Prolog“.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jesus von Nazareth, 2. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jesus von Nazareth: Prolog - Die Kindheitsgeschichten (Kindle Edition)
Ein großartiges Werk des großartigsten Theologen der Gegenwart. Es ist eine Tragödie, dass dieser Papst in Deutschland abgelehnt wird, weil er trotz seiner verständlichen Sprache offenbar zu wenig gelesen wird. Viele wollen ihn schlichtweg nicht begeifen, weil er von den Medien über Jahre unqualifiziert heruntergemacht worden ist.
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5.0 von 5 Sternen super, 16. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
wollte das Buch als Geschenk und es ist gut angekommen! Buch ist nagelneu und Spot billig. Zudem schneller Versand! Würde ich jederzeit wieder bestellen! Klare Kaufempfehlung!!
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3.0 von 5 Sternen Nicht ganz so gut ..., 13. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
wie die beiden anderen Bände. Als wäre Papst Benedikt XVI. die Luft ausgegangen. Aber höchstwahrscheinlich hatte er weder die Zeit noch die Kraft, sich so auf das Schreiben des Buches zu konzentrieren, wie er es gern gewollt hätte und wie er es bei seinen anderen Büchern hat tun können.
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