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90 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hier ist der Weg das Ziel
Der amerikanische Literaturwissenschaftler Stephen Greenblatt erhielt für sein Buch "The Swerve" (im Deutschen nicht ganz entsprechend als "Die Wende" tituliert) die beiden wichtigsten Literaturpreise der USA: den Pulitzer-Preis und den National Book Award.

Wie hier schon mehrfach ausgeführt, geht es in "Die Wende" um die Wiederauffindung eines...
Veröffentlicht am 7. Mai 2012 von Wolfgang Stroebl

versus
40 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Grundgedanke: gut, Stil: eher seltsam
Zum Erwerb dieses Buches wurde ich durch die vielen veröffentlichten Kritiken angeregt, in denen mit Lob nicht gespart wurde - vor allem in angesehenen Zeitungen.

Nach der Lektüre bin ich etwas ernüchtert. Der Autor entwickelt zwar einige großangelegte Gedankenbögen, sein Stil ist aber, meiner Ansicht nach, ziemlich hölzern und...
Veröffentlicht am 25. Juni 2012 von Dr. Klier


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90 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hier ist der Weg das Ziel, 7. Mai 2012
Von 
Wolfgang Stroebl (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der amerikanische Literaturwissenschaftler Stephen Greenblatt erhielt für sein Buch "The Swerve" (im Deutschen nicht ganz entsprechend als "Die Wende" tituliert) die beiden wichtigsten Literaturpreise der USA: den Pulitzer-Preis und den National Book Award.

Wie hier schon mehrfach ausgeführt, geht es in "Die Wende" um die Wiederauffindung eines Gedichts des Titus Lucretius Carus, genannt Lucrez, im 15.Jahrhundert durch den Humanisten Poggio Bracciolini in einem deutschen Kloster. Lucrez' Werk ist der ausführliche Text "De rerum natura" ("Über die Natur der Dinge"), der in poetischen Metren eine Lebenseinstellung feiert, die sehr nahe an jener der griechisch-antiken Epikureer liegt. Im Zentrum des Lebens stehen Lust und Lebensfreude, es gibt kein Leben nach dem Tod, Gott (bzw. die Götter) interessiert sich nicht für uns. Alles in der Natur und im Universum besteht aus Atomen, die zufällig Strukturen bilden und wieder auflösen, so eben auch den Menschen.
Greenblatt versucht nachzuweisen und zu belegen, wie dieser Text nach seiner Wiederauffindung eingeschlagen hat, wie er die Lebenseinstellung und die Denkweisen der folgenden Generationen beeinflusst und verändert hat und - so meint zumindest der Autor - die Moderne begründet hat. Nun: verständlich wird Greenblatts Interesse an dem Stoff, wenn man weiß, dass der Autor der Hauptvertreter des "New Historiciscm" ist - einer literaturwissenschaftlichen Strömung, die einen Text in den Kontext zu seiner Zeit und den anderen kulturellen Hervorbringungen setzt. So ist "Die Wende" auch eine farbige, unterhaltsame Reise durch die Zeitalter: Epikurs altes Griechenland, die Büchersammler zu Lukrez' Zeiten, die Zerstörung der Bibiothek von Alexandria, die Personen des Humanismus der beginnenden Renaissance, das Konzil von Konstanz, die Verbrennung von Jan Hus, die Arbeit der Klosterschreiber und Hunderte andere Episoden mehr. Vieles ist gut belegt, manches zumindest plausibel fabuliert. Nur wenn sich der Autor in opulenten Nebenlinien verliert, erlahmt das Interesse vorübergehend.
Schließlich gibt es noch eine ausführliche Erläuterung der Lucrez'schen Sichtweisen, aus denen völlig ersichtlich wird, warum sich die katholische Kirche gegen diese Schriften und die dahinter stehende Geisteshaltung wehren musste. Im letzten Kapitel werden noch den Auswirkungen des Textes bis hin zu Shakespeare oder Galileo Galilei nachgegangen.

Ein plastisch erzähltes Buch mit vielen Zitaten, ein besonderes Lob der eloquenten Übersetzung von Klaus Binder. Hier ist der Weg das Ziel - eine anregende, durchaus auch unterhaltsame Reise durch die Jahrhunderte. Und ob dieses Lukrez-Gedicht wirklich die ihm hier zugeschriebene Bedeutung hatte - das ist am Ende(zumindest mir) gar nicht mehr so wichtig.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Natur der Dinge: Renaissance, Reformation und Reaktion, 27. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zwar liegt es Greenblatt fern, eine Kriminalgeschichte des Christentums zu schreiben - dies hat Karl-Heinz Deschner bereits erledigt. Dennoch kommt dem Leser “Der Name der Rose” in den Sinn, wenn Greenblatt kenntnisreich von den Sitten und Gebräuchen in mittelalterlichen Klosterskriptorien schreibt.
Es ist schon Ironie der Geschichte, dass gerade dort einige antike Texte überdauert haben, u.a. auch “De rerum Natura” vom Epikur-Schüler Lukrez. Ironie der Geschichte ist auch, dass es sich bei der Hauptfigur des Buches um einen apostolischen Schreiber handelt, der seinem Sinn für antike Schönheit frönt und nach 1000 Jahren Dornröschenschlaf das Gedicht von Lukrez im 15. Jh. aus einer Klosterbibliothek nach Florenz schafft.
Es scheint mir beinahe, als wollte Greenblatt diesem Werk zu einer zweiten Wiedergeburt verhelfen, indem er seine Kernaussagen ausführlich und gut verständlich darstellt, es gleichsam aus dem Dunstkreis von Altphilologen zu befreien versucht. Geschichtlichen Kontext zu erweitern und begreifbar zu machen, liegt Greenblatt unverkennbar am Herzen:
Er zieht den Bogen vom öffentlichen Leben Roms v.u.Z. mit seinen öffentlichen Bibliotheken über die karolingischen Minuskeln aus der Zeit Karls des Großen bis ins Jahrhundert des Konstanzer Konzils, einer geradezu irrwitzigen Großveranstaltung von Fürsten und Päpsten des ausgehenden Mittelalters. Spätestens an dieser Stelle musste ich wieder an Deschner denken, in dessen Werk diese Großveranstaltung der Weltgeschichte ebenfalls deutlich zur Sprache kommt. Wer über die handelnden Personen dieser Zeit mehr erfahren möchte, von Jan Hus,
Giordano Bruno, Michel de Montaigne und Galileo Galilei, der sollte dieses Buch lesen.
Auch die Soziallehre eines Thomas Morus, Heiliger der katholischen Kirche, stellt Greenblatt in den antiken Kontext des Lukrezschen Werkes.
Die “Reformation” eines Martin Luthers erscheint wie ich finde - danach in einem anderen Licht, kleinteilig, nicht vollendet und vielleicht sogar noch gar nicht begonnen.
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58 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wiederentdeckung von Lukrez und Epikur, 23. April 2012
Von 
Caliban (Süddeutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Dieses gut geschriebene Buch hat in den Vereinigten Staaten das Werk von Lukrez "De rerum natura" De rerum natura /Welt aus Atomen: Lat. /Dt. in breiten Kreisen sehr populär gemacht. Lukrez führt darin vor allem die Philosophie des Epikur in sehr kunstvoller Weise aus. So erklärt sich auch der englische Titel "Swerve", der eine englische Übersetzung des zentralen Begriffs der Lehren Epikur darstellt, des clinamen (Ablenkung): Nach Epikur müssen nämlich sämtliche Atome im All der gleichen Fließrichtung (von "oben nach unten") folgen und könnten sich nie zu Materie zusammenfinden, wenn sie nicht durch einen Zufall von ihrer Bahn abgelenkt würden und aufeinanderprallten. Dieser Zufall ist für Epiker und Lukrez bekanntlich die naturwissenschaftliche Grundlage menschlicher Freiheit. Das vorliegende Buch erzählt sehr anschaulich, wie der Autor selbst als Student durch eine Billigausgabe auf Lukrez aufmerksam wurde, wie aber auch der Humanist Poggio im 15. Jahrhundert eine der letzten erhaltenen Lukrezmanuskripte in einer klösterlichen Bibliothek in Deutschland aufspürte, herausgab und sogleich lesen konnte. Jeder Lateinschüler mit fortgerücktem Wissen weiß gerade letzteres zu schätzen; denn "de rerum natura" zählt zu den schwierigsten Texten überhaupt.
Im vorliegenden Werk wird dann die Buchkultur der Antike, aber auch des Humanismus spannend dargestellt. In einem Kapitel erläutert der Verfasser schließlich die Lehre Epikurs aus der Sicht des Lukrez. Dies erklärt sich vor allem aus dem Umstand, dass die Lehren Epikurs bekanntlich in keiner geschlossenen Originalschrift auf uns gekommen ist, sondern nur aus Fragmenten bekannt sind und stattdessen durch Lukrez und diverse Schüler bzw. auch Gegner (vgl. etwa Cicero De finibus bonorum et malorum /Über das höchste Gut und das grösste Übel: Lat. /Dt. wiedergegeben wurden.

Dem Epikur-Kenner werden hier keine großen Neuigkeiten offenbart; wer sich aber in den geistesgeschichtlichen Hintergrund einarbeiten möchte, findet eine spannend erzählte und gut lesbare Darstellung. Beim Lesen wird verständlich, warum dieses Gedankengut gerade jetzt in den USA so populär ist: Ging es noch bis vor 3 oder 4 Jahren in dieser Gesellschaft darum, möglichst rasch Reichtum zu erwerben und ihn effektvoll zur Schau zu stellen, hat die bittere Krise einen Sinneswandel erzwungen. Die Überlegung Epikurs, sich mit äußerlichen Dingen nur soweit zu belasten wie es für das Überleben notwendig ist, ansonsten aber sein Glück nicht in äußerlichem Erfolg, sondern im Verborgenen, am besten in der Gesellschaft von Freunden, zu suchen, ist ein Konzept, dass Menschen zu allen Zeiten zum Nachdenken bringt. Selbstverständlich wird vorliegend auch die Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Todesfurcht und der Möglichkeit ihrer Überwindung geschildert, wobei Lukrez stärker im Vordergrund steht als Epikur.

Wer sich ernsthafter und über das vorliegende Werk hinaus interessiert, dem empfehle ich - Französischkenntnisse vorausgesetzt - den außergewöhnlich gelungenen Band aus der französischen Pléiade-Kollektion "Les Epicuriens", herausgegeben von Daniel Delattre (zu beziehen über Amazon.fr). Hier findet sich eine hervorragende Einleitung in die Philosophie Epikurs durch den Herausgeber und eine umfangreiche Sammlung aller bekannten antiken Quellen zur Lehre des Epikur. Auf den Leser wartet eine seltene Ansammlung bemerkenswerter Beiträge der griechischen und römischen Philosophen zu den Bedingungen menschlicher Existenz.

Aber auch dieses Werk bildet einen schönen Anfang!
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29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das spannendste Geschichtsbuch 2012, 20. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Oberboss fliegt raus, und sein Sekretär steht natürlich ebenfalls auf der Straße. Obwohl er wunderbar geschliffenes Latein spricht und eine nach kurzer Zeit überall verwendete Schrift erfunden hat, die sehr viel besser zu entziffern ist als alles, was es vorher gab. Aber was macht er statt sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen? Er kratzt alles Geld zusammen, das er besitzt, und macht sich auf die Suche nach alten Manuskripten, wühlt sich durch verstaubte Klosterbibliotheken, kämpft sich durch den deutschen Winter vom Bodensee nach Norden. 1417, nachdem beim Konzil von Konstanz - das, auf dem der "Ketzer" Hus verbrannt wurde, obwohl ihm Kaiser Sigismund freies Geleit, also den Schutz von Leib und Leben zugesichert hatte - Papst Johannes XXIII. von seinem Thron gedrängt wurde und sein Sekretär Poggio Bracciolini ebenfalls seinen Job verloren hatte.

Um ihn geht es in diesem aufregenden Buch über den Beginn der Renaissance, und obwohl er einen Namen trägt, an den sich heute nur noch Mittelalter-Historiker erinnern (zumindest bevor "Die Wende" erschien), ist das, was der amerikanische Autor Greenblatt hier über ihn und seinen Einfluss auf Europa schreibt, spannender als die meisten Thriller:

Poggio Bracciolini findet nämlich das Manuskript eines Gedichts, von dem bis dahin nur wenige Verszeilen bekannt waren. Verfasst irgendwann im letzten Jahrhundert vor unserer Zeit in Rom. Von einem Mann namens Lukrez. Mit dem Titel "de rerum natura", also die "natürlichen Dinge", also die Wirklichkeit der Menschen und alles, was uns umgibt.

Klingt immer noch nicht spannend? Tut mir leid. Mein Fehler, denn die Ideen, die der Römer Lukrez hier verkündete, rüttelte die Gelehrte des 15. Jahrhunderts aus ihrer theologisch befohlenen Denkstarre, eröffnete ihnen neue Horizonte und lieferte nicht nur der gerade beginnenden Renaissance ihre philosophische Basis, sondern beeinflusst Denker bis in die Neuzeit - vom Astronomen Giordano Bruno (1548-1600) und dem Maler Botticelli (1455-1510) über den Philosophen Montaigne (1533-1592) bis zu Goethe. Oder anders gesagt:

Ohne das "Natur"-Gedicht des Altrömers Lukrez und ohne seine Wiederentdeckung durch Poggio Bracciolini im 15. Jahrhundert hätte es die Reanissance nicht gegeben. Oder zumindest nicht in der Form, in der wir sie kennen. Und wir würden vielleicht immer noch glauben, dass die Welt nur aus vier Elementen besteht und nicht aus unzähligen Atomen.

Davon war Lukrez überzeugt (nach der Lehre des griechischen Philosophen Epikur), aber noch sensationeller und wahrscheinlich Gänsehaut erzeugender für Poggio Brancciolini und spätere Leser waren andere Erkenntnisse, über die Lukrez in seinem langen Lehrgedicht spricht:
+ dass alle Religionen abergläubische Täuschungen sind;
+ dass es Götter geben mag, dass sie sich aber nicht um die Menschen kümmern;
+ dass es keine Engel, Dämonen und Geister gibt;
+ dass der Tod das absolute Ende ist, unsere Seele also weder in der Hölle noch im Paradies landet, sondern sich mit dem Leib wieder in die Atome auflöst, aus denen er zusammengesetzt ist;
+ dass "das höchste Ziel des menschlichen Lebens", so beschreibt Stephen Greenblatt die Überzeugung von Lukrez, die "Steigerung des Genusses und Verringerung des Leidens" ist. Nicht im Streben nach Luxus, sondern innerhalb der Grenzen unserer Bedürfnisse.

Ziemlich moderne Erkenntnisse, oder? Im 15. Jahrhundert schlugen sie ein wie Bomben - nachdem Poggio Bracciolini das Uraltmanuskript, das er wahrscheinlich in einem Kloster in Fulda entdeckte, abgeschrieben hatte und erst Recht, nachdem es kurze Zeit später gedruckt wurde. Die päpstlichen Theologen waren logischerweise überhaupt nicht angetan, aber das römische Gedicht war wohl einfach zu gut, zu geschliffen, von allen gefährlichen Inhalten abgesehen zu interessant für Gelehrte der unterschiedlichsten Richtungen, um es ganz unterdrücken und damit wieder dem Vergessen ausliefern zu können.

Ob es wirklich die Entdeckung dieser wohl letzten damals vorhandenen Abschrift von "de rerum natura" war, die die Renaissance sozusagen in Gang gesetzt hat? Ich weiß es nicht, aber Stephen Greenblatts Interpretation der Suche und ihrer Wirkung auf die Nachwelt gehört für mich zu den faszinierendsten Büchern im Sommer 2012. Schließlich ist er nicht nur Professor für Englische und Amerikanische Literatur und Sprache an der Havard University und (unter anderen Büchern) Autor einer hochgelobten Shakespeare-Biographie. Er ist auch ein grandioser Stilist, der seine Erkenntnisse in so schön formulierte wie überzeugende Argumente übersetzen kann. Aus der Story eines sonst vielleicht längst und mit einem gewissen Recht vergessenen Sekretär eines abgesetzten Papstes (übrigens des einzig abgesetzten in der 2000jährigen Geschichte des Papsttums) macht er einen History-Thriller voller neuer und aufregender Erkenntnisse. Über die Ursprünge der Renaissance natürlich, aber auch darüber, wie's dann weiterging in Europa und wie weit Lukrez uns heute noch beeinflusst. Auch wenn wir vor dem Lesen von "Die Wende" nichts davon wussten.

Wie nennt man so ein Buch, das mit seinen überraschenden Fakten atemlos gierig aufs Weiterlesen macht? Glücksgefühle auslöst, weil plötzlich Ideen begriffen werden, die vorher irgendwo im Unbewussten vor sich hin dösten? Ein Leseabenteuer ist es auf jeden Fall - ein besonders schönes, lohnendes, beglückendes.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gutes Buch, grauenhafte Übersetzung, 18. Dezember 2013
Das Buch gefällt mir sehr gut, auch wenn sich haltlose Spekulationen und Ausmalungen mit nichtssagenden Allgemeinplätzen und wohlfeilen Klischees abwechseln, ist die eigentliche Geschichte doch gut recherchiert und spannend erzählt. Leider ist die Übersetzung schrecklich. Der englische Satzbau wurde eins zu eins übernommen (ist ja auch am bequemsten) und manche Sätze muss man zwei und dreimal lesen oder ins Amerikanische zurückübersetzen, um sie zu verstehen. Und so wurde aus einem locker zu lesenden, spannenden Buch ein richtig schwerer Brocken, mit umständlichsten Formulierungen. Wahrscheinlich ist das Lesen der amerikanischen Ausgabe (liegt mir mleider nicht vor) erfreulicher, wenn man des Englischen ausreichend mächtig ist. Immerhin führte es mich in eine Zeit in Deutschland (Anfang des 15. Jahrhunderts) über die man selten etwas Detailliertes liest. Und der weite Bogen, den der Autor von der Antike bis zum Beginn der Neuzeit spannt, ist auch ein Genuss.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klare Leseempfehlung !!!, 17. August 2014
Ich habe dieses Buch nun zwar nun mal nicht über Amazon gekauft, aber dennoch möchte ich es absolut empfehlen - gerade da es mir sehr gut gefallen hat. S. Greenblatt nimmt den Leser auf eine interessante Reise in die Vergangenheit mit, bei der man das Buch, gerade weil es auch sehr flüssig und stilsicher geschrieben ist - am liebsten nicht mehr aus der Hand legt und in einem Zug durchlesen möchte. So lernt man viel neues und manches, was man schon wusste erscheint in einem neuen Licht. Ein Buch, welches zum nachdenken (und diskutieren) anregt und Lust macht, sich z.B. u.a. mit dem Originaltext von Lukrez zu beschäftigten.
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40 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Grundgedanke: gut, Stil: eher seltsam, 25. Juni 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zum Erwerb dieses Buches wurde ich durch die vielen veröffentlichten Kritiken angeregt, in denen mit Lob nicht gespart wurde - vor allem in angesehenen Zeitungen.

Nach der Lektüre bin ich etwas ernüchtert. Der Autor entwickelt zwar einige großangelegte Gedankenbögen, sein Stil ist aber, meiner Ansicht nach, ziemlich hölzern und von Stereotypen geprägt.

In seiner Absicht, die Welt seiner literarischen Hauptfigur, des Bücherjägers Poggio, zum Leben zu erwecken, scheitert er kläglich. Wohl auch deswegen, weil die Quellenlage zur Renaissance, objektiv gesehen, einfach zu schlecht ist, um das Wiederauferstehungswunder vollbrigen zu können.

Abgesehen davon, wage ich die höchst persönliche Einschätzung, dass der gute Herr Greenblatt eben kein begnadeter Schreiber ist, und deshalb auch kein fesselndes Buch vorlegen kann. Oder liegt es eventuell an der ungeschickten Übersetzung? Mein Interesse ist leider nicht stark genug, um auch das engliche Original zu erwerben, um direkt vergleichen zu können.

Der deutsche Text ist voller Redundanzen, seltsam verschachtelter Sätze, streckenweise enorm nervig zu lesen. Oft wirkt er so, als hätte der Autor seine Vorabnotizen einfach zusammengefügt, ohne sich die Mühe einer stilistischen Metallurgie zu machen, die aus diesen spröden und heterogenen Erzbrocken eine gelungene Legierung hätte enstehen lassen können.

Trotz des enttäuschenden Leseerlebnisses würde ich das Buch empfehlen, vor allem wegen der abschließenden Literaturliste - meines Erachtens wäre der Autor aber weit besser gefahren, wenn er eine knappe und würzige wissenschaftliche Studie zum Thema vorgelegt hätte, ohne die mitunter recht peinliche "literarische" Aufbereitung.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein umfassendes Geschichts- und Kulturgeschichtsbuch, sehr lesenswert, 4. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Wende: Wie die Renaissance begann (Kindle Edition)
Bitte nicht von der Einleitung abschrecken lassen, die wirklich dröge zu lesen ist. Was danach kommt, ist sehr gut geschrieben, es lässt sich flüssig lesen und man lernt so viel, dass ich mir wünsche, ich hätte früher so einen Geschichtsunterricht gehabt.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Argumentationshilfe für Christlich-Säkularisierte, 19. November 2012
Prof. Stephen Greenblatt ergründet in seinem wissenschaftlich orientierten Werk "Die Wende - Wie die Renaissance begann" den Ursprung unseres heutigen westlichen Denkens und bedient sich dabei des weltbekannten Humanisten Gianfrancesco Poggio Bracciolini (1380 – 1459), der seinen sensationellen Fund von 1417 n.Chr. in einem Fuldaer Kloster(?!), eine Abschrift des um 50 v.Chr. von Titus Lucretius Carus verfassten, als verschollen geglaubten Gedichts "De rerum natura" (über die Dinge der Natur), seiner abendländischen Geisteswelt zugänglich machte, wodurch diese mit einer völlig neuen, richtungsweisenden Philosophie konfrontiert wurde. Wie Bracciolini seine Zeit, die Renaissance, mit allem wenn und aber erlebte bzw. erlebt haben könnte, was die wiederentdeckte Philosophie der Antike besagt, welche Wirkung sie entfaltete und vieles, vieles mehr, wird alles anschaulich, interessant und ansprechend durchleuchtet, w.z.B. Bracciolini's Teilnahme im Gefolge seines römischen Dienstherrn Papst Johannes XXIII. am Konstanzer Konzil (1414-1418) zur Wiederherstellung der Einheit der röm. Kirche – es gab drei Päpste gleichzeitig – und zur Reform innerkirchlicher Zustände, infolge dessen nicht nur der böhmische Reformator Jan Hus als Ketzer verbrannt sondern auch Papst Johannes XXIII. selbst entthront, ihm sein Recht zur Namensführung "Johannes XXIII." entzogen und er im Heidelberger Schloss(?!) inhaftiert wurde (erst 1958 gab's wieder einen Papst namens "Johannes XXIII."). Ein Buch, das mir auf unterhaltsame Weise das Zeitalter der Renaissance mit vielem für uns heute Selbstverständlichen näher gebracht und dabei schöne Lesestunden beschert hat. Gern empfehle ich es weiter.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Untergang und Renaissance der antiken Literatur, 9. Juli 2012
"'Die Wende'" überzeugt durch die sorgfältige Ermittlung der Fakten, durch den Reichtum der Details und durch die - typisch angesächsische - angenehme Form der Darstellung. Im Grunde baut die Thematik '"Verschwundene Literatur'" auf dem ebenfalls 2012 erschienen Buch '"Schatten über Europa-Der Untergang der antiken Kultur'" auf und setzt sich gleichermaßen kritisch, wenn auch verhaltener, mit der Rolle der christlichen Kirche auseinander. Sehr lesenswert.
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