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5.0 von 5 Sternen Mit viel Bums erzähltes großes Theater
Einer meiner Bekannten hat sämtliche Folgen der »Lindenstraße« gesehen – und zwar von der ersten Sendung im Dezember 1985 an – und er schaltet immer noch ein. Es scheint da einen Suchtfaktor zu geben, der mich bislang verschonte, obwohl mir Süchte alles andere als fremd sind. Bislang habe ich jedenfalls noch keine Viertelstunde meiner...
Vor 12 Monaten von Ruprecht Frieling veröffentlicht

versus
16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zwischen Schöneberg und Bocklemünd...
Die begeisterten Reaktionen auf Michael Meisheits Romandebüt "Soap" kann ich leider nicht teilen.
Die Grundidee ist ja nett: Ein junger Drehbuchautor wird für eine bekannte Soap angeheuert - und prompt gerät ihm sein eigenes Leben immer mehr zur Soap.
Leider hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dem Protagonisten im Verlauf der ziemlich...
Veröffentlicht am 3. Januar 2013 von BlueCaravan


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit viel Bums erzähltes großes Theater, 31. Juli 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Soap (Kindle Edition)
Einer meiner Bekannten hat sämtliche Folgen der »Lindenstraße« gesehen – und zwar von der ersten Sendung im Dezember 1985 an – und er schaltet immer noch ein. Es scheint da einen Suchtfaktor zu geben, der mich bislang verschonte, obwohl mir Süchte alles andere als fremd sind. Bislang habe ich jedenfalls noch keine Viertelstunde meiner Lebenszeit dieser Endlos-Reihe, die unter ihren Fans Kult-Status genießt, gewidmet. Schlimmer noch: Ich schaue mit gewisser Hochnäsigkeit auf diejenigen, die keine Tele Novela auslassen.

Diese Fremde mag einer der Gründe sein, warum ich zu diesem Text von Michael Meisheit, der laut eigener Biografie seit 15 Jahren als Autor für die Serie tätig ist, gegriffen habe. Gleichzeitig aber spielte eine fette Portion Neugierde mit, zu erfahren, wie es denn wohl »hinter den Kulissen« einer Produktion zugeht, die Seifenopern schreibt. Denn da bietet »Soap« einen geradezu klassischen Einstieg ins Thema.

Der Autor versteht es, seine Erzählung formal mit 26 Kapiteln wie in einer Drehbuchstaffel zu komponieren, jede Menge Cliffhanger einzubauen und linear zu erzählen. Er schreibt darüber hinaus inhaltlich eine eigene Soap. Dabei geht es um den holprigen Einstieg eines Drehbuchautors in ein Produktionsteam. Der Neuzugang verliebt sich in eine wunderhübsche Kollegin, die aber wiederum in den Händen des Chefautors ist. Der reagiert auf den Rivalen alles andere als erbaut. Als Bonbon kommt eine vom Autor etwas antiquiert als »Sexbombe« bezeichnete blutjunge Schönheit hinzu, die dem Protagonisten verfällt. Weil er sie zwar leidenschaftlich gern besteigt, jedoch nicht »liebt« – und an dieser Stelle finde ich die Story wenig überzeugend – will er sie loswerden, um sich für die andere Dame »frei« zu halten. Die Melange endet nach einigen Turbulenzen in einem wirklich schrägen Szenario, das der sexuellen Beziehung zwischen Siegmund und Sieglinde in Richard Wagners Oper »Die Walküre« entspricht. Also: Aus männlicher Sicht mit viel Bums erzähltes großes Theater!

Eigentlich ist es wurscht, wer bei Meisheit mit wem in der Horizontalen landet. Ihm geht es darum, den Leser bei der Stange zu halten, und das schafft er mit scheinbar leichter Hand. Gleichzeitig bringt er thematisches Hintergrundwissen ein und führt dies anhand seiner Figuren vor. Er behauptet zwar, »nur Stoiker oder Geisteskranke« würden den Beruf des Drehbuchautors wählen, lässt aber offen, zu welcher der beiden Gruppen er sich selbst zählt. Jedenfalls braucht ein Drehbuchautor ein dickes Fell, denn für das Herzblut, das er seinem Personal in die Worte legt, wird er pausenlos in Frage gestellt und sogar beleidigt. Lächelnd hat er dies anzunehmen, um dann nach Hause zu gehen und brav den mühsam erstellten Text ein- und umzuarbeiten. Ein Drehbuchautor muss wohl auch geborener Masochist sein.

Ein Schreiber von Fortsetzungsgeschichten muss sich bemühen, simple Probleme groß aufzublasen, mit denen sich Millionen Zuschauer später am Bildschirm identifizieren können. Eines davon illustriert Meisheit anschaulich in seinem Text: Ein Mensch liebt einen anderen, doch der erwidert die Liebe nicht. Dabei muss er den »Realitätsanspruch« erfüllen, der für das Schreiben der Serie gilt. Geradezu akribisch überwacht nämlich später der Zuschauer, ob der geschilderte Ablauf auch tatsächlich so oder so gewesen sein kann. Entsprechendes Gewicht kommt den Dialogen zu, die vieles erklären müssen, was schon aus Kostengründen nicht gezeigt werden kann. Dabei spielt der Subtext eine entscheidende Rolle, also jene Aussage, die zwar nicht direkt getätigt wurde, jedoch in den Köpfen der Zuschauer aufgrund des Spielgeschehens haften bleibt. »Eine Dialogszene«, so Meisheit, »ist immer dann besonders gut, wenn das Gesagte nicht mit dem Gemeinten identisch ist«.

Erzählt der Autor »zum ersten Mal die Geschichte eines Menschen mit einer eigentümlichen Krankheit, so ist einem das Wohlwollen der Kritiker sicher. Erzählt man zum hundertsten Mall, wie zwei sich lieben, die das nicht dürfen, dann hat man die Massen vor den Bildschirmen. Angst und Sensationsgier im Angesicht der drohenden Aufdeckung, der Nervenkitzel gepaart mit der über allem stehenden Kraft der Liebe: Das sind die Geschichten, die die Gemüter immer wieder aufs Neue bewegen.« – In »Soap« erzählt Meisheit nun genau eine solche Beziehungsgeschichte und lässt dabei nichts aus.

Stoiker, Geisteskranker oder Masochist? – Meisheits Alter Ego nennt als einen der Gründe, warum er Drehbuchautor geworden ist, seinen Wunsch, »viele Leben leben zu können. Nicht so, wie ein Schauspieler es tut. Ich stelle nicht dar. Nein, ich spiele diese Leben in meinem Kopf durch. Ich versuche zu verstehen, was in den Menschen vorgeht, versuche, ihr Leben mit ihren Augen zu sehen. Ihre Wünsche, ihre Ängste, ihr Leid, ihre Hoffnungen«. Und so wird der Autor »ein kleiner Gott. Ein Gott für seine Figuren, für sein Drehbuch. Für seine Serie.«

Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein. Wer »Soap« liest, miterlebt die Irrungen und Wirrungen des Lebens in verdichteter Form. Altmeister Egon Erwin Kisch, Vorbild vieler Reporter, brachte es auf den Punkt: »Nichts ist verblüffender als die Wahrheit, nichts exotischer als unsere Umwelt, nichts phantastischer als die Wirklichkeit«.

Ob ich nach der Lektüre von »Soap«, die mir vergnügliche Stunden bescherte, die nächste Folge der »Lindenstraße« einschalte? – Ich bezweifele es, denn vom hohen Ross des Kritikers in die Niederungen der schlammigen Ebene der Gebrauchsliteratur abzusteigen, verlangt ein profanes Gemüt, das mir wohl fehlt. Insofern stellt sich mir auch weniger die Frage, wie der Autor von Fortsetzungsgeschichten seine Themen findet, denn die serviert ihm das Leben in mannigfaltiger Form. Mich fasziniert, wie man es als Autor schafft, derartige Themen so zu schreiben, dass eine Millionenschar unbedingt wissen will, wie es weiter geht und deshalb treu und brav die Glotze einschaltet, um den Fortgang der scheinbar unendlichen Geschichte zu verfolgen. Und zu dieser Frage hat mir »Soap« einige Antworten beschert.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zwischen Schöneberg und Bocklemünd..., 3. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Soap (Taschenbuch)
Die begeisterten Reaktionen auf Michael Meisheits Romandebüt "Soap" kann ich leider nicht teilen.
Die Grundidee ist ja nett: Ein junger Drehbuchautor wird für eine bekannte Soap angeheuert - und prompt gerät ihm sein eigenes Leben immer mehr zur Soap.
Leider hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dem Protagonisten im Verlauf der ziemlich egalen Handlung wirklich nahe zu kommen, von den anderen Figuren ganz zu schweigen. Und auch genannte Ausgangsidee will nicht so recht zünden, denn dass der gute Lukas Drehbuchautor ist, also professionell "Schicksal spielt", ist für die soapigen Verwicklungen in *seinem* Leben nicht wirklich von Bedeutung, dieser Zusammenhang wird mehr behauptet als virtuos gespielt. Auf raffiniert erdachte Interaktionen oder Abhängigkeiten zwischen Lukas' Realität und der von ihm miterdachten fiktiven Serienwelt wartet der Leser jedenfalls vergebens.
Sicher, in "Soap" ist viel vom Autorenalltag die Rede, von den Freuden und Nöten, den Freiheiten und Zwängen des Drehbuchschreibens. Das ist dann und wann ganz interessant, aber meistens nervt diese informativ gemeinte Selbstvergewisserungsprosa eher, als dass sie eine gewinnbringende Symbiose mit der Romanhandlung eingehen würde (zumal nicht so ganz klar ist, wie der Rookie Lukas derart selbstbewusst aus einem solch reichen Erfahrungsschatz plaudern kann). Allzu oft hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass da aus Lukas jemand zu mir spricht, dem es einfach mal ein Bedürfnis ist, sich über seinen Beruf mitzuteilen.
Dass Meisheit aus seinen Erfahrungen als "Lindenstraßen"-Autor schöpft, ist so offensichtlich wie legitim, aber die Distanz zwischen der realen "Lindenstraße" und der fiktiven Serie "Schöneberg" wirkt doch in weiten Teilen eher notdürftig zusammengezimmert. Oft liest man "Schöneberg" und weiß, dass "Lindenstraße" gemeint ist - angesichts dieser frappanten Parallelen wirken die dann doch immer wieder eingeflochtenen Versuche Meisheits, die fiktive Serie von ihrem realen Vorbild abzugrenzen, dann umso unbeholfener. Für einen Roman, der kein Schlüsselroman sein will, hätte ich mir da von Grund auf mehr Stilisierung gewünscht.

Regelrecht geärgert hat mich beim Lesen aber etwas anderes. In einer der zahlreichen "Nähkästchen-Passagen" schreibt Meisheit selbst, was für ein bisweilen einengender Zwang der wöchentliche Erzählrhythmus von "Schöneberg" - also der "Lindenstraße" - beim Drehbuchschreiben ist, weil Cliffhanger immer nur indirekt aufgelöst werden könnten.
Und was macht er nun in "Soap"? Er erhebt genau diesen Zwang ohne Not zum Bauprinzip seines Romans, indem er nie an das kunstvoll in die Eskalation konstruierte Ende des vorigen Kapitels anschließt, sondern die Spannung im neuen Kapitel mit ein bisschen ablenkendem Palaver am Leben hält - und die diversen Mini-Cliffs so nie aus der Situation heraus auflöst, sondern immer durch einen Rückblick oder sonst eine Erklärung aus der sicheren Distanz: "Ist ja nix passiert...". Dieses Prinzip führt in der "Lindenstraße" oft zu etwas unbefriedigenden Ergebnissen (was sicher niemand besser weiß als Meisheit), ist aber dem Realitäts- und Echtzeitanspruch der wöchentlich ausgestrahlten Serie geschuldet. Ein Roman, sollte man meinen, erlaubt da eigentlich größere Freiheiten, die hier aber leider für ein paar oberflächliche Spannungsmomente großzügig verschenkt wurden.

Um nicht nur zu meckern: Für Zuschauer/Leser, die sich bisher nicht so sehr mit den Produktionsabläufen einer Fernsehserie befasst haben, mag "Soap" ein paar interessante Einblicke bereithalten. Und so wenig ich mit der Romanhandlung anfangen konnte (Hat dieser Lukas noch was anderes im Kopf als Hollywood und Sex?!), so schön fand ich die Auflösung in ihrer wirklich soapigen Überdrehtheit. Nett auch der eindeutig selbst erlittene Running Gag mit "Woher nehmen Sie nur die Ideen..."

Wer also "Soap" eine Chance geben (und Meisheits so ehrgeizigen wie ehrenvollen Versuch des Selbstverlags honorieren) möchte, kann dies gerne tun. Andernfalls verpasst man aber auch nicht viel.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Soap, 30. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Soap (Taschenbuch)
Soap - Michael Meisheit
Kurze Inhaltsangabe:
Der Filmstudent Lukas wird zu einem Vorstellungsgespräch für eine große deutsche Seifenoper - Schöneberg - eingeladen. Erst verläuft das Gespräch nicht sehr gut und dann durch eine unglaubliche Wendung, wird er genommen. Lukas ist der neue Drehbuchautor von Schöneberg. Er kann es nicht fassen. Doch mit dieser Serie, halten nicht nur Intrigen, Verhältnisse, Tod, verbotener Sex und Liebe auf dem Papier bei ihm Einzug, sondern auch in seinem eigenen Leben. Sein Leben, das bisher eher ruhig und langweilig war, mutiert plötzlich und er erlebt in kürzester Zeit mehr, als bis dahin. Ausgerechnet unter deinen Drehbuchautor-Kollegen findet er seine Traumfrau. Diese ist aber vergeben, oder?
Schreibstil:
Einfach klasse! Amüsant, vor Witz sprühend, emotional, spannend, interessant und einfach witzig beschreibt der Autor Michael Meisheit das Leben als Drehbuchautor. Der Protagonist Lukas ist wirklich brilliant beschrieben. Eigentlich ein kleiner Trottel, von sich selbst nicht wirklich überzeugt und etwas unsicher, aber er wächst von Seite zu Seite über sich hinaus und verändert sich. Der lebendige, warme Stil macht einem das Lesen und auch Mitfiebern leicht und unterhält einfach richtig gut. Es gibt eigentlich keine Seite, auf der nichts passiert, nur der Anfang war ein wenig lasch, aber das gab sich schnell.
Eigene Meinung:
Gerne mehr von diesem Autor! Ich selber bin kein Soap-Fan, auch nicht von der Lindenstraße, aber dieses Buch verdient Standing Ovations. Selten hat mich ein Buch, das sogar nicht meinen sonstigen Genres entspricht, so unterhalten und amüsiert. Der Aurot läßt uns hinter die Kulissen schauen und bringt seine eigenen Erfahrungen mit ein. Ich fand es unsagbar spannend, das Dahinter kennenzulernen und darüber zu lesen und kann mir sehr gut vorstellen, das vieles so wirklich in der realen Drehbuch-Welt vorkommt.
Mir hat diese Lektüre sehr gut gefallen und gebe fünf Sterne.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schöner "Fernsehroman", 8. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Soap (Kindle Edition)
Wenn der Leser eine wichtige Regel im Umgang mit Drehbuchautoren lernt, dann ist es die: Frage ihn niemals, wie er auf die Geschichten kommt. Aus dem Roman von Michael Meisheit liest man sehr schnell heraus, dass hier ein Drehbuchautor über einen Drehbuchautor schreibt. Meisheit, einer der echten Autoren der TV-Soap "Lindenstraße", lässt seinen Hauptdarsteller einen Autor der fiktiven TV-Soap "Schöneberg" werden. Der weitgehend lebensunerfahrene Filmstudent Lukas stürzt dabei von einer Intrige in die nächste, so dass "Soap" in bester Manier ein Stück geschriebene Seifenoper ist, die sich sehr unterhaltsam liest.

Nebenbei bemerkt ist "Soap" das Produkt eines Experiments von Michael Meisheit, in dem er schon früh beim Schreiben des Buches über sein Weblog die potentielle Leserschaft eingebunden hat. Die Namen der Hauptdarsteller waren ein Ergebnis einer Umfrage unter den Blog-Lesern, zudem haben Freiwillige dann auch das Buch in der Entwurfsfassung überarbeiten und mit Hinweisen versehen dürfen, die Meisheit dann auch in das Buch eingearbeitet hat. Selbst der Kaufpreis des Buches und des eBooks sind entstanden aus so einer Diskussion.

Einziger Mangel des Buches: Nach 220 Seiten war Schluss. Es wird um Fortsetzung gebeten, eben wie es sich für eine Seifenoper gehört. :-)
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Achtung Suchtgefahr!, 26. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Soap (Kindle Edition)
Auch ich bin mehr oder weniger zufällig im Internet auf den Blog von Michael Meisheit gestoßen und habe die Entstehung des Buches mitverfolgen dürfen. Er traute sich, seine Entwürfe online zu stellen und wir, die Leser, durften unsere Meinungen kund tun und Kritik äußern, Änderungsvorschläge machen. Auch bei der Covergestaltung durfte mitabgestimmt, mitdiskutiert werden. Ein spannender, kreativer Prozess und eine echt tolle Idee des Autors.

Nach der ganzen Vorgeschichte war ich natürlich umso gespannter wie es denn nun weitergeht und ich wurde nicht enttäuscht! Die Geschichte von Lukas ist so genial, witzig und mitreißend erzählt, dass ich am Liebsten gar nicht mehr aufgehört hätte zu lesen. Da es aber noch so etwas wie Kinder, Ehemann, Hund und Arbeit in meinem Leben gibt die ja auch ihren teil der Aufmerksamkeit möchten, musste ich mich doch ab und zu mal pausieren. In dieser Hinsicht ist es ganz gut, dass das Buch nicht so dick ist, andererseits hätte ich noch unendlich lang weiterlesen können.
Das, was der arme Lukas so alles erlebt, verknüpft mit dem etwas hinter die Kulissen schauen können ist einzigartig und deshalb für mich absolut empfehlenswert!

Wo hat dieser Mann bloß die ganzen Ideen her? ;-)
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das man schlecht weglegen kann., 10. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Soap (Taschenbuch)
Bei diesem Roman hält sich der Autor nicht mit langen Einleitungen oder seitenweisen Beschreibungen von Nichtigkeiten auf. Hier geht es von Anfang an zur Sache.

Der Protagonist Lukas will Filme machen - große Filme, über die man noch nach Jahren spricht. Aber wo anfangen? Ein eher lieblos runtergeschriebener Drehbuch-Entwurf für die Fernsehserie "Schöneberg" bringt ihm wider Erwarten einen Termin beim Produzenten der Serie ein. Schon dieser Termin verläuft ganz anders als andere Vorstellungstermine. Am Ende des Tages bekommt er seine Chance und darf sich beweisen.

In diesem Buch erfährt man viel über das Drehbuchschreiben. Wenn man weiß, dass Michael Meisheit seit langer Zeit selbst Drehbuchautor der ARD-Serie „Lindenstraße“ ist, ergibt sich daraus ein besonderes Vergnügen. Denn oftmals hab ich mich gefragt: ist es Fiktion oder doch eine wahre Begebenheit, die er nur verfremdet hat? Sicher, manches, das im Buch passiert, wirkt ein bisschen schräg. Aber wer weiß? Vielleicht ist ja doch viel mehr Serienproduktionsalltag beschrieben, als man denkt?

Der Klappentext verspricht viel und ja - das Versprechen wird gehalten. Es kommt zu keiner Zeit Langeweile auf. Lukas stolpert von einem unglaublichen Ereignis zum nächsten. Er und auch der Leser kommen kaum zur Ruhe. Das macht Spass! Manchmal bleibt aber auch der Eindruck zurück, dass es vielleicht etwas zu schnell vorangeht. Als zum Beispiel der Selbstmordversuch passiert, hatte ich das Gefühl, dass der Autor zu zügig dem nächsten Event entgegensteuern wollte.

Ganz serientypisch wird jedes Kapitel mit einem Cliffhanger beendet. Es kostete mich einiges an Überwindung, es nicht gleich am Stück zu Lesen. Und auch wenn ich bei anderen Büchern oft das Ende geahnt habe - hier klappte es nicht. Das Ende von Soap ist so überraschend, dass es einen fassungslos macht.
Es ist der Gipfel einer Vielfalt an Ideen, die dieses Buch so spannend und unterhaltsam machen.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Drama, Baby! Drama!, 26. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Soap (Kindle Edition)
Das Leben könnte so einfach sein: da studiert Mann (in dem Fall: Lukas) lässig an der Filmhochschule vor sich hin und nimmt - weil es eben gerade so passt und man jung ist und das Geld braucht - einen Job als Drehbuchautor bei einer mega-erfolgreichen Soap an. Und schon ist das eigene Leben eine Achterbahnfahrt an Gefühlen und Ereignissen.

So ähnlich hat der Autor Michael Meisheit aus Berlin die Handlung des Buches in seinem Blog [...] umrissen und erste Textproben dort eingestellt. Es sollte sich daraus ein geniales und sehr produktives Crowd-Sourcing entwickeln, an dem auch ich als Testleserin teilhaben durfte. Und das Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt! Es ist spannend geschrieben, hat den genau richtigen Gehalt an Witz und ein gutes Tempo, um Lust auf Mehr zu machen. Und gleichzeitig erfährt man Wissenswertes über die Welt hinter den Kulissen einer solchen Serie. Denn damit kennt sich Michael Meisheit aus: er ist schon seit langen Jahren Autor bei der "Lindenstraße" - und die begleitet mich nun schon seit ihrem Debüt vor 27 Jahren! Wie hier endet auch jedes Kapitel in "Soap" mit einem Cliffhanger - einer Szene, deren Ende nicht sofort verraten wird. Und das hört bis zum überraschenden Schluss nicht auf. Genial!

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der gern quirlige Geschichten mit überraschenden Wendungen mag.

Von diesem Autor werden wir sicher noch mehr hören bzw. lesen!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hinter den Kulissen einer Seifenoper, 16. Dezember 2012
Von 
Edith Nebel "giora60" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Soap (Taschenbuch)
Großes deutsches Kino will der Berliner Filmstudent Lukas Witek machen – und landet durch Zufall als Drehbuchautor bei der Seifenoper „Schöneberg“. Warum, das weiß er selbst nicht so genau. Irgendwie hat Produzent Walter Christoph einen Narren an ihm gefressen, obwohl Lukas die Serie noch nie gesehen hat, seine ersten Drehbuchversuche alles andere als überzeugend sind und Chefautor Axel Berger ihm zunächst völlige Talentlosigkeit bescheinigt.

Dass Lukas trotzdem bleiben will, ist zum Teil seinem Ehrgeiz geschuldet und zum Teil seiner Autorenkollegin Maria Schmitt, in die er sich Hals über Kopf verliebt hat. Dumm nur, dass sie die Lebensgefährtin von Chefautor Berger ist und daran auch nichts ändern möchte.

Aus Frust lässt sich Lukas mit der Jungschauspielerin Vanessa ein, einem materiell verwöhnten und emotional vernachlässigten Teenager, einer naiv-labilen Kindfrau. Lukas weiß, dass er das Mädchen nur benutzt. Vanessa ahnt es auch, doch kann sie den Gedanken nicht ertragen, verlassen zu werden. Vanessa will Lukas, Lukas will Maria, und Maria weiß nicht so genau, was sie will.

Im selben Maß, wie Lukas Witek seine Arbeit bei Schöneberg in den Griff bekommt und immer raffinierter das Leben der Serienfiguren bestimmt, entgleitet ihm die Kontrolle über sein eigenes. Drogenmissbrauch und Suizidversuch, Liebes-Chaos und Lebensgefahr – wenn er mal einen Augenblick zum Nachdenken kommt, hat er das Gefühl, plötzlich selbst in einer Seifenoper zu leben. Doch das Allerschlimmste weiß er noch gar nicht …

Die Pointe der Geschichte ist ungeheuerlich. Als Leser malt man sich –zig Möglichkeiten aus, wie den Beteiligten die Sache um die Ohren fliegen könnte. Man muss durchaus kein Fan von Seifenopern sein, um bei diesen Szenarien Schnappatmung zu bekommen.

Michael Meisheit ist seit 15 Jahren Drehbuchautor bei der real existierenden TV-Serie „Lindenstraße“. Nicht von ungefähr hat der Held seines Debutromans also diesen Beruf.

„Soap“ darf man natürlich nicht als Schlüsselroman zur Lindenstraßenproduktion lesen, auch wenn die eine oder andere geschickt eingeflochtene Anekdote vielleicht dem realen Leben entstammen mag. Wer aber etwas für Serien und Seifenopern übrig hat, für den ist Lukas‘ Arbeitswelt eine Fundgrube an interessanten Hintergrundinformationen. So also entstehen die Rollen und Geschichten! Aus diesem und jenem Grund sind die Dinge so wie sie sind! Ja, das leuchtet ein. Und was man als Autor dabei alles berücksichtigen muss, welchen Einschränkungen diese Arbeit unterliegt, davon macht man sich als Fernsehzuschauer normalerweise keinen Begriff.

Das Wissen, das man hier so nebenbei erwirbt, hat die Nebenwirkung, dass man nie wieder so unbefangen fernsehen, lästern und meckern kann wie zuvor. Man wird gewissermaßen zum Zuschauer mit Insiderwissen und wird den Serienmachern künftig ganz bewusst auf die Finger schauen. Damit hat der Autor eine Zuschauergattung geschaffen, die in seinem Roman noch gar nicht vorkommt. Dort gibt es nur die in Ehrfurcht erstarrten Fans eher schlichten Gemüts und die respektlosen Meckerpötte, die den selbst gewählten Realitätsanspruch der Serie beim Wort nehmen und jede Ungenauigkeit und Ungereimtheit bemerken und im Internet bespötteln. Das soll im realen Leben auch nicht viel anders sein …

Wie gesagt: Die dramatische Geschichte über Liebe und Intrigen funktioniert auch ohne dass man eine Affinität zu einer bestimmten Fernsehserie hat. Für Lindenstraße-Fans hat der Roman lediglich eine interessante zweite Ebene. Lukas Witek und seine Kollegen sprächen in diesem Zusammenhang vermutlich von „Subtext“.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Witzig und turbulent, 23. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Soap (Taschenbuch)
Haben Sie sich auch schon immer gefragt, wo die Serienautoren eigentlich die ganzen Ideen hernehmen?
Wollten Sie schon immer wissen, wie es im Alltag eines Serienautors aussieht?

Dann liegen Sie mit 'Soap' vermutlich goldrichtig.

Durch das Blog des Autors bin ich auch zu seinen Berichten über die Arbeit an seinem ersten Roman gestossen. Dadurch hatte ich kurz vor der Fertigstellung sogar die aufregende Möglichkeit, mich dort als Testleser zu bewerben. Gelesen, getan!

Und so hatte ich kurz darauf die wundervolle Ehre, 'Soap' schon vor dem Veröffentlichungstermin als einer der Auserwählten in der Rohfassung lesen zu dürfen. Nein, ab einem gewissen Punkt im Buch habe ich es eher regelrecht verschlungen :-).

Zur Handlung sollte man in einer Rezension hier sicher nicht allzuviel sagen, aber wer neben erstklassiger Unterhaltung auch noch einen witzigen und interessanten Einblick in die Abläufe einer TV-Serienproduktion erhalten möchte, kann hier gar nichts verkehrt machen.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Seifenopernliebhaber und -hasser, 26. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Soap (Taschenbuch)
Wenn ein Autor sein Buch Seife nennt, ist das ein Hinweis. Wenn man bei der Recherche nach dem Autor feststellt, dass es sich um keinen geringerern als Lindenstraßen-Drehbuchautor Michael Meisheit handelt, klingeln alle Alarmglocken, was den Inhalt des Buches angeht. Natürlich geht es um eine Seifenoper. Und natürlich werden einige nun leicht Abstand vom Monitor nehmen: Seifenoper ??? Auf keinen Fall kommt mir das ins Haus. Lindenstraße ? Habe ich noch nie gemocht.

Kommt ruhig wieder näher ran, sonst könnt ihr nicht mitbekommen, dass dieses Buch gerade auch für euch von Interesse sein sollte.

Michael Meisheit ist es in seinem Debutroman gelungen, eine unglaublich dichte Athmospähre zu schaffen. Alles handelt vom Leben des jungen, heranstrebenden Autors Lukas, der eigentlich auch gar nichts mit einer Seifenoper zu tun haben wollte. Doch das Schiksal brachte ihm genau diese Stelle und so begibt er sich in eben diese Szene hinein. Einblicke in eine Seifenoper werden ebenso gewährt wie in die redaktionelle Arbeit unter den diversen Autoren. Und wie in jeder guten (und auch schlechten) Seifenoper spielen Liebe, Hass, Eifersucht, Neid, Sex, Inzest und Tod eine Rolle. Herausgekommen ist eine Art Screwball-Komödie, die durch immer wieder vorhandene Wendungen stets ein gewisses Tempo vorlegt, dass man das Buch eigentlich nicht aus der Hand legen möchte.
Ich habe gelacht, ich war erregt und ich habe geweint. Ich hegte Mitgefühl und Unverständnis. Ich habe den ganzen Kanon der Emotionen durchgemacht beim Lesen. Sicherlich nicht auf höchster literarischer Stufe, aber darum geht es dem Autor des Buches auch nicht. Aber ich wurde prima unterhalten.

Dabei war ich einer der Glücklichen, die bereits vor der Veröffentlichung das fertige Manuskript lesen und vor allem auch kritisieren durften. Daher kann ich auch wirklich bereits über den Inhalt des Buches schreiben und freue mich, wenn auch andere Leserinnen und Leser sich für die Geschichte begeistern können.
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Soap
Soap von Michael Meisheit
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