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125 von 143 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Der Film zum Buch"
Der Film basiert auf dem gleichnamigen literarischen Meisterwerk von Marlen Haushofer, das 1963, einige Jahre vor ihrem frühen Tod, erstmals verlegt wurde. Es ist davon auszugehen, dass der Film ebenso polarisieren wird wie das Buch. Wer die Geschichte für bare Münze nimmt, wird wohl viel an ihr auszusetzen finden, vielleicht wird er sie als langweilig und...
Vor 21 Monaten von Helga Kurz veröffentlicht

versus
9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen wir rätseln immer noch
Aufgrund der Darstellerin wollte ich den Film im Kino sehen. Außerdem klang die Beschreibung gut. Ich kannte weder das Buch noch die Autorin. Auf der Rückseite stand als Beschreibung, dass hier die Antworten auf die grundsätzlichen Fragen des Lebens gegeben werden. Tja, da habe ich wohl die falschen Fragen gestellt. Oder ist die einzige Antwort: ich bin...
Vor 10 Monaten von saitenwinde veröffentlicht


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125 von 143 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Der Film zum Buch", 3. Dezember 2012
Von 
Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Der Film basiert auf dem gleichnamigen literarischen Meisterwerk von Marlen Haushofer, das 1963, einige Jahre vor ihrem frühen Tod, erstmals verlegt wurde. Es ist davon auszugehen, dass der Film ebenso polarisieren wird wie das Buch. Wer die Geschichte für bare Münze nimmt, wird wohl viel an ihr auszusetzen finden, vielleicht wird er sie als langweilig und unglaubwürdig einstufen. Für mich ist sie ein universelles Gleichnis, das an einem Einzelschicksal aufgezeigt wird. Wie überlebt ein Mensch, der sich völlig alleine fühlt, in sich selbst eingeschlossen und ohne Möglichkeit mit anderen wirklich zu kommunizieren, außer über das Schreiben, über Texte, die Fehlinterpretationen Tür und Tor öffnen?

Vordergründig passiert folgendes: Eine Frau, die namenlos bleibt, nicht mehr jung, noch nicht alt, die ein städtisch geprägtes, gutbürgerliches und vielleicht zutiefst verlogenes Leben führt, fährt mit einem Ehepaar in dessen Jagdhütte am Fuße des Dachsteinmassivs. Was als Wochenendausflug beginnt, entwickelt sich sehr schnell zu einem harten, entbehrungsreichen Leben in der Natur, in dem es fast bis zum Schluss keinen anderen Menschen mehr gibt. Eine unsichtbare Wand, die sich kreisförmig um ein großes, waldreiches Gebiet zieht, schließt die Frau in atemberaubender, aber auch unerbittlicher Natur ein; die Außenwelt scheint erstarrt, tot. Sie ist fortan auf sich selbst gestellt und muss lernen, aus eigener Kraft mit wenigen Relikten aus der bisherigen Welt zu überleben. Einige Tiere sind an ihrer Seite, vor allem der Jagdhund Luchs, der schon bald ihr engster Gefährte wird. Wie fast alle Hunde ist er „menschennärrisch“ und tröstet die sich so unzulänglich fühlende Frau durch bedingungslose Treue. Luchs steht ihr am nächsten, aber es gibt auch Katzen und Bella, die Kuh, die später kalbt und ihr Milch liefert, um den Preis aufwendiger Versorgung und einer Bindung ans Haus, das sie nur im Radius einer Entfernung, die ihr die tägliche Rückkehr ermöglicht, verlassen kann. Wir begleiten die Frau im Wechsel der Jahreszeiten, solange sie genügend Papier zum Schreiben hat. Das entbehrungs- und arbeitsreiche Leben wird im Film immer wieder angedeutet, anders als im Buch entwickelt die monotone Mühsal jedoch keine Dominanz. Die Schönheit der Natur und die heilsame Hingabe der Protagonistin bis zu jenem Zeitpunkt, fast am Schluss, als die Gewalt mit aller Brutalität in dieses stille Sein einbricht, überwiegen. Dennoch fordert das Geschehen auf der Leinwand die Psyche des Betrachters, sofern er in der Lage ist, etwas davon zu spüren, was in der Frau vor sich geht. Man empfindet nur das, was, in welcher Ausprägung auch immer, in einem selbst ist. Daher rührt der Bann, der die einen im Bezug auf „Die Wand“ befällt und am anderen Ende der Skala die Langeweile und die - rational betrachtet und mit abgelenktem Auge verfolgten - logischen Brüche, die andere nerven.

Julian Roman Pölsler, der österreichische Regisseur und Drehbuchautor, betonte in einem Interview zum Film, dass er zeitlebens ein Waldmensch geblieben ist. Ich glaube, dass bei Menschen, in denen das sehr Ländliche, die Nähe von Tieren und ganz besonders der Wald oder die Berge in der Kindheit und Jugend einen prägenden Eindruck hinterlassen haben, dieser sich nie ganz verliert, egal wie weit sich der Weg auch von diesem Lebensraum entfernt. Der Lockruf, ob stark oder schwach, bleibt. Vielleicht werden manche Pölsler die fast immer vorhandene Postkartenidylle seiner Bilder vorwerfen, aber ich glaube nicht, dass dahinter nur der Wille nach einem auch ästhetisch bestechenden Film steht. Die Schönheit der Landschaft sorgt für den scharfen Kontrast zu dem in all’ seinen komplexen Widersprüchen sich darin bewegenden Menschlein, das gerade so viel quälenden Verstand hat, um zu wissen, dass gerade ihn die Natur von allen Lebewesen am wenigsten braucht.

Womit wir wieder bei der Frau und in diesem Fall, der ein Glücksfall ist, bei Martina Gedeck sind. Was für eine Schauspielerin. Es gibt außer ihr nur wenige (Corinna Harfouch beispielsweise oder, leider seltener, Barbara Sukowa), die so brillant und intensiv spielen und bei aller Persönlichkeit doch immer wieder völlig hinter ihrer Rolle verschwinden können. Mittelmäßige Schauspieler können das nicht, sie spielen immer nur Variationen ihrer selbst, weshalb so mancher Betrachter sie schon bald nicht mehr sehen will. Außerdem sind herausragende Schauspieler in der Lage, ihre Eitelkeit zu überwinden. Martina Gedeck hat den Ruf, in Interviews kaum Privates preiszugeben (was eher für sie spricht), ihren Rollen gibt sie sich jedoch mit großer Intensität hin. Sie versteht es, in diesem Film der Figur der namenlosen Frau jene außergewöhnliche Stärke zu geben, die mit der im Grunde paradoxen Zerbrechlichkeit eine faszinierende Persönlichkeit zum Leben erweckt, die im sensiblen Betrachter kaum benennbare Beklemmungen hervorruft. Diese Person ist nicht im realen Leben verankert, sie lebt ausschließlich in der Literatur, worauf der Film gleich zu Beginn mit dem Bücherstapel neben dem Bett verweist und ganz ausdrücklich damit, dass die Geschichte mit dem Vorhandensein von beschreibbaren Material beginnt und offen endet.

Beschäftigt man sich mit dem Leben der Marlen Haushofer ausführlich, indem man die umfangreiche Biografie von Daniela Strigl liest oder kürzer und gestraffter, auch oberflächlicher, mit dem Essay von Marlene Krisper, bekommt man eine Ahnung davon, wie und warum „Die Wand“ so und nicht anders entstanden ist. Marlen Haushofer selbst wird dabei ein Rätsel bleiben. Wieso sie so lebte, wie sie lebte und nicht anders, was sicher besonders nach dem bürgerlichen Mief der unmittelbaren Nachkriegszeit möglich gewesen wäre, wenn es ihr möglich gewesen wäre, konnte ich nicht entziffern. Letztendlich blieb sie eine Gefangene ihrer selbst und das gilt wohl für uns alle.

Bleibt noch zu erwähnen, dass dieser Film durchaus mit einem hinreißenden zweiten Hauptdarsteller punkten kann. Es handelt sich dabei um Pölslers Hund. Mit diesem Filmpartner hatte Martina Gedeck nach eigenen Worten zwar Anfangsschwierigkeiten, die sich, wie im Film zu sehen ist, aber schon bald in Luft auflösten.

Ein ergreifender Film. Oder auch nicht. Wenn Ihnen danach ist, finden Sie es heraus.

Helga Kurz
2. Dezember 2012

Das ordentliche Leben der Marlen Haushofer: Ein Essay
Marlen Haushofer: Die Biographie
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Düster und doch nicht düster, aber vor allem echt, 26. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Die Frau kommt sich nahe, vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben - und das passiert infolge der Isolation, mit der sie brachial konfrontiert wird, wo nichts mehr da ist, nur sie selbst. Sie muß also hineinschauen in den Spiegel. Sie kann nicht mehr ausweichen, es sei denn sie entscheidet sich für den Suizid. Aber hier hat sie ja einen Schutz, ihre Tiere, vor allem Luchs.

Äußerlich passiert nicht viel in diesem Film, und doch passiert ganz viel. Sie hört sich, sie fühlt sich, sie spürt sich. Sie läßt sich ein in dieses Leben, in den Kreislauf der Natur, in der sie ja ein Bestandteil ist. Sie erkennt wie irreal ihr bisheriger Anspruch gewesen ist, sich völlig unabhängig von der Welt entwickeln zu wollen. Dabei entwickelt sie sich gerade jetzt und hier, in der Einlassung. Sie kommt in Beziehung zu sich und denkt nicht mehr an die vermeintlich vorhandene Isolation, die vielleicht jetzt gar nicht mehr da ist.

Was ist das bloß, diese Isolation? Ist es nicht viel eher ein Getrenntsein von der eigenen Person, eine Selbstentfremdung, die durch äußerliches Aktivsein überdeckt wird? So verursacht natürlich jedes drohende Alleinsein Panik, was ja auch logisch ist, da der Selbsterkenntnis nicht langfristig ausgewichen werden kann, denn diese ist ja eine menschliche Entwicklungsaufgabe. Obwohl natürlich nicht wenige Menschen ein Leben lang davor flüchten. Was für ein Verlust und vor allem was für ein Verrat an sich selbst! Der Weg von der eigenen Fremdheit zur Beziehung zu sich, ist vielleicht auch erstmal von anfänglicher Panik begleitet, die ausgehalten werden muß und im Laufe der Zeit immer weniger wird. Existiert eine Selbstbeziehung, wird ein äußeres Alleinsein vielleicht auch nicht mehr als derart angstmachend empfunden. Welche Funktion hat überhaupt diese anfängliche Panik? Ist es vielleicht die Angst vor der Erkenntnis, daß der Mensch tatsächlich ein eigenständiges Wesen ist und trotz emotionaler Verbundenheit zu anderen Personen, eine ganz eigene Wurzel entwickeln muß? Ist es die Abgetrenntheit von anderen Menschen und das auf sich Bezogensein, die erstmal Angst machen? Vielleicht.

Ihr Gesicht - was gibt es dazu zu sagen? Nun, auch hier scheint auf den ersten Blick nicht viel zu passieren und doch passiert auch hier ganz viel. Kaum merklich sind bestimmte mimische Gesten zu vernehmen, die vor allem in ihrer geringen Differenziertheit auch sehr reduziert erscheinen. Der Ausdruck ihrer Augen, ihre Gedanken, ihre Stimme - ihr unterschwellig leise spürbares Fühlen ist erkennbar in ihrem Gesicht - und hat den Anschein von Echtheit. Ist es die Echtheit dieser Frau, welche die Spannung in diesem Film erzeugt? Möglicherweise.

Was ist mit dem Schluß? Optimaler wäre es, wenn sie aus dem Rückzug heraustreten und sich wieder an zwischenmenschlichen Beziehungen beteiligen würde. Dazu ist natürlich zu klären, wie diese "Wand" verstanden werden kann? Vielleicht als Krise, in der das bisherige Leben nicht mehr funktioniert und alte Strukturen zusammenbrechen. Eine Krise, in der sie gezwungen ist, ihren bisherigen Weg verändern zu müssen. Ablenkungen und Selbsttäuschungen funktionieren nicht mehr. Jetzt hat sie die Chance die Selbsentfremdung aufzugeben, sich kennenzulernen und vor allem real lebendig zu sein - indem sie sich spürt.

Obwohl ihr Leben am Schluß des Films noch von anderen Menschen abgetrennt ist, gibt das Ende Hoffnung, denn sie macht weiter, sie sieht nach vorn und kann loslassen von ihren verstorbenen Tieren, ihren zeitweiligen Gefährten, ihren zeitweiligen Stützen.

Der Film ist sehenswert, würde ich sagen. Für mich auf jeden Fall.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein beeindruckender Film, der einem unter die Haut geht., 3. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Diesen beeindruckenden Film habe ich mir inzwischen 5 Mal angesehen und bin immer wieder fasziniert von dem Thema und der schauspielerischen Leistung. Dazu noch die wunderbare Kulisse Österreichs.
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36 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen grandioser Film, 21. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Nach dem Lesen der diversen Kritiken ging ich mit gespaltenen Gefühlen ins Kino. Nachdem mich das Buch vor circa 25 Jahren sehr beeindruckt hat und man von vielen Literaturverfilmungen enttäuscht ist, war ich sehr gespannt: Fazit: eine tolle Darstellerin, eine faszinierende Landschaft und ein klasse Hund. Man muss sich wirklich einlassen auf diesen Film,wer große Handlung sucht, ist fehl am Platz. Ansonsten wirkt er noch tagelang nach. Ich kann nur empfehlen:Ansehen!
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36 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herausragend!, 8. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Martina Gedeck verkörpert -im wirklichsten Sinne- die Ich-Erzählerin, die sich so unvermittelt wie unausweichlich dem Entsetzen ausgeliefert sieht, durch eine unsichtbare und undurchdringliche Wand von der Welt getrennt zu sein. Diese Wand, die auch in der literarischen Vorlage Marlen Haushofers nicht definiert ist (Was trennt uns Menschen radikal von Anderen? Krankheit? Traumata? Verluste?), zwingt die Ich-Erzählerin, sich auf das Wesentliche in ihrem und jedem Leben zu konzentrieren.

Selten wurden in auf ein Minimum reduzierter Körpersprache und insbesondere Mimik Innenwelten so herausragend sichtbar gemacht wie hier von Martina Gedeck. Interpretatorische Räume zum Wesen der Wand, zum Wert von Mensch und Leben lassen Regie und Darstellerin bewußt offen.

Es schien unvorstellbar, die literarische Vorlage der Haushofer zu verfilmen.
Umso beeindruckender ist, was DIE WAND mit Martina Gedeck uns sehen und erleben läßt: cineastische Größe!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Film als Visualisierung des Buchs, jedoch ..., 13. Januar 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Die DVD-Qualität ist gut, es gibt hier nichts auszusetzen.
Auch der Film zum Buch ist in Ordnung.

Wer dem Thema "Fantasy" oder "unerklärliche Phänomene" nicht abgewinnen kann, wird allerdings Schwierigkeiten beim Verstehen des Films sowie des Buchs haben (siehe teilweise auch die Negativ-Bewertungen anderer Nutzer).

Nun gut, der Film hält sich ziemlich genau an die Buchvorlage. Die Schauspielerin finde ich perfekt besetzt, obwohl ich sie mir nun doch und irgendwie nicht so ernst und in sich gekehrt vorgestellt habe. Aber egal. Wie auch beim Lesen des Buchs stellten sich mir im Verlauf des Films folgende Fragen:

Als sie entdeckt, dass sie auf ihrem Weg Richtung Dorf nicht mehr weiterkommt - weshalb tastet sie nur ca. 4 Quadratmeter senkrechter "Fläche" mit den Händen ab und stellt damit fest, dass sie komplett eingeschlossen ist? Sie stößt an die Wand, tastet entlang bis zur Felswand (ca. 2 Meter) und dann ist ihr klar, dass die Wand überall ist? Unverständlich. Warum wirft sie nicht z.B. einen Stein, um zu sehen, wie hoch und wie weit die Wand geht? Tut sie nicht. Wolken, Wasser, Regen, Gweitter, Winter, das Wetter allgemein, alles kommt durch, doch das bringt sie nie auf den Gedanken, zu erforschen, warum das so ist. Später hat sie Gedanken, dass sie nicht weiß, ob auf der anderen Seite des Tals oder Gebrigszugs ebenso diese Wand ist. Sie prüft es nie nach.

Zudem, nachdem sie ja weiß oder annimmt, dass sie von einer glasklaren Barriere umeben ist, fährt sie mit dem Auto los, sieht einen anderen Wagen mit offener Tür, fährt frohgemut darauf zu - und knallt natürlich gegen die Wand. Leute, Leute, ehrlich, ich wäre da im Schritttempo gefahren. Auch interessiert es sie nur am Anfang, was mit den erstarrten zwei Menschen passiert, die sie bei einer in der Nähe gelegenen Hütte entdeckt. Sie sind erstarrt und tot - doch nur ein einziges weiteres Mal betrachtet sie diese Menschen durch ein Fernglas und danach nicht mehr. Ich hätte da regelmäßig weiter nachgesehen, was passiert.

Im Gegensatz zur Romanvorlage sieht sie gegen Ende des Films einen Baum, in dessen Geäst Wäschestücke in beliebiger Form und Art aufgehängt sind. Wo ist davon im Roman die Rede? Gut, wahrscheinlich habe ich das überlesen.

Wie auch im Buch verstehe ich diese Frau nicht, jedoch kann ich nachfühlen, wie sie sich fühlt und wie sie lebt. Auch wie sehr sie an ihrem Partner (Hund) hängt.

Vollkommen unklar - auch im Roman - ist dieser bärtige, heruntergekommene Mann, der zum Schluss auftaucht, ihr Stierkalb tötet sowie ihren über alles geliebten Hund. Da gab es also die ganzen Monate (Jahre?) einen Mann, eben so eingeschlossen wie sie, und er trat nie in Erscheinung? Sind wir Menschen so degeneriert, dass wir zwar feststellen, dass wir eingeschlossen sind, aber a) nicht merken, dass es noch jemanden außer uns gibt, und b) wenn wir es bemerken, uns nicht die Mühe machen oder das Interesse zeigen, uns ihm bekannt zu machen? Sondern lieber seine Tiere töten? Das verstehe ich nicht. Und dieses Problem haftet am Ende dieses sehr ruhigen und melancholischen Films genauso wie am Ende des Buchs. Warum dieser Mann und wieso musste er überhaupt auftauchen? Um einen Schluss für die Geschichte zu finden? Ich weiß es nicht. Das Ende der ganzen Geschichte bleibt offen, doch ist abzusehen, dass die Frau bis an ihr Lebensende eingeschlossen verbringen wird und bis dahin das Leben so gut meistert, wie es ihr möglich ist.
Guter Film, wirklich atembraubend tolle Landschaftsaufnahmen, gutes Buch, aber hinterher zwiespältige Gedanken.

4 Sterne.
Und ich glaube, ich werde mir das Ganze ein zweites Mal ansehen ;-)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein bisschen wie Robinson Crusoe, 15. August 2013
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Eine Frau macht Urlaub in einer einsamen Hütte in den österreichischen Wäldern. Bereits am nächsten Tag muss sie feststellen, dass die Wege in die Zivilisation durch eine unsichtbare Wand versperrt sind. Sie hat einen großen Freiraum, aber immer wieder stößt sie auf die Wand. Hin und wieder sieht sie Menschen außerhalb ihres Bannkreises. Diese sind aber in ihrer Bewegung erstarrt.

Völlig auf sich allein gestellt muss sich die Frau selbst versorgen. Eine Kuh versorgt sie mit Milch. Der Hund wird zu ihrem engsten Freund. Und dann taucht da ein Mann in ihrer Käseglocke auf.

Die Geschichte hat was von Robinson Crusoe. Völlig auf sich allein gestellt reflektiert die Protagonistin über ihr Sein. Überraschende Wendungen bleiben aus. Der Schicksalschlag scheint sich geradezu zu verdichten. Eine asketische Behausung und viel Natur sind das Szenario, das eine eigen Melancholie verbreitet. Regie und Schauspieler haben etwas für den besonderen Geschmack geschaffen.
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18 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ein Mensch kann niemals ein Tier sein.", 19. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Das ist einer dieser Sätze, die mich im Kontext mit den gezeigten Bildern von -Die Wand- unglaublich berührt haben. Wenn Martina Gedecks Erzählstimme die Chronik ihrer Zeit hinter der Wand wiedergibt, dann sind das schlichtweg geniale Momente einer Autorin, die mit Worten umzugehen weiß. Dabei ist der Film -Die Wand- bedrückend und beeindruckend zugleich. Es sind die Bilder einer unbeschädigten Natur, die Schauspielkunst einer Martina Gedeck, vor allem aber die elementare Urkraft des geschriebenen Wortes, die diesen Film für mich so interessant machten. Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Julian Pölsler hat meinen getroffen. Ich kenne die Romanvorlage bisher noch nicht; werde sie mir aber in jedem Fall zulegen.

Eine Frau(Martina Gedeck) fährt mit dem Ehepaar Hugo und Luise in die Berge Oberösterreichs. Dort angekommen, beziehen die drei ein abgelegenes Jagdhaus. Hugo und Luise gehen noch einmal ins Dorf und die Frau legt sich schlafen. Als sie am nächsten Morgen erwacht, ist das Ehepaar noch nicht wieder da. Nur ihren Hund Luchs haben sie zurückgelassen. Als die Frau zum Dorf gehen will, muss sie feststellen, dass eine unsichtbare Wand den Weg versperrt. Die Wand umschließt die Welt der Frau. Sie kann sich der Zivilisation nicht mehr nähern und Hilfe kommt nicht. So richtet sich die Frau in der Natur ein. Sie hat Luchs, dann kommen noch eine Katze und eine Kuh dazu. Nach einiger Zeit bezieht die Frau eine Almhütte, zu der ihr die Wand den Weg nicht versperrt. Immer mehr verbindet sich das Leben der Frau mit der Natur. Die ernährt sie, lehrt sie und nimmt ihr dann doch nach und nach alles, was ihrem Leben einen Sinn gab. Die Frau schreibt ihre Geschichte auf und ihre Erzählung nimmt uns mit in ein nie geahntes Abenteuer...

Für mich war es vor allem dieser archaische Ansatz von Mensch und Natur, der mich so begeisterte. Pölsler wirft die Frau regelrecht auf den Stand einer Eva zurück. Die Zivilisation in Sichtweite wird ihr Leben von geradezu biblischer Schlichtheit beherrscht. Der Focus auf alles, was bisher im Leben wichtig war, muss komplett umschwenken, um als "moderner Mensch" in der Natur zu überleben. Das, was vor Hundert Jahren selbstverständlich war, ist dem heutigen Menschen so fremd wie die Rückseite des Mondes. In diesem Ansatz hat -Die Wand- einen unglaublich tiefen Sinn. Martina Gedeck muss einen Freudensprung gemacht haben, als man ihr diese Rolle anbot.

Egal wie unterschiedlich die Kritiken zu -Die Wand- auch ausfallen mögen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Film Bestand haben wird. Er greift ein zentrales Thema auf, dass uns in den nächsten Jahrzenten einholen wird. Leben wir mit der Natur oder gegen sie? Ich bin mir da ganz sicher: Gegen die Natur zu arbeiten, bedeutet den sicheren Untergang. Wie die Menschheit sich entscheiden wird, weiß niemand. Wie die Frau auf diese Herausforderung reagiert ist nur eine These, aber eine verdammt beeindruckende.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen wir rätseln immer noch, 4. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Aufgrund der Darstellerin wollte ich den Film im Kino sehen. Außerdem klang die Beschreibung gut. Ich kannte weder das Buch noch die Autorin. Auf der Rückseite stand als Beschreibung, dass hier die Antworten auf die grundsätzlichen Fragen des Lebens gegeben werden. Tja, da habe ich wohl die falschen Fragen gestellt. Oder ist die einzige Antwort: ich bin allein, zufällig kommt eine Kuh vorbei, der ich dann verantwortlich bin, obwohl sie vorher sehr gut ohne mich klar kam. "Ich mache weiter, weil ich Verantwortung für die Tiere übernommen habe". So oder ähnlich war eine Erklärung der Frau. Wenn die grundsätzliche Frage ist, verhungere ich oder lerne ich, Kartoffeln anzubauen, dann wurde die Frage im Film beantwortet. Ansonsten wirft der Film mehr Fragen auf als er beantwortet.

Die schauspielerische Leistung von Martina Gedeck ist grandios, mit einer schwächeren Darstellerin wären die 103 Minuten nicht zu ertragen gewesen. Fotographisch werden traumhafte Ausblicke von Bergen/Gebirgen dargestellt, die man auch in einer Naturdoku gefunden hätte.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Mysterium der unsichtbaren Wand, 20. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Ist Haushofers Roman verfilmbar?
Ein Roman, der nur von seinen inneren Gedankengängen, ohne viel Plot und Storywendungen lebt, der verstört, verunsichert und so gar nicht für die plakative Bilderwelt des Kinos geeignet scheint.
Ja er ist es.
Doch ich schränke es in so weit ein, daß ich auch all jene verstehen kann die mit dieser Verfilmung so gar nichts anfangen können.
In mir hat sie lange nachgewirkt und trotzdem ich auch vielleicht einige Längen einräumen muß, ist dies großes, und vor allem außergewöhnliches Kino.
Stehen und fallen wird diese Verfilmung für jeden Einzelnen mit der Tatsache ,ob er sich auf die irritierende Grundsituation einlassen kann.
Auf die sogartig und hypnotisch langsam aufgebaute, latent bedrohlich und vollkommen groteske schwebende Gangart des Films.
Hier werden wir mit einem unauflösbaren Räsel konfrontiert und wer darauf hofft in irgendeiner Weise eine Auflösung oder Erklärung zu erhalten, sollte gar nicht erst einschalten.
Das Rätsel an sich macht die Kraft dieses Films aus, und in seiner Unergründlichkeit erinnert er mich ,obwohl thematisch überhaupt nicht vergleichbar an Peter Weirs "Picknick am Valentinstag".
Ein Film wie ein dunkles Geheimnis in berauschender Naturlandschaft und hellstem Sonnenlicht.
Er hat mich lange über den Abspann beschäftigt und fragen wir uns einmal, wie viele Filme können das heutzutage wirklich erreichen?
Mit das packendste, was diesen Film ausmacht ist sein unvergleichlich guter Umgang mit Stille, mit kleinsten Geräuschen, die fast unterbewusst wirken und mit der verstreichenden Zeit, die langsam aber sicher das Gefühl einer ständigen , nicht fassbaren Unsicherheit und Bedrohung auf den Zuschauer schleichend überträgt.
Dieser Film läßt sich in überragender Kameraarbeit, bewegender schaupielerischer Leistung und Langsamkeit bewußt Zeit um Atmosphäre zu schaffen.
Obwohl objektiv nichts an bewegender Handlung geschieht, hält man den Atem an, wenn Martina Gedeck nachts an die Decke starrt, ihre Gedanken formuliert, durch die einsamen Hügelketten streift.
Da lauert etwas Urbanes, etwas geht vor von dem wir nichts ahnen.
Martina Gedeck (namenlos im Film) liefert eine grosse Leistung ab.
Denn wie spielt man ohne Gegenüber außer den Haustieren, wie zeigt man Emotionen; Angst, Vezweifelung, Trauer, Agonie? Vielleicht nur mit einem Zucken des Mundwinkels, oder einem Blick der Augen.
Hier ist kein dramatisches Agieren gefragt, sondern nuancenfeinste Ausdrucksweise.
Die einzige Stimme die wir während des Films hören, ist die Ihre, die aus dem Off ihre eigenen Tagebücher schreibt und liest.
Zwei Jahre ist es her, daß sie auf einem harmlosen Sommerurlaub in atemberaubender Naturlandschaft einen unfassbaren Alptraum erlebte.
Morgens gehen ihre Begleiter ins Tal und kommen nicht wieder. Sie macht sich auf den Weg ins Tal um sie zu suchen, doch eine unsichtbare Wand hemmt ihren Schritt.
Wie durch eine unendliche Glascheibe sieht sie die Welt dahinter scheinbar unverändert, menschenleer, doch ein Durchdringen ist nicht möglich.
An Unheimlichkeit nicht zu überbieten, der Moment als sie getrennt durch die Wand, ein Bauernpaar vor einer Hütte sitzen sieht, unbeweglich in der Unendlichkeit für immer erstarrt.
Alles Schlagen, Hämmern gegen diesen nicht fassbaren Widerstand hilft nicht.
Sie wird von jetzt an vollkommen von der gegenüberliegenden Welt isoliert bleiben.
Wir erleben ihren Unglauben, Wut, Verzweifelung, bis hin zu Selbstmordgedanken und mutloser Hingabe in die irreale Situation.
Nur ihr Hund, später ein paar andere Tiere werden ihre Einsamkeit teilen.
Der Horror des Unerklärlichen, des vollkommen verrückten Schicksalsschlages, der niemals eine irgendwie geartete Erklärung findet, macht die grosse Faszination dieses Films aus.
Natürlich ist einmal wieder zu bemängeln, daß gerade in den Gedankengängen die Differenziertheit des Buches nicht ereicht wird.
Dafür punktet der Film jedoch mit verstörenden, prächtigen Bildern, mit dem Sichtbarmachen von Hilflosigkeit und Isolierung.
Schon oft wurden ähnliche Situationen in Film und Buch verarbeitet. Man denke da nur an "Der Omega Mann" oder neuverfilmt "I am Legend".
Doch hier wurde stets sehr bald das Monster Einsamkeit durch reale Bedrohungen von Kreaturen ersetzt.
"Die Wand" erlaubt sich den Schrecken des grossen unfassbaren Nichts, des Erschrecken vor dem Irrationalen bis zum Schluß, ohne weitere dramatische Wendungen aufzubauen.
Was verbirgt sich hinter dieser Story? Das Gehirn des Zuschauers drängt es nach Ankerpunkten, Hinweisen.
Ist es die künstlerische Aufarbeitung einer Depression der Autorin selbst, in deren Verlauf man sein Denken, sein Wesen durchaus von der realen Welt als isoliert empfinden kann?
Ist es eine Allegorie auf ein Verschwinden der Menschheit?
Ist das einzig Mögliche nur noch das demütige Erdulden eines unausweichlichen Schicksalsschlages, oder hilft Auflehnung, Aktionismus?
"Wie viele sinnlos gewaltvolle Tode mußten die Menschen sterben, bis sie vielleicht erkannten, daß das einzige was zählt die Liebe ist. Doch jetzt ist es für die Menschen zu spät."-Dieser Gedankengang Gedecks deutet auf ein Ende des Homo Sapiens hin, mit ihr als einzige Überlebende in herrlichster Landschaft.
Einzige Überlebende? Ist das Ende vielleicht eine archaisch deprimierende Metapher auf die ersten Menschen auf der Erde? Und Kain erschlug Abel.
Ist der Homo Sapiens zurückgeworfen nur auf die letzten seiner Art wiederum nur zu Gewalt und Grausamkeit fähig? Auch die Frauenbewegung interpretierte die Geschichte auf ihre Art.
Letzendlich bleibt sie kafkaesk unergründlich und das macht sie so herausragend.
Fazit: Wer sich auf die Gedankenspiele, die trügerische Ruhe, das sogartige Mysterium gespielt in grosser Authentizität einläßt wird mit einem komlexen, tiefgründigen und unvergesslichen Filmrätsel belohnt.
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Die Wand
Die Wand von Marlen Haushofer (DVD - 2013)
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