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145 von 163 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Der Film zum Buch"
Der Film basiert auf dem gleichnamigen literarischen Meisterwerk von Marlen Haushofer, das 1963, einige Jahre vor ihrem frühen Tod, erstmals verlegt wurde. Es ist davon auszugehen, dass der Film ebenso polarisieren wird wie das Buch. Wer die Geschichte für bare Münze nimmt, wird wohl viel an ihr auszusetzen finden, vielleicht wird er sie als langweilig und...
Vor 24 Monaten von Helga Kurz veröffentlicht

versus
12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Langatmig und unglaubwürdig
Dieser Film hat mich sehr enttäucht: am positivsten sind noch die sehenswerten Naturaufnahmen und prinzipiell die Idee mit der Wand zu erwähnen. Nur leider hätte man da eindeutig mehr daraus machen können. Ich kenne das Buch nicht, der Film ist aber sonderbar eintönig, unglaubwürdig und geht auf viele Dinge, die in dem Szenario interessant...
Vor 17 Monaten von Skyfall veröffentlicht


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145 von 163 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Der Film zum Buch", 3. Dezember 2012
Von 
Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Der Film basiert auf dem gleichnamigen literarischen Meisterwerk von Marlen Haushofer, das 1963, einige Jahre vor ihrem frühen Tod, erstmals verlegt wurde. Es ist davon auszugehen, dass der Film ebenso polarisieren wird wie das Buch. Wer die Geschichte für bare Münze nimmt, wird wohl viel an ihr auszusetzen finden, vielleicht wird er sie als langweilig und unglaubwürdig einstufen. Für mich ist sie ein universelles Gleichnis, das an einem Einzelschicksal aufgezeigt wird. Wie überlebt ein Mensch, der sich völlig alleine fühlt, in sich selbst eingeschlossen und ohne Möglichkeit mit anderen wirklich zu kommunizieren, außer über das Schreiben, über Texte, die Fehlinterpretationen Tür und Tor öffnen?

Vordergründig passiert folgendes: Eine Frau, die namenlos bleibt, nicht mehr jung, noch nicht alt, die ein städtisch geprägtes, gutbürgerliches und vielleicht zutiefst verlogenes Leben führt, fährt mit einem Ehepaar in dessen Jagdhütte am Fuße des Dachsteinmassivs. Was als Wochenendausflug beginnt, entwickelt sich sehr schnell zu einem harten, entbehrungsreichen Leben in der Natur, in dem es fast bis zum Schluss keinen anderen Menschen mehr gibt. Eine unsichtbare Wand, die sich kreisförmig um ein großes, waldreiches Gebiet zieht, schließt die Frau in atemberaubender, aber auch unerbittlicher Natur ein; die Außenwelt scheint erstarrt, tot. Sie ist fortan auf sich selbst gestellt und muss lernen, aus eigener Kraft mit wenigen Relikten aus der bisherigen Welt zu überleben. Einige Tiere sind an ihrer Seite, vor allem der Jagdhund Luchs, der schon bald ihr engster Gefährte wird. Wie fast alle Hunde ist er „menschennärrisch“ und tröstet die sich so unzulänglich fühlende Frau durch bedingungslose Treue. Luchs steht ihr am nächsten, aber es gibt auch Katzen und Bella, die Kuh, die später kalbt und ihr Milch liefert, um den Preis aufwendiger Versorgung und einer Bindung ans Haus, das sie nur im Radius einer Entfernung, die ihr die tägliche Rückkehr ermöglicht, verlassen kann. Wir begleiten die Frau im Wechsel der Jahreszeiten, solange sie genügend Papier zum Schreiben hat. Das entbehrungs- und arbeitsreiche Leben wird im Film immer wieder angedeutet, anders als im Buch entwickelt die monotone Mühsal jedoch keine Dominanz. Die Schönheit der Natur und die heilsame Hingabe der Protagonistin bis zu jenem Zeitpunkt, fast am Schluss, als die Gewalt mit aller Brutalität in dieses stille Sein einbricht, überwiegen. Dennoch fordert das Geschehen auf der Leinwand die Psyche des Betrachters, sofern er in der Lage ist, etwas davon zu spüren, was in der Frau vor sich geht. Man empfindet nur das, was, in welcher Ausprägung auch immer, in einem selbst ist. Daher rührt der Bann, der die einen im Bezug auf „Die Wand“ befällt und am anderen Ende der Skala die Langeweile und die - rational betrachtet und mit abgelenktem Auge verfolgten - logischen Brüche, die andere nerven.

Julian Roman Pölsler, der österreichische Regisseur und Drehbuchautor, betonte in einem Interview zum Film, dass er zeitlebens ein Waldmensch geblieben ist. Ich glaube, dass bei Menschen, in denen das sehr Ländliche, die Nähe von Tieren und ganz besonders der Wald oder die Berge in der Kindheit und Jugend einen prägenden Eindruck hinterlassen haben, dieser sich nie ganz verliert, egal wie weit sich der Weg auch von diesem Lebensraum entfernt. Der Lockruf, ob stark oder schwach, bleibt. Vielleicht werden manche Pölsler die fast immer vorhandene Postkartenidylle seiner Bilder vorwerfen, aber ich glaube nicht, dass dahinter nur der Wille nach einem auch ästhetisch bestechenden Film steht. Die Schönheit der Landschaft sorgt für den scharfen Kontrast zu dem in all’ seinen komplexen Widersprüchen sich darin bewegenden Menschlein, das gerade so viel quälenden Verstand hat, um zu wissen, dass gerade ihn die Natur von allen Lebewesen am wenigsten braucht.

Womit wir wieder bei der Frau und in diesem Fall, der ein Glücksfall ist, bei Martina Gedeck sind. Was für eine Schauspielerin. Es gibt außer ihr nur wenige (Corinna Harfouch beispielsweise oder, leider seltener, Barbara Sukowa), die so brillant und intensiv spielen und bei aller Persönlichkeit doch immer wieder völlig hinter ihrer Rolle verschwinden können. Mittelmäßige Schauspieler können das nicht, sie spielen immer nur Variationen ihrer selbst, weshalb so mancher Betrachter sie schon bald nicht mehr sehen will. Außerdem sind herausragende Schauspieler in der Lage, ihre Eitelkeit zu überwinden. Martina Gedeck hat den Ruf, in Interviews kaum Privates preiszugeben (was eher für sie spricht), ihren Rollen gibt sie sich jedoch mit großer Intensität hin. Sie versteht es, in diesem Film der Figur der namenlosen Frau jene außergewöhnliche Stärke zu geben, die mit der im Grunde paradoxen Zerbrechlichkeit eine faszinierende Persönlichkeit zum Leben erweckt, die im sensiblen Betrachter kaum benennbare Beklemmungen hervorruft. Diese Person ist nicht im realen Leben verankert, sie lebt ausschließlich in der Literatur, worauf der Film gleich zu Beginn mit dem Bücherstapel neben dem Bett verweist und ganz ausdrücklich damit, dass die Geschichte mit dem Vorhandensein von beschreibbaren Material beginnt und offen endet.

Beschäftigt man sich mit dem Leben der Marlen Haushofer ausführlich, indem man die umfangreiche Biografie von Daniela Strigl liest oder kürzer und gestraffter, auch oberflächlicher, mit dem Essay von Marlene Krisper, bekommt man eine Ahnung davon, wie und warum „Die Wand“ so und nicht anders entstanden ist. Marlen Haushofer selbst wird dabei ein Rätsel bleiben. Wieso sie so lebte, wie sie lebte und nicht anders, was sicher besonders nach dem bürgerlichen Mief der unmittelbaren Nachkriegszeit möglich gewesen wäre, wenn es ihr möglich gewesen wäre, konnte ich nicht entziffern. Letztendlich blieb sie eine Gefangene ihrer selbst und das gilt wohl für uns alle.

Bleibt noch zu erwähnen, dass dieser Film durchaus mit einem hinreißenden zweiten Hauptdarsteller punkten kann. Es handelt sich dabei um Pölslers Hund. Mit diesem Filmpartner hatte Martina Gedeck nach eigenen Worten zwar Anfangsschwierigkeiten, die sich, wie im Film zu sehen ist, aber schon bald in Luft auflösten.

Ein ergreifender Film. Oder auch nicht. Wenn Ihnen danach ist, finden Sie es heraus.

Helga Kurz
2. Dezember 2012

Das ordentliche Leben der Marlen Haushofer: Ein Essay
Marlen Haushofer: Die Biographie
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Traumhaft polarisierende Filmkunst., 5. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Ich sags gleich: Mich hat der Film begeistert, da können manche meiner Vorkritiker rumnörgeln so viel sie wollen! Ich war von der Bild- und Tonsprache sogar derart beeindruckt, dass ich mir "Die Wand" gleich zweimal ansehen musste.
Vielleich sollte ich ein klitzekleines Detail noch ergänzend hinzufügen: Ich habe das Buch nicht gelesen. Und wahrscheinlich liegt genau hier der Hund begraben (wie so oft bei Literaturverfilmungen)...
"Die Wand" ist ein gelungenes Stück Filmkunst, mit traumhaft schönen Bildern, einer durchdachten Klangkulisse (unbedingt das Interview mit Regisseur Pölsler ansehen) und einer (gewohnt) souverän agierenden Martina Gedeck. Auch die optische und akustische (!) Darstellung der Wand an sich ist ein kleines Highlight.
Zuletzt noch eine kleine Warnung an das Mainstreampublikum: "Die Wand" ist der Gattung "Kunstfilm" zuzuordnen und man muss darüber hinaus bereit sein, sich auf die äußerst langsame Gangart des Streifens einzulassen, andernfalls wird man den Film nach 10-15 Minuten abbrechen und wütende/schlechte Kritiken darüber schreiben ;) ds
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein beeindruckender Film, der einem unter die Haut geht., 3. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Diesen beeindruckenden Film habe ich mir inzwischen 5 Mal angesehen und bin immer wieder fasziniert von dem Thema und der schauspielerischen Leistung. Dazu noch die wunderbare Kulisse Österreichs.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein bisschen wie Robinson Crusoe, 15. August 2013
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Eine Frau macht Urlaub in einer einsamen Hütte in den österreichischen Wäldern. Bereits am nächsten Tag muss sie feststellen, dass die Wege in die Zivilisation durch eine unsichtbare Wand versperrt sind. Sie hat einen großen Freiraum, aber immer wieder stößt sie auf die Wand. Hin und wieder sieht sie Menschen außerhalb ihres Bannkreises. Diese sind aber in ihrer Bewegung erstarrt.

Völlig auf sich allein gestellt muss sich die Frau selbst versorgen. Eine Kuh versorgt sie mit Milch. Der Hund wird zu ihrem engsten Freund. Und dann taucht da ein Mann in ihrer Käseglocke auf.

Die Geschichte hat was von Robinson Crusoe. Völlig auf sich allein gestellt reflektiert die Protagonistin über ihr Sein. Überraschende Wendungen bleiben aus. Der Schicksalschlag scheint sich geradezu zu verdichten. Eine asketische Behausung und viel Natur sind das Szenario, das eine eigen Melancholie verbreitet. Regie und Schauspieler haben etwas für den besonderen Geschmack geschaffen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Umsetzung eines rätselhaften und beeindruckenden Buches, 5. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Ich war von dem Buch sehr angetan, da es aus meiner Sicht die klaglose Übernahme von Verantwortung für das eigene Leben und das anderer Wesen angesichts einer unentrinnbaren Verlassenheit thematisiert. Und diese Atmosphäre transportiert der Film sehr überzeugend: Das rätselhafte Umkippen der vertrauten Alltagsrealität in eine fremde, erstarrte Welt jenseits einer unsichtbaren Mauer und das Angewiesensein darauf, einer unerbittlichen Natur Überlebensmitteln abzuringen. Zwei tolle Hauptdarsteller (der Hund ist wirklich als eine richtige Persönlichkeit nachvollziehbar), berauschende Naturaufnahmen und eine behutsames Einsetzen von Buchtext aus dem Off schaffen eine Darstellung eine Mischung von stiller Größe und Verzweiflung, die nahe nebeneinander liegen. Man muss sich auf den Film einlassen und darf kene Erklärungen erwarten - dann wird man in eine Welt mit eigenen Gesetzen entführt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beklemmend und faszinierend!, 6. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Martina Gedeck ist einer meiner Lieblingsschauspielerinnen und zeigt auch hier wieder einmal was für eine großartige Schauspielerin sie ist! Der Film ist trotz der wunderschönen Bilder beklemmend und sehr fesselnd. Er hat mich sehr nachdenklich zurückgelassen und hatte eine lange Nachwirkung.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Düster und doch nicht düster, aber vor allem echt, 26. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Die Frau kommt sich nahe, vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben - und das passiert infolge der Isolation, mit der sie brachial konfrontiert wird, wo nichts mehr da ist, nur sie selbst. Sie muß also hineinschauen in den Spiegel. Sie kann nicht mehr ausweichen, es sei denn sie entscheidet sich für den Suizid. Aber hier hat sie ja einen Schutz, ihre Tiere, vor allem Luchs.

Äußerlich passiert nicht viel in diesem Film, und doch passiert ganz viel. Sie hört sich, sie fühlt sich, sie spürt sich. Sie läßt sich ein in dieses Leben, in den Kreislauf der Natur, in der sie ja ein Bestandteil ist. Sie erkennt wie irreal ihr bisheriger Anspruch gewesen ist, sich völlig unabhängig von der Welt entwickeln zu wollen. Dabei entwickelt sie sich gerade jetzt und hier, in der Einlassung. Sie kommt in Beziehung zu sich und denkt nicht mehr an die vermeintlich vorhandene Isolation, die vielleicht jetzt gar nicht mehr da ist.

Was ist das bloß, diese Isolation? Ist es nicht viel eher ein Getrenntsein von der eigenen Person, eine Selbstentfremdung, die durch äußerliches Aktivsein überdeckt wird? So verursacht natürlich jedes drohende Alleinsein Panik, was ja auch logisch ist, da der Selbsterkenntnis nicht langfristig ausgewichen werden kann, denn diese ist ja eine menschliche Entwicklungsaufgabe. Obwohl natürlich nicht wenige Menschen ein Leben lang davor flüchten. Was für ein Verlust und vor allem was für ein Verrat an sich selbst! Der Weg von der eigenen Fremdheit zur Beziehung zu sich, ist vielleicht auch erstmal von anfänglicher Panik begleitet, die ausgehalten werden muß und im Laufe der Zeit immer weniger wird. Existiert eine Selbstbeziehung, wird ein äußeres Alleinsein vielleicht auch nicht mehr als derart angstmachend empfunden. Welche Funktion hat überhaupt diese anfängliche Panik? Ist es vielleicht die Angst vor der Erkenntnis, daß der Mensch tatsächlich ein eigenständiges Wesen ist und trotz emotionaler Verbundenheit zu anderen Personen, eine ganz eigene Wurzel entwickeln muß? Ist es die Abgetrenntheit von anderen Menschen und das auf sich Bezogensein, die erstmal Angst machen? Vielleicht.

Ihr Gesicht - was gibt es dazu zu sagen? Nun, auch hier scheint auf den ersten Blick nicht viel zu passieren und doch passiert auch hier ganz viel. Kaum merklich sind bestimmte mimische Gesten zu vernehmen, die vor allem in ihrer geringen Differenziertheit auch sehr reduziert erscheinen. Der Ausdruck ihrer Augen, ihre Gedanken, ihre Stimme - ihr unterschwellig leise spürbares Fühlen ist erkennbar in ihrem Gesicht - und hat den Anschein von Echtheit. Ist es die Echtheit dieser Frau, welche die Spannung in diesem Film erzeugt? Möglicherweise.

Was ist mit dem Schluß? Optimaler wäre es, wenn sie aus dem Rückzug heraustreten und sich wieder an zwischenmenschlichen Beziehungen beteiligen würde. Dazu ist natürlich zu klären, wie diese "Wand" verstanden werden kann? Vielleicht als Krise, in der das bisherige Leben nicht mehr funktioniert und alte Strukturen zusammenbrechen. Eine Krise, in der sie gezwungen ist, ihren bisherigen Weg verändern zu müssen. Ablenkungen und Selbsttäuschungen funktionieren nicht mehr. Jetzt hat sie die Chance die Selbsentfremdung aufzugeben, sich kennenzulernen und vor allem real lebendig zu sein - indem sie sich spürt.

Obwohl ihr Leben am Schluß des Films noch von anderen Menschen abgetrennt ist, gibt das Ende Hoffnung, denn sie macht weiter, sie sieht nach vorn und kann loslassen von ihren verstorbenen Tieren, ihren zeitweiligen Gefährten, ihren zeitweiligen Stützen.

Der Film ist sehenswert, würde ich sagen. Für mich auf jeden Fall.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen DIE WAND zwischen den Rezensionen, 7. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Zunächst ein wichtiger Hinweis für sensible Tierliebhaber:
In dem Film spielt das Leben mit(!) und von(!) Tieren eine wichtige Rolle. Viele dieser Szenen sind symbolisch zu verstehen, sie werden aber z.T. äußerst realistisch gezeigt.(Detailliertere Info, finden sich als „PS.“ am Ende der Rezension.)

Die Wand
Die einen finden den Film super, und sagen/denken, diejenigen, die den Film schlecht finden verstehen ihn nicht. Und diejenigen, die ihn Sch… finden, sind genervt und verärgert über die („irreleitenden“!?) lobenden Rezensionen!

Um Interessente einen Orientierungsanhalt zu geben, sollte man vielleicht zunächst etwas Wichtiges klären:
Der Film „Die Wand“, sollte man der Kategorie KUNST IM FILM zuordnen. Kunst im Film bedeutet vereinfacht: Mit den Mitteln des Films und Filmens etwas auszudrücken!
Ob und wie dieses gelungen ist, zeigt sich u.a. in der Beurteilung. Hier(!) geht es aber nun nicht um ein akademisch, fachspezifisches Gutachten, sondern um eine rein subjektive Bewertung.

Ich persönlich hatte Schwierigkeiten mit der Darstellung dieses vielschichtigen und schwierigen Themas in dieser Form. Das Gesamtwerk, der Film, schauspielerische Leistung, Kameraeinstellungen etc. sind meines Erachtens jedoch erfüllt. Ich verstehe auch die z.T. verärgerten Kritiken. Von den Missverständnissen einmal abgesehen (Ich dachte es sei ein SF-Film) bieten sie das Gegenstück zu der vollen Begeisterung. Letztlich spricht das breite Bewertungsspektrum für den Film, denn es zeigt dass er bewegt.

Der Film "Die Wand" ist meines Erachtens insofern schwer zu verdauen (zu verstehen?) weil er Metapher und Symbolik mit Realität vermischt oder treffender formuliert, diese in ein „Realitätsbewusstsein“ einbettet (und damit geradewegs Ärger über Logikbrüche provoziert). Wäre der Film voll mit Symbolik, wie z.B. die Szene des Traums (die Frau macht die Türe auf und knallt an eine Scheibe, ist also in ihrem eigenen Haus, in sich selbst, gefangen), die Szene mit dem Baum voller Kleider oder die Rolle der weißen Krähe, so wäre der Film sicherlich leichter zuzuordnen – und würde wohl aber auch nur noch ein kleines Publikum erreichen!

Da aber der Film vordergründig(!) das zutiefst menschliche Thema, Isolation und (Hoffnung auf) Bewältigung bzw. Erlösung, behandelt, erreicht er ein großes Publikum – das er mehr oder weniger verstört zurück lasst…als Angebot sich damit (und mit sich selbst) auseinander zusetzen oder einfach nur sich (verärgert!?) zu spüren.

PS:
Wichtiger Hinweis für sensible Tierliebhaber: Viele dieser Szenen(!) sind symbolisch zu verstehen, sie werden aber z.T. äußerst realistisch gezeigt:
Szene „Todeskampf“:
In dem Film wird auf ein Reh geschossen, und sein Todeskampf gefilmt.
Szene „Eingeweide“:
Es wird das Herz eines Tieres (Rehs?) rausgeschnitten und an einen Harken gehängt.
Szene „Kuhmord“:
Es wird mit einer Axt auf eine Kuh(attrappe???) eingeschlagen.
Szene „Verlust“:
Es kommen liebgewonnene Tiere (filmszenisch) zu Tode (Kätzchen und Hund…).
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ja, ungefragt kommt der Mensch ins Leben, 7. Oktober 2014
Von 
Jörg Johanningmeier "Software-Entwicklung" (Solingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Ein unaufgeregter Film über das Menschsein, die allgegenwärtige Vergänglichkeit und das sinnlose menschliche Bemühen, stets verzweifelt in die eigene Existenz etwas hinein zu interpretieren, was eigentlich nicht da ist. Immer nach Erklärungen zu suchen, wo es nichts zu erklären gibt. Sich nicht mit den (oft sinnlosen) Gegebenheiten abfinden zu wollen, um dem eigenen Dasein irgendeinen einen "höheren" Sinn verleihen zu können.

Erst die "Wand" schafft die Isolation, die (in bildgewaltiger Kulisse) zur Besinnung auf das Wesentliche zwingt, ohne Schnörkel oder Beschönigungen.

Dieser Streifen ist alles andere als ein Unterhaltungsfilmchen, sondern eine gelungene Kritik an unserem "zivilisierten" Verhalten. Die Abweichungen von der Buchvorlage sind dabei nicht wirklich störend. Martina Gedeck spielt überzeugend.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Depression mit der Aussicht auf Hoffnung, 28. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (DVD)
Eingehüllt in die immer mitschwingende Stille, kommt man nicht umhin, selbst das Echo der Besänftigung in die Seele sickern zu lassen.

Die Erzählung, untermalt mit Bildern, die - man kann es nicht anders ausdrücken - so sehr zart und bedacht gefilmt wurden, erreicht tiefe Regionen von Herz und Seele.

Wie eine Depression zeigt sich das Leben in diesem Film. Der Teil, der (sorgfältig) ausgespart wurde - so hat es den Eindruck auf mich - lässt sich erspüren und später benennen. Doch jene Reise an diese Grenze, damit jene Aussparung sichtbar wird, ist "Erfahrungssache".
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Die Wand
Die Wand von Marlen Haushofer (DVD - 2013)
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