summersale2015 Hier klicken Jetzt Mitglied werden studentsignup Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More ssvpatio Fire HD 6 Shop Kindle Sparpaket SummerSale

Kundenrezensionen

295
4,4 von 5 Sternen
Das Lavendelzimmer: Roman
Format: Kindle EditionÄndern
Preis:9,99 €
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

59 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 7. Oktober 2013
Monsieur Perdu betreibt eine Buchhandlung in einem alten Lastkahn auf der Seine. Eine Bücherapotheke soll es sein, er verkauft nur Bücher, die seine Kunden heilen sollen. Einzunehmen bei Liebeskummer, Weltschmerz und zur Überwindung von Erwachsenenängsten.

Sich selbst kann er nicht heilen durch die Bücher. Im Gegenteil, er hat aus Büchern eine Mauer um sich herumgebaut, eine Mauer, die ihn vor dem Leben schützen soll. Besonders dick ist die Mauer vor dem Lavendelzimmer, dem Zimmer seiner großen Liebe, die ihn vor einundzwanzig Jahren verlassen hat. Jetzt zieht eine neue Frau in dem Mietshaus ein und Monsieur Perdu traut sich erstmals seine Büchermauer einzureißen und das Zimmer zu betreten. Denn er will der neuen Mieterin, die keine Möbel hat, einen Tisch und einen Stuhl schenken.

Mauern einzureißen, ist nicht ungefährlich, das gilt auch für Mauern aus Büchern. Schon gar nicht, wenn die Mauer auf "1984" aufgebaut wurde. Und mit dem Fall dieser Mauer fällt auch die Versteinerung seines Herzens. Erstmals nach über zwanzig Jahren löst er die Leinen seines Bücherschiffes und fährt los. Die Seine hinab, über die Kanäle Frankreichs in die Provence. Dorthin, wo er mit seiner großen Liebe glücklich war.

Ein junger, verstörter Autor springt in letzter Minute auf sein Schiff, einen Bestseller hat er geschrieben und jetzt ist er ratlos und sichert sich mit Ohrenschützern gegen das Leben ab. Hinzu kommt ein neapolitanischer Koch und eine Büchernärrin, die beide ...

Nein, das erzähle ich jetzt nicht. Das müssen Sie schon selbst lesen.

Das Lavendelzimmer hat alle Zutaten zu einem Kitschroman. Viel Liebe, viel Lebensweisheiten, sogar ein Happy-End, für viele deutsche Literaten sicheres Anzeichen für "Finger weg". Nur ist es kein Kitschroman. Sondern eine ruhige Fahrt durch den Sommer; Landschaften, die man riecht und sieht, wenn sie beim Lesen vorbeigleiten; vier Leben, die langsam zu sich selbst finden und vor dem Leser ihre Geheimnisse Stück für Stück preisgeben; viel sinnlicher Tango und Erotik und die Erkenntnis, dass man Erinnerungen und das Leben nicht einfach aussperren kann. "Erinnerungen sind wie Wölfe. Du kannst sie nicht wegsperren und hoffen, dass sie dich ignorieren."

Doch so einfach ist das alles nicht. Denn "Im Kopf stand er [Monsieur Perdu] immer noch im Flur seiner Wohnung, vor einer Bücherwand, die ihn einmauerte." Ihm steht noch einiges mehr bevor als eine gemütliche Wasserreise in einem alten Lastkahn.

Poetisch und herzzerreißend, traurig und tröstend, anregend und vor dem Schlafengehen einzunehmen ist dieses Buch selbst eine Herzmedizin. Eines der Bücher, die man nicht schnell liest, sondern langsam an sich vorbeigleiten lässt, Stückchen für Stückchen, immer wieder aus der Hand legt, weil man Atem holen, seinen eigenen Träumen nachhängen will. Ein Buch, das lange nachklingt.

Hans Peter Roentgen
11 KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
134 von 150 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Juni 2013
Grundsätzlich bin ich kein eifriger Schreiber von Rezensionen. Wenn ich aber zu einem einzigen Buch eine Rezension schreiben müsste,ja, wenn ich in meinem Leben nur ein einziges Buch lesen dürfte - es wäre ganz sicher dieses!

Ich kann mich nicht erinnern, dass mich ein Buch jemals so fasziniert hat. Man möchte lachen, wenn man es liest, dann weinen, dann fühlt man sich traurig und im nächsten Moment derart erleichtert und hoffnungsvoll, dass man es kaum glauben kann.

Nina George schreibt so poetisch, dass man "Das Lavendelzimmer" gar nicht schnell lesen kann, man wird förmlich dazu gezwungen, es zu genießen. Und das tut man, wenn vom Lavendel- oder Rosmarinduft aus der Provence derart detailliert geschrieben wird, dass man es selbst riecht. Oder die malerischen Sonnenuntergänge in Sanary-sur-mer - ich habe tatsächlich das Gefühl, selbst dort gewesen zu sein.
Jeder Satz ist derart durchdacht und teils so wunderschön, dass es einem beim Lesen die Tränen förmlich in die Augen treibt. Schon das an ihren kürzlich verstorbenen Vater gerichtete Vorwort von Frau George zeigt, wie poetisch sie schreiben kann.
"Das Lavendelzimmer" ist einfach ein kluges Buch, das dabei hilft, sich auf die wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren. Ähnlich wie die Kunden in der "Literarischen Apotheke" von Jean Perdu habe ich das Gefühl, dass ich dieses Buch lesen SOLLTE, weil es einfach hilft.

Fazit: Dieses Buch MUSS man lesen! Es ist nicht kitschig (wie es der ein oder andere eventuell vermuten mag) und durchaus nicht nur für Frauen gedacht. Wer sich gut fühlen möchte, ist hier absolut richtig! 5 Sterne!
33 KommentareWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Mai 2014
"Das Lavendelzimmer" von Nina George ist kein Buch, das man "mal eben so runterliest", obwohl es angenehm leicht geschrieben ist. Es ist auch kein Buch, das man beendet, weglegt und sofort das nächste anfangen kann. Nein, es nimmt mit auf eine gedankliche Reise durch das schöne Frankreich, das als Hintergrund für die Geschichte - die überall hätte spielen können - nur zuträglich ist, weil es das Flair wunderschön unterstreicht.

Warum dann "nur" vier Sterne? Weil zum "gefällt mir sehr" trotz allem der letzte Funke gefehlt hat. Ich habe gelacht, ich habe geweint, ich habe geschmollt, nachgedacht und versucht zu verstehen. Eigentlich war alles dabei - und dennoch bleibt mir die weibliche Protagonistin, die niemals direkt auftaucht und höchstens in ihrem Tagebuch selbst spricht, ein Rätsel. Über weite Strecken des Buches erschien sie mir nicht sympathisch, einfach weil ich ihr Handeln nicht nachvollziehen konnte. Ebenso wenig passte dann die totale Abschottung des männlichen tatsächlich agierenden Protagonisten für mich (obwohl sie zum Buch passt). Das klingt mehr nach zwei bis drei Sternen? Ja, doch der Schluss hat mich mit der Dame versöhnt. Ihr selbstloses Handeln macht ihr doch relativ selbstsüchtiges Handeln zuvor wieder wett.

Mit Monsieur Perdu durch die Stadien der Trauer zu reisen, all die klugen Gedanken mitzunehmen - das war Balsam für die Seele. Wem "Das Lavendelzimmer" gefallen hat, dem könnte auch "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" von Rachel Joyce gefallen. Ähnliche Handlungsgrundlage, aber ganz andere Umsetzung und ebenso bezaubernd.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. November 2013
“Ein Buch ist wie Mediziner & Medizin zugleich. Es stellt Diagnosen und ist Therapie.” Zitat, Seite 37

Die Geschichte um das Lavendelzimmer ist wie ein Traum, aus dem man nicht mehr aufwachen will. Es ist die Geschichte von Freundschaft und Liebe, von Verlust und Neuanfang und vom Leben selbst. Es ist die Reise durch ein facettenreiches Frankreich und die Reise ins Innere eines Menschen.

Sie hat mich verzaubert. Ja, Nina George's Geschichte hat mich unendlich berührt. Wie ein kleines Mäuschen bin ich durch sie gehuscht. Seite um Seite habe ich Zimmer und Landschaften erkundet, konnte Gedanken lauschen und liebevolle Gesten der Liebe und Freundschaft erfahren. Ich wurde zum stillen Beobachter. Genoss die liebevollen Zeilen, die sich wie eine sanfte Hand an meine Wange geschmiegt und mich umschmeichelt haben.

“Das Lavendelzimmer” erzählt die Geschichte von Jean Perdu, einem Buchhändler in Paris, der auf seinem Bücherschiff >pharmacie littéraire< Romane wie Medizin fürs Leben verkauft. Eine literarische Apotheke, die eine Gefühlsbibliothek beinhaltet und den Menschen helfen soll, ihre Leiden zu lindern. Und während Monsieur Perdu versucht, mit seinen Büchern anderen Menschen zu helfen, wieder Ordnung in ihr Leben zu bringen, wird dem Leser sehr schnell klar, dass es Perdus Leben selbst ist, dem Leidenschaft und Gefühl fehlt. Denn seitdem ihn die schöne lebenshungrige Manon eines Nachts verlassen hat, irrt er wie ein Blinder durch die Straßen des Lebens.

“Sie soff das Leben wie Champagner und begegnete ihm genauso: Sie wusste, dass das Leben etwas Besonderes ist.” Zitat, Seite 284

Doch eines Sommers soll sich alles ändern: Manons Brief, den Monsieur Perdu erst einundzwanzig Jahre später zu öffnen wagt, veranlasst ihn, sein Leben in der Rue Montagnard hinter sich zu lassen und sich auf eine Reise in das Herz der Provence zu begeben. Der Heimat von Manon und dem Ort, von dem er hofft, ihn wieder zurück ins Leben holen zu können.

“Du und ich, Jean – wer weiß -, sind vielleicht aus dem Staub ein und desselben Sterns, und wir haben uns an seinem Licht erkannt. Wir haben uns gesucht. Wir sind Sternensucher.” Zitat, Seite 140

“Wir bewahren alle die Zeit auf. Wir bewahren die alten Ausgaben jener Menschen auf, die uns verlassen haben. Und auch wir sind noch diese alten Ausgaben, unter unserer Haut, unter der Schicht aus Falten und Erfahrung und Lachen. Genau darunter sind noch die Ehemaligen. Das ehemalige Kind, der ehemalige Geliebte, die ehemalige Tochter.” Zitat, Seite 141

Als eine besonders schöne Idee empfand ich zudem Monsier Perdu's Gefühlsenzyklopädie. Ein Lexikon, das die Allerweltsgefühle der Menschen beschreibt und das ich furchtbar gerne eines Tages als alleiniges Werk von George im Buchhandel entdecken wollen würde.

“Saudade.

Die Sehnsucht nach der Zeit, als man ein Kind war, als die Tage ineinanderflossen und Vergänglichkeit keine Bedeutung hatte. Es ist das Geliebtwerden, das man nie wiederfindet. Es ist Hingabe, die man einmal erlebte. Es ist alles, was ein Mensch nicht in Worte fassen kann.”

Zitat, Seite 175

Als krönenden Abschluss findet man im Anschluss an die Geschichte ein paar Seiten voller Rezepte mit französischen Gerichten, denen man schon in der Geschichte begegnet ist; eine literarischen Notapotheke von Jean Perdu mit Dosierungsanweisung und eventuell auftretenden Nebenwirkungen und eine sehr ergreifende Danksagung der Autorin, durch die “Das Lavendelzimmer” zu meinem persönlichen Lesehighlight 2013 geworden ist. Danke, Nina George – es war mir ein außerordentliches Vergnügen!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. März 2014
Schon lange nicht mehr hat mich ein Buch so sehr berührt wie dieser Roman voller Gefühle und Erkenntnisse. Jetzt habe ich ein wundervolles Geschenk für viele liebe Menschen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
90 von 109 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. Juli 2013
Was nimmt man als Urlaubslektüre mit? Etwas zum Träumen und Schwelgen, etwas Nachdenkliches, etwas mit Liebe und Leidenschaften. Angesichts so manch euphorischer Rezension erschien mir "Das Lavendelzimmer" gerade passend. Und so lud ich es trotz des stolzen Preises für knappe 400 Seiten als E-Book herunter.
Die ersten dreißig Seiten machten auch tatsächlich Spaß. Ein Bonmot hier, ein schönes Wortbild da. Ich geriet fast in den Seufzermodus. Doch dann fing ich urplötzlich an, mich beim Lesen zu langweilen. Weil die Geschichte ach so vorhersehbar ist. Weil ich das Gefühl hatte, den erhobenen Zeigefinger zwischen den Zeilen zu sehen. Lebe hier und jetzt! Traue dich was! Hab' keine Angst vor deinen Gefühlen. Trag' deine Verletzungen wie stolze Wunden. Schäme dich ihrer nicht ... Ach Herrje, als hätten wir das alles nicht schon zig mal gelesen, gehört und gedacht.

Tatsache ist, das Buch hat es nicht vermocht, mich zu fesseln. Hätte ich es als Papierbuch, hätte ich sicher einem anderen Leser damit noch eine Freude bereiten könnne. Denn alles ist Geschmacksache. So aber landet es leider nur noch in meiner Rubrik "Gelesen und für nicht gut befunden".
1010 KommentareWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Die vielen positiven Reaktionen auf dieses Buch haben mich neugierig gemacht. Es muss etwas dran sein an diesem Roman, so viele Leser können sich nicht irren. Ich konnte seinem Charme jedoch nicht erliegen, meinen Geschmack hat es nicht getroffen.

Der Charakter des Protagonisten, Monsieur Perdu (schöner, sprechender Name), überzeugt mich nicht. Dieser total nette Mann wirkt aus der Zeit gefallen. Ich halte es nicht für glaubwürdig, dass ein Mann nach einer enttäuschten Liebe über zwanzig Jahre keine Frau mehr ansieht und ein Zimmer seiner Wohnung nicht mehr benutzt. Letzteres ginge schon wegen der Mietpreise in Paris gar nicht... Die Idee mit der Literarischen Apotheke (in Anlehnung an Erich Kästners Lyrische Hausapotheke?) bzw. dem Bücherschiff ist toll. Allerdings kann kein Buchhändler es sich leisten, in dem Umfang Bücher zu verschenken und seine (wenigen?) Kunden zu bemuttern, wie M. Perdu das tut. Jedenfalls nicht, wenn er von seiner Buchhandlung leben muss. Das ist leider nur ein schöner Traum. Irritiert hat mich, dass der französische Buchhändler so häufig Erich Kästner und andere deutsche Autoren zitiert. Müssten es, den Nationalstolz der Franzosen berücksichtigend, nicht eher Camus, Sartre, Le Clezio oder Houellebecq sein?

Nicht nachvollziehen kann ich die Idealisierung des Dreiecksverhältnisses zwischen Jean Perdu, seiner geliebten Manon und deren Ehemann. Beide Männer akzeptieren die Doppelbeziehung ihrer Frau/Freundin. Das ist vielleicht Wunschdenken der Autorin, aber alles andere als realistisch.

Ich habe mehrfach gehört, das Buch sei voller Lebensweisheiten. Das kann ich für mich so nicht bestätigen. Ich habe diese vermeintlichen Lebensweisheiten eher als Binsenweisheiten empfunden.

Leider kann mich das Buch auch sprachlich nicht überzeugen. Sie Sprache ist so schlicht, dass ich kaum glauben kann, dass die Autorin im Hauptberuf Journalistin ist.

Ich habe nichts gegen Kitsch. Manchmal gefällt er mir sogar. Aber dieses Buch kann ich noch nicht mal als Kitsch ertragen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Juli 2013
Er weiß genau, welches Buch welche Krankheit der Seele lindert: Auf seinem Bücherschiff, der »literarischen Apotheke«, verkauft der Pariser Buchhändler Jean Perdu Romane wie Medizin fürs Leben. Nur sich selbst weiß er nicht zu heilen, seit jener Nacht vor 21 Jahren, als die schöne Provenzalin Manon ging, während er schlief. Sie ließ nichts zurück außer einem Brief - den Perdu nie zu lesen wagte. Bis zu diesem Sommer. Dem Sommer, der alles verändert und Monsieur Perdu aus der kleinen Rue Montagnard auf eine Reise in die Erinnerung führt, in das Herz der Provence und zurück ins Leben.

Das Lavendelzimmer" ist ein Buch, das mit wenigen Protagonisten auskommt. Protagonisten, die so unterschiedlich sind und doch soviel gemeinsam haben. Protagonisten, deren Herz und Seele krank ist, als das Buch beginnt, und die über ihr Leben nachdenken und durch die anderen lernen, gelernt haben. Ein Buch über Schmerz, Leid, Freude, Glück, Leben und Tod ... aber das wichtigste ... unendlich viel Liebe, aber auch die Möglichkeit zwei Menschen gleichzeitig zu lieben und das ganze verständlich zu erläutern; und über Gefühle, die alles überstehen läßt, die einem sogar die Angst vor dem Tod nimmt. Es wurde geliebt, gefeiert, gelacht, gekocht (hmmm) und ich habe gelernt: auch wenn man meint, dass das Leben nichts mehr zu bieten hat ... irgendwann und irgendwo ist das Lichtlein", die helfende Hand, der Anstoß um wieder zu leben, vielleicht anders, auch zu lieben, vielleicht anders ... aber immer wieder einmalig.

Man lebt mit diesen Figuren, leidet und genießt und das Ganze in der traumhaft schönen Kulisse der Provence, die Nina George einem so nah bringt, dass man das Gefühl hat, dabei zu sein, das Land, die Städte und Orte und auch den Lavendel zu riechen und schmecken. In wundervollen Farben und Erläuterungen der Gegend, Orte taucht man ab zu einer wundervollen Reise. Man spürt regelrecht die Liebe der Autorin zu diesem Land.

Abgerundet durch eine literarische Notapotheke und ein paar wirklich tollen provenzalischen Rezepten, ist dieses Buch eines der besten, schönsten zu Herzen gehenden, die ich je gelesen habe.

Dieses Buch ist ein Buch, wie ich noch nie eins gelesen habe. Ich habe es regelrecht eingesogen, inhaliert, immer und immer wieder Passagen erneut gelesen, zurückgeblättert. Es läßt einen viel Nachdenken über das eigene Leben und hat mir persönlich meiner Seele und meinem Herzen wieder Halt gegeben. Danke Nina George für das Finden der richtige Worte, für das Schreiben dieses großartige Buch. Der Platz auf der Spiegel-Bestenliste ist mehr als verdient.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
38 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Es gibt Bücher, die möchte man einfach nicht loslassen - weil sie einen selbst nicht loslassen!
"Das Lavendelzimmer" von Nina George ist so ein Buch. Bevor ich aber näher auf dieses Buch eingehe, muss ich etwas weiter ausholen.
Nina George hat mich bereits 2010 mit "Die Mondspielerin" begeistert und ich habe dieses Buch nicht umsonst am "Welttag des Buches" verschenkt. Ich bin der Meinung, dass jeder es gelesen haben sollte. Es ist bis heute tief in meinem Herzen verwurzelt. Und ich bin mir sicher, dass es noch sehr viele begeisterte Leser/innen finden wird.

Ist es also ein Wunder, dass ich "Das Lavendelzimmer" mit ganz besonderen Erwartungen zu lesen begann? Nein. Ganz sicher nicht.
Dieses Mal hat Nina George einem Mann die Hauptrolle in ihrem Buch gegeben.
Jean Perdu, ein verkorkster Buchhändlerin, der vor genau 21 Jahren von seiner großen Liebe Manon verlassen wurde nimmt uns mit auf sein Bücherschiff. Seine "Literarische Apotheke" ist alles was er noch hat, wenn man einmal von seiner Leidenschaft für Puzzles - groß wie Zimmerböden - und der Suche nach einem ganz bestimmten Schriftsteller absieht.
Jeden Tag spenden seine Bücher Trost, Freude und ein kleines bisschen Hoffnung. Doch Jean selbst hat allem was die Seele streichelt schon lange abgeschworen. Er hört keine Musik mehr, weil sie ihn an Manon erinnern könnte und Trost findet er nur in "Südlichter", dem Buch dessen Autor sich hinter einem geschlossenen Pseudonym verbirgt. Oder ist es gar eine Autorin? Seit zwanzig Jahren analysiert Jean verschiedene Schreibstile, doch bisher ohne Erfolg. Wer das Buch geschrieben hat, ist ihm immer noch ein Rätsel.

Rätselhaft erscheint ihm auch der junge Erfolgsautor Max Jordan, der vor seinen Fans in die Rue Montagnard geflohen ist.
Und Catherine. Die ihn zum Essen einlädt, obwohl sie gar nicht kochen kann und ihm gleichfalls befiehlt Teller und Besteck mitzubringen, weil ihr Mann ihr nichts gelassen hat. Jean kommt ihrer Aufforderung nach.
Und für Catherine betritt Jean Perdu auch "Das Lavendelzimmer" in dem der Schlüssel zu ihm selbst verborgen ist ...

Die Botschaft des Buches ist für mich Trauer anzunehmen, aber ihr auch etwas entgegenzusetzen. Und nicht wie Jean Perdu 21 Jahre lang sein Leben zu verschwenden, denn davon kommt niemand zurück. Sei es eine große Liebe oder jemand, der viel zu früh aus dem Leben scheiden musste. Trauer ist wichtig, aber auch das Leben, das bleibt. Und manchmal braucht es ein paar Anstöße um sich aufzumachen sein altes Ich wieder zu entdecken.

Nina George hat diese Botschaft mit viel Herzblut in viele wunderschöne Zeilen verpackt und ich bereue es ein bisschen, dass ich den Postit-Block erst ab der Hälfte des Buches neben mir liegen hatte, um die Seiten mit den kleinen Zetteln zu füllen. Es finden sich Zeilen für Buchliebhaber (Seite 38, erster Absatz!!), Wortliebhaber (Seite 203, Mitte) und für kleine Augenblicke des Innehaltens.

Dieses Buch braucht auf jeden Fall seine Zeit gelesen zu werden. Ich musste es zwischendurch immer wieder zur Seite legen, um den Worten nachzulauschen, mir Tränchen wegzuwischen oder um der Geschichte noch ein bisschen mehr Raum zu lassen, denn sie lebt nicht nur durch den mitreißenden Schreibstil, sondern auch durch seine vielschichtigen Charaktere.

Und sie lebt von der Atmosphäre die sie verströmt. Wer sich nach der Lektüre dieses Buches nicht nach Lavendel, Provence und französischem Wein sehnt, für den hat auch die "Literarische Apotheke" keine Medizin mehr.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Mai 2015
Dieses Buch ist Medizin. Wer es in entsprechender Dosis zu sich nimmt, wird es – wie ich – mit einem wohligen Lächeln zuschlagen und mit Hingabe noch eine Weile davon zehren können. Doch Vorsicht, es hat auch Nebenwirkungen: es könnte sein, dass hier oder da mal ein paar Tränchen fließen …
Auf jeden Fall passt es hervorragend in Jean Perdus literarische Apotheke. Die ist zu Beginn noch in Paris fest verankert, da sie sich auf einem alten Frachtkahn befindet. Liebevoll bestückt von dem todtraurigen Besitzer, der von seiner Geliebten verlassen wurde. Das Zimmer, in dem er sie geliebt hat, ist seit zwanzig Jahren mit einem Buchregal zugemauert. Er hat sich dem einfachen Leben hingegeben und besitzt nur noch die allernötigsten Dinge. Als die neue Nachbarin noch weniger Einrichtungsgegenstände hat, holt er aus dem verschlossenen Zimmer einen weiß gestrichenen Küchentisch. In dessen Schublade findet die neue Besitzerin einen Brief, der Jean Perdus Leben verändern wird.
Als Leser dürfen wir den Buchapotheker durch halb Frankreich begleiten. Gemäß seiner Einstellung, dass sich Buchhändler nicht um Bücher, sondern um Menschen kümmern, hat er gelernt: „Schweigend zuzuhören war die Basis für die Grundvermessung der Seele.“

Während des Lesens entstand bei mir der Wunsch, auch einmal per Boot Frankreich zu erkunden. Landschaften, Düfte und Töne sind so liebevoll beschrieben - aber auch diverse Schwierigkeiten, die so eine Flussreise mit sich bringen kann, werden nicht verheimlicht und humorvoll überspitzt dargestellt.

Nach und nach füllt sich die schwimmende Bücherapotheke mit den wunderlichsten Mitreisenden. Außer dem jungen Max, der nach seinem ersten, hochgejubelten Roman eine unüberwindliche Schreibhemmung durchlebt und am liebsten unsichtbar wäre, begleiten Jean auch ein Koch auf der Suche nach seiner großen Liebe und Samy, die nicht lügen kann und meint: „Ich bin der Typ, der sich in die Pfanne legen muss, um über Bratkartoffeln zu sprechen.“

Das Buch strotzt geradezu von eingängigen Zitaten, wie zum Beispiel auf Seite 165: „ Es müsste Pflicht sein, dass die Regierenden der Welt Bücherführerscheine machen. Erst wenn sie fünf-, nein, besser zehntausend Bücher gelesen haben, sind sie annähernd in der Lage, die Menschheit und ihre Verhaltensweise zu verstehen.“

Wer dann nach über 360 Seiten so richtig in Frankreich angekommen ist, kann sich die provenzialische Küche nach Hause holen und die aufgeführten Rezepte nachkochen. Wem da nicht das Wasser im Mund zusammenläuft, bekommt die Möglichkeit, sich in der Literatur Anregungen für die Heilung der eigenen Seele zu holen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen