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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend! Faszinierend! Opulent!
Martin Scorseses Filme wurden im Laufe der Zeit immer opulenter, aufwendiger, „größer”. Zu Beginn waren es die kleinen Leute aus dem Viertel in dem er aufwuchs, Menschen aus der Depressions-Zeit, traumatisierte Vietnam-Heimkehrer und gescheiterte Existenzen. Später machte er dann mehrmals das organisierte Verbrechen zu „seinem”...
Veröffentlicht am 2. März 2006 von Jörg R.

versus
13 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Technisch professionell inszeniert - dramaturgisch schwach
"The Aviator" ist zwar - natürlich - von Scorcese hochprofessionell inszeniert, aber ich bin nicht sicher, ob man, statt den Zuschauer mit gigantischen Flugszenen zu erschlagen, nicht das Moment von Hughes vielschichtiger Persönlichkeit, trotz diesbezüglich bereits vorhandenen redlichen Bemühens, noch differenzierter hätte darstellen...
Am 26. Februar 2005 veröffentlicht


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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend! Faszinierend! Opulent!, 2. März 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Aviator (2 DVDs) (DVD)
Martin Scorseses Filme wurden im Laufe der Zeit immer opulenter, aufwendiger, „größer”. Zu Beginn waren es die kleinen Leute aus dem Viertel in dem er aufwuchs, Menschen aus der Depressions-Zeit, traumatisierte Vietnam-Heimkehrer und gescheiterte Existenzen. Später machte er dann mehrmals das organisierte Verbrechen zu „seinem” Thema. Aber im Kern ging es irgendwie immer um – Amerika. Dass er sich nun der Person Howard Hughes' widmet, scheint da beinahe logisch und konsequent zu sein.
Hughes ist eine amerikanische Legende, Held und Monstrum in einem. Er war Hollywood-Regisseur, ein Sklaventreiber mit Charme, Spieler und Flieger, Erbe eines Millionenvermögens, das durch seinen Wagemut und das Finanz-Genie Noah Dietrichs trotz aller Rückschläge letztlich zum Milliardenvermögen wurde. Er war Liebhaber mehrerer Hollywood-Stars, ein Exzentriker und Zwangsneurotiker, der vier Flugzeugabstürze überlebte, einen davon schwer verletzt. Ein Mann, der sich mehr als zwanzig Jahre vollkommen von der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte bevor er, abgemagert (46kg bei 1,93m) und verwahrlost in einem Fluzeug(!) starb und einem Tanwart, der ihn in der Wüste von Nevada mitgenommen hatte, ein Sechzehntel seines Vermögens vermachte.
Diesen Stoff braucht man nicht künstlich interessanter zu machen. Er benötigt keine zusätzliche Dramatisierung sondern eine sensible Umsetzung, die den Mut hat, sich zu beschränken, einige Details hervorzuheben und manches wegzulassen. Und Scorsese und sein Drehbuch-Autor haben ihre Sache fantastisch gemacht! Die Ausstattung ist stellenweise atemberaubend. Gleiches gilt für die Spezial-Effekte, die gekonnt, unauffällig und subtil dort integriert wurde, wo es nötig war. Skeptisch war ich zu Beginn bei der Auswahl des Hauptdarstellers. Aber Di Caprio erweist sich als Idealbesetzung, einzig noch übertroffen von Cate Blanchett als Katherine Hepburn.
Sicher ist dies Scorseses bislang kommerziellster Film. Dies ist Popcorn-Kino, keine kritische Dokumentation, die sich um ein Höchstmaß an Objektivität und Distanz bemüht. Und so ist der einzige Vorwurf, den man Scorsese machen kann, die zu positive Darstellung einer, zugegebermaßen, überaus faszinierenden Persönlichkeit.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Stoff, aus dem die Kinobilder sind...., 6. Juli 2008
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Aviator (2 DVDs) (DVD)
Aviator" war Scorseses Oscargewinnversuch vor "Departed", es hat nicht ganz geklappt - die Zutaten waren aber perfekt und es ist vielleicht auch nicht falsch der Regielegende ein gewisses Kalkül in Richtung Oscar in der Auswahl seiner Stoffe zu unterstellen. Mit "Departed" hat es ja dann endlich geklappt und vielleicht erleben wir zukünftig wieder einen lockereren Scorsese. Verdient hat er den Preis schon längst und auch "Aviator" ist ein guter Film. Mit sehr vielen Stärken und auch einigen Schwächen.
Gleich zu Beginn des 160 minütigen Monumentalepos über den verrückten Flugpionier und Filmproducer Hughes wird klar, dass dieser Film ja geradezu optimal für die grosse Leinwand entworfen wurde, auf dem Bild der heimischen Glotze wirkt das alles zu klein.
Die Bilder vor allem über die Fliegerei, die der Film zeigt, sind grandios...kein Wunder, dass das opuelente Epos in den Kategorien Kamera und Szenenbild den Oscar gewinnen konnten. Sei es nun die Sequenz zu den Dreharbeiten zu "Hells Angels", der Absturz über Beverly Hills oder wie er gegen Ende des Films sein monströses Flugzeug, die Hughes H-4, vom Wasser aus, für einige Zeit in die Luft bringt...
Hughes ist natürlich für die Amerikaner viel interessanter als für uns Europäer, jeder kennt den Mann, er ist eine Legende geworden. Ein Charles Foster Kane, der tatsächlich existiert hat...
"Mein erstes Ziel ist es, der beste Golfspieler der Welt zu werden. Zweitens der beste Flieger zu werden und drittens der berühmteste Filmproduzent. Und dann will ich, dass Sie mich zum reichsten Mann der Welt machen" so ein Zitat von Hughes.
Über die Frage, wie es Hughes möglich war, aus einem Erbe, das 1925 offiziell einen Wert von 613.518 Dollar hatte, ein Milliardenimperium zu machen, ist oft gerätselt worden.
Hughes Geschichte ist die Geschichte des amerikanischen Traums. Und seine Geschichte war schillernd, diese Quintessenz aus Traumfabrik und dem Traum, die Luft zu beherrschen...
In Europa dagegen hat man Hughes fast schon vergessen...
Das Auftauchen diverser Schauspiellegenden wie Katharine Hepburn (Cate Blanchett), Ava Gardner (Kate Beckinsale), Jean Harlow (Gwen Stefani) oder Errol Flynn (Lude Law) ist nicht nur unvermeidlich, sondern im Kampf um die Academy Awards gewollt und ein Vorteil, denn sehr viele Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences sind Schauspieler.
Und das Auftauchen von Ikonen längst vergessener Tage stimmt euphorisch...Cate Blanchett schafft es sogar trotz wenig Ähnlichkeit mit der Hepburn Gesten, Mimik und Bewegung so perfekt einzufangen und wiederzugeben (zumindest wie wir die Hepburn aus den Filmen kennen), dass der Oscargewinn als beste Nebendarstellerin nicht überrascht.
Tja, "Aviator" ist gutes Kino, klasse Form...klar, dass durch die effektive und publikumswirksame Aufbereitung des Stoffes die seriöse Biographie meistens nur an der Oberfläche kratzt.
Auch wenn die Stationen Hughes allesamt gezeigt werden, sämtliche Figuren bleiben irgendwie blutleer, sie lösen wenig Emotion aus. Auch Hughes nicht, trotz guter Darstellung von di Caprio. Seine Waschzwang, seine Zwangsneurosen bis hin zur Paranoia mit Rückzug von der Aussenwelt...alles klasse in Bilder gepackt, aber wie gesagt auch ohne die Kraft tiefer oder intensiver zu wirken.
Aber diese "Schwäche" (falls es nicht sogar ein Vorteil ist) trifft auf viele oscargewürdigte Biographien zu...
Erwähnenswert sind noch die Nebendarsteller Alec Baldwin und Alan Alda. Auch schade, dass Jane Russell nicht aufgetaucht ist...nur das Poster ihres Busens bei der Zensurbehörde. Denn meine erste Assoziation zu Hughes war "The Outlaw
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwangsneurotisches Verhalten gepaart mit Größen- und Erfolgswahn, 18. April 2013
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hérimoncourt, Frankreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Aviator (DVD)
Howard Hughes ist ein reicher Millionär, der einerseits für seine Filmprojekte wie zum Beispiel "Hell's Angels" mit Jean Harlow lebt und andererseits zugleich Luftfahrtpionier und Erbe einer Firma ist. Er realisiert seinen Traum von einem Film in dem Flugzeuge die Hauptrolle haben und der Tonfilm so bei den Zuschauern ihm massig Erfolg einbringt. Doch Hughes verfällt neurotischen Zwangshandlungen und wird immer verrückter in seiner eigenen Welt...

Es ist die Verfilmung eines Menschen, der tatsächlich gelebt und gelitten hat, der zwar große Projekte vollbringt und ihm dies unendlichen Reichtum beschert und dennoch wird er wahnsinnig, leidet unter Waschzwang und unnötige Dinge werden von ihm wie ein Geisteskranker aufgezählt. Dies und viel mehr kommt dem Betrachter sehr suspekt und neurotisch vor. Seine Beziehungen mit Katherine Hepburn und Ava Gardner scheitern, vor allem Letztere sagt sie habe ihn nicht geheiratet, weil er ihr zu verrückt war. Scorsese hat einen außerordentlichen Film geschaffen, der die Fähigkeit besitzt, den Wahnsinn eines Menschen und seine gleichzeitige Begabung und seinen Genius in Bildern vorzuführen. Zwar ist der Film nicht sehr spannend, doch die Aneinanderreihung der Bilder ist gewaltig und das Spielen der Darsteller insbesondere das von DiCaprio ist einzigartig und sehenswert und gerade das macht den Film nicht langweilig in seiner Art.

~Bücher-Liebhaberin~
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer, der den Mut hatte seine Träume zu leben.,, 24. November 2008
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Aviator (2 DVDs) (DVD)
Zur spannenden Verfilmung des Lebens des amerikanischen Filmproduzenten und Luftfahrtpioniers Howard Hughes (Leonardo DiCaprio), der aufgrund seines Erbes schon in jungen Jahren mittels des familiären Monopols auf Erdöl-Bohrköpfe jährlich Millionengewinne erwirtschaftete, wurden schon 82 Rezensionen geschrieben.

Ich erspare mir deshalb episch breite Handlungsschilderungen.

Aufgrund des ererbten Vermögens war es für Hughes ein Leichtes pekuniär seine hochfliegenden Pläne und Visionen in die Tat umzusetzen. Da Hughes neben Geld auch Mumm hatte und risikobereit war, verwirklichte er schließlich auch viele seiner Pläne.
Faszinierend ist es für den Zuschauer mit anzusehen wie dieser Mensch seine Träume lebte.

Dass eine Person, die in Dimensionen eines Hughes denkt und agiert, Probleme mit allen Kleingeistigen und Neidern dieser Welt bekommt, ist klar.

Dies darzustellen ist dem Regisseur Martin Scorsese sehr gut gelungen.

Die Entstehung des teuersten Films der frühen 30 er Jahre "Hell`s Angels" wird thematisiert und der Bau seiner Flugzeuge, die er selbst testet, wird fokussiert. Natürlich bleibt auch der ganze Hollywood-Rummel nicht ausgespart.

Eine seiner engsten Liebesbeziehungen hatte Hughes mit Katherine Hepburn (Cate Blanchett), die ihm im Wesen nicht unähnlich war und viele seine Verdrehtheiten von daher begriff.

DiCaprio versteht meisterhaft durch entsprechende Mimik Hughes Panik vor Schmutz und Bakterien darzustellen. Man ist verblüfft wie ein großzügig denkender Mensch, der sich Schablonen im Kopf verbietet und ultrakreativ handelt, immer intensiver Gefangener seiner Phobien wird, sich plötzlich pausenlos die Hände wäscht, den Kontakt mit der Außenwelt meidet und in einem keimfreien Raum zu leben sucht.

Wie kommt es, dass ein Mensch sich selbst so torpediert? Was muss geschehen, dass es zu solchen Absonderlichkeiten kommt?

Grandiose, sehr aufwendige Bilder, gute Zeitdarstellungen und niveauvolle Dialoge sorgen gemeinsam mit bester Ton- und Bildqualität für ein wirkliches Filmvergnügen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Stoff, aus dem die Kino-Bilder sind....., 6. Juli 2008
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Aviator Die besten Filme aller Zeiten (DVD)
"Aviator" war Scorseses Oscargewinnversuch vor "Departed", es hat nicht ganz geklappt - die Zutaten waren aber perfekt und es ist vielleicht auch nicht falsch der Regielegende ein gewisses Kalkül in Richtung Oscar in der Auswahl seiner Stoffe zu unterstellen. Mit "Departed" hat es ja dann endlich geklappt und vielleicht erleben wir zukünftig wieder einen lockereren Scorsese. Verdient hat er den Preis schon längst und auch "Aviator" ist ein guter Film. Mit sehr vielen Stärken und auch einigen Schwächen.
Gleich zu Beginn des 160 minütigen Monumentalepos über den verrückten Flugpionier und Filmproducer Hughes wird klar, dass dieser Film ja geradezu optimal für die grosse Leinwand entworfen wurde, auf dem Bild der heimischen Glotze wirkt das alles zu klein.
Die Bilder vor allem über die Fliegerei, die der Film zeigt, sind grandios...kein Wunder, dass das opuelente Epos in den Kategorien Kamera und Szenenbild den Oscar gewinnen konnten. Sei es nun die Sequenz zu den Dreharbeiten zu "Hells Angels", der Absturz über Beverly Hills oder wie er gegen Ende des Films sein monströses Flugzeug, die Hughes H-4, vom Wasser aus, für einige Zeit in die Luft bringt...
Hughes ist natürlich für die Amerikaner viel interessanter als für uns Europäer, jeder kennt den Mann, er ist eine Legende geworden. Ein Charles Foster Kane, der tatsächlich existiert hat...
"Mein erstes Ziel ist es, der beste Golfspieler der Welt zu werden. Zweitens der beste Flieger zu werden und drittens der berühmteste Filmproduzent. Und dann will ich, dass Sie mich zum reichsten Mann der Welt machen" so ein Zitat von Hughes.
Über die Frage, wie es Hughes möglich war, aus einem Erbe, das 1925 offiziell einen Wert von 613.518 Dollar hatte, ein Milliardenimperium zu machen, ist oft gerätselt worden.
Hughes Geschichte ist die Geschichte des amerikanischen Traums. Und seine Geschichte war schillernd, diese Quintessenz aus Traumfabrik und dem Traum, die Luft zu beherrschen...
In Europa dagegen hat man Hughes fast schon vergessen...
Das Auftauchen diverser Schauspiellegenden wie Katharine Hepburn (Cate Blanchett), Ava Gardner (Kate Beckinsale), Jean Harlow (Gwen Stefani) oder Errol Flynn (Lude Law) ist nicht nur unvermeidlich, sondern im Kampf um die Academy Awards gewollt und ein Vorteil, denn sehr viele Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences sind Schauspieler.
Und das Auftauchen von Ikonen längst vergessener Tage stimmt euphorisch...Cate Blanchett schafft es sogar trotz wenig Ähnlichkeit mit der Hepburn Gesten, Mimik und Bewegung so perfekt einzufangen und wiederzugeben (zumindest wie wir die Hepburn aus den Filmen kennen), dass der Oscargewinn als beste Nebendarstellerin nicht überrascht.
Tja, "Aviator" ist gutes Kino, klasse Form...klar, dass durch die effektive und publikumswirksame Aufbereitung des Stoffes die seriöse Biographie meistens nur an der Oberfläche kratzt.
Auch wenn die Stationen Hughes allesamt gezeigt werden, sämtliche Figuren bleiben irgendwie blutleer, sie lösen wenig Emotion aus. Auch Hughes nicht, trotz guter Darstellung von di Caprio. Seine Waschzwang, seine Zwangsneurosen bis hin zur Paranoia mit Rückzug von der Aussenwelt...alles klasse in Bilder gepackt, aber wie gesagt auch ohne die Kraft tiefer oder intensiver zu wirken.
Aber diese "Schwäche" (falls es nicht sogar ein Vorteil ist) trifft auf viele oscargewürdigte Biographien zu...
Erwähnenswert sind noch die Nebendarsteller Alec Baldwin und Alan Alda. Auch schade, dass Jane Russell nicht aufgetaucht ist...nur das Poster ihres Busens bei der Zensurbehörde. Denn meine erste Assoziation zu Hughes war "The Outlaw"...
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Gesamtkunstwerk für einen wirklichen Überflieger, 12. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Aviator (2 DVDs) (DVD)
Was wurde dieser Film von der Kritik hochgejubelt. Schon Wochen vor dem Kinostart waren sich die Kritiker einig: Hier kommt Scorseses bester Film. Bei den Golden Globes konnte er dann schließlich auch drei der begehrten Trophäen gewinnen, einschließlich Bester Film. Bei den Oscar-Verleihungen anderthalb Monate später hingegen musste sich das Bio-Pic Clint Eastwoods Boxer-Drama "Million Dollar Baby" geschlagen geben und konnte von 11 Nominierungen "nur" 5 gewinnen, und das alles in Nebenkategorien. Also, woran lag's?
Zum einen muss man sagen, dass "Million Dollar Baby" der dramatischere, der emotionalere Film ist. Das kommt nun mal bei der Academy immer gut an. Zum anderen ist es eben einfach ein Scorsese-Film, und diese werden bei den Oscar-Verleihungen mittlerweile ja schon fast traditionell übergangen. Dabei wäre für dieses Werk der Regie-Oscar für Marty endlich mal fällig gewesen. Ich muss zwar sagen, dass es nicht Scorseses bestes Werk ist, dafür hat er zu viele Meisterwerke vorgelegt, aber "Aviator" ist ohne Frage perfekt gemachtes Kino. Das Flair der 20er und 30er Jahre wird perfekt eingefangen, Howard Shores Musik passt wie die Faust aufs Auge und der Film wird trotz Überlänge zu keiner Sekunde langweilig. Den größten Anteil daran, dass der Film dem Zuschauer noch lange im Gedächtnis bleibt, haben dabei die Darsteller. Sie passen alle perfekt in ihre Rollen. Leonardo DiCaprio ist inzwischen zum echten Charakterkopf gereift, und er wird dabei in grandioser Weise von seiner Filmpartnerin Cate Blanchett als Katharine Hepburn unterstützt. Auch die gesamte Riege der Co-Stars spielt hervorragend: Alan Alda, Alec Baldwin, Ian Holm und sogar Kate Beckinsale geben alle eine sehr gute Performance ab.
Fazit:
Darsteller, Musik, Kostüme und Ausstattung summieren sich unter der wie immer präzisen und eleganten Inszenierung Scorseses zu einem Gesamtkunstwerk, das noch lange im Gedächtnis bleibt. Unbedingt anschauen!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieder ein Stück alternative Geschichtsschreibung Scorseses, 17. Mai 2005
Scorsese zeichnet - in visuell und technisch überragender Weise - (wie schon in „Gangs of New York" für ein Stück amerikanischer Geschichte des 19. Jahrhunderts) ein exzellentes Bild der Zeit Amerikas in den 30er und 40er Jahren. In erstaunlich wirkungsvollen v.a. Braun- und Türkistönen bewegt sich „Aviator" kontinuierlich zwischen Realität, Show, Glamour, Aufstieg und Fall eines Mannes, der zu den außergewöhnlichsten Gestalten dieser Jahre zählt. Fliegen und Flugzeuge sind für Hughes, der in überzeugender Weise von einem in jeder Hinsicht begabten und die Rolle füllenden Leonardo di Caprio verkörpert wird, Traum, Wirklichkeit, Besessenheit und Fetisch zugleich. Fliegen heißt für ihn Grenzen überschreiten, ist Befriedigung und Lebenszweck zugleich. Di Caprios Hughes will alle Grenzen überschreiten. In einem langsam, aber kontinuierlich zur Weltmacht aufsteigenden Amerika, das endlich die Chance sieht, nach der Weltwirtschaftskrise den Traum vom weltumspannenden US-Kapitalismus Wirklichkeit werden zu lassen, ist Hughes selbst zweierlei: Kind dieses Traums wie Außenseiter, „Täter" wie „Opfer".
Sein Vermögen allein ermöglicht Hughes, überhaupt an die Realisierung seiner Träume auch nur zu denken, die als überbordende Ergebnisse des American way of life doch zugleich wie eine ernst zu nehmende Karikatur wirken. Hughes ist Einzelgänger, aber er kann es nur sein vor dem Background dieses Amerika. Die Show - vor allem repräsentiert durch das Hollywood des Tonfilms - verbindet sich bei Hughes, der öffentlichem Rummel eher abgeneigt ist, mit seinen Projekten zu einem merkwürdigen Amalgam im öffentlichen Raum, den er zeitweise völlig zu beherrschen scheint. Geld interessiert ihn nur als Mittel zum Zweck, hat nie Selbstzweck. Auf eine überzeugende Art vermittelt Scorsese, wie ein Mann, der inmitten dieses aufstrebenden Amerika Größe erreicht, doch zugleich - unbewusst - an den Tragflächen dieses Jumbo Amerika nagt - indem er sich so verhält, wie es die Ideologie „vorschreibt". Nicht das Geld heckende Geld, der Gewinn, steht für Hughes im Zentrum seines maßlosen und scheinbar nicht zu bändigenden Strebens, sondern das „Etwas-Außergewöhnliches-Schaffen" treibt ihn von Film zu Film, von Flugzeug zu Flugzeug.
Scorsese und sein Drehbuchautor John Logan haben mit „Aviator" nicht irgendeinen „Erfinder"-Film produziert. Im Zentrum von „Aviator" steht Hughes bis zur Selbstzerfleischung betriebener Individualismus und (!) das Auf und Ab von Aufstieg und Fall dieses Mannes - bis hin zu seiner Selbstzerstörung, die zum guten Teil Zerstörung auch durch andere war. Scorsese begreift diesen Dualismus von Aufstieg und Fall, von Erfolg und Misserfolg, von (finanziellem) Reichtum und (menschlicher) Armut - wenn man genau hin schaut und seine anderen Filme kennt - als Strukturmerkmal eines skrupellosen Organisationsprinzips von Gesellschaft. Es gelingt ihm jedoch - auch wegen des am Stoff „fanatisch" interessierten Hauptdarstellers, der neben Michael Mann und anderen selbst zu den Produzenten gehört - dieses Lebensprinzip einer Gesellschaft an einem Mann zu demonstrieren, der letztlich immer wieder gegen es angeht, weil er sein Streben für ein ausschließlich individuelles hält, und andere davon begeistern kann, was er tut. Das gesellschaftlich Vermittelte seines Handelns kommt Hughes nie zu Bewusstsein.
Ein Film über Hughes wäre unvollständig, bruchstückhaft, wenn da nicht zwei weitere wesentliche Momente seines Lebens visualisiert würden: sein Verhältnis zu Frauen und seine Krankheiten. Hughes zählte Berühmtheiten wie Bette Davis, Katherine Hepburn, Lana Turner, Ava Gardner, Faith Domergue, Jean Harlow und Jane Russell nicht nur zu seinen Bekannten. Im Film greift Scorsese vor allem die Beziehungen zu Hepburn (Cate Blanchett) und Ava Gardner (Kate Beckinsale) heraus. Dabei versucht Cate Blanchett erst gar nicht, eine 1:1-Abbildung der Hepburn zu spielen. Ihre Darstellung der Hepburn setzt eigene Maßstäbe. Alles andere wäre auch kläglich zum Scheitern verurteilt gewesen. Manch einer wird diese Darstellung überhaupt nicht mögen. Denn die Blanchett kreiert eine „neue" Figur, eine Frau, deren Eigenständigkeit, deren Humor, aber auch Sarkasmus bis hin zum Zynismus, deren Verständnis für Hughes und deren Gründe für die Trennung von ihm einen homogenen, voll „ausgebildeten" Charakter im Film schafft - für mich eine blendende Darstellung. Nicht ganz daran heran kommt Kate Beckinsale, was aber auch daran liegen mag, dass ihre Auftritte im Film als Ava Gardner rarer gesät sind.
Hughes Krankheiten: Sie beginnen mit der „Warnung" seiner Mutter in frühester Kindheit, sich von Mikroben fernzuhalten. Folge ist so etwas wie ein Wasch- und Sauberkeitszwang. Hinzu kommt eine panische Angst vor Krankheit, ausgelöst zusätzlich durch eine Lähmung im Alter von 13 Jahren. Später, in seinen letzten Lebensjahren nach seinem Rückzug in ein Hotel, in dem nur ein paar Mormonen Kontakt zu ihm haben durften, kamen Medikamentenabhängigkeit, Psychose, tertiäre Syphilis und schließlich körperliche und seelische Verwahrlosung hinzu.
Scorsese gelingt - obwohl er das Ende von Hughes, die letzten zwei Jahrzehnte seines Lebens ausspart - also etwas Doppeltes: Er zeigt die Biografie eines Mannes, den viele exzentrisch nennen würden, in Parallelität einer Gesellschaft, die niemand exzentrisch nennen würde. Indem er dies tut, enthüllt er die Strukturmerkmale einer Gesellschaft, die den krank machen muss, der ihre Ideologie ernst, für bare Münze nimmt, nicht weil er sich dessen bewusst ist, sondern weil er einem Trieb folgt, dessen Ursache er selber nicht kennt. Auch Hughes Verhältnis zu Frauen mag man als flüchtig, objektbestimmt, ausnutzend betrachten. Aber welchen Frauentypus suchte Hughes?
Fliegen war für Hughes die Sehnsucht nach dem Unerreichbaren, das er erreichbar machen wollte (er ahnte nicht, wie später vieles von dem gelingen sollte, was er anstrebte), das Flugzeug (technischer) Inbegriff all dessen, was erreicht werden konnte. In den „starken" Frauen Hepburn und Gardner (der er nichts schenken, die er „nur" zum Essen einladen durfte, die seine Heiratsabsichten rundweg zurückwies) suchte Hughes Ebenbürtigkeit als solches. Er scheiterte.
Es ist diese technizistische und objektbestimmte Vermittlung der geheimsten Sehnsüchte (was „Liebe" wie „Erfolg" angeht), die Scorsese und Logan Knall auf Fall, ganz direkt zum roten Faden des Films gemacht haben: die Frage nach der Möglichkeit von Beziehung und deren Vermittlung in jeder Hinsicht. Die Herausbildung des Mythos Amerika, die Fassade nicht nur Hollywoods, sondern einer ganzen Gesellschaft und parallel dazu einer Konstitution von Gesellschaft, in der paradoxerweise gerade das viel beschworene Individuelle hinter ihren Fetischen und mythischen Teilstücken verloren gegangen ist, ist Thema dieser „Geschichtsstunde", die jedoch nicht als Lehrstück, sondern als prall gefüllte Biografie daherkommt.
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aviator- ein herausragender Film, 31. August 2006
Von 
F. Tiefenböck (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Aviator (2 DVDs) (DVD)
Der Film "Aviator" von Martin Scorsese überzeugt in allen Bereichen.

Ausstattung und Performance vermitteln auf gelungene Art und Weise das Leben der 20er und 30er Jahre.

In "Aviator" wird das Leben des amerikanischen Fliegers, Filmproduzenten und Unternehmers Howard Robard Hughes (1905-1976) treffend dargestellt (auch wenn der Film weit vor Hughes' Tod endet).

Der Film beginnt mit einer Szene aus Hughes' Kindheit und führt den Zuschauer bereits an dessen Persönlichkeit heran. Weiter geht es mit Hughes' Leben als Erwachsener, in dem er berühmte Filme (a.v. "Hell's Angels") produziert, Testflüge durchführt und Unternehmen leitet (H. Aircraft Co., die heutige Trans World Airlines, damals die Transcontinental and Western Airlines (beides kurz: TWA)).

Regie-Ass Martin Scorsese verbindet in dem Film auf sehr überzeugende Weise das schillernde, "frauenreiche" (in Wirklichkeit waren es wesentlich mehr Affären, als im Film gezeigt) Leben Hughes' mit dessen Verfall der Psyche.

Besonders gelungen ist auch die Kürzung Hughes' Leben auf seine ruhmreichsten und glamourösen Jahre, in denen er nicht nur als Unternehmer, Filmproduzent und Regisseur aufgeht sondern auch zahlreiche Flugweltrekorde aufstellt.

Bis zum Ende hofft man als Zuschauer (-mir ging es jedenfalls so-), dass Hughes nicht als Witzfigur endet, die unter zahlreichen Psychosen leidet und schließlich allein damit untergeht...

Die Bilder sind herrlich, auch wenn bei den Flugszenen die Computeranimation sofort ins Auge sticht.

Die Performance der Schauspieler ist hervorragend. Besonders Leonardo DiCaprio überzeugt durchgehend als Howard Hughes. Für mich war dies klar seine beste Leistung und einen Oscar wert (leider nicht bekommen...). Auch Cate Blanchett, die für ihre Rolle als Katherine Hepburn einen Nebenrollen- Oscar bekommen hat, überzeugt den ganzen Film über und Alec Baldwin konnte als Juan Trippe beeindrucken.

Sir Ian Holm, Alan Alda & Co. runden mit einer soliden, sehr guten schauspielerischen Leistung den Film perfekt ab.

"Lange Rede- Kurzer Sinn":

Ausstattung, Maske, Kostüm, Geschichte & Drehbuch, Schauspielerische Leistung etc. machen den "Aviator" zu einem unvergesslichen Filmerlebniss- Anschauen! Äußerst empfehlenswert!

- 5 Sterne
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einspruch!, 1. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Aviator (2 DVDs) (DVD)
Als ich die schlechten Rezensionen gelesen habe, konnte ich nicht anders, ich muss nun eine Lanze für diesen Film brechen:
The Aviator ist wahrhaftig einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. Ich habe ihn bereits damals im Kino gesehen und bin bis heute der Meinung, dass Scorsese dafür endlich einen Oskar verdient hätte - und auch Leonardo DiCaprio hat sich selbst übertroffen. Ich habe von diesem Film niemals Action und heiße Fliegerszenen erwartet, sondern ein Porträt eines äußerst rätselhaften, interessanten und unheimlichen Mannes, nämlich Howard Hughes. Nachdem ich den Film im Kino gesehen hatte, fing ich an, mich umfassend über Hughes zu informieren (so sehr hat mich der Film gefesselt) und fand heraus, dass bereits Jahre zuvor eine Verfilmung seiner Biografie geplant war, nur, dass die meisten die zweite Hälfte seines Lebens, also die, in der er jahrelang sein Zimmer nicht verließ und die merkwürdigsten Zwangshandlungen entwickelte, verfilmen wollten. Howard Hughes´ Leben ist so vielschichtig, dass man es niemals in einem einzigen Film zeigen kann. Ich persönlich halte die Umsetzung von Martin Scorsese für sehr gelungen, denn die jüngeren Jahre von Hughes sind die interessanteren: der Glamour, die Affären (die in Wahrheit unzählige waren, Scorsese beschränkt sich ja nur auf die markantesten), seine Ideen und Visionen, seine Fliegerekorde (unter teilweise lebensgefährlichen Bedingungen),... und dies alles parallel zu Hughes Zwangsneurosen und dem Verfall seiner Psyche. Der Film ist ungemein spannend, denn man hofft ständig, dass er sich unter Kontrolle halten kann, dass er seine Ziele erreicht und nicht als Witzfigur endet.
Wie gesagt, es ist nur ein kleiner Teil aus Hughes Leben, doch Scorsese hat von allem das richtige Maß gefunden, von Hughes Genialität, seinen Charakterschwächen und seiner Krankheit - so dass er eine Figur bleibt, mit der man sich noch identifizieren kann. Fünf Sterne also für ein gelungenes Meisterwerk - das man sich, zugegeben, nicht ständig ansehen kann.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen einfach mal durchlesen, 21. Mai 2005
Von 
G. Andreas "cerberus" (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Als grosses und teures Kino bringt Regisseur Martin Scorsese das frühe Leben des Geschäftsmannes, Testpiloten, Flugzeugkonstrukteurs und Hollywood-Moguls Howard Hughes auf die Leinwand.
Es ist ein zitatenreicher Bilderbogen, den Filmemacher Martin Scorsese um die erste Lebenshälfte (1927 - 1947) des texanischen Geschäftsmanns Howard Hughes spannt, und der aufzeigt, wie der Mann sich bereits in jungen Jahren als Testpilot, Flugzeugkonstrukteur, Filmproduzent und busenfixierter Frauenbetörer hervortat. Diese «normalen» Eigenschaften verbanden sich später allerdings mit einer veritablen Macke - der panischen Angst vor Keimen und bakteriellen Erregern -, die ihm, so zumindest suggeriert es der Film, als Kind von einer überfürsorglichen Mutter eingeimpft worden war.
«The Aviator» präsentiert die grotesken Auswüchse, die diese Phobien schliesslich zeitigten, in einem Frühstadium. Der späte, nach wie vor superreiche und paranoide Howard Hughes, der während Jahren nackt in einem Hotelzimmer eingeschlossen und von Mormonen versorgt düster vor sich hingammelte, lässt sich vorerst nur erahnen. Was Scorsese sichtbar macht, ist der frühe Hughes, wie er in seinen Vierzigern um die Realisierung von Visionen kämpft und gleichzeitig die Dämonen, die ihn quälen, mit rastloser Arbeit und der ewigen Jagd nach neuen Rekorden in Schacht zu halten versucht.
Die Besetzung der männlichen Hauptrolle mit dem immer noch jungenhaft wirkenden Leonardo DiCaprio (30) war zweifellos ein riskantes Unterfangen. Doch der Titanic-Star schafft es, aus seiner (Baby)-Haut zu fahren und dem energischen Hughes glaubwürdig Profil zu verleihen. So spielt er den exzentrischen Multimillionär als turbogeladenen Macher, der Rekorde bricht, gleichzeitig von seinen Angestellten ein «Das geht nicht» niemals akzeptiert und notfalls über Leichen geht. Als Hughes verkörpert DiCaprio die faszinierenden Tag- und pathologischen Nachtseiten des amerikanischen Traums in Personalunion, und Scorsese breitet diese Besessenheit in einer Abfolge grossartig choreografierter Set-Stücke aus.
Seine Leidenschaft für Flugzeuge verfolgte Hughes ähnlich besessen wie jene für schöne Frauen aus dem Showbiz. Dabei testete er alles und alle. Seine selbst konstruierten Flugmaschinen trimmte er auf Rekordgeschwindigkeiten, wobei ihm eine Weltumrundung gelang, die damals so frenetisch gefeiert wurde wie zuvor nur der Atlantikflug von Charles Lindhberg. Auch im Frauenverschleiss belegte Hughes Spitzenplätze. Die Phasen des Erfolgs dokumentiert «The Aviator» allerdings nur in kurzen Augenblicken und von kalten Blitzlichtgewittern begleitet. Die eigentliche Betonung liegt auf den Episoden, die den Milliardär scheitern und an unüberwindbare Grenzen stossen liessen.
Die zwei Hollywood-Göttinnen Katharine Hepburn (Cate Blanchett) und Ava Gardner (Kate Beckinsale) versuchte Hughes mit grossem emotionalem Aufwand an sich zu binden. Es muss wohl Liebe gewesen sein, und Scorsese inszeniert das ewige Hin und Her, Anziehung und Ablehnung als herzergreifendes Melodrama mit tragischer Note. Spektakulär dann die Aufnahmen von der Katastrophe, die Hughes verursachte, als er mit seinem neu konstruierten Spionageflugzeug beim ersten Probeflug ausgerechnet ins glamouröse Beverly Hills hinein krachte. Der Aviator ging haarscharf am Tod vorbei. Die Szene mit Hughes, der in der von ihm in Trümmer gelegten Glamourwelt aus dem Flugzeugwrack kriecht, ist an Sinnbildhaftigkeit denn auch schwer zu übertrumpfen.
Was «The Aviator» abschliessend noch bietet, ist der Kampf des Überfliegers gegen das Quasi-Monopol der US-Fluglinie PanAm sowie ein letztes Aufglühen der alten Leidenschaft, als der Flugpionier das von ihm entwickelte, aber lendenlahme Army-Riesenflugzeug «Spoose Goose» im Hafen von San Francisco einige Minuten über Wasser halten kann. Hier gewinnt er seine letzte Wette, bevor die Umnachtung einsetzt und das paranoide Hughes-Ich komplett das Kommando übernimmt. In diesem Sinne endet «The Aviator» - trotz aller Tragik - für einen Scorsese-Film überraschend heiter. Ein erstes Anzeichen für Altersmilde?
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