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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur eine Radikaloperation rettet die Kirche noch (Hubertus Mynarek), 15. Februar 2013
Von 
Retro Kinski - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In seinem vielbeachteten Buch IST DIE KIRCHE NOCH ZU RETTEN hat sich der renommierte Theologe Hans Küng stilistisch als Therapeut der Kirche versucht, und die Kirche als "krank, vielleicht sterbenskrank, rückwärtsgewandt, männerfixiert, eurozentriert und mit dem Anspruch auf alleinseligmachende Wahrheit" bezeichnet und seine Vision einer alternativen überlebensfähigen und alternativen Kirche skizziert. Diese Einschätzung und Vision dieser Identifikationsfigur Küng sollte doch auch reformerische Kräfte und Kirchenkritiker milde stimmen. Wieso braucht es jetzt sogar noch ein Buch der "Analyse der Irrtümer" von Hans Küng ?

Das wäre ja richtig, wenn man zum einen Hans Küng als Heilsbringer der einzigen Wahrheit zum Stand und der Zukunft der Kirche bezeichnen würde, und es zum anderen wenn es sich bei dem Autor nicht um den bekannten, prägnanten und gekonnt scharfzüngigen Autor Hubertus Mynarek handeln würde. Hubertus Mynarek ist studierter Theologe und war selber rund 20 Jahre als katholischer Priester, Seelsorger und Religionspsychologe tätig. Er hat viele Bücher im Bereich Kirchenkritik und der damit verbundenen Institutionen veröffentlicht. Dies alles qualifiziert ihn gut, eine tiefere Analyse der aus seiner Sicht "halbherzigen" Vorschläge von Küng vorzunehmen. Nur eine "Radikaloperation" rettet die Kirche noch so Mynarek.

Anhand von im bezeichneten "5 Grundirtümern" (siehe unten) nimmt er im Detail Stellung zu Küngs Aussagen. Grundkritik Mynareks ist in mehreren Variationen, dass Küng zum einen unrealistischen und sehr persönlich geprägten Wunschprojektionen unterliegt. Zum anderen werden seine nicht klaren und oft zweideutigen Haltungen zum Thema Unfehlbarkeit oder der Frau in der Kirche kritisiert. Nun, ich denke Visionen dürfen erlaubt sein auf dem Weg zu einer potentiellen Umsetzung.

Sehr interessant ist auch der erste Teil über den Menschen Küng und sein Verhältnis zum Ex-Papst Benedikt-Ratzinger wenn man allen Mutmaßungen glauben darf. Dies gipfelt in der bekannten Mynarek'schen Forderung nach einer neuen Spiritualität. Hardcore-Atheisten werden selbst auch diese Form des religionsfreien Glaubens und der Spiritualität verneinen, da für sie jede Form der Übernatürlichkeit und Nichtwissenschaftlichkeit zu verwerfen ist. Ohne auf die vielschichtigen und guten Diskussionen des Buches eingehen zu können, machen gewissermaßen beide Bücher Sinn im Duett gelesen zu werden.

Von der generellen Kritik an der Existenz der (christlichen) Kirche einmal abgesehen, wäre ich realistischerweise ich in einem Zwischenschritt erst einmal froh, die Kirche würde sich zu Küngs Vorschlägen transformieren, dann wären wir schon viel weiter als heute und es geben zumindest eine Offenheit für weitere Reformen. Die rund 230 Textseiten ohne Anhang gliedern sich hauptsächlich in die 5 Grundirrtümer die Mynarek Hans Küng bescheinigt, hier alle Kapitel in der Übersicht:

TEIL 1: Über den Menschen und Theologen Hans Küng

TEIL 2: Küngs Irrtümer bezüglich der Rettung der Kirche
Irrtum I - V:

Küngs Kirche Jesu Christi
Die Reduzierung des Papsttums zu einem pastoralen Petrusdienst – ein Küngsche Wunschprojektion
Küngs zweideutige Haltung gegenüber dem Unfehlbarkeitsdogma
Küngs Stellung zu der Frau in der Kirche
Küngs Missverstehen des Verhältnisses von Religion und Kirche

Schlussbilanz und Ausblick
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4,5/5 Sternen
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ist die katholische Kirche bereits mausetot?, 11. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Jean-Paul Sartre gab einmal zu bedenken, der Ratsuchende entscheide im Grunde schon durch seine Auswahl des Ratgebers über die Art von Rat, die er akzeptieren wolle.
Das ist in Glaubensfragen noch naheliegender. Vielen traditionalistisch gläubigen Katholiken ist bereits Hans Küng ein rotes Tuch, der in seiner Darlegung von 2011 "Ist die Kirche noch zu retten?" u.a. die Rolle des Papstes relativieren, künstliche Empfängnisverhütung zulassen und den Zölibat abschaffen will und glaubt, dann sei die römisch-katholische Glaubenswelt wieder in Ordnung.
Der prominente Kirchenkritiker Hubertus Mynarek, einst Theologieprofessor, der bereits 1972 aus Gewissensgründen diese Konfession verließ, begründet in seinem von intimer Bibel- und Kirchenkenntnis geprägten Antwort, warum auch diese Küngschen Reformvorschläge nicht produktiv sein können, selbst wenn sie nicht von der Kurie kompromisslos abgelehnt würden.
Die Rückbesinnung auf die Zentralfigur Jesus Christus ist für Mynarek illusorisch, weil dieser ein jüdischer Reformer für die Völker Israels war. Jesus ging es dabei mehr um den Verzicht auf Beschneidung, rituelle Waschungen und eine strikte Sabbatruhe, die jedes ,normale` Leben unterbricht. Erst der nach Jesus` Opfertod auftretende Apostel Paulus strebte die globale Missionierung an. Die vielkritisierte päpstliche Unfehlbarkeit ist überhaupt erst eine hilflose Konstruktion des 19. Jahrhunderts.
Mynareks Fazit ist: der Patient Kirche", den Küng therapieren wollte, ist tot, mausetot, und nicht mehr therapierbar." (S. 181) Nun kann man zwar konstatieren, dass die Kirchenangehörigen in Deutschland seit Jahrzehnten zurückgehen, aber 21 Millionen Deutsche sind trotz aller Krise geblieben und die Kirche noch nicht mausetot.
Ob im Grunde alles in Ordnung ist wie Ratzinger-Papst Benedikt XVI. weis machen will, der Übergang zu zeitgemäßeren Formen des kirchlichen Lebens im Sinne Küngs unverzichtbar ist oder der Glaubenskern längst verloren ist, muss die Leserin bzw. der Leser selbst entscheiden. Aber es lohnt sich durchaus, auch einmal die Argumente der Gegenseite(n) zu hören bzw. zu lesen.
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