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am 27. April 2013
Gekauft habe ich das Buch eigentlich nur, weil ich den Ablauf der Tötung Osama bin Ladens aus Sicht eines Insiders genauer kennenlernen wollte. Das bietet dieses Buch (im Rahmen des Möglichen: immerhin will er nicht durch zu viele Details seine Kameraden bei zukünftigen Missionen gefährden) ganz wunderbar. Wer eine solche historische und hochkomplexe Operation besser verstehen will, kommt voll auf seine Kosten. Training, Planung, Entscheidungsprozesse, Logistik, politische Hintergründe etc. - alles da. Alleine dafür hätte es schon 5 Sterne gegeben. Aber zum Glück gibt es noch viel mehr fürs Geld.

Auch wenn der Autor am Anfang ausdrücklich schreibt, dass keine Geheimnisse verraten werden, werden die meisten Leser, die sich nicht schon vorher intensiv mit der Vorgehensweise militärischer Spezialeinheiten befasst haben, sehr tiefe Einblicke in die entsprechende Arbeitsweise bekommen. Quasi nebenbei gibt es tiefe Einblicke in das Allerheiligste der amerikanischen Special Forces, die auch mir vorher so nicht bekannt waren. Besonders faszinierend fand ich dabei, dass nach der brutalen Selektion, wer überhaupt SEAL werden kann, ein weiterer innerster Kreis mit noch extremeren Zugangsvoraussetzungen besteht (das sogenannte SEAL Team 6) und für diese Mission innerhalb dieser Einheit mit hunderten extrem erfahrener Kämpfer wiederum die erfahrensten für diese Mission ausgesucht wurden.
Viele der hunderten vorherigen Einzelmissionen des Autors, vor allem im Irak und Afghanistan, werden sehr anschaulich beschrieben. Auch das ist grosses Kino, was ich so auch in den dutzenden Autobiographien von Special Forces-Angehörigen verschiedener Länder so noch nicht gefunden habe.

Bei alldem relativiert der Autor immer wieder seine eigene Rolle als kleines Rad in einem grossen Uhrwerk, fordert keinerlei Heldenverehrung und beschreibt seine Motive und Gefühle sehr anschaulich.

Besser kann man das nicht machen.
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am 18. Juni 2013
"Mission erfüllt - Navy SEALs im Einsatz:Wie wir Osama Bin Laden aufspürten und zur Strecke brachten (No Easy Day - The Firsthand Account of the Mission That Killed Osama Bin Laden)" ist deutlich flotter geschrieben als Navy SEALs - Team 6 - Ein Elitekämpfer enthüllt die Geheimnisse seiner Einheit (Seal Team Six - Memoirs Of An Elite Navy Seal Sniper)" von Howard E. Wasdin & Stephen Templin.
Die Autoren des vorliegenden Buches präsentieren diverse Einsätze der SEALs in Irak und Afghanistan. Der Schreibstil beschönigt nichts, es werden keine verniedlichenden Begriffe verwendet. Die Autoren machen weder sich selbst noch ihren Lesern etwas vor:Der Begriff ,töten' wird sehr häufig verwendet und die Missionen bestehen auch meist aus eben genau daraus. Nun kann man sich daran stören, dass amerikanische Militärs heimlich, still und leise in Privathäuser in anderen Ländern eindringen und dort deren Bewohner kaltmachen, und dabei ihre Überlegenheit an Waffen, Material und Ausbildung voll ausspielen, jedoch wird klar, dass sie es mit einem Gegner zu tun haben, der auch nicht lange fackelt, der Zivilisten entführt und ihnen vor laufender Kamera den Kopf abschneidet, um diese Aufnahmen dann ins Internet zu stellen, ein Feind, der noch dazu nicht durch eine einheitliche Uniform zu erkennen ist, was ein klares Erkennen der Unterschiede zwischen Gegner und Zivilbevölkerung sehr schwer macht.
Jedoch ist klar ersichtlich, dass der Autoren bewußt war, dass ein solches Buch wohl kaum von rotgrünen Gutmenschen gelesen wird, und sie ihr Buch daher eher für jene geschrieben haben, die an bestimmten Bereichen und Themen interessiert sind:
Und ich muss zugeben:Wenn der Autor beschreibt, dass er seine gesamten diversen Waffen samt Munition und Ausrüstung an seinen Einsatzorten stets in einem kleinen, offen zugänglichen und nicht gesicherten Verschlag, ständig griffbereit hatte (Ein Photo im Buch unterlegt seine Worte), zauberte das schon ein breites Grinsen in mein Gesicht, obwohl rotgrüne Pazifisten bei derlei wohl 'wirklich, wirklich empört' sein dürften. Aber die Autoren verstehen es eben, in ihren Lesern die großen Jungs anzusprechen ...

Man sollte das vorliegende Buch aber auch durchaus kritisch sehen:
Einerseits präsentiert es das moderne Große-Jungs-Abenteuer:Militär, Waffen, Muskeln, Gewalt, Gefahren, Abenteuer, Schießereien, Lizenz zum töten, ohne von irgendwelchen Moralaposteln und Menschenrechtsorganisationen belangt zu werden, inmitten einer archaischen Männerwelt, etwas wovon der von seinem öden 9to5-Job geplagte Otto Durchschnittsversager nur träumen kann. Andererseits präsentiert das Buch jedoch Vorgänge in den Grauzonen des (internationalen) Rechts:Besonders die Aktion, in deren Verlauf Osama bin Laden ums Leben kam, ist doch sehr fragwürdig:Militärische Truppen eines Landes dringen heimlich, still und leise und stark bewaffnet, in ein anderes Land ein, ohne rechtliche Legitimation, um einen Angehörigen eines dritten Landes dingfest zu machen und sind dabei sogar bereit, gegen staatliche Kräfte des anderen Landes vorzugehen, sollten diese einzuschreiten versuchen, wie aus dem Subtext ersichtlich ist.
Da an dieser Operation auch nur Militärs beteiligt waren, jedoch keinerlei Beobachter unabhängiger Organisationen, kann man auch nicht wissen, ob die dargelegten Vorgänge wirklich der (vollen) Wahrheit entsprechen.
Dass in Osama bin Ladens Zuflucht sich auch Frauen und Kinder aufhielten, hielt die SEALs nicht von ihrem rabiaten Vorgehen ab, ohne dass die Bewohner des Hauses zuvor zur Aufgabe aufgefordert wurden, was wohl eine korrekte Vorgehensweise gewesen wäre. Kollateralschäden werden denn in diesem Buch mit wenigen Worten abgetan. Diese Vorgänge sind nun wirklich fernab von westlicher Rechtsstaatlichkeit, in denen jeder als unschuldig gilt, solange bis vor einem ordentlichen Gerichtsverfahren seine Schuld erwiesen wurde. Stattdessen ballern die SEALs einfach drauf los, wenn sie auf Widerstand stoßen, Widerstand, der aber berechtigt ist, schließlich sind in diesem Falle die SEALs die Eindringliche (Einbrecher?) gewesen, während die Hausbewohner sich nur verteidigt haben. Würde sich irgendeine fremde Macht derlei auf dem Boden der USA erlauben, würden Vertreter der amerikanischen Regierung wohl sofort von einem terroristischem Akt faseln, denn auch wenn zwei das gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Dass jedoch jeder amtierende Präsident im Weißen Haus jederzeit militärische Truppen in ein anderes Land schicken kann, um dort Bürger ermorden, entführen oder schikanieren zu lassen, dies alles auch noch im Auftrag eines undefinierten Sinns für Gerechtigkeit, Freiheit oder gar westlicher Werte, ohne dass dies die die internationale Staatengemeinschaft tangiert, ist schon ein dickes Ding. Dabei bräuchten die Geberländer und Gläubiger den USA nur den Geldhahn zuzudrehen, dann würden derlei militärische Alleingänge wohl ganz schnell eingeschränkt werden.

Interessant ist doch auch all das, was in diesem Buch unerwähnt bleibt:
Warum waren nur amerikanische Truppen an dieser Operation Neptune Spear beteiligt?
Hätten Osama bin Laden und andere lebend gefasst werden können, wenn die Operation von anderen militärischen Einheiten (deutschen?) durchgeführt worden wären?
Bei all den nicht-tödlichen Waffen, die inzwischen entwickelt und erprobt sind (Tränengas, Flashbangs, Taser):Warum wurden diese nicht bei diesem Angriff eingesetzt?
Hatte es überhaupt Sinn, Osama bin Laden zur Strecke zu bringen, weil dieser tatsächlich noch aktiv an terroristischen Aktionen beteiligt war oder war dieser doch nur noch eine (passive) Symbolfigur?
Hatten die Geheimdienst und Militärs anderer Länder tatsächlich keine Ahnung, was in der heutigen Ära der Informatik doch reichlich unwahrscheinlich ist, oder war Osama bin Laden in Pakistan schon lange bekannt, aber um keinen Konflikt mit Pakistan herauf zu beschwören, hielten die Regierungen anderer Länder still?
Die Autoren erwähnen auch an keiner Stelle, wie viel dieser gigantische Militärapparat die USA jedes Jahr kostet, derweil die Finanzkrise für wachsende Obdachlosenzahlen in der Heimat gesorgt hat.

Es ist wohl auch nicht ganz abwegig, einen Zusammenhang zu sehen zwischen solchen rechtlich fragwürdigen militärischen Aktionen, die irgendein Staatsmann autorisiert hat, und diversen (auch politisch motivierten) Amokläufen oder rechtsextremistischen Straftaten, denn was alle gemeinsam haben, ist, dass sich die Täter stets im Recht fühlen und einen Hang zur Gewalt ausüben, unabhängig davon, wie diese Gewalt legitimiert wird.
Es ist auch bedauerlich, dass die Erfolge solcher Aktionen dann diverse Politiker für sich beanspruchen, Politiker, die oft selbst nicht gedient und auch nie den Abzug gezogen haben, was solch militärische Aktionen noch zweifelhafter erscheinen läßt.
Die Navy SEALs erledigen zwar letzten Ende einfach nur ihren Job, der eben auch darin besteht, Feinde zu töten, deren Job ähnlich ist. Derlei simpler Betrachtung mögen einige jedoch nicht zustimmen, aber Diskussionen über moralische Standpunkte kann man einfach auch als irrationale Gefühlsduselei abtun.
Man mag sich nur mal vorstellen, diese Operation wäre von deutschen Truppen geplant worden ... wenn eine solche Operation überhaupt stattgefunden hätte, nichts durchgesickert wäre, und die deutschen Truppen tatsächlich ihren Auftrag in der gleichen Weise wie die Navy SEALs erfüllt hätten, dann wäre zu befürchten, dass sich diverse Gutmenschen in unserer Regierung dafür stark machen würden, die beteiligten Militärs vor Gericht zu stellen (Man denke nur an Kundus). Deshalb ist es gut zu wissen, dass es eine Truppe wie die Navy SEALs gibt, die nicht lange fackeln, sondern reinmarschieren, ummähen, und wieder rausmarschieren und dabei nur den natürlichen Verlauf von Leben und Tod etwas beschleunigen.
Dabei entsprechen solche Ereignisse und Institutionen wie das Militär einfach auch dem menschlichen Hang zu Aggression und Gewalt, die samt diverser fantasiervoller Waffen das Überleben der Menschheit überhaupt erst möglich gemacht haben, denn die Anatomie des Menschen verfügt nicht über Abwehrmechanismen wie Krallen, Gifte, Tarnmechanismen o.ä. Auch solche Bücher befriedigen einfach die Faszination an Aggression und Gewalt, auch weil derlei aus unserer westlichen zivilisierten Gesellschaft vrebannt werden möchte, dabei jedoch übersehen wird, dass derlei einfach Bestandteile der menschlichen Natur sind.
Schließlich funktioniert auch das Militär auf ähnliche Weise wie andere Organisationen, Unternehmen, Betriebe u.ä.:
Mittels gängiger, eher anonymer Begriffe (Verantwortung, Opferbereitschaft, Mut, Leistung, Stolz, Ehre, Disziplin, Pünktlichkeit blabla) üben wenige die Kontrolle über viele aus und bringen diese wenigen dazu, etwas zu tun, was man freiwillig kaum tun würde.

An manchen Stellen bekam ich als Leser jedoch den Eindruck, dass die Navy SEALs, ebenso wie andere amerikanische Regierungsorganisationen inzwischen der Legendenbildung aus Literatur, Film und Fernsehen erlegen sind, denn nahezu das gesamte Buch erinnert mich an die Actionkapitel in diversen Romanen von Tom Clancy oder auch an 24":An machen Stellen hatte ich vor dem geistigen Auge den Splitscreen und wartete fast auf die Ansage:"Die folgenden Ereignisse finden zwischen Mitternacht und ein Uhr statt". Das Buch ist somit gut geeignet als Ergänzung zu Kathryn Bigelows Zero Dark Thirty" oder auch Act Of Valor".
Was sehr stört ist dieser Mangel an Bescheidenheit und dieser Hang zur Selbstüberschätzung:Natürlich sind die SEALs stets in allem die Besten, haben die beste Ausstattung, die besten Mitglieder blablabla ... Besonders die Militärs anderer Länder werden konsequent ignoriert, auch die Deutschen, obwohl in Afghanistan präsent, werden kaum erwähnt.
Auch wird nicht ganz klar, wie Mitglieder einer solchen Spezialeinheit, die diesen Job oft jahrelang gemacht haben, wieder ins Zivilleben integriert werden sollen, denn dass sich solche Leute mit einem öden Bürojob schlimm langweilen dürften, sollte wohl klar sein ... und wie soll man alltägliche Konflikte austragen mit jemandem, von dem man weiß, dass der schon ein paar Leute getötet hat?
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Im vorliegenden Buch schildert ein an der Operation zur Festnahme oder Tötung Osama bin Ladens beteiligter Navy SEAL detailliert und glaubwürdig die Planung und den Ablauf zur Ausschaltung des Al Qaida-Anführers. Der Autor schildert zunächst seinen eigenen Werdegang bei den SEALs und berichtet von früheren Operationen, an denen er beteiligt war.

Der entscheidende Teil ist jedoch ab dem Zeitpunkt, als den Kommando-Soldaten klar wird, dass sie für einen streng geheimen, riskanten und wichtigen Einsatz ausgewählt wurden und dafür zu trainieren beginnen und allmählich die Erkenntnis durchsickert, dass das Ziel bin Laden selbst sein könnte. Der Autor schildert wie minutiös und präzise trainiert und für alle Eventualitäten geplant wird. Der Bericht vom Ablauf des Einsatzes selber ist an Spannung kaum zu überbieten, wobei der Autor nicht zusätzlich dramatisiert. Die Mission selbst ist riskant und gefährlich genug, um beim Leser für Spannung zu sorgen.

Obwohl im Grunde jeder weiß, wie die Operation in groben Zügen abgelaufen ist und was das Resultat daraus war, ist das Buch ein unglaublich intensives und interessantes Leseerlebnis. Die wohl bekannteste Kommando-Operation der Geschichte aus erster Hand - unbedingt lesenswert! Kaufen!!!
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am 13. November 2014
Ich möchte vorausschicken, daß ich das Buch gerade noch lese, und zwar in der englischen Originalfassung. Ich traue mir schon jetzt ein Urteil zu, da Stil und Inhalt schon jetzt ziemlich klarsind.

Der Autor beschreibt vor allem seine Ausbildung zum SEAL und zum Mitglied der "Devgru", einer Anti-Terror-Einheit. Er nahm an verschiedenen Einsätzen teil, so z.B. einer Geiselbefreiung auf hoher See, außerdem im Irak und in Afghanistan und eben schließlich an dem Einsatz in Abottabad. Die Schilderungen des Trainings und des Lebens in der Einheit entsprechen dem, was ohnehin jeder aus entsprechenden Filmen kennt. Der Autor vermeidet es allerdings, auf persönliche Details seiner Kameraden einzugehen, so daß über die Befindlichkeiten der Soldaten praktisch gar nichts verlautet: haben sie Angst, wie gehen sie mit dem Töten um, haben sie Alpträume...

Nur für sich selbst erläutert der Autor - fast am Rande - seinen Werdegang, seine Weltanschauung und seine Gefühle. Was da ans Licht kommt, ist erschreckend.

Der Autor war mittleres Kind und einziger Junge eines Missionarsehepaars, das nach Alaska ging, um Inuit zu bekehren. Die Eltern waren wohl Pazifisten und wünschten sich sehr, daß ihr Sohn nicht zum Militär gehen sollte. Der Sohn, dessen intellektuelle Begabung wohl eher mittelmäßig ist, und der sich nur im Schießen auszeichnete, tat das aber dennoch, denn schon als Junge wollte er unbedingt SEAL werden.

Er ging aufs College (was für ein Fach wird nicht mitgeteilt) und entschloß sich, keine Offizierslaufbahn einzuschlagen, eil er dadurch mehr Einsätze hätte und öfter am Feind wäre. Ihn interessierte von Anfang an der Einsatz, und, auch wenn es so nicht beschrieben wird, der Umgang mit der Waffe und das Töten von Menschen.

Im Buch wird klar, daß der Autor wirklich meint, daß es völlig in Ordnung ist, wenn bewaffnete Kommandos ohne Kriegserklärung in einem fremden Land letztlich nach eigenem Gutdünken Menschen umbringen. Eine Szene ist bezeichnend: Im Irak wird ein vermuteter "Aufständischer" in einem Haus vom Autor und seiner Truppe überwältigt und gefangengenommen. Der Autor ärgert sich darüber, daß der "feige Kerl" die Vorschriften für die SEALS ausgenutzt hat und keine Waffen trug, so daß er nicht einfach erschossen werden konnte. Ja, das steht wirklich in diesem Buch!

Der Autor stellt nicht einmal im Ansatz in Frage, ob solche Einsätze überhaupt vertretbar sind. Es wird daher auch nicht für solche Einsätze argumentiert -- man mag ja unterschiedlicher Auffassung über den Krieg gegen den Terror sein, aber daß ein Soldat völlig kritiklos einfach nur ballert, teils auch ohne Befehle, weil es ihm Spaß macht, und sich dann noch über die "Kerle in Washington" aufregt, die zuweilen bis zu einer Woche brauchen, um einen Einsatz zu befehlen, das hätte ich nicht erwartet.

Dem Autor fehlt jegliches Verständnis dafür, daß andere Menschen Rechte haben. So klauen die SEALs bei ihren Einsätzen z.B. BHs von Frauen (aus dem Haus, in dem der "feige Kerl" einfach nicht zur Waffe greifen wollte), um sie sich aus Spaß an die Rucksäcke zu hängen. Abgesehen davon, daß diese Scherze der untersten Schublade soldatischen Humors entstammen, handelt es sich ja nun offensichtlich um schlichten Diebstahl. Diese Problematik kommt dem "Helden" aber gar nicht zu Bewußtsein, weil er die Irakis ganz offensichtlich nicht als Menschen, sondern als Ziele sieht. Das scheint nach den Angaben des Autors auch für seine Kameraden zu gelten.

Mark Owen ist jedenfalls jemand, der mit einem Gewehr in der Hand durch die Welt zieht und "Ziele'" abknallt und sich ärgert, wenn das nicht klappt.

Ich habe bisher allerdings noch keinen Grund dafür ausmachen können, daß er dieses Buch schreibt. Er verrät keine Geheimnisse und nichts neues, seine Erfahrungen sind wegen der unpersönlichen Erzählweise auch nicht besonders mitreißend und der Schreibstil ist eine Mischung aus Militärslang und dem, was Soldaten halt so schwatzen. Ich habe den Eindruck, daß der Autor zeit seines Lebens unter Minderwertigkeitskomplexen gelitten hat, die er durch Waffen, Töten und den Ehrgeiz, die schwierige Ausbildung auszuhalten, kompensiert hat. Jetzt, nach dem Ende seiner Dienstzeit muß er der Welt erzählen, was er tolles geleistet hat.

Es ist nur so seltsam, daß ausgerechnet die USA solche Charaktere massenhaft hervorbringen und sich dienstbar machen, obwohl doch die gesamte Entwicklung von der Magna Charta über Habeas Corpus, Bill of Rights zur Unabhängigkeitserklärung gerade dahin ging, daß man dem Staat und seinen Bütteln verbieten wollte, willkürlich über Leben und Tod von Menschen zu entscheiden.

Wer sich über die im Buch beschriebenen Operationen in vollem Umfang und unvoreingenommen informieren will, ist schon bei Wikipedia sicher besser aufgehoben. Wer aber wissen will, wie die Soldaten ticken, die über Jahre hinweg alle paar Monate in einen neuen Einsatz gehen, der kann dieses Buch lesen. Es ist vor allem wegen der Sachen interessant, die der Autor wegläßt - politische Vorstellungen, persönliche Gefühle, Erfahrungen mit psychischen und physischen Traumata.

Lesenswert - kein Genuß
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am 14. Dezember 2015
Vielleicht ist es der Selbstschutz, den man für diese Aufgaben braucht, der dem Autor eine stets distanzierte Erzählweise aufzwingt, vielleicht ist es auch der tägliche Umgang mit vertraulichen Angelegenheit, oder entsprechende Direktiven. Möglicherweise auch für viele Leser ein Schutz, in der Realität ist das "Handwerk" doch ein sehr blutiges. Die Erzählweise plätschert vor sich hin, klare Spannungsspitzen lassen sich nicht ausmachen. Kein Buch, was man kaum aus der Hand legen will, lesenswert vielleicht, es nimmt den Leser nicht wirklich mit.
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am 17. Januar 2016
Als Osama bin Laden im Mai 2011 durch US Navy SEALs ausgeschaltet wurde, war das Thema wochen- bzw. monatelang in den Medien präsent. Der Hauptgrund, weshalb ich dieses eBook lesen wollte, war mein Interesse, die Hintergründe und Ablauf über die Operation Neptune' s Spear zu erfahren.

Das gesamte Buch gewährt dem Leser einen detaillierten und persönlichen Einblick in die Vorbereitungen und die Durchführung des Einsatzes. Die ersten 50% des eBooks haben mit der stürmung von bin Ladens Anwesen jedoch nichts zu tun, stattdessen wird sehr viel über vorherige Einsätze des Autors (an Operation persönlich teilgenommer Navy SEAL, welcher 2012 aus dem Militär ausschied) erzählt. Ferner bekommt man durch dieses Buch auch ein wneig mit, wie der Alltag bei einer milit. Eliteeinheit dieser Größenordnung aussieht und wie solche Menschen ihr Privatleben etc. dafür zurückstellen. Der erste Teil ist allerdings ein wneig langamtmig und teilweise etwas umständlich formuliert, was aber sicherlich Geschmacksache ist.

Besonders gefallen hat mir, dass der Autor (wie auch M. Luttrell in seinem eBook Lone Survivor, vgl. meine Rezension dazu) offenbar bewusst nicht das amerikanische Heldentum herausgekehrt hat.

FAZIT: Sehr spannend und reich an Detailinfos, somit Kaufempfehlung!
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am 27. November 2012
Das Buch gekauft, begonnen zu lesen und nicht mehr weggelegt. Die Schilderung der Einsätze ist höchst professionell, spannend, ohne jeden "James-Bond" Mythos, sondern beschreibt die Aktionen mit allen Höhen und Tiefen. Es zeigt die Männer als Menschen mit allen Stärken und Schwächen.
Als ehemaliger BKA-Chefermittler, (nun im Ruhestand) war ich von den realistischen Schilderungen der Probleme und der Anforderungen, mit welchen das Navy-Seals Team 6 zu kämpfen hatte überaus positiv angetan. Kein Heldenpathos a`la Hollywood, sondern die Wiedergabe von plötzlich auftretenden Problemen bei Einsätzen, und deren Überwindung der Seals durch richtige Vorbereitung, Kreativität und des Ergebnisses ihres harten jahrelangen Trainings.
Also endlich ein echt realistischer "Thriller" - der ja eigentlich "nur" die Schilderung des interessantesten Einsatzes der Navy-Seals beschreibt.
Meine Empfehlung: Unbedingt lesen - dann kann man mitreden!
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am 23. September 2015
Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben. Man bekommt einen sehr guten Einblick in die Strukturen der Seals. Es wird jetzt nicht nur auf diese eine Mission eingegangen, sondern es wird die gesamte Laufbahn des Seals, nicht ganz chronologisch, aber doch in diesem Buch verpackt.

Für mich ist der Titel "Mission erfüllt" ein wenig falsch ausgewählt, es sollte eher heißen "Mission fast verbockt" aber dieser Titel würde sich vielleicht nicht so gut verkaufen.

Alles in Allem ein recht amüsanter Lesespaß für Leute die sich für solche Themen interessieren.
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am 28. Januar 2013
Das Buch beschreibt aus der Ich-Perspektive Ausbildung und Einsatz der DEVGRU, einer Spezialtruppe für riskante und zuverlässig zu erledigende Anti-Terroreinsätze und gipfelt in der Beschreibung des Einsatzes in Abbottabad, bei dem Osama Bin Laden in seinem Anwesen getötet wurde. Die Fakten und der Ablauf sind eigentlich schnell erzählt; sie geben einen hilfreichen Einblick in eine Welt, die in der Zeitungsberichterstattung weitgehend verschwiegen oder ignoriert wird. Ob die Beweggründe der Soldaten der DEVGRU richtig wiedergegeben sind, sich über lange Jahre hinweg der extrem harten Ausbildung und dem hohen Einsatzrisiko zu stellen, ist schwer zu sagen: ein persönliches Streben nach Perfektion wie bei einem Hochleistungssportler, die Suche nach Anerkennung bei Kameraden und Vorgesetzten aber auch die Annahme, mit den Aktionen möglichen größeren Schaden von der zivilen Bevölkerung zu verhindern. Das Buch leidet allerdings unter einem schlichten Schreibstil, vielen Wiederholungen, und einer langgezogenen Beschreibung von unwichtigen operativen Details. Immerhin wird ein großer Teil des kommerziellen Erfolges des Buches für soziale Zwecke eingesetzt.
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am 2. Januar 2013
Ich habe mir das Buch spontan gekauft und muss sagen es war ein richtiger Glücksgriff!

Spannend, informativ, sachlich und gut zu lesen. Gut gefallen hat mir auch, das man sich wirklich gut in die Rolle des Mark Owen hineinversetzen kann. Dazu gibts auch noch reichlich Bildmaterial von der Ausrüstung der SEAL's und dem Anwesen von Bin Laden. So kann man dem Buch echt gut folgen ;)

Wer also ein spannendes, sachliches und realitätsbezogenes Buch sucht, unbedingt kaufen!!! :)

Gruß Alex
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