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am 24. November 2006
Also, ich muss gleich vorweg zugeben: Ich bin ein richtiger HdR-Freak. Ich habe das Buch in Englisch, Spanisch, deutscher Altübersetzung und Neuübersetzung. Und ich muss sagen, dass mir die Neuübersetzung (dieses hellgrüne sowie das rote Buch) überhaupt nicht gefallen hat. Wörter wie geil haben in der heilen Hobbitwelt einfach nix zu suchen, und davon abgesehen wurden einige Sätze so blöd übersetzt, dass der ganze Sinn verloren geht (ich erinnere mich noch mich Schaudern an die Szene "Ugluk schrie, und eine Horde wütender Orks rannte vorbei"). Ich kann wirklich jedem nur empfehlen, ein paar Euro mehr auszugeben und sich die Altübersetzung (=dunkleres Grün, in festem Schuber) zu kaufen, oder noch besser, das englische Original.
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Der Herr der Ringe: Neuüberarbeitung der Übersetzung von Wolfgang Krege, überarbeitet und aktualisiert

Als ich im Kindle-Shop Tolkiens "Der Herr der Ringe" als E-Book und "Neuüberarbeitung" entdeckte, habe ich den Titel sofort heruntergeladen und mit dem Lesen begonnen.

Hätte ich mir vor dem Download doch einmal die Details dieser sogenannten "Neuüberarbeitung" angesehen, dann hätte ich da lesen können, dass das Buch nur 609 Seiten insgesamt umfasst. Die älteren Ausgaben, z.B. die drei Bände im kartonierten grünen Schuber, haben eine Seitenanzahl von zusammen 1257 Seiten, die rote, gebundene Sonderausgabe, die heute eine Rarität ist, umfasst 1177 Seiten und die drei ebenfalls gebunden Titel (auch im Schuber) haben Bd. 1: 491 S., Bd.2: 406 S. und Bd. 3 umfasst 482 S.

Walter Hilsbecher sagte im WDR (ich zitiere): "Tolkien erfand zu einer erfundenen Geschichte, die ihr zugehörige Welt, ebenso 'unerhört' wie die Geschichte. Er wollte keinen Ausschnitt, er wollte eine Welt".

Und wer die älteren Ausgaben in der Übersetzung von Margaret Carroux liest, der wird seine Freude an dem herausragenden Werk von Tolkien haben, das man öfters lesen muss, um die Weisheit und Lebensphilosophie die hier, als fantastisches Epos niedergeschrieben ist, richtig verstehen zu können.

Ich kann nicht verstehen, dass der renommierte Verlag Klett-Cotta sein Einverständnis zu dieser "Neuüberarbeitung" gegeben hat, die, so habe ich es empfunden, lediglich eine kurzgefasste, allgemein gehaltene, Geschichte für Kinder, im Alter von ca. 10 Jahren, darstellt. Leser, egal ob jung der älter, die sich gerne von Tolkiens Welt verzaubern lassen und deren Magie erfahren wollen, sollten sich für eine der älteren Ausgaben (eine gibt's auch als E-Book) entscheiden.

Ich persönlich bin enttäuscht und verärgert über das, was der Übersetzer Wolfgang Krege m.E. Tolkiens Werk angetan hat. "Neu überarbeitet und aktualisiert" - wenn das das Ergebnis ist, kann ich darauf verzichten! Mir tut es, in diesem Fall, nur leid ums Geld!
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am 28. Mai 2006
Was für einen Teufel mag wohl den Verlag geritten haben, die wortgetreue und brillante Übersetzung von Carroux so zu verhuntzen? Was ist aus dem wunderschönen Sprachgebrauch der alten Übersetzung geworden? Frodo als "Herr" wird zu einem "Chef". Statt 2te Person plural "Ihr" zu gebrauchen, werden die Könige und Herren gesietzt. Und obendrein finden Worte wie "futsch" Eingang in dieses Werk. Ätzend, kann ich da nur sagen.

Die Geschichte selbst ist hervorragend, und würde 5 Sterne verdienen, die Neufassung ist aber unter aller Kritik
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am 14. Januar 2001
Das erste mal las ich Herr der Ringe (neue Übersetzung) vor einem halben Jahr, da ich von den Dreharbeiten gehört hatte. Gefesselt von der Geschichte habe ich Tag und Nacht gelesen. Ich habe nur aufgehört, wenn es denn unbedingt sein musste. Ich habe sogar blau gemacht, um das Buch fertig zu lesen, so fasziniert war ich von der Welt, die Tolkien erschaffen hat. Als ich von immer mehr Leuten mitbekam, dass die Neuübersetzung nicht das Wahre sein sollte, habe ich mir aus der Bibliothek ein älteres Exemplar ausgeliehen. Schon nach wenigen Seiten bemerkte ich einen gravierenden Unterschied. Das Lesen des alten Buches ist anders. Ich kann es vielleicht folgendermaßen umschreiben: Es liest sich, wie ein altes Buch aus vergangenen Tagen, dem noch ein Hauch von Magie anhaftet. Die Sprache der Charaktere wirkt viel altertümlicher als in der Neuübersetzung (vor allem durch die Anrede von "Ihr/Euch" anstatt "Sie/Du") und die Dialoge wirken in der mittelalterlichen Fantasiewelt realer - oder angemessener - als die in der neuen Fassung. Je weiter ich im Buch vorankam, desto deutlicher wurde der Unterschied. Und jetzt, da ich fast am Schluß des Ringkrieges angelagt bin fühle ich mich vom Verlag betrogen. Ich habe eine Menge Geld (für andere mögen der Preis Peanuts sein, aber für mich als Schüler ist das eine ganze Menge) für eine "Comic" Version Ausgegeben. Zugegeben, sie hat mich auch fasziniert, aber verglichen mit der richtigen Übersetzung (ich denke mal, dass mir niemand böse ist, wenn ich die alte Übersetzung als die richtige bezeichne) ist es eben nur eine "Comic" Version. Ich möchte aber niemandem sagen, dass er die Finger von dieser Fassung lassen soll, weil ich denke, dass sich jeder selbst seine Meinung bilden sollte. Der Grund für die Punktevergabe ist folgender: Ich fühle mich vom Verlag Klett-Cotta betrogen. Ich bin davon ausgegangen, den Herrn der Ringe zu kaufen, so wie ihn viele andere kennen. Bekommen habe aber ich eine Neuschreibung - nicht zu verwechseln mit der vom Verlag verwendeten Bezeichnung "Neuübersetzung"
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am 29. November 2001
Seit meiner Jugend begeleitet mich der Mythos um Frodo und Sam. Alle 2 bis 3 Jahre zur Herbstzeit, fühle ich mich bei einem Waldspaziergang daran errinnert, daß man möglicherweise von Hobbits beobachtet wird und es ist wiedermal an der Zeit "Herr der Ringe" zu lesen. Mittlerweile fällt meine alte grüne Paperback-Ausgabe auseinander und ich wollte mir eine neue zulegen. Beim Durchblättern dieser Übersetzung hatte ich jedoch das Gefühl man will mich veralbern und zielt auf eine Lesergemeinde von 6 bis 12 Jahren ab. Nichts gegen einen guten Comic oder einen Werner-Film. Als ich jedoch gelesen habe, wie Sam nach einer Rast und einem verdientem Bier zu Frodo sagt "Ach Chef, jetzt geht's wieder" hatte ich eher das Gefühl einen Asterix Comic zu lesen. Mag sein, daß ich zu empfindlich reagiere. Die Enttäuschung ist jedoch groß. Umso schlimmer, daß bis auf die 3 bändige Orginal-Übersetzung (gebunden a 49,- DM) derzeit nur die jetzigen Ausgaben zu haben sind.
Also werde ich ein wenig sparen und meine jetzigen Bücher mit Tesafilm reparieren.
Hauptsache der Film ist nicht im gleichen Stil verhackstückt worden.
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am 2. März 2000
Als ich, praktisch per Zufall,auf die Sendepremiere des Hörspiels im WDR aufmerksam wurde, war mir nach wenigen Minuten klar, daß ich das mitschneiden muß. Seither habe ich, ein "Mehrmals-Verschlinger" der Romanvorlage, dieses Hörspiel, welches die Vorlage um Längen besser wiedergibt/umsetzt als alles andere, was nicht der Roman selbst ist (sprich Filme wie der von Bakshy o.ä.), mehrmals gehört, und mir wurde nie langweilig. Vieleicht auch deshalb, weil es in der Natur des Hörspiels liegt,immernoch Freiräume für die eigene Phantasie zu lassen, und diese wird ja bei Tolkien geradezu gefördert und angeregt, es ist eben zu recht DER Phantasy-Klassiker, der hier in einer seiner Natur als Hörspiel entsprechenden kongenialen Fassung vorliegt.
Nach kurzer Gewöhnung, an die Tatsache das Personen, die sonst nur in meiner Phantasie, beim Lesen des Buches, eine bestimmte Stimme/Tonfall hatten, machte und macht mir dieses Werk eigentlich nur Spaß, wenngleich es, natürlich, viel zu kurz ist. Soll heißen: es trifft das Buch so gut, daß ich mir eigentlich, auch in dieser Art, mehr davon wünsche!
Allen voran möchte ich die Besetzung/Stimme Gandalfs als gelungen und eindrücklich herrausstellen.
Meiner Meinung nach natürlich kein "Muß", wie vieles eigentlich nicht wirklich ein "Muß" ist, aber eine wirkliche Bereicherung auch für absolute Fans der Romanvorlage (seiner Werktreue wegen), und für Freunde guter Hörspiele
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am 15. Dezember 2001
Tolkiens "Lord of the Rings" spaltete schon immer die Leserschaft in zwei Lager. Die einen lassen sich darauf ein, teilzunehmen an dem Ausflug in die Gedankenwelt des Oxforder Professors, und sie nehmen dabei auch gerne einmal in Kauf, Archaismen und ungebräuchlichen syntaktischen Strukturen zu begegnen, die eher in Anlehnung an Heldenepen oder Versdichtungen eingesetzt werden. Sie lassen sich nicht abschrecken von den vielen Gedichten und Liedern, die von den Protagonisten auf der Reise durch Mittelerde vorgetragen werden. Auf der anderen Seite gibt es aber auch jene, die sich partout nicht für die Phantasie des Akademikers erwärmen können, und daher die Nase rümpfen ob eines arg veralteten Stils, der im modernen Zeitalter unpassend ist.
Beide Lager haben ihre Zelte aufgeschlagen, um das Schlachtfeld des literarischen Werkes "Der Herr der Ringe" zu betreten. Bevor sie jedoch mit dornenbewehrten Zensierstiften oder Pamphletschilden aufeinander loshetzen können, greift der Klett-Cotta Verlag friedensstiftend ein, und er präsentiert eine Neu-Übersetzung von einem mutmaßlichen Tolkien-Kenner, die nun beide Parteien zufriedenstellen will (schließlich will man sich angesichts des bevorstehenden Kinoereignisses nicht den großen Coup entgehen lassen).
Während aber nun die einen ihre Vorurteile beiseite räumen und sich von der "frischen" Sprache einfangen lassen, erheben nun die anderen ihre Keulen und schwingen sie in Richtung des frevlerischen Übersetzers Krege, der angeblich das Werk "übel-setzt" hat - auch ohne Chinesischkenntnisse. Von wegen Frieden!
Aber es ist nun wirklich ein wenig haarspalterisch, was sich in der "Setzung des Übels" so abspielt. Da wird aus der "Rückkehr" des Königs die "Wiederkehr". Natürlich ist der semantische Unterschied irgendwo greifbar, aber er ist so gering, daß er eine Neu-Übersetzung nicht rechtfertigt. Aber die Äxte spalten weiter: Perfekt ersetzt Präteritum, "ebenerdig" steht anstatt "zu ebener Erde", ja, das kann man natürlich schreiben, ob das allerdings an der Qualität etwas ändert, das sei bezweifelt; und das Tolkien mit "slow-coach" einen Penner meinte, das ist doch sehr fraglich, besonders, wenn man bedenkt, daß die Beleidigung "penner" an sich erst im 19. Jahrhundert in Anlehnung an das pejorative "pennen" entwickelte. Da kann also Krege nicht argumentieren, hier sei er näher an der Sprache Tolkiens. Und weshalb ein grammatisch falsches "wenn sich's machen lässt" dem korrekten "wenn es sich machen lässt" vorgezogen wird, wird wohl auf ewig im Splittern der Speere untergehen.
Hans-Jörg Modelmayer, der die neue Übersetzung in Auftrag gab, gibt folgende Weisheit zum Besten: "[...] deshalb bin ich jetzt sehr, sehr froh, daß die deutschen Leser nicht mehr eine teilweise verstaubte Sprache sich antun müssen, wie das bei der ersten Übersetzung leider der Fall war." Eine teilweise verstaubte Sprache, vielleicht sogar eine tote Sprache muß man sich also heutzutage "antun", soso. Also, die Lateinliebhaber müssen sich dann also mit Cicero "herumschlagen", und Germanisten "quälen" sich durch die Verse des Nibelungenliedes, während in der Angistik das Heldenepos Beowulf "mühselig bewältigt" werden muß? Interessant, daß auch hier Qualität mit Modernität gleichgesetzt wird, alles Moderne wird plötzlich gut, welchem Literaturkritiker geht da nicht das Herz auf!
Es sei nun nicht verschwiegen, daß ich die neue Übersetzung in ihrer Gänze nicht meinem Gemüte anvertrauen konnte und wollte, schlichtweg, weil Carroux in ihrer Version (nebenbei bemerkt mit wenn auch geringer Hilfe von Tolkien selbst, der sich so daran erfreute, daß das Deutsche das Wort "Elb" statt "Elf(e)" zuläßt) sehr gute Arbeit geleistet hat. Was sollen diese Sprüche "es war an der Zeit für eine neue Übersetzung"? Die Kausalität, mit der sich die Verteidigung Kreges vor dem Gericht der Fans herausredet ist geradezu hahnebüchen, wie hier an nur wenigen Beispielen gezeigt werden konnte. Kreges Übersetzung ist nicht so schlecht, wie vielernorts gesagt wird, aber sie ist beiweitem nicht besser (!) als die Carroux'sche Fassung. Wer nur noch die neue Version bekommen kann, der sollte sich nicht so grämen, denn auch mit Kreges Version kann man Spaß haben. Wer allerdings auf die Authenzität des Originals aus ist (und Tolkien greift nun einmal auf altenglische Syntax zurück (vgl. die Rede des Theoden), archaisches Vokabular und längst veraltete Idiome), der sollte sich doch eher an die Ausgabe von Carroux halten. Ich verstehe nicht, wie ein angeblicher "Tolkien-Kenner" (Himmel hilf, hat Krege ein Zertifikat von Tolkien erhalten, eine Plakette mit dem Schriftzug: Ausgezeichnet als ein Fachmann meiner Person, den auch ich gerne mal um Rat frage, wenn ich nicht mehr weiß, wer ich bin...) so an der Intention des Romans vorbeischliddern kann! Wer versucht, alte Mythen aufleben zu lassen in einer Zeit, da diese Mythen mißbraucht wurden zu propagandistischen Zwecken, der versucht dabei natürlich auch, die Sprache dieser Mythen ins Gedächtnis zu rufen. Mythen sind humaninhärentes Gemeingut, das sich in tiefe Vorzeiten zurückverfolgen läßt. Ich bezweifle, daß zu damaliger Zeit der Stammeshäuptling "Chef" gerufen wurde, und man spornte seine Krieger auch nicht mit Hans Rosenthals "Dalli Dalli" an; Ich bin der Meinung, Kreges Arbeit war (leider) nicht SPITZE... eher flach!
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am 29. November 2001
Hallo,
das Original von J.R.R. Tolkien ist eins der genialsten Werke, die je verfaßt wurden. Da müßte man glatt fünf Sterne geben.
Aber was Wolfgang Krege (der vor dieser Übersetzung bei mir als "Tolkien-Experte" galt) daraus gemacht hat, tut weh! "Hypermoderne" Ausdrücke wie "Dalli-dalli" und "Chef" (als Anrede für Frodo) haben im Herr der Ringe nichts zu suchen und entsprechen auch nicht dem Original (wie ich selbst mich vergewissert habe). Diese Übersetzung ist ein glatter Zonk! Klett-Cotta täte gut daran, eine weitere Übersetzung anfertigen zu lassen (ruhig auch von Wolfgang Krege, der kann im Prinzip nämlich übersetzen) mit der klaren Leitlinie "Keine Modernismen!".
Fazit: kauft euch entweder das Original oder die Übersetzung von Margaret Carroux.
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am 6. Februar 2002
Denjenigen, die den "Streit" um die Neuübersetzung lächerlich finden, sei einmal gesagt, daß es hier keinen Streit gibt, sondern einfach nur Leser hier ihre Meinungen hinterlassen.
Zum Buch: Ich habe das englische Original gelesen. Es ist etwas schwerer zu lesen als modernes Englisch (Wörter wie whither, thither, thou, thee, thy und ere sind einfach nicht oder nicht mehr gebräuchlich), so muß ein Leser, der des Englischen nur durchschnittlich mächtig ist, vielleicht etwas nachdenken oder nachschlagen, bevor er weiß, daß "thou hast" "you have" heißt. Gerade diese altertümliche Sprache macht aber einen großen Teil des Flairs dieser Geschichte, die nach Tolkien in einem vergangenen Zeitalter angesiedelt ist, aus. Wer meint, daß die Wortwahl der Atmosphäre keinen Abbruch tut, weil es ja um die Geschichte geht - nun, unbegabte Schauspieler, miserables Bild und schlechter Ton können auch die Atmosphäre eines Filmes zerstören, obwohl die Geschichte gut ist.
Ich habe die neue Fassung in der Buchhandlung an mehreren Stellen gelesen, und kann nur sagen, daß Wolfgang Krege anscheinend sein Handwerk nicht wirklich versteht. Allein die Behauptung, Übersetzungen würden altern (Originale auch? Sollte man die auch neu fassen?) ist lächerlich. Und selbst, wenn das so wäre, hat Herr Krege sein Ziel verfehlt.
Wie soll der Leser in eine altertümliche, mystische Welt, in der geheimnisvolle Mächte und alte Legenden und Sagen eine wichtige Rolle spielen, eintauchen können, wenn er ständig über neumodische Ausdrücke wie "Dalli-dalli" oder "Na klar" (peinlich aus dem Munde der Elbenkönigin Galadriel) stolpert. "Kusch, Saurons Köter"...vieles wirkt einfach nur lächerlich in Kreges Versuch, den Herrn der Ringe "moderner" zu machen. Ich bezweifle, daß in irgendeinem Wörterbuch "master" mit "Chef" übersetzt wird. Sicherlich trägt einiges (aber auch längst nicht alles, da vieles, was für Krege anscheinend "moderner" ist, eigentlich auch überflüssig war - es mag zwar egal sein, ob es nun die "Rückkehr" oder die "Wiederkehr" des Königs ist, aber man fragt sich doch, wozu diese Änderung dienen soll), was Krege schreibt, dazu bei, daß das Buch leichter zu lesen ist. Das wäre es allerdings auch, wenn man die störenden Landschaftsbeschreibungen und die langatmigen Charakterisierungen weg ließe. Und vielleicht auch die letzten 150 Seiten, damit man ganz im Hollywood-Stil einen fulminanten Abschluß hat und die Geschichte dann aus ist. Ganz so, wie das Massenpublikum es liebt.
Diese Übersetzung ist vielleicht für die Gruppe der heute 12-13jährigen geeignet, die schon Schwierigkeiten mit Sätzen haben, die aus mehr als drei Wörtern bestehen. Aber "Der Herr der Ringe" ist kein Kinderbuch. Für Erwachsene, die sich in die alten und mystischen Welten Mittelerdes entführen lassen wollen, läßt sie für dieses Unterfangen zu wenig Atmosphäre übrig.
Es ist in Deutschland ein in letzter Zeit stark zunehmendes Phänomen (siehe auch "Denglisch"), daß viele Menschen hier sich geradezu zwanghaft bemühen, so modern wie möglich zu wirken und dabei unfreiwillig den Spott anderer Nationen auf sich ziehen. Was wohl Harper-Collins von dem Vorschlag halten würde, "The Lord of the Rings" in einer neuen, modernen Fassung herauszubringen, da das Original ja schon so veraltet ist.
In diesem Sinne: Leider nur ein Punkt für diese katastrophale Ausgabe eines eigentlich wunderbaren Buches.
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am 27. Dezember 2000
Diese Übersetzung von Herr der Ringe erfüllt mich mit entsetzen. Wieso musste man die Sprache an moderneres deutsch angleichen? Will man damit die Zielgruppe erweitern?
Ich bin der Ansicht, dass die Atmosphäre, die in diesem Buch - gerade durch den alten Schreibstil - aufgebaut wird, auf grausamste Art und Weise zerstört wird, so dass ein Abtauchen in die Welt Mittelerde kaum mehr möglich ist. Ständig wird man mit Worten wie "Penner", "Chef" usw. aus dieser Fantasiewelt herausgerissen (die Umstellung von "Ihr/Euch" auf "Sie" ist noch das kleinere Übel!) und es fällt schwer wieder einzutauchen. Ich habe diese Fassung auch meinen Freunden und Bekannten ausgeliehen, denen es ähnlich ergangen ist.

Ich möchte deshalb an alle Neuleser apellieren, sich die alte Übersetzung zu kaufen. Diese kann man mit Sicherheit noch in 20 Jahren lesen und es wird auch dann noch ein Vergnügen sein, Frodo und seine Gefährten auf der Reise nach Mordor zu begleiten.
Ob man da noch die "moderne" Fassung noch modern nennen kann ist eine andere Frage. Vermutlich gibt es dann auch schon eine Auflage, die diesem Zeitgeist entspricht, frei nach dem Motto:
"Yo! Laßt uns nach Mordor sliden und Sauron mal fett den Contest checken"
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