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Kundenrezensionen

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am 3. August 2015
Hier berichtet einer von hinter den Kulissen. Ohne offenkundige Rachgefühle oder Bitternis. Einfach sehr reflektiert und auch schonungslos. Weder sich selbst noch den einen oder anderen Beteiligten.
Um sich immer mal wieder klar zu machen, was dieses Geschäft Fußball heute macht, empfehle ich die Lektüre dieses Buches.
Es hat nichts an meiner Liebe zum Spiel geändert, aber doch sehr wohl den Blick darauf.
Ganz nebenbei ist es wirklich toll geschrieben, den Wechsel zwischen Rückblick und Tagebuch finde ich toll umgesetzt.
Mir hat das Buch großen Spaß bereitet.
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am 20. April 2013
Angeregt durch die derzeitigen Erfolge des FC Bayern habe ich endlich auch das Buch von Timo Heinze gelesen, das schon lange in meinem Lesegerät schlummerte...

Anfangs fand ich interessant, wie der Autor seinen Werdegang beim FC Bayern bis zum Kapitän der Amateurmannschaft schildert. Vermisst habe ich jedoch die Namen von Mitspielern, denn viele müssen ja jetzt in den diversen Profivereinen spielen und es wäre interessant gewesen zu wissen, wer es ausser Niedermayer das noch geschafft hat.

Überzeugend fand ich auch die Schilderung seiner Verletzungsmisere und deren glückliche Überwindung. Aber überhaupt nicht zu verstehen ist die Schilderung seiner "Ausmusterung"! Es kann doch nicht sein, dass ein Junge alle Jugendmannschaften erfolgreich durchläuft und in den diversen Jugendnationalmannschaften spielt, um dann schlussendlich sang- und klanglos als Kapitän der Amateurmannschaft "abgesägt" zu werden. Der Autor versäumt hier glaubhaft zu beschreiben, was zu seiner Ausmusterung geführt hat und es ist völlig unglaubwürdig, dass keiner der Verantwortlichen beim FC Bayern ein Gespräch mit ihm darüber geführt haben soll. Wenn schon nicht sein damaliger Trainer (wer war das?), so doch sicher dessen Vorgesetzter oder der Sportdirektor, denn der Verein hat eine Verantwortung einem Spieler gegenüber, der sein halbes Leben erfolgreich im Verein verbracht hat, wie Timo Heinze immer wieder betont. Auch wenn der Verein keine Verwendung mehr für einen Spieler hat, so bin ich sicher, dass es beim FC Bayern ein "Counseling" gibt mit Ratschlägen, welchen Weg der Spieler weiter gehen bzw. verfolgen sollte. Und nicht zuletzt hat auch Ulli Hoeneß immer ein Ohr für solche Situationen...

Fazit: Die larmoyante Schilderung seiner "Ausbootung" ist nervig und aus meiner Sicht völlig unglaubwürdig. Es muss daher irgendetwas vorgefallen sein, was uns der Autor verschweigt, denn anders ist das Verhalten des Vereins nicht zu verstehen.

Robert Doerner aus München
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am 15. Februar 2013
Timo Heinze bietet mit seinem Buch "Nachspielzeit: Eine unvollendete Fussballkarriere" einen anderen Blick auf den professionellen Fussball, aus der Sicht eines jungen Menschen, der den letzten Schritt vom hoffnungsvollen Nachwuchsfussballer beim prominentesten deutschen Fussballverein zum bekannten Star der Bundesliga und der Nationalmannschaft, nicht geschafft hat.
Dabei begegnen einem bekannte Namen, Weggenossen von Timo Heinze, die jetzt die Bundesliga und teilweise die Nationalmannschaft praegen.
Beschreibt Timo Heinze negative Erlebnisse, dann hat er bewusst Namen weggelassen, es ist also kein Abrechnungsbuch mit der Branche, allerdings weis der Fussballfan natuerlich wer sich hinter dem Trainer der zweiten Mannschaft verbirgt, der Timo Heinze aus seiner Sicht ploetzlich und unerwartet auf das Abstellgleis geschoben und somit den Schritt zum Erst- oder zumindest Zweitligaspieler massgebend behindert hat.
Dies ist aus meiner Sicht auch die Hauptschwaeche des Buches: Timo Heinze sucht die Gruende fuer sein Scheitern als Profifussballer zu sehr bei anderen. Es waren die anderen, ueberwiegend die Trainer, aber auch teilweise die Vereinsverantwortlichen, die ihm im entscheidenden Moment die Unterstuetzung versagt haben, die ihm jene Foerderung vorenthalten haben, die anderen Spielern, mit weniger oder zumindest nicht mehr Talent als Timo Heinze, den entscheidenden Sprung zum Profifussball ermoeglicht haben. Ohne diese Unterstuetzung geraet er in einen Abwaertstrend, einhergehend mit mangelnden Selbstbewusstsein, aus dem er sich nicht befreien kann und der ihn schliesslich zur Aufgabe des professionellen Fussballs bewegt.
Hier macht es sich Timo Heinze etwas zu einfach. Es ist eben kein Zufall, wenn es jemand schafft 10 und mehr Jahre den Lebensunterhalt mit Fussball zu verdienen, sondern dann hat er eben Eigenschaften, die viele, viele Fussballer, auch solche mit Talent, eben nicht haben. Wenn man bereits das Trikot der deutschen Jugendauswahlmannschaften getragen hat, dann ist das sicher eine sehr schwere Erkenntnis.
Alles in allem ist das ein sehr lesenswertes Buches eines intelligenten jungen Menschen, der auch ohne professionellen Fussball seinen Weg gehen wird.
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am 22. Januar 2013
Timo Heinze ist hier ein wirklich erhellendes Buch gelungen. Viele sehen ja ein großes Talent schon dann als gescheitert an, wenn es später nur für die 2. Liga reicht, und man vergisst häufig, dass es die meisten hoffnungsvollen Talente nie ins Licht der Öffentlichkeit schaffen. Dieses Buch könnte das Bewusstsein für die wahren Verhältnisse schärfen.
Die hauptsächlichen Stärken dieses Buches sind, dass es a) sehr gut geschrieben ist und b) der Autor einfach unheimlich sympathisch rüberkommt. Eine Abrechnung mit bekannten Persönlichkeiten ist dieses Buch Gott sei Dank nicht geworden, auch wenn das manche Leute vielleicht bedauern mögen.
Timos fußballerischer Werdegang und seine Gedanken zu den einzelnen Stationen seiner Karriere sind aufgrund seiner offensichtlichen Intelligenz und Selbstreflexion interessant und informativ.
Die 2. Ebene des Buches, nämlich seine Reise nach Bali, wird hier ja teilweise als irrelevant kritisiert. Für mich persönlich ist auch dieser Teil interessant, da ich mich auch für Reiseberichte interessiere; ich kann aber auch die Leute verstehen, die diesen Teil für eher belanglos halten. Vor allem im 2. Teil des Buches macht der Reisebericht einen immer größeren Anteil aus, so dass sich das Buch von seinem eigentlichen Thema entfernt. Man könnte vielleicht vermuten, dass die Erlebnisse auf der Reise irgendwie als Denkanstöße für die Beschäftigung mit der unvollendeten Karriere dienen könnten. Man kennt so was ja, zu sich selbst finden" und solche Sachen. Dies ist aber nicht der Fall. Timo Heinze beschreibt Orte, Erlebnisse und Personen, die er trifft. Das ist immer nett und grundsympathisch, manchmal spannend und manchmal etwas unspektakulär.
Insgesamt kann ich dieses Buch aber empfehlen. Besonders hervorzuheben ist, dass es sich ernsthaft mit Fußball, den Gedanken dazu, sowie den guten und den schlechten Seiten dieses Sportes beschäftigt. Leute, denen die Boulevardthemen rund um den Fußball wichtiger sind als ein 1:0 , werden an diesem Buch eher weniger Spaß haben.
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TOP 100 REZENSENTam 24. November 2012
Jeder kennt die Superstars, die es ganz nach oben geschafft haben. Aber für die 99 % , bei denen es nicht ganz gereicht hat, interessiert sich kaum einer. Obwohl gerade sie die vielleicht interessantere Geschichte erzählen können. Timo Heinze gibt ihnen in seinem lesenswerten Buch eine Stimme und erzählt eine bemerkenswerte Geschichte über Aufstieg und abrupten Fall als Fußballer bei Bayern München.

Mit 12 Jahren kommt er zum deutschen Rekordmeister und durchläuft einen scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg durch alle Jugendteams, der ihn schließlich bis an die Schwelle des Profiteams von Bayern München führt. Er spielt mit jetzigen Nationalspielern wie Mats Hummel oder Thomas Müller zusammen in der Reservemannschaft der Bayern und wird sogar Kapitän. Den Höhepunkt seiner so kurzen Karriere erlebt er wohl am 2.9.2008 - es ist das Abschiedsspiel von Oliver Kahn mit allen Nationalspielern, bei dem er 7 Minuten mitwirken darf. Für ihn vielleicht die schönsten Minuten in seinem ganzen Leben. Denn er hat dem ein ganzes Kapitel gewidmet, schildert, wie er auf einmal Anrufe und SMS von vielen Bekannten und Freunden bekam, die ihn live im Fernsehen sahen.

Aber bald darauf kommt der Absturz. Eigentlich gab es gar keinen richtigen Anlass, waren es im Prinzip nur ein paar durchschnittliche Spiele, die ihm die Kapitänsbinde und sogar den Stammplatz gekostet haben. Aber dann setzte eine Art Kettenreaktion ein. Das Selbstvertrauen schwand, er hatte Angst davor, Fehler zu machen und niemand stärkte ihm den Rücken, bis er schliesslich richtig schlechte Spiele machte und bei Bayern München aussortiert wurde. Ob ihn die Verantwortlichen vom Verein wirklich so herzlos und vor allem grundlos fallen gelassen haben, wie Heinze es darstellt, kann man als Leser nicht beurteilen. Auf jeden Fall ist das Buch kein verbittertes Nachtreten. Das was Heinze schreibt, wirkt authentisch. Wie gefühlskalt es in einem Profiverein wie Bayern München zugehen kann, beschreibt er an mehreren Stellen im Buch. Etwa wenn er von einer einjährigen Verletzungspause berichtet, wo keiner seiner Manschaftskameraden ihn im Krankenhaus besuchen kommt, oder sich auch nur nach ihm erkundigt.

Sein Buch ist vielleicht deshalb so bemerkenswert, weil es den Nerv einer Gesellschaft trifft, die sich immer mehr fragt, ob das unbedingte Jagen nach maximalen Erfolg - der obendrein oft von kleinen, kaum beeinflussbaren Nuancen abhängt, wirklich erstrebenswert ist. Für Timo Heinze ist es das jedenfalls nicht mehr. Das Buch besteht aus zwei Handlungssträngen - einmal der Fußballerkarriere und der zweite Strang sind seine Erlebnisse einer kürzlichen Reise auf Bali, die auch sehr lesenswert sind, obwohl sie nichts mehr mit Fußball zu tun haben. Aber gerade daran merkt man als Leser, dass Heinze mental seine unvollendete Fußballerkarriere schon hinter sich gelassen hat und für ein neues, anderes, aber ebenso spannendes Leben geistig bereit ist. Man kann ihm nur viel Glück dabei wünschen.
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am 1. Januar 2013
Ich kann mich den negativen Rezensionen nicht anschließen.
Für mich gab es in diesem Buch einige neue Einblicke - vor allem in das Seelenleben der heranwachsenden Fußballer.
Wer erwartet, dass Herr Heinze hier mit seinen Trainern oder seinen Mannschaftskollegen "abrechnet", der liegt sicher falsch. Aber darum geht es in diesem Buch auch nicht.
Wir wissen alle, dass es viele Jugendliche gibt, die den großen Traum haben, eines Tages Fußballprofi zu werden. Herr Heinze zeigt in diesem Buch, dass es für einen Jugendlichen - auch wenn er sehr gefördert wird - nicht immer leicht ist, Schule, Freizeit und Fußball zu vereinen.
Dass eine Verletzung zur falschen Zeit einen großen Karriereknick oder sogar das Karriereaus bedeuten kann, ist allen klar, aber Herr Heinze gibt in diesem Buch einen Einblick, welche Gedanken und alltäglichen Probleme solch eine Zeit mit sich zieht.
Er zeigt sehr deutlich, welcher mentalen Stärke es bedarf, die Herausforderungen, Erwartungen und Enttäuschungen zu verkraften.
Das Buch wurde geschrieben, als Timo Heinze beschlossen hatte, seine Hoffnungen auf eine Profi-Karriere aufzugeben. Dass zu diesem Zeitpunkt kein euphorischer Bericht über die letzten Jahre herauskommen kann, ist jedem klar. Daher ist es für die Gesamtstimmung umso schöner, dass die Enttäuschungen durch die Reiseerlebnisse der aktuellen Bali-Reise unterbrochen werden. So ist das Buch nicht von der negativen Stimmung geprägt, sondern der Bericht geht von einer neuen Situation aus, die völlig andere Erlebnisse beinhaltet. Und gerade das finde ich - im Gegensatz zu meinen Vorrednern - sehr gut.
Natürlich wurden schon viele Bücher über den Profi-Fußball geschrieben. Gelesen wurden aber doch meist die Bücher der Stars, die es "geschafft" hatten. Hier schreibt ein junger Mann, in den die größten Hoffnungen gesetzt wurden, der die besten Chancen hatte und der es am Ende doch aufgeben musste. Dafür will er kein Mitleid und es handelt sich auch nicht um Schuldzuweisungen.
Er möchte meines Erachtens einfach zeigen, was dieser Weg wirklich bedeutet.
Daher ist das Buch absolut lesenswert und erhält von mir eine klare 5-Sterne Empfehlung!
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am 11. Februar 2013
Wer sich für Fußball interessiert, wird auch hier einige, wenige kurzweilige Stunden verleben dürfen. Das war es dann aber auch.

Ich kann mich einem Vorredner anschließen, dass die Reiseimpressionen aus Bali den Lesefluss arg stören, ich habe aus diesem Grunde diese einfach weitergeblättert, so konnte ich "am Ball bleiben".

Es kommt gut raus, dass in diesem Bereich Kleinigkeiten und Zufälligkeiten nicht selten eine entscheidende Weichenstellung bedeuten können. Mich stört jedoch, ein mitunter jammernder und klagender Ton. Immer die Verletzungen, die seine eigentlich Großartigkeiten versprechende Entwicklung behindern, dann die bösen Trainer, die nicht mit ihm gesprochen haben, letztlich die "dummen" Spieler (es gibt ein eigenes Unterkapitel über "dumme Spieler"!), die ohne nachzudenken ihr Ding machen und ihm vorgezogen werden.

Er wollte in die Bundesliga, landete aber in der ungeliebten 3.Liga, was er eigentlich als unter seinem Niveau wahrgenommen hatte und fand sich auch dort nach sehr wenigen Spielen auf der Ersatzbank wieder. Eine Konsequenz aus Kleinigkeiten, Zufälligkeiten und Ungerechtigkeiten??? Oder hat es dann einfach nicht gelangt...

So bleibt das Buch ein kleiner Spiegel seiner Fußballkarriere - eine gute Idee, vielversprechende Ansätze, aber die Möglichkeiten letztlich nicht genutzt.

Was man Timo Heinze zugute halten muss: Obwohl auf vielen Seiten Schmerz über subjektiv erlebte Ungerechtigkeiten spürbar war, hat er das Buch nicht zu einem schmutzigen Nachtreten missbraucht. Es gibt keine einzige persönliche Anklage.
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am 24. Juni 2013
Eine recht belanglose Geschichte eines jungen Mannes, der im rauhen Fußballprofi Geschäft auf Grund einer nicht näher definierten Verletzung (langwierige Leistenverletzung) gescheitert ist.Erst in seinem schweren Stadium der Verletzungspause erkennt er die Schattenseiten des Geschäfts. Dies obwohl Bayern München ihm bis 2009 einen gut dotierten Vertrag in der zweiten Mannschaft anbot,Ich glaube es geht vielen jungen Spielern schlechter. Nach nur fünf Einsätzen bei Unterhaching beschließt Timo Heinze an der Sporthochschule in Köln zu studieren. Leider fehlt in diesem Buch die Erwähnung seines Regionalligaeinsatzes bei Fortuna Köln in der Regionalliga West.Auch hier ist nach acht Einsätzen und einer Saison das Comeback beendet.
Der sportliche Leistungsabfall durch eine Verletzung und die Erkenntnis, dass das Leben nicht nur aus Leistungssport besteht ist eigentlich nichts besonderes und schon gar nicht ein Buch wert. Da die Hälfte des Buches ein Reisebericht über einen Selbsfindungstrip nach Bali ist, lohnt sich die Anschaffung vielleicht für Bali-Fans.
Ich wünsche Herrn Heinze viel Erfolg als zukünftigen Sportlehrer, aber als Autor über Fußballdramen sollte er uns verschonen.
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am 4. Dezember 2012
Die Thematik des Buchs hat mich sehr interessiert, immerhin sollte die Geschichte eines Talents nachgezeichnet werden, das den großen Schritt in den Profibereich nicht geschafft hat und über die Hintergründe schreiben möchte. Tatsächlich muss es ja diverse Nachwuchsspieler geben, die nicht in die 1. Mannschaft aufrücken und die Hintergründe einer solchen Entscheidung und der spätere Werdegang dieser Menschen stellt ein interessanten und bisher weitgehend unbeschriebenen Bereich dar.

Leider muss ich nach Lektüre des Buchs feststellen, dass Heinze diesem Anspruch nicht gerecht wird. Wirklich interessant im Buch sind ausschließlich jene Stellen, in denen er auf ehemalige Weggefährten Bezug nimmt, die sich mittlerweile im Profifußball etabliert haben. So musste ich sehr schmunzeln, als der junge Thomas Müller als frech-forscher Bursche beschrieben wurde, der sich nicht viele Gedanken über misslungene Aktionen gemacht hat und von dieser Unbekümmertheit - die er auch im Vorwort mit der ihm eigenen schlichten Sicht auf die Dinge manifestiert - auch heute noch lebt.

Ansonsten ist leider nicht viel Neues über die Fußball-Branche zu erfahren: Dass die seelischen Belastungen im Dunstkreis des Profifußballs hoch sind und viele überfordern, war spätestens nach den Schilderungen von Deisler und Reng (Leese + Enke) bekannt. Ebenfalls ist nicht neu, dass es eine eher egoistische und auf sich selbst bezogene Haltung braucht, um sich letztlich durchsetzen zu können. Heinze bestätigt das insofern, indem er sich selbst als eher nachdenklichen und zur Bescheidenheit neigenenden Typen beschreibt und angibt, dass ihn Misserfolge und fehlende Rückendeckung seiner Trainer ab einem gewissen Punkt regelrecht lähmten. Daraus lässt sich dann unschwer ableiten, dass ihm die vielzitierte Kaltschnäuzigkeit und Unnahbarkeit einfach fehlte und gerade diese Prozentpunkte den Unterschied ausmachen - dies aber ist eben keine neue Erkenntnis, die es in Buchform gebrauch hätte!

Der Autor weist immer mal wieder auf die "Ungerechtigkeiten" im Geschäft hin, lässt den neugierigen Leser aber leider im Unklaren, wie sich dies an seinem konkreten Beispiel äußerte. So beschreibt er, dass er in seiner Karriere häufig durch Verletzungen zurückgeworfen wurde und ab einem gewissen Punkt nicht mehr an die Leistungen früherer Tage anknüpfen konnte, wobei dieser Leistungsabfall sogar objektiv (Beispiel Sprintübungen) nachweisbar war. Leider lässt er offen, inwiefern ihn andere (wer eigentlich genau?) dann "ungerecht" behandelt haben oder ihm Strippenzieher fehlten, die für den Aufstieg in den Profibereich ausschlaggebend seien. Heinze räumt vielmehr gegen Ende des Buches ein, dass er sich auch beim Drittligisten Unterhaching nicht habe durchsetzen können und es insofern nicht überraschend sei, dass Angebote höherklassiger Vereine ausblieben. Das ist schade, lässt 236 Seiten aber eher überflüssig erscheinen.

Negativ fällt für mich weiterhin die Einleitung der Kapitel ins Gewicht, die der Autor mit Berichten einer Reise nach Bali ausschmückt. Mag die stilistische Idee dahinter noch ansprechend sein, so ist die Umsetzung gründlich missraten. Einerseits handeln die Berichte von eher belanglosen Urlaubsereignissen ohne konkreten Bezug zu vorherigen Ausführungen, andererseits nehmen sie häufig den Fluss aus den Schilderungen seiner Fußballerlaufbahn. Als Leser ist man so z.T. dazu gezwungen, zurückzublättern und sich neu zu orientieren, sodass dem Lesefluss besser gedient worde wäre, hätte man diese Passagen ersatzlos gestrichen.

-Fazit-
Das Buch kann mit einigen wenigen Hintergrundinformationen aufwarten, enthält darüber hinaus aber keine wesentlich neuen Erkenntnisse über das Umfeld des Fußball-Profigeschäfts. Vielmehr bestätigt es, dass selbst dem größten Jugendtalent keine Profi-Karriere vorhergesagt werden kann, da diverse Faktoren ausschlaggebend sind - nicht zuletzt die Fähigkeit, sich nach Misserfolgen durchzusetzen und dafür auch ggf. die Ellenbogen auszufahren. Heinze hatte damit Schwierigkeiten und musste (insofern folgerichtig) erfahren, dass andere an ihm vorbeizogen. Die Reiseberichte zu Beginn der Kapitel sind dem Lesefluss abträglich und lassen den Leser rätselnd zurück.

Das Buch eignet sich meines Erachtens nur für jene Leute, die sich bislang eher oberflächlich mit dem Profifußball beschäftigt haben. Wer tiefer hinter die Kulissen blicken möchte, wird durch Timo Heinzes Buch "Nachspielzeit" nicht befriedigt werden.
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am 23. November 2012
Auch ich habe nach langem hin und her dieses Buch gelesen und musste feststellen, dass es fast schon ein Meisterwerk ist! Endlich auch mal die Sichtweise eines gescheiterten Profis der selbstkritisch seine Erfahrungen schildert! Ich finde es sollten sich mehr Menschen trauen, so offen über ihre Erfahrungen zu berichten!
Es gibt soviele Leute die ihren Träumen nacheifern und dann feststellen, wie hart das wahre Leben ist um schlussendlich als Normalo zu enden! Es gibt 3 Pro s für dieses Buch! Unterhaltung, Ernsthaftigkeit, Gelassenheit
Fazit: Mein Feedback fällt absolut positiv aus und ich werde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen
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