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am 2. Juli 2015
Ich habe mir die A99 vor kurzem gebraucht gekauft, für ungefähr 2/3 des derzeitigen "Straßenpreises" für Neuware. Die Kamera ist etwa ein Jahr alt, und hatte bei Kauf 1800 Auslösungen. Sie folgte einer A57, die ich seit etwa zwei Jahren besaß. Als Alternative habe ich die A7 II betrachtet, weil ich glaube dass in Zukunft spiegellose Systeme die SLR/SLT ersetzen werden. Die A7 schied wegen des nicht vorhandenen Bildstabilisators früh aus der Auswahl, der Vorgänger A900 wegen fehlender Liveview/Video-Fähigkeiten und schlechterer Qualität bei hohen ISO-Einstellungen. Systeme anderer Hersteller habe ich wegen meiner bereits vorhandenen A-Bajonett-Objektive nicht in Betracht gezogen.

VERGLEICH ZUR A7 II

Die Verfügbarkeit günstiger Gebrauchter war einer der Gründe, warum ich der A99 gegenüber der A7 II den Vorzug gab, weil diese noch nicht halbwegs günstig gebraucht zu haben ist. Dazu kam, dass die A7 II zusammen mit dem für A-Bajonett-Objektive benötigten Adapter LE-EA4 nicht nur teurer (auch im Vergleich neu-gegen-neu), sondern auch ähnlich schwer wie die A99 gewesen wäre. Schließlich fand ich die Auswahl der FE-Objektive vom Preis/Leistungsverhältnis und in Relation zu meinen vorhandenen Objektiven nicht so attraktiv, als dass diese den Ausschlag hätten geben können.

Das Erscheinen der A7r II, die nun offenbar sogar den eingebauten Sensor-Phasen-Autofokus mit Fremdobjektiven nutzen kann, hat mich zusätzlich verunsichert: denn für Objektive mit eingebauten AF-Antrieb wäre dann der EA-LE3 Adapter die bessere Wahl, womit auch das sowohl bei der A99 als auch bei der A7 mit EA-LA4 Problem der zu engen Fokus-Punkte gelöst wäre (dazu unten mehr). Die Hybrid-AF-Technik der A7r II wird sicherlich bald in einer A7 III Einzug finden, und/oder die A7r II wird im Preis deutlich fallen (Nachtrag Nov. 2015: gerade hat Sony ein Software Update für die A7 II veröffentlicht, was deren Autofokus mit Adaptern auf ein ähnliches Niveau wie das der A7r II zu heben scheint: Ebenbürtig bei kürzeren Brennweiten, noch immer unterlegen bei langen Tele-Brennweiten). Ebenso wie ich die A57 als Übergangslösung bis zur Verfügbarkeit günstigerer Vollformat-Kameras betrachtet hatte, ist die A99 somit nun die Übergangslösung, bis spiegellose Systemkameras mit Vollformat-Sensor und ausgereiftem Phasen-AF günstiger zu haben sind.

Für die A7 II hätten noch Wifi, Kamera-Apps und insbesondere in Verbindung mit FE-Objektiven der kleinere Formfaktor gesprochen, dagegen die daher deutlich geringere Anzahl an direkten Einstellelementen und der sehr laute Verschluss. Der der A99 klingt angenehm gedämpft.

Im direkten Vergleich mit der A7 II und selbst der A57 wirkt die A99 groß und klobig. Betrachtet man sie allein, mit vernünftigen Objektiven davor (mal von kleinen Festbrennweiten abgesehen), wirkt sie immer noch groß, aber recht stimmig. Und die Größe ist natürlich auch eine Voraussetzung, um eine Vielzahl komfortabler Direkttasten unterbringen zu können.

BEDIENBARKEIT

Die Menüführung der Sonys mag gewöhnungsbedürftig sein, aber ich konnte mich ja bereits 2 Jahre daran gewöhnen. Zwei Tipps: man kann einstellen, dass beim Aufruf des Menus nicht immer der Anfang angezeigt wird, sondern der zuletzt gewählte Menü-Punkt. In meinen Augen erleichtert dies die Bedienung gerade in der Lernphase ungemein! Und man kann den "AF Range" Knopf zu einer Hilfefunktion umbelegen, mit dem man dann noch zusätzliche Hilfstexte zu Menü- und Einstellungspunkten einblenden kann.

Ansonsten finde ich auch die große Zahl an Direkt-Tasten großartig: Hier wird meist eine Einstellungsgruppe aufgerufen, die man dann mit dem Joystick bedienen kann. In Verbindung mit der kleinen LCD-Anzeige auf der Oberseite kann man so die wichtigsten Einstellungen wie Auslöse/Bildfolge-Modi, Weißabgleich, Belichtungskorrektur, ISO und natürlich auch Blende oder Belichtungszeit bequem vornehmen, ohne die Kamera zwecks Betrachtung von Sucher oder Monitor-Bild hochnehmen zu müssen. Gut im Vergleich zur A57 ist auch, dass es getrennte Drehregler für Blende und Belichtungszeit gibt, was man von einer "Profi-Kamera" aber eigentlich auch erwartet. Selbst die zierliche A7 II hat diese, und hat der A99 trotz weniger direkt-Tasten sogar noch ein weiteres Drehrad für die Belichtungskorrektur voraus.

BILDQUALITÄT

Die Bildqualität ist auch gut 3 Jahre nach Erscheinen der A99 absolut konkurrenzfähig, insbesondere was den Dynamikumfang und die Farbtiefe anbelangt. Ich fotografiere meist in RAW+JPEG, obwohl mir die JPEGs bereits sehr gut gefallen. Das "DRO - Dynamic Range Opitmization"-Feature leistet sehr gute Dienste darin, den vorhandenen Dynamik-Umfang optimal abzubilden. Um aber ggf. Korrekturen (Belichtung, Weißabgleich, Ausschnitt, Perspektive) ohne unnötige Komprimierungsverluste machen zu können, lasse ich die RAWs zusätzlich mit abspeichern.

Zwar kann sie in Sachen Lichtempfindlichkeit nicht ganz mit den neuesten Vollformat-Kameras mithalten, und liegt dort (teilweise auch durch den SLT-Spiegel bedingt) etwa eine 2/3 Blendenstufe zurück. Der eingebaute Bildstabilisator ermöglich aber noch mal um 2-3 Stufen längere Belichtungszeiten als sie sonst ohne Stativ möglich wären, und das mit jedem Objektiv. Selbst mit einem mäßig lichtstarken Standard-Zoom sind so problemlos handgehaltene Innenaufnahmen ohne Blitz möglich, und gerade bei Festbrennweiten, die meist nicht stabilisiert sind, schlägt sie so die Systeme anderer Hersteller.

Sehr gut ist auch, dass man Ober- und Untergrenzen für die ISO-Automatik festlegen kann, so dass den je nach gewolltem Verwendungszweck für die Bilder entsprechend einrichten kann. Ich beschränke die Obergrenze meist auf ISO 1600, was noch ansehnliche 100%-Ausschnitt-Vergrößerungen am Bildschirm gestattet.

AUTOFOKUS

Der Autofokus funktioniert zwar im Prinzip schnell und zuverlässig, ist aber der Hauptgrund für mich zur Abwertung auf 4 Sterne.

Am gravierendsten ist, dass die AF-Felder sind zu sehr auf die Mitte konzentriert sind, zumindest was Vollformat-Bilder anbelangt. Horizontal wird nur das mittlere Bild-Drittel abgedeckt, vertikal ist es noch weniger. Mit anderen Worten, nur rund 10% des Bildes sind durch AF-Punkte abgedeckt! Ich vermute, da wurde das AF-Modul der originalen A77 übernommen, so dass die Anordnung der AF-Felder im Vollformat um den Formatfaktor 1,5 kleiner wurden. Damit ist z.B. Gesichtserkennung halbwegs nutzlos, weil auf ein Gesicht abseits der Mitte nicht fokussiert werden kann. Und auch der kontinuierliche Autofokus ist damit in vielen Situationen unbrauchbar. Bei Aufnahmen in geringerer Auflösung mit Crop-Faktor (also z.B. auch für die sehr schnellen Serienaufnahmen oder Videos) ist das alles hingegen kein Problem.

Des weiteren sind die Phasen-AF-Unterstützungspunkte für den AF-D (der das Problem sonst mildern würde, weil er einen einmal gefundenen Fokus zumindest in vertikaler Richtung in einem größeren Umfeld verfolgen kann) für mich nicht nutzbar, weil ich kein einziges der unterstützten Objektive besitze. Schaut man sich die Liste der unterstützten Objektive an, so wird klar, dass dort nur aktuelle Sony-Modelle zu finden sind, oder nicht zu alte Minolta-Konstruktionen, weil die offenbar in der Konstruktion zu den aktuellen "rebranded" Sony-Varianten kompatibel sind.

Schließlich gibt es auch keinen Kontrast-AF, mit dem man Front/Backfokus-Probleme vermeiden könnte, den die DSLR anderer Hersteller meist im Live-View anbieten. Zwar kann man für Objektive auch eine Korrektur für derartige Probleme eingeben (was grundsätzlich ebenfalls ein Pluspunkt ist), aber nur einen Wert pro Objektiv. Ich habe nun aber z.B. das ansonsten sehr zu empfehlende Tokina AT-X 28-70 AF 2.8, welches im Nahbereich keinen, sonst aber einen ausgeprägten Backfokus aufweist, so dass ich hier gegebenenfalls stets manuell umschalten oder manuell Nachfokussieren muss.

Um zu den positiven Dingen zu kommen: letzteres macht der DMF-Modus --- "Direkte Manuelle Fokussierung" --- in Verbindung mit Fokus-Vergrößerung und/oder Kanten-Hervorhebung zum Glück mit jedem Objektiv zum Kinderspiel, denn das funktioniert mit jedem AF-Objektiv. In diesem Modus wird wie beim AF-S ("Single Autofocus") das Objekt beim halben Durchdrücken des Auslösers automatisch scharf gestellt, und dann aber automatisch auf manuelle Fokussierung umgeschaltet (inklusive optionaler Farbmarkierung der scharfen Kanten), solange der Auslöser in dieser Position belassen wird.

Positiv ist weiterhin, dass der AF-Einstellbereich begrenzt werden kann, was in vielen Situation hilfreich ist, und fehlende Bereichs-Begrenzer bei Makro- oder Teleobjektiven ersetzt. Dies funktioniert ebenfalls mit allen AF-Objektiven, eine spezielle Unterstützung vom oder für das Objektiv wie fürs ADI-Blitzen oder für den AF-D ist hier nicht erforderlich.

FAZIT

Mit den genannten kleinen Einschränkungen kann ich die A99 empfehlen. Man kann dort mittlerweile auch einen vergleichsweise günstigen Einstieg in die Vollformat-Liga bekommen. Für beschränkte Geldbeutel steht eine große Anzahl hochwertiger und oft sehr günstiger Vollformat-Objektive aus Minolta-Zeiten zur Verfügung. Damit kann man sehr anständige Fotos machen, entweder dauerhaft, oder bis sich das Konto etwas erholt hat (und vielleicht modernere Objektive mit Ultraschall-Antrieb und ähnlichem angeschafft werden sollen). Ich besitze beispielsweise folgende alte Schätzchen, die ich allesamt empfehlen kann (in Klammern gängige Ebay-Auktionspreise): AF 50mm F1.7 (60,-), AF 28mm 2.8 F2.8 (80,-), AF 17-35 F2.8-4 (180,-), AF 70-210 F4 "Ofenrohr" (100,-), sowie das oben schon genannte Tokina AT-X 28-70 AF 2.8 (150,-). Mit denen verzichtet man zwar auf leise Ultraschall-Antriebe für den Autofokus, aber das macht die A99 unter dem Strich günstiger als eine A7 mit FE-Objektiven, bei der man dann noch oft auf den Bildstabilisator verzichten müsste.

Ich würde aber Leuten, die noch keinen A-Bajonett-Objektiv-Park besitzen, bzw. für die die günstigen Gebrauchtpreise solcher Objektive keine Rolle spielen, wahrscheinlich eher zur A7 II (falls der laute Verschluss nicht stört) oder zur A7R II (falls der hohe Preis nicht stört) raten. Warum, erläutere ich unten noch mal ausführlicher im Anhang II.

Und auch für Sport- und Vogel-Aufnahmen ist diese Kamera weniger geeignet, was sowohl an der etwas schlechteren Lichtempfindlichkeit, als auch an den zu eng konzentrierten AF-Punkten liegt. Bei Sony gibt es da im Vollformat allerdings auch noch keine Alternativen. Für diese Anwendung wäre daher wahrscheinlich die A77 II im APS-C Format die bessere Wahl.

ANHANG I: Der Formatfaktor und seine Folgen -- worin sich "Vollformat", "APS-C", und andere unterscheiden

Den meisten dürfte bereits bekannt sein, dass man bezüglich des Bildausschnitts die Brennweite mittels des Formatfaktors umrechnen kann. Was weniger bekannt ist (weil das die Werbung verschweigt), dass man dies für die Betrachtung der gesamten Bildwirkung für die Blende ebenso tun muss! Damit ist dann sowohl die Wirkung der Tiefenschärfe erfasst, als auch das veränderte Rauschverhalten.

Gegenüber einer "Vollformat" digitalen Kamera hat eine APS-C den Faktor 1,5 (oder 1,6 bei Canon), und eine Kamera mit 1"-Sensor wie die RX10 oder RX100 einen von 2,7. Die APS-C Kameras *unterscheiden* sich wiederum davon um den Faktor 2,7 / 1,5 = 1,8. Der Faktor 1,5 entspricht etwa einer Blendenstufe (was genauer die Wurzel von 2, also 1,4 wäre), der Faktor 1,8 fast zwei Blendenstufen.

Zwei Beispiele dazu:

1. Ein 35mm f/1,8 Objektiv wirkt daher an einer APS-C Kamera so, wie es ein 52mm, f/2.7 Objektiv an eine KB-Spiegelreflex ("Vollformat") täte. Die Anpassung der Blende berücksichtigt, dass die Unschärfekreise auf dem schmaleren Sensor geringer ausfallen müssen, damit sich das in der Vergrößerung auf die gleiche Betrachtungsgröße wieder ausgleicht. Behält man die gleiche Belichtungszeit bei, so muss man dann bei der APS-C-Kamera auch nur einen etwa eine Belichtungsstufe geringeren ISO-Wert einstellen, also z.B. ISO-800 statt IS0-1600 an der Vollformat-Kamera. Da der kleinere Sensor bei der gleichen ISO-Empfindlichkeit aber stärker rauscht, gleicht sich das ebenfalls wieder aus.

2. Das 9-26mm f/1.8-2.8 Objektiv einer RX100-III (was mit 24-70mm KB-äquivalent beworben wird) verhält sich mit dem relativen Formatfaktor 1,8 auf APS-C umgerechnet so, wie ein 16-47mm f/3.2-5 an APS-C, was dem Standard-Kit-Objektiv der A58 oder der Sony 5000/5100/6000 recht nahe kommt. An einer A99 wäre ein 24-70mm f/4.9-7,6 das Äquivalent, deren 28-70 F3.5-5.6 Kit-Zoom ist also etwa eine Blenden-Stufe im Vorteil.

Was folgt daraus: Um die gleiche Bildwirkung zu erzielen, müssten Objektive an einer APS-Kamera eine um den gleichen Faktor geringeren Blendenwert wie eine geringere Brennweite haben. D.h. aber, dass der absolute Blendendurchmesser und damit die Linsengröße, und somit auch die Herstellungskosten etwa gleich bleiben müssten! Es gibt daher keinen Grund, warum äquivalente Objektive fürs Digital-Vollformat teurer sein sollten also solche für APS-C Kameras, wenn man das gleiche Resultat erzielen möchte. Noch sind die vergleichbare Objektive wesentlich größer (jedenfalls nicht im Durchmesser) oder schwerer.

Das Problem im APS-C Bereich ist umgekehrt, dass solche vergleichbaren Objektive kaum angeboten werden. Ein 50mm f/1.4 Normal-Objektiv für Vollformat ist nichts besonderes, während es ein äquivalentes 35mm f/0.95 eine Rarität ist! Das Vollformat hat daher praktische Vorteile, wenn hohe Lichtstärken gefragt sind, egal ob wegen der Lichtverhältnisse oder wegen der gewünschten begrenzten Schärfentiefe.

ANHANG II: SLT vs SLR vs Spiegellose

(der Text stammt ursprünglich noch von meiner A57 Rezension aus 2013, ich habe ihn hier aber zur Aktualisierung überarbeitet)

Mit Erstaunen verfolge ich die Diskussionen, die um die Sony SLT-Technik entstehen, die sich um den Punkt drehen, ob man diese noch als (D)-SLR (engl. (Digital)-Single Lens Reflective) oder Spiegelreflexkamera bezeichnen darf. Dabei tauchen auch immer wieder in meinen Augen völlig falsche Erklärungen dazu auf, was denn nun eine Spiegelreflexkamera ausmacht. Daher hier als Nachtrag meine Meinung und ein paar Gedanken:

1. "Reflex" in "Spiegelreflex" kommt nicht daher, dass der Spiegel weg klappt. Sondern schlicht daher, dass der Spiegel Licht reflektiert. Das kann man schon daran erkennen, dass es auch "zweiäugige Spiegelreflexkameras" gibt (engl. Twin Lens Reflectiv, TLR), die mit einem feststehenden Spiegel auskommen.

2. Der tiefere Sinn der Spiegelreflexkameras war es stets, dass Motiv im Sucher *möglichst* genau so zu sehen, wie es auf dem Film erscheint, um dort scharf stellen zu können, ohne den Film gegen eine Mattscheibe tauschen zu müssen. Bei der zweiäugigen Spiegelreflex verwendete man dazu ein zweites Objektiv, das mechanisch mit dem Hauptobjektiv gekoppelt war, so dass die Entfernungseinstellung stets gleich war. Meist war das zweite Objektiv aber einfacher im Aufbau (nicht so gut korrigiert). Der Klapp-Spiegel hat hier sowohl Vorteile bei den Kosten, als auch die bessere Übereinstimmung mit dem späteren Bild (gleiches Objektiv, keine Parallaxen-Fehler). Später wurde das umgelenkte Licht auch für weitere Funktionen genutzt, wie Belichtungs- und automatisierte Fokussierungs-Funktionen.

3. Im digital-Zeitalter kann es aber kaum ein Bild geben, was besser mit dem späteren Ergebnis übereinstimmt, als ein vom Sensor abgenommenes Abbild. Auch dieses ist noch nicht perfekt, denn es ist nicht mit der gleichen Belichtungszeit (und üblicherweise auch nicht der richtigen Blende) abgenommen, und wird nicht in voller Auflösung angezeigt. Aber die volle Auflösung würde man im kleinen Sucherbild eh nicht nutzen können. Stattdessen gibt es ggf. Funktionen zur Vergrößerung des Fokus-Punktes. Daraus folgt für mich, dass die SLTs (und andere Spiegelfreie Systemkameras) den "Geist" der Spiegelreflex viel besser repräsentieren, als deren tatsächliche Vertreter. Sony spricht hier zurecht als den SLTs als die DSLRs der nächsten Generation. Allerdings gibt es definitiv z.Z. zwei Nachteile: Der Spiegel schluckt etwas Licht, und der Sensor ist vor der Aufnahme stets bereits für den Live-View in Betrieb, so dass er sich potentiell etwas erwärmt. Beides ist schlecht für den Signal-Rauschabstand. Allerdings zeigen die Vergleichstests mit DSLRs der gleichen Klasse, dass es so schlimm nicht sein kann.

4. Richtig ist nun aber, dass der Spiegel bei SLTs nur noch dafür gebraucht wird, den Phasen-Autofokus zu füttern. Ein solcher Phasen-AF ist etwas, was man von Digitalen-Spiegelreflexkameras kennt und qualitativ erwartet, und es in dieser Qualität bei spiegellosen Systemkameras bisher noch nicht gab. Sony hat diesen Teil von den alten DSLR einfach übernommen, während die Sucher-Technik umgebaut wurde. Insofern kann auch hier eine starke Verwandtschaft zur SLR nicht bestritten werden.

5. Da stellt sich die Frage, ist der Phasen-AF es wert, dafür den Spiegel in den Bildweg zu stellen, und die Objektiv-Konstruktion besonders für Weitwinkel-Objektive so zu erschweren? Für Sony allerdings nicht, denn die haben einen festen Kundenstamm der (so wie ich) eine Menge an Minolta/Sony-A-Bajonett Objektiven besitzt, und diesen gilt es zu pflegen. Selbst wenn es also gelinge würde, dem klassischen Phasen-Autofokus ebenbürtige Systeme in spiegellosen Systemkameras zu realisieren, wird Sony hoffentlich noch lange das A-Bajonett System pflegen, und sei es nur durch entsprechende Bajonett-Adapter. Allerdings bedingen die die großen, lichtstarken Brennweiten auch weiterhin solide Bajonett-Kamera Verbindungen, so dass es sich wahrscheinlich lohnt, dafür weiterhin eigene Gehäuse anzubieten.

6. Sollte man nun als Ein- oder System-Umsteiger ein SLR, SLT, oder spiegelloses System wählen? Oder stellen wir die Frage mal anders: Gäbe es keine etablierte Technik, und keine Wechsel-Objektive im Bestand, was wäre für einen Hersteller die naheliegendste, sinnvollste Lösung? Meiner Meinung nach scheiden sowohl SLR als auch SLT hier aus, weil ein dem klassischen Phasen-AF ebenbürtiges auf Bild-Sensor-Ebene realisierbares Fokus-System wahrscheinlich nicht mehr lange auf sich warten lässt. Scheinbar ist Panasonic bereits so weit, und Sony mit der A6000 und der A7r II ebenfalls. Dann haben die SLR/SLT nur noch den Nachteil des großen Bajonett-Auflagenmaßes. Stände ich heute vor einer System-Entscheidung, so würde ich ziemlich sicher ein spiegelloses mit kurzem Auflagemaß nehmen, für das es vernünftig anzufassende Kamera-Gehäuse gibt. Hier fiel mir damals als erstes das Micro-Four-Thirds-System ein, was es eben auch mit dem sehr schnellen spiegellosen AF-System von Panasonic gibt.

Inzwischen hat Sony die "ILCE Alpha a7" und "a7r" Kameras mit E-Bajonett und KB-Vollformat-Sensor vorgestellt, und damit eine neue Reihe von "FE"-Bajonett-Objektiven für Vollformat-Sensoren. Die a7 hat Phasen-Autofokus-Felder direkt auf dem Bild-Sensor-Chip mit unter gebracht. Die gerade neu vorgestellte A7r II kann damit sogar adaptierte Fremdobjektive steuern. Die A-auf-E-Bajonett-Adapter wurden ebenfalls für's Vollformat überarbeitet. Für mich ist dies alles ein starkes Indiz, dass die direkten A-Bajonett-Kameras in Zukunft stark an Bedeutung für Sony verlieren werden, und es insbesondere kaum noch weitere SLT-Kameras geben wird (seit ich diese im Frühjahr 2013 zuerst schrieb, ist nur noch die A77 II neu erschienen, und die A65 ersatzlos aus dem Programm gestrichen worden). Sony's E-Bajonett wird hingegen dadurch attraktiver, denn es hat mit der Vollformat-Option gegenüber dem Micro-Four-Thirds-System einen interessanten Vorteil.

Spannend wird sein, ob ein Nachfolger der A99 (der bald erscheinen dürfte, falls es überhaupt noch einen geben wird) noch einen SLT-Spiegel besitzen wird. Angesichts der Fähigkeiten der A7r II könnte dieser entbehrlich sein, aber möglicherweise wird für einen A99-Nachfolger zugunsten einer höheren Auflösung auf den Phasen-AF auf Sensor-Ebene verzichtet, so wie bei der ersten A7r im Vergleich zur A7.
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am 3. Februar 2013
...Und genau das ist es doch, was wir von einer guten Kamera hauptsächlich erwarten, oder?

Nun, das SLT Design und den OLED Sucher kenn ich bereits seit längerem von meinen vormaligen APS-C A55 und A77.
Und das Vollformat liebe ich seit dem Erwerb meiner (mittlerweile betagten) A900.

Daher war ich im letzten Jahr sehr neugierig auf den SLT VF Nachfolger der A900. Auf der Photokina 2012 hatte ich dann ausgiebig Gelegenheit, die A99 unter die Lupe zu nehmen.
Die Bedienung und Funktionalität ist hervorragend, ebenso wie auch Haptik und Ergonomie. Testshots habe ich auf meiner eigenen, mitgebrachten SD Karte gespeichert, um sie Zuhause in aller Ruhe individuell bewerten zu können.
Und was soll ich sagen? Ich habe den Mund am PC nicht mehr zubekommen. Die Bildqualität war Outstanding! JPegs aus der Kamera sind auf sehr hohem Niveau. Schöne Farben, guter Kontrast und bei BaseISO sehr detailreich. Ebenfalls sehr gespannt war ich auf die High ISO Fähigkeiten der A99. Das war bei der betagten A900 nicht so berauschend, und auch die A77 war kein "Monster" in dieser Disziplin. Zumal ja bekannt, dass sich das SLT Design optisch bedingt etwas nachteilig verhält.
Mittlerweile besitze ich die A99 seit Oktober, und stütze meine Rezension auf etwa 4500 Bilder, die ich seitdem mit ihr gemacht habe.
Die A99 beweist, dass Sony hier die Meisterprüfung gemacht hat. Auch wenn sie im direkten Vergleich im synthetischen Benchmark 0,5 bis 1 Stop früher als vergleichbare Konkurrenten Details verliert, so hat man mit der A99 eine Kamera, die sich kritiklos bis ISO 3200 verwenden lässt. Je nach Bildkomposition gibt es auch bei 6400, in selteneren Fällen gar bis 12800 wenig zu meckern.

Die Videoeigenschaften kann ich nicht ganz so gut bewerten. Ich habe zwei oder drei Clips von einigen Minuten Länge gemacht. Mehr oder weniger nur zum Review. Volle manuelle Kontrolle, 50p und sehr gute Fokusleistung. Individuelle Audiokontrolle, und die Möglichkeit zu HDMI Output uncompressed gibt es auch. Ob die Videofähigkeiten damit professionellen Ansprüchen genügt, vermag ich nicht zu beurteilen, die Fotofähigkeiten sehr wohl.

Ich fotografiere meist mit meinen Zeiss 2470 und 85, und meinem G70200. Das ist "Premiumglas"; wie sich die A99 mit anderen Objektiven "schlägt" kann ich noch nicht so sagen.
Im Frühjahr soll jetzt endlich das neue 50/1.4 Zeiss mit SSM kommen. Dann werde ich noch das 1635 Zeiss erwerben, weil ich gern ein Weitwinkel mit Filteraufnahme haben möchte.
Sicher hat Sony nicht ein solch großes Objektiv Portfolio wie die beiden Platzhirsche, aber wenn man sich das Sortiment an Zeiss und G Objektiven anschaut, dann fehlt eigentlich nichts.

Einen Kaufgedanken Wert ist der Batteriegriff, von dem ich persönlich finde, dass er das Handling mit schweren Objektiven ergonomischer macht. Zudem hat man Batteriepower ohne Ende - im Gegensatz zum A900 Griff, kann beim ansetzen des 99er Griffs der Akku im Body bleiben - man hat also drei Akkus.

So, an dieser Stelle höre ich mal auf, euch Leser "zuzutexten", und mache mit meiner bekannten Stichwortbeurteilung weiter. :-)

++ Verarbeitungsqualität
++ Haptik und Ergonomie
++ Gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtet
++ AutoISO frei einstellbar
++ AutoISO in Modus M verfügbar
++ Exzellente Qualität von Jpeg aus der Kamera
++ Sehr schneller und präziser Autofokus, insbesondere mit SSM Objektiven
++ AF-D Nachführ-Autofokus sehr gut (Achtung, derzeit sind noch nicht viele Objektive kompatibel)
++ Autofokus Bereichsvorgabe (Entfernungsbereich, in dem der Autofokus ausschliesslich arbeiten soll)
++ Alle wichtigen Funktionen zum teil mit dediziertem Knopf erreichbar
++ Tethered Shooting per USB Verbindung möglich (Software auf der Beilage CD allerdings doof zu finden)
++ Silent Drück-Drehknopf unten Links, wenn man im Video Einstellungen ändern möchte
++ Dual-SD Kartenslot UHS-I kompatibel
++ Speicherungsart individuell (zB Karte 1 nur Jpeg, Karte 2 nur Raw)
++ Elektronischer Sucher mit 100% Sichtfeldabdeckung, Darstellung, Helligkeit und Informationsanzeige
++ Display sowohl schwenk- als auch drehbar
+ Neuer Blitzschuh (ISO), Adapter ISO auf Minolta im Lieferumfang
+ Moduswahlrad arretiert, man muss den mittleren Knopf drücken um verstellen zu können (wer's braucht..)
+ Individualisierbarkeit vom Menü und den Bedienelementen gut
+ Sehr ordentliche Batterielaufzeit (FM500 Akku, Umsteiger von A77 oder A900 können Zubehörakkus weiterverwenden)
+ In verbindung mit dem neuen VG99 Griff hat man drei Akkus gleichzeitig verfügbar (In-Body Akku lässt sich allerdings nur über DC-In laden, zum herausnehmen muss man den VG99 abnehmen))
- Speicherkartenslot Abdeckung öffnet sich zu leicht (besonders für Nutzer von Handschlaufen; beim herausziehen der Hand aus der Schlaufe passiert es hin und wieder, dass man das Fach aufschiebt)
- Serienbildgeschwindigkeit niedriger als bei der A77, Sportfotografen würden dafür vermutlich ein -- geben
- Neuer AF-D Autofokusmode nur für 6 Objektive verfügbar (das 70200G, 85Z, 135Z und 100Makro kommen mit dem FW Upgrade, das für Februar angekündigt ist)
- Für HDR Bracketing muss man erst umständlich von RAW oder RAW&Jpeg auf JPeg Only umschalten, das sollte eine Highend Kamera selbst auf die Reihe bekommen...
-- Wenn man den SD Modus "Sortieren" (Raw und JPeg auf getrennte Karten) wählt, ist der Aufnahmemodus (Raw, Jpeg,RAW&Jpeg) nicht wählbar, man muss erst Umschalten, und hat dann wieder Zugriff
-- Sony's Preisgestaltung. Es darf nicht sein, dass die Kamera in Amerika 2799 $ und bei uns 2799 € kostet; Japaner haben umgerechnet den Dollarpreis, das ist frech

Alles in allem ist Sony hier ein großer Wurf gelungen. Die A99 macht vom ersten Einschalten an eine Menge Spass, und die Kritikpunkte sind ohne Wertungsabzug verschmerzbar. Bezüglich Bildqualität und Rauschverhalten braucht sie sich nicht hinter ihren Rivalen verstecken. Schade ist nur, dass Sony es aufgrund eines mangelhaften Marketings wieder nicht schaffen wird, ein absolut fähiges Produkt auf dem Professional Markt großflächig zu etablieren.

Ich persönlich bin gegen das "Fanboyrism" immun, und erfreue mich an einer der besten DSLR/DSLT Kameras die je konstruiert wurde.

Daumen hoch un Fünf Sterne
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am 26. Dezember 2013
Ich besitze die Sony a99 seit Veröffentlichung und möchte daher mal ein bisschen was wiedergeben. Ich bin Hobbyfotograf und war vorher mit der Canon EOS 50D unterwegs, bis die a99 rauskam und ich den Systemwechsel durchzog, was ich bis jetzt keine Sekunde bereut habe. Ich wollte zu einer Vollformatkamera wechseln und für die a99 sprachen einige (für mich wichtigen) Vorteile.
Der erste Vorteil: Der elektronische Sucher (beim ersten Blick dadurch war es etwas gewöhnungsbedürftig, aber ich möchte ihn nie wieder missen), für mich der große Vorteil ein Live Histogramm im Sucher zu haben, bzw. alle für mich relevanten Einstellungen im Sucher zu haben.
Der zweite Vorteil: Der AF-D Fokusmodus mit dem Fokus Limiter, gerade den Fokus Limiter finde ich einfach genial, man misst den Vordergrund auf den nicht der Fokus springen soll und stellt den Pfeil einfach hinter diese Markierung und schon ist das pumpen zwischen Vordergrund und Hauptmotiv Vergangenheit.
Der dritte Vorteil: Beim manuellen Fokussieren ist es eine enorme Erleichterung das die Kamera das Focus Peaking beherrscht, somit zeigt eine wählbare Farbe an den Umrandungen an, wo die Schärfe liegt, bevor man das Bild macht. Dies finde ich nicht nur beim fotografieren, sondern auch beim filmen sehr wichtig.
Der vierte Vorteil liegt beim Filmen, da der Autofokus sehr schnell und zuverlässig arbeitet, dank der SLT Technologie.

Das sind auf jeden Fall für mich 3 relevante Vorteile die damals für die a99 sprachen, die Bildqualität und die Verarbeitung der Kamera sind ebenfalls sehr gut.
Natürlich hat die a99 auch einige Nachteile vor allem durch das SLT System: Durch die halbdurchlässige Spiegelfolie vor dem Sensor geht Licht verloren im Vergleich zur normalen Spiegelreflexkamera.
Der elektronische Sucher ist in meinen Augen schon sehr gut, allerdings kommt er nicht an einen optischen Sucher ran.

Mein Fazit für die a99 daher: 5 Sterne, da die Nachteile für mich persönlich absolut unrelevant sind und ich nichts an der Kamera vermisse, außer das die Fokusfelder ruhig weiter zum Rand gehen dürften.
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am 30. Dezember 2013
Ich möchte nicht alles wiederholen, was durch die Vor-Rezensenten bereits ausführlich dargestellt und gewürdigt wurde, aber auf 2 Punkte aufmerksam machen, die meist nur so nebenbei erwähnt werden, für mich aber ganz ausschlaggebend sind. Sie hängen beide mit dem elektronischen Sucher und der SLT-Technik zusammen.

Ich hatte bereits mehrere Jahre ein A850 in Gebrauch, die ich mir vor allem wegen des sehr schönen Sony 70-400 angeschafft hatte. Die Bildergebnisse waren für mich außerordentlich überzeugend. Als Landschaftsfotograf hatte ich aber immer wieder mit dem Problem zu kämpfen, die Schärfenebene so zu platzieren, daß später nirgends im Bild eine störende Unschärfe registriert werden mußte. Vor allem im stärkeren Telebereich kann dieses Problem trotz aller bekannten Faustregeln erheblich werden.

Nachdem ein Freund die A65 gekauft und mir das Focus-Peaking (Kantenanhebung) vorgeführt hatte, begann ich mich ernsthaft mit der A99 zu beschäftigen und habe sie schließlich gekauft.
Das oben beschriebene Problem, die für das jeweilige Bild beste Schärfeneben zu finden, ist durch den elektronischen Sucher mit der aus meiner Sicht nicht hoch genug einzuschätzenden Möglichkeit des Focus-Peakings nun kein Problem mehr. Man kann in den allermeisten Situationen durch diese Hilfe sehr gut erkennen, von wo bis wo das Bild ausreichend scharf sein wird. Diese Möglichkeit war für mich kaufentscheidend und hat sich glänzend bewährt.

Es gibt einen weiteren außerordentlich wertvollen Effekt des elektronischen Suchers: Jeder kennt das Problem, daß oft eine nur geringe Änderung der vertikalen Kameraausrichtung ein in Bezug auf die Farben (vor allem auch des Himmels) völlig anderes Bild erzeugt. Dies wurde mir eigentlich erst bewußt, als ich zum ersten Mal mit mit einer digitalen Kamera fotografierte, die auf ihrem Monitor automatisch ein Life-View-Bild anzeigte. Natürlich ist das erklärbar und, wenn man sich viel Zeit nimmt und gut überlegt, auch bis zu einem gewissen Grad kalkulierbar. Aber die Situation (der "Eifer des Gefechts") steht dem meist entgegen. Da der elektronische Sucher der A99 ein Live-View-Bild erzeugt, ist dies ebenfalls eine große Hilfe gegenüber dem (an sich ja sehr schönen) optischen Sucher der A850, da man tatsächlich das Bild so sieht, wie es später aussehen wird. Hinzu kommt noch die Möglichkeit, das Bild im Sucher zu vergrößern.

Was ich hingegen wie schon an der A850 vermisse, ist die Möglichkeit, RAW mit JPG in der höchsten Qualitätsstufe zu kombinieren. Es gibt Situationen, in denen die Möglichkeiten, die sich bei beiden Kameras bei JPG auftun (z.B. DRO), manchmal zu besseren Bildern führen als es eine nachträgliche Bearbeitung der RAW-Bilder zuläßt. Leider kann man in der Kombination aber nicht die höchste JPG-Qualitätsstufe einstellen. Das ist sehr bedauerlich, da man oft nicht vorher weiß, ob man in der konkreten Situation mit den Zusatzmöglichkeiten von JPG oder mit dem RAW-Bild das bessere Ergebnis erzielen wird. Natürlich kann man nacheinander ein RAW-Bild und ein JPG der höchsten Qualitätsstufe aufnehmen. Meine Erfahrung ist allerdings, daß ich das in den meisten Fällen dann doch nicht gemacht habe (und es bei dem RAW-Bild blieb).
88 Kommentare|48 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Januar 2013
Für knapp 3000 erwartet man natürlich auch entsprechenden Gegenwert. Ich habe diese Kamera nun seit Anfang November und habe gerade in der dunklen Jahreszeit einige fotografische Projekte mit ihr umsetzen können.
Vorab aber zur Einordnung des unten gesagten: Ich bin seit 35 Jahren engagierter Hobbyfotograf (Natur, Architektur und Streetlife), gehe nicht ohne Kamera aus dem Haus (selbst auf dem Weg zur Arbeit), ich fotografiere nahezu ausschließlich im RAW-Modus, Motivprogramme brauche ich nicht, Nachbearbeitung in der Kamera spielt für mich keine Rolle, das mache ich am PC, hier und da, insbesondere im Urlaub, benutze ich die praktische HDR; Panorama und Multiframe-Rauschunterdrückung, trotz JPEG-Format.

Und nun zur Rezension:
Zuerst einmal gilt für die Ausstattung und Funktionsumfang im wesentlichen das, was ich auch in meiner Rezension zur SLT 65 sagte (siehe: Sony SLT-A65V SLR-Digitalkamera (24,3 Megapixel, Live View, Full-HD Video) nur Gehäuse schwarz). Es macht daher Sinn auch diese zu lesen. Die Funktionen Panoramabild, Multiframe Rauschunterdrückung, HDR sowie die Hilfen beim manuellen Scharfstellen (Kantenhervorhebung- und Vergrößerungsfunktion), ein Bildstabilisator, prozentgenaue Batterieanzeige, Live View mit voller Autofokusfunktion wie im Sucherbetrieb!!! gibt es auch bei der SLT 99 und funktionieren dort genauso gut.

Wo sind die Unterschiede und was gibt es Neues:

Das Wichtigste, die Bildqualität:
Erfreulicher Weise hat Sony die Auflösung nicht ins Unermessliche getrieben. Sie liegt bei 24 MP im oberen Bereich und ist wegen der Größe der Dateien noch praxisgerecht. Zur fragwürdigen Sinnhaftigkeit von 24 MP verweise ich auf meine Rezension der A65.
Durch die größeren Sensoren gegenüber APS-C ist aber die Bildqualität insgesamt geringfügig besser, weil die Objektive ein nicht ganz so hohes Auflösungsvermögen haben müssen um den gleichen visuellen Bildeindruck zu erzeugen. Vor allem aber ist die Bildqualität bei hohen ISO-Zahlen deutlich besser als bei meiner A65. Im Vergleich zu meiner A850 ist die Bildqualität (RAW) unter 800 ISO gleich, darüber tritt zunehmend viel weniger Rauschen auf. Rauschen ist erstmals bei der SLT 99 auch im RAW-Modus bis IS0 6400 im Ausdruck kein Thema. Darüber hinaus gelingen mit ein wenig Nachbearbeitung z.B. in Lightroom immer noch hervorragende Bilder. Dies liegt vor allem daran, dass es im Gegensatz zu meiner A850 kaum Farbrauschen gibt und das Helligkeitsrauschen sehr fein ist. Entrauschungsprogramme (wohl gemerkt, wenn überhaupt erst ab ISO 6400) haben dann sehr leichtes Spiel.
Durch den Vollformat-Sensor kann man natürlich besser mit Schärfe und Unschärfe spielen. Wer aber vorwiegend nur bis ISO 1600 fotografiert und gute Linsen für das APS-C Format hat (z.B. Zeiss 16-80) profitiert vom Vollformat vor allem durch den geringeren Schärfebereich, wenn man das denn will.
Zu Testzwecken geschossene JPEG Bilder bestätigen das oben Gesagte grundsätzlich, der Unterschied ist aber nicht ganz so deutlich.

Sucher:
Der ist eine Wucht. Auflösung war ja bisher bei den Suchern der A65, A77 nie das Thema. Bei meiner A65 saufen im Sucher allerdings manchmal die Tiefen ein wenig ab, in der Aufnahme haben sie dann Zeichnung. Hier hat Sony massiv nachgebessert. Das Bild im Sucher wirkt unglaublich natürlich, so dass ich bei Fototouen mit A850 und A99 oft irritiert war, welche Kamera ich gerade vor der Nase hatte. Als Fan der A850 mit einem der besten optischen Suchern im Markt muss ich leider sagen: es gibt für die optischen Sucher keinen vernünftigen Grund mehr. Die Vorteile des elektronischen Suchers, der das entstehende Bild zeigt und weniger die Szene vor der Kamera sind einfach nicht zu leugnen:
- Man sieht alle Einstellungen der Kamera im Sucher eingeblendet, inkl Wasserwaage, Gitterlinie, Histogramm.
- Man sieht am Bild das Ergebnis dieser Einstellungen wie z.B. Weißabgleich, Über-Unterbelichtungen etc.
- Man sieht nach der Aufnahme das endgültige Ergebnis im Sucher und kann es selbst bei hellstem Sonnenlicht bewerten. Gleiches gilt für das Anschauen von bereits geschossenen Bildern.
- Das Bild wird bei sehr dunklen Szenen heller dargestellt so dass man auch dort zuverlässig den Bildausschnitt wählen kann. Zwar rauscht das Bild dann unter Umständen recht stark, aber bei meiner A850 rauscht zwar nichts, aber ich sehe auch nichts.

Geschwindigkeit:
Komischer Weise ist die SLT 99 trotz gleicher Pixelzahl langsamer, sie schafft in RAW-Modus "nur" 5 bis 6 Bilder pro Sekunde, hält dies aber ca. 3 Sekunden durch. Bei meiner fotografischen Arbeit stört das weniger, zumal die Multiframe-Funktionen (HDR, Rauschunterdrückung, Panorama) ziemlich zügig ablaufen. Für Sportfotografen mag das trotzdem ein wenig "Wenig" sein. Dafür hat Sony dann einen fragwürdigen Tele-Zoom Modus eingebaut, der direkt über das Prgrammwahlrad angewählt werden kann. Dieser beschneidet das Bild auf ca. 5 MP und verlängert die Brennweite entsprechend (ca. 4 fach) und schießt ca. 10 Bilder pro Sekunde. Obwohl 5 MP für ein Bild eigentlich völlig ausreichen, halte ich das für Spielerei, dafür kaufe ich mir keine Vollformatkamera, um den Sensor dann elektronisch auf einen Bruchteil der Fläche eizudampfen. Hätte Sony 4 Pixel zu einem gemacht und dabei die Fläche beibehalten und eventuell nochmal die Lichtempfindlichkeit wg. der theoretisch 4 fachen Sensorfläche erhöht, wäre das eine sinnvolle Funktion. So aber, naja.

Bedienung:
Die Kamera kommt aus er Hand von Fotografen für Fotografen, die mit der Kamera oft arbeiten. Die Ergonomie ist auf das blinde Bedienen für den (geübten) Fotografen ausgerichtet. Alle wichtigen Einstellungen lassen sich über eigene Knöpfe, die noch weitgehend parametriert werden können, durchführen. Das besondere aber ist, dass diese Knöpfe und Tasten nicht nur gut erreichbar sind. Sie haben auch alle ein sensorisches Unterscheidungsmerkmal, der eine ist erhaben, der andere versenkt, der nächste liegt in einer Mulde etc. Neben der Lage der Knöpfe kann man zusätzlich an der Form ertasten, was man gerade bedient. Man glaubt kaum, was das für eine Erleichterung ist, wenn man mit der Kamera am Auge und ein wenig Übung beim Druck des Knopfes aufgrund seiner Form die Bestätigung erhält, das ist der Richtige. In Verbindung mit Möglichkeit der Kontrolle der Einstellungen im Sucher entsteht ein ganz anderes Fotografiergefühl, man schaut viel mehr und konzentrierter durch den Sucher um im richtigen Moment auszulösen und setzt die Kamere nicht mehr so oft ab. Für mich, der eine Lesebrille tragen muss zusätzlich ein riesiger Vorteil.
Wer bisher nur mit Kompaktkameras oder den Sony-Nexen fotografiert hat, sollte daher ein wenig Zeit einplanen und mit der Kamera üben.

Die Idee des lautlosen Kontrollers ist gerade fürs Filmen wohl nicht schlecht. Trotz fehlender Rastfunktion kann man trotzdem die Einstellungen auch fürs Fotografieren gut finden.

Der aus der SLT 77 bekannte Schwenkmechanismus des Bildschirms bringt für meine Begriffe in der Praxis nicht so viele Vorteile gegenüber dem Kugelgelenk der SLT 65.

Autofokus
Ich fotografiere grundsätzlich ausschließlich mit dem zentralen Autofokusfeld. Damit stelle ich sicher, dass das Scharf ist was ich scharf haben will und verschwenke dann den Bildausschnitt. Das funktioniert mit dieser Kamera, wie mit nahezu allen anderen Kameras, hervorragend und auch rasend schnell. Das gilt selbst für uralte Minolta-Objektive mit Telekonverter. Angenehm empfinde ich die Kleinheit des zentralen AF- Feldes, dadurch kann dieses präzise auf das Bildwichtige (z.B. auf den Blütenstempel) positioniert werden und man erfasst nicht noch Anderes, was möglicherweise zur Fehlfokusierung führen würde.
Diese 100 oder so zusätzlichen AF-Felder auf dem Sensor und benötige ich nicht, zumal ich noch keine entsprechenden Objektive habe. Ich kann mir aber vorstellen, das der Bereich der AF-Felder eigentlich zu klein ist. Er deckt nur das zentrale Neuntel des Bildschirms ab, viel weniger wie die AF-Felder meiner A65. Das dürfte für Sport und Naturfotografen möglicherweise zu wenig sein, weil das Motiv bei der AF-Nachverfolgung dann möglicherweise keinen Sensor mehr findet. Das gilt im übrigen auch für diese ca. 100 AF-Felder auf dem Sensor, die nicht viel mehr Fläche abdecken. Vielleicht können andere Rezensenten mal was dazu sagen. Wer das AF-Tracking Funktion braucht sollte auf jeden Fall vor Kauf probieren.

Kompatibilität:
Selbstverständlich ist die Kamera mit allen Minolta AF und Sony-Objektiven kompatibel. Auch der neue ISO-kompatible Blitzschuh funktioniert mit (beiliegendem) Adapter an allen alten Blitzgeräten der Alpha-und digitalen Minolta-Dynax Serie. Vorsicht: Uralte Minolta Blitzgeräte aus analogen Zeiten funktionieren nicht, wenn sie auch mechanisch passen. Ich selbst trauere allerdings dem alten Minolta Schuh nach. Blitz drauf, Blitz runter, Ratz Fatz, keine Schrauberei mit Rändelschraube etc. und der Kontakt saß. Mal sehen wie sich die feine Kontaktleiste im neuen Blitzschuh im Alltag bewährt. Bis jetzt gab es noch keine Probleme.

Blitzgerät:
Ein eingebautes Blitzgerät gibt es leider nicht. Zwar hat Sony den sehr kompakten HVL 20 im Programm der gut passt, allerdings ist er mit dem erforderlichen Adapter leider dann doch nicht mehr ganz so schmal und kompakt.

Video
Hier soll die Kamera einen riesigen Schritt nach vorne gemacht haben. Die paar Videos, die ich gemacht habe waren super, aber einfach nur Spielerei, weil ich normalerweise fotografiere. Soweit ich das beurteilen kann, gibt es wirklich einige Fortschritte gegenüber der SLT 65 wie z.B. die Möglichkeit des Aussteuerns des Tones und wohl auch der AF. Sicherheitshalber verweise ich aber mal auf andere Rezensionen.

Zusammenfassung:

Die möchte ich mal mit der Beantwortung der Frage geben:

Hat sich die 2800,-- Kamera

als Besitzer einer A850 VF-Kamera und
einer der besten APS-C Kameras des Marktes (A65) und
einer Reihe hochwertiger neuer und alter Minolta-Sony- VF-Objetive (Festbrennweite- und Zomm)
sowie als Nicht-Filmer aber Ständig-Fotografierer

gelohnt?

Ich sage:
Ja, weil es einen umwerfenden Sucher und damit verbundene tolle Funktionen insbesondere fürs manuelle Scharfstellen (Zoomlupe, Kantenhervorhebung)und der Bildkontrolle vor und nach der Aufnahme nun auch fürs Vollformat gibt,
ja, weil ich dadurch wunderbar mit Schärfe und Unschärfe mit lichststarken Festbrennweiten spielen kann
ja, weil ich nun auch im Vollformat endlich einen klappbaren Monitor mit Live View habe, bei dem ich auch aus ungewöhnlichen Perspektiven fotografieren kann
ja, weil die Bedienung blind sehr eindeutig ist und vor allem
ja, weil die Kamera mit Abstand beste Bildqualität aller meiner Kameras liefert (auch und gerade bei schlechtem Licht)

Nein, wenn ich hierfür ein anders privates Projekt (z.B. Autokauf, Urlaub, Renovierung) deswegen hätte zurückstellen müssen.

Die ein oder andere überflüssige Spielerei verzeihe ich gerne und gebe deshalb überzeugt echte 5 Sterne.
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am 22. März 2016
Hallo,
ich bin seit fast 2 Jahren im Besitz dieser Kamera. Davor hatte ich eine die Sony SLT-A65 ( würde ich auch 5 Sterne geben ). Zunächst muss man sich darüber klar werden, ob man bereit ist eine solche Summe für eine Kamera ausgeben will. Dazu sag ich mal, nicht zwingend notwendig! Hat man diesen Schritt aber gemacht, von APSC-Kamera auf Vollformat-Kamera, fällt es schwer den Rückschritt zu machen. Zumindest was mich angeht.Ich habe mich auch über Mitbewerber vor dem Kauf informiert. In erster Linie Canon, da sie auch sehr viel Zubehör für ihre Produkte im Markt führen. Das ist bei Sony nicht ganz so üppig. Hab aber trotzdem alles gefunden was ich brauchte. Ein Grund war das Klappdisplay, weswegen ich mir die Alpha 99 kaufte. Ich verstehe bis heute nicht, warum Canon dies im obersten Preissegment nicht zur Verfügung stellt.
Nun wird die Alpha 99 in den einschlägigen Medien als Profikamera eingestuft und das kann man, so glaube ich, nicht am Preis dingfest machen. Das Ergebnis der Fotos ist immer eine Beziehung zwischen Mensch, dem Wissen und Gerät. Ich habe auch Fotos mit dem Handy gemacht die Staunen in die Gesichter trieb, als die Betrachter dieses erfuhren.
Aber nun zu Kamera:
Ich habe jetzt schon Angst vor dem Tag wo sie ihren Dienst quittiert! Nach einer längeren Zeit, sich die Fähigkeit der Bedienung anzueignen,kann ich nur eines sagen: Ich würde sie mir nochmal kaufen. Sie bietet tolle Möglichkeiten auf technischem Weg, seiner Kreativittät freien Lauf zu lassen. Wer sich mal die Mühe gemacht hat sich bei Sony die Bedienungsanleitung runter zu laden, wird feststellen, das geht nicht von Heute auf Morgen. Eigentlich wie bei jedem High-Tech Gerät. Ich hatte das Glück, vorher die Alpha 65 zu haben, welches die gleiche Menüführung hatte. Mein Schwerpunkt liegt in der Makro und Telefotografie ( Tiere, Pflanzen, Insekten ). Entsprechende Objektive sind da zwingend erforderlich. Und wie immer, müssen es nicht die teuersten sein. Ich verwende ausschließlich Objektive der Marke Tamron.
Der Cropfaktor fällt, wie er bei den APSC-Kameras vorhanden ist, weg. Vor dem Kauf also prüfen, wenn schon Sony Alpha vorhanden, ob die Objektive weiter zu nutzen sind. Zwar bietet die Alpha 99 im Menü eine Anpassung an, was auch löblich ist, aber ich war mit den Ergebnissen nicht zufrieden. Deswegen mussten auch ein paar Objektive verkauft und neu angeschafft werden. Und wenn man diesen Punkt im Markt verfolgt, dann sind die Objektive anderer Hersteller für Sony Alpha Kameras teurer, als für Canon oder Nikon z.B.. Unverständlich, da Objektive für die Alpha 99 kein Bildstabilisator im Objektiv brauchen, dieser befindet sich ja in der Kamera. Ein großer Vorteil, wie ich finde. Nur die Industrie begründet diesen Weniger-Aufwand als Mehr-Aufwand mit entsprechendem Aufpreis.Schade eigentlich! Marketing eben! Aber die Kamera ist aus meiner Sicht sehr zu empfehlen, für jene, die Marke und Preis nicht scheuen.
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am 28. Januar 2013
Der Titel verspricht viel, aber das wird auch gehalten.

SLT nennt Sony die "Evolution der SLR", zurecht. So stellt man sich Evolution vor.

Nachdem ich die D800 ausführlich testen konnte und die 5D Mark III für über 6 Monate hatte, habe ich letztere gegen die Sony SLT-A99V eingetauscht und bereue es keine Sekunde.

Ich verwende die A99 hauptsächlich mit einem Sigma EX DG HSM 24-70 f/2.8 Objektiv welches ich in genau dieser Kombination auch nur weiter empfehlen kann.

Ich fotografiere genauso oft im RAW wie im JPEG da ich nicht an jedes Foto automatisch den höchsten professionellen Anspruch stelle somit erwarte ich von einer Kamera auch hervorragende JPEG Ergebnisse. Billige ausreden wie "Profis fotografieren im RAW" um eigentlich zu sagen "Wir sind zu dumm einen richtigen JPEG Converter einzubauen" finde ich lasch. Wenn ich in 4 Wochen Urlaub über 1600 Fotos mache sitze ich danach nicht 2 Wochen am Rechner und bearbeite die nach.

Wer das wirklich tut, tut mir Leid. Ich fotografiere bei wichtigen Terminen in RAW oder bei Fotos wo ich mit Nachbearbeitung noch einiges raus holen möchte o.ä. aber nicht jedes Foto. Wozu auch.

Dank der hervorragenden JPEG Engine mit ausgezeichneter HDR Funktion und ebenso guter Dynamik Optimierung (DRO+) ist man nur in den seltensten fällen überhaupt gezwungen die Fotos nochmals an zu fassen.

Bei mir kommen zu über 97% perfekte Fotos aus der Kamera und nur für die restlichen 3% verwende ich RAW.

Belichtungsmessung, Weißabgleich, DRO+, HDR, alles funktioniert wie es soll und liefert traumhafte Fotos.

Die Kamera hat leider das gleiche AF-Modul wie die A77 was bei Vollformat etwas arg klein und mittig wirkt, durch das hervorragende Subject Tracking aber mehr als wieder gut gemacht wird.

Ebenso der OLED Sucher ist einfach nur göttlich, nicht zuletzt diesem habe ich zu verdanken das über 97% der Fotos bereits fertig aus der Kamera kommen. Man sieht schon vorher ob Weißabgleich, belichtung & Co. perfekt passen und passt schon vor dem schießen an.

Das macht Nachbearbeitung in den meisten Fällen unnötig.

MFNR (Multi Frame Noise Reduction) ist ein Feature welches von einigen Fotografen gemieden wird. Es macht 6 Fotos hintereinander und rechnet diese zusammen um das Rauschen zu reduzieren.

Der ""nachteil"" ist das es nur mit JPEG funktioniert und manche Fotografen bekommen ja Pickel auf den Augen wenn sie nur JPEG hören und fotografieren lieber im RAW bei ISO 25'600 und machen die Rauschunterdrückung nachträglich.

Jeder der so denkt, verpasst was. Durch MFNR wird das rauschen um bis zu 2 ISO-Stufen reduziert. Kein NR Algorythmus ,selbst der vom 234090324 € Adobe, kommt nicht annähernd an dieses Ergebnis. Bei ISO 25'600 mit MFNR sieht das JPEG um Welten besser aus als das RAW je aussehen könnte.

Blöd also wer sich daran aufhängt was "Professionell" ist weil andere Hersteller (mit großem Beispiel voran Canon) ganz klar vorschreiben was Professionell ist und alles andere aus der Kamera entfernt. Schade.

Bildstabilisator im Body ist bei Sony natürlich Pflicht und funktioniert perfekt. Bei Videos wird zusätzlich gecropped um die ungenutzte Sensorfläche ebenfalls zur Bildstabilisierung zu nutzen.

Ein 60p FullHD Video, Hand gehalten bei 300mm, überhaupt kein Problem. Vollkommen Stoß/Wackelfrei. So soll es sein, danke Sony =)

Zwei SD-Kartenslots, sehr schick, verwende 2x64GB SDHC Class 10 Speicherkarten /45 € das Stück), funktionieren ohne Probleme, die Kamera verkraftet aber spürbar noch schnellere Speicherkarten.

Die Buttons sind größtenteils vollkommen frei Konfigurierbar und man hat nicht wie bei der 5D Mark III nur eine begrenzte auswahl von Optionen die laut Canon für diese Taste Sinn machen. So habe ich bei mir eine Schnellwechseltaste für RAW/JPEG und mehrere Tasten mit JPEG Funktionen (DRO/HDR) belegt.

Dort wo bei der A77 eine Blitztaste ist, ist hier bei der A99 eine Frei belegbare.

Wer manuelle Objektive nutzt darf sich am Fokus Peeking erfreuen, und natürlich auch hier an der Bildstabilisierung =)

Ich verwende für die Nachbearbeitung digiKam und dort wird für die Übersicht/Vorschau dann die JPEG Vorschau aus der Kamera genutzt mit den JPEG Einstellungen.

Beim Druck auf "Bearbeiten" bekommt man dann das original RAW zu Gesicht. Das wird zugegeben erst etwas flau (vor allem wenn man vorher das JPEG gesehen hat), allerdings perfekt zum nachbearbeiten, und da geht bei der A99 einiges.

Im Gegensatz zur 5D Mark III hat die A99 eine wesentlich höhere Dynamik + kein nerviges Rauschen bei ISO 100 was die vorhandene Dynamik zusätzlich benutzbarer macht (bei der 5D Mark III springen nur knapp 7 Blenden Rauschfreie Dynamik raus, bei der A99 dagegen über 9).

Die 5D Mark III hat das bessere AF-Modul, allerdings kein Subject Tracking. In der Praxis hat sich bei mir das Subject Tracking als wirkungsvoller als die 61 AF-Felder der 5D3 erwiesen. Kann bei anderen aber anders aussehen.

Nun was soll man sonst noch zu der Kamera sagen, ich könnte Tagelang von ihr schwärmen. Ich hab mir schon damals, als ich die A77 hatte, gewünscht "Gäbe es doch die A77 mit Vollformatsensor". Tja, hier ist sie, A77 mit Vollformatsensor + weitere unzählige Verbesserungen.

Anmerken möchte ich noch das Klappdisplay. Dieses ist durch 3 Achsen extrem beweglich und extrem stabil. Nicht zu unrecht hab ich das Gefühl dass das Klappdisplay mich überleben wird, genauso wie die ganze Kamera.

Habe Sie auch schon bei Bedingungen unter -15° verwendet, konnte keine Elektronikfehler finden oder ähnliches. Die Firmware hat hier und da winzige Bugs welche von Sony aber schon als behoben bestätigt wurden und das Firmware Update steht in den Startlöchern.

Es sind allerdings keine groben Bugs die den Verlust von Bildern zur Folge haben oder ähnliches, dennoch nervig wenn die Kamera für 10 Sekunden nicht reagiert (was aber relativ selten auftritt).
Die Beschichtung des SLT Spiegels leistet ebenfalls ganze Arbeit, niemals jemals irgendwo "Ghost" Effekte oder ähnliches entdecken können (auch bei der A77 nicht) und bei Temperaturwechseln beschlägt der Spiegel auch nicht (im Gegensatz zur Frontlinse :P).

Video Funktion ist Top, kann man nicht mehr zu sagen. Macht 60p (bei NTSC, 50p bei PAL) und zwar bei FullHD, Bildstabilisierung wie bereits erwähnt perfekt.

Die Kamera hat noch einen Telezoom Modus in dem auf 8b/s bzw. 10b/s erhöht werden kann. Positiv ist hier die optimierte AF-Messung und Belichtungseinstellung, negativ das bei 10b/s auf 4,6 Megapixel runter gedreht wird und bei 8b/s auf 10. Im Endeffekt nimmt einem die Funktion das nachträgliche zoomen am PC ab und liefert dafür optimierte Einstellungen für Tele-Fotografie. Ich persönlich mag die Funktion nicht so, aber das Vorhandensein ist definitv kein Negativpunkt.

Durch das SLT Design macht auch endlich die Tiefenschärfenvorschautaste Sinn. Wenn man auf Blende 16 Stellt und die Tiefenschärfevorschautaste verwendet, ist das Sucherbild immer noch gleich hell. Bei meiner 5D Mark III hab ich da teilweise gesehen wie bei dichtem Nebel bei Nacht :/

Einfach alles an dieser Kamera ist einfach ausgezeichnet; hier nochmal die Kurzübersicht (Funktionen die es bei anderen Herstellern in der Preisklasse nicht gibt sind mit einem "!" hervorgehoben)

+ Großer Heller 100% OLED Sucher mit Wasserwaage, Histogramm, Bildvorschau & Co.!
+ Bildstabilisierung bei Fotos mit jedem Objektiv!
+ Bildstabilisierung bei Videos mit jedem Objektiv!
+ Bildstabilisierung bei Videos ist vollkommen geräuschlos!
+ MultiFrame Rauschunterdrückung bis ISO 51k (gibt es auch bei der EOS 6D, allerdings funktioniert diese dort schwächer)
+ RAW Qualität
+ JPEG Qualität
+ Buttons sehr frei Konfigurierbar!
+ Subject Tracking!
+ 3-Achsen-Klappdisplay!
+ HDR Modus
+ DRO Modus
+ Belichtungsmessung
+ Phasen Autofokus bei Videos!
+ 60p bei Videos
+ 60p bei FullHD!

Klare Kaufempfehlung, aber schaut lieber vorher mal bei eurem Lokalen Fotohändler vorbei, der Preis bei Amazon ist doch relativ hoch da Amazon die A99 irgendwie extrem Spät im Programm hat.

Diese Kamera wurde vollkommen zurecht von dpreview und imaging-resource (die haben ein extra Webseiten Design gemacht da das normale Webseiten Design der Kamera nicht gerecht wäre) als beste Ihrer Klasse ausgezeichnet.
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am 24. Dezember 2014
Ich habe nun seid 13 Monaten die Alpha 99 und bin immer noch hin und weg. Die Bedienung, Ausstattung in Verbindung mit der Arbeitsgeschwindigkeit verdienen ein Lob. Eine tolle ausgewogene Kamera die auch nicht durch ein neue Erwerb der Alpha 7r ersetzt werden konnte. Beide haben ihre Vorteile für mich und beide erfüllen bei mir unterschiedliche Zwecke. Die Alpha 99 ist sehr leise, sehr diskret, trotz der Größe macht sie nicht jeden auf sich aufmerksam. Keine Kinder die sich erschrecken vom Verschluss, kein stören durch die Kamera während der Hochzeit. Und das sind nicht gerade die stärken der A7r! Die 99 liegt trotz mehr Gewicht als die A7r besser in der Hand, läßt sich besser und intuitiver Bedienen ohne das Auge vom sicher zu nehmen, das Händling mit großen Objektiven klappt bei der 99 einfach besser, ist einfach besser aus balanciert. Aber aufgrund der Größe hab ich sie nicht immer dabei. Und da kommt mir die größe und das Gewicht der A7r entgegen. Kleine Kamera und kleine Objektive führen bei mir mehr dazu, sie mehr dabei zu haben. Die Bildqualität der Alpha 99 ist für meine Ansprüche sehr gut, rauscht mehr als andere Vergleichbare Kameras aus denn Hause Nikon oder Canon, hat aber dafür in mein Augen ein besseren erhalt von Texturen. Da muss halt jeder selber für sich entscheiden was wichtiger ist. Für mich ist die Alpha 99 eine sehr gute Allrounderin mit einen gerechtfertigten Preis von momentan 1800euro.
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am 13. Februar 2013
Ich habe die Kamera jetzt seit Dezember und habe den Kauf bis jetzt definitiv nicht bereut.

Bildqualität:
Die Bildqualität ist Excellent, auch schon in JPEG. Ich mag es das Sony Fotos von Hause aus "knackig" sind. Scharf, schön gesättigte Farben und einen guten Dynamikbereich, besonders wenn man DRO nutzt (Dynamic Range Optimizer). Ich lasse DRO eigentlich immer auf AUTO (in JPEG). Wenn ich in RAW fotografiere habe ich sehr gute Erfahrung mit DXO gemacht, die Software arbeitet wunderbar mit der Kamera zusammen und holt aus den hohen ISO noch einmal etwas mehr heraus. Empfehlenswerte ISO Einstellung (MEINE persönliche Meinung) kann man uneingeschränkt bis ISO 800 benutzen nahezu ohne Abstriche. Bei Iso 1600 nehme ich ungerne JPEG, sondern nutze DXO als RAW Konverter und die Fotos werden noch gut. 3200 - 6400 gut nutzbar wenn es denn unbedingt sein muss. Auch Fotos bei 12.800 sehen ok aus, das ist nicht mehr mein Nutzungsbereich.

Geschwindigkeit:
Durch die SLT Technik und den Hybriden AF arbeitet der AF super treffsicher, zumindest mit SSM Objektiven. Bei älteren Minolta Objektiven mit Kardanwelle ist die Kamera immernoch schneller als frühere Kameras, aber man merkt schon einen deutlichen Unterschied. Auch die SAM OBjektive sind leider nicht so schnell. Das gleiche gilt bei Fremdobjektiven. Aber mit den Zeiss Objektiven 16-35, 24-70 und das 70-200G arbeitet die Kamera so rattenschnell und treffsicher, das kannte ich bisher noch von keiner Kamera. Und dennoch bleibe ich meinem alten Motto treu: Möglichst nur das AF Feld in der Mitte nutzen.

Videoqualität:
Einer der Gründe warum ich bei Sony gelandet bin, ist definitiv die Videoqualität. Meine NEX-7 hat schon traumhafte Videos erzeugt und die A99V setzt einfach noch einmal was drauf. Der AF ist absolut nutzbar und auch gut einstellbar. Das eingebaute Mikrofon ist schon sehr gut, aber auch gerade die Erweiterbarkeit durch den Multi-Interface-Shoe hatte mich sehr überzeugt. Ich bin gespannt was hier noch an Zubehör kommt. 50p nutze ich gerne für SlowMotion Effekte (auf 25p verlangsamt). Halbe Geschwindigkeit und dennoch Full-HD. Genial. Gewünscht hätte ich mir von Haus aus ein Zeitlupeneffekt im Videomodus, dann müsste ich das nicht aufwendig im Videoschnitt machen.

Ausstattung:
Der variable Monitor ist genial. Warum macht das sonst keiner in dieser Klasse? Muss man als Profi immer durch den Sucher sehen? Finde ich gar nicht. Der Klappmonitor ist super hilfreich beim fotografieren von Kindern und auch bei Makroaufnahmen.

Sucher:
Ich offen neuen Technologien gegenüber aber hatte schon etwas Sorge ob das so das Ware ist für jede Situation. Im nachhinein muss ich sagen ist der elektronische Sucher in fast allem dem optischen überlegen. Das mag subjektiv sein. Aber ich konnte noch nicht so schnell reagieren, Einstellungen verbessern, sehen ob die Belichtungskorrektur sitzt, der Weißabgleich passt, das Foto nach der Aufnahme gut geworden ist ohne den Sucher vom Auge zu nehmen. Gerade bei Potraits sehr praktisch.

Fazit:
Also für mich tut die Kamera alles was sie soll und eigentlich noch viel mehr was ich gar nicht brauche. Genial ausgestattet. Ich werde die Kamera so lange behalten bis es eine Vollformat NEX geben wird, dann werde ich mir sicherlich das Geschleppe sparen und sie wieder verkaufen. Aber wer weiß wann das soweit sein wird. Die Gerüchteküche brodelt. Bis dahin fotografiere ich mit der A99V. Und wenn Sie mir mal zu schwer wird die NEX-7 als Zweitkamera.
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am 23. Juli 2013
Bin jetzt rund 3 Monate mit der A99 unterwegs und restlos begeistert. Die Kamera macht einfach nur Spaß!
Habe vorher mit einer Canon EOS-50D fotografiert, deren Body und Handling ich eigentlich schon als perfekt empfand.
Das A99 Gehäuse liegt noch besser in der Hand und ist genauso leicht, trotz Vollformat.
Der Wechsel von der EOS-50D auf die Sony A99 ist ein echter Quantensprung in allen Belangen. Handling, Ausstattung und Bildqualität... einfach nur genial!
Der elektronische Sucher... möchte ihn nicht mehr missen. Gerade im Dunkeln und bei starkem Gegenlicht von enormen Vorteil. Das Klappdisplay in der Kameraklasse immer noch einmalig... warum fragt man sich! Benutze es in so vielen Situationen und ersparte mir schon etliche Verrenkungen und Stunts!
Eigentlich wurde alles schon in den vorhergegangenen Rezensionen sehr gut umschrieben und ich verweise einfach auf diese. Warum alles noch einmal schreiben.
Wo ist Kritik anzusetzen? Nichts ist perfekt... auch bei der A99 nicht! Der Sucher zeigt das Bild etwas gesättigter als im wahren Leben. Zusatz Akkus sind absolute Pflicht und mit Touchscreen wäre die Kamera 100%tig. Auch die Druckpunkte der Bedienelement sind zuerst gewöhnungsbedürftig, da nicht wirklich vorhanden.
Der Preis für den Body ist im freien Fall nach unten und so mit kaum noch ein Thema gegenüber der Konkurrenz!

Persönliches Fazit:

Wer wie ich einen Systemwechsel wagt und nicht Markenbezogen ist, sollte sich die A99 mal näher ansehen. Kann ich nur wärmstens empfehlen.
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