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4.0 von 5 Sternen "Ich will in meinem Leben nie wieder Verlierer sein."
1959 drehte Sidney Lumet "The Fugitive Kind" (dt. Verleihtitel: Der Mann in der Schlangenhaut) nach Tennesse Williams "Orpheus Descending".
Zur Handlung: Der Musiker Valentine Xavier (Marlon Brando), wegen seiner Lederjacke auch "Snakeskin" genannt, wird nach einer Schlägerei in New Orleans der Stadt verwiesen. In einer Kleinstadt in Mississippi macht er Halt...
Vor 22 Monaten von christine veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu viel gewollt und zu wenig geliefert
Denkt man an Tennessee Williams, so denkt man zunächst an die Meisterwerke wie "Cat on a Hot Tin Roof" oder "A Streetcar named Desire". Daß er irgendwann begann, seine Stoffe direkt für gewisse Schauspieler zu schreiben, vergessen die meisten schnell. "Orpheus' Descending", wie die überarbeitete Vorlage dieses Films hieß, war nach...
Vor 20 Monaten von Gavin Armour veröffentlicht


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Ich will in meinem Leben nie wieder Verlierer sein.", 28. Mai 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mann in der Schlangenhaut - The fugitive Kind (KSM Klasiker) (DVD)
1959 drehte Sidney Lumet "The Fugitive Kind" (dt. Verleihtitel: Der Mann in der Schlangenhaut) nach Tennesse Williams "Orpheus Descending".
Zur Handlung: Der Musiker Valentine Xavier (Marlon Brando), wegen seiner Lederjacke auch "Snakeskin" genannt, wird nach einer Schlägerei in New Orleans der Stadt verwiesen. In einer Kleinstadt in Mississippi macht er Halt und bleibt, als ihm Vee Talbot (Maureen Stapleton), die hilfsbereite Gattin des örtlichen Sheriffs (R.G. Armstrong), verspricht, ihm bei der Jobsuche zu helfen. Lady Torrance (Anna Magnani), deren Mann Jabe (Victor Jory) nach einem Krankenhausaufenthalt nicht mehr arbeiten kann, stellt ihn als Verkäufer ein. Die exzentrische Carol Cutrere (Joanne Woodward) versucht, den attraktiven Xavier zu umgarnen, der sich aber trotz anfänglicher Reibereinen allmählich mit der älteren, vom Leben enttäuschten Lady anfreundet. Mit Carols Bruder David (John Baragrey) verbindet Lady eine gemeinsame Geschichte. Anlässlich der von Lady geplanten Eröffnung eines Lokals eskalieren die Konflikte zwischen den Eheleuten Torrance und Sheriff Talbot versucht den vermeintliche Unruhestifter Xavier aus der Stadt zu jagen.

Der Fan wird reichlich aus dem Williams-Fundus bedient: Rassismus, Lynchjustiz, ein dunkles Geheimnis, das im Laufe des Films zu Tage gefördert wird, Heuchelei, Ehekrieg und Ehebruch, "unangepasstes" Verhalten, Nymphomanie, Landstreicherei usw. Dass das Stück zunächst durchgefallen ist und auch später (1957) am Broadway kein Erfolg war, hat mich nicht ganz überrascht. In der Broadway-Version spielte Maureen Stapleton Lady, die in der Verfilmung nur die kleine Nebenrolle der Sheriffsgattin hat. Im Vergleich zu Klassikern wie "Die Katze auf dem heißen Blechdach", "Die Glasmenagerie" oder "Die Nacht des Leguan" empfinde ich weder die männliche noch die weibliche Hauptrolle als besonders mitreißend gestaltet, dabei hatten beide Hauptdarsteller großen Erfolg mit Verfilmungen von Tennessee- Williams- Stücken, Brando mit "Endstation Sehnsucht", Magnani mit "Die tätowierte Rose". Das Einzige, was wir über Xavier wissen, ist, dass er nach einem "solideren" Leben strebt (ich denke, die Prologszene -war die überhaupt im Originalstück?- skizziert dies kurz), aber im Laufe des Stücks macht er keine wie auch immer geartete Entwicklung durch. Sein Ende ist bitter, aber irgendwie nicht logisch aus der Handlung entwickelt. Wenn ich daran denke, wie Brick mit seiner Homosexualität oder Reverent Shannon mit seinem verlorenen Glauben rang, empfinde ich Brandos Rolle als ausgesprochen eindimensional. Unleugbar ist Rassismus (nicht nur gegenüber den Farbigen, sondern auch gegenüber den italienischen Einwanderern) das Hauptthema. Wie Williams es schafft, das ganz ohne farbige Darsteller hinzubekommen, ist ja schon sehr seltsam. Das düstere Geheimnis um den Tod ihres Vaters, das Lady mit sich herumschleppt, ist bald gelöst, aber der Dialog ist da zu eineindeutig, gleich zweimal muss Magnani nachhakten: "Sagtest Du `wir`?". Eine unverhoffte Schwangerschaft führt zu ein paar gewöhnungsbedürftigen Dialogzeilen. Wie ein "Christbaum" wolle sie sich schmücken lassen, jubiliert die Betroffene. Falls das von Williams ironisch gemeint sein sollte, kommt das beim Zuschauer einfach nicht an. Wenn ich da an die bissigen Bemerkungen in der "Katze" denke, in der Williams aus dem Ergebnis heterosexueller Verbindungen "halslose Monster" macht, ist dies besonders dröge. Die Stärken des Stückes werden von Lumet aber erkannt und ansprechend umgesetzt. Da das Rassismusthema in der Handlung zu sehr auf der Stelle tritt, wird der Sheriff als Hüter dieser üblen "Ordnung" (es kommt schon mal vor, dass ein Ausbrecher auf der Flucht erschossen wird) mehrmals aus der Unterperspektive mit hämischem Grinsen gezeigt. Jabe Torrance ist -wie Burl Ives in der "Katze"- ein todkranker Patriarch, der aber hier allenfalls zur rassistische Karikatur verkommt, aber immerhin in einem Krankenzimmer residiert, das wie ein Bretterverschlag aussieht, so als sei er in seinem eigenen Gefängnis gefangen. Lady und Valentine schmücken das Lokal aus und die überbordenden, hauchzarten Dekorationen stehen im auffälligen Gegensatz zur ungeschliffenen Umgebung. Das muss provozieren.
Die Geschwister Cutrere sind für mich die schwächsten Figuren im Stück. Joanne Woodward hat zwar einen wunderbaren Monolog, wenn sie darüber berichtet, wie sie mit Sackhüpfen eine Hinrichtung verhindern wollte, bleibt aber seltsam blutleer. Anscheinend war Woodward seit ihrer Oscarrolle in "The three faces of Eve" auf Rollen exzentrischer junger Frauen abonniert, aber hier muss allein das unvorteilhaft gefärbte Haar dafür stehen. Xavier wird sie als Nymphomanin beschreíben - reine Behauptung, die Darstellung Woodwards gibt das nicht her. Ihr Filmbruder hat eine dramatische Szene mit Magnani und wird dann vom Drehbuch wieder vergessen, ich mag solche Stichwortgeberrollen nicht. Im Finale wird die Feuerwehr ausrücken müssen, aber nicht, um in erster Linie einen Band zu löschen. Wie mit Wasserwerfern versuchen die Alteingesessenen die Stadt vermeintlich zu "säubern".

Der melancholische Score stammt von Kenyon Hopkins, der auch die Musik für Lumets "Die zwölf Geschworenen" und für "Haie der Großstadt" geschrieben hat.
Brando liefert alle seine von den Fans geliebten Manierismen, aber wofür? Dass Brando und Magnani sich am Set nicht verstanden haben, halte ich für glaubhaft. Mitunter hatten die durchaus hinreißenden Darstellungen etwas Selbstzweckhaftes.
Die Ausstattung der DVD ist schlicht, lediglich deutsche UTs, der Trailer, eine (überflüssige) Bildergalerie und Infos zu Lumet und den Hauptdarstellern auf Texttafeln.

Fazit: Halbgarer Williams, von Brando und Magnani durchaus ansprechend interpretiert. Für Fans ein Muss.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu viel gewollt und zu wenig geliefert, 18. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mann in der Schlangenhaut - The fugitive Kind (KSM Klasiker) (DVD)
Denkt man an Tennessee Williams, so denkt man zunächst an die Meisterwerke wie "Cat on a Hot Tin Roof" oder "A Streetcar named Desire". Daß er irgendwann begann, seine Stoffe direkt für gewisse Schauspieler zu schreiben, vergessen die meisten schnell. "Orpheus' Descending", wie die überarbeitete Vorlage dieses Films hieß, war nach anfänglichen Schwierigkeiten direkt für Marlon Brando und Anna Magnani bestimmt gewesen. Nur leider wollte er nicht, sie konnte nicht, weshalb beide im Film aufeinander trafen, nicht zuvor auf der Bühne (wie von Williams gedacht und gewünscht). Möglicherweise hätten sie dann geahnt, daß sie den Stoff nicht mögen, sicherlich hätten sie gewusst, daß sie einander nicht mögen. Beide Einschränkungen sieht man dem fertigen Ergebnis leider überdeutlich an. Immerhin war es kein geringerer als Sidney Lumet, der hier die Regie führte. Man sollte also eigentlich denken, daß alles angerichtet sei für einen großen Film. Leider war dem nicht so. Das hat allerdings nicht nur mit den Schauspielern zu tun, sondern auch damit, daß Williams sein Stück gnadenlos überfrachtet: Rassismus, Xenophobie, Südstaatenschwüle, Existenzialphilosophie, Geisteskrankheit und Geschlechterkampf sind dann vielleicht sogar für einen Meister wie Tennessee Williams etwas zu viel auf einmal.

[ACHTUNG: SPOILER]
Val Xavier (Marlon Brando), genannt „Schlangenhaut“ wegen seiner Schlangenlederjacke, die ihm eine Rüstung ist gegen eine feindliche Welt, versetzt seine Gitarre, die er „meine Geliebte“ nennt, und will ein neues Leben beginnen. In New Orleans hat er das Leben eines Nachtclubmusikers gelebt, dessen ist er überdrüssig. Er flieht die Stadt und landet in einer Kleinstadt irgendwo in Mississippi. Dort gewährt ihm Vee Talbot (Maureen Stapleton), Frau des örtlichen Sheriffs, Unterschlupf. Val wird Ohrenzeuge, wie ein aus dem Gefängnis Ausgebrochener erschossen wird. Der Sheriff und dessen Männer finden das vollkommen normal. Vee verschafft Val Arbeit bei den Torrances, die den lokalen Krämerladen betreiben. Der Laden gehört nominell Jabe Torrance (Victor Jory), der allerdings aufgrund seiner Krebserkrankung die Geschäfte nicht mehr führen kann. Seine Frau Lady (Anna Magnani) erledigt das. Während Vee und Val darauf warten, daß Lady Zeit für sie hat, taucht Carol Cutrere (Joanne Woodward) auf, eine lebenshungrige und im Kontext des tiefen Südens sogar recht rebellische junge Dame, die eigentlich Fahr- und somit Aufenthaltsverbot im County hat, da sie – nymphomanisch veranlagt – den Männern den Kopf verdreht, was ihr stets betrunkener Bruder nicht duldet. Val erklärt sich bereit, sie nachhause zu fahren. Unterwegs erfährt er von Carols Versuchen, sich gegen die Engstirnigkeit und Brutalität ihrer Umwelt zu stellen, ihren Avancen jedoch erliegt er nicht, steht sie doch gerade für jenes Leben, dem er entkommen möchte. Val beginnt im Laden für Lady zu arbeiten. Auch sie verfällt dem etwas geheimnisvollen und von Zweifeln am Menschen durchdrungenen jungen Mann. Sie erliegt seinem Charme ebenso, wie seinen oft an existenzielle Metaphern erinnernden Geschichten, die doch immer wieder von der Einsamkeit des Menschen erzählen. Lady – einst in Carols Bruder verliebt und auch schwanger von ihm – hasst ihren Mann, hasst auch ihr Umfeld, ist sie doch die Tochter italienischer Einwanderer und somit stigmatisiert als „Fremde“. Das Restaurant ihres Vaters wurde einst von den Männern der Stadt niedergebrannt. Im Laufe der Handlung erfährt sie, daß ihr eigener Mann ebenfalls zu dem Mob gehörte, der immerhin auch ihren Vater auf dem Gewissen hat. Val lehnt Ladys Werben ab und versucht sogar, sie dazu zu zwingen, ihn rauszuschmeißen, indem er Geld aus der Ladenkasse nimmt, um damit zu spielen. Doch Lady wirft ihn nicht raus und nachdem es zwischen beiden zu Handgreiflichkeiten kommt, ergeben sie sich einander. Jabe verfolgt das alles vom oberen Stock aus. Die anderen Männer der Stadt – allen voran der Sheriff – statten ihm einen Besuch ab und machen deutlich, daß sie auf seiner Seite sind. Val hilft Lady, eine Art Gaststätte zu bauen, die dem Geschäft ihres Vaters ähnelt, sie will hier auch wirklich Gäste bewirten. Der Sheriff stellt Val ein Ultimatum, bis wann er die Stadt zu verlassen habe. Val will dem Folge leisten, auch, weil er Lady inzwischen wirklich liebt und ihr Ärger ersparen will. Lady will ihn nicht gehen lassen. Es kommt zu einer Auseinandersetzung mit Jabes Krankenschwester Mrs. Porter, die Lady verachtet. Jabe wird Ohrenzeuge, wie Lady dieser sagt, sie sei schwanger von Val. Das (späte) Kind, das sie sich immer gewünscht hatte. Jabe erhebt sich vom Krankenbett und erschießt seine Frau, dann steckt er die Konditorei in Brand. Der Sheriff und einige Deputies, die auch als Feuerwehr fungieren, kommen in den Laden und verhindern mit ihren Feuerwehrschläuchen, daß Val aus dem brennenden Haus entkommen kann. Er stirbt in den Flammen. Im Schutt der Gastwirtschaft findet schließlich Carol Vals Schlangenlederjacke. In einem Schlußmonolog gedenkt sie der Außenseiter, derjenigen, die, wild im Herzen, voran gehen und den anderen den Weg zeigen und dafür Zeichen hinterließen, Zeichen, wie es diese Jacke eines sei. Dann flieht sie den Ort. Endgültig.

Fasst man die Handlung so zusammen, dann klingt das alles aufregend und durchdacht und wie ein großer Gesang auf die Einsamen und die Mutigen und die Außenseiter, die aufgrund ihrer Rolle das große Ganze klarer sehen. Sieht man allerdings das Spiel der beiden Hauptdarsteller und dazu das von Joanne Woodward, deren Rolle einfach zu platt und eindimensional ist (und deren vermeintliche Nymphomanie nirgends im Film belegt wird), läßt der Eindruck schnell nach. Brando ist zu maniriert und die ganze Rolle kokettiert ja an sich schon mit seinem Image als wütender junger Mann und Außenseiter – er bringt das dann aber niemals wirklich so rüber (und die Rolle funktioniert an der Stelle auch nicht, denn dieser Val will ja gar kein Außenseiter mehr sein und auch kein Rebell – er will das Nachtleben und die Parties und den schnellen Sex hinter sich lassen – so daß man Carols Fixierung nicht wirklich nachvollziehen kann). Stattdessen gibt er den Geläuterten, der den Reizen der älteren Frau erliegt, die ihm abwechselnd unterwürfig und extrem aggressiv begegnet. Und dadurch ebenfalls nicht unbedingt überzeugend wirkt. Und zu allem Überfluß ist Magnani und Brando der Wettstreit, wer wen denn nun an die Wand spielt, so deutlich anzusehen, daß die Liebe zwischen ihnen nicht überzeugen kann. Die Geschichten, die sich um die Dreharbeiten ranken, sind Legende. Ewig viele Takes für einen Blick usw. – hatte einer der beiden gerade mal eine wirklich gute Performance hingelegt, konnte sich das Produktionsteam sicher sein, daß der andere sich beschwerte oder bewußt das Gelingen der Szene unterlief.

Hinzu kommt aber auch eine Regie, die manchmal so wirkt, als könne sie schlichtweg nicht viel anfangen mit dem, was das Stück bietet. Beispielhaft ist die Szene relativ zu Anfang des Films, wenn Vee Val in Ladys Geschäft begleitet und dann nach und nach praktisch jede Figur, die in den folgenden 2 Stunden eine Rolle spielt, auftritt: die verstörte Carol, Jabe, Lady, einige Damen usw. Doch Lumet gelingt es nicht, dabei eine wirklich filmische Umsetzung anzubieten – die Mise-en-scène entspricht der einer Theaterinszenierung. Und leider auch die Schauspielführung. Woodward kann mit der Rolle der Carol offensichtlich ebenfalls nicht viel anfangen, was nicht an ihrer mangelnden schauspielerischen Qualität liegt, sondern schlichtweg daran, wie das Drehbuch die Rolle anlegt. Man hat die ganze Zeit das Gefühl, eigentlich würde das Buch gern sehr viel weiter gehen, die damalige Zensur aber eben nicht mehr zulassen. Möglicherweise hatten die Produzenten auch den Ärger und Skandal im Hinterkopf, den Elia Kazans drei Jahre ältere Verfilmung des Tennessee-Williams-Stoffes „Baby Doll“ auslöste und dem Film zwar Credibility verschaffte, kommerziell jedoch auch sehr schadete.

Man könnte allerdings auch argumentieren, daß der Stoff schlichtweg zu überdehnt und das Stück an sich schon überfrachtet ist. Williams ist immerhin der Schöpfer einiger, oben bereits genannter Klassiker, nicht immer kann ein Meister gleich gute Werke hervorbringen. „Orpheus Descending“ gehört also zweifelsohne zu den ohnehin schon schwächeren Stoffen des Autors. Daß er diesen dann auch noch mit Gewalt auf zwei seiner favorisierten Schauspieler zuschneiden wollte, obwohl beide nur eingeschränktes – Brando sogar gar kein – Interesse zeigten, tut ein Übriges. Redet man über den Rassismus des Südens, dann denken auch heute die meisten automatisch an das Unrecht, daß hier den Afroamerikanern als Sklaven angetan wurde, weniger an jenes, das italienischen Einwanderern zuteil wurde. Es wäre wahrscheinlich auch dringlicher, das bekanntere Übel zu bearbeiten. Weil man mit der Magnani aber nun mal eine Italienerin in der Besetzung hatte, muß es eben ein Italiener sein, dem da der Laden abgefackelt wurde. Das kann man machen, aber es zeigt die Problematik des Films: Es ist alles etwas neben der Spur, einen Tick anders, als man es erwarten würde – doch dann wird daraus nichts Spezifisches generiert. Die Liebesgeschichte findet unabhängig zur Rassenproblematik statt, die ist eher Hintergrund als zentrales Thema, die Tragik der spezifischen Geschichte Ladys (die an sich ein eigenes Stück wert wäre) ist ebenfalls lediglich Storyhintergrund und der ganze Komplex um Val und sein „Rebellentum“ bleibt reine Behauptung. Und damit auch die Rolle Carols – sie könnte auch aus der Handlung entfernt werden, wir würden es kaum bemerken.

Es ist sicherlich nicht gerecht, den Film mit den Großwerken „Cat on a Hot Tin Roof“ oder „A Streetcar Named Desire“ zu vergleichen, aber man muß schon anmerken, daß dem Meisterregisseur Sidney Lumet hier einer seiner schwächeren Filme gelungen ist. Und daß dieser Film gerade im Vergleich zu dem Klassiker mit Newman und Taylor und v.a. dem Wagnis, daß jener Film einging, altbacken und – schlimmer – prätentiös wirkt. Da man aber immerhin sehr guten Schauspielern zuschauen darf, gibt es drei Sterne.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Mann in der Schlangenhaut, 11. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mann in der Schlangenhaut - The fugitive Kind (KSM Klasiker) (DVD)
Ein "typischer" Tennessee Williams: psychologisch gut durchdacht aber doch ein wenig wehleidig und selbstverliebt. Marlon Brando und Anna Magnani hat man schon in besserer Form gesehen. Sydney Lumet kompensiert mit seiner Regiekunst jedoch regelkonform.
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5.0 von 5 Sternen Einfach grandios!!!, 11. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mann in der Schlangenhaut - The fugitive Kind (KSM Klasiker) (DVD)
Der Mann in der Schlangenhaut:
Ein gigantischer Klassiker mit einem grandiosen Marlon Brando und einer verbitterten Anna Magnani.
Einfach fantastisch! Joanne Woodward in absoluter Hochform in einer typischen und für die Zeit fortschrittlichen Tennessee Williams Verfilmung!
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0 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Mann in der Schlangenhaut, 25. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mann in der Schlangenhaut - The fugitive Kind (KSM Klasiker) (DVD)
Schnelle LIEFERUNG; WIE IMMER: Inhaltlich zum Film: Die Geschichte des Films ist nicht ganz nach meinem Geschmack. Für Deutschland kann ich mir eine solche Story nicht vorstellen. Es passt wohl für die USA. Schuaspieler waren OK.
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