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10 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Muss trotz Schwächen
Das Buch liefert einen hochspannenden Einblick sowohl in die braune Musikszene als auch in (neue) rechte Strukturen insgesamt. Während das Thema in den Medien derzeit eher unterrepräsentiert ist, zeigt Kubans Buch sehr deutlich, wie aktuell die Bedrohung durch die militante Rechte ist und mit welchen Mitteln die einst nach außen klar abgegrenzte Szene...
Vor 20 Monaten von mir veröffentlicht

versus
55 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Rechere? Eher Geldmacherei
Nach den bisher in der Intesität nicht gekannten Aufnahmen, die im Fernsehen gezeigt wurden, bin ich von einen tiefgründigen und gut recherchierten Buch ausgegangen. Bekommen habe ich rund dreihundert Seiten bereits Wiedergekäutes, miese Recherche und eine für einen ernsthaften Journalisten unglaubliche Mischung aus Selbstherrlich- und...
Vor 22 Monaten von Lovecraft Lover veröffentlicht


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55 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Rechere? Eher Geldmacherei, 24. Februar 2013
Nach den bisher in der Intesität nicht gekannten Aufnahmen, die im Fernsehen gezeigt wurden, bin ich von einen tiefgründigen und gut recherchierten Buch ausgegangen. Bekommen habe ich rund dreihundert Seiten bereits Wiedergekäutes, miese Recherche und eine für einen ernsthaften Journalisten unglaubliche Mischung aus Selbstherrlich- und Weinerlichkeit.

Fangen wir mit dem Inhalt des Buches an: Nichts, aber auch gar nichts von dem im Buch veröffentlichten, ist einem regelmäßigen Leser von Searchlight neu. Weder die Bandgeschichte, die hier über Kapitel breitgetreten wird, noch Namen und Funktionen der im Buch beschriebenen Personen. Genaugenommen hätte sich Herr Kuban seine persönliche Recherche schenken können und auf das Material echter Aktivisten zurückgreifen, das im direkten Vergleich häufig sogar umfangreicher als seine Auslassungen sind.

Ganze bekannte rechte Netzwerke werden im Buch entweder gar nicht oder nur marginal behandelt, internationale Verflechtungen nicht erwähnt. Dafür rückt der Autor Personen wie bspw. Doro Pesch, in die rechte Ecke. Ausgerecht eine der deutschen Künstlerinnen, die sich schon in den frühen 90ern mit Songs wie "Bad Blood" deutlich zu dem Thema positioniert hat. Begründung - ein gemeinsamer Auftritt mit frei.wild, die er zur allgemeinen Gefahr für die Demokratie erklärt hat.

Da wird stolz schwadroniert, daß er die Freundin eines Sängers angegraben hat und er mit solchen Aktionen ja zur "Bundesliga des Journalismus" gehört. Viel gebracht scheint es nicht zu haben, denn im Buch tauchen Kapitel auf, die einfach nur wie Füllstoff anmuten. Beziehungen von Rechts zu Rockern. Ein Kapitel über die CDU, und nicht zuletzt ein weiteres Kapitel mit weinerlichen Beschwerden, dass niemand sein Material kaufen möchte, dafür im Fernsehn aber aller mögliche Schrott gezeigt würde.

Anscheinend ist das Buch jetzt ein verzweifelter Versuch, die fehlenden Einnahmen anderweitig reinzuholen.

Wer sich wirklich für das Thema interessiert, ist mit "White Noise" von Searlight/Unrast wesentlich besser beraten - deutlich mehr Fakten, keine Selbstbeweihräucherung.
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31 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schwache Umsetzung eines an sich sehr wichtigen Themas, 21. April 2013
1. Der Buchinhalt wirkt teilweise sehr unglaubwürdig und selbstbeweihräucherisch. Es tut sich einem mehrmals die Frage auf, ob der Autor wirklich im Sinne eines Undercoverjournalisten auf diesen Konzerten unterwegs war, oder anfangs vielmehr selbst ein rechtes Szenemitglied und somit selbst Hardcore- Nazimusikfan war. Dann nämlich wären solche Filmaufnahmen kein Risiko gewesen, sondern vielmehr ein ganz normales Fanverhalten, wie es auf Konzerten nun mal der Fall ist. Das wiederum würde die Gerüchte um einen unter Zeugenschutz- stehenden Autor untermauern. Jedenfalls könnte ein solches Erinnerungs- Fanarchiv, angereichert mit einigen Nachdrehs über seine Verkleidungszeremonie und Konzertanreise schnell zu einer gefährlich- brisante Uncoverstory schneiden. DAS IST ABER REINE SPEKULATION und soll keine Unterstellung sein, nur ein denkbarer Hinweis., Jetzt aber zu den Fakten:
2. Der Autor klagt und jammert immer wieder darüber, dass keine Fernsehanstalt seinen Film ausstrahlen will und wollte. Ganz ehrlich, jeder der den Film gesehen hat, wird das "Warum?" dahinter schnell verstehen. Der Film ist ungemein langwierig, langweilig und voll von Szenewiederholungen, ein absolutes No- Go in der Welt von Dokus und Filmproduktionen. Der Film ist nunmal einfach nicht gut genug um über eine große Fernsehanstalt ausgestrahlt zu werden, sonst wäre das mit 100%iger Sicherheit schnell und auch schon oft geschehen. Das liegt in erster Linie am Material, das stellenweise zwar durchaus interessant, großteils aber das Gegenteil ist.
3. Die Buchinhalte selbst sind teils völlig verdreht und falsch wiedergegeben, dass man hier wirklich die Süddeutsche Zeitung zitieren muss, die Herrn Kuban als "übertourten Nazijäger" zitiert. Man merkt halt immer wieder die Verbittertheit und die emotionale Enttäuschung, die der Autor immer und immer wieder zu Tage legt., Etwas mehr Sachlichkeit, Ehrlichkeit und etwas weniger Selbstmitleid hätte einem an sich wirklich wichtigen Projekt besser gestanden., Schade.
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87 von 122 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der Deutsche ist Rechts - wohl kaum, 17. Dezember 2012
Thomas Kuban ist ein Journalist, der etwas aufdecken möchte, also macht er sich um das Jahr 2002 herum an ein Mammutprojekt: Er möchte undercover in der rechten Szene recherchieren. Dazu legt er sich diverse Decknamen zu, filmt bei Konzerten und schleust sich überall ein. Angeblich bleibt er unentdeckt und steht bald vor dem Problem, dass sich kein TV-Sender für seine Ergebnisse interessiert. Nur ein paar Mal bringt RTL einen kurzen Beitrag. Zehn Jahre unter Nazis bringen den privaten und finanziellen Ruin, deshalb veröffentlicht er dieses Buch, um wenigstens ein bisschen Geld für seinen Einsatz zu bekommen. Ein bewundernswertes Projekt, das Unterstützung durch den Buchkauf verdient?

Eine klasse Recherchearbeit, so scheint es. Das Buch beginnt informativ, schockierend und auch wachrüttelnd, wenn man sich zuvor wenig mit dem Thema beschäftigt oder lieber die Augen verschlossen hat. Es ist interessant, wie die rechte Szene agiert, Nachwuchs rekrutiert und vor allem durch Konzerte, Klamotten und Foren ihr Gedankengut aufrechterhält und verbreitet. Der Leser erfährt viel von Abkürzungen, Plattenlabels und Klamottenläden, von bestimmter Bekleidung, Frisuren und Organisationen. Wie die Szene aufgebaut ist, wird ebenso geschildert wie das Zusammenspiel mit anderen, nicht minder gewaltbereiten Gruppierungen, etwa Hooligans oder Rockerclubs.
In 14 Kapiteln berichtet Kuban sehr anschaulich, was er auf den Konzerten erlebt hat, wie Nazis miteinander sprechen, welche Ziele sie verfolgen und wie unstrukturiert sie stellenweise auftreten. Hin und wieder werden Bezüge zu den großen Themen der Tageszeitungen deutlich, neben Anschlägen und Ausschreitungen auch die „Döner-Morde“ des NSU. Dabei wird bald klar, wo Polizei und Staat versagt, wo Ermittlungsfehler stattgefunden haben und große Versäumnisse zu Tage treten.
Kuban reist durch ganz Deutschland, später dann auch ins Ausland, um an Konzerten teilzunehmen und heimlich zu filmen. Immer wieder muss er Angst haben, aufzufallen – und er weiß, dass er dann vermutlich nicht mehr lange zu leben hat. Was Nazis mit Spitzeln und Verrätern anstellen, das sieht er mit eigenen Augen und es macht ihm Angst. Von seinem Vorhaben rückt er dennoch nicht ab, auch als kein Sender seine Aufnahmen bezahlen und ausstrahlen möchte.
Ein Jahrzehnt lang streift Kuban durch die Szene und lebt in und mit ihr – und irgendwie doch nicht, wie er hin und wieder betont. Es klingt wie ein falsches Bekenntnis, dass ihn Hitlergrüße und menschenverachtende Parolen abschrecken und anekeln. Sicherlich mag es stimmen, aber je weiter man im Buch liest, desto weniger kann man dem Journalisten glauben.

Ab etwa der Hälfte des Buches muss etwas mit Kuban durchgegangen sein. Seitenweise Hass und Arroganz sind zu lesen, Bloßstellungen und geradezu verleumderische Sätze lassen sich finden. Die anfängliche Sachlichkeit ist reiner Emotion gewichen, die nichts mehr damit zu tun hat, irgendwelche Neonaziverbrechen aufzudecken, sondern nur noch Rache ausstrahlt. Kuban wagt einen Rundumschlag, Politiker (aber nur die bestimmter Parteien), vorzugsweise Bayern und Baden-Württemberger, vor allem aber die Polizei werden aufs Niederträchtigste zitiert und beleidigt.
Ja, die Polizei macht Fehler; ja, die Polizei hat in bestimmten Situationen nicht eingriffen; ja, es gab und gibt Versäumnisse. Dass Kuban es aber wagt, die Polizei als Nazifreunde darzustellen, die nichts gegen Rechtsradikale unternehmen und sich in gewissen Situationen sogar zurückziehen, anstatt die Konfrontation zu suchen, ist derart unglaublich, dass man es nicht mal in Worte fassen kann. Der Autor kommt gar nicht auf die Idee, dass Polizisten zum einen auch nur normale Menschen sind und zum anderen eine Ausbildung haben, die ihnen manchmal gebietet, den Rückzug anzutreten und es eben nicht drauf ankommen zu lassen – beispielsweise um Zivilisten nicht zu gefährden. Auch haben Ausschreitungen gezeigt, dass Polizisten ihr Leben riskieren und manchmal sogar verlieren, wenn es zu Auseinandersetzungen kommt. Berufsrisiko? Ja, aber kein Polizist muss sehenden Auges in seinen qualvollen Tod rennen – und dass er das nicht tut, macht ihn nicht zu einem Nazifreund.
Auch Bayern sind nicht generell Nazis, nur weil sie … Bayern sind. Natürlich gibt es im Freistaat eine rechte Szene, die gibt es in den Neuen Bundesländern aber genauso, teilweise stärker. Aber darauf kommt Kuban lieber nicht zu sprechen. Es macht ihm dafür große Freude, auf Günther Beckstein verbal einzudreschen, weil dieser einmal sagte, dass jemand, der von staatlichen Sozialleistungen lebt, kein deutscher Staatsbürger ist und dennoch laut herausbrüllt „Scheiß Deutschland!“, vielleicht mal drüber nachdenken sollte, was er da sagt. Und nein, gezwungen wird niemand, hier zu blieben. Das macht aber niemanden, der Beckstein zustimmt, zu einem Nazi.
Einzig und allein positiv hervorgehoben wird die Linke. Eine Vorzeigepartei, die alles komplett richtig macht und als einzige die Gefahr erkennt, die in diesem Nazi-verseuchten Land brodelt.

Kuban geht aber noch weiter, trampelt auf einer Generation herum, die sich nicht mehr für den Zweiten Weltkrieg verantwortlich fühlt, weil sie ihn um knappe 40 Jahre verpasst hat und es leid ist, für die Sünden der Väter zu bezahlen und immer noch als Nazis tituliert zu werden. Nein, der Deutsche ist schuld und das bis in alle Ewigkeit. Wer das abstreitet ist – genau – rechts!
Eine einfache Gleichung, die aber leider nicht aufgeht.

Den größten Hammer, den Kuban sich erlaubt, eine Unverschämtheit sondergleichen, durch die er sich selbst in wenigen Sätzen derart unglaubwürdig macht, ist seine angebliche „Recherche“ zu Nazis und ihrer Unterwanderung und Beheimatung in der Metal-Szene. Denn Metaler sind rechts, auch wenn sie lange Haare haben. Er führt Bands wie die umstrittene Formation Frei.Wild und die eindeutig rechte Gruppe Absurd an und setzt sie als stellvertretende Beispiele für die gesamte schwarze Szene ein. Rockröhre Doro Pesch ist auch so eine Nazibefürworterin, die von der Szene gefeiert wird.
Dass es hier auch einige rechte Tendenzen gibt, bestreitet wohl niemand aus der Metal-Szene, dass die gesamte Szene aus Nazis besteht, ist jedoch eine dreiste Lüge.
Kuban zieht dann noch über die Mittelalterszene her, die ebenfalls rechts ist. Überhaupt ist alles rechts. Ganz Deutschland scheint ein Sumpf aus Nazitum zu sein, dem nur die Linke und Herr Kuban trotzen.
Irgendwann, wenn man nicht mehr weiß, ob man weinen, lachen oder das Buch wegwerfen soll, fängt Kuban an, dass die Metal-Szene aus Satanisten zusammengesetzt ist, die Kirchen anzünden, Mitmenschen umbringen und von Odin singen – auch ein deutlichen Zeichen für rechtes Gedankengut. Er reißt wahllos Texte aus dem Zusammenhang, stellt sie als Hitler-verherrlichend dar, obwohl diese damit gar nichts zu tun haben. Nur, weil es um Nordische Mythologie und um Kampf geht, nur weil mal „Hail“ gesungen wird – und mit Verlaub, „Hail“ bzw. „Heil“ sind normale Wörter und der Ausruf ist nicht ausschließlich rechts. Wacken ist ja auch das Nazi-Festival schlechthin. Nein, das sagt Kuban nicht wörtlich, aber sinngemäß. Endgültig lachen musste ich dann, als Kuban über die Liedzeile schimpfte: „Gott ist tot!“ Krasse verbale Naziattacke gegen Juden, Christen und überhaupt. Vielleicht würde die Lektüre von Nietzsche und Feuerbach helfen, die diesen Satz geprägt haben – und das zu einer Zeit, in der Hitler noch nicht einmal geboren war.

Das Buch ist, gelinde gesagt, das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt wurde. Die sachliche Recherchearbeit wird irgendwann unterwandert von blankem Hass gegen alle, die Kuban nicht unterstützt haben – oder ihm einfach nicht in den Kram passen. Die wirklich interessanten Punkte könnte man auch auf ein Drittel der Seitenzahl reduzieren.
Offen bleibt die Frage, weshalb Kuban nicht früher aus der Szene ausgestiegen ist, wenn diese ihn doch so ruiniert und abgestoßen hat und es ja offensichtlich kein Interesse an dieser Arbeit gab. Hat es ihm doch gefallen? Seine eigene Rolle, sein eigenes Verhalten bleiben ein bisschen zu stark außen vor. Er spricht immer wieder von Angst, wenn die Szene rausbekäme, wer er wäre, was er dann zu erwarten habe – zeitgleich präsentiert er sich in Talkshows im TV. So gewaltbereit, wie Rechtsradikale sind, wundert es mich sehr stark, dass diese ihm nicht auflauern und das tun, was man in der Szene mit Spitzeln und Aussteigern so macht. Es passt nicht zusammen und ein bitterer Nachgeschmack bleibt. Am Ende muss man auch gar nicht mehr nachfragen, warum kaum ein TV-Sender seine Recherchearbeit unterstützt hat.
Fast scheint es so, als habe Kuban von der Szene, die er zu verurteilen vorgibt, drei Dinge gelernt: Verbreitung von Vorurteilen ohne zu hinterfragen, was die Wahrheit ist. Intoleranz allen und allem gegenüber, wen oder was er nicht mag. Hass – gegen alles.

Vor Erscheinen des Buches wurde aus dem vorliegenden Recherchematerial ein Film gedreht, bei dem Peter Ohlendorf Regie führte und als großzügiger Sponsor auftrat. Unter dem Titel Blut muss fließen zeigte man den Film 2012 auf der Berlinale.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Drugs are bad, m'kay., 7. März 2014
Von 
Oscar - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Blut muss fließen: Undercover unter Nazis (Kindle Edition)
Erster Kritikpunkt: Gefühlte 25% des Buches beklagt sich der Autor darüber, dass die Medien seine Recherche in der neonationalsozialistischen Musikszene nicht zu schätzen wüssten, d.h. ihn nicht fürstlich dafür belohnten.

Zweiter Kritikpunkt: Das Buch trieft vor Betroffenheit und aufgesetzter Empörung, womöglich um die Tatsache zu überdecken, dass es keine bedeutsamen neuen Informationen liefert. Man kann von Kuban nicht die Fähigkeit verlangen, für die Zeit der verdeckten Recherche die Ideologie tatsächlich zu übernehmen - dies wäre der Königsweg und steht nur solchen Menschen offen, die gelernt haben, über ihrer eigenen Meinung zu stehen -, aber nüchterne Sprache stünde einer solchen Reportage besser zu Gesicht als in kurze Sätze gefasste Schluchzer.

Dritter Kritikpunkt: Da Kubans Intention offensichtlich darin besteht, aufzuzeigen, was für böse und gefährliche Menschen da doch am Werke seien, verzichtet er nach bester deutscher Tradition darauf, sich näher mit den Gedankenwelten seiner unfreiwilligen Partner zu befassen. Von der kompetenten Berichterstattung etwa eines Klaus Farin ist er meilenweit entfernt, weswegen die Ablehnung, mit der die Medien Kuban angeblich straften, bei weitem nicht so unverständlich ist, wie er tut.

Dass es sich trotz alledem um eine kurzweilige Lektüre handelt, will ich nicht verschweigen.

Fazit: seichte leichte Kost.
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24 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Respekt für diese Recherche, ABER..., 14. Januar 2013
Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, sollte es doch die konspirativen Strukturen und Vorgehensweisen bzgl. rechter Konzerte im Untergrund beleuchten. Als ich das Buch dann gekauft hatte, war ich doch überrascht - und das nicht unbedingt positiv.

Ich finde es toll, dass sich "Thomas Kuban" die Mühe gemacht hat und die Gefahr auf sich genommen hat, in die rechte Konzertszene einzutauchen, jedoch kommen mir sehr viele Teile des Buches ""spekuliert" vor. Der Autor scheint viel zu oft seine eigene Meinung und Einstellung in das Werk hineinfließen zu lassen, als Fakten.
Als großes Beispiel möchte ich das eigene Kapitel (!) über die Band "Frei.Wild" ansprechen. Was bitte, hat diese Band mit einer Naziband gemeinsam?? Nichts. Kuban nimmt Textteile einzelner Songs und stellt diese in einem komplett anderen Licht dar. Liest man sich den kompletten Text durch, sieht das ganze gleich anders aus.

Weiters fand ich den Teil über das rechte Konzert in Österreich fraglich, als Kuban anprangert, dass sich österreichische Polizisten in Uniform mit Konzertbesuchern "freundlich" unterhalten haben. Heißt es nicht immer wieder, sofern ich den Medien glauben kann, dass die Polizei deeskalierend vorzugehen hat? Tatsache ist außerdem, dass "Kuban" schreibt, dass als die Polizei anwesend war, keine Straftaten vorlagen. Was bitte soll diese dann machen?
Ich finde es weiters bedenklich, dass der Autor nur über Polizei und Justiz herzieht, wie schlecht diese ihre Arbeit machen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass nur schlecht ermittelt wird.

Meiner Meinung nach ist auch der Teil über den "Black Metal" schlecht geschrieben, da "Kuban" angibt auch in dieser Szene Jahre lang recherchiert zu haben, dieser Szene jedoch nur ein paar Seiten widmet und nur "Absurd" oder "Burzum" beschreibt. Es kommt dieser Teil so rüber, dass seinen Ansichten nach anscheinend fast jeder, der diese Art von Musik hört, oder auch Gothic, Neofolk oder der Mittelalterszene zugetan ist, mindestens "rechts" angehaucht ist.

Ich finde es auch "bedenklich", dass "Kuban" sich in einem zu großen Teil des Buches seinem Frust darüber hingibt, dass sich während seiner Recherchen kein Sender für die Arbeit interessiert hat. Das hätte in der Einleitung gereicht, hat mit Sachlichkeit wenig zu tun.

Ich hätte mir in dem Buch mehr "Erlebnisse" der verdeckten Recherchen des Autors erwartet, und nicht ganze Kapitel über politische Parteien oder die Rockerszene die eventuell, vielleicht mit der Neonaziszene symphatisiert.

Alles in allem ein interessantes Buch, leider jedoch mit vielen Schwächen. Ich habe meine Bewertung auf 2 Sterne reduziert, da ich finde, dass jeder selbst urteilen sollte. Für mich ist das Buch zu oberflächlich.
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Blut muss fließen - Undercover in die Tonne!, 10. Januar 2014
Die Verarbeitung ist hervorragend. Das Papier ist von guter Qualität und wurde sehr stabil gebunden. Das Problem bezieht sich eher auf die wirren Sätze im Inneren des Buches...
Die Idee an sich fand ich klasse, als ich von Kuban gehört habe und freute mich wahnsinnig auf das Buch und den Film. Erhofft hatte ich mir neue Erkenntnisse (!) und tiefe Einblicke in die Szene. Was habe ich bekommen? Nach wenigen Seiten ist das Thema abgearbeitet. Kuban bietet hier hier wenig Neues und berichtet fast ausschließlich über Tatsachen, die bereits lange bekannt sind. Er verzichtet gleichzeitig auf Quellenangaben und vergisst andauernd seine Vorwürfe und Fazits zu begründen. So ist es keine wissenschaftliche Ausarbeitung, wie er selbst zu glauben scheint, sondern bloß das Portrait eines Journalisten auf rechten Konzerten - aufgefüllt mit subjektiven Eindrücken, die häufig von der Wahrheit abweichen, fehlerhaften Analysen und erschreckendem Unwissen über die Bedeutung der von ihm verwendeten Fachbegriffe. Bereits nach wenigen Seiten nervt es in höchstem Maße, dass Kuban ständig Sicherheitsbehörden und die Medien kritisiert und sich selbst als ihr Opfer darstellt, der sein privates Vermögen investieren musste und andauernd Absagen für die Vermarktung seines Projektes erfuhr. Er selbst ist dabei der Held, der das große Problem als einziger erkannte und auch als einziger die rechtsextremistische Musikszene durchschaute (Sicherheitsbehörden und Medien versagen natürlich auf ganzer Linie).Das Buch wirkt mehr - und das ist angesichts des Themas erschreckend - wie ein narzistisches Selbstportrait: Der große Thomas Kuban gegen die bösen Medien und Polizisten. Es wirkt, als hätte Kuban das Thema Rechtsrock nur vorgeschoben, um sich selbst zu zelebrieren und endlich die Anerkennung zu bekommen, die er vorher scheinbar nicht genügend erhielt.
So paaren sich fehlerhaft verwendete Fachbegriffe mit andauerndem Gejammer, die einen Fazit, falls vorhanden, nicht mehr erkennen lassen. Das Buch ist mieserabel geschrieben und langweilt schon im zweiten Kapitel durch einen monotonen Schreibstil und das andauernde Wiederholen der Erkenntnisse, die Kuban bereits in den vorangehenden Kapiteln mehrfach darstellte. Das Buch hätte gut und gerne auf 3 Seiten zusammengefasst werden können und wäre wahrscheinlich immer noch nicht lesenswert.

Blut muss fließen, schön und gut. Aber warum denn aus meinen Augen? Nach dem Lesen des Buches fließt das Blut sowieso nicht mehr. Der Blutdruck hat sich nämlich spätestens in Kapitel 3 vor Langeweile erhängt. Absolut nicht lesenswert und mit 19,99 € absolute Wucher im Hinblick auf die schlechten journalistischen und sprachlichen Leistungen. Das Buch am Besten gleich im Anschluss an den Kauf die Tonne treten und Teletubbies gucken - die sind anspruchsvoller!
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10 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schwach und teilweise voller bewusster Desinformation, 25. August 2013
Aufmerksam bin ich auf Thomas Kuban durch seine Zahlreichen Fernsehauftritte geworden. Und Anfangs fand ich seine Arbeit so wie sie Suggeriert wurde auch wichtig und richtig. Mal davon abgesehen das er selbst nicht gerade als als besonders Klug oder Reflektiert aufgetreten ist. Dieses (Schauspiel) schien mir auch verständlich da der Herr sich ja in Lebensgefahr befindet und das will ich ihm auch gar nicht absprechen. Wenn gleich Menschen wie Kevin Müller ganz offen mit ihrer Identität umgehen und immer noch an sich Arbeiten und oh Wunder nicht sofort ermordet wurden. Bis seine Aussagen über die Band Frei.Wild dann dem Fass den Boden ausgeschlagen haben. Ich bin kein freiwild Fan, kenne die Band aber schon aus Zeiten als sie noch vor 50 Leuten durch die gegen getingelt sind. Und was ich da gesehen habe war 100% nicht rechts. Die Band hat schon weit vor ihrem kommerziellen Durchbruch rechte von ihren Konzerten entfernt. Bzw wir die 49 anderen haben den einen Trottel freundlich gebeten zu gehen, nachdem der Sänger ihm 5 Minuten lang den Mittelfinger ins Gesicht gestreckt hatte und kurz davor war die Glatze erneut zu rasieren.

Thomas kuban ist ein Schmierfink dem jedes mittel recht ist Aufmerksamkeit zu bekommen, zur Not eben auf dem Rücken anderer. Die grundsätzliche gute Intention seiner Arbeit oder nennen wir es seiner Ergüsse, wird so nicht nur verwässert und unglaubwürdig sondern erhält dadurch noch einen sehr faden Beigeschmack. Deshalb frage ich nach dem lesen des Buches auch wie viel Wahrheit in den weniger bekannten Beispielen steckt? Dazu noch das Gejammer das niemand seine Beiträge senden will. Wenn er da die gleiche rethorische Qualität an dem Tag legt wie bei seinen zahlreichen Fernsehinterviews oder in seinem Buch dann gute Nacht! Dann wird noch Doro Pesch kritisiert weil sie mit einem ehemaligen Rechtsradikalen (Philipp Burger Frei.Wild) auftritt. Wo kommen wir denn hin wenn wir einem Menschen der offen zugibt in seinen Lebensjahren 15 bis 18 Dumm gewesen zu sein fast 15 Jahre nach seiner Abkehr von der rechten Szene weiterhin als Nazi bezeichnen? Die band Frei.Wild gibt es übrigens noch nicht so lange. Und das einzige was man ihnen vorwerfen kann ist das sie sehr vereinfacht versuchen mit zumeist simplen Texten die Onkelz zu kopieren und damit Geld zu machen. Ich verabscheue Rechtes sowie Linkes Gedankengut zutiefst, aber wer ist in dieser Situation der Intolerante? Sicherlich nicht die Person die aus ihrer rechten Vergangenheit gelernt hat und das offen und breit Kommuniziert. Es ist natürlich sträflich das jemand der sich vom rechten Flügel distanziert nicht gleich eine Mitgliedschaft bei der Antifa beantragt und am 1.Mai versucht Kreuzberg abzufackeln. "Die Rechten prahlen mit ihrer Intoleranz und die Linken merken nicht wie Intolerant sie sind, deshalb sind mir beide Seiten zuwider" Staphan Weidner 1992 bei Alice Schwarzer live im Öffentlich-Rechtlichem Fernsehen ca. 10 Jahre nach dem Ausstieg der Böhsen Onkelz aus der rechten Szene. (Dieses Interview sowie gefühlte 10.000 weiter plus etliche Lieder und Statements werden natürlich keiner "Objektiven" Recherche unterzogen.) Deshalb wird noch ein bisschen auf den Onkelz rumgehackt, um sich letztendlich gegenüber jedem Menschen der über einen Internet Anschluss verfügt und mehr als 1 Minute Zeit in die Recherche der genannten Bands gesteckt hat vollends lächerlich zu machen. Das Buch bringt ausserdem nichts neues, da gibt es genug Material das besser sowie deutlich glaubwürdiger ist.

Nein Thomas Kuban will auch gar keine bekannten positiven Beispiele eines Wandels zeigen denn dann müsste er sich mit seiner eigenen Intoleranz und dem Dreck vor seiner eigenen Türe auseinandersetzten. Man stelle sich vor Thomas Kuban würde vor einer Fernsehkamera ungeschnitten mit Stephan Weidner ein Interview mit seiner Art der Argumentation führen. Kuban würde Argumentativ sowie Intellektuell binnen kürzester Zeit zerlegt und bloss gestellt werden und wahrscheinlich weinend davon rennen. Wenn er schon 20 Jahre alte völlig falsche Artikel über die Onkelz für voll nimmt warum sucht er sich dann nicht etwas Aktuelleres, z.B. Menschen die seit Jahren mit Weidner und Co. zu tun haben/ in losem Kontakt stehen oder sich wirklich damit auseinander gesetzt haben? Xavier Naidoo, Moses Pelham, Peter Maffay, Sven Väth, JBO, Motörhead, Campino, Daniel Wirtz, Götz Elbertzhagen, Alice Schwarzer, Daniel-Cohn Bendit, Pro Pain, Joachim Deutschland, Edmund Hartsch, Klaus Farin, Dagmar Lill, Rose Tatto, D-A-D, Machine Head, Rolling Stones, Charlie Huhn, Gary Moore, Ted Nugent, usw. Warum hat er sich nicht auf youtube mal Lieder angehört? Warum hat er nicht über eine Suchmaschine nach kompletten Texten gesucht um den gesamten Kontext darzustellen? Ach ja da war ja was.... er will lügen und sich die Taschen voll machen! Was bringt da noch ein kritisches Buch über die rechte Szene wenn große Teile bewusst so Falsch dargestellt sind das einem nur dir Stirn gegen die nächste Tischkante fliegen will?

Das Buch hilft niemandem ausser Kuban's Konto und es hilft nicht einem Jugendlichen der gerade dabei ist oder kurz davor in die recht Ecke zu driften seine Gedankengänge oder Handlungen zu überdenken. Es wird einem keinerlei Argumentationshilfe geboten falls man einmal in eine Konversation mit einem Betroffenen Menschen gerät. Denn eine offene Diskussion ist das einzige was bei entsprechenden fällen irgend etwas bewirken kann. Man wird nie einen völlig überzeugten Stalinisten oder Nationalsozialisten überzeugen können, aber man wird denen die nicht so gefestigt sind in ihrer Ersatzreligion den ein oder anderen Denkanstoss geben können um aus ihrem Schubladendenken auszubrechen. Aber das verfehlt dieses Buch leider auf ganzer Linie und bietet somit nichts das man nicht schon weiss. Das auf Konzerten von Band's wie Störkraft ein Hitlergruss gezeigt wurde/wird sowie der Holocaust glorifiziert wurde/wird ist mir auch ohne Thomas Kuban klar. Dafür muss ich nur in einem gewissen Dorf nahe meiner Geburtsstadt im Osten Deutschlands den rechten Arm heben und der geistig minderbemittelte braune Pöbel wird mich auch im Jahre 2013 noch beklatschen. Und das ist einfach nur genauso Traurig wie die in weiten Teilen bewusst schlechte Recherche von "Thomas Kuban".
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28 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Naja., 15. Dezember 2012
Als ich das Buch gelesen habe, wurde mir schlagartig klar, warum es sich in letzte Zeit so schlecht verkauft. Herr Kuban ist in seinen eigenen Ansichten extremer als er es so manchem in seinem Buch unterstellt und bleibt nicht sachlich. Kein Wunder, dass man ihn wegen der niedrigen Verkaufszahlen in letzter Zeit so oft im Fernsehen sieht. Anscheinend hofft er, dass er durch die neu entflammte Hetze sein Buch wieder an den Mann bringen kann.
Sicherlich mag auch vieles in dem Buch richtig sein und durchaus eindrucksvoll recherchiert; aber sollte man so ein Thema auf den Tatsachen beruhen lassen und nicht mit sehr viel - meiner Meinung nach zu viel - Phantasie ausschmücken.
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32 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen nur Geldmache, 17. Januar 2013
Wer dieses Buch liest, wird jede Sekunde bereuen die er an dieses schlecht recherchierte Buch verschwendet hat. Da sind Erzählungen drin die wie eine Paranoide Krankheit wirken. Allein wenn man sich mal wirklich Zeit genommen hätte die Geschichte von Frei.Wild zu recherchieren, würde sowas nicht in einem Buch stehen. Der Titel "Blut muss fliesen" würde ich eher ändern in "Lüge muss fliessen". Aber was für Buch würde man verkauft bekommen wenn man vom Unbekanntem erzählt. Keins! Deswegen nimmt man sich halt einfach mal eine Band die Interesse bei Leuten weckt. Da muss der Autor einem schon leid tun. Armer kranker Mann.
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10 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Muss trotz Schwächen, 15. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch liefert einen hochspannenden Einblick sowohl in die braune Musikszene als auch in (neue) rechte Strukturen insgesamt. Während das Thema in den Medien derzeit eher unterrepräsentiert ist, zeigt Kubans Buch sehr deutlich, wie aktuell die Bedrohung durch die militante Rechte ist und mit welchen Mitteln die einst nach außen klar abgegrenzte Szene versucht, in bestehende Jugendkulturen zu diffundieren, um insbesondere Kinder und Jugendliche zu verführen. Eine besondere Bedeutung kommt bei letzterem der Musik zu, die auch Kubans zentrales Thema ist. Seine Entscheidung sich auf eigene Faust in die Szene einzuschleusen und Bands, Publikum und teilweise auch die (ungenügenden) Reaktionen der Staatsgewalt zu dokumentieren ist irgendwo zwischen mutig und lebensmüde einzuordnen – ermöglichte ihm aber, einen Bericht „von innen" heraus zu schreiben.
Leider ist Kuban offenbar als Autor weniger begabt als als Rechercheur. Erstens ist sein Argumentationsstil an einigen Stellen problematisch. Insbesondere, wenn er zunächst auf Basis von Quellen (zumeist Verfassungsschutzberichte) Schlussfolgerungen zieht und diese dann „weiterdenkt“ oder auf neue, von der benutzten Quelle nicht gedeckte Bereiche ausdehnt. Zum zweiten kommt Kuban gerade in den ersten Kapiteln immer wieder vom eigentlichen Thema ab und schildert Mantra-artig seine Probleme, das gewonnene Material an Zeitungen oder das Fernsehen verkaufen zu können, und die daraus resultierenden Geldsorgen. Das Ganze wirkt teils schon fast weinerlich. Viel wirkungsvoller wäre hier ein abschließendes Kapitel über die Randbedingungen der Recherche gewesen.
Inhaltlich problematisch sind aus meiner Sicht die Kapitel über Rechte und Rocker sowie über Rechte im Black Metal. Das erste ist eher eine Sammlung allgemeiner Aussagen aus der „Rocker-Literatur“. Es hat offenbar kaum etwas mit Kubans eigenen Recherchen zu tun und kommt daher über bereits bekannt Fakten nicht hinaus. Beim Black Metal ist vermutlich Kubans „Weg in die Szene“ der falsche. Ja, es gibt rechte (Black) Metal Bands und ja, die sind gefährlich. Aber: rechte Metal-Bands sind eher die Ausnahme und sowohl die Bands als auch deren Fans sind in der Szene alles andere als akzeptiert. Auch die im Metal häufig anzutreffenden Themen nordische Götterwelt bzw. Ablehnung des Christentums (in zugegebener Maßen teils drastischen Texten) sind kein Hinweis auf einen Bezug zu rechtem Gedankengut. Insbesondere Black Metal, der sich in seiner Entstehung als satanistisch verstand und teils auch heute noch versteht, belegt dieses Themenfeld eher unpolitisch. An dieser Stelle noch einmal ganz deutlich: Wenn das Gros der Metal-Bands politische Statements abgibt, dann sind diese in der Regel linken (teils sogar linksextremen) Positionen zuzuordnen. Viele beziehen sehr offen gegen Rassismus/Faschismus Stellung. Die oben erwähnte Ablehnung des Christentums dürfte sich ohnehin eher gegen die Institution Kirche, als gegen den Glauben an sich richten.

Mein Fazit: Mindestens aufgrund der außergewöhnlichen Recherche und den Einblicken in die neuen rechten Strukturen ein absolut lesenswertes Buch. Aber: Man sollte – wie bei jedem Buch – beim Lesen kritisch bleiben.
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Blut muss fließen: Undercover unter Nazis
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