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53 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bigger than Elvis
(Kinoversion)

Man kann es gar nicht oft genug sagen: die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben selbst. Denn das, was der Schwede Malik Bendjelloul in seinem Erstlingswerk „Searching for Sugar Man“ erzählt, kann man einfach nicht erfinden. Es ist die unglaubliche - und wahre - Geschichte eines begnadeten Folk-Sängers und...
Vor 18 Monaten von MissVega veröffentlicht

versus
1 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht schlecht
Nicht schlecht, aber es enttäuscht, weil es offensichtlich hochgejubelt wird. Für meinen Geschmack zu wenig Musik, zu wenig über Sugar Man und zu viel über die Recherche an sich.
Vor 12 Monaten von Jochen Waehling veröffentlicht


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53 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bigger than Elvis, 5. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Searching For Sugar Man (DVD)
(Kinoversion)

Man kann es gar nicht oft genug sagen: die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben selbst. Denn das, was der Schwede Malik Bendjelloul in seinem Erstlingswerk „Searching for Sugar Man“ erzählt, kann man einfach nicht erfinden. Es ist die unglaubliche - und wahre - Geschichte eines begnadeten Folk-Sängers und Songwriters, der trotz unbestreitbarem Talent und zwei veröffentlichten Alben in den USA komplett erfolglos blieb, in Südafrika allerdings zum Superstar wurde…ohne, dass er es wusste. Es entstand ein Mythos um den Sänger Rodriguez, der durch seinen angeblichen Tod auf der Bühne (wahlweise soll er sich mit Benzin übergossen und angezündet oder sich erschossen haben) genährt wurde. Doch durch die unermüdliche Suche zweier seiner größten Fans wurde Rodriguez schlussendlich doch noch das zuteil, was er verdient hat…

Sixto Rodriguez, ein in Detroit lebender Amerikaner mit mexikanischen Wurzeln, begann in den 60er Jahren mit dem Singen und dem Schreiben eigener Songs. 1970 und 1971 brachte er dank der Hilfe der Studiomusiker Dennis Coffey und Mike Theodore, die ihn in einem kleinen Club entdeckten, und dem Produzenten Clarence Avant zwei Alben heraus, die allerdings beide floppten. Keiner von Rodriguez’ Förderern konnte dies verstehen, da Rodriguez sowohl über eine seehr gute Stimme als auch über außerordentliches Talent als Songwriter verfügte. Seine Texte waren so poetisch wie politisch, so kritisch wie melancholisch und wissen auch heute noch durch ihren Inhalt und die wunderbaren Melodien zu überzeugen. Da Rodriguez offenbar kein Erfolg beschieden war, zog der Musiker sich Anfang der 70er Jahre wieder aus dem Business zurück. Doch schon bald begannen sich Legenden um ihn zu ranken und Gerüchte von seinem spektakulären Bühnentod machten die Runde. Parallel zu seiner Erfolglosigkeit in den USA verlief seine Erfolgskurve in Australien, mehr aber noch in Südafrika gänzlich anders. Dort war Rodriguez ein Star, von den Südafrikanern wurde er nahezu kultisch verehrt, da seine Songs auf dem Höhepunkt der Apartheid genau den Nerv des Volkes trafen. Bedauerlich war nur, dass Rodriguez von seinem Erfolg gar nichts mitbekam. Der Erlös seiner Plattenverkäufe ging an sein ehemaliges Label, so dass Rodriguez nie etwas davon erfuhr. Erst 1996 machten sich zwei seiner größten Fans, der Plattenladenbesitzer Stephen „Sugarman“ Segerman aus Südafrika und der Journalist Craig Bartholomew-Strydrom auf die Suche nach der angeblich toten Legende. Ob sie sie gefunden haben, erfahrt Ihr in diesem wundervollen Film…

Malik Bendjelloul ist ein einzigartiger Film gelungen, der in nur 86 Minuten seine unglaubliche Geschichte erzählt. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob man sich großartig für Musik interessiert oder noch nie von Rodriguez gehört hat (Beides ist bei mir der Fall), diese Dokumentation ist fast eher ein spannender Thriller als eine Musiker-Biographie. Bendjelloul ist ein begnadeter Erzähler, dem es gelingt, den Zuschauer immer mehr in das sagenumwobene Leben dieses nahezu unbekannten Sängers hineinzuziehen, bis man es vor Spannung kaum noch aushält und unbedingt wissen will, ob Rodriguez nun noch lebt oder tatsächlich diesen spektakulären Bühnentod gestorben ist. Stück für Stück tasten sich zwei seiner größten Fans an sein Leben und seinen Werdegang heran, versuchen herauszufinden, woher Rodriguez kam und wohin er ging, wenn es denn nicht gen Himmel war. Ein nahezu aussichtsloses Unterfangen, da wirklich niemand etwas über Rodriguez zu wissen schien und das, obwohl man ihn in Südafrika mehr verehrte als Elvis Presley und ihn in einem Atemzug mit Legenden wie Jimi Hendrix nannte. Und das, obwohl Rodriguez nicht ein einziges Konzert in Südafrika gegeben hatte und seine Songs fast ausschließlich als Bootlegs unter dem Ladentisch erhältlich waren.

Der Zuschauer wundert sich, wie man von der Geschichte über einen Mann, von dem man noch nie gehört hat und der Suche nach ihm so gefangen genommen werden kann. Aber so ist es, schon nach kurzer Zeit ist man mittendrin in der spannenden Spurensuche nach einem Mann mit großem Talent als Sänger und vor allem als Songwriter. Seine immer wieder eingespielten Songs sind wirklich außergewöhnlich und bleiben sowohl ob Rodriguez’ Stimme als auch ob seiner verdammt guten Texte lange im Gedächtnis. Malik Bendjelloul gelingt hier in seinem ersten Film eine wirklich ungewöhnlich gute und perfekt getimte Dokumentation über einen Mann, den man so schnell nicht wieder vergessen wird. Er lässt sowohl in Südafrika, wo Rodriguez ohne sein Wissen zum Superstar wurde, als auch in seiner Heimat Detroit Fans und Weggefährten zu Wort kommen, die eindrucksvoll vermitteln, was für ein besonderer Mensch Rodriguez war und wie unverständlich es ist, dass er in Amerika trotz zweier grandioser Alben nie Erfolg hatte. Dank kleiner eingestreuter Zeichentricksequenzen und verschwommener Fotos, unscharfer Kameraaufnahmen und zunächst weniger Fakten über Rodriguez, gelingt es Bendjelloul, ein geheimnisvolles Bild dieses Ausnahmekünstlers zu kreieren, das einen von Minute zu Minute neugieriger und ungeduldiger macht, endlich die Wahrheit über Rodriguez’ Schicksal zu erfahren.

Über den weiteren Verlauf des Films lässt sich leider nicht mehr sagen, da man sonst verraten müsste, ob die Suche nach Rodriguez erfolgreich war. Wer sich nun mit dem Gedanken trägt, sich diesen Film anzusehen, sollte tunlichst vermeiden, weitere Rezensionen über ihn zu lesen oder bei Wikipedia, IMDb oder ähnlichen Nachschlagediensten nach Rodriguez zu forschen, denn dann wird man schon bald über die Auflösung stolpern, was dem Film viel von seinem spannenden Potenzial nehmen würde. Ich kann das Ansehen und vor allem das Anhören des dazugehörigen Soundtracks nur empfehlen, da ich „Searching for Sugar Man“ mal wieder für eine großartige Musiker-Dokumentation halte, die sowohl inhaltlich als auch inszenatorisch voll überzeugt. Malik Bendjellouls hat seinen Film spannend, kurzweilig, berührend, faszinierend und einfach unglaublich gut inszeniert und so einem Mann ein Denkmal geschaffen, der es wirklich verdient hat, egal, ob die Welt nun schon einmal von ihm gehört hat oder nicht. Man sollte ihn (an)hören, diesen tollen Sänger und Schreiber Sixto Rodriguez, somit eine unbedingte Empfehlung sowohl für den Film als auch den grandiosen Soundtrack, den ich mir jetzt gleich mal zulegen werde. Volle fünf von fünf Legenden, in denen immer auch ein Körnchen Wahrheit steckt…
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich!, 12. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Searching for Sugar Man [UK Import] (DVD)
Mit Abstand eine der besten Dokumentationen die ich je gesehen habe!

Absolut und unter allen Umständen ein MUST SEE für jeden der, wie mein Vorredner schon so treffend gesagt hat, auch nur annähernd etwas für Musik übrig hat!

Tipp: Nach dem Ansehen dieser Dokumentation empfiehlt es sich auch, mal den 14-minütigen Bericht von "60 Minutes" anzusehen. Der berichtet darüber wie diese Doku entstanden ist - und diese Geschichte ist nochmal eine kleine Sensation für sich!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sprachlos, 12. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Searching For Sugar Man [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich wusste nicht genau, was mich erwarten würde, als ich mir den Film bestellt habe.
Durch die positiven Kritiken in Presse und im Netz habe ich mich dann einfach zum Kauf entschieden. Die Platten hatte ich zwar, jedoch wusste ich nichts über Rodriguez selbst.
Doch was ich dann zu sehen und zu hören bekommen habe, hat mich einfach nur umgehauen. Ich kann nicht sagen, wann mich ein Film das letzte mal so sehr emotional bewegt hat...

Anschauen!!!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was für eine Geschichte, 15. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Searching For Sugar Man [Blu-ray] (Blu-ray)
Der arme Herr Rodriguez jetzt hat Ihm auch noch der Malik Bendjelloul die eigene unglaubliche Geschichte geklaut. Ob dieser Dokumentarfilm wirklich so gut ist das er fünf Sterne verdient? Die Geschichte selbst aber ist mehr als fünf Sterne wert. Für mich ist Searching for Sugar Man fast unglaublich. Es gibt ein paar Gemeinsamkeiten zu dem ebenfalls sehr guten Film Anvil. Auch eine Doku über eine nicht ganz erfolgreiche kanadische Metal-Band. Im Musik-Geschäft werden sich noch mehr solche Geschichten finden. Ich denke aber Sugar Man ist dann doch von der völlig verrückten Geschichte bis hin zur sehr guten Umsetzung ein ganz besonders gelungener Film.

Aber Vorsicht: ich habe nicht einen Tropfen Blut gesehen, auch mit Erotik kann der Film nicht aufwarten, es gibt keine schnellen Autos oder Verfolgungsjagten, die Dialoge sind glaube ich komplett frei von Schimpfwörtern, Schauspieler habe ich lediglich einen und auch nur für ein paar Min. gesehen. Richtig klasse fand ich die Kamera, neben tollen Bildern habe ich nur sehr wenig gewackel gesehen, obwohl das doch ein echter Dokomentarfilm war.

Es gibt aber viel Atmosphäre, tolle Bilder, sehr gute wie spannende Unterhaltung und nicht zuletzt klasse Musik.

Die Geschichte selbst ist recht vielschichtig, so gibt es recht traurige Momente, die Sixto Rodriguez selbst evt. ganz lustig findet. Es gibt auch einige Fragen die offen bleiben, wie z.B: konnte der Verleger seinen Künstler so herreinlegen? Oder hat er sich selbst herreingelegt und Rodriguez einen großen Gefallen getan? Vielleicht hat ja auch Herr Bendjelloul gar keine Geschichte geklaut um einen Oskar zu gewinnen, sondern nur die Geschichte dieses Künstlers in`s rechte Licht gerückt? Bestimmt wird durch diesen Film noch ein weiterer Teil dieser Geschichte eröffnet.

Ich finde genau das die größte Stärke von Searching For Sugar Man. Der Zuschauer bekommt keine einfache Erzählung, es wird auch keine Wertung vorgenommen. Die Zuschauer die sehr schnell schon zu wissen glaubten wohin die Reise geht müssen umdenken. Ich vermute auch das diese Geschichte sehr unterschiedlich gesehen wird. Ein Zuschauer wird die Geschichte als sehr traurig ein anderer als sehr hoffnungsvoll beschreiben. Das jedoch ist, denke ich bestimmt der Verdienst von Malik Bendjelloul, der es verstanden hat diese Geschichte so zu erzählen das Ihr Zauber erhalten bleibt. Für mich ist dieser Film einer von den richtig Guten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein MUSS, 21. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Searching For Sugar Man (DVD)
Die Geschichte ist unglaublich aber wahr.

Musikgeschichte. Man hat noch viele Fragen und die Musik klingt nach. Der Film ist ein Muss im Filmjahr 2012/2013
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen einmalige Story - spannend wie ein Krimi, 2. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Searching For Sugar Man (DVD)
Dieser Dokumentarfilm ist so spannend wie ein Krimi und absolut sehenswert. Bisher gibt es ihn nur auf Englisch mit deutschen Untertiteln, was aber nichts macht. Die Musik haben wir uns gleich heruntergeladen und den Film mehrfach verschenkt.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen grandioser Film - unbedingt angucken, 6. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Searching For Sugar Man (DVD)
Seit langem hat mich kein Film mehr so bewegt und begeistert wie dieser. Die Geschichte an sich ist natürlich schon unschlagbar spannend, mitreißend, emotional und einfach unglaublich. Die Doku ein Meisterwerk, die dieses moderne (wahre!) Märchen perfekt filmisch umsetzt.

Ein MUSS für jeden nur ansatzweise Musikinteressierten und für alle Anderen auch!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mehr als nur eine Doku!, 24. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Searching For Sugar Man (DVD)
Musik-Dokus sind eigentlich nichts besonderes und über fast jeden berühmten Künstler wurde schon eine Dokumentation gedreht.
Mit den Veröffentlichungen von ANVIL und ROCKSTEADY - THE ROOTS OF REGGEA hat das Kölner Label Rapid Eye Movies schon in der Vergangenheit bewiesen, das sie ein glückliches Händchen haben was eher ungewöhnliche Musik-Dokumentationen anbelangt.
Auch SEARCHING FOR SUGAR MAN steht dem in nichts nach und bietet dem Fan wohl eine DER unglaublichsten und ungewöhnlichsten Geschichten auf diesem Sektor.
In der Dokumentation über den Ausnahme-Musiker Sixto Rodriguez wird dem Zuschauer bewußt gemacht das es keines Drehbuchautors aus Hollywood bedarf um eine packende Geschichte zu überliefern - das Leben selbst schreibt die größten und besten Geschichten!

"Sugar Man, wont you hurry, 'cos im tired of these scenes
For a blue coin wont you bring back, all these colors to my dreams.
Silver magic ships you carry, Jumpers, Coke,sweet Mary Jane"

Sixto Rodriguez, Sohn einer mexikanischen Immigranten Familie, verbrachte seine Jugend auf den schroffen Straßen von "Motor City" Detroit. Seine erste Single, die "I'll slip away" hieß, nahm er unter dem Pseudonym Rod Riguez bereits 1967 auf.
Das Pseudonym diente dazu in den wenig liberalen USA seine mexikanische Herkunft zu verschleiern.
Seine Musik kann man am besten als bluesgeschwängerten Polit-Folk mit leichtem Country-Einschlag beschreiben und zeichnete sich durch seine poetisch-gesellschaftskritischen Texte aus - in seinen Songs besang Rodriguez ungefiltert die gesellschaftliche Missstände und soziale Ungleichheiten.

Rodriguez hatte sich in Detroit schon einen festen Ruf in der lokalen Musikszene etablieren können und wurde bei einem Club-Gig von Produzent Mike Theodore (arbeitete u.a. mit "Jerry Lee Lewis", "Boney M." und "The Cure") und Musiker Dennis Coffey (Gitarrist für u.a. "Isley Brothers", "Temptations", "Funk Brothers","Marvin Gaye", "Jackson 5") entdeckt.
Mike Theodore besorgte Sixto einen Plattenvertrag bei "Sussex Records", ein Sublabel des damaligen Musikgiganten "A&M Records", fungierte als ausführender Produzent und nahm mit ihm "Cold Fact" auf, welches von den Kritikern gelobt wurde.
Leider wurde das Debüt ein Flop und auch das ein Jahr später in London aufgenommene Album "Coming from Reality" erwies sich als Ladenhüter und auch trotz der lobenden Worte von Kritikern - die in ihm einen lyrischen Poeten sahen - wollte niemand die Platten des einzigartigen Musikers kaufen.
Dies hatte zur Folge, das Rodriguez von Clarence Avant (dem Gründer von "Sussex Records" und Direktor von "Motown Records") fallen gelassen wurde - laut Avant wurden von Sixto's Alben in den USA grade mal 5 oder 6 Exemplare verkauft.
Clarence Avant - der u.a. mit Künstlern wie "Bill Withers", "S.O.S. Band", "Janet Jackson", "Quincy Jones", "Stevie Wonder" oder "Michael Jackson" zusammenarbeitete - hat nie am Talent des Musikers gezweifelt und sagte heute rückblickend :

"Wenn ich 10 Künstler nennen sollte, mit denen ich zu tun hatte, wäre Rodriguez unter den ersten 5. Sowas hatte ich noch nicht gehört. Bob Dylan war leichte Kost dagegen"

Aufgrund des kommerziellen Misserfolges kehrte Rodriguez dem Musikgeschäft den Rücken, arbeitete zeitweise als Sozialarbeiter, an einer Tankstelle und auf dem Bau.
Bis ins Jahr 1998 hatte der Ausnahmekünstler keine Ahnung das er in Südafrika innerhalb einiger Wochen zum Kultstar avancierte der berühmter und erfolgreicher war als "Elvis", "Beatles" oder die "Rolling Stones".

Eine Amerikanerin,die ihren Freund in Kapstadt besuchte, brachte ihm die Vinyl LP von "Cold Fact" mit und weil das Vinyl nirgends zu erwerben war machten Bootleg Kopien auf Audio-Kassetten in Kapstadt die Runde.
In Südafrika - einem von der Außenwelt völlig abgeschotteten Staat - erreichte die Apartheid zu dieser Zeit ihren Höhepunkt und Sixto sprach mit seiner Musik vielen weißen Südafrikanern aus der Seele.
Seine Songs wurdem zum Soundtrack der weißen Anti-Apartheids Bewegung in Südafrika und fast jeder kannte die Lyrics zu seinem Song "I wonder" und sang diesen auf der Straße.

"I wonder about the tears in children's eyes
And I wonder about the soldier that dies
I wonder will this hatred ever end
I wonder and worry my friend
I wonder I wonder wonder don't you?"

Doch auch in Südafrika hatte es Rodriguez mit seiner Musik nicht leicht und sein Song "Sugar Man" wurde verboten.
Dies ging soweit das auf dem Vinyl der betreffende Song mit einem scharfen Gegenstand so stark verkratzt wurde, das er nicht mehr abspielbar war - so wurden Songs zu dieser Zeit in Südafrika zensiert um sicherzustellen das man den Song nicht im Radio hören konnte.
Da es keine unabhängigen Radiosender gab und die staatlichen das Monopol hatten blieb ein Airplay aus, machte die Platte für außenstehende aber noch interessanter.
Auch wenn Sixto Rodriguez innehalb kürzester Zeit in Südafrika zur rebellischen Ikone avancierte und er mehrfache goldene Auszeichnungen für seine Platte erhielt, wußte man über den Künstler selbst recht wenig.
Es gab als Indizien über diese mysteriöse Person lediglich das Plattencover zu "Cold Fact" und die Linernotes auf dem Cover und der Platte selbst.
Auch der Versuch in seinen Songtexten mehr über ihn herauszufinden war schier unmöglich und an den Orten die er besang - London und Amsterdam - gab es keine Spur vom phantomartigen Poeten.

Es rankten die unterschiedlichsten Gerüchte um ihn, in dem es unter anderem hieß er habe sich auf der Bühne erschossen oder bei einem Gig bei lebendigem Leibe vebrannt.
Auch von depressions bedingtem Selbstmord und Tod durch eine Drogenüberdosis war die Rede.

Spoiler, die dem Zuschauer das Vergnügen nehmen, gehören normalerweise nicht zu meinem Repertoire doch in diesem Falle liegt es ja eigentlich schon auf der Hand des diese Geschichte nicht ohne ein Happy End auskommt!
Nach dem Ende des Apartheid-Regimes Mitte der 90er-Jahre, machten sich die beiden Rodriguez-Fans, Stephen "Sugar" Segerman und Craig Bartholomew-Strydom, auf die Suche nach ihrem großen Idol.
Die Liedzeile "Met a girl form Dearborn“ aus dem Song "Inner City Blues" bringt den Journalisten schließlich an den richtigen Ort.
Dearborn gehört zu Detroit und von da ist es nur noch ein kleiner Sprung bis zu einem der Produzenten des ersten Albums.
Bald fanden sie heraus das Rodriguez lebt und sich bester Gesundheit erfreut , alle Gerüchte und Mythen um seinen Suizid erwiesen sich als falsch.

Regisseur Malik Bendjelloul bescherrt mit seinem Debüt dem Fan eine Geschichte die so poetisch, bitter-süß, melancholisch, rührend und märchenhaft zugleich ist, das sich nicht einmal der kreativste Drehbuch Autor eine solche Geschichte hätte ausdenken können.
Bendjelloul, der 2006 als Rucksacktourist durch Afrika und Südamerika reiste - hielt Ausschau nach einer guten Geschichte und hätte keine bessere finden können.
Als er in Kapstadt auf Stephen Segerman traf - der ihm die Story über den Sugar Man erzählte - konnte der Regisseur selbst wohl nicht ahnen wie dies sein Leben und das aller involvierten verändern wird.

Die Spurensuche erzählt uns in 3 Segmenten - von den frühen 70gern bis ins die späten 1990ger - Sixto's Geschichte und nimmt den Zuschauer mit auf die Reise zu den wichtigsten Schauplätzen.
Im ersten Drittel wird die Geschichte über das vermeintliche Phantom ausführlich von den Ursprügen an aufgerollt, im zweiten Drittel kommen die beiden größten Fans zu Wort und nehmen uns mit auf ihren Spurensuche und im letzten Drittel wird auf den späteren Erfolg und Ruhm eingegangen.
Nach nur wenigen Minuten Laufzeit hat SEARCHING FOR SUGAR MAN den Zuschauer schon in seinen Bann gezogen und eine Equivalenz zu einem spannungsgeladenem Krimi etabliert sich recht schnell.
Mit ein Höhepunkt des Films ist wenn nach knapp 45 Minuten Laufzeit der legendäre Mythos selbst vor die Kamera tritt - zu diesem Zeitpunkt hat SEARCHING FOR SUGAR MAN den Zuschauer schon so in seinen Bann gezogen das einem Freudentränen in die Augen schießen!
Umso erfreulicher ist das sich Sixto auch noch als vollkommen bodenständiger, bescheidener, introvertierter und sehr intelligenter Mensch entpuppt!
Was nun folgt, ist ein märchenhaftes Ende einer Odyssee, die beinahe drei Jahrzehnte dauerte.

Um diese unglaubliche Geschichte zu erzählen bedarf es keiner wilden Schnitttechniken, ausgefallener Kameraeinstellungen oder noch nie dagewesener Bilder.
Die kuriose Geschichte für sich ist selbstredend und jede Entscheidung die Malik Bendjelloul traf war richtig!
Mangelndes Archivmaterial wurde mit minimalistischen Animationen und stillvollen Impressionen von Detroit in den 1970gern ausgeglichen und fügen sich nahtlos in das Gezeigte ein.
Das bei SEARCHING FOR SUGAR MAN die wichtigsten Songs von Sixto Rodriguez die Bilder komplettieren bedarf eigentlich keiner Erwähnung - es liegt auf der Hand das diese Doku ihren Fokus auch auf das Audiovisuelle legt.
Ich selbst zähle mich auch nicht unbedingt zu den Fans von der Singer/Songwriter a la Bob Dylan, Cat Stevens und Konsorten, doch die Musik von Sixto Rodriguez hat sich schon nach dem ersten Hören in mein Gedächtniss eingebrannt und dürfte somit auch andere Leute die mit Polit-Folk-Rock nicht viel anfangen begeistern!

Nicht zu Unrecht konnte SEARCHING FOR SUGAR MAN den Oscar in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm", den Preis für "Besten Ausländischen Dokumentarfilm" auf dem Sundance Festival und den "Publikumspreis" auf dem Melbourne Filmfestival gewinnen.
Ein überwältigendes Zeitdokument welches man bedenkenlos als eine der bewegendsten und mitreißendsten Musik-Dokus aller Zeiten bezeichnen kann!

10 von 10 goldenen Schallplatten
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Dokumentation, 6. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Searching For Sugar Man [Blu-ray] (Blu-ray)
Der Film zeigt eine Geschichte wie Sie eigentlich kaum wahr sein kann - all das in schönen Bildern die durch die Musik von Rodriguez exzellent untermalt wird. Eine absolute Kaufempfehlung meinerseits an alle musikalisch interessierten Menschen und solche die es noch werden wollen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiger Film, tolle Musik, 15. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Searching For Sugar Man [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich denke, dies ist einer der besten Dokus, die je gemacht wurden. Und gleichzeitig eine der rührendsten Geschichten, die ich gehört habe. Mehr muss man nicht sagen.
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Searching For Sugar Man
Searching For Sugar Man von Simon Chinn (DVD - 2013)
EUR 7,99
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