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33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Phantastischer Film, gute DVD
Werner Herzogs Meisterwerk ist sicher nicht vergleichbar mit
gängigen US-amerikanischen Actionproduktionen, die Millionen von US-$ verschlingen und mit wohlklingenden Namen von Schauspielern und Regisseuren aus Hollywoods Reihen glänzen können und gängige Bedürfnisse des heutigen Mainstreamgeschmacks befriedigen. Die Stars dieses Films sind...
Veröffentlicht am 5. Juni 2004 von Rezensent

versus
5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die "Eroberung des Nutzlosen" (Herzog, 2004)
Der 1991 verstorbene Klaus Günter Karl Nakszyñski galt als Spezialist für Psychopathen-Rollen; (nicht allzu) boshafte Menschen gehen noch einen Schritt weiter und unterstellen, er habe sich nur stets selbst gespielt. Zumindest hier wirkt er schon oft "neben der Rolle", als hätte er gelegentlich doch zuviel vom vorgekauten "Koyana" eingepfiffen...
Veröffentlicht am 10. Dezember 2011 von jury


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33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Phantastischer Film, gute DVD, 5. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Fitzcarraldo (Digipak) [2 DVDs] (DVD)
Werner Herzogs Meisterwerk ist sicher nicht vergleichbar mit
gängigen US-amerikanischen Actionproduktionen, die Millionen von US-$ verschlingen und mit wohlklingenden Namen von Schauspielern und Regisseuren aus Hollywoods Reihen glänzen können und gängige Bedürfnisse des heutigen Mainstreamgeschmacks befriedigen. Die Stars dieses Films sind Indios, die Kraft ihrer Muskeln gemeinsam einen ganzes Schiff über einen Dschungelberg ziehen, mittendrin ein phantastisch spielender Kinski zu der Musik von Caruso aus einem alten Grammophon wie ein Besessener hantierend. Obgleich ich mich mit der Pauschalbezeichnung 'Actionfilm' etwas schwer tue, muss man doch wohl bei Betrachtung dieser Szenen zu dem Schluss kommen, dass
wahrscheinlich selten in einem Film derart 'harte' Action tatsächlich vollzogen wurde, hier gehen die Protagonisten (allen voran Kinski) schweißtriefend an die Grenzen ihrer Leistungfähigkeit. Es ist die Gewissheit über das 'echte' Schiff, den 'echten' Berg und die 'echten' Indios, die im Hinblick auf die Strapazen beim Dreh Respekt einflössen. So vermag der Film auch die Anspannung und Strapazen der Figuren
in Fitzcarraldos Projekt perfekt zu vermitteln, obgleich die Handlung über weite Strecken langsam wie die Wasser des Amazonas
dahinfließt. Das mag viele, die nur rasante Action heutiger Abenteuerfilme kennen, vielleicht langweilen. Auch die Naivität und Bessessenheit des von Kinski unglaublich energiegeladen gespielten Titelhelden wird vielen schon 'zuviel des Guten' sein und es gilt hier, was für alle Kinski/Herzog-Filme gilt: Wer Kinskis Art nicht mag lässt besser die Finger von dem Film, allen anderen sei er wärmstens ans Herz gelegt.
Für mich ist er (zusammen mit 'Aguirre') einer der besten Filme
des Gespanns Herzog/Kinski und dazu ein zeitloses Meisterwerk - auf der vorliegenden DVD nun würdig präsentiert.
Ein paar Infos zur DVD selbst:

Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1, Mono) Englisch (Mono)
Bildformat: 1.85:1, Laufzeit 246 Min.
DVD Erscheinungstermin: 1. Dezember 2003, Produktion: 1981
DVD Features:
Extra-DVD mit der Dokumentation 'Die Last der Träume' (90 Minuten) über die Dreharbeiten Audiokommentar von Werner Herzog und Laurens Straub,Werkfotos, Biographien, Dokumente, Trailer
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein subtiler, aber gewaltiger Traum..., 10. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Fitzcarraldo (Digipak) [2 DVDs] (DVD)
Mit diesem 1981 entstandenen Filmliegt uns hier endlich (meiner Meinung nach) der BESTE Herzog/Kinski Film vor!
Fangen wir mal mit der Verpackung an:
Ein wunderschönes und (fast schon) edels Digipak lacht einen hier an. In diesem befinden sich neben vielen und wunderschönen (und zudem passenden) Filmszenenfotos, ein "Beilagezettel", welcher den Auszug einer Produktionsnotiz von Werner Herzog darstellt. Der Inhalt dieser Notiz bezieht sich auf Herzogs eindrücke vor dem ersten Drehtag.
Neben der DVD zu dem Hauptfilm (auf welcher sich als Bonus zudem noch Trailer, Biografien, Werkfotos und ein Audiokommentar von Werner Herzog und Laurens Straub befindet), befindet sich noch eine zweite DVD in diesem Digi-Pack. Auf dieser finden wir den ca. 95 min. langen und hochinteressanten Dokumentarfilm "Die Last der Träume" von Les Blank, über die extrem schwierigen und dramatischen Dreharbeiten zu "Fitzcarraldo".
Der Film selber ist wie gesagt ein Highlight, das immer noch seines gleichen sucht! Aber eines muss ich gleich im Vorfeld sagen: Wer nur dämliches und lautes "Bombast-Kino" kennt und sich dann diesen Film ansieht... ja, für diese könnte der Film die längsten 2 1/2 Std. ihres Lebens werden. Es gibt KEINE gewaltigen Actionorgien oder schnelle Kameraschwenks (aber dennoch nicht minder revolutionär!)!!
Aber für den Rest gilt: Der Film ist ein langes, subtiles und (und bis auf sehr wenige Szenen) sehr ausgeglichenes, ruhiges Meisterwerk, welches einen dennoch im immer weiteren Verlauf der Handlung in seinen Bann zieht und mitreisst...
"Träume sind Schäume"... aber nicht in diesem Film: wenn man das erste mal die Szenen sieht, wie diese Menschenmassen von Ureinwohnern, dieses gewaltige Schiff über den Berg ziehen, kann man nur noch mit offenem Mund und Kopfschüttelnd vor dem Fernseher sitzen und stauen... und man wird vor allem eines definitiv nicht: diese Szenen jemals wieder in seinem Leben vergessen!!
Dieser Film ist wirklich der reine Wahnsinn! Einen Kraftaufwand und Gewaltakt sondergleichen, stellt dieses einzigartige Epos dar... welches einen in wunderschönen und brillianten Bildern eintauchen und zugleich schweben lässt. Aber es schafft dabei den schwierigen Spagat zwischen subtilen Kunstkino und spannender Kinounterhaltung perfekt!!
Diesen Film sollte jeder zumindest einmal gesehen haben! Kenner und Kinski-Fans lieben ihn sowieso (und das zurecht!! *gg*)...
Ein wirklich einzigartiger und krafvoller Film, wie er wohl (leider) nie wieder entstehen wird... aber dafür jetzt in einer hervorragenden Bild- und Tonqualität präsentiert wird! :)
Zugreiffen!!
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herzogs Wahn und Traum, 23. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Fitzcarraldo (Digipak) [2 DVDs] (DVD)
Nobel aufgemacht kommt dieses Set daher: "Fitzcarraldo", die Urwaldoper über das Erreichen des Unmöglichen, glänzt mit seltenen Dokumenten und Fotos, einem hochinteressanten Audiokommentar und der Dokumentation "Die Last der Träume", die die Dimensionen dieses Projektes zwischen Größenwahn und Selbstzerstörung deutlich macht. Herzog und sein Lieblingsraubtier Kinski in einer Dressur vor der Kulisse des verschlingenden Dschungels. Der Film brennt sich ein, seine Metaphern wirken, weil da nichts getürkt und mit Spezialeffekten vorgegaukelt wird. Hier vollbringen Getriebene wahrhaftig ein echtes Wahnsinns-Werk. Meiner Meinung nach Herzogs Bester, nun endlich auf DVD verewigt.
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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer unsere Träume stiehlt, gibt uns den Tod. ( Konfuzius), 27. Juli 2008
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Fitzcarraldo (Einzel-DVD) (DVD)
Manaus ist die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas in Brasilien. Der Ort liegt am Rio Negro. Dieser Fluss mündet in den Amazonas.
Zu Ende des vorletzten Jahrhunderts wurde die Stadt aufgrund des Kautschukbooms, der von 1890-1915 andauerte, sehr reich. Man erbaute 1896 sogar ein Opernhaus. Das war eine Sensation, die für interessanten Gesprächsstoff in den gebildeten Schichten jener Zeit sorgte.

Werner Herzog, der Drehbuchautor und Regisseur des vorliegenden Films lässt in der ersten Szene den damaligen Operstar Enrico Caruso in diesem Opernhaus singen.
Der Protagonist Fitzcarraldo ( Klaus Kinski), ein glühender Verehrer von Verdi-Opern, ist mit seiner Geliebten( Claudia Cardinale) - einer Bordellbesitzerin - aus Iquitos angereist, einem Ort , der in jenen Tagen primär aus Bretterbuden bestand und noch gänzlich unerschlossen war.

Fitzcarraldo ist ein Träumer, mit vielen Ideen. Seine Vorstellung eine Eisenbahn durch den Dschungel zu bauen ist vor kurzem gescheitert. Doch sein eigentlicher Traum besteht darin ein Opernhaus in der grünen Hölle zu errichten, in dem auch Caruso singen soll. Fitzcarraldo möchte gewissermaßen das Paradies des Amazonas mit Verdis Kompositionen beschallen.

Dazu benötigt er Geld. Er fasst den Entschluss ein Schiff mittels einer Seilwinde über einen Berg zu schleppen, um so zu einem noch nicht ausgebeuteten Kautschukfeld zu gelangen und auf diese Weise Gewinne zu erzielen. Durchaus ist er sich im Klaren, dass dieses Unternehmen mit sehr großen Schwierigkeiten verbunden ist. Fitzcarraldo aber glaubt an sich und seinen Traum. Seine lebensbejahende Geliebte finanziert diesem "Spinner" lächelnd sein Projekt, während die reichen Kautschukbarone bereits auf sein Versagen wetten.

Es folgen traumhafte Bilder, die den Betrachter durch das Amazonas- Gebiet führen. Man sieht das gewaltige Wasser, auch das Urwald-Grün in all seinen Schattierungen und erfreut sich an den schauspielerischen Leistungen von Hunderten von Indios, die als Statisten in diesem Film für Authentizität sorgen.
Fitzcarraldo gelingt sein Unternehmen beinahe, weil ihm die Indios dabei helfen, den Dampfer über besagten Berg zu schaffen. Sie roden die mächtigen Bäume, bauen Schienen, arbeiten ununterbrochen. Auch sie haben einen Traum. Die stets für Unruhe sorgenden Flussgeister möchten sie besänftigen.

Mögen die beiden unterschiedlichen Träume auch dazu führen, dass Fitzcarraldo zunächst noch nicht den finanziellen Erfolg verbuchen kann, den er sich durch die Exkursion versprochen hat, so gelingt es ihm doch den Kautschukbaronen den Respekt abzuringen, den er für seine Leistung verdient hat. Vor Freude beinahe entrückt, lässt Fitzcarraldo auf dem Dampfer ein italienisches Orchester Verdis Musik spielen. Die Gesellschaft von Manaos und die Indios jubeln dem Opernenthusiasten vom Flussufer aus zu. Auch wenn er keine Oper im Dschungel errichtet hat, hat dieser Träumer es geschafft mit Verdis Klängen das Grün zu beschallen und zu zeigen, dass der Glaube an eine Sache Berge versetzen kann.

Der stets etwas fiebrig um sich blickende Kinski spielt die Rolle des von seiner Idee beseelten Fitzcarraldos überzeugend. Die attraktive Claudia Cardinale kommt an seiner Seite bestens zu Geltung. Kinski huldigt ihrer Schönheit sehr feinsinnig und macht sie auf dieser Weise zu Göttin des Amazonas.

Die Sensibilität, die von Kinski im Film ausgeht, besonders Hinblick auf die Kinder der Indios, seine liebevollen Blicke und seine sanfte Stimme haben mich sehr berührt.

Empfehlenswert.

PS: Verena Lueken schreibt heute, am 12. Januar 2013 in der FAZ zum Buch von Kinskis Tochter Pola, deren Vater offensichtlich sexuellen Missbrauch an ihr betrieben hat und zwar von Kindesalter an. Ich bin schockiert. Dieser Frau gehört meine ganze Anteilnahme. Kinski muss psychisch hochgradig gestört gewesen sein. Einfach nicht nachvollziehbar. Trotz allem aber muss man im Urteil zwischen den Arbeiten eines Künstlers und seinen persönlichen Abgründen differenzieren, auch wenn dies im Falle von Kindesmisshandlung nicht leicht fällt.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Traumduo Kinski/Herzog, 4. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Fitzcarraldo (Digipak) [2 DVDs] (DVD)
Mit Fitzcarraldo ist dem Duo Herzog/Kinski ein Klassiker gelungen.Vor allem Kinski, der eigentlich nur die zweite Wahl für die Besetzung des Fitzcarraldo war, gebührt höchstes Lob.Ich könnte mir keine bessere Besetzung für die Rolle des visionären Dilettanten vorstellen.Herzogs atemberaubende Bilder tun ihr Übriges dazu.So richtig schätzen wird man den Film jedoch erst können, wenn man sich die beiliegende Dokumentation "Die Last der Träume" angesehen hat, welche zeigt mit welch haarsträubenden und dramatischen Bedingungen das ganze Team zu kämpfen hatte....Manch anderer Regisseur hätte vorzeitig das Handtuch geworfen, doch genau wie Fitzcarraldo, ist Herog ein Visionär/Träumer der nicht so schnell aufgibt.
Des weiteren, sind die Aufmachung und Extras der DVD diesem Ausnahmefilm würdig.
Fazit: ein aussergewöhnlicher Film, jenseits aller Hollywoodtricks, der mindestens genauso empfehlenswert ist wie alle anderen bei arthaus erhältlichen Filme von Werner Herzog.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der größte Film aller Zeiten, 31. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Fitzcarraldo (Digipak) [2 DVDs] (DVD)
Vielleicht der beste Film, der jemals gedreht wurde. Auch wenn so eine Aussage immer subjektiv gewertet werden muss, so gibt es doch sehr Viele, die diesen Film so einschätzen. Klaus Kinski in seiner besten Rolle. Unglaubliche Bilder. Schönen Landschaften. Tolle Musik. Gänsehaut!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Nur Träumer können Berge versetzen"- Wenn Grössenwahnsinn zu Kinomagie wird, 3. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fitzcarraldo (Digipak) [2 DVDs] (DVD)
"Fitzcarraldo, ich kröne sie zum Erfinder des Nutzlosen!"-
"Mein Herr ich werde meine Oper bauen. Ich bin in der Überzahl".
Fitzcarraldos manischer Blick bohrt sich fast in die Augen der Zweifler an seinem irrwitzigen Vorhaben.
Das gigantische Opernhaus im tiefsten Amazonasdschungel, der weltbekannte Sänger Caruso, der dort zwischen Eingeborenen der grünen Hölle Guiseppe Verdi intonieren soll- ein Himmelsfahrtskommando als Obsession eines einzigen Mannes.
Klaus Kinski in seiner umwerfensten ,unvergesslichen Rolle als Brian Sweeny Fitzgerald, gennant Fitzcarraldo, hoffnungslos gescheitert bereits mit verschiedenen Bahnbauprojekten durch unwegsames Dschungelgebiet, doch erfüllt von der einen besessenen Vorstellung: Irgendwie zu Geld zu kommen, um dieses Sinnbild eines entfesselten, kompromisslosen Kunstverständnisses in die Tat umzusetzen.
"Gott helfe mir, und wenn ich mit diesem Projekt sterbe, dann muß ich es für meinen Traum tun."
Das sind nicht die Worte Fitzcarraldos, sondern die des egomanischen Regisseurs dieses in der Filmgeschichte einmaligen Kraftaufwandes, Werner Herzog.
Keine Filmproduktion ist so legendär, so unfassbar und gefährlich wie "Fitzcarraldo".
Selbst "Apocalypse now" musste nicht mit so vielen Rückschlagen, mit soviel Blut Schweiß und Tränen regelrecht auf die Leindwand gehievt werden, wie dieses kraftraubende Kinomonstrum.
Grössenwahnsinng wie die Geschichte eines fiktiven Träumers und vollkommen irrsinnig und unglaublich ist die Produktionsgeschichte.
Flugzeugabsturz, zahllose Verletzte, Krankheiten, Stürme, die Verwicklung in Kriegsauseinandersetzungen der Eingeborenenstämme, ein unglaublich egomanisches Gespann Herzog und Kinski, kompletter Neustart der Produktion als die vormaligen Hauptdarsteller Jason Robards und Mick Jagger absprangen.
"Fitzcarraldo" ist eine Kinoexplosion der Schönheit, der maßlosen Hingabe an eine fixe Idee, und somit in der beindruckenden Prägnanz, der kraftraubenden Selbstaufgabe unter dem Risiko wirklich das Leben zu verlieren einmalig in der Kinogeschichte.
Wer ist hier noch Schauspieler und Regisseur, wo ist noch der Unterschied zwischen Kinoillusion, fiktiver Story und authentischer Selbstzerfleischung ? In "Fitzcarraldo" verschwimmen die Grenzen.
Die vierte Zusammenarbeit des in Haß und Liebe verbundenen Gespanns Herzog und Kinski mutierte zu einem der besten Filme aller Zeiten.
Nie wieder werden Zuschauer das Bild des unendlich langsam über den Morast knirschenden Ozeandampfers vergessen, der in einer waghalsigen Krafteruption von tausenden von Eingeborenen langsam über einen Bergkamm gehievt wird.
Aus den Lautsprechern : Caruso mit seiner Verdi Interpretaion.
Nie wieder vergisst man auch wie das schlingernde Schiff wie im Todestaumel immer wieder in Stromschnellen gegen Küstenklippen donnert, wie ein waidwundes Tier sich im Wasser wälzt, ohne daß noch ein Steuermann es lenken könnte.
Eklatant erinnert dieser Todestaumel auf dem Wasser an den grossen Vorläuferfilm "Aguirre- der Zorn Gottes", doch wird "Fitzcarraldo" letzendlich ein versöhnlicheres Ende finden. Am Ende lächelt Kinski sogar, in einem phantastischen Finale, was noch einmal als Erlösung in der Hingabe an die Kraft der Magie, der Träume zu verstehen ist.
Kinski, vielleicht der einzige wirklich charismatische deutsche Mime mit Weltruhm, der niemals Charaktere spielte, sondern mit seiner phänomenalen Präsenz Figuren Leben einhauchte, zeigt als "Fitzcarraldo" all seine Facetten in bewegender, verstörender, aufbrausender, kindlicher Mimik, ein ewiges Denkmal für das Können dieses Exzentrikers.
Ihm zur Seite in einer Nebenrolle die wunderbare Claudia Cardinale, die uneingeschränkt die Traumgespinste ihres Geliebten unterstützt.
Mit dem Handel von Kautschuk möchte Fitzcarraldo das Geld für seine einzge Lebensobsession, die Dschungeloper zusammen bekommen.
Um die Jahrhundertwende ist dies ein einträgliches Geschäft.
Ein Dampfer , eine etwas zweifelhaft anmutende Mannschaft wird angeheuert , die den Kautschuk aus dem Dschungel transportieren soll.
Doch das Gebiet, welches Fitzcarraldo extra für sein Vorhaben erwarb, ist tiefstes Amazonasgebiet mit unvorhergesehenen Gefahren und unbekannten Eingeborenen- Stämmen.
Als die Reise zu scheitern droht, reift in Fitzcarraldo der unfassbare Plan.
Um von einem Flußstrom zum Nächsten zu gelangen soll das Schiff in Gänze mit provisorischen Seilwinden, wie an einem riesigen Flaschenzug über einen steilen Bergkamm gezogen werden.
Welch ein archaisches, fast religiöses Bild: Der Turmbau zu Babel könte nicht irrsinniger und fanatischer gewesen sein.
Ein einsamer Mann , ein riesiges Schiff, das wie ein zeitloses Monument der irrationalen Kräfteanstrengung des Menschen wirkt.
Wie einst ein gequälter Sisyphus seinen Felsen immer wieder zu einem letztendlich sinnlosen Ziel hochwälzt, nur um wieder zu scheitern.
Wo heute natürlich Freund Computer hier die Regie übernehmen würde, erhält dieser Kino-Meilenstein seine überragende Wucht durch absolute Authentizität.
Jeder Schweißtropfen, jeder abgeholzte Baumstamm, jede quitschende wankende, tonnenschwere Seilwinde, jede Angst, jede Verzweifelung ist echt, denn hier wurde wirklich waghalsig die eigene Unversehrtheit aufs Spiel gesetzt.
Wie das moralisch zu werten ist: Nun Herzog ist in seiner Kompromisslosigkeit selbst ein Fanatiker.
Und so ist er selbst in seinem Ehrgeiz auch zum Synonym geworden für die eine "zivilisierte" Wohlstands- Welt, die für eine wahnhafte Idee, in das friedvolle Gleichgewicht unberührter Natur einbricht. Er selbst, wie sein Filmprotagonist Fitzcarraldo drohte an seinem Traum zu zerbrechen.
Ein Traum der letztendlich als Sinnbild der Vergeblichkeit in den Stromschnellen zerplatzt, in aller Banalität die jegliche vorherige Anstrengung ad absurdum führt.
Vielleicht muß es als Selbsterkenntnis manchmal eine Stufe darunter geben.
Ein Kompromiss, der vielleicht nicht das ganz grosse Glück, jedoch eine Versöhnung mit dem elementaren Gleichgewicht des Lebens verheisst.
Am Ende wird Fitzcarraldo seine Oper bekommen. Nicht der ganz grosse selbstzerstörerische Entwurf, sondern inszeniert auf einem Schiff, in dem er dann doch lächelnd neben seine plüschroten Theatersessel steht.
Die Klänge Guisseppe Verdis vor der Illusion von mittelalterlichen Pappkulissen, in mittelalterlichen Kostümen an Bord eines im tiefsten Dschungelstrom dahintreibenden Schiffes, gefilmt vom zeitgenössischen Filmregiseur Werner Herzog. Die Illusion, in der Illusion.Wo ist Wahn , wo Wirklichkeit noch zu trennen.
"Fitzcarraldo" ist eine hypnotische Erfahrung !
Über 150 Minuten nimmt sich Herzog Zeit in schwebenden, phantastischen Bildern zu schwelgen, die hinwegtragen in die ganz eigene schillernde, fiebrige Atmosphäre des Amazonas, der Faszination des Dschungels, erfühlbar in jedem Tier, jeder glitzernden Wellenbewegung, jedem betörend gefährlichem Sumpfgebiet.
Hören, schmecken, riechen, man glaubt mit allen Sinnen diese Abenteuereise zu spüren.
Momente der Stille, zum Schneiden angespannt, Momente feierlicher Erhabenheit, Momente losgelöst von rationalen Erklärungsebenen, Momente unglaublicher Gänsehaut vor Ergriffenheit wenn die sphärische Musik von Popol Vuh einsetzt.
Nervenzerreisend die Anspannung wenn das Schiff minutenlang an dichten bewaldeten Ufern in flirrenden Einstellungen vorbei gleitet und wir die bedrohlichen Trommeln unsichtbarer Eingeborenstämme hören.
Blicke, Gesten, Gefahr, fremde vibrierende Umgebung- sogartige Kinomagie, die den Abstand zwischen Leinwand und Zuschauer durchbrechen lässt.
"Fitzcarraldo" nimmt einen mit allen Sinnen gefangen, ist selten erlebtes Mitfiebern, eindringlichstes Erspüren.
Brachial und gigantisch, wunderschön, sinnlich, ergreifend, wuchtig und unvergesslich.
Ein Kinoepos mit wahrlich übermenschlicher Faszination.
Ein cineastisches Vergnügen ist diese Doppel-DVD.
Sie enthält neben zahllosen Kommentaren ebenfalls die neunzigminütige Reportage :"Die Last der Träume", die detailliert auf die Dreharbeiten eingeht, und die spannender ist als jeder Thriller, der je die Kinoleinwand erblickte.
"Fitzcarraldo"- eine hemmungslose Ode an die Willenskraft des Einzelnen, an die Möglichkeit über sich hinaus zu wachsen, den Traum zu leben, zu scheitern , zu fallen, aufzustehen, verblendet zu sein oder Übermenschliches zu erschaffen.
Grösser und allumfassender als "Fitzcarraldo" kann ein Film kaum sein, beschäftigt er sich doch in einer gigantischen Parabel mit der Sinnhaftigkeit oder Vergeblichkeit des menschlichen Strebens.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen unbedingt auf englisch anschauen! großartiger Film, 21. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fitzcarraldo - SZ-Cinemathek 7 (DVD)
Atemberaubender Film, wie immer wenn Herzog und Kinski zusammenarbeiten. Dieser Film wurde auf englisch gedreht und dann später auf deutsch Nachsyncronisiert, teilweise von den Schauspielern selbst. Bei Kinski merkt man es aber total das er bei der deutschen Fassung nicht ganz bei der Sache war. In der englischen Version klingt er absolut überzeugend, kindlich, sympatisch und von einer großen Vison bessessen. Die anderen Schauspieler klingen auf englisch auch viel besser und vor allem viel passender für ihre Rollen
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen geniale große oper, 30. März 2006
Von 
J. Fromholzer "fromholzer" (berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Fitzcarraldo (Digipak) [2 DVDs] (DVD)
Dieser bildergewaltige, melancholische Film ist eigentlich große OPER; Herzog ist ja auch Opernregisseur, das nur nebenbei. Diese Bilder sind von grenzenloser Schönheit und dazu die Musik von Bellini, gesungen von Caruso - was will man mehr? Ein Film für die Ewigkeit! Herzog gilt nicht umsonst als einer der bedeutensten Filmemacher der Gegenwart. Eigentlich kommt da ohnehin nur noch Visconti ran. GENIAL !
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Würdige DVD eines großen Klassikers, 11. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Fitzcarraldo (Digipak) [2 DVDs] (DVD)
Keine Frage: Fitzcarraldo ist wohl das beeindruckendste Werk des gemeinsamen Schaffens von Herzog/Kinski. Wie Fitzcarraldo zog Herzog einen echten Dampfer über einen Dschungelhügel und Kinski spielt so gut wie selten zuvor oder danach in seiner beeindruckenden Filmographie.
Die kann nahezu in allen Belangen überzeugen: Neben dem schönen Pappschuber und dem Digipack brilliert sie vor allem durch die tollen Extras. Neben dem interessanten Audiokommentar von Werner Herzog und Laurens Straub erhält man durch zahlreiche Dokumente (darunter auch Auszüge aus Kinskis Vertrag) und Werkfotos einen spannenden Blick hinter die Kulissen gewährt. Auf der zweiten DVD findet sich dann schließlich noch "Die Last der Träume", eine Dokumentation von Spielfilmlänge, in der der Filmemacher Les Blank den nervenaufreibenden Schaffungsprozess dieses Films - immerhin 3 ganze Jahre! - akribisch mit seiner Kamera für die Nachwelt festhält. Ganz ehrlich: Das Abenteur, das Herzog auf sich nahm, um Fitzcarraldos Abenteur in diese kraftvollen Bilder zu gießen ist nicht selten noch spannender und faszinierender als der fertige Film selbst.
Einziger Wermutstropfen: Die Bildqualität des Hauptfilms könnte noch eine Nuance besser sein. Das Bild ist gelegentlich ein wenig unscharf, auch ein leichtes Bildrauschen ist zu verzeichnen. Das macht das Bild natürlich noch lange nicht schlecht, es ist an und für sich noch immer absolut passabel und sollte den wenigsten übel aufstoßen.
Alles in allem: Eine schöne Edition, die man sich gerne ins Regal stellt. Pflichtprogramm!
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