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114 von 136 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es reißt einem den Boden unter den Füßen weg
Buchinhalt:

Es war einmal ein junges Mädchen namens Anna. Sie lebte mit ihren Eltern in einem gutbürgerlichem Haus. Anna liebte es Musik zu machen und sie liebte den Schnee, der im Februar nieder fiel. Sie führte das Leben einer ganz normalen Abituierentin. Doch eines Tages fragte sie sich, warum alle ihre Freunde den Jungen Abel Tannatek...
Veröffentlicht am 28. März 2011 von nightingale

versus
199 von 244 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Jugendroman mit seltsamen Botschaften
Es ist jetzt schon drei Wochen her, seit ich diesen "Thriller" zu Ende gelesen habe. Warum ich erst jetzt eine Rezension schreibe? Weil ich der Meinung bin, dass dieses Buch, zu den zahlreichen positiven Rezensionen, auch durchaus Kritik vertragen kann und nötig hat.
Schreiben und erzählen kann Antonia Michaelis, daran besteht auch für mich...
Veröffentlicht am 13. Mai 2011 von streuner


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114 von 136 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es reißt einem den Boden unter den Füßen weg, 28. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Märchenerzähler (Gebundene Ausgabe)
Buchinhalt:

Es war einmal ein junges Mädchen namens Anna. Sie lebte mit ihren Eltern in einem gutbürgerlichem Haus. Anna liebte es Musik zu machen und sie liebte den Schnee, der im Februar nieder fiel. Sie führte das Leben einer ganz normalen Abituierentin. Doch eines Tages fragte sie sich, warum alle ihre Freunde den Jungen Abel Tannatek eigentlich immer nur Kurzwarenhändler nannten. Warum schlief Abel aus ihrem Deutsch-Leistungskurs oft im Unterricht ein? Und vertickte er wirklich "heiße Ware" auf dem Schulhof? Fragen, die Anna bald oder auch erst später beantwortet werden sollten. Denn Abel gewährte ihr Einlass in seine Welt. In dieser Welt wirbelte er seine kleine Schwester Micha durch die Luft und erzählte ihr Märchen. Auch Anna lauschte diesen Märchen bald und verliebte sich rettungslos. Doch was geschieht, wenn das Märchen mit dem realen Leben verschmilzt? Was ist Fiktion und was ist wahr? Was, wenn Zweifel kommen und nicht mehr klar ist, wer der Feind ist? Liebt sie gar den Feind? So viele Fragen, doch Abel möchte nur eins sein. Der Märchenerzähler.

Persönliche Meinung:

Selten schreibe ich eine Bewertung gleich nachdem ich es fertig gelesen habe. Ich möchte sonst lieber die Gedanken nochmal sortieren und "drüber schlafen". Aber mit "Der Märchenerzähler" wäre das glaube ich ein Fehler gewesen. Zum einen vollkommen leer und doch so aufgerüttelt, so fühle ich mich nach dem Zuschlagen des Buches. Ich kann nicht wirklich auf den Inhalt eingehen, weil ich wohl dann nicht mehr aufhören könnte zu schreiben und somit alles verrate würde. Aber ich kann ein paar Eindrücke geben. Der Einstieg war für mich schon erschütternd, denn Antonia Michaelis führt den Leser somit gleich vor Augen, dass etwas passieren wird. Was das ist, bleibt lange im Verborgenen. Glaubt mir, ich dachte ich wüsste es. Doch dann wurde jegliche Vorahnung zunichte gemacht. Der Leser muss zunächst den Willen aufbringen, sich mit Anna, Abel und Micha auf die Reise zu begeben. Eine lange Reise. Es sind von Abel erfundene Märchen, die er seiner kleiner Schwester Micha erzählt. Anna ist durch die Schule aufmerksam auf Abel geworden. Als sie entdeckt, dass der tough wirkende Außenseiter sich rührend um Micha kümmert, geht ihr das Herz auf und die Neugierde wird größer. Stück für Stück gewährt Abel ihr Einlass, und lädt auch sie fortan zur Märchenstunde ein. Hoffnunglos verliebt Anna sich in ihn. Und so entsteht eine Bindung zwischen einem Mädchen aus gutem Haus und ohne jegliche Sorgen, und dem Außenseiter mit zu vielen Sorgen.

Antonia Michaelis' Schreibstil war für mich kurz gewöhnungsbedürftig, denn sie schreibt wirklich ungewöhnlich. Aber man verliert sich in der Geschichte nach einer Weile. Jede Seite die ich las, lies mich ängstlicher werden. Ich schließe mich anderen an, die schon sagten, dass dieses Buch etwas bedrückendes hat. Man durchlebt Höhen und Tiefen mit Anna und Abel...und WAS für Höhen und Tiefen. "Der Märchenerzähler" hinterlässt mich erschüttert, nachdenklich, geschockt und sehr aufgerüttelt. Diese Geschichte hat mich wirklich zum weinen gebracht, und zwar sehr oft. Das Buch ist ein Jugendbuch, jedoch nichts für die schwachen Herzen. Ich habe einmal mehr gemerkt, wie schwach ich ums Herz bin. Anna, Abel und Micha werde ich lange nicht vergessen können.

Kurzum: "Der Märchenerzähler" ist mein Buch des Monats März. Meine Empfehlung des Frühlings, Sommers, Herbst & Winters.
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199 von 244 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Jugendroman mit seltsamen Botschaften, 13. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Märchenerzähler (Gebundene Ausgabe)
Es ist jetzt schon drei Wochen her, seit ich diesen "Thriller" zu Ende gelesen habe. Warum ich erst jetzt eine Rezension schreibe? Weil ich der Meinung bin, dass dieses Buch, zu den zahlreichen positiven Rezensionen, auch durchaus Kritik vertragen kann und nötig hat.
Schreiben und erzählen kann Antonia Michaelis, daran besteht auch für mich überhaupt kein Zweifel.
Ich habe von ihr bereits "Die Nacht der gefangenen Träume" gelesen und das Buch hat mir, hauptsächlich wegen des Schreibstils, wirklich gut gefallen.
Der Märchenerzähler war aber definitiv nichts für mich.
Wer das Buch noch nicht kennt und es gerne noch lesen möchte, sollte jetzt besser nicht weiterlesen, denn ich kann meine Kritik leider nicht spoilerfrei äußern. Weiterlesen also nur auf eigene Gefahr!
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Ich bin, von Beginn an, weder mit dem drogendealenden Abel, noch mit der bis zur völligen Selbstaufgabe hinter ihm her laufenden Anna warm geworden. Einzig und allein Abels kleine Schwester Micha hat mein Herz berührt.
Dem Märchen von der kleinen Klippenkönigin konnte ich nur sehr wenig abgewinnen. Jedes Mal, wenn sich wieder der nächste Märchenteil ankündigte, habe ich gehofft, endlich die "Schönheit" darin zu finden, die sich anderen Lesern offensichtlich gezeigt hat. Ich habe sie leider nicht gefunden. Ich denke, mir fehlte einfach das Gespür für die besondere Poesie dieses Märchens.

Ein paar Bemerkungen zu der "zu Herzen gehenden Liebesgeschichte". Ich frage mich immer noch, wo die zu finden war?
Im ständigen Abel-Hinterherlaufen von Anna?
In der meist ablehnenden Haltung von Abel gegenüber Anna?
In dem Schuppen, in dem Abel seine geliebte Anna vergewaltigt hat?
Oder hätte mich vielleicht Annas Besuch an ..... .... noch von dieser Liebesgeschichte überzeugen sollen?
Tut mir wirklich leid, aber für mich sieht Liebe ganz anders aus.
Was mich aber am meisten gestört hat, waren die seltsamen Botschaften, die dieser Jugendroman vermittelt. Mag sein, dass ich das viel zu eng sehe. Rüber kam es für mich so:

Drogen dealen ist hilfreich, um sich was nebenbei zu verdienen.
Eine schwere Kindheit mit Missbrauch und einer alkoholkranken Mutter entschuldigt so gut wie alles - auch mehrfachen Mord.
Vergewaltigung ist doch eigentlich gar nicht so schlimm.
Erzähl ein schönes Märchen und keiner kann sich deinem Charme entziehen.

Ich kann weder für Drogendealer, noch für Vergewaltiger und schon gar nicht für Mörder irgendwelche Sympathien entwickeln. Für naive und einfältige Charaktere, wie den von Anna, allerdings auch nicht.

Für mich war dieser Roman - leider - ein überhaupt nicht befriedigendes Leseerlebnis und alles andere als "ein temporeicher Thriller und eine zu Herzen gehende Liebesgeschichte".

Ich will hier niemandem auf die Füße treten, aber das ist meine ehrliche Meinung zu diesem Buch und die möchte ich nicht länger verschweigen.

Kleiner Tipp am Rande: Wer ein Jugendbuch mit einer wirklich zu Herzen gehenden Liebesgeschichte sucht, dem würde ich Du oder das ganze Leben von Simone Elkeles empfehlen.
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49 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Furchtbare Message, 24. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Märchenerzähler (Gebundene Ausgabe)
Achtung: Meine gesamte Rezenssion besteht aus Spoilern!

Ich fand das Buch wahnsinnig spannend, mitreißend und toll...
...BIS durch die Vergewaltigungsszene im Bootshaus die "große Wende" kam.
Zumindest für mich und meine Einstellung zum Buch war es die große Wende. Für die Akteure und für den Plot des Buches, war es nur eine kurze unwichtige Nebenhandlung. Das Wort "Vergewaltigung" wurde in dem Buch auch kaum verwendet, es war immer nur von "dem was im Bootshaus passiert ist" die Rede.

Habt ihr schon mal von dem Begriff "rape culture" gehört? Falls nicht, empfehle ich es mal zu googlen. Ein Beispiel für rape culture ist die Unterscheidung zwischen "rape" und "rape rape" ([...] Wenn der große Unbekannte mit dem Messer aus dem Busch springt und über die gutaussehende, wohlerzogene Joggerin herfällt, dann sind sich alle einig, dass das eine Vergewaltigung ist. Aber was ist, wenn das Opfer (zu viel) getrunken hatte, aufreizend gekleidet war, vorher mit dem Täter geflirtet hat oder, wie bei Anna und Abel, sich zunächst freiwillig auf ihn eingelassen und es sich dann doch noch anders überlegt und "nein" gesagt hat?! In solchen Situationen heißt es dann oft, dass das doch keine "richtige Vergewaltigung" ist. Irgendwie hat sie es ja auch selbst drauf angelegt, selbst Schuld, wenn sie soviel trinkt/sich so kleidet/ihn heiß macht. Solche Vergewaltigungsmythen sind leider, nicht nur unter Männern sondern mindestens genauso stark auch unter Frauen, sehr verbreitet.

Bücher wie "der Märchenerzähler" tragen zur Stärkung der "rape culture" bei, indem eine Vergewaltigung durch den eigenen Freund (der zusätzlich auch noch eine freiwillige Annäherung durch das Opfer voraus geht) bagatellisiert wird. Es werden weder irgendwelche psychischen Folgen oder Zeichen von Traumatisierung beim Opfer nach der Vergewaltigung gezeigt, noch wird der Täter richtig als Täter dargestellt (er wird dargestellt als der arme, missbrauchte Junge, der ein bisschen zu weit gegangen ist). Klar war das nicht ok, was er gemacht hat, aber es kann halt mal passieren, und sowieso war das ja keine "richtige Vergewaltigung", hauptsache die beiden lieben sich, nicht wahr?!

Dass das Buch ein Jugendbuch ist, macht das Ganze zwar nur noch schlimmer, aber auch Erwachsene sind bei dem Thema "Vergewaltigung" oft viel weniger aufgeklärt, als man meinen würde. Auch wenn dieses Buch ein Erwachsenenbuch wäre, wäre es immer noch genauso unangebracht und Vergewaltigungsverherrlichend.
Daher ist mein Hauptproblem mit dem Buch auch nicht, dass es ein Jugendbuch ist, sondern dass es überhaupt exisitiert (zumindest in dieser Fassung. Wäre diese, eigentlich für den Plot komplett unnotwendige, Vergewaltigungsszene einfach rausgelassen worden, hätte ich (fast) überhaupt kein Problem mit dem Buch).

Hier noch zwei Linktipps zu dem Thema:
[...]
[...]
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wundervoll und Grauenvoll, 15. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Märchenerzähler (Audio CD)
„Und wenn es wahr ist, dachte sie, wenn das Märchen wahr ist?“

Darum geht's:

Anna ist 17 Jahre und das was man wohl „gut behütet“ nennt. Sie hat weder Ärger in der Schule, noch treibt sie sich in den falschen Kreisen herum. Sie ist eine Träumerin und wird von ihrer Freundin Gitta oft „mein liebes Kind genannt“, weil sie eben sehr unerfahren ist. Bis sie sich eines Tages in Abel Tannatek verliebt. Abel, „der polnische Kurzwarenhändler“, bei dem man Drogen aller Art kaufen kann. Er lebt in ärmlichen Verhältnissen, schwänzt des öfteren die Schule und ist ein Außenseiter. Jeder weiß, ihre Liebe hat von Beginn an keinen Bestand. Doch Anna will an Abel glauben. An den Abel, der seiner kleinen Schwester Mischa so wundervolle Märchen erzählt.

Meine Meinung:

Lange Zeit habe ich mich geweigert dieses Buch zu lesen. Zu viel habe ich bereits im Vorfeld gehört und gelesen dass mich abgehalten, ja regelrecht verschreckt hat. Doch irgendwann war meine Neugier einfach größer als meine Bedenken.
Dieses Buch liebt man oder man hasst es, dachte ich. Aber ich wurde eines Besseren belehrt, denn ich stehe irgendwo zwischen den Stühlen. Ich liebe den Schreibstil von Antonia Michaelis. Ihre kurzen poetischen Sätze, wie sie es schafft Realität mit Märchen zu verflechten. Ich wurde in die Geschichte gezogen, wie es selten Autoren schaffen. Aber ich mochte nicht was passiert und ich mochte nicht wie blind und blauäugig hier gehandelt wird.

Die Figuren wirken real und ihr Handeln war für mich, auch wenn ich es nicht immer gutheißen konnte, absolut nachvollziehbar.
Da ist zunächst Anne. Das Mädchen ohne Erfahrung was Jungs betrifft. Anna ist sehr naiv und mehr als einmal fand ich ihr Handeln wirklich sehr dumm. Aber es passt zu ihr. Anna ist einfach so. Man möchte sie anschreien: „Mädchen, kapierst du denn gar nichts?“ „Lauf weg!“ Und es ist nicht so als hätte Abel ihr das nicht oft genug gesagt.
Ja und dann ist da Abel. Ach Abel, wie gerne würde man ihm glauben. Wie gerne wäre ich an manchen Stellen des Buches so wie Anna gewesen. Wie gerne hätte ich in dem Märchenerzähler nur die guten Seiten gesehen.
Aber genau da liegt das Problem, dass was mir und vielen anderen Lesern, das Buch madig macht. Denn Abels Taten sind meiner Meinung nach, absolut nicht entschuldbar. Und genau das tut Anna, sie verzeiht Abel und ich frage mich, muss das sein? Muss man wahre Liebe so ausdrücken. Ist das überhaupt noch Liebe? Alles zu verzeihen?
Zumindest ansatzweise kann man auch Abel verstehen und auch hier kann man der Autorin nicht vorwerfen, dass die Figuren nicht realistisch gezeichnet wären, denn Abel handelt eben so, weil er so ist.
Und auch ich muss gestehen, dass ich mich genau wie Anna in den sensiblen Märchenerzähler verliebt habe. In Abel, der Worte benutzt wie kein anderer und der so geheimnisvoll und unnahbar ist. In den Abel, der von seiner Mutter Michelle im Stich gelassen wurde und der sich nun um seine kleine Schwester Mischa kümmert. Um Abel, der alles dafür tun würde um Mischa zu schützen. Um Abel, den Seehund, der die kleine Königin und das Rosenmädchen sicher ans Ufer bringen möchte.

Doch spätestens nach dem Vorfall im Bootshaus, war dieser Abel für mich nicht mehr nur noch der, den Anna unbedingt in ihm sehen wollte.

Ich kann, und will diesem Buch keine 5 Sterne geben, aber ich kann es auch unmöglich schlecht bewerten, denn das ist es nicht. Es ist wundervoll und grauenvoll zugleich. Ob es nun in die Jugendbuchabteilung gehört oder nicht, darüber kann man streiten. Für mich sind Anna und Abel einfach keine guten Vorbilder für junge Leser und auch die Story und die Taten, sind eher etwas für die Erwachsenenabteilung. Das empfohlene Alter von 14 Jahren ist für mein Empfinden zu niedrig angesetzt.

Die Sprecherin Ulrika C. Tscharre liest für mein Empfinden etwas langsam, aber ihre Stimme passt zum Roman und sie bringt die fantastische und unheilvolle Atmosphäre sehr gut herüber.

Fazit:

Nichts für zarte Gemüter. Dieses Märchen ist starker Tobak und wer hier eine wundervolle Liebesgeschichte erwartet, der wird vielleicht enttäuscht. Wenn man Märchen mag, dann wird man Antonia Michaelis Stil lieben. Es ist wundervoll geschrieben und durchaus mal etwas anderes als das, was man sonst zu lesen bekommt, aber sein Inhalt ist leider auch sehr kritisch zu sehen.
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43 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Bedenklich, 11. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Märchenerzähler (Gebundene Ausgabe)
Den Inhalt des Buches möchte ich an dieser Stelle nicht noch ein Mal wieder geben, das haben die anderen Rezensenten bereits gemacht. Statt dessen möchte ich direkt mir meiner Kritik beginne:

Positiv sind mir das schöne Cover sowie der Schreibstil aufgefallen. Letzterer ist unbestreitbar hervorragend und passt wegen seinem poetischen Charakter sehr gut zum Plot. Damit ist zu den positiven Aspekten dieses Buches aber leider schon alles gesagt.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich über die vielen guten Kritiken doch sehr erschrocken bin, da ich mich frage, ob den sonst (so gut wie) niemand den Inhalt des Buches, v.a. für das Zielpublikum (Leser ab 14. Jahren!!!) für bedenklich hält?
Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Ich bin unbedingt dafür, dass auch in Jugendbüchern nicht nur die heile Welt vorgestellt wird. Im Gegenteil: Ich halte es für absolut berechtigt und auch sinnvoll, auch schwierige Themen anzusprechen. Dann aber doch bitte mir vernünftigen Lösungsvorschlägen!!! Dies ist bei diesem Buch absolut nicht der Fall, es sei denn, mir ist es entgangen? Ich habe es folgendermaßen aufgefasst: Dein Freund behandelt dich wie denn letzten Dreck, aber hey, da du ihn liebst, rennst du ihm trotzdem hinterher und lässt dir alles gefallen und komm bloß nicht auf die Idee, auch nur einem Menschen von dem zu erzählen, was er dir antut. Wie gesagt, du liebst ihn ja und deshalb machst du alles mit und verzeihst natürlich auch alles.
Und auch die Auflösung im vorletzen Kapittel des Buches finde ich mehr als fragwürdig: Du hast Scheiße gebaut? Stell dich ja nicht den Konsequenzen sonder entzieht dich diesen auf jede nur erdenkliche Weise.
Ob ein Buch belehren sollte oder nicht, darüber lässt sich sicherlich diskutieren, aber meiner Ansicht nach sollte es wenigstens auf keinen Fall junge Leute von einem falschen Weltbild überzeugen und das passiert hier eindeutig, weil sich keiner der Hauptcharaktere zu irgendwelchen Handlungen kritisch äußert oder gar eingreift oder wenigstens über die Vorgänge reflektiert (Anna!!!).
Mich würde v.a. auch interessieren, was die Autorin mit der Szene im Bootshaus bezwecken wollte und ob sie zu einem solchen Vorfall ebenfalls die Einstellung hat: Wenn man liebt, verzeiht man auch das (und zwar innerhalb von drei Tagen!!!)

Fazit: V.a. für junge Leser(innen) absolut bedenklich!!!! Finger weg!!!
Meine kleine Schwester (15) kriegt es nicht zu lesen.
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hm... Ein Buch das ich nicht nur gelesen habe..., 17. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Märchenerzähler (Gebundene Ausgabe)
.... Denn LESEN ist zu wenig ausgedrückt.... ich habe die Geschichte förmlich GELEBT! Ein Jugendbuch? Schwer zu sagen! Wo fängt die Jugend an, wo hört sie auf? Ich denke gerade (und ich habe es erst grade ausgelesen) dass ein Mensch mit emotionaler Intelligenz förmlich hinein gezogen wird in die Geschichte. Ich habe Anna gelebt, ich habe Abel gelebt, ich habe die Kleine beschützt... Ich war Annas Eltern, (wo ich doch selber eine Tochter in diesem Alter habe.... ) ich wische mir immer noch eine Träne aus dem Auge, weil mir die Tragweite der Ganzen Geschichte erst jetzt richtig bewusst wird und mir ziemlich an die Nieren geht.... Und ich Sage mir immer wieder: es war nur ein Märchen!! Es war nur ein Buch! Nicht mehr und nicht weniger! ... Oder doch nicht???
Im Moment bin ich immer noch bei Anna. Als ob ich Sie wäre. Und ich werde mich heute Nacht ganz fest an meinen Mann kuscheln und ein leises DANKE ins Universum flüstern....
Ich weiß nicht ob ich jemals ein Buch gelesen habe, das so wunderschön und gleichzeitig so schlimm war! Aber das Schöne überwiegt! Eindeutig! Love is the Key!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was..??, 29. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Märchenerzähler (Gebundene Ausgabe)
"WAS???... So kann es doch nicht Enden!"
Das war das erste was ich gedacht habe, als ich das Buch fertig hatte.
Anstatt jetzt aber zuerst auf den Inhalt einzugehen, werde ich gleich mit meiner Meinung anfangen.
Dieses Buch.
Ich habe lange überlegt ob ich ihm 5 Sterne oder 1nen Stern geben soll. Ich habe es vor ungefähr einem Monat gelesen und die Charaktere sind immer noch nicht aus meinem Kopf.
(PS: Vorsicht. Spoileralarm. Weiter lesen nur auf eigene Gefahr. Glaubt mir es lohnt sich nicht hier weiter zu lesen! Dann könnt ihr es auch gleich bleiben lassen. Lest es und dann teilt eure Meinung mit!)

Ich erzähle euch warum ich zweifel hatte:
In dem Buch passieren viele viele Dinge von denen man Jugendlichen abraten sollte. Dinge wie Drogenhandel, Vergewaltigung und Morde, sind nicht gerade die Dinge, von denen man will, dass sie Jugendlichen schmackhaft gemacht werden.
Und doch passiert das teilweise in diesem Buch.
Ich finde Annas Charakter zunächst etwas.. trostlos. Ich weiß nicht wie ich sie sonst beschreiben soll. Sie ist naiv, eigentlich recht erwachsen und gleichzeitig wie ein kleines Kind. Sie hat keine besondere Beziehung zu ihren Eltern, ja sie kennt sie kaum. Ihre beste Freundin ist zwar für sie da, aber auch zu ihr ist keine besondere Beziehung zu erkennen. Anna lebt in einer perfekten Welt. Sie hat alles was man sich eigentlich nur wünschen kann und hat gleichzeitig nichts worüber sie sich wirklich freut. Die einzigen Male, wo ich bei Anna wirkliche Zufriedenheit und echtes Leben erkennen konnte, waren die Szenen mit Abel und die Szenen, die mit Musik zutun hatten. Ein eingeschlafenes, taubes Mädchen, das von einem Drogendealer, einem Vergewaltiger und einem Mörder ins Leben gerufen wird.
Es ist schrecklich so eine Message in ein Jugendbuch zu packen und ihre Entscheidungen sind weder klug, noch aus Liebe getroffen. Ich weiß nicht was es war das sie dazu gebracht hat Abel alles zu verzeihen. Liebe war es nicht. Ich denke es war einfach das verlangen lebendig zu sein. Wie auch immer..

Und jetzt die Frage, warum dieses Buch doch fünf Sterne verdient hat.
Abel. Einfach Abel.
Abel und sein Charakter. Seine Art. Seine Geschichte. Seine Vergangenheit und sein Herz.
In Abel steckt so viel drinnen. Ich kann nicht einmal alles zusammenfassen. Ja er ist ein schlechter Mensch, wie man es heutzutage ausdrücken würde. Er hat zwei Menschen getötet und hat das Mädchen das er liebt vergewaltigt und er verkauft Drogen und er macht andere Dinge, auf die er nicht stolz ist. Und die einzige Sache die mich trotzdem von ihm überzeugt hat war dass er trotzdem noch so viel Menschlichkeit in sich hatte. Es gibt gute Menschen auf der Welt, die nicht halb so viel Menschlichkeit aufbringen können wie er. Seine kleine Schwester, war sein Anker. Er hat sie über alles geliebt und würde alles für sie tun.
Ich habe in Abel einen kleinen armen jungen gesehen. Sie ganze Zeit über. Einen jungen der einfach keine Ahnung hatte, wie es besser ging. Einen kleinen Jungen der nicht wusste wie es richtig war.
Abel war schon seit der ersten Seite des Buches tot. Er war schon lange nicht mehr am Leben. Seine Mutter hat ihn im Stich gelassen. Er wurde bereits als kleiner Junge vergewaltigt. Immer und immer wieder. So vieles ist ihm bereits passiert. Es war unmöglich, dass er einen anderen Charakter haben konnte. Alles um ihn herum ist dunkel und der einzige Grund warum er sich noch durchkämpft, warum er sich noch so verzweifelt ans Leben klammert, ist ein kleines Mädchen. Die kleine Micha. Eine sechs Jährige. Seine kleine Schwester, für die er alles tun würde.
Er tötet Menschen, um sie in Sicherheit zu wissen und er verkauft Drogen und verkauft sogar seinen Körper, um ihr ein halbwegs anständiges Leben ermöglichen zu können. Abel ist nicht böse. Er ist verzweifelt. Ein verzweifelter kleiner Junge, der keine Ahnung hat was er sonst tun kann um alles besser zu machen.

Dieses Buch hat mich einfach so mitgenommen. Als ich fertig war habe ich so viel Empfunden und gleichzeitig einfach NICHTS. Ich war innerlich Leer. Ich war erschüttert und traurig und einfach nicht in der Lage etwas darüber zu sagen, obwohl mir sicherlich viel dazu eingefallen wäre. Die Endszene, wo er auf diesem Dach ist und sich selbst verschießt, hat mir den Rest gegeben. Er hat einen Ausweg für seine kleine Schwester gefunden. Einen besseren Platz zum leben. Er hatte kein Licht mehr in der Dunkelheit und ist somit in ihr versunken. Als er weg war, hätte ich am liebsten "NEIN!" geschrieen. Das geht doch nicht. Ich habe ihn so schrecklich vermisst, als wäre er wirklich da gewesen. Es tat mir weh, dass er plötzlich nicht mehr da war, und genau das ist der Grund warum Antonia Michaelis einen dicken Preis für dieses Buch bekommen sollte.
Ich liebe Antonia Michaelis. Dafür, dass sie Abel und Anna und Micha und alles andere Erfunden hat. Und ich hasse sie dafür, dass sie ihn umgebracht hat. Abel hätte mehr verdient. Es hätte alles anders laufen können. Er hätte es verdient gerettet zu werden. Ich hätte die letzten Paar Seiten am liebsten 500 Mal gelesen und bei jedem Lesen gehofft, dass sich das Ende doch verändert. Das noch da ist. Dass er endlich auch Mal etwas gutes in seinem Leben bekommt. Wie Micha dann neben seiner Leiche saß und dieses Kinderlied gesungen hat, war Herzerschütternd. Und Anna die nicht eine Träne verloren hat und am Ende selbst zur Märchenerzählerin geworden war, war sehr.. trostlos. Passend zu ihrem Charakter....
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen EINZIGER Wermutstropfen: Nicht angemessene Altersempfehlung, 20. August 2012
Von 
DieBuchpiraten - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Märchenerzähler (Gebundene Ausgabe)
Antonia Michaelis erzählt, mit gutem Recht auf künstlerische Freiheit, zwei Geschichten, die wie auf zwei parallel laufenden Bahngleisen dem selben Ziel entgegenfahren: Der Real-Express, den niemand verlangsamen oder aufhalten könnte und der beschaulichere Märchenzug, der Raum lässt für individuelle Betrachtungen und Empfindungen. An manchen großen Bahnhöfen begegnen sich die beiden.

Eine geschickt inszenierte 2in1-Story sozusagen. Das Märchen erklärt die Wirklichkeit, das ist des Märchens überlieferter Sinn. Anna sucht den wahren Abel und findet ihn letztlich in sich selbst. Wie heißt es in einem Spruch Martin Bubers: "Der Mensch wird am Du zum Ich".

Ein Roman mit unendlicher, poetischer Worttiefe, der Bilder entstehen lässt, wie nur wenige Autoren es vermögen. Auch wenn der Titel es nahe legt, es handelt sich in seiner Gesamtheit keineswegs um ein Märchen! Viele kritische Stimmen verurteilen die Botschaft des Romans, aber weder wird hier eine Message, noch eine Moral vermittelt. Jeder Leser, dem dieses Buch "passt" und der es reflektiert, zieht daraus SEINE ureigene Essenz, die nicht zwangsläufig Übereinstimmungen bei X oder Y aufweisen muss. Der Inhalt polarisiert, doch die Hauptkritik der Gewaltverherrlichung teile ich nicht. Der Roman ist schonungslos, aber nie billig effekthascherisch.

Mal ehrlich: Die beschriebenen Opfer-Täter-Strukturen gibt es tatsächlich; Alltag und Leben derer, über die wir gerne hinweg sehen! Der einzige Fehler liegt in einer daneben gegriffenen Altersempfehlung, die vermutlich auch auf das Konto des Verlages und nicht der Autorin geht. Da das Alter der Protagonisten oft eine gute Richtschnur ist - in diesem Fall 17, bzw. 18 Jahre, halte ich eine Empfehlung für ab 16 Jahren für angemessen. Wegen einer Differenz von 2 Jahren ein Buch zu verreißen und die Autorin abzustrafen, als vertrete sie ihre Meinung, ist hingegen absolut nicht okay. Tabus und Beschneidungen darf es, bei Wahrung von Recht und Würde, in einer Erzählung nicht geben. Selbst wenn der Roman von jüngeren Jugendlichen gelesen würde, wäre ihre Psyche wohl kaum in ernsthafter Gefahr (nahezu jeder Jugendliche ist, ohne große Diskussionen loszutreten, mit Sicherheit schon durch die unanspruchsvolle und harte Schule der TV-Privatsender und deren Scripted-Reality gegangen)!

Für den Empfehlungsfehlgriff ziehe ich dennoch einen Bewertungsstern ab, damit z.B. Eltern bei der Literaturauswahl eine Hinweis erhalten, dass es inhaltlich auch um Mord/Totschlag und Vergewaltigung geht.

Fazit: Dieser, trotz melancholischer Grundstimmung, poetische, mit leichter, unaufgeregter und ungekünstelter Sprache erzählte Jugendroman, ist eine klare Leseempfehlung für kritische, leseerfahrene Jugendliche ab 16 Jahren. Es gibt leider fälschlicherweise so viel hochgelobten Literaturschrott für Jugendliche - an DIESEM Roman hingegen, kann ein ein junger Geist nur wachsen!
(T)

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34 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das weiße Rauschen und das blaue Licht ..., 4. März 2011
Von 
Andrea Koßmann "Kossis Welt" (Marl, NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Märchenerzähler (Gebundene Ausgabe)
Länge:: 7:12 Minuten

Anna und Abel besuchen als 17- und 18jährige die gleiche Schule. Eigentlich ist das schon alles, was sie auf den ersten Blick vereint. Abel wird als der Außenseiter der Schule deklariert. Weil er anders ist. Weil er seltsam ist und weil er Dinge macht (wie z. B. Drogen verkaufen), die man tunlichst nicht machen sollte. Doch Anna sieht mehr in ihm und ihr wird schnell klar, dass sie den anderen Abel in dem Jungen kennenlernen möchte. Denn sie hat sich in ihn verliebt.

Nach und nach kommen sich die beiden näher und als Anna erfährt, dass Abel eine kleine Schwester hat, der er Märchen erzählt, fängt auch sie an, sich für diese Märchen zu interessieren. Doch als sie plötzlich das Gefühl bekommt, dass die Märchen vielleicht gar keine Märchen sind, sondern dass sie in die Realität der Jugendlichen eingreifen können, ist es schon fast zu spät, dem Sog der Geschichte zu entkommen.

Mehr möchte und kann ich über den eigentlichen Inhalt des Buches nicht verraten, denn jedes Wort, das nun noch kommen würde, wäre eines zuviel. Vielmehr möchte ich auf den wunderbaren Schreibstil der Autorin (die mir bis zu diesem Buch gänzlich unbekannt war) eingehen. Sie schreibt melodisch, manchmal fast poetisch und obwohl die Geschichte einerseits sehr dicht erzählt wird, lässt sie dem Leser genug Freiraum für eigene Spekulationen. Und diese wird mit Sicherheit jeder Leser haben, denn von Anfang an schwebte auch bei mir ein riesiges Fragezeichen über den Seiten. Man merkt sehr schnell, dass irgendwas nicht stimmt, aber die Autorin lässt den Leser bis zur letzten Seite mit diesen Fragezeichen jonglieren.

Ich habe etwas länger für dieses Buch gebraucht, was nicht damit zu tun hatte, dass ich das Buch langatmig gefunden hätte, sondern eher, weil ich der Meinung bin, dass man diese Geschichte ganz langsam lesen MUSS. Man muss beim Lesen sehr viel aufpassen, auf kleine Dinge achten, aufmerksam sein und auch mal seine Fantasie spielen lassen.

Als ich das Buch am Ende zuschlug, musste ich zwar nicht weinen, aber ich fühlte mich gelähmt und hatte Tränen in den Augen. Erstens, weil die Geschichte ein Ende gefunden hatte, doch zweitens auch, weil sie mich so sehr ergriffen hat.

Und obwohl dieses Buch als Jugendbuch deklariert wird, möchte ich darauf hinweisen, dass Jugendliche mit einem sehr zarten Gemüt vielleicht lieber noch ein, zwei Jahre mit dem Lesen warten sollten, denn in meinen Augen waren manche Stellen schon sehr heftig beschrieben. Mir hat es zwar gefallen und ich werde Nachts auch weiterhin gut schlafen können, aber ich bin ja auch nicht 14, sondern 41 :-)

Rundum: Ein toller Schmöker, der es zu verstehen weiß, Märchen und Realität zu vereinen!
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17 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Buch mit einer sehr merkwürdigen Botschaft, 18. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Märchenerzähler (Gebundene Ausgabe)
Worum geht es:
Zu tun hatte sie mit ihm noch nichts. Eigentlich hatte Anna noch nie etwas zu tun, mit Leuten wie ihm, Leuten wie Tannatek, dem "polnischen Kurzwarenhändler", der auf dem Schulhof bei den Fahrradständern steht, stets die Hände in den Taschen, Kopfhörer in den Ohren und der irgendwie auch ein bisschen unheimlich ist. Keiner hat eigentlich viel mit ihm zu tun, außer eben dass, wofür man Abel Tannatek kennt.
Doch als sie unter dem Sofa im Aufenthaltsraum ihrer Schule eine Puppe findet, die Abels angeblicher Schwester gehören soll, wird sie auf ihn aufmerksam. Mehr noch, er fasziniert sie, macht ihr aber auch Angst.
Nach der Schule fährt sie ihm hinterher, warum weiß sie eigentlich nicht, und belauscht seine Gespräche. Belauscht das Märchen, dass er seiner kleinen Schwester erzählt.

Meine Meinung:
Schwierig. Ich finde es wirklich unheimlich schwierig, mich bei dieser Rezension auf eine Bewertung festzulegen. Denn einerseits habe ich etwas ganz anderes erwartet, andererseits hat es mich überrascht. Einerseits gefiel mir der Schreibstil, diese von Grund auf melancholische Stimmung des Buches, andererseits lehne ich die Botschaft, die dieses Buch -ein Jugendbuch für Kinder ab 14 - grundlegend ab.

Aber mal der Reihe nach. Anfänglich war ich etwas irritiert, hatte ich mir darunter, vom Klappentext her, eine vollkommen andere Geschichte vorgestellt. Was mich aber erwartet, war ein Buch, mit traurigen Protagonisten, einer depressiven Grundstimmung und einer erschreckenden Handlung. Dennoch ließ es sich flüssig lesen, war spannend, und obwohl ich irgendwie bedrückt war beim Lesen, hat es mich fasziniert.

In den Mittelpunkt gestellt wird ein junger Mann, von der Gesellschaft quasi verstoßen, der für das Glück seiner Schwester und für sich kämpft. Und ein Mädchen, dass so unglaublich naiv und altruistisch ist, bis hin zur völligen Selbstaufgabe, dass ich sie einfach, und ja ich muss es so sagen, fast schon verabscheut habe.

Allerdings, und das finde ich absolut indiskutabel, thematisiert das Buch ein Thema, welches meiner Meinung nach nicht in ein Jugendbuch gehört. Außer lauter vermeintlicher Liebe (im Prinzip kennen sich die beiden nämlich absolut nicht), akzeptiert Anna Gewalt. Auch sexuelle Gewalt. Und als Krönung der ganzen Sache, verharmlost das Buch, diese Thematik auch noch auf die extremste Art und Weise. Frei nach dem Motto: Wenn man jemanden wirklich liebt, darf derjenige mit einem selbst und anderen alles machen. In meinen Augen eine katastrophale Botschaft für eventuelle junge Menschen, die das Buch lesen.
Außerdem wird Abels Umfeld so schrecklich klischeehaft dargestellt: Er ist arm, lebt in einem Plattenbau, in dem auch sonst ausschließlich asoziale und Penner leben, die ihm ALLE nur böses wollen, wo hingegen Anna in einer tollen Wohnung, mit (natürlich) bedingungslos liebenden Eltern, einem Klavier und Bildung lebt.
Alles klar. Schließlich gibt es nur schwarz und weiß. Und Abel, der ist beides.
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Der Märchenerzähler
Der Märchenerzähler von Antonia Michaelis
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