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Match Point [Blu-ray]
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46 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Mai 2006
Mit "Match Point" ist Woody Allen ein sehr ungewöhnlicher und ganz besonderer Film gelungen.

Er erzählt die Geschichte des Tennisspielers Chris Wilton, dessen Talent nicht für die große Karriere ausreicht und der sein Geld in einem Londoner Eliteclub als Tennislehrer verdient. Einer seiner Schüler ist Tom, mit dem Chris gleichzeitig die Leidenschaft für die Oper verbindet. Tom führt Chris in seine Familie ein und in der Darstellung der Gewohnheiten dieser typisch-englischen Upperclass-Familie blitzt Woody Allens Ironie und Spottlust immer wieder durch.

Chris gefällt das Leben zwischen Dinnerparties und Wochenenden auf dem Land und er freundet sich mit Toms Schwester an, die er schließlich auch heiratet. Nicht so gut ergeht es Toms Freundin Nola, die von Toms Familie als nicht standesgemäß abgelehnt wird und die auch schließlich von Tom verlassen wird. Chris aber ist hingerissen und beginnt mit Nola eine heiße Affaire.

Chris macht Karriere im familieneigenen Konzern, genießt den unbekümmerten Reichtum und die pflegeleichte Frau an seiner Seite und vorallem die Schäferstunden mit Nola, die jedoch immer unbequemer wird und droht, Chris Lügengebäude zum Einsturz zu bringen.

So sieht Chris nur eine Möglichkeit...

Woody Allen hat sehr geschickt einen mittelmäßigen Menschen portraitiert, der seine Chancen geschickt nutzt aber irgendwann allzu gierig wird und meint, sich nehmen zu können, was immer er will! Er erzählt von der Tragik erfüllter Wünsche und von einem gnädigen Zufall der jedoch nichts mehr daran zu ändern vermag, dass die Schuld schwerer wiegt als das Davonkommen!

"Match Point" ist ein sehr kalter Film, der eine ganz andere Grundstimmung als Allens ältere Filme hat. Mit Nachdruck legt er den Finger in die Wunden der besseren und emotional leeren Gesellschaft. Auch dank der starken und noch völlig unverbrauchten Darsteller ist "Match Point" ein wirkliches Erlebnis!
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43 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Juli 2008
Es ist ca. 8 Jahre her, daß ich mir zuletzt einen Woody Allen-Film im Kino angesehen habe. War immer großer Fan, vor allem seiner älteren Filme, aber irgendwann hat's dann gereicht, mit dem Slapstick, den Neurosen, dem 90 Minuten-Durchgeplappere und vor allem mit dem eitlen Woody als Darsteller, der immer nur sich selbst spielen kann.

Match Point habe ich vorgestern eher aus Langeweile im Fernsehen angeschaut und bin nachhaltigst beeindruckt !!! Ich mochte den Mann schon immer, aber jetzt hat er meinen tiefsten Respekt.

Von der ersten Szene an war ich wie hypnotisiert (genial der Tennisplatz mit dem Netzball und dem Glücksmotiv, der Stimme aus dem Off). Souverän, wie sich unspektakulär, ohne großes geplapper, szene an szene reiht, alles andere als langatmig (!sry), stets schnelle szenenwechsel, nichts wird ausgewalzt oder einsuggeriert.

Von Anfang an hatte ich ein Gefühl der Bedrohung, das ich mir jetzt 2 Tage später noch nicht recht erklären kann. Zum einen sicherlich die Ausstrahlung von Jonathan Rhys-Meyers in der Hauptrolle, ein Gesicht, das Gefahr in Verzug meldet. Im Gegensatz dazu sein höfliches, bescheidenes Auftreten, das zunehmend opportunistischer, also unglaubwürdiger wird, ohne daß er jemals des Guten zuviel tut und zum Schleimer wird, dann wäre er bei den Herrschaften gleich durch. Allein diese Balance fand ich unglaublich spannend und war die halbe Miete des Films.

Wann wandelt sich Anerkennung in Verachtung ? Gar nicht, denn diese Upperclass-Familie ist - trotzdem Klischees wie Landhaus, Moorhuhnjagd und Oper aufgeboten werden - im Grunde durchweg sympathisch. Das Unheil geht nicht von ihnen aus. Genauso wenig, wie sich das Unheil am Schluß gegen sie richtet. Gerichtet wird das Ähnliche, Gleichartige, Vertraute, die Spiegelung des eigenen Ichs in Gestalt der zuerst so begehrten, dann benutzten, dann als Bedrohung empfundenen Nola.

Die Dynamik in dieser Beziehungsgeschichte fand ich atemberaubend. Scarlett Johannsen (als total erfolglose Möchtegernschauspielerin Nola) ist wirklich unglaublich schön und sinnlich, aber auch total verletzlich, und sie kommt von "unten", wie Chris. Natürlich gibt's da ein instinktives Verständnis. Nola kann sich in dieser Familie jedoch nicht durchsetzen, hat das Stigma des Underdogs, während Chris sie überflügelt, obwohl sie eher da war. Er macht ihr vor, wie's geht, der schlaue Hund. Und dann verschlingt er auch noch sie. Und zum Schluß wird sie gemeuchelt, Sinnbild der eigenen potentiellen Erfolglosigkeit. Nun ja, es stellt sich heraus, daß Chris weder romantisch noch liebesfähig ist. Das hat mir gefallen. Die Vorstellung, er hätte alle Brücken hinter sich abgebrochen und sich für Nola, das Kind, ein erstmal mittelloses Leben entschieden, fand ich schrecklich. Meine düstere Vermutung zu dem Zeitpunkt: die zwei hätten's keine 3 Monate miteinander ausgehalten.

Ich kann gar nicht sagen, daß mir dieser Tennislehrer Chris sympathisch gewesen wäre, aber ich habe bis zum Schluß mit ihm mitgefiebert, geradezu an den Nägeln gekaut. Allein die Szene, wo er sich in der Waffenkammer die Schrotflinte nimmt und seine Gattin permament nach ihm schreit, das gleiche dann nochmal, als er die Flinte wieder zurückstellen will. Ich dachte immer nur: was für eine Nervensäge !!!

Als Nola ihn ständig am Telefon nervt, dachte ich auch immer: was für eine Nervensäge !!! Als er sich zum Mord entschlossen hat, war ich richtig froh, nur die alte Dame hat mir leid getan ("Kollateralschaden..").

Ich kann mir meine Parteinahme gar nicht recht erklären. Ich hoffe, es ging noch anderen Zuschauern so. Das ist clever gemacht, es geht um das, was unter der Moral ist.

Erwähnenswert finde ich noch, daß nahezu alles am Set "schön" ist. Auch die Underdogs Chris und Nola haben - wenn auch keine luxuriösen - so doch "gemütliche" Wohnungen. Nirgends Bilder von Verfall, Verkommenheit, Düsternis, häßlichen, minderprivilegierten Menschen. Kein dusteres London, in dem es regnet. Das ist vollkommen unrealistisch, ein selektiver Ausschnitt aus irgendjemandes Wahrnehmung. Wenn hier Regen fällt, dann erfrischender Sommerregen auf Kornwiesen. Was geschieht, wird durch das äußere Umfeld ÜBERHAUPT nicht angedeutet.

Ein ganz toller Film ! Werde ich mir jederzeit wieder anschauen.
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39 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der Film beginnt mit dem Bild eines Tennisballs, der in Zeitlupe die Netzkante touchiert, dann nicht auf der einen oder anderen Seite zu Boden fällt, sondern gen Himmel springt. Der Ball lässt sich dann einen ganzen Film lang Zeit ehe er schließlich fällt. Auf dem Centre Court beginnt nun gleich das böse Märchen des Zusammentreffens von Lower und Upper Class, der Neuen und der Alten Welt. . Woody Allen hat den Schauplatz des Films komplett von New York nach London verlegt. Entstanden ist ein intelligentes Porträt der Londoner Gesellschaft. Und man merkt welchen Spaß es dem von seinen Neurosen befreiten Woody Allen bereitet, das langweilige Leben der Londoner Upperclass und das inkonsequente Recherchieren der Londoner Polizei detailgetreu zu sezieren.

Zum Plot: Der irische Tennislehrer Chris Wilton (Jonathan Rhys-Meyers), Kind aus einfachem Haus, ist einer jener Tennisspieler, bei denen es für eine Karriere als Profi nicht gereicht hat. Lieber Glück als Talent macht er zu seinem Lebensinhalt. So lernt der frisch gebackene Tennislehrer und Opernliebhaber, den aus einer englischen Oberschichtfamilie stammenden, steinreichen Tom (Matthew Goode) kennen. Der hat schnell einen Narren an ihm gefressen, und führt Chris in seine Familie ein. Auch Toms Schwester Chloe (Emily Mortimer), kann sich den Reizen des jungen Chris nicht entziehen. So bekommt Chris die Chance, in eine der reichsten Familien Englands einzuheiraten. Darüber hinaus erhält er einen Topjob in einer der Firmen des Schwiegervaters. Schnell hat er sich in der Oberschicht eingelebt, wo Jagdausflüge, Schloßwochenenden und Luxusautos zum täglichen Alltag gehören.

Doch die Beziehung der beiden Neuvermählten wird akut gefährdet durch Toms Verlobte, die gescheiterte amerikanische Schauspielerin Nola (Scarlett Johansson). Schon bei der ersten Begegnung der beiden erkennt man, dass zwischen Nola und Chris ein Feuer brennt, denn der Blick den Nola ihm zugeworfen hat, lässt keine Zweifel offen. Zur Freude der Mutter beendet Tom die Beziehung mit Nola.

Weder Hochzeit, noch Geld, noch Karriere hindern Chris daran eine schicksalsträchtige Affäre mit Nola zu beginnen. Und ausgerechnet in einem nassen Kornfeld auf dem Landsitz seines Schwiegervaters fällt Chris über Nola her. Eine Sexszene der besonderen Art, wie man sie von Scarlett Johansson bisher nicht kannte. Sie ist Hollywoods neues Sexsymbol und lässt Woody Allen zu neuer Höchstform auflaufen.

Es entsteht eine regelmäßige Affäre, bei der Chris nur Sex sucht, Nola aber, nach anfänglicher Zurückhaltung, will mehr und gefährdet zunehmend die finanzielle und gesellschaftliche Position ihres Liebhabers. Und während Chloes Kinderwunsch unerfüllt bleibt, wird Nola schwanger. Spätestens jetzt zwingt sie ihn zu konsequentem Handeln. So wird aus lodernder Liebe plötzlich ein verglühender Lebenstraum.

Der Film ist nicht als Melodram, sondern als Film Noir inszeniert. Denn der geniale Woody Allen, hat eher die Anatomie eines Mordes im Auge, denn die Leidenschaften der Protagonisten haben eine absolute Schieflage entstehen lassen, die schließlich eskalierend auf eine Katastrophe zusteuert.

Zwar liest der Held in einer frühen Szene des Films Schuld und Sühne" von Dostojewski, doch wir haben es hier wahrlich nicht mit einem Nachfolger von Raskolnikow zu tun. Denn Chris ist nicht ein zu Unrecht unterprivilegierter Übermensch", der eine Prätention hat, sich über die engstirnige Moral hinweg zu setzten, sondern er ist einfach nur ein Emporkömmling, der die Bequemlichkeiten seiner neuen gehobenen Existenzsymbole nicht aufgeben möchte. Er hat nur die Wahl zwischen einem goldenen Käfig und einem einfachen Gefängnis.

Viele Vorkommnisse und vor allem auch das überraschende Ende der Liebesaffäre sind gespiegelt durch Opernarien und Opernauftritte. Woody Allen führt, wie man es von ihm gewohnt ist, als Meister des Kriminalfilms, immer wieder auf falsche Spuren. Und so lässt er dann am Ende des Films einen goldenen Ring am Geländer der Themse hängen, der, wie am Anfang der Tennisball, in Zeitlupe in die Höhe springt. Damit will der Regisseur dem Zufall die Entscheidung überlassen.

Es ist irgendwie ein kalter, herzloser Film ohne entbehrliche Dialoge, eine finstere Weltsicht, getarnt durch humorvollen Pessimismus. Der Mörder entkommt vielleicht der Sühne, nicht aber der Schuld, denn Verbrechen sind keine Bagatellen. So findet denn auch die mysteriöseste Szene des ganzen Films kurz vor Ende statt. Da begegnet Chris den Geistern seiner beiden Opfer, doch das was sie ihm sagen, dass schließlich die Gerechtigkeit siegen wird und die Opfer gerächt werden, dieses Präsent hält uns Woody Allen, in einem seiner besten Filme, vor.

Am Ende des Films zitiert Chris, über sein Leben reflektierend, den Griechen Sophokles: Niemals geboren worden zu sein, mag der größte Segen von allen sein."
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Januar 2007
"Filmexperte" Karasek verglich Allens wunderbaren Film selbstredend mit irgendwas von Billy Wilder, weil Karasek nur Wilder kennt und nicht die Filmgeschichte. Die ursprüngliche Story, George Stevens "A Place in the Sun", basierend auf Theodore Dreisers "American Tragedy" muss man eben nur als Cineast kennen, nicht als Dampflaberer. Recht hat Karasek diesmal immerhin mit seinem Geschmacksurteil: Match Point ist ein großartiges Stück Kino. Gönnt man sich nach Allens Bearbeitung der Stevens-Geschichte (Underdog schwängert falsche Frau und bringt diese Frau um) allerdings einen Blick durch das Original, wird man mit Genuss feststellen, wie zeitgemäß Woody Allen die Aussage des Stücks verändert hat. Denn während bei Stevens schon der Gedanke an unterlassene Hilfeleistung mit der Todesstrafe gesühnt wird, lässt Allen den Mörder und Zyniker triumphieren. Und das mit nach allen Regeln der Kunst, nicht nur der filmischen.
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. August 2006
Mit Sicherheit ist das der beste Allen Film, und das auch gerade weil er absolut Allen-untypisch ist.

Der Ex-Profitennisspieler Chris (brilliant Jonathan Rhys-Meyers) fängt in einem englischen Tennisclub als Trainer an und und ist alsbald berauscht vom Luxusleben der Reichen. Als smarter Sonnyboy findet er auch schnell Zugang zu dieser im bislang fremden Welt. Nach kurzer Zeit schon gehört er dazu und hätte alles was man sich nur wünschen könnte.

Aber Chris will eben alles, und ganz besonders die schöne Verlobte seines zukünftigen Schwagers, Nola (Scarlett Johansson). Und so beginnt eine heiße Affaire und die Tragödie beginnt ihren Lauf. Wehe was du dir wünschst - es könnte in Erfüllung gehen...

Die Qual der Wahl - ein armes Leben mit Liebe und Leidenschaft oder ein langweiliges, ruhiges Leben in vollem Luxus? Und wie reagiert man, wenn man die Kontrolle verliert??

Den Film sollte man konzentriert genießen, sonst entgeht einem was! Er ist intelligent, packend und überaschend, eine Mischung aus Drama, Erotik und Thriller mit einem famosen und vollkommen unerwartetem Ende - obwohl, ... wer am Anfang schon richtig aufgepasst hat ...

Fazit: Wer das langweilig findet, der hat da wirklich etwas nicht verstanden!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. September 2013
Mir hat an diesem Film so gut gefallen, dass man den Konflikt von Chris absolut nachvollziehen konnte. Einerseits Chloe, die ihn anbetet. Mit ihrer reichen Familie, kann sie Chris ein sorgenfreies Leben bieten. Sie ist lieb und freundlich, sehr auf ihn fixiert, zeigt aber auch Interesse an Kunst und Weltgeschehen. Quasi die perfekte Ehefrau, nur dabei leider etwas langweilig. Andererseits die verführerische Nola. Dazwischen Chris, der das Leben in der Upperclass genießt, aber der Versuchung nicht widerstehen kann.

Match Point ist kein Krimi und auch keine Geschichte über einen perfekten Mord. Vielmehr geht es um Schicksal und den Unterschied zwischen Liebe und Leidenschaft.
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. September 2006
Auch wenn die Meinungen über diesen Film unterschiedlicher nicht sein könnten, so ist es für meinen Geschmack einer der größten und besten, wenn auch einer der untypischsten Woody Allen Filme überhaupt. Auf die berühmt-witzigen Gags wartet man vergeblich. Dafür bekommt man eine brilliante Story, grandios besetzt und suchterzeugend. Eine einzige Überraschung, was die Handlung des Filmes und die Arbeit Woody Allens betrifft. Wer ihn lieber von der komischen Seite mag, sollte besser Manhatten oder Stadtneurotiker ansehen. Qualtitativ muß sich Match Point aber keinesfalls hinter Allens großen Erstlingswerken verstecken!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Januar 2008
ein film der zeigt: nicht die millionen für special effects entscheiden über die qualität sondern vor allem die story und dann ihre umsetzung durch die schauspieler; hier: jonathan ryth meyers scheint wie für die rolle des mustersöhnchens mit skrupellosen zügen geboren zu sein (er kann einfach nicht der gute sein, z.B. "In der Klang des Herzens" wirkte er alles andere als authentisch), scarlett johansson - ohne dieser hervorageneden schauspielerin zu nahe treten zu wollen - ist das ideale edelflittlich für die höhere gesellschaft, das außer aussehen nichts zu bieten hat; großartig!
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Eines muss man Woody Allen lassen: Seine Filme zeigen bei mir immer Wirkung nach und auch schon während des Anschauens. Von Genießen kann allerdings keine Rede sein. Denn eine gewisse Verklemmtheit und Beklommenheit ist bei den Hauptcharakteren in Woody Allens Filmen immer zu spüren und überträgt sich auch auf den Zuschauer. Irgendwie machen sich die Protagonisten immer etwas vor, flüchten sich in Scheinwelten und süße, aber zerissene Träume einer ersehnten Wirklichkeit, die sie permanent zu überfordern scheint und sich nicht kontrollieren lässt.

[Folgender Abschnitt ist ggf. nur für diejenigen verständlich, die den Film schon gesehen haben, also Vorsicht: Spoilergefahr ;)] In diesem Film hat die Hauptfigur Chris auch mir etwas vorgemacht. Zunächst wirkte alles ganz leicht und romantisch, dann schien schnell klar, dass die äußeren Fügungen und Gegebenheiten konträr zu den Befindlichkeiten und Bedürfnissen des Liebesquartetts sind. Von einer amour à trois lässt sich hier ausnahmsweise mal nicht reden. Irgendwie scheinen Chris und Nola schnell unglücklich mit ihren jeweiligen Beziehungen zu sein, die eine von der Familie ihres Lebenspartners nicht anerkannt und fehleingeschätzt, der andere von der gleichen Familie (seiner Lebenspartnerin) überschätzt und begehrt. Auch mir als Zuschauer drängte sich zunächst ein voreingenommenes Bild von blindem Genuss der Verlockungen eines dekadenten Upperclass-Lebens bei Nola und Chris' aufrichtiger Zuneigung zu der Adelsfamilie des Geschwisterpaares auf. Genauso schnell kristallisierte sich dann heraus, dass die Geschwister sehr oberflächlich und leichtlebig sind, während Chris und Nola etwas Sinnhaftigeres als den (schein)klugen Schein von Kultiviertheit (Oper und klassische Literatur) suchen. Ich dachte, die Verwandten im Geiste würden Sie sich daher inniger und wahrhaftiger zueinander hingezogen fühlen. Dann schien es erst Nola zu sein, die Chris ihre kalte Schulter nach einer für sie beiläufigen sexuellen Freizügigkeit zeigte und zum Schluss und bei Zuspitzung der Affaire (nach der Schwangerschaft) schließlich Nolan an einer tiefergehenden und verantwortungvolleren Beziehung zu Nola kein ernsthaftes Interesse mehr zu haben. So wechseln ständig die Befindlichkeiten und Begehrlichkeiten der beiden Hauptfiguren, während das adelige familiäre Umfeld konstant wie blutleer, routiniert wie substanziell unverändert scheint (Erwartungen und Rollen werden bemüht und letztlich erfüllt). Jedenfalls hat mich insbesondere Chris mit seinen uneindeutigen und immer mehr zwielichtigen Motiven irregeführt, der Plot wurde gegen Mitte des Films immer düsterer und Chris unsympathischer, ganz menschliche Schwächen, Unsicherheiten und Abgründe zeigend. Romantiker unter den Zuschauern werden nach der Botschaft der Schwangerschaft Nolas sicher enttäuscht und verletzt sein. So erging es mir, dass ich bis zu der verschobenen und vorgeschobenen Urlaubsreise an die guten Absichten von Chris geglaubt habe, an den Sieg der Leidenschaft und wahren Liebe. Doch Chris zeigte sich nur scheinbar charakterschwach, bequem und feige, um schließlich sein wahres Gesicht zu zeigen, indem er sich für die äußere Harmonie und materiellen wie institutionellen Wohlstand und Sicherheit entscheidet. Kein everybodys darling also schließlich (zumindest für die erwartungsfrohen und ewig hoffnungslos romantischen Zuschauer)... Und so wandelte sich schließlich bei mir das Engegefühl im Herzen und wanderte von der Brust über ein flaues bis schließlich sich in der Magengegend verfestigendes Unwohlsein. Die Verkrampfung und das Verstecken der eigenen Courage der Protagonisten übertrugen sich unbarmherzig direkt auf das Befinden des Happy End verwöhnten Zuschauers. Das Ende des Films dagegen ist umso offener und hinterlässt eine Wunde, die Chris beinahe gerecht durch schusselige Ermittler und das scheinbar Chris zugetane Glück beim missglückten Beseitigen der Mordspuren ereilt und wie ein Fluch ewig auf seinem Leben und der nach außen hin scheinbar glücklichen Ehe mit seiner unbekümmerten und unkomplizierten Frau lasten wird (und vermutlich die härtere Strafe im Vergleich zu Wahrheit, Gefängnis und Scheidung für ihn sein wird)...

Fazit: Ein hochkomplexer Film mit hervorragenden Darstellern, deren Figuren in ihren Gesellschaftsrollen eingesperrt sind, sich gegenseitig angezogen fühlen, sträuben, winden und doch schließlich nur ganz menschliche Schwächen zeigen, die bei Chris in gnadenlos unmenschlichen, konsequenten Handeln gipfeln. Kein Gipfel des Genusses für einen entspannt-amüsanten Filmabend, aber hohe Kino- und Erzählkunst - ein Highlight des jüngeren Schaffens des Altmeisters der gepflegten, verwirrten, pseudointellektuellen, dekadent kriselnden Bohéme-Beziehungsdramödien (und das mit für den Regisseur verhältnismäßig wenig ausschweifenden Redeorgien ;)
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am 12. September 2011
Chris Wilton (Jonathan Rhys Meyers) stammt aus armen Verhältnissen und stößt in London als Tenniscouch bald in die Kreise der High-Society. Dort trifft er auf Chloe Hewitt (Emily Mortimer), mit der er bald zusammenkommt und eine Beziehung beginnt. Schließlich heiraten die beiden, doch immer wieder wird Chris von der schönen Verlobten von Chloes Bruder Tom (Matthew Goode), der US-Amerikanerin Nola Rice (Scarlett Johansson), angezogen und um den Verstand gebracht. Schnell ist er gefangen zwischen dem angenehmen Leben in seiner neuen Familie und der leidenschaftlichen Beziehungen, die er mit Nola im Geheimen zu führen beginnt.

Regisseur Woody Allen gelingt die Porträtierung des jungen Chris Wilton ganz hervorragend. Dessen Weg durchs Leben, aus der Unterschicht in die obersten Geschäfts- und Familienkreise der Londoner Gesellschaft. Die innere Zerrissenheit zwischen Luxus und Leidenschaft und das Ringen um Entscheidungen, die ein Mann zu treffen hat, um eines seiner zwei Leben weiterführen zu können.

Es ist eine eingehende Charakterstudie, die von Jonathan Rhys Meyers in der Hauptrolle hervorragend getragen wird. Scarlett Johansson verkörpert die schöne Verführerin, mit eigenen Sehnsüchten und Wünschen, ebenfalls herausragend. Der gesamte Cast bildet ein stimmiges und atmosphärisches Gesamtbild, das man sich als Zuschauer gerne ansieht.

Woody Allen erschafft ein dramaturgisch überzeugendes Werk: Handlung, Charaktere, das Bild und auch der Ton, mit einem speziellen und faszinierenden Soundtrack, der dem Film eine zusätzlich, außergewöhnliche Note verleiht.

Die Spielzeit des Films beträgt knapp 119 Minuten. Als Sprachen sind Deutsch und Englisch im Ton (Stereo), sowie als Untertitel auswählbar. Das Bild präsentiert sich 1.78:1 (anamorphic widescreen). Beides ist von guter Qualität.
Als Bonusmaterial sind lediglich zwei Trailer enthalten.

"Match Point" ist ein überzeugendes Liebes Drama, das durch eine tiefsinnige Handlung, gute Darsteller und eine stimmige Atmosphäre überzeugt. In knapp zwei Stunden Spielzeit bleiben jedoch kleinere Strecken in der Erzählung nicht aus. Im Allgemeinen sollte man hier auf ein eher mäßiges Erzähltempo vorbereitet sein. Dramaturgisch überraschend präsentiert sich zudem das Ende des Films, welches das Gesamtwerk gut abrundet.

Insgesamt erhält "Match Point" daher eine Gesamtwertung von 4 Sternen und ist eher einem Publikum zu empfehlen, dass sich auch mit anspruchsvolleren Dramen auseinandersetzen möchte.
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