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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was wäre...
... wenn dieses Szenario real wäre ??? Das möchte man nicht glauben...

In meinen Augen ist 'Böser Wolf' nach Tiefe Wunden: Der dritte Fall für Bodenstein und Kirchhoff (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi) der spannendste Krimi aus der Feder der Autorin.
War ich nach dem letzten Band Wer Wind sät: Der fünfte Fall für...
Vor 13 Monaten von Marion veröffentlicht

versus
129 von 157 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solider Krimi, ohne das gewisse Etwas
Zuerst einmal: Ich bin ein Fan der Kirchhoff/Bodenstein-Reihe, habe bisher alle Bände gelesen und mich sehnsüchtig auf den sechsten Fall gefreut. Vor der Kritik, fasse ich den Inhalt nochmal für alle kurz zusammen:
Inhaltlich nimmt sich die Autorin dem Thema "sexueller Missbrauch und Pädophilie" an. Als die Leiche eines 16jährigen...
Veröffentlicht am 13. Oktober 2012 von chrissonntag


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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was wäre..., 8. September 2013
... wenn dieses Szenario real wäre ??? Das möchte man nicht glauben...

In meinen Augen ist 'Böser Wolf' nach Tiefe Wunden: Der dritte Fall für Bodenstein und Kirchhoff (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi) der spannendste Krimi aus der Feder der Autorin.
War ich nach dem letzten Band Wer Wind sät: Der fünfte Fall für Bodenstein und Kirchhoff (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi) ein wenig betrübt, weil er mich nicht so gefesselt hat, bin ich mit dem vorliegenden Buch sehr zufrieden.

Ich muss gestehen, ich bin kein versierter Krimileser, daher kann ich die Stimmen der Rezensenten, die beklagen, dass der Roman 'flach' oder 'konstruiert' wirkt, nicht wirklich nachvollziehen.
Denn - wie bringt man dieses wirklich schwierige Thema denn zum Leser, ohne zu konstruieren?? Die Pädophilenringe, die mit Sicherheit existieren, werden Frau Neuhaus nicht die Tür geöffnet haben, um zu sagen "Schauen Sie sich bei uns um, damit es authentisch wird, was Sie schreiben".

Oliver v. Bodenstein und Pia Kirchhoff sind mir vom ersten Buch an sympathisch gewesen. Vielleicht lag es daran, das man auch den Alltag der Ermttler immer ein Stück mitbekommt.
Im vorliegenden Roman war es mir einen Tick zu wenig Privatleben und ich würde schon gerne wissen, wie es bei Bodenstein weitergeht.
Die Nebencharakter sind klasse gezeichnet, das Team wird von Buch zu Buch besser und die Szenen, in denen alle zusammen sind, gehören auch hier wieder zu den besten.

Résumé:
Wieder ein guter Krimi aus der Feder der Autorin. Für Liebhaber der Serie ein leckerer Happen!
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129 von 157 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solider Krimi, ohne das gewisse Etwas, 13. Oktober 2012
Zuerst einmal: Ich bin ein Fan der Kirchhoff/Bodenstein-Reihe, habe bisher alle Bände gelesen und mich sehnsüchtig auf den sechsten Fall gefreut. Vor der Kritik, fasse ich den Inhalt nochmal für alle kurz zusammen:
Inhaltlich nimmt sich die Autorin dem Thema "sexueller Missbrauch und Pädophilie" an. Als die Leiche eines 16jährigen Mädchens am Main geborgen wird, geraten die Ermittlungen schnell ins Stocken: Niemand vermisst die Jugendliche, die offenkundig vor dem Tod misshandelt worden war. Erst ein sexueller Übergriff auf eine TV-Moderatorin, lenkt die eigentliche Ermittlung in die richtige Richtung. Nach und nach werden Kirchhoff und Bodenstein gewahr, welch bösen Kräfte hinter dem Mord an dem Mädchen wirken...

Um jedweden Missverständnissen vorzubeugen: "Böser Wolf" ist kein schlechter Krimi, im Gegenteil, der Roman ist ordentlich und unterhaltsam. Gemessen an dem, was der deutsche Krimimarkt hergibt, leicht überdurchschnittlich. Der Plot ist handwerklich gekonnt kontruiert, sprachlich gut und alles in allem logisch und schlüssig.

Wieso vergebe ich also nur 3 Sterne?
Auch wenn man dem Roman keinen prinzipiellen Vorwurf machen kann, und alles in allem gut unterhalten wurde, bin ich dennoch enttäuscht. Enttäuscht deswegen, weil "Böser Wolf" nicht an "Tiefe Wunden" und vorallem nicht an den stärksten Band der Reihe,"Schneewittchen muss sterben", herankommen kann. Die Handlung beginnt schleppend, und als endlich eine Leiche präsentiert wird, rückt sie schnell in den Hintergrund. Die Handlung ist allgemein durchaus komplex, aber die einzelnen Stränge schwer mit dem Kernereignis in Verbindung zu bringen, wenngleich die Autorin alles am Ende geschickt auflöst, sodass keine Fragezeichen bleiben.
Die größten Kritikpunkte sind meiner Ansicht nach, das alles recht unspektakulär, uninspiriert abläuft. Als gelte es einem bestimmeten Schema zu folgen. Es fehlt dieses besondere Element, das andere Romane der Reihe haben. Zweitens ist die Atmosphäre, die im Plot herrscht, nicht mit dem äußerst ernsten Thema des Buches, demjenigen des Kindesmissbrauches, in Einklang zu bringen. Die Atmosphäre, das ganze "Drumherum" des Romans wurde meiner Ansicht nach, der Gegenstaft des Buches nicht angepasst. Es gibt nicht diesen düsteren, finsteren Himmel unter dem das Geschehen abläuft. Auch was die Charaktäre angeht, wurde nicht das gesamte Potential ausgeschöpft. Dass in diesem Genre keine Heldentaten erwartet werden dürfen, versteht sich von selbst, aber die Figuren sind doch recht flach und eindimensional, womit wieder eine Gelegenheit verschenkt wird, etwas tiefer zu graben. Gerade wenn es um psychologisch so schwer erklärbare Dinge wie sexuellen Missbrauch oder Pädophilie geht, würde man als Leser doch gerne tiefer blicken...

Fazit:
Ein solider Krimi, den man als Nele-Neuhaus-Fan lesen muss, als Krimileser lesen kann.
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72 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Thema das keinen unberührt lässt, oder doch?, 1. November 2012
Meine volle Hochachtung gilt Frau Neuhaus für dieses Buch, in dem sie nicht scheut ein Thema aufzugreifen, das dadurch, das es fast schon zur Alltäglichkeit geworden ist, vielleicht schon zu einem Abstumpfungsprozess bei manchem geführt hat.Um so wichtiger ist es, immer wieder darauf aufmerksam zu machen, was vielleicht alltäglich in diesem unserem Lande und auch anderswo denjenigen geschieht, die sich am wenigsten wehren können, die noch vertrauensvoll und unverdorben sind und an das Gute im Menschen glauben. Unsere Kinder !!!

Der nunmehr 6. Fall des Ermittlerpaares Bodenstein und Kirchhoff konfrontiert den Leser mit einem Thema, das eigentlich keinen unberührt lassen kann.
Am Ufer des Mains wird die Wasserleiche eines jungen Mädchens gefunden. Was zu Anfang wie ein aus dem Ruder gelaufenes "Komasaufen " aussieht, entpuppt sich nach der Obduktion des Mädchens als Missbrauchsfall. Das Mädchen zeigt deutliche Zeichen einer Misshandlung und hat nichts mit den Jugendlichen zu tun, die sich am Fundort der Leiche " die Kante " gegeben haben.Trotz akribischer Recherche kommen die Ermittler mit dem Fall nicht weiter. Als dann eine bekannte Fernsehreporterin , die sich mit einem brisanten Thema beschäftigte, schwer misshandelt und mehr tot als lebendig im Kofferraum ihres Wagens gefunden wird, ahnen Kirchhoff und Bodenstein noch nicht, dass es Verbindungen zwischen den Fällen gibt und sie bei der Aufklärung der Fälle, die noch einen weiteren Mord nach sich zieht, in einen Wespenhaufen stechen, der nicht nur schmerzhafte Stiche zurücklässt. Diese geballte Macht , die sich ihnen dort entgegenstellt, gleicht einer Krake, die ihre Tentakel in alle Bereiche der Oberschicht ausgefahren hat und denen die Demontage oder das Auslöschen eines Menschenlebens nicht mal ein Wimpernzucken entlockt.

Nele Neuhaus hat mich mit ihrem neuen Buch nicht nur voll überzeugt, nein ,sie hat auch meine Gefühlssklala zwischen Entsetzen,Wut und absolutem Unverständnis hin und herpendeln lassen.Dieser Roman ist zwar fiktiv,Nele Neuhaus schafft es aber ihn so realistisch darzustellen, dass ich überzeugt bin, das man die Wahrheit nicht weit suchen muss.Auch die Gestaltung ihrer Figuren ist ihr wieder gut gelungen.Pia, die die Enkelin ihres Partners zu Hause hat, wirkt sehr überzeugend bei der Aufklärung des Falles und die oft frustrierende Puzzelarbeit, die solch einen Fall oft begleitet, wird gut rübergebracht. Vor allem schafft es die Autorin aber, die verschiedenen Sichtweisen bei diesem Thema zu beschreiben. Die Opfer, die ein Leben lang mit diesem Trauma leben müssen und daran häufig scheitern , weil ihre Seele nicht mehr heilen kann. So gleiten sie häufig in die Kriminalität ab,oder werden zu Psychopathen, die das Erlebte an andere weitergeben.Die Eltern, die sich immer wieder Vorwürfe machen, dass sie nichts gemerkt haben oder etwas falsch gemacht haben und die Peiniger,bei denen der Profit im Vordergrund steht und die ihre Moral über Bord geworfen haben.Als letztes dann die, die ihre krankhaften Neigungen mit diesen Kindern befriedigen und weder Scham noch Schuldgefühle kennen.

Für mich war dieses Buch wieder ein Beweis dafür, dass Nele Neuhaus brisante Themen in eine gute Verpackung stecken kann, so dass eine gut konstruierte Geschichte entsteht, die den Leser aufschreckt, zum Nachdenken anregt und vielleicht sogar zu Tränen rührt, wie es bei mir der Fall war. Die letzten hundert Seiten musste ich häppchenweise zu mir nehmen, da ich zu betroffen war um weiterzulesen.

Ein mehr als empfehlenswerter Krimi, dem hoffentlich noch viele folgen werden.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser als Schneewittchen, 21. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
War Schneewittchen bisher das Maß aller Dinge von Frau Neuhaus, ist dies für mich jetzt Böser Wolf. Eine unheimlich dichte Geschichte die einen emotional dermaßen fesselt daß man nach Beendigung immer noch bei den Charakteren ist. Bitte mehr solcher Geschichten!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 100% lesenswert, 100% Spannung - ragt bei den Regionalkrimis heraus, 4. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Schreibstil der Autorin ist klar und flüssig, leicht konsumierbar. Es gibt viele interessante Nebenfiguren und eine Menge Handlungsstränge, die sich langsam zu einem Gesamtbild verflechten. Der Plot ist spannend und die Hauptprotagonisten sind sympathisch.
Mir hat das Lesen Spaß gemacht und ich habe das Buch zügig durchgelesen. Die Autorin versteht es sehr gut auch ein schwieriges Thema wie Pädophilie in einen Krimi einzubeziehen. Dabei bleibt aber immer die Krimihandlung im Vordergrund. Trotzdem ist die Umgehensweise mit dem Thema respektvoll, aber ohne den didaktisch erhobenen Zeigefinger.

Es gab für mich lediglich im Verhalten von Emma, der Mutter von Louisa, etwas unlogisches. Emma wird als selbstbewusste, im Leben stehende, intelligente Frau beschrieben, die aber beim Verdachtsvorwurf auf Kindesmißbrauch nichts unternimmt.... Das finde ich äußerst unlogisch.

Ich gebe den vollen Sternenhimmel, da das Buch für mich im Vergleich im Genre "Regionalkrimi" heraussticht und das Preis-Leistungsverhältnis mit knapp 10 Euro auf alle Fälle stimmt. 100% lesenwert. 100% Kaufempfehlung.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Viele bösen Menschen im "Bösen Wolf", 3. Januar 2014
„Böser Wolf“ ist der sechste Roman von Nele Neuhaus um die beiden Kommissare Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff. Wie immer empfehle ich an dieser Stelle, wer die Geschichten um die beiden Kommissare aus Hofheim erleben möchte, dem sei angeraten die Bücher in der chronologischen Reihenfolge zu lesen. Zwar sind die einzelnen Fälle in sich abgeschlossen, aber die privaten Geschehnisse um die beiden Hauptfiguren sowie die in der Kripo Hofheim bauen aufeinander auf.

Dass ich bereits zum sechsten Roman von Nele Neuhaus‘ Ermittlerteam gegriffen habe, zeigt, dass ich nicht nur die beiden Hauptfiguren, sondern auch sämtliche anderen Charaktere in den Büchern lieb gewonnen habe. Es ist ein angenehmes Gefühl, wenn man die ersten Seiten des neuen Romans durchliest und sich ganz von selbst plötzlich wieder wie „zu Hause“ fühlt. Man kennt die Personen, die Gegenden, die Beziehungen untereinander.

Da taucht dann plötzlich ein recht unbeliebter Kollege wieder auf, von dem man dachte, man sei ihn bereits losgeworden, während das Team um von Bodenstein und Kirchhoff gleich mehrere scheinbar hoffnungslosen Fälle aufklären müssen. Wochenlang tappt man bei der Kripo in Hofheim völlig im Dunkeln, es kommen neue Fälle hinzu, bei denen man zunächst ebenfalls keinen Anhaltspunkt findet.

Wie sich dann aber plötzlich alle neuen Fälle, die man gerade bearbeitet, zu einem Fall zusammen weben, ist nicht nur spannend, sondern auch sehr geschickt geschrieben. Dass nicht nur nebenbei auch noch das Thema Kindesmisshandlung ausführlich behandelt wird, gibt dem Roman auch noch das zusätzliche Plus mit auf den Weg.

Das, die real existierenden Städte und Gegenden und die immer glaubhaft agierenden Personen lassen die Romane von Frau Neuhaus fast wie reale Geschehnisse wirken, obwohl man gleichzeitig hofft, die Geschichten habe sich die Autorin nur ausgedacht; die Kriminalfälle sicherlich, doch das Thema Kindesmissbrauch ist leider sehr real.

Klare Leseempfehlung für alle, die die alten fünf Romane bereits kennen und ebenfalls für alle, die das noch nicht tun, jedoch nicht ohne Band 1-5 vorher zu genießen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein guter Krimi, 23. November 2013
Die Taunus-Krimis von Nele Neuhaus sind meiner Meinung nach zuletzt stark abgeflacht; mehr und mehr schoben sich die privaten Erlebnisse, Begeben- und Verfasstheiten der Ermittler (und Hauptfiguren) Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in den Vordergrund, die Fälle verblassten etwas. Schön, daß es der Autorin mit diesem Band gelungen ist, den Fokus wieder stärker auf das Verbrechen und die Ermittlungen auszurichten, dabei jedoch die wesentlichen inneren wie äußeren Veränderungen ihrer Protagonisten - auch in deren Privatleben - nicht gänzlich zu unterschlagen. Dabei hilft ihr ein diesmal recht verschlungener, doch starker, weil weitreichender und gut konstruierter Fall.

Während Pias Freund seine Enkelin zu Besuch auf ihrem Hof hat, muß sich Pia selbst um eine Wasserleiche kümmern, deren Herkunft unbekannt ist. Niemand scheint die Tote - eine junge Frau - zu vermissen. Wochenlang stochert die Mordkommission im Trüben, bis der Angriff auf eine bekannte Fernsehmoderatorin und bald darauf ein weiterer Mord schließlich auch Bewegung in den Fall der toten jungen "Nixe" bringen. Je tiefer Kirchhoff und Bodenstein in diesen Fall eintauchen, desto tiefere Abgründe tun sich auf: ein Netzwerk aus Mord und Mißbrauch, Ausnutzung und Vertuschung wird sichtbar, das nicht nur bis in hohe gesellschaftliche Kreise reicht, sondern auch weit in die Vergangenheit einiger Ermittler. Und so wird dieser Fall auch für Kirchhoff und Bodenstein zusehends zu einer echten Bedrohung...

Es gelingt Neuhaus, den Leser sehr lange im Ungewissen zu lassen, wie die einzelnen - manchmal nur angedeuteten - Handlungsstränge miteinander verwoben sind. Dadurch hält sie die Spannung lange hoch. Man könnte sagen: Es liegt hier mal endlich wieder ein echter Krimi vor, ein Whodunnit, im weitesten Sinne, mit hohem Rätselpotenzial. Allerdings wird die Geschichte nach hinten raus etwas wirr, weil immer komplizierter. Man sollte während der Lektüre - gerade auf den ersten 150 Seiten - sehr genau aufpassen, wer da wie eingeführt und vorgestellt wird, allein, um die Fülle der Personen im Auge zu behalten.

Abschließend ein Wort zum Thema, deshalb an dieser Stelle eine Warnung - LEICHTE SPOILER ab hier:
Man kommt relativ schnell darauf, daß man es hier mit einem Fall von Kindesmißbrauch zu tun hat. Das Thema ist sicherlich als Motiv und Hintergrundthema in einschlägigen Genres eher ausgereizt. Als Hintergrund für Krimi- und Thrillerhandlungen war es sicherlich die letzten 15 Jahre sehr in Mode. Gerade Kriminalromane waren immer schon auch "Verstärker" für gewisse Themen und deren Verbreitung und sorgten für eine gewisse Sensibilisierung für diese in der Gesellschaft. Gerade bei diesem Thema haben sie bestimmt ihren Teil dazu beigetragen, daß heute anders und vor allem offener darüber gesprochen werden kann. Doch dem Thema noch wirklich etwas hinzuzufügen, gerade im Genre, ist schwer. Nele Neuhaus ist ein guter Zugriff gelungen. Sie versucht nicht, Spektakuläreres aus dem Thema herauszuholen, als möglich ist. Sie bleibt angenehm "alltäglich" und verhält sich vor allem nicht ausbeuterisch zum Thema. Sie sensibilisiert, ohne zu didaktisch zu werden. Sie tut auch nicht so, als hätte man es hier mit mehr zu tun, als einem der Unterhaltung dienenden Kriminalroman. So wirkt die Story nicht aufgebläht vor Bedeutung, wodurch man dem Thema emotional - zumindest stellenweise - doch wirklich ausgeliefert ist, kommt es doch eher auf leisen Sohlen daher. Daß solche Taten überhaupt "alltäglich" sein können, ist der eigentliche Skandal - und das Buch kann die Empörung über diesen Skandal gut transportieren. Weil es nie mehr ist, als ein Krimi. Ein guter.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur weiterzuempfehlen!, 20. November 2013
Ich muss zugeben, dass ich eine Gelegenheitsleserin bin, die den Fernseher öfters mal einem Buch vorzieht. Vor einigen Tagen hatte ich aber tatsächlich Lust, ein "gutes" Buch zu lesen.

Die Auswahl fiel mir schwer, also hangelte ich mich an den Bestsellerlisten entlang und entschied mich für obige Lektüre.
Einmal angefangen, konnte ich das Buch nicht mehr weglegen, sodass ich es in zwei Tagen komplett durch hatte. Die kurzen Segmente, in denen immer wieder von der einen in die andere Perspektive von Personen gewechselt wird, verschaffen eine zusätzliche Brisanz. Der Leser wird nach jeder Seite umso neugieriger, wie die einzelnen Erzählungen miteinander zusammenhängen.

Die Autorin war mir vorher unbekannt, ihr Name wird mir mit diesem Buch jedoch sicherlich in Erinnerung bleiben.

Fazit: Absolut spannend und nur weiterzuempfehlen!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Etwas oberflächlich und zu distanziert, 2. Januar 2013
"Böser Wolf" von Nele Neuhaus ist bereits der 6. Teil rund um das K11-Ermittlerteam aus dem Taunus. Nach "Eine unbeliebte Frau" (Teil 1) und "Mordsfreunde" (Teil 2), zwei eher schwachen Bänden am Anfang, lag der Höhepunkt dieser Krimi-Reihe für mich definitiv bei "Tiefe Wunden" (Teil 3) und "Schneewittchen muss sterben" (Teil 4), woran zunächst "Wer Wind sät" (Teil 5) und jetzt leider auch "Böser Wolf" als aktuell letzter Teil nicht mehr heranreichen konnten.

Inhalt: Eine Mädchenleiche wird am Flussufer gefunden. Bodenstein und Kirchhoff tappen im Dunkeln, denn anscheinend wird das Mädchen nirgends vermisst. Währenddessen plant die Fernsehmoderatorin Hanna Herrmann nach einigen Schwierigkeiten und Klagen gegen ihre Sendung diese mit einer großen Enthüllungsstory wieder auf Kurs zu bringen. Dabei wird sie allerdings selbst zur Zielscheibe...

Bevor ich mich an die Bewertung gesetzt habe, habe ich mir überlegt, ob ich hier verraten sollte, worum es in dem Buch wirklich geht, oder, ob die Enthüllung dieses Kerns der Geschichte einen bedeutenden Teil der Spannung ausmacht und daher nicht in eine Rezension gehört. Allerdings scheint es so zu sein, dass viele das Buch bereits schon aufgrund des Themas allein nicht hätten lesen wollen, wenn sie dieses vorher gekannt hätten - die Inhaltsangabe vom Verlag lässt darauf leider nicht schließen und auch ich war ziemlich überrascht, als ich bemerkte, in welche Richtung sich dieser Krimi entwickelte. Also, ohne mehr verraten zu wollen, im Großen und Ganzen geht es um Kindesmissbrauch.

Bereits in "Wer Wind sät" hatte ich das Gefühl, dass Nele Neuhaus sich immer mehr aktuellen, aber vor allem auch größer angelegten Fällen widmet, die für mein Empfinden den Rahmen eines Regionalkrimis fast schon sprengen. Auch in diesem Teil ist das wieder der Fall. Aus der Leiche eines unbekannten Mädchens entwickelt sich ein Fall, der mit der Zeit ein schier unüberblickbares Ausmaß annimmt, ohne jedoch - und damit beginnt mein größtes Problem mit diesem Buch - auch nur ansatzweise in die Tiefe zu gehen. Es schien mir fast so, als hätte die Autorin selbst es ein wenig mit der Angst zu tun bekommen, als sie ihre Figuren in dieses brisante Thema verstrickte, denn sie nähert sich den wirklichen Tätern dieses Mal kaum. Sie bleiben Schattenfiguren, weit im Hintergrund und quasi ohne greifbaren Charakter. Das war für mich eine Enttäuschung. Respekt vor einer Thematik wie dem Kindesmissbrauch ist sicherlich angebracht, aber wer sich entscheidet, einen Kriminalroman zu schreiben und dieses Thema dabei anzusprechen, sollte dann auch den Mut aufbringen, seine Protagonisten sinnvoll agieren zu lassen und sie auch dazu bringen, sich mit den Tätern direkt auseinanderzusetzen. Das passiert nicht, die Distanz bleibt groß.

Wie bei Nele Neuhaus üblich, gibt es wieder einige Nebenfiguren, teilweise auch sehr interessante, die in unzähligen Handlungssträngen langsam zu einem Gesamtbild verflochten werden. Leider macht dies das Buch gerade am Anfang etwas mühselig, denn die Spannung fehlt und bis man die einzelnen Figuren zuordnen kann, vergeht eine Weile. Einige Figuren verhalten sich zudem recht unlogisch, was aber bei diesem Fall leider auch für die Ermittler gilt. Die Entschlüsselung der Frage nach dem Täter beruht oft eher auf fixen Ideen als auf wirklicher Ermittlung. Alles wirkt konstruierter, als ich es von Nele Neuhaus gewohnt bin, und ist außerdem vorhersehbarer. Der Täter drängt sich dem Leser trotz Desinteresse und falschen Ansätzen von Seiten der Ermittler beinahe auf. Spannend war es zwar dennoch, aber nicht immer. Das Ende, an dem es mal wieder zu einer persönlichen Verstrickung von Ermittlern und Fall kommt, wirkte für mich dann auch einfach nur fehl am Platz. Es wirkte wie ein hektisches Anhängsel ohne Sinn.

Sprachlich kann ich Nele Neuhaus nicht kritisieren. Sie schreibt flüssig, hat einen guten Stil und wie alle ihre Romane ist auch "Böser Wolf" insgesamt angenehm zu lesen. Bei all der Distanz zwischen Ermittlern und Tätern hatte ich aber das Gefühl, die Autorin hoffe darauf, dass der Leser allein schon aufgrund der Betroffenheit, welche die Thematik selbst auslöst, an das Buch gefesselt wird. Das funktioniert aber nicht ganz. Es fehlt an vielen Stellen die Tiefe, eine direktere Auseinandersetzung mit den Charakteren und auch eine spannungsgeladene Atmosphäre wollte bei mir nicht aufkommen.

Fazit: "Böser Wolf" ist immer noch kein schlechter Krimi. Nele Neuhaus wählt allerdings ein schwierig zu bearbeitendes Thema, den Kindesmissbrauch, und versucht gleichzeitig, das Ganze auch noch in einem sehr großen Rahmen aufzuziehen. Ich empfand die Story als zu konstruiert und die Charaktere wie auch ihren Umgang miteinander im Rahmen der Ermittlung als zu distanziert - als ob die Autorin mitten in der Geschichte der Mut zur Auseinandersetzung mit ihren eigenen Figuren verlassen hätte. Insgesamt würde ich es "Böser Wolf" solide, aber nicht brillant nennen. Ich habe zwischen 3 und 4 Sternen geschwankt, doch die flüssige Sprache und ein durchaus vorhandener Bann, den das Buch auf mich auslöste und mich weitestgehend fesselte, veranlassen mich zu knappen 4 Sternen. Eine Leseempfehlung mit Einschränkung.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Da wäre mehr drin gewesen, 5. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Leider hat mich das Buch etwas enttäuscht, weil vieles für mich bereits sehr früh einschätzbar war und somit zum Ende der Story lediglich bestätigt wurde: Die vermeintlich Bösen sind zu Unrecht von der Gesellschaft geächtet, die Guten und Reichen sind in Wahrheit animalische Monster. Und darauf, dass die kleine Lilly auch noch eine eigene und damit gefährliche Rolle spielt, habe ich ja von ihrem ersten Auftritt an gewartet.
Hier fehlten schlicht und ergreifend die Überraschungsmomente, die man halt mit einem Nele-Neuhaus-Krimi verbindet.
Die Story war teilweise konstruiert und geprägt von einem "schwarz-weiß-Denken", das heutzutage keiner in dieser Vielzahl lesen will.
Ich habe schon schlechtere Krimis gelesen, jedoch nicht von Nele-Neuhaus. Trotz der Schwächen in der Story vergebe ich noch 3*, da ich doch wissen wollte, ob meine Vermutungen sämtlich zutreffen (was leider der Fall war)
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