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am 2. Februar 2015
…war weit unter den Ureinwohner Nordamerikas verbreitet. Dieses ausgehungerte Monster wurde niemals satt, sein Hunger wuchs und wuchs mit jedem, den es verschlang…
Die Beute dieses Dämons waren Menschen.

So erfassten die Opfer der weißen Eroberer die Schrecken, die sie mit ihnen erlebten. Die Einwanderer nahmen sich alles, was sie wollten. Verträge, die ursprünglich mit den Ureinwohnern abgeschlossen wurden, waren das Papier nicht wert, auf denen sie geschrieben waren. Erst recht, wenn in den Gebieten der Indianer Gold entdeckt wurde. Selbst wenn das Militär gewollte hätte – sie hätten die einfallenden Europäer oder die frühen Amerikaner gar nicht davon abhalten können, in den Indianergebieten zu siedeln. Es waren zu viele und es wurden immer mehr.

Darum geht es in dem Film „Ravenous“ den ich das erste Mal vor über 10 Jahren gesehen habe und der mich heute immer noch total beeindruckt. Er ist wirklich schwer einem Genre zuzuordnen. Die Horrorelemente sind zwar da, aber nicht so abgehoben und offensichtlich wie bei den meisten Filmen, in denen es um Monster geht. Das Ungetüm in diesem Film kommt in Verkleidung daher als ein hilfebedürftiger Mensch.

Die Schauspieler in diesem Film sind hervorragend. Die Charaktere, die sie darstellen, überzeugen in ihrer Menschlichkeit. Neben so bekannten Darstellern wie Guy Pearce und Robert Carlyle (herrlich auch als böses Rumpelstilzchen in der Fantasyserie „Once upon a Time“) fand ich Jeffrey Jones und Jeremy Davies großartig. Empfindsame und gebildete Männer, die voller Mitgefühl für ihre Mitmenschen ihre Entscheidungen treffen, sind sie komplett unvorbereitet für die Falle, die ihnen der Wendigo stellt.

Die Filmmusik von Damon Albarn und Michael Nyman unterstreicht die Ereignisse hervorragend. Sie ist schrill, schräg, erschreckend und dann wieder fröhlich. Besonders als die lustige Tanzmusik gespielt wird, erlebe ich die dunkle Seite meiner Seele – denn es ist der Wendigo, der sich köstlich amüsiert, nicht die freundlichen Charaktere, mit denen sich der Zuschauer so gut identifizieren kann.

Zum Schluss erwähne ich noch die atemberaubende Stuntaufnahme, die in diesem Film gezeigt wird. Sowas habe ich sonst noch nirgendwo gesehen – total echt und so kommt es auch rüber.

Dieser Film ist und bleibt einer meiner Lieblingsfilme für alle Zeiten.
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am 3. April 2016
Das schwache Geschlecht in Gestalt von Antonia Bird hat 1999 einen starken Horrorfilm gedreht, in dem das Thema Kannibalismus zum Teil in wunderbar abstoßenden Bildern, zum Teil aber auch ironisch behandelt wird.
Die beiden Kontrahenten hier sind Cptn. John Boyd (Guy Pierce) und F.W. Colqhoun (Robert Carlisle),
Ersterer hat eher aus Versehen 1845 eine gegnerische Stellung erobert, nachdem er vorher auf dem Schlachtfeld wie erstarrt mit ansah, wie sich seine Kameraden niedermetzeln lassen mussten, sich tot stellte und schließlich unter einem Berg von verstümmelten Leichen blutbesudelt ans Tageslicht begab, der andere Kontrahent war mit einem Treck in Richtung Pazifikküste unterwegs, wurde vom Wintereinbruch überrascht und suchte Zuflucht in ener Höhle, wo aus schierem Überlebenswillen verstorbene Kameraden verspeist wurden, wenn sie gestorben waren. Ein Colonel sei der Anführer, dieser befinde sich mit einer Frau noch in der Höhle, so berichtet er, nachdem er als abgerissene Gestalt in einem Fort in der Sierra Nevada aufgetaucht war, ein einsamer Posten, auf den Boyd versetzt worden war, 2 ranghöhere Offiziere über ihm.
Dass es mit Colqhoun eine besondere Bewandnis hat, muss die zur Rettung der beiden in der Höhle verbliebene Trupp schmerzlich erfahren,nachdem er zu fröhlicher Country-Musik aufgebrochen ist.

Ein Indio warnt die Weißen Soldaten vor dem Wendigo, einer legendären indianischen Gestalt, die mit dem Fleisch und Blut von anderen Menschen deren Kraft aufsaugen und zunehmend stärker und verletzungsresistenter werden. Ähnliches ist in der Menschheitsgeschichte ja auch über das Verspeisen von Gehirnen getöteter Gegner oder dem Verzehr von Stierhoden anstatt Viagra tradiert.
Hier ist aus der Not geboren eine Sucht entstanden, der Wendigo muss wie ein Süchtiger immer wieder auf Menschenfleisch zurückgreifen, Parallelen zieht der Film durch Aussagen des neuen Wendigo zum Kolonialismus, Imperialismus und Raubtierkapitalismus, friss oder stirb.
Einerseits sehen wir gelungen grausame Bilder wie menschliche Leichen, die Kofüber bis auf die Knochen und die sie zusammenhaltenden Sehnen und Bänder von der Höhlendecke baumeln, andererseits wird nicht nur das rohe Fleisch verschlungen, sondern eine Suppe mit Proteinbrocken geköchelt. Ein anderes Beispiel ist der Aufbruch der Truppe zu grausamenm Geschehen unter fröhlicher Musik. Das "Lexikon des Internationalen Films" bemängelt, die "monströsen Stimmungen der Bildebene würden imer wieder durch ihre musikalische Gestaltung unterlaufen. Ich glaube, das ist volle Absicht, denn auch das selbstlose Opfer einiger Protagonisten, die lieber sterben als als Wendigo zu enden, sind nicht als Ausdruck moralischer Gesinnung sondern eher als ein "auf die Schippe" nehmen gedacht, und die Szenen, in denen sich zwei Wendigos mit der Mistgabel und Messern gegenseitig aufspießen und Boyd dann gezwungenermaßen auf Menschenfleisch zurückgreift, um den Messerstich zu überleben, sind grotesk überspitzt.

Robert Carlisle macht durch sein Spiel, und das ist von Antonia Bird so beabsichtigt, kein Monster, er sit derart grotesk überzeichnet, dass er fast schon wieder sympathisch wirkt, er kann ja auch gar nicht mehr anders, friss oder stirb, fressen oder gefressen werden, er ist einem Zwang unterworfen, genau wie ein Kapitalist, der kleinere Betriebe schlucken ("fressen") muss, um nicht selber von einem Konkurrenten gefressen zu werden.
Das Fressen kommt vor der Moral, und das ist bei diesem Kannibalismus nicht so sehr eine Frage der Moral, sondern blanker Notwendigkeit, wie auch in der heutigen "freien" Marktwirtschaft.

"Ravenous" ist teilweise indiziert gewesen, sicher einerseits wegen des Themas, andererseits sind auch Bilder zu sehen, die manchen Zuschauern den Magen umdrehen können wie die hängenden Skelette oder ein genüßlich durch den Uniformstoff in saftig-blutiges Oberschenkelfleisch schneidendes Messer. Und die blutigen Szenen wirken gelungener und realistischer als mancher Horrorfilm, die schon auf den ersten Blick Mennige oder ähnlich unecht ausehendes Gebräu als Blut verkaufen möchten, und wenn hier älteres gerinnendes Blut in Gesichtern aus Brombeermarmelade bestehen sollte, es sieht authentisch aus.
Für mich ist "Ravenous" eine blutige, zum Teil in herrlich realistischen Schreckensbildern gedrehte Persiflage auf das Genre des Horrorfilms, und durch das "traurige" edle Ende unseres Helden wird dem Horror die Spitze genommen, der Film hat überhaupt keine derart rabenschwarze und jede Hoffnung brutal zerstörende Wirkung wie zum Beispiel "Eden Lake", in dem das Grauen nicht so detailliert gezeigt, sondern unsere Vorstellungskraft genial stimuliert wird und das bittere Ende uns wegen seiner unerbittlichen Hoffnungslosigkeit sprachlos zurücklässt.

Frau Bird's "Ravenous- friss oder stirb" hat mir sehr gut gefallen.

Doc Halliday
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am 22. Januar 2013
...ist der letzte gesprochene Satz dieses ungewöhnlichen Films. Wer ihn sagst, spoilere ich nicht...

"Ravenous" ist ein Horrorfilm aus dem Jahr 1999, der in Deutschland lange Zeit auf dem Index stand (bis zum Mai 2012). Schön, das jetzt so eine gute Veröffentlichung vorliegt, die neben einigem Bonus-Material gleich 3 Audio-Kommentare enthält.

Die Geschichte ist teilweise inspiriert durch die Ereignisse der Donner-Party, eine Geschichte von Siedlern, die sich im Jahr 1846 in den Bergen verliefen und laut Tagebuch-Aufzeichnungen nur durch Kannibalismus überleben konnten.

In "Ravenous" geht es um einen Colonel der zur gleichen Zeit als die Donner-Geschichte in die Sierra Nevada strafversetzt wird und mit einer Gruppe von relativ seltsamen Zeitgenossen dort lebt. Ein Fremder taucht auf und tischt eine Story rund um eine kannibalistische Gruppe auf, zu der er vorher gehörte. Dieser Geschichte wollen die Anwesenden auf den Grund gehen, denn es soll noch Überlebende geben, die in Gefahr sind. Dies entpuppt sich als Falle.

Der Film besticht durch die Mitwirkung etlicher bekannter und guter Darsteller: Robert Carlyle (The Beach, Trainspotting, Ganz oder gar nicht), Guy Pearce (Prometheus, The Road, The Proposition, Memento...), David Arquette (Scream 1 bis 4), Jeremy Davies (Lost, Justified, Manderley, Dogville), Jeffrey Jones (Deadwood) und einige Andere.

Die Musik von Michael Nyman und Damon Albarn (Blur, Gorillaz) ist interessant und gut, aber teilweise ist sie für den Film kontraproduktiv, da sie emotional häufiger mal nicht zu den Szenen passt. So klingt die Musik bei einer aufregenden Verfolgungsjagd im Wald viel zu fröhlich und nimmt dem Film somit das Horror-Element weg.

Der Film wird als Analogie auf den amerikanischen Imperialismus gesehen.

Trotz des harten Themas halten sich die Horror- bzw. Gore-Elemente in Grenzen. Leute die in dieser Richtung einen krassen Film erwarten, werden eher enttäuscht sein, während Zuschauer, die sich sonst keine Horrorfilme anschauen, an ein paar Stellen echt zu....ähm...knabbern haben werden. Die Schauwerte in dieser Richtung finden teilweise mehr im Kopf statt als auf der Leinwand oder dem TV-Bildschirm.

Der Film setzt mehr auf gute darstellerische Leistung, eine gute Dramaturgie, Bilder und Kamera-Arbeit sowie eine stringente Story, die gut funktioniert.
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am 1. November 2012
Wirklich intelligente Filme sind rar gesät - bei "Horrorfilmen" dürfte es in Sachen Tiefgang gemeinhin noch weitaus schlimmer bestellt sein...

Was hier im Gewand eines Menschenfresserwesterns daherkommt, ist im eigentlichen Sinn eine bitterböse Parabel auf den US-Imperialismus bzw. Kapitalismus des Westens.

Gute Darsteller, gute Kamera, schöne Landschaften, abgrundtief schwarzhumorige Dialoge, Kannibalengrusel und eine kongeniale Filmmusik von Michael Nyman sorgen in Ravenous für ganz großes Kino.

Für die Riege der Horror- und Splatterfans dürften es zuwenig Schockmomente und explizite Gemetzel sein - für Liebhaber intelligenter Filme abseits des Mainstreams ist dieser Film aber mit Sicherheit ein wirklicher Leckerbissen - sofern man sich den Appetit nicht durch ein wenig Menscheneintopf verderben lässt...

... insofern:

Bon Appétit!
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am 17. Juli 2015
...ich habe mir damals nicht allzu viele Hoffnungen auf einen gelungenen DVD-Abend gemacht, als ich mir dieses Werk vor mehreren Jahren auslieh. "Wird wohl wieder mal eines von diesen schwachsinnigen Horrorvehikeln sein", aber von wegen: selten wurde ich dermaßen positiv überrascht. Dieser Film ist wirklich einzigartig und läßt einen vom Anfang bis zum Ende nicht mehr los.
Angefangen bei der ungewöhnlichen Story und Erzählweise, den toll agierenden Darstellern, den grandiosen Landschaftsaufnahmen, der überaus passenden Musik bis zu den bei aller Härte ironischen bis sarkastischen Einlagen stimmt hier einfach alles.

Im Mittelpunkt steht der amerikanische Offizier Boyd, gespielt von Guy Pearce, der in ein entlegenes Fort versetzt wird, wo schließlich ein scheinbar hilfebedürftiger Fremder auftaucht. Doch sich im Laufe der Handlung zeigt sich, daß gerade er die Gefahr darstellt.

Es ist gar nicht mal so klar, welches Genre hier bedient wurde, im Grunde handelt es sich um einen irren Mix aus Horrorfilm, Western und schwarzer Komödie. Das Ganze gewürzt mit einem herben Schuß Zivilisationskritik.
Bis zum Ende hin ist absolut nicht vorhersehbar, welche Wendung die Handlung nehmen wird, wodurch die Spannungsschraube massiv angezogen wird.
Die Schauspieler machen allesamt einen prima Job, aber besonders Robert Carlyle sticht hier hervor. Eigentlich gibt er hier einen überaus hinterhältigen und abstoßenden Charakter, aber irgendwie fällt es doch schwer, ihm wirklich böse zu sein, da er mit seiner ganz speziellen Spielweise einiges an Pluspunkten verbuchen kann.

Die DVD von "Twentieth Century Fox" läßt in Punkto Qualität keine Wünsche offen und hat als Bonus drei Audiokommentare sowie entfallende Szenen an Bord.

Allzu viele Filme mit oder über Kannibalen gibt es meines Wissens nicht, dieser nimmt in jedem Fall eine Sonderstellung ein.
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am 15. Oktober 2013
Was mir weniger gefällt ist das FSK18 Logo. Angesichts von Filmen wie Hostel oder SAW frage ich mich, was an diesem Film FSK18 sein soll? Die Blutmenge im Film findet sich ebenfalls in Fahrschullehrfilmen für Unfallprävention, die sich 16jährige im Fahrschultheorieunterricht mitunter ansehen müssen. Splatter und heftige Gewaltszenen gibt es in diesem Film ebenfalls nicht. Echt gruselig: ein paar Skelette hängen kopfüber in einer dunklen Felsenhöhle von der Decke. Wow. Ganz, ganz toll inszeniert und allemal FSK18 wert, liebe Bundesprüfstelle. Dennoch ist dieser Film wirklich toll. Warum? Weil auf dreiviertel der Filmlänge die Geschichte gut ist und Gewalt eine untergeordnete Rolle spielt. Indianermythos und Kannibalentum mischen sich in diesem Meisterwerk, untermalt von teilweise recht lustiger Musik, die die eine oder andere Handlung ad absurdum führt. Nicht gefallen hat mir einzig der wenig ausgegorene Schluß. Ich hatte leider den Eindruck, daß der Film "fertig werden" mußte und der Regisseur deshalb aus Mangel an Ideen und weil es wahrscheinlich "schnell gehen" mußte, ein eher fadenscheiniges als realistisches Ende gewählt hat.
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am 11. Februar 2013
Ein radikales, subversives Meisterwerk, das alle Genre-Schubladen sprengt.
Nietzsche wird diesem Film vorangestellt: "Wenn du dich mit Monstern befassen musst, pass auf das du nicht selbst zum Monster wirst" darunter das beinharte Gegenzitat aus dem Film :"Friss oder stirb".
Die vereinigten Staaten im Jahre 1845. Ein Land im Umbruch. Der erste Goldrausch und der Krieg mit Mexiko sind gerade vorüber.
Die dunklen Wolken des Sezessionskrieges noch nicht aufgezogen.
US- Kavallerist Boyd (Guy Pearce) erhält eine Auszeichnung für besondere Tapferkeit vor dem Feind.
Nur er allein weiss, das diese eigentlich ungerechtfertigt ist, er selbst nur noch ein gebrochener Mann, schwer traumatisiert im Angesicht von zahllosen Gemetzeln, und blutüberströmten Leichenbergen.
Mit makaberer Freude blickt die Kamera auf ein Festbankett, welches ihm zu Ehren ausgerichtet wurde.
Grossaufnahme von Fleischgerichten auf zahllosen Tellern, die alsbald gierig von dem versammelten Offizierkorps verköstigt werden.
Nur Boyd bekommt keinen Bissen herunter, muss sich nur beim Anblick von Fleisch und Knochen in hohem Bogen übergeben.
Aufgrund seiner nervlichen Angeschlagenheit wird er sehr bald in ein abgelegenes Regimentsfort in den tiefsten Bergen versetzt werden, wo er noch mit ganz anderen Formen der Fleischeslust konfrontiert werden wird.
Schon mit diesen Eingangsszenen macht sich ein so dermassen grosses Unbehagen beim Zuschauer breit, der ahnt; dies ist in seiner Kompromisslosigkeit und seiner perfekten Inszenierung mehr als ein gewöhnlicher Horrorfilm.
Dieser Film wird gnadenlos, kaltblütig sein.
Der Film ist mit seiner Vermengung verschiedener Genres Western, amerikanische Geschichte (tatsächlich beruht der Film auf wahren Begebenheiten), indianischem Aberglauben, Sozialkritik und üblen Splatterszenen ein Monument für sich und einmalig.
Für Cineasten ein Hochgenuss.
Viele diskussionswerte Fragen und Interpretationen wirft er auf. Ganz klar ist er beispielsweise ein beissender Kommentar auf den westlichen, sprich amerikanischen Imperialismus.
Denn wie in einer Szene süfisant bemerkt wird:" Wenn wir Menschenfleisch essen und daran Gefallen finden, die Menschen aussaugen, ihre Lebenskraft uns buchstäblich einverleiben, tun wir doch nur das was die westliche Welt im grossen Stil mit besiegten Völkern macht." Hier wird ganz offen bezug genommem zum Beispiel auf die gänzliche Ausrottung der indianischen Urvölker, den Kolonialismus und Eroberungs- und Vernichtungsdrang der sich so zivilisiert gebenden "weissen Rasse".
Der Mensch ist des Menschen Feind, bzw. hier wirklich Nahrung um das körperliche Verlangen zu stillen.
"Ravenous" bezieht seine Beklemmung nicht aus, wie üblicherweise mit dem Kannibalen- bzw. Zombie-Genre immer einhergehenden Eingeweide herausreissen und Fress-Orgien, sondern ist abgesehen von einigen, jedoch sehr den Magen strapazierenden Ekelszenen, viel hinterhältiger, perfider und damit um einiges schlimmer und nachhaltiger.
Unterschwellig und schockierend packt er den Zuschauer im Genick mit vielen kleinen, objektiv gesehen trügerisch harmlosen Sequenzen, Dialogen, Blicken die das unfassbare Grauen nicht direkt auf der Leinwand, sondern im Gehirn des Betrachters zu einem übelkeiterregenden dämonischen Puzzle zusammensetzen.
Das Entsetzen ensteht weniger durch gezeigte Blutszenen sondern durch die entlarvend dargestellte Ekelhaftigkeit des Homo sapiens an sich.
Der eben doch mehr von reissenden Bestien in sich trägt und alle Moralvorstellungen zu opfern bereit ist in bestimmten Situationen.
Ähnlich wie auch in dem Hooper Klassiker "Texas Chainsaw Massacre" oder Walter Hills "Die letzten Amerikaner" sind wenig wirkliche Gore-Szenen zu sehen.
Subtil und einfach nur schockierend beindruckend ist jeder Darsteller. Wobei Robert Carlyle einen mit seiner differenzierten Darstellung des zum Kannibalen mutierten Oberst ewig im Gedächtnis bleibt.
Hinter seiner schönen Offiziersuniform springt uns aus jeder Geste, jedem Blick der lauernde Horror entgegen.
Ohne eigene Schuld, aus einer Notsituation heraus überlebte er nur durch menschliches Fleisch, bekam aber immer mehr Lust und unstillbares Verlangen nach dieser Ernährungsweise.
Noch dazu wo er mit jedem verspeisten Körper auch die im Blut erhaltene Lebenskraft des Opfers in sich aufnimmt, damit fast imun gegen Krankheiten oder schwere Verwundungen wird.
Wie ein Alkoholoker nach der Flasche ist er dieser Sucht verfallen und kann sie nicht mehr bändigen. Eine schwelende Abhängigkeit. Dem Drang zu konsumieren opfert er alle menschlichen Moral- und Ethik Grundsätze.
Das Panorama des Films könnte auch "Der mit dem Wolf tanzt" entnommen sein.
Die hohen Berge, die Weite des Westens, die verschneite Einsamkeit, die karge Ödnis, die Siedlertrucks, das verkommene Fort. Einfach wunderschön, bombastische Aufnahmen.
Dazu die einzigartige Musik Michael Nymans, die das wehmütige, einsame Feeling eines Spätwesterns herausarbeitet.
Mystisch überhöht wird der Film durch immer wieder eingestreute Hinweise auf alte Indianer Mythen um den Geist des Wendigo.
Ein unerklärliches Phänomen, das von jedem Besitz nimmt der einmal Menschenfleisch gekostet hat.
Jedes Bild auch in seinen Farben umgeben von schleichender Düsternis, von auswegloser Atmosphäre. Kein Mainstream, bis zuletzt nicht vorhersehbar wie der Film sich bis zum Ende entwickelt.
Ein tabuloses entlarvendes Meisterwerk, an dem Nietzsche seine Freude gehabt hätte. Absolut furchteinflössend und beeindruckend. Besonders bemerkenswert überdies daß der Film, wie fast einzigartig im Horror-Genre von einer Frau gedreht wurde.
Fazit: unbedingte Kaufempfehlung!
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am 19. Juni 2014
Ein gelungener Film, der immer wieder, Fragen aufwirft, die am Ende beantwortet werden und dadurch alle Sinne anspricht. Nicht übermässig blurtünstig, sondern mal einer, der die grauen Zellen in Bewegung setzt.
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am 28. Mai 2016
Nicht empfehlenswert. Ob alt gemacht oder neu verfilmt. Er ist und bleibt Mist . Für ein 18 er uncut habe ich mir was anderes vor gestellt
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am 28. Januar 2013
Antonia Birds „Ravenous“ ist ein feiner Low-Budget Horror Streifen aus den 90ern. Ein gelungener Mix aus Kannibalismus, Schrecken, schwarzem Humor und Philosophy Das Script von Ted Griffin ist wirklich erstaunlich und beschreibt einen Mix aus Uramerikanischer Legende und der Geschichte von Sawney Bean. Bean, seine Frau und seine Kinder wohnen in einer Höhle in Galloway, Schottland, während des 16. Jhd. Die Höhle liegt nahe eines Sees und die Familie lebt von Überfällen, Morden und den Leichnahmen der Opfer. Über einen Zeitraum von 25 Jahren fielen mehr als 1000 Menschen der Familie zu Opfer.

Guy Pearce glänzt in der Rolle des Lieutenant John Boyd und auch der Rest des Casts spielt solide. Gedreht wurde der Film in Tschechien und der Slowakai und die Landschaft unterstreicht wunderbar die Atmosphäre und die Spannung der Geschichte. Der Soundtrack von Damon Albarn (Blur) und Michael Nyman ist sehr gruselig und atmosphärisch. Der Film ist voller Gewalt, Blur und Schockmomenten. Genau das Richtige für Horrorfans! Höchst empfehlenwert!
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