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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sensationelle Wiederentdeckung!, 2. November 2012
Von 
Ein kritisches Ohr "Jommelli" (Bavaria) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: La Finta Giardiniera (Audio CD)
Mit der Ankündigung einer "echten Wiederentdeckung" hat die Harmonia Mundi nicht zu viel versprochen. Ich möchte sogar noch weitergehen und diese Neueinspielung von Mozarts Finta giardiniera als kleine Sensation bezeichnen. René Jacobs greift hier nämlich auf eine anonyme Prager Bearbeitung von 1796 und eine darauf beruhende schlesische Fassung von 1797 zurück, die sich derzeit in den Bibilotheken von Brünn und Dresden befinden.
Das besondere hierbei ist die Hinzufügung von obligaten Holz- und Blechbläserstimmen, die in Mozarts Originalfassung von 1775 nicht oder nur sehr sparsam verwendet wurden. Besonders die damals recht modernen Klarinetten mischen der Partitur eine Farbe bei, die die Oper in ganz erstaunlicher Weise in die Nähe der Da Ponte-Trilogie rückt. Doch der anonyme Bearbeiter beschränkte sich nicht nur auf neue Klangfarben, sondern komponierte auch kleine Übergänge, neue oft chromatisch geschärfte melodische Phrasen und leicht veränderte Harmonien zu Mozarts originalem Notentext hinzu, dies aber so geschickt und psychologisch überzeugend, dass man keinen Unterschied zu den Instrumentationskünsten des reifen Mozart feststellen kann, wodurch das Werk erheblich an Tiefenschärfe gewinnt. Anders als etwa Mozarts eigene Händel-Berbeitungen, die den ursprünglichen Notentext eher verfremden als bereichern, stellt diese posthume Fassung eine echte Verbesserung des teils recht monoton instrumentierten Originals von 1775 dar. Sehr interessant sind auch einige originale Kürzungen, die dem Stück keineswegs schaden und einen interessanten Einblick in die Theaterpraxis des ausgehenden 18. Jahrhunderts bieten. Somit liegt mit dieser Einspielung eine wirklich "neue" Version vor, deren Anschaffung sich auch dann lohnt, wenn man im Besitz einer guten Aufnahme der Originalfassung ist.
Sehr beglückend ist die erstklassige Sängerriege ohne Schwachpunkte (hierbei herausragend Sophie Karthäusers glasklarer Sopran) und das temperamentvolle Spiel des Freiburger Barockorchesters. Anders als bei seinen früheren Mozartaufnahmen verzichtet R. Jacobs hier trotz engagierten Zugriffs und teils grenzwertig schneller Tempi fast gänzlich auf eigenmächtige Agogik oder dynamische Schrapnell-Effekte. Bestnoten auch für die profund recherchierten Beiheftbeiträge. Für mich die bislang beste Aufnahme der Reihe, uneingeschränkte Kaufempfehlung!
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Mozart: La finta giardiniera
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