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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht weinen.
Ich versteh nicht, warum so viele Leute so skeptisch sind dem Album gegenüber. Die Burschen haben meinen Musikgeschmack geprägt und gutes Zeug verzapft. King Animal steht um nichts hinten, und hat meiner Meinung nach sehr wohl die "Songs an die man sich erinnert". Wem Soundgarden gefällt, dem wird King Animal definitiv auch gefallen. Mittlerweile ist die CD...
Vor 8 Monaten von Jo Led veröffentlicht

versus
6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Stillstand
Für mich ist King Animal bisher eine zwielichtige Angelegenheit, ich hoffe dass der aha-Effekt sich noch einstellt.

Ich habe Soundgarden immer für ihre kleinen Weiterentwicklungen bewundert. Mit jedem Album kam eine neue Facette, ob sie mir nun gefiel oder nicht, aber die Band hat sich immer wieder ein stückweit entwickelt. Alles was ich bisher...
Vor 20 Monaten von kajuku veröffentlicht


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht weinen., 2. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: King Animal (Audio CD)
Ich versteh nicht, warum so viele Leute so skeptisch sind dem Album gegenüber. Die Burschen haben meinen Musikgeschmack geprägt und gutes Zeug verzapft. King Animal steht um nichts hinten, und hat meiner Meinung nach sehr wohl die "Songs an die man sich erinnert". Wem Soundgarden gefällt, dem wird King Animal definitiv auch gefallen. Mittlerweile ist die CD warscheinlich schon gleich oft gelaufen wie die anderen, und die Stromkosten für die Stereo Anlage sind längst höher, als die Kosten von der CD selbst. Kaufen!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Soundgarden - Reunion..., 27. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: King Animal (Audio CD)
Nach Jahren der musikalischer Abstinenz gaben Soundgarden 2010 ihre Reformierung bekannt. Erstes musikalischer Lebenszeichen war eine eher überflüssige Best-Of-Scheibe, dann folgte ein gutklassiges Live-Album und nun wird die Reunion mit dem Studio-Album *King Animal* endlich perfekt gemacht.

Wo Soundgarden drauf steht, ist auch Soundgarden drin - auch wenn dieser Spruch jetzt sehr abgedroschen klingt, aber er trifft genau zu. Shephard, Cornell, Thayil und Cameron sind zurück und zünden ein erneutes Feuerwerk aus alternativen Rock, Hardrock, Punk und einem Schuß Metal.

Die Songs wirken dabei absolut locker und lässig runter gerotzt, aber bereits nach dem dritten Hördurchgang entfalten sie ihren ganze Intensität, Klangdichte und Spielfreude. Soundgarden waren in ihrer Musik nie sonderlich kommerziell ausgelegt und das setzt sich auf *King Animal* nahtlos fort. Bereits vom ersten Ton an sticht die Band wieder aus der Masse heraus und ich hoffe das sich Soundgarden in erfolgstechnischer Hinsicht wieder so stark positionieren können wie damals in den 90ern.

Anspieltipps:*A Thousand Days Before*, *Black Saturday*, *Rowing*, *By Crooked Steps*

FAZIT: Soundgarden sind endlich wieder zurück - wäre zu kurz gewesen für eine Rezension...
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Keine halben Sachen, 11. November 2012
Lange spukte es umher und erschrak mich in unberechenbaren Abständen in der fachkundigen Musikpresse: das Gespenst namens „Soundgarden-Reunion“. Als die Band aus Seattle 1996 ihr letztes Album „Down To The Upside“ veröffentlichte, war ich noch viel zu jung um mich weder für Rockmusik noch speziell für dieses essenzielle Kapitel der frühen 90er zu interessieren. Jetzt, 16 Jahre und hunderte von Platten später ist das Quartett aus der einstigen, nord-westlichen Rock-Metropole Amerikas mittlerweile längst ein wichtiger Teil meiner musikalischen Sozialisation gewesen und zählt zu den All-Zeit-Favoriten meiner Musiksammlung. Da hinterließ das erste Lebenszeichen ihrer Wiederauferstehung „Telephantasm“ bei mir eher Ratlosigkeit und ihr Beitrag zum Soundtrack zu „The Avangers“ klang letztendlich einfach nur müde, lauwarm und lustlos, weswegen mein Interesse an weiterer, neuer Musik dieser Band gegen Null tendierte. Und als mit der Nachricht über das neue Album schließlich die Katze aus dem Sack gelassen wurde, breitete sich endgültig die Angst in mir aus, dass hier mit einer schnellen Marknummer und der Zerstörung einer Legende zu rechnen sein muss. Die Band um den späteren Audioslave-Sänger Chriss Cornell hatte in ihrer 13-jährigen Schaffensphase alles gesagt und sich auf dem sowohl künstlerischen, als auch kommerziellen Höhepunkt ihrer Karriere aufgelöst. Warum also nur dieses Comeback? Nun, einer Antwort bleiben Soundgarden mit ihrem sechsten Album „King Animal“ auch nach dem zehnten Mal hören zwar immer noch schuldig, aber dafür macht die Band auf ihrem neuen Album überraschend wenig falsch. Und das ist gut. Sogar sehr gut. Denn bei all den großen Erwartungen, die, gemessen an den Erinnerungen und Emotionen im Zusammenhang mit der Band, die, jetzt wo sie einmal wieder da ist, entstehen, ist einer der wichtigsten Erkenntnisse auf „King Animal“, dass sich Soundgarden nicht nur wiedergefunden haben, sondern auch ihr Band-demokratisches Arbeitsgerüst. Mit „Bones“ Of Birds“, „Black Saturday“, „Halfway There“ und „Worse Dreams” befinden sich auch wieder reine Cornell-Kompositionen auf dem Album, doch auch Kim Thayil, Ben Sherpherd und Matt Cameron waren tief in der Entstehung als Schreiber und Komponisten beteiligt. Auch die technische Versiertheit ist den vier Musikern, insbesondere Matt Cameron, nicht abhandengekommen. Einen Hit, der einen den Einstieg in dieses über weite Strecken zähe Album erleichtert, findet man allerdings vergebens. „King Animal“ ist ein „komplettes“ Soundgarde-Album geworden, das wieder von etlichen Fassetten und Wendungen lebt, dessen Fokus aber immer auf das dynamische Zusammenspiel der vier Musiker liegt. Also eigentlich alles wie immer. Man könnte munkeln, ob „King Animal“ wie ein verspätetes Bindeglied zwischen dem Meilenstein „Superunknown“ und dem etwas in dessen Schatten stehendem Abschiedswerk „Down To The Upside“ klingt. Es zeichnet sich durchaus durch dieselbe Wärme und Geschlossenheit seines Vorgängers aus, traut sich aber das eine oder andere Mal in die Offensive, im Stil der früheren Alben. Zeitgemäß und aufregend klingen die Grunge-Helden der 90er auch 2012. Aber ob die Band ihre eigne Geschichte mit- und nach „King Animal“ ernsthaft fortschreiben wird, bleibt vorerst offen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Außenseiter, 9. November 2012
Von 
ROTT - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Von den ganzen Band, die Anfang der 90er aus dem dunstigen Nebel und Regen des Nordens der USA kamen, mit fettigen Haaren und dicken Hemden, so ganz als Gegenentwurf zum Hardrock der Westküste, war Soundgarden immer so eine Art Zwitter. Cobain hat die Nirvana Legende auch kommerziell mit einem Schuss zementiert. Pearl Jam waren Anfangs zu poppig und wurden dann zu Eremiten. Bands wie Mudhoney erhielten sich ihre Glaubwürdigkeit, in dem sie immer unter dem Radar der Massenkompatibilität flogen. Soundgarden war irgendwie beides, auf der einen Seite immer noch sehr alternative, auf der anderen Seite aber auch MTV und Stadion.

Nach 16 Jahren und langen Vorankündigungen (manchmal hatte ich schon befürchtet hier lauert "Chinese Democracy II" ;-) kommen sie jetzt mit "King Animal" aus dem Off zurück. Und zwar so, dass einem ziemlich schnell klar wird, dass diese Band noch etwas zu beweisen hat. “I’ve been away for too long / Though I never really wanted to stay.” heisst eine Zeile im klasse Opener BEEN AWAY TOO LONG. Deutet Cornell hier etwa an, dass ihm die Publikumsreaktionen auf Audioslave und seine mittelprächtigen Soloalben nicht gut genug waren? Musikalisch ist der Song wie gesagt klasse, er beamt mich sofort zurück zu "Superunknown" Zeiten, besonders mit seiner Bass und Drum Arbeit. Nur Cornell's Stimme, immer noch unverkennbar, scheint ein wenig glatter geworden zu sein.

Toller Opener, wie gesagt, und genau der richtige Vorgeschmack auf das was dann noch kommt. Soundgarden hatte immer die einzigartige Fähigkeit, Düsterness mit immensen Grooves und Rhythmus zu verbinden, so dass die Songs zäh aber doch mächtig klingen. Diese Fähigkeit behalten sie natürlich bei, und transportieren sie ins 21. Jahrhundert. Breiten es aus wie flüssiges Lava, das schönste Beispiel hierfür der Song TAREE. "King Animal" bezieht seine Stärke für mich dadurch, dass es sich auf ihre zugängliche Superunknown Phase zurückzieht, hier aber nie aufwärmend oder abgehangen sondern sehr frisch klingt. A THOUSAND DAYS beispielsweise ist eine lärmendes, aber hochmelodisches Monster von einem Song. Oder aber auch das schon fast sinnliche BLOOD ON THE VALLEY FLOOR. Lyrisch ist das Haupthema die dunklen Seiten des Amerikanischen Lebens, hier sind die Texte sehr bildreich, schon fast Poe mässig an manchen Stellen, auf der anderen Seite aber auch oft direkt und politisch. Mit niederschmetternden Schlussfolgerungen zu unseren modernen Zeiten wie im Chorus zu BONES OF BIRDS wo es knapp und brutal heisst ... "Too weak to survive"

Soundgarden werden auch 2012 ihren Platz finden, bei alten Fans sowieso aber hoffentlich auch bei neuen. Allerdings weit entfernt vom Nu Metal oder anderen Rock Mainstream. So muss es aber auch sein, ja, sie sind weiter eine Stadioband, die die Massen bewegen kann und ja, sie werden aber auch weiter Aussenseiter bleiben.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Stillstand, 18. November 2012
Für mich ist King Animal bisher eine zwielichtige Angelegenheit, ich hoffe dass der aha-Effekt sich noch einstellt.

Ich habe Soundgarden immer für ihre kleinen Weiterentwicklungen bewundert. Mit jedem Album kam eine neue Facette, ob sie mir nun gefiel oder nicht, aber die Band hat sich immer wieder ein stückweit entwickelt. Alles was ich bisher aus King Animal herausgehört habe, kenne ich irgendwie bereits.

Die Platte ist sicher weit davon entfernt eine Enttäuschung zu sein, dafür sind die Songs einfach zu stark. Und dafür hat die Band noch immer zu viel Qualität, doch ich hatte mir nach ihrem Schwanengesang "Down On The Upside" 15 Jahre lang mehr vorgestellt...
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meilenstein Nummer 4, 16. November 2012
Rezension bezieht sich auf: King Animal [+digital booklet] (MP3-Download)
Ich hatte Angst vor dieser Platte, habe ich die letzten Alben monatelang am Stück gehört und immer wieder Neues entdeckt. Bei mir hatte es mit Superunknown angefangen und danach jahrelang gefesselt. Vor dieser Platte hatte ich Angst, gelingt das Zusammenspiel oder muss man damit rechnen dass Cornell die Richtung alleine vorgibt?

Jetzt nach einer Woche Dauerrotation ist es für mich ein weiterer Meilenstein nach Badmotorfinger, Superunknown und Down On The Upside geworden. Die Platte ist ein echter grower mit jedem Durchlauf wächst sie und aktuell kann ich mich auf nichts anderes einlassen. Wie alle Platten zuvor, benötigt sie Zeit - ist ein sperriges, innovatives, kräftiges Werk tollen Ideen geworden.

Aktuelle Anspieltipps wären Non-State Actor, Blood On The Valley Floor, Bones Of Birds, Taree, Worse Dreams, Eyelids Mouth und Rowing. Noch eins: Soundgarden hört man nicht - man fühlt oder hört etwas anderes.
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5.0 von 5 Sternen gut, 9. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine sehr gute CD. Macht Laune die CD zu hören. Die Lieder sind sehr gut. Kann man nur empfehlen. DANKE
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12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 6 Sterne, 9. November 2012
Wer hätte das gedacht... nach eher mittelprächtigen und langweiligen Liveauftritt bei "Rock im Park 2012" und dünner Film-Single "Live to Rise" kommt "King Animal" wie ein Grunge-Monster aus guten, alten Zeiten daher! Der Soundgarden-Sound von "Superunknown" und "Badmotorfinger" wurde mit viel Geschick in die heutige Zeit gerettet, die Band drückt als gäbe es kein Morgen mehr und Cornell singt alles in Grund & Boden, fantastisch.

Einzelne Songs will und kann ich gar nicht rauspicken, aber Werbung für die "Deluxe-Edition" kann ich machen. Ich habe lange mit dem Kauf der teureren Version des Albums gezögert, schließlich sind es ja "nur" 3 Demos von Stücken, die sowieso schon auf der regulären Version sind. ABER diese Demos habe es in sich und sind im Gegensatz zu den offiziellen Versionen der Songs meist akustisch eingespielt. Hier kommt Cornells Stimme noch besser rüber und die Songs klingen tatsächlich völlig anders. Alleine die Demo-Version von "Black Saturday" ist jeden Mehreuro wert und zählt zu meinen absoluten Album-Highlights.

Kurz: Phänomenales Comeback, für mich ein ganz heißer Anwärter auf den Titel "Platte des Jahres".
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Souveränes Comeback ohne komischen Nachgeschmack!, 10. November 2012
"I've been away for too long..." röhrt Chris Cornell im Opener, dessen Hauptriff wie ein "Whole Lotta Rosie"-Update für die Neunziger klingt. Kann nicht mal sagen, daß es mir genauso geht: 1997 nahm ich den Band-Spilt mit Bedauern zur Kenntnis und war gleichzeitig voller Respekt dafür, daß eine Band, die sich bei allen konzeptionellen Doppelbödigkeiten keineswegs scheut, die dicke ROCKbuchse eng zu tragen, einfach so Schluß und kein selbstüberhöhendes Gewese darüber macht. Wenn man da z.B. an die Scorpions denkt...aber, gut, das sind ja auch bornierte Dummbeutel. Über Soundgarden hingegen stand mal in irgendeiner SPEX-Ausgabe, sie hätten das Charisma cooler Delegierter auf irgendeiner Außerirdischen-Konferenz. Und, das füge ich hinzu, sie sind auch so intelligent und reflektiert wie coole Außerirdische. Überall in der Soundgarden-Ursuppe driften versprengte Punk-Gewürze durch die Brühe, weswegen sie immer einigermaßen sicher sein konnten, nicht in die Prätentionsfalle zu purzeln.
Eine Band zum Liebhaben waren sie aber auch nicht. Chris Cornell gab sich auf der Bühne nicht sonderlich volksnah, und seine Ansagen muteten bisweilen wie trocken ironische Nähe-Distanz-Spielchen an. Dazu arbeitete sich Kim Thayil mit der schamanischen Konzentration eines Alchimisten durch seine extrem kurvigen Riffs, zwischendurch das Publikum aus großen braunen Augen überm pechschwarzen Bart musternd, als wollte er sich vergewissern, daß es noch da ist. Und hätte es die Halle verlassen, auch gut: Dann hätte Kim Thayil eben weiter auf seiner Gibson SG oder Firebird gespielt. Ben Shepherd, oh Gott, gar nicht von zu reden: Stand da, schlaksig und zombiehaft; selten einen Musiker gesehen, der mit soviel Desinteresse sein Instrument bedient; noch seltener einen, dem dabei ein langer Speichelfaden von der Lippe hängt. "Wie hält dieser seriöse und freundliche Matt Cameron es bloß mit diesen befremdlichen Unika aus?" wollte man sich fragen. Nun ja, nach dem Ende von Soundgarden fand er sein Auskommen bei PEARL JAM, was einerseits für einen polierten Status als Drummer, andererseits sicher auch für eine gewisse Sozialkompetenz ohne große Egoismen spricht.
Auch manchen Momenten des Studio-Outputs haftete eine gewisse Ekligkeit an: "Big Dumb Sex" z.B., schon klar, ein Song der all den sexistischen Hairmetal-Kerlen einen Spiegel in die geschminkte Fresse haut - selbst aber das Abstoßende dessen, was er durch den Kakao zieht, so dermaßen zum Mittel macht, daß man sich (wie ich gestern Abend meiner Liebsten gegenüber) vorsorglich für den Refrain entschuldigt, bevor er das erste Mal kommt. Und Cornell konnte diesen Gesangsmodus aktivieren, mit dem er den unsäglichen Flachpfeifenbegriff "Rockröhre" ins Unermeßliche steigerte, so daß man eigentlich schon von "Rockrohrverlegung", "Rock-Explosionsgöbeln" oder "Rock-Kanalisationsabsaugschlauch" sprechen mußte...schön war das nicht, beängstigend schon.
Also keine Band zum Liebhaben. Und das Comeback wurde ja auch nicht gerade aus dem Boden gestampft: "Telephantasm" ist schon wieder 2 Jahre her, und dieses Live-Album von vor einiger Zeit längst vergessen. Sie haben sich die Zeit genommen, die sie brauchten, und jetzt ist "King Animal" da, und es ist gut! Sehr gut sogar! So gut, daß ich mich am Ende doch total freue, daß Soundgarden wieder unter uns weilen! Es hat den Variationsreichtum der späten Werke ("Superunknown" und "Down On The Upside"), erspart sich aber deren Hang zum Eklektizismus. Und es macht (auch retrospektiv!) deutlich, wie fettgedruckt Soundgardens eigene Signatur zwischen allen anderen Hardrockbands leuchtet. Ich weiß, daß "Hardrock" es letztlich auch nicht trifft, erspare mir aber an dieser Stelle den Versuch, Soundgardens raffinierten Stilmix aufzudröseln wie eine alte Strickjacke.
Es ist alles wieder da: Die merkwürdig unempathische und trotzdem schöne Hymnenhaftigkeit von "A Thousand Days Before" erinnert an Stücke wie "Mind Riot" oder "Like Suicide". Dazu spielt Thayil etwas, das wie orientalisches Country-Picking klingt. Mit dem folgenden "Blood On The Valley Floor" bleiben sie in derselben Tonart, Matt Cameron schleppt, daß er fast hintenüber fällt, und ein herrlich dröhniges Unisono-Riff schleift uns gutmütig durch die Nummer. "Mountains all around/All together we tumble down/And the smoke lies on the valley floor" hat Cornell dazu gewohnt kryptisch aber sehr passend gedichtet. Bin mir nicht sicher, ob er heute noch so hoch kommen würde wie z.B. bei "Birth Ritual" (das 1992 auf dem Soundtrack zu Cameron Crowes relativ belanglosem "Singles"-Film vertreten war), aber das war ja auch schon Erektionssport. Wenn er hier seine Lines mit langgezogenen Vokalen über die Musik legt, dann hat das nach wie vor soviel Souveränität und Kraft, daß Fragen nach Stimmverlust wirklich nicht gestellt zu werden brauchen. Ähnliches gilt für "Crooked Steps", ein weiteres gelungenes Kapitel aus der Reihe "Soundgarden spielen rhythmische Verschiebungen, zu denen garantiert keiner tanzen kann" - Das beherrschten sie ja schon immer, aber auch heuer gerät es nie in den Verdacht des Kunststückhaften. Ähnlich wie beispielsweise OCEANSIZE (die ganz anders klingen, ja, ja) schaffen es Soundgarden, ihre Stücke organisch zu halten, obwohl sie voller subtiler Brüche und Wechsel sind.
"Attrition" tanzt in dieser Hinsicht ziemlich aus der Reihe: Ein straighter Rocker mit relativ wenig Komposition; eigentlich nur ein fiebriger, halluzinatorischer Strom, entfernt verwandt mit 2-3 STOGGES-Songs aus der James-Williamson-Phase. Ein Lieblingsstück. Ein klassischer Albumtrack, sticht im Werk-Kontext heraus, würde für sich genommen eher untergehen. Immer gut, sowas mal mit reinzunehmen, denn es räumt den Laden auf und re-fokussiert den Hörer auf das mittlerweile halb vorbeie Album. Danach schaltet "Black Saturday" ein paar Gänge runter: Eine für Soundgarden-Verhältnisse angenehm abgehangene, bluesige Non-Ballade mit akustischen Gitarren und sogar Bläsern! "Halfway There" führt diese Linie fort und entpuppt sich als eingängigstes, versöhnlichstes Stück des gesamten Albums. Kim Thayil erlaubt sich in den Strophen mal wieder ein paar BEATLES-inspirierte Licks. Sein Gitarrenspiel ist neben Chris Cornells Gesang DAS Trademark des Garden-Sounds; ein toller Gitarrist, dessen Qualität sich vor allem am eigenen Stil festmachen läßt, der aber technisch mit Sicherheit auch so einiges drauf hat. Ohne damit rumpröllern zu müssen, versteht sich!

Ob die "Deluxe Edition" in dieser made-to-zerreiß-Pappschachtel diese Bezeichnung zurecht trägt, naja...Und die 3 angehängten Demos bringen die Forschung nicht weiter, sind sie doch an sich schon ziemlich ausgegorene und wohlklingende Versionen der entsprechenden Tracks. Kauft Euch die "Amazon-Edition", da sind sogar 5 Demos drauf, dann habt Ihr ALLES! Aber so sind die Zeiten, und meistens reicht der Kauf der Kleiner-Mann-von-der-Straße-Edition völlig aus. In diesem Fall meiner Meinung nach auch. Cover- und Bookletgestaltung sind top. Geile Platte! Wenn man mich fragt, kommt sie hinter "Badmotorfinger" und "Superunknown" (Da kann ich mich bis heute nicht entscheiden, welches ich besser finde) auf den 2. Platz in der Liste der besten Soundgarden-Alben.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unkonventionell, abwechslungsreich, geht gut ab!, 22. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe einen ziemlich breitgefächerten Musikgeschmack und eine Menge CDs, dies ist aber meine erste Soundgarden CD. Aber wow - was für ein Kracher das ist!!
Rauher, kraftvoller, progressiver Rocksound, und eine sehr gut gemasterte Audio Qualität - da macht das Anhören Spaß.
Ich habe die CD inzwischen schon ein paar Mal durchlaufen lassen. Toll finde ich, dass ich an keiner Stelle den Eindruck habe, dass es irgendwie langweilig wird. Die Stücke strahlen eine tolle Dynamik und teilweise auch große Feinheit aus und die einzelnen Songs strotzen vor Abwechslung. Ich mag sie wirklich sehr. Manchmal denke ich, dass sich der Sänger ganz schön alt anhört, plötzlich entwickelt sich aber genau diese alte, heisere Stimme zum perfekten Begleiter oder manchmal Gegenspieler von einsetzenden harten, einprägsamen Gitarren-Riffs. Echt genial, wie hier mit allen Mitteln, die eine Band hat, gespielt wird und ein Netz aus Gesang und Instrumenten gewebt wird, in dem ich mich oft genug verfange.
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King Animal
King Animal von Soundgarden (Audio CD - 2012)
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