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am 3. Oktober 2015
Vernon Saul, ehemaliger Cop, arbeitet seit seinem Unfall für ein Sicherheitsunternehmen. Im Zuge dieser Arbeit wird er Zeuge davon, wie die kleine Sunny im atlantischen Ozean ertrinkt, während ihr Vater einen Joint raucht und ihre Mutter sich von ihrem osteuropäischen Liebhaber verwöhnen lässt.

Nachdem Sunny tot aus dem Wasser gezogen wird, ist es Vernon, der versucht sie zu reanimieren - obwohl er weiß, dass das Mädchen bereits tot ist.

Dawn, eine Stripperin aus den Flats in Cape Town, hat es Vernon zu verdanken, dass das Jugendamt ihre Tochter wieder zu ihr gelassen hat. Er ist es auch, der ihr das Versprechen abgenommen hat nun clean zu bleiben - allerdings nicht ganz uneigennützig.

Yvonne Saul, Vernons Mutter, die an Bluthochdurck und Diabetes leidet, lässt sich von ihrem Sohn durch ihre schäbige Behausung prügeln und tut was er verlangt - ihre Schuldgefühle und die Angst ihm gegenüber sind einfach zu groß, als dass sie sich gegen ihn wehren würde.

Schnell wird klar, dass Vernon das Bindeglied zwischen diesen Personen ist. Auch wenn diese Geschichten (erst) nichts miteinander zu tun haben, ist es Vernon, der zwischen diesen Handlungssträngen hin und her springt und zum Schluss doch alle Personen miteinander vereint.

Zu Beginn fragt man sich als Leser noch, warum er Sunny ertrinken lässt, obwohl er es hätte verhindern können. Nach und nach versteht man allerdings, dass es sich bei ihm um einen Soziopathen handelt, der dafür sorgt, dass er immer mehr gegen diese Menschen in der Hand hat - und dafür buchstäblich über Leichen geht. Macht über andere Menschen zu haben ist das Einzige, was Vernon interessiert und vorantreibt.

Ein alter Kollege, der nun bei einer Sondereinheit ist, durchblickt Vernons Spiel und versucht Beweise gegen ihn zu sammeln.

Das ganze Buch über habe ich auf den Thriller gewartet, auf den ich so gehofft habe - aber leider nicht gefunden. Die Geschichte liest sich eher wie ein Aufsatz und mir persönlich fehlt das Unvorhersehbare, Schnelle, Actionreiche, was einen Thriller ausmacht. Dadurch habe ich extrem lange für dieses Buch gebraucht und mich stellenweise gelangweilt. Die Geschichte an sich ist nicht uninteressant, aber sie ist in meinen Augen einfach kein wirklich guter Thriller. Allerdings gewährt Roger Smith einen guten Einblick in das Leben in Kapstadt. Reiche Weiße, arme Schwarze, Korruption, Prostitution, Drogen, Gewalt - alles wird beleuchtet und gut dargestellt.

Warum sich auf dem Cover ein Hammer befindet, verstehe ich nicht so ganz. Es ist eine Stelle, bei der dieser Hammer eingesetzt wird, danach findet sich in der ganzen Geschichte kein Hammer mehr wieder.

Auch warum es im Heyne Hardcore erschienen ist, erschließt sich mir nicht. Klar, es gib ein paar "krasse" Szenen und es werden vereinzelt nicht ganz jugendfreie Worte benutzt, aber es ist nicht so hart und eklig wie ich dachte - da habe ich schon "Schlimmeres" gelesen ;-)
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am 6. November 2012
„Erstmal sehen, was passiert, Bruder. Mal sehen, was passiert“.

Vor allem erstmal sehen, ob es einen Vorteil herauszuschlagen gibt, ob man nicht zwischen Mühlsteine geraten könnte, ob man sich besser heraushält (zum eigenen Vorteil) oder besser mitmischt (zum eigenen Vorteil, natürlich).

Eine Haltung „zum eigenen Vorteil“, die Vernon Saul, Ex-Cop und nun Sicherheitsmann in Südafrika in Fleisch und Blut übergegangen ist. Falls er nicht irgendwann sogar so geboren worden sein sollte. Einen Sympathieträger findet der Leser in Vernon zumindest nicht. Zynisch, hart, auf seinen Vorteil bedacht, Menschen (vor allem Frauen) bedeuten ihm nur in der Hinsicht etwas, als er sie entweder zu seinen Zwecken benutzt oder sich an ihnen gütlich tun kann. Wobei Rasse und Alter keine Rolle spielen, er auch vor Kindern nicht halt machen würde, wenn es ihm nützen könnte.
Ob seine physische Impotenz einen tieferen Grund für dieses verachtende Verhalten darstellt? So schaut er ohne Einzugreifen zu, wie ein kleines Mädchen abrutscht, als es seinem Spielzeugsegelschiff nachjagt und in den Fluten des Pazifik versinkt. Tot.
Irgendetwas in Vernon, dem Ex-Cop und nunmehrigen Sicherheitsmann wollte vielleicht noch „den Helden spielen“ (zum eigenen Vorteil, natürlich), aber „erstmal abwarten, Bruder.“

Tot ist Sunny, Tochter von Nick Exley, an ihrem eigenen Geburtstag ertrunken, weil ihr Vater benebelt von einem Joint das alles gar nicht mitbekam, draußen, vor dem Haus im lockeren Gespräch. Während seine Frau Caroline im Inneren des Hauses just zu diesem Zeitpunkt unterdrückt stöhnt vor Lust. Ganz schnell, nebenbei, ihr Mann soll ja nicht unbedingt mitbekommen, dass da ein anderer, durchaus ein Freund des Ehepaares, wortwörtlich „seine Finge im Spiel hat“.

Beziehungen, Egoismen, denen nicht nur Sunny zum Opfer fällt, weil der eine, der es sieht, keine großen Anstalten unternimmt, einzuschreiten. Später dann aber schon, denn Vernon erkennt eine Chance. Und wenn er etwas bestens versteht, dann ist es, Chancen zu nutzen.

Dieser nun verzweifelte, durchaus vermögende Vater, aus dem kann er etwas herausholen.
Und so nutzt Vernon Saul den gebrochenen Zustand des Vaters, um sich in dessen Leben einzunisten, sich als Hilfe anzubieten und, Seite für Seite, mehr Kontrolle über Exley zu erlangen. Wie er schon als Kind Härte zeigt, vor Blut und Totschlag nicht zurückschreckte, auch nicht dem eigenen Vater gegenüber. Vernon Saul ist, mit Verlaub, ein verkommener Charakter. Von klein an. Macht über andere, sie beherrschen, sie für sich laufen zu lassen, dass ist sein Lebenselixier, in welchem er nun auch Exley gegenüber schwelgt.

In einer Welt, die von blinder Leidenschaft, Gewalt, Mord und Härte gekennzeichnet ist. Im Großen Südafrikas wie im kleinen der „Binnenwelt“ der beteiligten Personen. Eine ganze Reihe von Toten wird den Weg des Buches noch säumen und immer wird Vernon Saul als Dreh- und Angelpunkt dieser Gewalt vorhanden sein, um seinen Vorteil daraus zu ziehen. Da schreckt er auch vor Entführung und Erpressung niederster Natur nicht zurück.

In den Bann gezogen ist der Leser dennoch des Öfteren versucht, sich mit Abscheu von all diesen Ereignissen abzuwenden. Was aber bei der Stange hält ist die Frage, ob es Nick Exley auf eine fast wundersame Weise nicht doch gelingen kann, sich den Fängen dieses sadistisch-manipulativen Scheusals zu entziehen. Bis zum ebenfalls harten, blutigen Finale hin wird diese Frage drängend im Raume verbleiben und von den hervorragend und differenziert gezeichneten Figuren überzeugend getragen werden.

Roger Smith hat einen beinharten Thriller vorgelegt, der es an menschlicher Abgründigkeit nicht fehlen lässt und in dem Gewalt und rücksichtslose Manipulation als brutales „Lebenselixier“ an der Tagesordnung ist. Nichts für schwache Nerven, aber überzeugend aufgebaut, aus den verschiedenen Perspektiven intensiv erzählt und mit genügend überraschenden Wendungen und emotionalen Zerrüttungen versehen, um durchgehend zu fesseln.
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Dinnergespräche sind etwas Lockeres und Entspanntes. Small Talk eben. Man spricht über das Wetter, neue Bücher und Filme, über Sport und Klatschgeschichten.
Nicht so in Südafrika. Dort unterhält man sich auf Dinnerparties über Gewaltverbrechen. Denn Jeder, der dort lebt, kommt mit Gewalt in Berührung. Freunde werden ermordet, Familienmitglieder überfallen, man selbst bestohlen und verletzt. Keiner entgeht der alltäglichen Gewalt, sie durchzieht das gesamte Leben in Südafrika.
Auch die Protagonisten dieses harten und realistischen Thrillers sind Opfer von Gewalt. Opfer, gleichzeitig aber auch Täter.
Nick Exley ist beruflich erfolgreich und führt ein luxuriöses Leben. Lediglich die Beziehung zu seiner Frau ist katastrophal. Sie hat seit der Geburt ihrer Tochter psychische Probleme und nimmt starke Medikamente.
Am Geburtstag ihrer kleinen Tochter Sunny reißt sie sich zusammen und bringt die Party irgendwie hinter sich. Zur Belohnung hat sie in der Küche Sex mit ihrem Geliebten, während ihr Mann Nick draußen am Strand einen Joint durchzieht. Sunny stört da nur, und so versucht die Kleine allein, ihr abgetriebenes Spielzeugboot aus den Wellen zu retten. Dabei ertrinkt sie.
Der ehemalige Polizist Vernon Saul, der inzwischen für einen Sicherheitsdienst arbeitet, eilt vermeintlich zur Hilfe und schleicht sich so in die Familie ein. Dabei verfolgt der brutale und skrupellose Vernon einen perfiden Plan, für den er auch die alleinerziehende Sextänzerin Dawn einspannt, die er völlig in der Hand hat und erpresst.
Und Nick fällt darauf herein und wird selbst schuldig…
Dieses Buch ließ mich immer wieder nach Luft schnappen. Die geschilderte Brutalität ist wirklich schwer zu ertragen, besonders für mich als Mutter. Aber es ist keine Effekthascherei, denn die Wirklichkeit in den Cape Flats ist noch viel härter, wie der Autor auf einer Lesung in Berlin erzählte.
Ich lese normalerweise keine Hardboiled-Thriller, aber ich habe nun einmal einen starken Afrika-Bezug. Und Roger Smith schildert nicht nur den Alltag realistisch, sondern auch die Charaktere. „Edle Wilde“ sucht man hier vergebens. Ganz im Gegenteil; in Südafrika ist Kindesmissbrauch besonders weit verbreitet.
Alle Charaktere sind ambivalent. Alle sind sowohl Opfer als auch Täter, niemand ist nur böse, auch wenn man das nach dem ersten Anschein vermuten würde. Bei allen ist ihr Verhalten nachvollziehbar, und bei allen ergibt sich ihr Verhalten aus der Vorgeschichte, aus ihrer Kindheit. Trotzdem gibt es auch noch Reste von Anständigkeit und Loyalität, ein zumindest rudimentäres moralisches Verhalten. Leider fällt auch das der Gewalt zum Opfer.
Der Schreibstil passt zum Inhalt. Erbarmungslos und mit einem sehr hohen Tempo wird die Handlung vorangetrieben. Auch, wenn man es angesichts der Härte manchmal gern tun würde – aus der Hand legen kann man dieses Buch nicht.
Dieser Thriller ist nichts für zarte Gemüter, aber sehr, sehr gut. Wirklichkeitsnah eben.
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Liest man diesen Thriller könnte man schnell annehmen Südafrika wird nur von Mord und Gewalt regiert. In, zum Teil, äußerst brutalen Szenen beschreibt Roger Smith eine durchaus interessante Familiengeschichte, die er geschickt mit der Gesellschaft verquickt hat.

Bei aller Gewalt, die ich hier zu lesen bekomme und wo ich glaube, dass diese gerade dabei ist die Grenze des guten Geschmacks zu überschreiten, frage ich mich ob der Autor nicht zeitgleich afrikanische Klischeeschubladen bedient.

Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Der Thriller ist super spannend. Durch das Buch bin ich im D - Zug - Tempo gerast. Von der ersten Seite an nimmt die Handlung den Leser gefangen. A b e r: Durch weniger Gewalt wird das Buch nicht schlechter und spätestens bei seinem nächsten Buch muss sich Roger Smith mal etwas völlig neues ausdenken. Betrachtet man "Stiller Tod" im Gesamtkontext aller seiner Bücher, brachte dieses Buch nicht wirklich etwas Neues!
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Das hat Roger Smith noch nie gewagt: Neben den von ihm bereits bekannten detaillierten Schilderungen des kriminellen Lebens Südafrikas erzählt er diesmal auch von Schuld, Vergebung und der Liebe. Neben dem reichlich grausamen Plot mit all seinen blutigen Volten variiert er das Pretty-Woman-Motiv und gewinnt seinem Roman diesmal fast zwischenmenschliche Tiefe ab.

„Stiller Tod“ erzählt von der dysfunktionalen Familie Exley, deren Tocher Sunny ertrinkt, während die Mutter in der Küche mit dem Liebhaber zu Gange ist, während Sunnys Vater Nick auf der Terasse Drogen konsumiert. Dies wäre als Schicksal tieftraurig und bestürzend, würde der ehemalige Cop Vernon Saul nicht teuflischen Nutzen aus der Tragödie ziehen. Dieser beobachtet in seiner Funktion als Wachmann die tödlichen Geschehnisse im Hause Exley und beginnt einen diabolischen Plot in die Tat umzusetzen. Allmählich erschleicht er sich Nicks Vertrauen und verstrickt in ihn in ein Netz aus Schuld und Abhängigkeit, das für ihn schon bald tödliche Konsequenzen bereithält.

Sonderlich viel Neues beinhaltet „Stiller Tod“ nicht. Die Motive sind weitestgehend aus den drei Vorgängerromanen bekannt, doch wie oben erwähnt wagt Smith in seinem neuen Thriller auch ein Novum. Zum einen spielt der Roman fast durchgängig in Kapstadt und widmet sich nur dem kriminellen Leben der Hauptstadt anstelle ein Panorama Südafrikas zu zeichnen. Und zum zweiten verzichtet der Südafrikaner zumindest auf den ersten hundertfünfzig Seiten auf brutale Handlung in der Gegenwart. Zwar sind die Rückblenden, die die Geschichten und Schicksale der Protagonisten schildern, gewohnt blutrote Snapshots und in ihrer Intensität manchmal kaum zu ertragen, dennoch passiert zunächst nicht viel. Anstelle von übermäßiger Gewalt setzt Smith lieber seinen Fokus auf die Familie Exley und den Wachmann Vernon Saul und zeigt, wie der Tod von Exleys Tochter sämtliche Strukturen auflöst. Er zeigt, wie die Ehepartner am Tod ihres Kindes zerbrechen und wie Saul unerbittlich an seinem Netz aus Erpressung und Gefälligkeiten webt. Diese Handlungsarmut überrascht für Smith'sche Verhältnisse, da man aus den anderen Büchern eine Beschleunigung von null auf hundert auf wenigen Seiten gewöhnt ist. Hier ist alles anders, doch keinesfalls schlechter.

Seine im brutalen Präsens vorantreibende Story gebraucht blutige Metaphern, die dem Leser an manchen Stellen auch zuviel des Guten sein könnten. Der Mond leuchtet über dem Meer wie ein Suchscheinwerfer, die Augen fühlen sich an, als hätte jemand Glasscherben dahinter gestreut, Möwen fliegen wie Schrapnelle. Diese Gewaltprosa kann stören, unzweifelhaft fasziniert sie aber auch. Aufgefangen wird die brutale Klarheit und Explizität in „Stiller Tod“ durch das subtile Einfließen einer Liebesgeschichte, die wie ein Lichtstrahl die Nachtschwärze Kapstadts durchbricht. Zwar ist die Geschichte in ihrer Entwicklung kaum glaubwürdig, dennoch ist „Stiller Tod“ in seiner Gänze ein atemraubend verdichtetes Kapstadt-Gemälde noir!
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am 14. August 2013
Südafrika heute...hinter der glänzenden Waterfront-Fassade wartet ein ganz anderes Südafrika... nicht die Touristenversion des "modernen" Südafrika eben. Flüssig geschrieben, hart und ziemlich blutig - ich liebe diesen Autor. Gilt übrigens ebenfalls für die anderen Romane; unbedingt lesenswert für Freunde der etwas härteren Gangart - und mal was anderes als New York als Schauplatz. Freue mich auf mehr von diesem Autor :-)
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TOP 500 REZENSENTam 11. November 2012
Der südafrikanische Autor Roger Smith erzählt in seinem neuesten Kapstadt-Thriller von Menschen, die sowohl Opfern als auch Täter sind: Nick und Caroline Exley, die ihre Tochter Sunny durch einen schrecklichen Unfall verlieren, der vermeidbar gewesen wäre, wenn sie ihr die notwendige Aufmerksamkeit gewidmet hätten. Vernon Saul, Ex-Cop und Angestellter eines privaten Wachdienstes, der ein Kind ertrinken lässt, weil er sich durch diese Tragödie einen persönlichen Vorteil verspricht. Dawn, die alleinerziehende Stripperin, die die Emotionen eines Vaters ausnutzt, um für sich und ihre Tochter Zugang zu einem besseren Leben zu bekommen.

Jeder von ihnen hat seine eigene, von Missbrauch geprägte Geschichte, wobei hier nicht nur physische sondern auch psychische Gewalt die Seelen zerstört und Menschen geschaffen hat, denen jegliches Mitgefühl abhanden gekommen ist. Im Zentrum allen Handelns steht immer nur der eigene Vorteil, der Profit, der sich aus einem Ereignis schlagen lässt.

Roger Smith schildert in drastischen Worten die südafrikanische Wirklichkeit jenseits der Hochglanzprospekte der Reisebüros und gewährt dem Leser durch seine Protagonisten Vernon, Nick und Dawn realistische Einblicke aus unterschiedlichen Perspektiven in den jeweiligen Alltag, der durch unglaublich rohe Gewalt geprägt ist.

Das hat absolut nichts mit Safari-Touren und Sightseeing zu tun - hier geht es ausschließlich ums nackte Überleben. Ein Autor, der den Finger auf die Wunde legt - und kein Buch für zarte Gemüter!
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am 1. Januar 2015
Ich mag den hardboiled Stil von Roger Smith. Leider entwickelt sich die Story hier sehr zäh und ich habe mich öfter dabei ertappt aufzugeben. In der ersten Hälfte des Buches passiert nicht sehr viel und die Charaktere sind durchweg unsympathisch. Lieber zu einem anderen Smith greifen, wenn es der Einstieg bei diesem Autor sein soll.
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TOP 500 REZENSENTam 26. Januar 2013
Inhalt:
Der Ex-Polizist Vernon Saul beobachtet, wie ein kleines Mädchen ertrinkt. Er bietet den Eltern - gutsituierte Weiße - Hilfe an, dringt dadurch immer tiefer in ihr Leben ein und versucht, die Situation gnadenlos für sich zu nutzen.

Mein Eindruck:
Ich habe bereits die drei Vorgänger von Roger Smith gelesen. 'Stiller Tod' ähnelt den anderen Romanen des südafrikanischen Autors, zeigt dem Leser die gewalttätige Seite Kapstadts voller Drogen, Prostitution, Armut, Verzweiflung und Kriminalität, doch 'Stiller Tod' ist meiner Meinung nach trotzdem anders als 'Kap der Finsternis', 'Blutiges Erwachen' und 'Staubige Hölle'.

Smiths Schilderungen sind oft brutal, sehr explizit und direkt, bisweilen vulgär, aber dadurch gelingt dem Autor eine Authentizität, der man sich kaum entziehen kann. Smiths Protagonisten sind sehr gut charakterisiert, die Handlungsorte und Situationen wurden so überzeugend beschrieben, dass man sich alles sehr gut vorstellen kann, auch wenn man noch nie in Kapstadt war (und nach der Lektüre leider auch nicht mehr nach Kapstadt reisen möchte).

Zwar ist 'Stiller Tod' durchgehend spannend, aber vor allem auf den letzten 50 Seiten ist der Thriller extrem aufregend und fesselnd, so dass man das Buch wirklich nicht mehr weglegen kann.

Mein Resümee:
Ein Thriller mit Protagonisten, die allesamt kaputt sind und sich irgendwie durchs Leben schlagen. Brutal, authentisch, spannend.
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am 10. Oktober 2015
Eine Mutter hat kein Geld, um ihrer Tochter neue Kleidung zu kaufen. Also schnappt sie sich einfach eine Nagelschere, geht in den Laden, lässt ihr Kind die Sachen in der Umkleide anziehen, schneidet die Sensoren geschickt ab und spaziert freudestrahlend aus der Tür. Kind ist happy und dazu noch Geld gespart. So auch Dawn, Stripperin, alleinerziehend und ohne Job, die schauen muss, wie sie durchs Leben kommt.

Der Excop Vernon, mit einem hinter sich her schleifenden Bein (“alte Kriegsverletzung”), ist ein richtiges A….loch. Sorry, aber das Wort trifft ihn auf den Punkt. Bestechung, Gewalt und Unterdrückung, das sind seine Lieblingsaktivitäten. Er tut nichts ohne Berechnung.

Ein Zitat vom Auswärtigen Amt:

"Es wird dringend empfohlen, bei einem eventuellen Überfall auf Gegenwehr zu verzichten"

Südafrika – ein Land mit hoher Kriminalitätsrate. Die Zweiklassengesellschaft so deutlich spürbar. Eine reiche Familie mit Haus am Strand, ein Obdachloser mit Nichts auf einem Steinhügel hausend, ob er tot ist oder nicht, kümmert keinen (obwohl wir das sicher nicht nur aus dem Ausland kennen).

Das Buch hat überraschende Wendungen, gut verpackt, umgeben von düsterer Stimmung und verziert mit einem angenehmen Schreibstil.

Das war mein erster Roger Smith, aber auch nicht mein letzter.
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