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5.0 von 5 Sternen Einblicke in den historischen Hintergrund der Gründung Prags!
Ein wundervoller Roman, der im 8. Jahrhundert spielt und die Gründung Prags als historischen Hintergrund erzählt. Die Handlung beruht auf der Sage um Libussa, der Herrscherin über das Volk der Tschechen. Sie soll Prag gegründet haben. Die Geschichte ist nicht nur historisch, sondern auch mystisch und dies beides wurde wunderbar miteinander verbunden...
Veröffentlicht am 29. Dezember 2008 von Doris K.

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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein schöner Roman, in dem noch viel mehr gesteckt hätte
Endlich mal wieder ein historischer Roman, der ausgetretene Plotpfade verlässt. Die Autorin verarbeitet in ihrer Geschichte den Libussa-Mythos (mit dem jedes Kind in Tschechien aufwächst), die Gründung Prags und die unaufhaltsame Christianisierung der Slawen und der damit einhergehende Übergang vom Matriarchat zum Patriarchat.

Leider wurde...
Veröffentlicht am 20. Mai 2009 von Maria Amalia


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einblicke in den historischen Hintergrund der Gründung Prags!, 29. Dezember 2008
Von 
Doris K. (Hamm NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Ein wundervoller Roman, der im 8. Jahrhundert spielt und die Gründung Prags als historischen Hintergrund erzählt. Die Handlung beruht auf der Sage um Libussa, der Herrscherin über das Volk der Tschechen. Sie soll Prag gegründet haben. Die Geschichte ist nicht nur historisch, sondern auch mystisch und dies beides wurde wunderbar miteinander verbunden. Von der ersten Seite an, war ich im Bann der Geschichte gefesselt, die mich von Anfang bis zum Schluss begeistern konnte.

Der Aufbau der Geschichte war perfekt gestaltet. Der Prolog führte mich sofort ins Geschehen, wo die Nachfolge der verstorbenen Hohe Priesterin und Fürstin des Stammes der Cechen Scharka geklärt wurde. Interessant fand ich, dass im damaligen Böhmen Kelten gelebt haben, wie hier die Priesterin, die Krok um Hilfe bittet. Ich habe im Nachhinein gelesen, dass zuerst Kelten, dann Germanen (Langobarden) und danach die Slwawen die böhmische Gegend besiedelt hatten.

Der weitere Verlauf war schlüssig umgesetzt. Die zwei Teile, die das Buch bilden, greifen zwei Themen auf. Im ersten Teil steht die Gründung Prags (Praha) im Vordergrund, das Kennenlernen und die Entwicklung der Liebe zwischen Libussa und Premsyl und das daraus entstandene böhmische Herrschergeschlecht der Premysliden. Im zweiten Teil geht es hauptsächlich um die alten Götter und den neuen Glauben und den Übergang von der Frauenherrschaft zur männlichen Dominanz. Die matriarchale Tradition war interessant und beeindruckend. Im zweiten Teil steht außerdem Libussas Sohn Lidomir mit seinem Schicksal im Vordergrund, was mich sehr berührt hat. Aber in beiden Teilen wird immer vom Leben der Bahaimen, mit ihren Sitten, Ritualen und Glauben erzählt.

Passend zur Geschichte war auch die Gestaltung der Charaktere. Neben der liebenswürdigen Hauptperson Libussa, die mir sofort ans Herz gewachsen war, gab es noch zahlreiche weitere Personen, die mich begeistert haben. Da waren noch Libussas Schwester Tekla, ihr Mann Premsyl, der Ziehsohn Mnata, ihre beiden Kinder Lidomir und Scharka, ihr Onkel Krok (also eigentlich Libussas ganze Familie) und zuletzt der Mönch Frederik, die mich besonders fasziniert haben. Lidomir hat den schwierigsten Part übernommen, er wirkt oft unentschlossen und naiv, aber das ist in meinen Augen nur verständlich und ich mochte ihn deswegen nicht weniger. Bei seiner Frau Radegund und bei Libussas Schwester Kazi bin ich etwas unentschlossen, wie ich ihre Charaktere finde. Auf der einen Seite liebenswürdig, auf der anderen Seite habe ich mich über das Verhalten beider oft ärgern müssen. Trotzdem sind der Autorin diese Figuren gelungen, da ihr Auftreten meistens verständlich und nachvollziehbar ist. Kazi ist außerdem noch äußerst interessant, die sich aber mehr zu einer unsympathische Einzelgängerin entwickelt. Es gibt aber auch reichlich unangenehmere Personen, so wie einige Fürsten der anderen Stämme, wo besonders Slavomik, genauso wie der Mönch Gundolf dabei hervorzuheben sind.

Ein genialer Schreibstil, der mir sehr gut gefallen hat, macht die Geschichte dann perfekt. Er ist leicht zu lesen und hält den Spannungsbogen ununterbrochen oben. Das Nachwort um den Libussa-Mythos gibt einen Einblick um den wahren Kern dieser Geschichte. Der Wahrheitsgehalt wird heute sehr mit Skepsis betrachtet, weswegen die Geschichte zum größten Teil fiktiv ist. Nichts desto trotz hat mir die Geschichte richtig gut gefallen und ist daher absolut empfehlenswert.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie Prag entstand ..., 20. August 2008
Von 
Tereza Vanek hat sich für ihren Roman die Sage der Libuse (deutsch Libussa oder Libuscha), der mythischen Stammmutter der Premysliden-Dynastie in Böhmen angenommen, und sie auf sehr lesenswerte Art mit Leben gefüllt.

Zum Inhalt: Der Roman spielt Mitte des 8. Jahrhunderts im Land der Behaimen an der Moldau. Libussa, die jüngste Tochter der unerwartet verstorbenen Hohepriesterin der Behaimen, wird zu deren Nachfolgerin bestimmt. Doch sie hat sich auf dem Kupala-Fest in den Bauern Premysl verliebt und denkt nicht daran, diesen nicht standesgemäßen Gefährten aufzugeben. Mit einer List erreicht sie, dass er als von der Göttin für sie vorbestimmt erscheint und richtet sich ein, ihr Amt als Hohepriesterin zu erfüllen.
Angetrieben von ihren Visionen gründet sie an der Biegung des Flusses eine neue Siedlung, die sie Praha nennt, und die schnell zu einem florierenden Ort erblüht. Doch ihr Reich und die alte Ordnung, die Herrschaft der Frauen und die Anbetung der alten Götter sind durch die fortschreitende Christianisierung und die Eroberungszüge des Königs der Franken gefährdet. Schließlich kann sie nicht mehr verhindern, dass ihr Clan direkt in den Krieg verwickelt wird.

Tereza Vanek legt hier einen sehr schönen Roman vor, der nicht nach altbekanntem Schema abläuft. Hier wird keine Hauptfigur von Schicksalsschlag zu Schicksalsschlag gehetzt, und dennoch ist die Geschichte an jeder Stelle spannend. Ohne übertriebene Sprachschnörkel oder Gewaltszenen ist es vor allem die Figurenentwicklung, die den Roman vorantreibt, und die oft unvorhergesehene Wendungen nimmt. Die Spannungen, die sich aus dem Aufeinanderprallen von Christentum mit Männerherrschaft und Machtstreben einerseits auf die alte Ordnung der Behaimen mit ihrem Matriarchat, den freieren Sitten und den alten heidnischen" Göttern andererseits ergeben, sorgen für Zündstoff. Die Autorin arbeitet mit mehreren Perspektivträgern, so dass uns nicht nur die Hauptfigur nahe gebracht wird. Sie hat sehr lebendige Figuren geschaffen, mit interessanten Ecken und Kanten, und einige so liebenswerte, dass man gerne um eine Fortsetzung bitten möchte.
Dieser Einblick in die Entstehung Prags ist mit dem Wissen, was aus dieser kleinen Siedlung geworden ist, eine aufschlussreiche und unterhaltsame Zeitreise in die Vergangenheit.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn Legenden lebendig werden, 10. August 2009
Von 
Bouquineur (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Mit ihrem Roman "die Träume der Libussa" hat Tereza Vanek einen Roman vorgelegt, der sich mit der Entstehungsgeschichte der Stadt Prag (deren Name Praha in der Landessprache "Türschwelle" bedeutet) beschäftigt. Der Legende nach wurde die Stadt von Libussa gegründet, einer Fürstentochter aus dem Volk der Cechen und ihrem Gefährten Premysl, einem gebürtigen Bauern.
Nach dem Tod ihrer Mutter wird Libussa gegen ihren Willen zur Stammesfürstin erklärt, einer Stellung, die ihr als jüngster Tochter eigentlich gar nicht zustehen würde. Die junge Frau, die gerne Hohepriesterin ihres Volkes geworden wäre, muss nun lernen, sich in ihrer neuen Stellung zu behaupten. In einer Zeit, die eine Wende zwischen der alten Religion der Mutter und dem aufkommenden Christentum bedeutet, ist es für sie nicht immer leicht, sich gegen das vorrückende Patriarchat zur behaupten. Gegen den Willen ihrer Familie geht sie eine Verbindung mit Premysl ein, einem Bauern, dem sie von Herzen zugetan ist. In einer Vision sieht sie nicht weit von ihrem Heimtatort entfernt an einem Fluss die prächtigen Gebäude einer blühenden Stadt. Spontan entschließen sich Libussa und ihr Gefährte, sich dort eine neue Heimat zu bauen.

Tereza Vaneks Roman besteht eigentlich aus zwei Teilen. Im ersten Teil lernen wir Libussa kennen, erleben ihren Aufstieg zur Stammesfürstin, ihren Kampf um Anerkennung und die Bemühungen, die vorrückenden Franken unter Karl dem Großen aufzuhalten. Der zweite Teil schildert die vorrückende Christianisierung aus der Sicht ihres Sohndes Lidomir, der bei den Franken aufgewachsen ist und nach einigen Jahren mit seiner christlichen Gattin Radegund in die Heimat zurückkehrt.
So wie Libussa für die alte Religion und die Traditionen ihres Volkes steht, so steht Lidomirs Gattin Radegund für das Christentum mit all seinen Neuerungen. Schnittstelle zwischen diesen beiden ist Libussas Sohn Lidomir, der sich in einem permanenten Zwiespalt zwischen Tradition und altem Glauben, sowie dem ursprünglich nicht ganz freiwillig angenommen Christentum befindet und somit zwischen dem alten und dem neuen Weltbild hin- und hergestoßen wird. Auch die weiteren Protagonisten wie Premysl, Libussas Mann, der nicht ablegen kann, dass er als Bauer geboren wurde oder Libussas Schwester Kazi, die über ihre Abneigung den Menschen gegenüber nicht merkt, was sie mit ihrem Verhalten den ihr nahe stehenden Menschen antut, sind glaubhaft und bis ins Detail gezeichnet. Man kann sie nicht immer verstehen, manchmal möchte man sie am Liebsten ohrfeigen, aber ich denke, wenn man sich so intensiv mit Protagonisten eines Buches beschäftigt, dann ist das das beste Zeichen, dass man ein sehr gutes Buch vor sich hat. Wären sie einem egal, hätte die Geschichte ihre Wirkung verfehlt.

Die Gründung der Stadt Prag beruht auf einer Legende. Nichts desto trotz ist es Tereza Vanek gelungen, aus der Legende eine Geschichte zu machen, wie sie hätte sein können. Ganz tief taucht man beim Lesen ab in das Land der Cechen, der Behaimen und Mähren, ist dabei, wenn die Franken versuchen ihre Position auszubauen, fühlt das Schwinden der alten Traditionen und das Aufkommen des Christentums und fühlt die Zerrissenheit, die dieser Wandel bei den Figuren auslöst und den Zwiespalt, in den sie geraten.
Wenn man das Buch beendet hat, hallt die alte Legende von der Gründung der goldenen Stadt und ihrer Gründerin noch lange nach, dreht sich, windet sich, fließt, perlt, wie der Fluss, der an Prag vorbei fließt und im Ohr hat man ganz leise die Klänge von Smetanas "Die Moldau".
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abseits des Einheitsbreis historischer Romane, 31. Juli 2008
Auch in ihrem zweiten Buch (nach Schwarze Seide") entführt Tereza Vanek den Leser in die Vergangenheit. Diesmal geht die Reise ins 8. Jahrhundert des heutigen Tschechien. Grundlage für diesen Roman ist der Libussa-Mythos, der im 10. Jahrhundert entstand. Eine Seherin, jüngste Tochter der Herrscherin der Behaimen, gründete die Stadt Prag und mit ihrem Gemahl die Dynastie der Premysliden.

Das Buch besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil wird das Leben der jungen Libussa beschrieben, wie sie Premysl, einen klugen Bauern, kennen lernt und trotz aller widriger Umstände zu ihrem Gefährten nimmt.

Der zweite Teil handelt von Libussas Sohn Lidomir und der wachsenden Christianisierung Europas. Auch das Reich der Behaimen soll missioniert werden. Gelingt es Libussa, die alten Sitten und Riten ihres Volkes zu bewahren?

Die Autorin versteht es auf außergewöhnliche Weise, dem Leser jede Figur des Romans so zu beschreiben, als sei man ihnen selbst begegnet. Auch bei den unsympathischsten Personen kann man verstehen, aus welchem Antrieb sie handeln.. So war mir Radegund, eine strenggläubige Christin, z.B. zu Anfang sehr unsympathisch. Der Autorin ist es jedoch gelungen, dass ich mich in Radegunds Psyche und ihr Denken einfühlen konnte.

Diese Zeit und dieses Thema sind sehr außergewöhnlich und deshalb besonders interessant für dieses Genre. Ohne dass jemals Langeweile aufkommt, beschreibt die Autorin sehr genau die Riten und Landschaften. Ich habe mit großem Interesse alles über die Zeit der Behaimen gelesen.

Das einzige, was mir mal wieder gefehlt hat, war ein Glossar. Bei der Vielzahl der fremdartigen Namen wäre dieses manchmal hilfreich gewesen.

Dafür findet sich am Ende des Buches ein Nachwort der Autorin, worin sie den Libussa-Mythos und die Entstehung des Romans beschreibt. Ein großer Teil der Geschichte ist natürlich dichterische Freiheit, aber einige Figuren (z.B. Libussa, ihr Onkel Krok und ihre Schwestern Kazi und Thetka) haben wirklich gelebt.

Fazit: Der Buch ist spannend, hervorragend recherchiert und hebt sich vom Einheitsbrei der historischen Romane ab. Unbedingt lesen!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein schöner Roman, in dem noch viel mehr gesteckt hätte, 20. Mai 2009
Endlich mal wieder ein historischer Roman, der ausgetretene Plotpfade verlässt. Die Autorin verarbeitet in ihrer Geschichte den Libussa-Mythos (mit dem jedes Kind in Tschechien aufwächst), die Gründung Prags und die unaufhaltsame Christianisierung der Slawen und der damit einhergehende Übergang vom Matriarchat zum Patriarchat.

Leider wurde die Hauptthematik dieses Buches, die Christianisierung der Slawen und das Verdrängen deren alter Kulturen und was das für die Menschen bedeutet und zu welchen Konflikten dies letztendlich geführt hat, hier teilweise zu oberflächlich und manchmal auch viel zu stereotyp behandelt. Auch sind einige Charaktere dieses Romans etwas zu schablonenhaft geraten. Die Figur der Libussa z. B. hätte ich mir mit ein paar mehr Ecken und Kanten gewünscht und warum sich Premysl vom klugen charakterstarken Bauern am Beginn des Romans zum kleingeistigen Spötter am Ende des Buches entwickelt, ist meiner Meinung nach nicht nachvollziehbar genug dargestellt. Die Figur des Slavonik z. B. ist dann wieder auf den typischen klischeehaften Bösewicht reduziert.

Libussas Sohn Lidomir kommt im Kindesalter als Geisel zu den Franken. Wie es dem kleinen "Heidenkind" in einer ihm völlig fremden Welt ergangen ist, wird mir als Leser allerdings durch einen unangebrachten Zeitsprung komplett vorenthalten. Man erfährt später eigentlich nur, dass er bei einem wohl gutherzigen Pater aufwuchs, der ihm auch Lesen und Schreiben beigebracht hatte. Welche Erlebnisse und Erfahrungen ihn in diesen Jahren geprägt haben, bleibt allerdings völlig außen vor. Lidomir begegnet dem Leser erst wieder als erwachsener Mann, der eine Christin heiratet und mit ihr in die so völlig andere Welt seiner Mutter und ihres Clans zurückkehrt. Die Konflikte des durch zwei Religionen geprägten Lidomir und auch der Kulturschock, den seine Frau Radegund zwangsläufig erleidet, bleiben viel zu sehr an der Oberfläche. Hier hat die Autorin meiner Meinung nach einiges an Potential verschenkt, denn gerade an Lidomir und seiner Frau Radegund hätte man das Aufeinanderprallen zweier völlig unterschiedlicher Kulturen tiefsinnig und nachvollziehbar darstellen können. So wusste ich bis zum Ende des Buches nicht, was ich von diesen beiden Charakteren letztendlich halten soll.

Ich stufe dieses Buch als "gehobene Mittelklasse" ein und würde ihm gern 3,5 Sterne geben. Es hat durchaus seine Höhen, denn es gibt einige sehr kluge Textpassagen, aber leider hat es auch gewisse Längen, die es einem manchmal schwer machen, "bei der Stange zu bleiben".
Die Sprache ist einfach und der Erzählstil nüchtern und völlig unaufgeregt, was für mich ein großer Pluspunkt dieses Romans ist. Es gibt keine ausufernden Liebesgeschichten und keine übertriebene Effekthascherei durch billige Action. Das Blutgericht von Verden durch Karl den Großen wird von der Autorin z. B. ganz geschickt in eine von Libussas Visionen eingebaut, was das Grauen erahnen lässt, dem Leser aber seitenlange Blutrünstigkeiten erspart.

Das Buch ist entspannt zu lesen, man muss dabei nicht groß nachdenken. Auch nach längeren Pausen ist man schnell wieder in der Handlung drin.

Im Nachwort geht die Autorin auch nochmals auf den Libussa-Mythos ein. Gefehlt hat mir allerdings ein Personenverzeichnis, das vor allem zu Beginn des Romans sehr hilfreich gewesen wäre, um die vielen Figuren und deren Clanzugehörigkeit auseinander zu halten.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mal was anderes...., 20. Juni 2008
Von 
K. Tempel-Maier (Lampertheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
.. als die sonstigen historischen Romane, die für meinen Geschmack gerne mal ins Oberflächliche und Sülzige abdriften. In diesem Roman wird ein Spannungsbogen aufgebaut, der nie vorhersehen lässt, wie die Geschichte weitergeht, geschweige denn, wie sie endet. Die Charaktere der Personen sind sehr gut ausgefeilt, sodass ich mir die Personen bestens vorstellen konnte. Der geschichtliche Hintergrund traf auch meinen Geschmack, da hier die Bedrohung des Matriarchats durch das Christentum angesprochen ist. Die Autorin gleitet nie ins Männerfeindlich ab, sie zeigt einfach nur auf, welche Umstände zum Sturz der "Frauenherrschaft" geführt haben.

Das Ende des Romans lässt hoffen, dass es eine Fortsetzung hierzu gibt. Da ist noch viel Stoff übrig, um die Geschichte "weiterzuspinnen".

Ich kann diesen Roman nur wärmstens empfehlen, vor allem denjenigen, die von der Schwemme der historischen Romane nach Strickmuster A gesättigt sind.
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5.0 von 5 Sternen Ein Buch nicht wie jedes andere, 5. November 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Träume der Libussa (Kindle Edition)
Die Träume der Libussa entführt uns in das frühe Mittelalter nach Prag. Es gibt uns eine recht anschauliche und glaubwürdige Schilderung der damaligen Lebensweise ohne je reißerisch zu sein. Unter Libussa, der letzten "heidnischen" Priesterin ihres Volkes wird gerecht und friedlich regiert, bis - was ja viel zu häufing geschah - sich die Christen einmischten.
Ich habe dieses Buch, das seht gut geschrieben ist so gerne gelesen, daß ich gleich noch mehr dieser Autorin bestellen werde.
Sehr empfehlenswert.
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4.0 von 5 Sternen Sehr schön!, 14. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Träume der Libussa (Kindle Edition)
Die Geschichte hat mir gut gefallen, da sie auf eindrucksvolle Weise zeigt, wie es gewesen sein könnte. Christentum war zu der Zeit nichts anderes als brutal und ohne jedes Mitgefühl für die zu bekehrende Bevölkerung- vor allem den Frauen gegenüber. Ich hätte damals auch an den alten Bräuchen festhalten wollen!
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5.0 von 5 Sternen Die Träume der Libussa: Historischer Roman, 5. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das ist ein sehr schönes Buch. Ich habe es gelesen zur vorbereitung auf Prag. Ich würde dieses Buch jeden weiter empfehlen.
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5.0 von 5 Sternen sehr empfehlenswert, 31. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein herrliches Buch! Sehr spannend geschrieben - ich konnte nicht aufhören zu lesen. Am meisten gefällt, dass die reale Geschichte mit der Geschichte des Romans so verwoben ist, dass man beim Lesen mittendrin im Geschehen ist.
Ich freue mich auf den nächsten Roman der Autorin.
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Die Träume der Libussa
Die Träume der Libussa von Tereza Vanek
EUR 2,68
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