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am 17. Dezember 2012
Das Buch macht nicht den Eindruck, als sei es an allen Fakten interessiert. Über manches wird recht elegant hingweg gegangen. Interessant dazu einige Zeitungsveröffentlichungen: Der Schwarzwälder Bote hat einen seitenlangen Artikel über die Geschehnisse im NSU-Wohnwagen verfasst. Vieles scheint merkwürdig anders als in der Version des Buches.
Offenbar waren Mundlos und Böhnhardt auf ein mögliches Feuergefecht mit der Polizei eingestellt. Beide hatten Pumpguns zur Hand. Auf der Sitzecke lag eine Maschinenpistole mit ausgeklapptem Schulterstück, auf dem Boden im Bad eine der beiden beim Polizistenmord in Heilbronn geraubten Dienstpistolen. Die andere, die der ermordeten Polizistin Michelle Kiesewetter gehörte, lag griffbereit auf dem Tisch in der Sitzecke. Auf dem Herd lag ein Revolver, mit dem die beiden schon bei einem Bankraub in Zwickau 2006 auf einen Angestellten geschossen hatten. Schließlich befand sich auch noch auf dem Bett im Heck des Fahrzeugs eine Pistole. Sieben Waffen, alle waren durchgeladen.
Schußbereite Waffen im Überfluß! Und dann Selbstmord? Sollte das die Autoren nicht wenigstens ein wenig misstrauisch machen?
Außerdem hat man im Wohnwagen laut Zeitung noch andere Schußlöcher gefunden, die in den Selbstmord nicht passen. Auch die Autoren eines Buches müssten doch da eigentlich stutzen. Ein weiteres merkwürdiges Detail laut Schwarzwälder Bote: Auf dem hinteren oberen Schlafplatz lagen mehrere Bekleidungsstücke und darauf ein nagelneuer Tourenrucksack. Was auffällt: Während Matratze und Textilien deutliche Schmutzspuren aufweisen, verursacht offenbar von dem durch die Hitzeeinwirkung geschmolzenen Plexiglasfenster über dem Bett, ist der darauf liegende Rucksack fleckenlos. Am 5. November 2011, als die Beweisstücke von der Tatortgruppe aus dem Wohnmobil geborgen und dokumentiert wurden, ist von den Beamten auch der Rucksack durchsucht worden. Aber erst einen Monat später(!!), am 1. Dezember, findet die Polizei laut der Ermittlungsakte plötzlich noch etwas anderes im Rucksack – in einer Innentasche stecken sechs DVDs mit dem NSU-Bekennervideo.
Nachtrag April 2014: Im Prozess wurde erst jetzt bekannt gemacht, dass in den Lungen beider "Terroristen" keine Rauchpartikel gefunden wurden, dabei hatte doch der eine den anderen angeblich erschossen, dann den Brand geleg und sich dann selber erschossen. Der Verlauf hat sich also jetzt geändert: Er hat zuerst den anderen erschossen, dann sich selber und dann erst den Brand gelegt. Oder habe ich da irgendwas falsch verstanden?
77 Kommentare14 von 25 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Juni 2013
"Terror von rechts" gibt detaillierte tief-braune Einblicke in die Neo-Naziszene rund um den NSU bis NPD und zu deren staatlichen Beschützern seit 1945. Wer sich bisher von der breiten medialen Debatte blenden hat lassen, V-Leute wären für den Verfassungsschutz unabdingbar und ein NPD-Verbot nur deshalb unmöglich, wird nach dieser Lektüre griffige Argumente dagegen haben. Verlässliche Zusammenarbeit mit vorbestraften und aktiven Neonazis kann nämlich nicht funktionieren. Ihnen ist nämlich mit keiner Faser des Grundgesetzes zu vertrauen. Vielsagend dazu ist das Zitat eines ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiters des Verfassungsschutzes aus "der Mitte" der akademischen Gesellschaft. Armin Pfahl-Traughber, der "evolutionäre Humanist" und, ebenso wie Joachim Gauck, Mitglied des "Veldensteiner Kreis zur Erforschung von Extremismus und Demokratie", versucht Kritik am Verfassungsschutz zu den NSU-Morden abzumildern indem er hilflos argumentierte: "Weder Antifa-Gruppen und Fachjournalisten noch Terrorismusforscher und Verfassungsschützer gingen von einer realen oder theoretischen Existenz einer solchen Gruppe aus." Zu einem ganz anderen Ergebnis kamen FBI-Profiler aus USA. Sie haben die Ceska Morde 2007 untersucht und, ohne rechts-blindem Auge, sogleich ein fremdenfeindliches Täterprofil erstellt. Was bringt also ein kostspieliger staatlich finanzierter Verfassungsschutz, der nicht einmal den Sachstand von engagierten ehrenamtlichen Antifa-Gruppen erlangen kann? Gerade die Extremismus Klausel grenzt dieses wichtige zivilgesellschaftliche Engagement gegen rechts aus, exotisiert gleichzeitig Neonazis und ermöglicht "der Mitte" sich der Kritik und Mitverantwortung zu entziehen. Gensing zieht die Medienmachen "der Mitte" zur Verantwortung, die beispielsweise den eugenischen Rassismus Sarrazins bislang nicht beim Namen nennen konnten und Rechtsradikalen kontinuierlich mit "islamistischer" Panikmache in die Hände spielen. Gensings hochaktuelles Buch ist ein Plädoyer für eine offene, überfällige Diskussion zur Verhinderung des institutionellen Rassismus. Schulungen von Polizei bis in die Parteien wären dafür notwendig. Mit allen politischen und gesellschaftlichen Mitteln muss dem Terror von rechts entgegnet werden.
Terror von rechts: Die Nazi-Morde und das Versagen der Politik
0Kommentar4 von 10 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. November 2012
Jüngst hat Innenminister Friedrich beschwichtigend erklärt, die Aufarbeitung der NSU-Morde seien noch nicht zu Ende. Friedrich will den Verfassungsschutz retten, dessen Beamten-Aktivitäten zuweilen nicht von denen seiner V-Leute zu unterscheiden ist. Ihm schmeckt zwar die öffentliche Aufregung um die Nazi-Morde nicht, aber zugleich ist ihm die Beschränkung auf den NSU recht. Diese Blickverengung auf die Spitze der Nazi-Gewalttaten macht Patrick Gensing mit seinem Buch "Der Terror von Rechst" nicht mit: Er fragt nach dem gesellschaftlichen Umfeld in dem diese und weit mehr als hundert andere Morde möglich waren, abgetan als private Schlägereien, als Einzeltaten, oder eben als Auseinandersetzung im "Ausländermilieu". Gensing weist auf eine deutsche Öffentlichkeit, die Rassisten wie Sarrazin und Buschkowsky feiert und den Berliner Bezirksbürgermeister, unmittelbar nach den Morden, als Experten zum Rechtsterrorismus zu den Talkshows einlädt, um über Migranten zu reden. Ganz wesentlich begreift der Autor zudem, dass die NSU-Morde nur Teil eines braunen Netzes sind, ein Netz, das "keinen Wandel der etablieren Strukturen (anstrebt), sondern deren komplette Vernichtung."

Alle Welt gibt sich erstaunt über den NSU, aber neben der koordinierten Anti-Ausländerkampagne, wie "Das Boot ist voll" (Der Spiegel) und den "Asyslbetrügern" (Bildzeitung), die den ideologischen Hintergrund für die Morde abgibt, findet Gensing frühe Botschaften zum NSU: "Vielen Dank an den NSU", war bereits 2002 in einem Nazi-Musik-Magazin zu lesen und noch bevor der Name der Terror-Gruppe die Medien füllte, war in der rechte Szene ein Lied zu den "Döner-Killern" populär. Und Gensing erinnert mit seinen Recherchen an den Nazi-Überfall auf eine Bundeswehreinheit zwecks Waffenbeschaffung, an den Doppel-Mörder Kay Diesner, an den dreifachen Polizistenmörder und aktiven Nazi Michael Berger und viele andere mehr, die immer wieder und gern als "Einzeltäter" bezeichnet wurden. All diese "Einzeltäter", so Gensing, haben nicht nur eine ideologische Heimat in der NPD, sie ist auch, durchweg die staatsfinanziert, organisatorische Drehscheibe für eine rechte Gewaltorgie die in den 180 von Rechtsextremen Ermordeten seit 1990 und den NSU-Opfern ihre Höhepunkte finden. Der Autor weiß auch: Jede Menge NPD-Mitglieder und Funktionäre sind verurteilte Gewalttäter. In den vergangen zehn Jahren haben rund 110 NPD-Funktionäre 120 Straftaten begangen. Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Waffenbesitz und Erpressung zählen zu deren beliebten Delikten. Typisch für die Haltung der staatlichen Institutionen ist, dass diese Statistik nicht von ihnen stammt, sondern von Journalisten.

Neben einer Fülle von Informationen und soliden Recherchen unterlaufen Gensing in der Debatte gegen Rechts zwei typische Fehler: Zum einen, wenn er von einem "antisemitischen Nobelpreisträger" schreibt, um die Breite rechter Gesinnung zu beweisen. Dass die Kritik von Grass an der israelischen Regierung von Gensing als Antisemitismus gewertet wird trübt nur die Analyse: Ist der Israeli der seine Regierung kritisiert dann auch Antisemit? Zum anderen sieht er "im Osten" ein höhere Quantität und Qualität des militanten Rechtsextremismus. Auch wenn er im Zahlenvergleich mit dem Westen bei rechtsextremen Verbrechen und den NPD-Mandaten recht hat, sieht er doch selbst an anderer Stelle die Wurzeln rechtsextremer Gewalt im Westen verortet.

Unter der Überschrift "Der vergessene Terrorismus" erinnert Gensing in einem ARD-Beitrag an den im Westen beheimateten Manfred Roeder. Der, so schreibt Gensing, "hatte Anfang der 1980er Jahre den Aufbau der Deutschen Aktionsgruppen vorangetrieben. Das Konzept dieser Terrorzellen war dem des NSU verblüffend ähnlich. So wurden Bombenanschläge verübt - unter anderem in Hamburg und Baden-Württemberg, bei denen zwei Menschen getötet und mehrere verletzt wurden. Finanzieren sollten sich die Terrorzellen durch Banküberfälle, eingesetzt wurden von den Rechtsterroristen auch Rohrbomben." Und: Im Jahr 2003 trafen sich Neonazis auf dem Hof von Roeder in Hessen. Mit dabei laut Medienberichten: Mitglieder des Thüringer Heimatschutzes" (der politischen Heimat der Zwickauer-Mördergruppe). Vor allem aber: All jene Strukturen, die via Medien ein Anti-Ausländer-Klima herstellen, der Verfassungsschutz, dessen sogenannte Pannen auf dort vorhandene Sympathien mit den Nazis hinweist und bürgerliche Politiker, die sich Jahrzehnte dagegen wehrten Deutschland als Einwanderungsland zu begreifen, waren und sind immer noch vom Westen dominiert.
55 Kommentare6 von 15 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Juli 2013
Der Fall NSU ist suspekt. Fakt ist, dass die Morde wirklich passiert sind. Zwischendurch wurden allerei Dokumente geschreddert und Zeugen entfernt. Von daher lohnt sich der Kauf eines solchen Buches sicher nicht. Zu gern hören wir in der heutigen Zeit im Radio was vom "rechten Terrorismus" und von "Nazis". Aber ich bleibe dabei, nach sozialpolitischen und wirtschaftlichen Analysen von Joachim Fest, Tom Wolfe, Ludwig von Mises, Götz Aly etc. ist es Ketzerei, Nazis mit "Rechten" zu verwechseln, daher scheidet der "Nazi-Sensations-Faktor" geschichtsrealistisch betrachtet aus. Übrig bleiben ungebildete Hobby-Neo-Nazis, egal ob diese sich für rechts oder revolutionär hielten, ein schlechter Buchtitel, nachgewiesener Terrorismus und geschredderte Akten. Und die Frage, warum erst merkwürdig-motivierte schlimme Dinge geschehen müssen, damit ein Buchtitel vom "Versagen der Politik" spricht. Als wenn wir dieses Versagen nicht tagtäglich am eigenen Leib zu spüren bekämen.

Bis heute verstehen die Buch-Autoren nicht den Unterschied zwischen "rechts" und "völkisch-revolutionär". Wie Marx und Engels, haben auch die Hitleristen Hegel studiert. Ein weiteres Beispiel ist der RAF-Terrorist Horst Mahler. Nachdem er im Gefängnis Hegel gelesen hatte, wurde aus dem Internationalist ein Nationalist, ohne dass dieser es als Bruch mit den alten Ansichten empfand. Vergessen wir den ganzen Bockmist, der heute gedruckt wird. Natürlich ist es traurig für die Betroffenen, dass ihre Ehemänner tot sind. Aber es ist geschmacklos, so etwas auszunutzen für kommerzielle Zwecke und ewig-gestrigen 68er Agitprop.

Wenn ich das schon höre "Terror von Rechts"... was für ein total vergeigter Bockmist mit pseudo-roter Soße!

Und jetzt ist eh alles aus! Go, Sebastian Haffner, Go!

"Nichts ist irreführender als Hitler einen FASCHISTEN zu nennen!" - Anmerkungen zu Hitler, Kapitel "Erfolge"

"Die Opposition gegen Hitler kam von RECHTS!" - Anmerkungen zu Hitler
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