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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
2.605
4,0 von 5 Sternen
Format: Hörbuch-Download|Ändern
Preis:7,40 €
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Ich habe lange für diese Rezension gebraucht, denn ich wusste nicht so recht, wo ich anfangen soll, also versuche ich es jetzt einfach mal:

dieses Buch ist saukomisch, erschreckend und wahr zugleich. Stellt Euch mal vor, Ihr sitzt beim Lesen da und denkt: "Ja, da hat er Recht." oder Ihr ertappt Euch beim herzhaften Lachen MIT der Hauptfigur, nicht ÜBER sie. Es ist ein unglaublich gewagtes Kunststück, was Timur Vermes hier abgeliefert hat, aber es ist ihm auch unglaublich gut gelungen.

Ja, da ist er also wieder, der Führer. Erwacht im Jahr 2011, völlig orientierungs - und planlos und noch dazu ohne Dach überm Kopf, mal ganz zu schweigen von seinen treuen Vasallen. Der Leser begleitet ihn auf dem Weg aus der Gosse hinauf zu einem Medienstar, der seinesgleichen sucht - selbstverständlich aus der Ich-Perspektive. Das erinnert im Groben an die Biografie des wahren Adolf Hitler, aber natürlich ist das Ganze auf die heutige Zeit abgestimmt. Das, was dieses Buch von anderer Hitler-Satire grundlegend unterscheidet, ist der Grad an Authentizität. Ich befasse mich jetzt schon einige Jahre mit diesem Mann und muss sagen, es ist erstaunlich, wie real Timur Vermes ihn, sein Verhalten, sein Denken und seine Sprache aufs Papier gebracht hat. Wer mal einen direkten, sachlichen Vergleich möchte, der sollte sich die Tischgespräche von Henry Picker anschauen (Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier: Entstehung, Struktur, Folgen des Nationalsozialismus), da merkt man kaum einen Unterschied! Und dann sitzt Du da und lachst mit dem Führer, empfindest sogar Sympathien für ihn, im nächsten Moment läuft es Dir wieder eiskalt den Rücken runter - dieses kongeniale Spagat zieht sich durch das ganze Buch.

Und dann ist da natürlich die Satire. So tiefschwarze, durch und durch böse Gesellschaftssatire wie sie eigentlich besser nicht sein könnte. Da bleibt kein Stein auf dem anderen. Der frisch erwachte Hitler nimmt seine Umwelt mit seiner enormen Beobachtungsgabe unter die Lupe und zerreißt sie, teils intelligent, teils aus schlichter Altmodischkeit, in ihre Einzelteile. Insbesonders die Medienlandschaft bekommt ihr Fett weg...und die NPD. Wie das Ganze ausgeht, das möchte ich nicht verraten, aber so viel sei gesagt: das schreit nach einer aktualisierten Fortsetzung!

Was bleibt also am Schluss, nachdem man das Buch zugeklappt hat? Für mich zum einen die gruselige Erkenntnis, wie leicht es einem Mann wie Adolf Hitler heute fallen würde, die Gesellschaft wieder für sich zu gewinnen und zum anderen immer noch dieses komische Gefühl, dass ich habe, weil ich ihn öfter mal sympathisch fand...
5656 Kommentare| 1.325 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Wie er hierher gekommen ist, weiß er auch nicht genau. Seine Uniform riecht nach Benzin und er liegt im Geröll einer Baulücke in Berlin. Und wo eigentlich ist der Führerbunker? Der Führer braucht schließlich einen Führerbunker. Und ein Volk.
Doch Adolf Hitler begreift schnell, dass er sich im Jahr 2011 befindet und dieses Volk dringend seiner Führerschaft bedarf. Sehr dringend sogar. Und die neuartigen Technologien faszinieren ihn ganz besonders: Mobiltelefone, Internet, Privatfernsehen. Hätte es das nur damals schon gegeben. Goebbels hätte seine wahre Freude gehabt.
Und dann spielt ihm auch noch der Zufall in die Hände, als er auf die Produktionschefin einer Fernsehfirma trifft, die ihm ein Forum in einer Comedy Show gibt. Dem Publikum vergeht schnell Hören und Sehen und der Aufstieg des größten Hitler-Darstellers aller Zeiten ist unaufhaltsam. Nur ist er kein Darsteller. Er ist es selber. Und er ist so bösartig wie eh und je.

Timur Vermes begibt sich mit diesem Plot auf ziemlich dünnes Eis. Hitler und Satire - das kann gewaltig ins Auge gehen, vor allem, wenn das gesamte Buch auch noch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist. Keine relativierende Klarstellung, keine andere Sicht auf die Dinge als einzig die Sicht des Führers. Und dieser Mann ist dazu noch wortgewandt, schlagfertig und überaus gewitzt. Wenn er über unsere bundesdeutschen Politgrößen herzieht, ihr hohles Gewäsch als das tituliert, was es ist, nämlich hohles Gewäsch, wenn er über modische oder technologische Entgleisungen lästert, ja, das ist einfach grandioses Kabarett. Da sitzt jede Pointe, aber mit dem Florett gefochten! Da erkundigt sich die Krankenschwester mitfühlend bei ihm: "Ich wollte nur mal nach dem Rechten sehen", und er schnarrt: "Däm gäht's goot!". Oder er echauffiert sich wortreich darüber, dauernd mit einem gewissen "Stromberg" verwechselt zu werden. Oder wenn er die ungaren Jüngelchen in der NPD Parteizentrale vor laufender Kamera rundmacht. Das ist der Nährboden für grandiose Dialoge auf höchstem satirischen Niveau.

ÜBER Hitler darf man sicher lachen. Aber MIT Hitler? Ich hatte ein ehrlich schlechtes Gewissen, bis mir Vermes perfide Strategie klar wurde: Hitlers Demagogie unterscheidet sich letztlich nur in der Klientel von der Demagogie unserer Parteien, und Goebbels Propagandaministerium hätte mit der Tageszeitung mit den vier großen Buchstaben sicher auch einen Pakt zum gegenseitigen Nutzen geschlossen. Manche brachiale Schlagzeile der jüngeren Vergangenheit ließ Hitlers Herz bereits höher schlagen. In den fiktiven Dialogen mit Renate Künast oder Sigmar Gabriel, die am Ende den vermeintlichen Hitler-Darsteller als großes Polittalent sogar in ihre Reihen locken wollen, ist Hitler seinen Gegnern so heillos überlegen, dass es mich gegruselt hat. Seine raffinierte Argumentation, sein verführerischer Charme, der zum Angriff übergeht, sobald sich die passende Gelegenheit ergibt, seine eiskalte Strategie, ohne Mitleid und Skrupel - da spricht kein dumpfer Neonazi, sondern ein blitzgescheiter Überzeugungstäter.

Und wo wir gerade beim Sprechen sind: Christoph Maria Herbst wächst als Hitler über sich hinaus. Dem Hitlerschen Duktus hat er ja bereits im Wixxer als Alfons Hatler ein Gesicht gegeben, aber diesmal hält er die Rolle über 6 Stunden ohne Ermüdungserscheinungen durch. Wie er geifert, wie er säuselt, wie er die Massen in seinen Bann zieht, wie er die Frauen umgarnt, wie er Anekdoten aus der guten alten Zeit zelebriert und in teilweise völlig absurden Herleitungen seine Sicht der Welt erklärt, das ist unheimlich gut. Ja, das ist manchmal wirklich unheimlich.

Ohne Zweifel das beste Hörbuch des Jahres. So was muss einfach verfilmt werden. Und es gibt nur einen möglichen Darsteller: Stromberg.
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am 13. Dezember 2015
I read it in German and English because I wondered if and how it is possible to translate this very unique writing style. There are sentence constructions over half a page or more and word creations which made the book so (for the lack of a better word) pleasurable to read. Also, for me, it is a history book in disguise. As for the "fun" part: To really fully understand the humor in this book you have to know a lot of political facts, everything about pre ww2, ww2 as well as the latest political szene. I googled a lot throughout the book. Whenever the author referred to a person or situation, I wanted to know more about it, I had to know more about it to understand why this was supposed to be funny. Often he just throws out a remark, one sentence meant to be funny, but it is just funny if you know all details of the big players of nazi history. So I dove into it. I ended up reading so many biographies, watched YouTube and documentaries, I learned about facts hardly anybody knows anymore nowadays although they were so massively important back in the day in order to understand.history. So I read the book in parts and over a long time period, always interrupted by additional education. For me it was the only way to read that book and I feel enriched. I found another depth in my understanding of Germany's history. It's not a blunt "haha, laugh out loud" kind of book. Very, very well researched, very, very true to historical facts, written in a unique way it does surprisingly manage to make you grin. A lot.
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am 31. Mai 2016
Ich mag Christoph Maria Herbst, der im Wixxer so schön den Alfons Hatler gemimt hat. Daher habe ich nicht lange überlegt, als es das Hörbuch für den Sonderpreis hier gab. Wer ein wenig in der Geschichte des Dritte Reiches drin steckt, hat hier seinen Spaß. Für Leute, die nicht wissen, wer Bormann (unter vielen anderen Namen) war, ist das Hörbuch (und sicher auch das Buch) eher nichts. Ich fand es besonders interessant, wie politisch höchst unkorrekte Aussagen des Herrn H. immer wieder so ankamen, dass er immer wieder Beifall erntete und seine unheilvolle Botschaft so unter das Volk bringen konnte. So manches Mal ist mir allerdings auch das erste Lachen im Hals steckengeblieben, denn das Ganze wirkt trotz der Absurdität so realistisch, dass ich fürchte, es könnte sich genau so zutragen, wenn ein verstaubter Herr H. plötzlich die Comedy Szene aufmischt und von dort aus erst die mediale und dann die politische Landschaft erobert.
Fazit: Ein ausgesprochen kurzweiliges Hörbuch, das von der einzigartigen Vortragsart lebt. Ideal für Auto oder Bus und Bahn. Leider sind die Kapitel nicht mit Titeln versehen, sondern nur durchnumeriert, was das Wiederfinden einzelner Passagen erschwert. Trotzdem 5 Sterne!
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am 7. Dezember 2015
Eine knorrige bellende Stimme und schon hat irgend ein Komödiant seinen Lacherfog.
Und wir schütteln den Kopf, wenn in irgendeiner historischen Aufnahme Adolf Hitler gezeigt wird. Wie konnte man auf den hereinfallen, denken wir.
Und jetzt kommt Timur Vermes und präsentiert uns einen Adolf Hitler, der mich ausgesprochen nachdenklich macht. Irgend ein Zeitsprung hat ihn im Jahre 2011 wieder zum Leben erweckt und er schildert uns seine Sicht unserer Gegenwart. Er hat sich wohl kaum verändert, schämt sich seiner Vergangenheit überhaupt nicht und hält uns und unserem heutigen Leben den Spiegel vor das Gesicht. Plötzlich vergeht uns das Lachen über den früheren „Führer“ und wir fangen an, über uns selbst zu lachen. Und wir lachen mit Adolf Hitler.
Das ist zutiefst verwirrend.
Wir kennen die ungeheuren Verbrechen dieses Mannes, aber wir geben ihm Recht, wenn er seine Sicht unserer Gegenwart schildert.
Ein kleiner Trost für mich war, dass dieser charmante Widerling zum Schluss von einer rechten Schlägerbande krankenhausreif geschlagen wird.
Aber das ändert nichts daran, dass Adolf Hitler nach den Prophezeiungen des Autors seinen grandiosen Aufstieg fortsetzen könnte.
In so einem Staat möchte ich nicht leben
Das Buch ist nicht nur amüsant, es ist aufwühlend, aufklärend und es hinterlässt einige schmerzhafte Haken im Hirn.
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am 12. August 2015
Der Inhalt wird für gut befunden und ist bereits mehrfach durch andere rezensiert worden. Meine Kritik gilt dem Hörbuch-Download, der durch "Audible" abgewickelt wird. Man benötigt eine fragwürdige, nicht quelloffene Software, weiterhin liegen die Dateien in einem komischen Format vor.
Also bestellte ich mir stattdessen die Audio-CD. Die läuft wenigstens ohne solche Albernheiten und bietet auch noch mehr. Und das ganze vergleichsweise günstiger obgleich der Kosten für Plastik, Cover, Transport (und Umwelt...). Wozu also diesen missratene Audible-Müll?
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am 16. Dezember 2015
Unterhaltung von Timur Vermes, gelesen vom Stromberg-Darsteller Christoph Maria-Herbst - ein definitiver Garant für 5 Sterne!
Das Hörbuch hält, was es verspricht und liefert viele Stunden Hörvergnügen!

Eine absolute Kaufempfehlung!
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TOP 1000 REZENSENTam 24. September 2012
Der Führer erwacht 2011 in Berlin und wird zur Youtube-Kultfigur und zum gefragten Comedian. Selbst die Grünen bieten ihm eine zeitweilige Mitgliedschaft an, so lustig und cool ist Adolf Hitler. Sie finden das geht zu weit? Finde ich nicht. Denn dieses Buch schafft einen großartigen Balanceakt zwischen intelligentem Witz und Klamauk. Und irgendwie bildet sich beim Leser ständig eine neue Gänsehaut: Ja, was wäre denn, wenn der Führer zurückkäme? Würde er aufgrund seiner Thesen – und der 2011er Hitler im Roman weicht nicht einen Fuß von seinen hinlänglich bekannten Ansichten ab – von den Medien ignoriert? Oder würde er gehypt und vom Fernsehen gierig als Coup des Jahrhunderts entdeckt? Würde man ihn, sei es auch nur in Verkennung seiner politischen Absichten, als Showtalent feiern? Fände man diesen höflichen, direkten Onkel Wolf nicht vielleicht doch ganz nett? Was wäre wenn? Spätestens im Interview mit der Grünen Renate Künast kommt es zu Wendungen, Übereinkünften und politischen Missverständnissen, die einer Real-Satire gleichen. Haben die Grünen wirklich so viel mit der Umweltpolitik Hitlers gemein? Quatsch, oder? Oder doch nicht? Ja, der 2011er Hitler ist ein Schreckgespenst, weil er es schafft, mühelos ins kuschlige, multimedial eingelullte deutsche Wohnzimmer zu kommen. Und wie er da herumspukt und sich einrichtet! Autor Timur Vermes legt mit "Er ist wieder da" einen echten Eulenspiegel-Streich vor. Wundervoll. Es scheint, als hätte der einst für seine politisch-unkorrekten Titel berühmte Eichborn Verlag unter der Obhut des Lübbe Verlags zu alter Größe zurückgefunden. Hut ab!
1212 Kommentare| 192 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. September 2014
Timur Vermes projiziert in seinem Roman „Er ist wieder da“ Adolf Hitler in das heutige Berlin und verleitet den Leser im Verlauf der Handlung sowohl zum Schmunzeln als auch zum Nachdenken. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten findet sich „Hitler“ überraschend gut in der heutigen Gesellschaft zurecht und avanciert zum Medien- und Fernsehstar. Der Roman ist - mal abgesehen von der wundersamen Wiedererscheinung - so erschreckend authentisch und realistisch geschrieben, dass man das Gefühl nicht los wird, all dies könnte tatsächlich so geschehen.
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Vorab: Ich liebe schwarzen Humor, mag schräge, provokative Ideen - aber leider gehört dieses Buch nicht in die Kategorie "provokativ".
Okay, der Beginn war schräg, orginell, ließ lachen und schmunzeln, den Kopf schütteln. Doch spätestens ab der Mitte des Romans war jede Originalität verpufft: Der Witz war schal, langweilig, die Fortführung der Geschichte nach Schema F: Medienschelte, Mediengeilheit, doofe Leser/Zuschauer, die nach "Brot und Spielen" rufen wie im alten Rom. Ich musste mich ab der Mitte zum Weiterlesen zwingen, denn jegliche Originalität wich gepflegter Langweile und einem "Deja-vu" Gefühl.
Dazu stellt man sich die Frage: Würde sich im "wirklichen Leben" die Öffentlichkeit wirklich so verhalten?
Und man zieht - leider - das Fazit: Ohne den Aufhänger "Adolf Hitler" wäre dieses Buch niemals zum Bestseller geworden.
Fazit: Bedingt lesenswert. Am Beginn originell, aber danach nur noch gepflegte Langweile.
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