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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mozart mit Bleigewicht, 6. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Don Giovanni (M. Proben-Ausz.) (Audio CD)
Mozart und Klemperer - ein romantisches Missverständnis, unverzärtelt mit seltsamen Eingriffen in die Partitur (Flöten-Oktavierung am Ende der Ouvertüre, Streichertremoli im Secco der Friedhofsszene). Christa Ludwig singt die authentische tiefe Fassung der nachkomponierten großen Elvira-Arie. Ghiaurov ein mefistofelischer Titelheld, der den Rahmen fast sprengt, ähnlich wie die steife Claire Watson. Gedda und Freni vorzüglich. Die Probenausschnitte ernüchtern, weil so gar nichts spürbar wird von dirigentischem Charisma. Aufnahmetechnisch teilweise durchhörbarer im Finale I. Akt mit den drei Bühnenorchestern als bei fast allen Konkurenzaufnahmen.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Monumental - aber wo ist die Leichtigkeit?, 29. September 2012
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Don Giovanni (M. Proben-Ausz.) (Audio CD)
Im Gegensatz zu Otto Klemperers auch sehr langsamer, in ihrer Strenge und Ausdruckstiefe aber trotzdem mitreißenden Aufnahme der Zauberflöte gehört seine Einspielung des Don Giovanni von 1966 nicht zu meinen Favoriten:

Sicher - keiner hat die Höllenfahrt des Don Giovanni gewaltiger, monumentaler dirigiert als Klemperer, die Friedhofsszene düsterer und den Mord am Anfang brutaler. Aber das Drama beschränkt sich ja nicht auf diese drei Szenen. Das besondere am Don Giovanni ist ja gerade die Vielschichtigkeit. Mozart bezeichnet es nicht umsonst als "dramma giocoso," als "heiteres Drama." Ein wichtiger Asspekt ist der Kontrast zwischen der höfischen Steifheit (und erotischen Verklemmtheit) des Adels und der volkstümlichen Heiterkeit (und Verspieltheit) der Bauern, Grenzen, die der Don Giovanni als einziger überwindet, weil er sie ignoriert - Klemperer leider auch. Generell fehlen dieser Aufnahme Tempo, Leichtigkeit, Humor und vor allem Ironie - im Gegensatz zu der einige Jahre früher entstandenen Giulini-Einspielung, die nicht nur in dieser Hinsicht die Nase vorn hat.

Auch die Sänger können mich nicht durchgehend voll überzeugen:

Auf der Positivseite steht allerdings zunächst mit Walter Berry der m. E. beste Leporello des 20. Jahrhunderts in seiner besten Aufnahme der Rolle. Stimmlich und darstellerisch ist er für mich in seiner hintergründigen Bosheit unübertroffen. Ein ganz großer Trumpf ist auch die Donna Elvira von Christa Ludwig. Eine sehr verletzte und verletzliche Darstellung, ein echter Gegenentwurf zu Elisabeth Schwarzkopfs Exaltiertheit bei Giulini.

Knapp dahinter folgt Mirella Frenis Zerlina - kleine Schwierigkeiten mit tiefen Passagen und das fehlende Lächeln in der Stimme in der zweiten Arie verhindern eine absolute Spitzenleistung. Franz Crass singt den Komtur wunderschön - allerdings für den steinernen Gast besonders im Vergleich zu Ghiaurovs Don zu menschlich.

Das Paar Anna-Ottavio macht auch nur bedingt glücklich: Claire Watson erinnert im Timbre an die beste Donna Anna der 50er Jahre, Elisabeth Grümmer, die die EMI leider schon in der Giulini-Aufnahme übergangen hatte. Vielleicht war Grümmer dem Produzenten mit damals 54 Jahren für die Neuaufnahme schon zu alt. Leider klingt Watson nicht wesentlich jünger, hat einige Schärfen in der Höhe und leichte Intonationsprobleme. Eine gute, keine überragende Anna. Nicolai Gedda singt mir zu technisch und nicht ausdrucksvoll genug - dass er in der ersten Arie kurzatmig klingt, mag an Klemperers extrem langsamen Tempi liegen oder einer Indisposition.

Und Ghiaurov in der Titelrolle? Eine riesige Stimme, metallisch kernig im Timbre, höhensicher, gewaltig, insofern ideale Voraussetzungen für die Rolle. Leider ist Ghiaurov zumindest in dieser Aufnahme (vielleicht wegen der langsamen Tempi?) kaum erotisch oder verspielt. Ein Vergewaltiger, kein Verführer. Nur in der Romanze "Deh vieni alla finestra" und - natürlich - im Duett "Là cì darem la mano" gönnt sich Ghiaurov etwas zärtlichere Töne. Er hätte einer der ganz großen Don Giovannis des Jahrhunderts sein können wie Ezio Pinza oder Cesare Siepi, die ähnliche Stimmen hatten. Diese Möglichkeit verschenkt er etwas. Gerade in der Finalszene wünscht man sich im Vergleich zur weichen Stimme von Franz Crass, dass beide umgekehrt besetzt worden wären.

Insgesamt also gute Gesangsleistungen bei einem nicht schlüssigen Gesamtkonzept. Da ist die Giulini-Aufnahme insgesamt überlegen, zumal die Sänger dort nicht schlechter sind.

Das besondere an dieser Ausgabe ist die vierte CD mit Probenmitschnitten, die aber nur bedingt interessant sind - vieles geht in allgemeinem Gemurmel unter.
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Mozart: Don Giovanni
Mozart: Don Giovanni von Otto Klemperer
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