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am 25. Januar 2013
Die Canon EOS 6D ist auf den ersten Blick ein Mauerblümchen: Die Spezifikationen auf dem Datenblatt lesen sich (abgesehen von WLAN und GPS) so, als sei die Kamera in vielen Punkten nichts Halbes und nichts Ganzes. Ich habe diese Punkte hier einmal zusammengestellt und will Ihnen aus meiner Perspektive zeigen, ob Sie tatsächlich ins Gewicht fallen. Noch kurz zu meinem Profil: Ich arbeite hauptberuflich als Dozent an einer Universität, wo ich schwerpunktmäßig Theorie und Praxis der Fotografie unterrichte. Privat komme ich paradoxerweise meist nur noch im Urlaub zum Fotografieren. Die Kamera sollte daher möglichst reisetauglich sein, einen funktionalen Autofokus haben und natürlich über einen zeitgemäßen Sensor verfügen, der das Beste aus meinen (doch recht zahlreichen) Objektiven herausholt. Hier also meine Eindrücke zu besonders intensiv diskutierten Punkten:

- Sucher. Leider nur 97 Prozent, im Vergleich zur Canon EOS 5D II oder auch den direkten Nikon-Vollformatkonkurrenten ein Rückschritt. Weitaus praxisrelevanter ist jedoch, dass der Sucher sehr hell ausfällt und alle Informationen dort präsentiert, wo ich sie als Fotograf brauche. Der Unterschied zu professionellen Gehäusen ist nahezu irrelevant.

- Body. Das Gehäuse ist stark an die EOS 60D angelehnt, was ich persönlich begrüße. Es ist verhältnismäßig klein, dennoch mit großen Händen gut zu bedienen und wirkt von der Tastenanordnung wohl sortiert. Ich kann daher schnell mit der Kamera kommunizieren und werde nicht durch überflüssige Features abgelenkt. Die Haptik ist weitaus kunstofflastiger als beispielsweise bei meiner EOS 1Ds Mark II - aber deren Robustheit habe ich trotz Zehntausenden von Auslösungen noch nie gebraucht. Sie sollten sich also fragen, ob Sie tatsächlich die staubige Rally Paris Dakar fotografieren und ihre Kamera auf Kriegseinsätzen herumtragen. Sollte dies nicht der Fall sein, wird sie dieser Body bei normaler Beanspruchung jahrelang begleiten.

- Verschluss. Die Kamera packt nur 1/4000 Sekunde im Normalbetrieb und nur 1/180 Sekunde Blitzsynchronzeit. Auch hier ist die hausinterne und -externe Konkurrenz schneller - aber selbst im professionellen Einsatz reichen beide Werte meist völlig.

- Autofokus. Hier ist der erste Punkt, wo Sie tatsächlich Ihr Anwendungsziel unter die Lupe nehmen müssen. Nur 11 Autofokusfelder, und davon auch nur ein Kreuzsensor, der dafür besonders lichtempfindlich ist. Sollten Sie schwerpunktmäßig Rennwägen, Pferderennen, Fußballspiele oder Flugshows fotografieren, sind Sie vermutlich eine Leistungsklasse höher (5D III) besser aufgehoben. Bei mir kommen derartige Situationen relativ selten vor (und wenn weiß ich, wie man durch Vorfokussieren und Abblenden dennoch zum Ziel kommt). Für mich ist weitaus wichtiger, dass der AF sein Ziel zuverlässig trifft und leicht zu programmieren ist - was beides zutrifft.

- Videofunktion. Für Gelegenheitsnutzer hervorragend, etwa auf dem Level der Canon EOS 5D Mark II. Für Profis wegen stärkerer Neigung zu Moiré-Effekten und fehlender Kopfhörerbuchse eher ungeeignet. Da ich diese Funktion kaum nutze, kann ich mit den Einschränkungen des Sensors an dieser Stelle gut leben.

- Bildqualität. Deutlich besser als die 5D II, in einzelnen Testberichten im Lowlight-Bereich sogar eine halbe Blende besser als die 5D III. Dank relativ leisem Silent-Mode daher eine nahezu perfekte Lowlight-Maschine. Mit lichtstarken Festbrennweiten ein Traum.

- Speichermedium. Nur ein Kartenslot (SD-Karte) wird oft als Gegenargument genannt. In mittlerweile 15 Jahren Digitalfotografie habe ich es noch nicht ein Mal geschafft, eine Speicherkarte kaputtzumachen. Man muss also trotz fehlender zweiter Karte nicht in Angst und Schrecken leben. Sollten Sie jedoch überlebenswichtige Dinge fotografieren (dazu zählen bekanntlich auch Hochzeitsfotos, wo bei Datenverlust schnell Tränen fließen), könnte dies dennoch ein Killerargument gegen die 6D sein.

- WLAN und GPS. Weitaus weniger relevant als beim Kauf von mir gedacht. Nette Gimmicks, die sich vielleicht einmal als nützlich erweisen. Wegen (technikbedingter) Latenz zwischen Kamera und Eingabegerät (etwa Smartphone/Tablet) ist die WLAN-Funktion für mich vielleicht einmal interessant bei der Bildbetrachtung auf Reisen.

Unter dem Strich würde ich sagen: Eine unaufgeregte Kamera ohne zu viel Schnickschnack, die schnell reagiert und das tut, was ich möchte. Die Bildqualität ist mit Zoomobjektiven wie dem 16-35L II 2,8 oder dem 70-300L 4-5,6, aber auch mit Festbrennweiten wie dem 50 1,4 oder dem 85 1,8 absolut herausragend. Der Kauf dieser Kamera (in Kombination mit dem Pancake 40 2,8) gibt mir die Möglichkeit, endlich eine kompakte Vollformatkamera mit geringem Gewicht fast immer dabei zu haben. Von mir bekommt die Kamera daher eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Sollten Sie Ihre Gedanken zur Canon EOS 6D mit mir teilen wollen, freue ich mich auf Ihre Kommentare!
188188 Kommentare|1.060 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. August 2013
Umstieg von Crop auf Vollformat?
Bei der Entscheidung sollt im Vordergrund stehen für welche Zwecke man eine Kamera der gehobenen Preisklasse benötigt, denn die 5D MkIII und die 6D trennen knapp 1000 €. Ich bin ein ambitionierter Hobbyfotograf der hauptsächlich in der Natur unterwegs ist und selten mal auf Hochzeiten aushilft und natürlich auf Reisen gerne fotografiert.
Ich möchte nun nach mehreren 1000 Auslösungen berichten warum ich den Kauf nicht bereue.

Übersicht: (+ Top / o Ausreichend / - Negativ)

+ Bildqualität (Auflösung/Rauschen/dynamischer Umfang)
+ kompakt und leicht für einer Vollformatkamera
+ WLAN u. GPS
o Sucherbild und Autofokus
o Bilder/Sekunde
o Preis/Leistungsverhältnis

Bildqualität:

-Die 20.2 Megapixel machen mit dem richtigen Objektiv sehr scharfe Fotos und lassen bei der Nachbearbeitung viel Spielraum für das Beschneiden von Motiven.
-Das Rauschverhalten ist ebenfalls ein Genuss. Man muss schon genau hinschauen um bei ISO 1.600 ein leichtes Rauschen zu finden. Falls man mal gezwungen ist ISO 25.600 zu nutzen ist das bei kleinen Fotodrucks auch nicht zu erkennen.
-Der Dynamikumfang im RAW-Modus ist auch sehr gut. Bei der Nachbearbeitung am PC ist somit der Kreativität viel Freiraum gegeben.

Verarbeitung/Features:

-Die kompakte Bauweise gefällt mir sehr gut. Die Kamera liegt gut in der Hand und nach etwas Eingewöhnungszeit trifft man jeden Knopf während man durch den Sucher schaut (z.B.: ISO-Knopf).
-Das fehlende Schwenkdisplay kann durch die WLAN–Funktion ersetzt werden. Somit erspart man sich ein Verschleißteil mehr an der Kamera.
-97% Sucherbild? Warum man hier nicht 100% wie bei der 5D MkIII schafft kann ich auch nicht sagen. Nur so viel: Hätte ich das nicht irgendwo aufgeschnappt, dann wäre es mir wohl nie aufgefallen.
-Autofokus ist für meine Ansprüche ausreichend. Wer sehr viel Sport- u. Aktionfotografie betreibt ist mit der 5D MkIII besser bedient. Das gilt auch für die Bilder pro Sekunde.
-Der eine SD-Speicher-Slot kann natürlich mit SDXC-Karten bestückt werden.
-1/4000-30s kann bei der Belichtungszeit eingestellt werden. Der BULB-Modus hat einen eigenen Slot.

Gimmicks:
-Die WLAN-Funktion über Smartphone, Tablet, usw. funktioniert spielend leicht. Ich benutze gerne diese Funktion als Ersatz eines Klapp-Displays oder auch als Fernauslöser. Am Anfang hatte ich dies nur als Spielerei empfunden doch es biete ungeahnte Möglichkeiten. Gerade in Situationen wo es nicht mehr möglich ist durch den Sucher oder über LiveView die Bildgestaltung zu bestimmen, kann hier ein entscheidender Vorteil entstehen.
-Die GPS-Funktion funktioniert ohne Probleme und ist auch ausreichend genau. Ich benutze die nur auf Reisen und schalte sie auch aus wenn die Kamera nicht benötigt wird, denn sie frisst nun mal Strom.

Preis:
-Die Kamera ist nun mal für eine andere Zielgruppe konzipiert als die 5D MkIII, was ich auch sehr begrüße. Die knapp 1000€ Unterschied kann man lieber in ein nettes Objektiv stecken ;) . Man hat zwar einige Einbußen gegenüber der 5D MkIII aber auch zwei nette Spielereinen, wobei die WLAN-Funktion sich nun mal prima für das kreative fotografieren eignen. Das Preis/Leistungsverhältnis ist daher fair.

Fazit: Die perfekte Vollformatkamera für Einsteiger die es lieben kreativ zu fotografieren. Für Presse und Aktionfotografie lohnt sich die Investition für die 5D MkIII. Ich vergebe hier 5 Sterne, da diese Kamera mir einfach sehr viel Spaß macht und für meine Anwendungen optimal ist (Bildqualität ist für mich entscheidend).

Ich hoffe ich konnte bei Ihrer Entscheidung weiterhelfen. Bei Fragen und Kritik werde ich versuchen diese zu beantworten.
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am 15. August 2015
Nachdem Ich von der 70D wegen dem bekannten Autofocusproblem enttäuscht war, gab ich Canon mit der 6D nochmal eine Chance.
Ich muss sagen SUPER!
Diese Kamera ist genauso wie Ich mir eine Kamera wünsche und ist jeden Cent den sie im vergleich zur 70d mehr kostet wert!
Haptik ist super, die Kamera liegt super in der Hand.
ISO rauschen top!
Selbst bei ISO 6400 ist das rauschen noch so gut wie unsichtbar und bei der richtigen belichtung sogar noch 12800 absolut top.
Dann die Schärfe Top!
Ich finde es super von Canon das sie kein total vollgestopftes Megapixelmonster in die 6D gepackt haben denn 20,2 Megapixel reichen vollkommen!
Einziges mit dem Autofocus wurde gespart da wären mehr als nur 1 Kreuzsensor schon nett gewesen aber die 11 Sensoren der Kamera sind dafür absolut Punktgenau und superschnell.
Mir reichen Sie eigentlich.
Sonst Wlan und gps sind super wenn man Sie hat, war und ist für mich aber nicht ausschlaggeben für den Kauf, sondern einzig die einfach Canon typisch einfache und intuitive Bedienung und die Hammer Bildqualität!
Ich kann diese Kamera nur jeden empfehlen und würde sie mir immer wieder Kaufen!
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am 7. Juni 2016
Für alle Hobbyfotografen, die wie ich damals, auf Vollformat umsteigen wollen:

Vorweg: Ich fotografiere Hochzeiten und Taufen usw., nebenberuflich als Kleingewerbe.
D.h. ich fotografiere sehr viel in Kirchen und Standesämtern, also oft relativ schwierige Lichtbedingungen.
Mit meiner Canon 60D war ich immer sehr zufrieden, allerdings ist das Rauschverhalten bei Isowerten jenseits der 2000 schlecht.
Was bei hochwertigen Bildern gar nicht geht und einen Blitz möchte ich nicht benutzen. Daher der Umstieg auf Vollformat.

Ganz klar ist, wer das Geld für eine 5D Mark3 hat, soll sich diese auch zulegen.
Für wen das Budget einfach begrenzt ist (so wie für mich), ist die 6D eine fantastische Alternative:

+ Die Bildqualität ist überragend! Im Vergleich zur 60D eine ganz andere Liga.
+ Das Rauschverhalten ist ein Traum. Selbst bei Iso 8000 noch problemlos zu benutzen.
+ Die Kamera ist relativ klein und sehr einfach zu bedienen, unterscheidet sich kaum von der 60D.
+ Der Silentmodus ist sehr angenehm. Sehr leises Auslösen, gerade bei Hochzeiten von Vorteil.

0 Die Auslöseverzögerung ist etwas länger als bei der 60D, stört aber nicht wirklich. Bei Sportaufnahmen aber etwas von Nachteil.
0 Es gibt weniger Messsensoren zum Fokusieren. Da ich aber immer nur den mittleren Punktsensor benutze, stört mich das nicht.

- Die kürzeste Belichtungszeit beträgt lediglich 1/4000 Sekunde. Das ist wirklich ein Problem wenn man im freien fotografiert und Blendenstufen
um die 1,4 oder 1,8 benutzt. Dieses Problem habe ich durch einen Graufilter gelöst. Allerdings muss ich den immer mal wieder abschrauben, wenn's in Innenräume geht. Ist also etwas stressig.

Ich benutze die Kamera hautsächlich mit einem Sigma 35mm 1,4 Art. Diese Kombination ist ein Traum! Ich bedauere eigentlich nur, dass ich den Umstieg nicht schon früher gemacht habe. Habe meine 6D gebraucht gekauft, da liegen die Preise momentan etwa bei 900-1000€.

Also von mir gibt es ein klare Kaufempfehlung. Wie gesagt, natürlich ist die 5D 3 besser (außer bei Iso), aber auch wesentlich teurer.
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am 27. Februar 2016
Nach 40 Jahren analoger und digitaler Fotografie habe ich mich vor 6 Monaten von der Crop-Welt verabschiedet und meine EF-S Objektive verkauft, ebenso die Canon 50d - die 650d blieb als Zweitbody und Brennweitenalternative zum Vollformat im Haus. Das vorhandene 70-200mm L 4.0 IS wurde um das 24-70mm L und das 16-35mm L ergänzt. Die Ergebnisse mit dem neuen Body und den drei Objektiven sind wirklich sehr gut (ok, ich bin begeistert) - kommen allerdings nicht von alleine. Wenn ein Hobbyfotograf davon ausgeht, dass nur mit der entsprechenden Hardware gleich um Längen bessere Aufnahmen entstehen, kann dies zur Enttäuschung führen. Gute Bilder lassen sich bei Canon auch mit den dreistelligen Kameras machen. Wenn der Anspruch aber steigt und aus besonderen Aufnahmesituationen noch mehr entstehen soll, dann unterstützt dies Equipment, man begibt sich in eine andere Liga. Keinen Moment habe ich den Umstieg bereut und kann den Kauf allen jetzt oder künftig versierten "Fotoaktivisten" empfehlen. Wenn sich jemand mit dem Preis schwer tut, empfehle ich zunächst, ggf. den eigenen Objektivbestand in qualitativer Hinsicht mit EF-Objektiven anzuheben (siehe z.B. Hinweise und Tests bei "Traumflieger"). Diese können dann gut auch zu einem späteren Zeitpunkt im Vollformatbereich eingesetzt werden.
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am 1. März 2013
Zugegeben: Eine kühne Behauptung angesichts der 5D Mark III und der D1X. Oder im Lager der Nikonianer der D800 oder der D4. Kann eine "Einsteiger-Kamera" da wirklich mithalten? Über die 6D wurde schon viel diskutiert, bevor sie überhaupt auf dem Markt war. Da wurden Features gelobt und verrissen, die noch niemand getestet hatte, Canon wurde beschimpft und gehuldigt: Kurzum, ein uneinheitliches Bild. Inzwischen ist sie auf dem Markt, die ersten Test liegen vor und -noch viel wichtiger als aller Laborkram- Fotografen aus Fleisch und Blut fotografieren damit u.a. andere Menschen aus Fleisch und Blut.
Ich bewerte die Kamera hier genau für meine Zwecke und unter meinen persönlichen Voraussetzungen: Dies ist kein wissenschaftlicher Test, kein strukturierter Modellvergleich, sondern ein Praxisbericht. Ich fotografiere fast ausschließlich Hochzeiten, manchmal Hunde. Und ich habe bereits eine 7D im Schrank. Diese war bisher mein Arbeitspferd. Sie ist schnell, hat einen tollen Autofokus, liegt großartig in der Hand und ist zuverlässig wie ein Lanz-Bulldog. Ja: 18 MP auf einem Crop-Sensor machen sie zu einer kleinen Diva, aber ich liebe sie. Eine kleine 550D war Backup für den schlimmsten aller möglich denkbaren Fälle: Totalausfall der EOS 7D. Zum Glück ist dieser Fall nie eingetreten.
Solange es die 5 DMark II gab, habe ich immer wieder überlegt, die 7D gegen die 5D Mark II zu tauschen, denn der Wunsch nach Vollformat wurde doch größer. Tests gelesen, angefasst, Bilder angeschaut, Features verglichen und bei der 7D geblieben: Es ist und war in den letzten Jahren einfach die modernere, schnellere Kamera, nach dem großen Firmware-Update war sie erst recht wieder up to date. Also habe ich meine ersten 15 Hochzeiten mit einer Crop-Kamera fotografiert. Yes we can!
Weshalb ich überhaupt nach einer neuen Kamera Ausschau hielt? Ich wollte mit 2 Kameras gleichzeitig fotografieren, um nicht ständig Objektive wechseln zu müssen und trotzdem von 24-200mm immer alles dabei zu haben. Die Arbeitsweise mit nur einer "echten" Kamera und einer "Notlösung" als Backup in der Tasche war für mich unbefriedigend. Dabei wollte ich die Vorteile von Vollformat und Crop kombinieren.
Nach Erscheinen der 5D Mark III war ich kurz versucht, mir diese zuzulegen: Toller Autofokus, hohe ISO-Empfindlichkeit, geniales Gehäuse, guter Griff, stabil, wetterfest, schnell. Aber 3300,- Einstieg und jetzt noch 2800,- Straßenpreis sind einfach nicht drin und vielleicht auch den Preis nicht wert?
Also weiter warten. Dann kam die Ankündigung zur 6D. Viel Krams, den ich im Leben nicht brauche: GPS, WLAN, Video. Dafür: kärglicher Autofokus, langsamer, weniger Konfigurationsmöglichkeiten, kein Joystick, kleinerer Sucher, keine Master-Blitzsteuerung. Hmm..., ob das was taugt?
Was mich schließlich zum Kauf bewogen hat: Die allseits gelobte Bildqualität auch in hohen ISO-Bereichen. Seit ich sie habe, möchte ich sie nicht mehr hergeben. Nicht obwohl ich noch die 7D habe, sondern gerade weil ich sie habe: Die beiden sind in der Kombination unschlagbar: Alles was der 7D fehlt, bringt die 6D mit und umgekehrt. Die beiden sind wie für einander gemacht:
Die 7D ist schnell und hat einen klasse Autofocus. Am Crop wird aus meinem 70-200 2.8 L ein Tele bis 320mm. Sie ist robust und wassergeschützt und die professionellste Crop-Kamera, die ich kenne.
Dafür sind ihre ISO-Möglichkeiten begrenzt, sie ist laut wie ein Traktor (vor allem im Serienbild-Modus) und im Weitwinkelbereich muss man sich mit Ultraweitwinkeln (bei mir ein Tamron 10-24mm) behelfen, die nur eine begrenzte Bildqualität liefern. Außerdem sind die klassischen Immerdraufs (24-70 2.8 L) keine Immerdraufs, weil sie doch recht weit in den Telebereich verschoben sind. Für jemanden, der gerne weitwinkelig unterwegs ist, fehlt dort immer etwas, bzw. es werden ständig Objektivwechsel nötig, weil einem ein paar Millimeter Brennweite untenrum fehlen.
In dunklen Kirchen kam die 7D immer wieder an ihre Grenzen: ISO-Bereich und Geräuschkulisse waren die entscheidenden Faktoren, ihr die 6D an die Seite zu stellen. Auf geht's:
Ausstattung:
Auf den Autofokus gehe ich unten gesondert ein, hier nur ein paar Dinge, die mir auffielen:
• Leider nur zwei Speicherplätze für persönliche Einstellungen, die ich gerne nutze, insbesondere, um schnell zwischen "Kirche" und "Draußen" umstellen zu können. Die 7D hat drei, schade.
• SD-Karten statt CF. Ich persönlich hatte meinen bisher einzigen Kartencrash mit CF-Karten, stehe deshalb der SD nicht allzu skeptisch gegenüber. SD sind deutlich billiger, weiter verbreitet und kleiner. Was eher fehlt: Ein zweiter Schacht für Backups. Hat die 7D zwar auch nicht, wäre aber toll gewesen. Andererseits: Früher war auch kein Backup-Film in der Kamera. Meine Lösung: Eher kleine Karten wählen und häufiger wechseln, statt eine Hochzeit auf eine Karte zu packen.
• Keine Drahtlossteuerung für externe Blitze, da kein Aufklappblitz vorhanden. Zugegeben, blitzen wird angesichts durchaus verwendbarer ISO 12500 immer seltener, aber das System der 7D ist schon toll, um drahtlos Blitze in Gruppen auszulösen und zu steuern.
• Gleiche Akkus wie die 7D und auch die 5D (Mark II und III). Theoretisch sind also alle austauschbar. Leider hat Canon mal wieder alles getan, um Fremdhersteller zu ärgern: Meine Fremdakkus, die an der 7D super funktionieren, werden von der 6D nicht erkannt. Man kann zwar fotografieren, aber hat keiner verlässliche Akkuanzeige im Display: Auch bei vollen Akkus, ist dort das Zeichen für leer. Andererseits: Seit ich zwei Originale von Canon habe, lade ich irgendwie nicht mehr: Ich habe jetzt einen Geburtstag, ein Hundeshooting und eine Taufe fotografiert, ohne nachzuladen. Vielleicht machen 40,- € Preisdifferenz doch einen Unterschied?
• Was ich nicht brauche und deswegen auch nicht bewerte: Video, WLAN, GPS, Szenenprogramme. WLAN könnte mal ein interessantes Feature werden, ich habe die Steuerung über iPhone ausprobiert und kann zumindest sagen, dass die Konfiguration easy ist: Die 6D baut ein eigenes WLAN auf, in das man sich mit dem Iphone einloggt, fertig.
Autofokus:
Der etwas abgespeckte Autofokus mit nur 11 Sensoren, von denen nur der mittlere ein Kreuzsensor ist, schreckte mich etwas und ist in der Tat das einzige echte Manko der EOS 6D. Das Arbeiten ist etwas anders: Wo ich mit der 7D den AF-Punkt verschiebe, fokussiere ich mit der 6D zentral und verschwenke dann den Bildausschnitt. Zugegeben, das kann auch mal ins Auge gehen und zu Unschärfen führen, wenn man mit Blende 1.4 und langen Brennweiten fotografiert.
Bedienung:
Bedienung ist immer etwas "Gefühltes" und damit sehr individuell, ich kann daher nur meinen eigenen Eindruck wiedergeben: Die Kamera liegt gut in der Hand, die Knöpfe und Räder laufen satt und sauber. Der von "Profis" und auch von mir früher vielgelobte Joystick ist bei der 6D durch eine 8-Wege-Wippe rund um das Daumenrad ersetzt worden. Ich muss zu meiner Überraschung sagen: Ich liebe es! Wo ich bei der 7D immer zwischen Daumenrad und Joystick wechseln muss, habe ich bei der 6D alles in der Hand, respektive im Daumen. Da ich mit beiden Kameras täglich arbeite, kann ich voller Überzeugung sagen: Die Wippe rockt!
Einige Buttons liegen anders, die Buttons am oberen Display sind nur noch einfach belegt, was ich vorteilhaft finde. Was etwas fehlt ist ein Button für den Weißabgleich, der nun über das Quickmenü erreicht wird, aber unter dem Strich gibt es nichts, was mich täglich stört.
Endlich habe ich einen Verriegelungsknopf am Wahlrad, das hat mich bei der 7D häufig zur Verzweiflung gebracht, wenn ich nach 20 Bilder feststellte, dass ich in AV und nicht mehr in M fotografierte, weil sich das Rad verdreht hatte.
Die Lupenansicht im Wiedergabemodus liegt mir mehr als die beiden Zoom-Daumentasten der 7D: Bild anschauen, reinspringen, Schärfe beurteilen, rausspringen. Dagegen dauert das schrittweise Reinzoomen der 7D sehr lange.
Die 6D ist etwas kleiner als die 7D. Ich liebe große schwere Kameras, deswegen war das eine kleine Umgewöhnung. Aber mit Batteriegriff gleicht sich alles wieder aus, insgesamt liegt die 6D gut in der Hand, ist wertig verarbeitet und weit entfernt vom Gefühl eines "Einsteigermodels". Sie ist definitiv keine 60D im Vollformat! Sie ist übrigens ebenso aus Magnesium wie die 7D und die anderen Vollformater, nur oben, wo WLAN und GPS sitzen, muss konstruktionsbedingt Kunststoff genutzt werden.
Serienbildfunktion
Langsamer (5/s) als das Rennpferd 7D (8/s), allerdings habe ich die 7D nur im Hundesport voll ausgereizt, bei Hochzeiten fotografiere ich überlegt und lasse nicht einfach das MG knattern. Maximal habe ich die 7D beim Brautstraußwerfen mal ausgereizt, ansonsten steht sie auf Einzelbild oder maximal auf dem langsamen Serienbildmodus.
Bildqualität:
Es macht fast keinen Sinn mehr, dazu etwas zu schreiben: Die Bildqualität ist inzwischen über alle Hersteller, alle Fabrikate und alle Preisklassen durchgehend sehr gut. Die 6D macht da keine Ausnahme. Tolle Farben, großer Dynamikumfang im RAW: Es gibt nichts zu meckern, gab es aber auch bei der 7d schon nicht...
Geräusch:
Für mich als Hochzeitsfotograf ein entscheidendes Kriterium, vor allem in Kirchen. Die 6D hat einen "Flüstermodus" sowohl im Einzelbild als auch im Serienbild, der seinem NAmen alle Ehre macht. Außer einem kleinen "klack" hört man nichts. Sie steht bei mir standardmäßig immer auf "Silent Mode" und ich liebe es. Endlich eine Kamera, mit der ich ungestört und dezent fotografieren kann, für mich neben den ISO-Werten das entscheidende Kaufkriterium.
FAZIT:
Ja, für mich ist sie die ultimative Hochzeitskamera. Wäre ich Dagobert Duck, würde ich auch die 5D Mark III nehmen, da ich hier alles in einem Gehäuse habe. So ist sie für mich die ideale Ergänzung zu meiner 7D. In dunklen Kirchen ist sie großartig, draußen habe ich den Gestaltungsspielraum des Vollformats zur Verfügung und kann mit Unschärfe arbeiten.
Ich habe an der 7D das 70-200 2.8 und an der 6D das 24-70 2.8 oder auch gerne mal das neue Sigma 35 1.4 Ich decke damit alle Brennweiten ab, mit einer kleinen, gut verkraftbaren Lücke zwischen 70mm und 112mm (Beginn des 70-200 an Crop 1,6), dafür habe ich dazwischen noch das 100mm Macro 2.8 L, das eine großartige Porträtlinse ist (ja, das meine ich ernst!)
Die 7D ist als Telemonster und für schnelle Aktionen mit dabei, zusammen sind sie das ideale Team, um großartige Fotos machen zu können. Wenn das nicht gelingt, liegt es definitv an mir und nicht an der Technik.
Aus meiner Sicht, unter meinen Voraussetzungen und mit meinen Themengebieten ist die EOS 6D ganz klar eine Kaufempfehlung. Wer im Geld schwimmt oder Minderwertigkeitskomplexe hat ist mit der Mark III besser beraten, ebenso alle Profis, die wirklich alles in einem Gehäuse brauchen und für die der Autofokus eine echte Einschränkung wäre. Ich hoffe, ich habe manchem Zweifler oder Zögerer die Entscheidung erleichtert.

Nachtrag September 2013

Vielen Dank für die zahlreichen Kommentare und Rückmeldungen zu meiner Rezension. Viele Kommentare betrafen meine Gedanken zur Notwendigkeit einer 5DIII angesichts einer sehr guten 6D, einige stießen sich an dem Begriff "Minderwertigkeitskomplex". Ich gebe offen zu: Ich habe inzwischen auch eine 5D MarkIII und meine 7D verkauft. Meine Rezension bezog sich auf meine spezifische Situation, in der ich bereits ein 7D hatte und diese um eine 6D ergänzt habe. Mit der schnellen, professionellen 7D und der etwas mager ausgestatten Vollformat-6D war ich gut aufgestellt, weil sie zusammen ein gutes Team waren. Letztlich habe ich die 7D ersetzt, weil mir die ISO-Leistung wichtig war und ich fast überwiegend die 6D in Kirchen genutzt habe und mir dann als Hauptkamera doch die Autofocus-Senoren fehlten. Ich korrigiere meine Einschätzung der 6D also ein ganz klein wenig: Das Bedienkonzept der 6D alleine mag gut sein, wenn man sie neben einer 7D oder 5D im Einsatz hat, merkt man die Einschränkungen doch: die Wege sind länger, manches Knöpfchen fehlt etc. Und der Autofokus bleibt der Schwachpunkt: Zwar hat die 6D schon zwei Felder mehr als die 5D Mark II, aber die 11, rechts zentrumsnah angeordneten Felder sind in Kombination mit dem fehlenden Joystick doch eine Einschränkung. Was bleibt, ist die überragende Bildqualität, die großartigen Gestaltungsmöglichkeiten des Vollformats, der wirklich leise Silent-Mode und die hohen ISO-Fähigkeiten. Deswegen wird sie mich trotz der Mark III immer begleiten und kein Dasein als Back up-Body fristen, sondern echte Zweitkamera sein, die mit einem 35 1.4 bestückt immer dabei ist. Trotz dieser kleinen Einschränkungen, trotz der Entscheidung, mir als Hauptkamera eine 5DIII zuzulegen bleibt die 6D eine tolle Kamera, mit der großatige Fotos gelingen. Für Sport, egal ob Tier oder Mensch würde ich nach wie vor die betagte 7D empfehlen, wer alles in einem braucht, kommt letztlich an der 5DIII nicht vorbei: Schnell, lichtstark, ausgereift und üppig ausgestattet. Und Nein: Ich bekomme kein Geld von Canon...
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am 18. Juni 2014
Ich bin nach langer Überlegung von der 60d auf die 6d umgestiegen. Der Grund lag primär nicht einmal in einer Unzufriedenheit mit der 60d, sondern in der Suche nach einem Weitwinkel. Nachdem mich nichts ansprach, war mir klar, dass ich eine Vollformatkamera brauche. Dann bestand die Wahl zwischen der D610 von Nikon, der D800 und der 6d. Gegen Nikon sprach bei der D610 das Gehäuse, das ich spätestens des fehlenden AF-On-Knopfes wegen ablehne, gegen die D800 sprach der PixelPitch, da ich eine Kamera benötige, die unter sehr schlechten Lichtbedingungen gute Ergebnisse bringt. Ich fotografiere sehr gerne Available Light und auch Sport in der Halle. Und das mit nur einem Sensor... Ich ging das Risiko ein und bin begeistert. Die Kamera arbeitet mühelos bei 12.800 ASA, mit dem mitgelieferten Lightroom kann das Rauschen locker herausgenommen werden (bloß NICHT jpeg nutzen, die Ergebnisse sind mit den RAW-Ergebnissen nicht vergleichbar). Was den AF angeht habe ich die zehn Liniensensoren ausprobiert und siehe da, sie stellen tatsächlich auch scharf. Mit Nikons AF-Sensorenschlacht habe ich in der Vergangenheit gearbeitet und die Ergebnisse waren auch nicht besser (D700/D300s), dafür viel geblinke im Sucher. Meine F5 hatte fünf Sensoren und es war auch scharf;). Warum dann vier und nicht fünf Sterne? Die Bedienelemente sind im Vergleich zur 60d regelrecht vorsätzlich unsinniger angeordnet. Die Kamera soll mit rechts bedient werden, Menu und Info sind aber links; die Einzoom-Funktion der 60d ist viel logischer, die Deckelkappe wirkt viel billiger als das sonst so bullige Gehäuse und das WLAN ist in der Einrichtung zu fummelig. Daher: vier Sterne. Ein letztes Wort: was gibt es gegen eine Sucherabdeckung von 97% einzuwenden? Dafür sind Motive am Bildrand auch wirklich drauf, bei meinen 100%-Modellen hatte ich damit immer Probleme und für die restlichen drei Prozent gibt es doch LV, oder? Ein allerletztes Wort: ich las gelegentlich, dass der AF nicht justierbar sei: ist er und externe Blitze kann die 6d auch mastern, auch ohne eigenen Blitz (der von den bulligen L-Optiken ohnehin abgeschattet würde).

Nachtrag: die Kamera ist bis 3200ASA unglaublich gut, die Jpeg-Rauschreduzierung auch in LR kaum zu schlagen und die Fotos sehen aus, als wären sie in wunderbarem Studiolicht aufgenommen, auch wenn es eine dunkle Halle war. Ab 6400 wird es bis 12800 ASA brauchbar, aber mit deutlichem Unterschied zu 3200. Dafür kann man 6400 ASA gut nutzen, um kurze Verschlusszeiten, auch mit Blitz (problemlos über den Blitz einstellbar) zu erreichen, bzw. die Blenden, die man braucht, um ein wenig Schärfentiefe zu erhalten (großer Unterschied zu APS) Verbindung mit Laptop funktioniert: die Kamera erst auf WiFi schalten, dann den PC, dann ... warten ... warten. Die Deckelkappe und die Knöpfe/Schalter begeistern qualitativ immer noch nicht, kein Vergleich mit Nikon - leider. Die Videofunktion ist weit besser als an der 60D, aber es ist immer noch aus dem Stand keine Videokamera (muss auch nicht unbedingt). Die Seriengeschwindigkeit ist mit 4,5 Bildern sehr gemächlich, dafür bei jpeg "unendlich" (und die jpegs sind gut am PC weiterzuverarbeiten - es muss nicht raw sein). Die Bilder kommen aus der Kamera gut und druckbar. Sehr praktisch für eine schnelle Verteilung.
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am 13. Juni 2015
Auf dem Papier liest sich die 6D wenig spektakulär. Vor allem wenn man eine D750 dagegen hält. Aber in der Praxis ist sie eine überzeugende Kleinbildkamera, die ich jederzeit der D750 vorziehen würde. Zusammen mit dem 135mm F2 bekommt man eine Portraitkombi die out of cam oder direkt nach dem Öffnen in Lightroom kontrastreiche beinahe schon überscharfe Bilder liefert. Und zwar ab Offenblende. Ich habe die D750 parallel testen können und was von ihr bleibt, ist die faszinierende Möglichkeit 5 Blenden aufhellen zu können, ohne dass Farbrauschen in den Weg kommt. Allerdings ist das ein Feature, das ich noch nie gebraucht habe und zudem bezahlt man das mit sichtbar flacheren Bildern, denen es sichtbar an Kontrast mangelt. Manche mögen das für einen Vorteil halten, da man da nachträglich noch ganz viel an Kontrast und Klarheit schrauben kann. Mich stört das in meinem Workflow allerdings stark und ich bevorzuge die deutlich knackigeren Bilder aus der 6D, die zwar nicht mehr ganz so viel Nachbearbeitung vertragen aber mein Motto ist ohnehin: Fix it during shooting not in post. Belichtet man sauber, zeigt die 6D zudem bei ISO6400 und auch bei ISO12800 deutlich mehr Detail und Farbstabilität als die D750. Auch sind die Hauttöne für mich als Portraitfotografen sichtbar angenehmer als bei der D750, die wie alle Nikons einen leichten Grünstich hat. Die 6D hat zwar nur einen zentralen Kreuzsensor, der aber schneller und treffsicherer ist als das Nikon AF-System. Wenn man fokussieren und verschwenken ein paar mal geübt hat, ist das ohnehin schneller als ein AF-Feld manuell auszuwählen. Außermittige AF Auswahl gelingt am besten mit einem Touchscreen wie bei der E-M5 und Co.

Der Auslöser ist sehr leise, WiFi und GPS sind brauchbar implementiert. Nur die lahme Blitzsynchro nervt, vor allem wenn man von der E-M1 1/320 gewohnt ist. In meinen Augen ist die 6D eine überzeugende handliche Kleinbildkamera.
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am 20. Februar 2013
So ausgezeichnete Bildqualität und so schöne Bilder hatte ich noch nie! Eine Kamera mit echter Profi-Bildqualität.

Hauptgründe: Rauscharmer VOLLformatsensor in kompaktem leichtem Gehäuse mit SD-Karte.
Ich hatte mir ausschließlich EF-Objektive gekauft, da ich schon seit 5 Jahren eine Vollformatkamera haben will. Bei 7D konnte ich alle meine EF-Objektive nicht vollwertig ausnutzen, unnötige Größe und Gewicht der EF-Objektive, da das Bild bei 7D mit Crop 1,6 zugeschnitten ist. Mit 7D hatte ich sehr gute Bilder bekommen, die Kamera ist Super, aber 6D Bildqualität ist deutlich besser. Ich mache mehr und mehr Bilder und freue mich immer mehr auf die neue 6D. Farben, Schärfe, Belichtung, Weißabgleich, auf ganz anderem Niveau. 7D hat viele Sachen, die ich nicht unbedingt brauche. Z.B. 7D hat 2 Prozessoren, die verlangen mehr Strom. Ich mache nie 8 Bilder pro Sekunde. 4,5 bei 6D sind mir schon genug. 7D ist Größer und Schwerer. Ich wollte diese deshalb öfters nicht mitnehmen. Für meine kleine Hände sogar etwas zu Groß. 6D ist im Vergleich auch sehr leise.

Viele Canon Nutzer sagten, für was eigentlich so viel Technik? Wir wollen lieber guten Sensor. Bildqualität ist uns wichtiger. Hier ist das jetzt bei 6D genau der Fall. Ein perfekter Vollformatsensor. Grössere Nachteile für mich sind allerdings: 7D 1/8.000s - 6D 1/4.000s. Blitzsynchro 7D 1/250s - 6D 1/180s. 7D 19X AF-Kreuzsensoren - 6D 1X AF-Kreuz und 10 Liniensensoren. 7D Gitter im Sucher ein/aus - 6D nur mit Mattscheibe als Zubehör. 7D AF-Messfelder ein/aus, nur aktive sind zu sehen - 6D fest, man weiss nie vorher welche zur zeit eingeschaltet sind.

Jetzt habe ich eine SD-Karte und brauche nicht mehr das Gerät mit USB-Kabel zu verbinden oder einen CF-Kartenleser mitnehmen und jedes Mal anschließen. SD-Karte kann ich fast in jedem PC-System benutzen, weil SD-Reader z.B. nahezu in jedem Notebook schon dabei ist. Mein L-24mm wurde ein richtiges Weitwinkelobjektiv und nicht Crop 1,6*24 = 38,4mm bei 7D, das ist mir sehr wichtig.

Hier bei 6D (im Rad integrierte 8-Wege-Schalter) gefällt mir persönlich besser als Joystick bei 7D. Bei 6D kann ich auf alle Funktionen mit rechter Hand eingreifen und das finde ich gut. Das integrierte Blitzgerät hatte ich bei 7D selten benutzt. 6D-GPS brauche ich nicht, ich hätte lieber einen Transmitter. Ich habe deshalb Speedlite 90EX gekauft. Das kleine 50g leichte Blitzgerät hat bereits einen Transmitter. In diesem Fall arbeitet der Blitz als Master und löst den/die Slave(s) aus. Als Master gibt er kein Blitzlicht ab. 6D-WLAN ist eine gute Funktion.

Als 5D III am Markt kam, habe ich mich sehr enttäuscht. 3000 Euro ist mir zu viel fürs Gehäuse. Und hier 1700 Euro für 6D, und noch kompakt und leicht. Mit 6D-AF komme ich sehr gut zu recht. Bedienung der Kamera einwandfrei.

Dass das 6D-Magnesiumgehäuse obere Gehäuseschale wegen WiFi- und GPS-Empfangs aus Polykarbonat gefertigt ist, stört mich nicht. Mir gefällt sogar auch 60D und 650D sehr gut, diese sind komplett aus Polykarbonat. Das ist sehr gutes Material.

Der Sucher 100% 7D oder 97% 6D. Da sind beide gut genug. Groß und hell.

Meine Wahl (Standard): Für 7D ein EF-S 15-85mm IS. Für 6D ein EF 4L 24-105mm IS. Und für beide EF 4L 70-200mm IS. Und wenn es kompakt sein soll dann nehme ich EF 50mm f/1.4 und Speedlite 90EX mit.

EOS 6D hat alles, was ich unbedingt brauche und ist wie für mich gemacht.
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am 9. Oktober 2014
Nach über 5 Jahren sehr zufriedener und intensiver Nutzung meiner EOS 40D hatte ich einfach Lust auf etwas Neues und natürlich auch "Besseres". Dabei ging der Gedanke ursprünglich in Richtung 70D, aber schnell wurde mir klar, dass ich mir vom Vollformat einfach mehr verspreche. Deswegen die Entscheidung für die 6D. Als alten Canon-Nutzer entsprechen zudem Haptik, Verarbeitungsqualität und Bedienung der 6D meinen Erwartungen und Gewohnheiten.

Das war vor knapp einen Jahr und nun 3000 Aufnahmen weiter bin ich immer noch begeistert, welche Bildqualität die 6D liefert. Lediglich am Anfang braucht es beim Umstieg vom APS-C auf das Vollformat ein wenig Eingewöhnung zum Handling der Schärfentiefe, aber das hat man schnell im Griff, so dass kein Frust aufkommt.

Schon mit der 40D habe ich bevorzugt Festbrennweiten eingesetzt (EF-S 60 2.8, EF 85 1.8, EF 100 2.8 Macro) und war mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Was die 6D dagegen liefert ist geradezu ein Quantensprung. Allerdings muss man dazu sagen, dass dies natürlich nur bei einer 100%-Ansicht auf einem entsprechend hochwertigen Monitor in seiner gesamten Brillanz deutlich wird. Was dann noch auf manchen Foto zu entdecken ist, ist genial. Eine normale HD-Ansicht oder ein Papierabzug (13x18, sogar 20x30) lassen die Qualität nur erahnen.

Ich benutzte übrigens meine 6D wie auch schon meine 40D genauso wie meine alte analoge A-1, d.h. im Modus TV, Av oder M. Den Fokus setzte ich bevorzugt über den zentralen Sensor, Liveview nutze ich nicht, selten verwende ich mehr als 400ISO (dann lieber Stativ mit 100), gespeichert wird in RAW, das Feintuning erfolgt in Lightroom. Das einzige elektronische Gimmick, was ich ab und zu einsetze, sind Belichtungsreihen. Insofern kann ich viele der technischen Eigenschaften gar nicht beurteilen. Ich will eben Fotos machen, weder den Weg finden noch Filmchen drehen.

Meine 40D habe ich nach wie vor als Zweitkamera im Einsatz. Auch eine Powershot G15, die ich noch für Schnappschüsse habe, benutze ich gelegentlich. Beide machen wirklich gute Bilder, aber neben dem, was die 6D liefert, verblassen sie dann doch. Nach Allem was ich gelesen und auch gesehen habe, spielen die 6D-Aufnahmen sogar in einer Liga mit denen einer 5D-MK3. Und weil sie mir so Spaß, habe ich Ihr mittlerweile noch einen Batteriegriff und zwei weitere Objektive zur Seite gestellt.
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