Fashion Sale Hier klicken Sport & Outdoor b2s Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen
23
3,7 von 5 Sternen
Format: MP3-Download|Ändern
Preis:9,99 €
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

TOP 500 REZENSENTam 28. September 2012
“Gold Dust” besteht aus durchweg orchestral begleiteten Interpretationen ausgewählter Lieder aus dem 20-jährigen Gesamtwerk meiner Lieblingskünstlerin. Das Frau Amos seit 2009 gerne klassisch instrumentalisiert hat sich bereits in den letzten Alben und Konzerten immer wieder angedeutet (Midwinter Grace, Night of Hunters, Amsterdam Konzert 2010 usw.). Der Unterschied zu den Voralben besteht jetzt v.a. darin, dass bei “Gold Dust” die orchestrale Kraft und Dynamikbreite glatt, makellos aber auch ohne besondere Raffinesse zur Neuausstattung und Begleitung der bekannten Lieder genutzt wird.

So hinterlässt dieses Album bei mir auch einen etwas zwiespältigen Eindruck: Einerseits muß man es einfach schön finden: Da entstehen tw. neue wunderschön komponierte tw. auch dramatische Musikwelten, die einem Gänseschauer über den Rücken jagen. Diese besondere Stimme eingebettet in ein perfekt auf- und abwogendes Streichermeer. Andererseits: Das “Pure”, “Reine” “Ehrliche” ... die einfache, manchmal zerbrechliche - manchmal auch zornige Stimme - und nur begleitet vom Klavier. Das also, was Amos Musik ursprünglich einmal ausgemacht hat ist bei "Gold Dust" kaum noch präsent. Und das vermisse ich. Künstler entwickeln sich natürlich weiter und verändern sich - aber wenn es nur noch immer perfekter, runder und glatter wird, ist das schon etwas schade.

Anspieltipps sind z.B. “Marianne”, "Flavor" und “Yes, Anastasia”, die recht eindrucksvoll und “neu” erscheinen - dagegen sind viele andere Lieder kaum verändert. Sie wurden durch das Orchester zwar etwas veredelt - aber meiner Meinung nach hätte T. Amos insgesamt viel mutiger sein können.

“Gold Dust” ist ein perfekt arrangiertes Album, welches ohne Frage in jede Amos-Sammlung gehört - und neue Hörer werden sich mit diesem Werk viel leichter anfreunden, als mit vielen ihrer manchmal sehr speziellen Vorgänger-Werken. Aber gerade diese “Eigenarten” die “Ehrlichkeiten” und "gefühlte Nähe zum Künstler" vermisse ich jetzt ein wenig - und darum gibt es auch einen Stern Abzug.

Gemessen jedoch an dem sonstigen nervigen Einerlei, der im Radio rauf und runter dudelt, ist “Gold Dust” ein die Seele erwärmender Balsam.

Dirk
77 Kommentare| 32 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. September 2012
Drei Sterne für ein Tori Amos-Album? Das tut mir sehr leid. Tori ist eine sehr talentierte Komponistin und Sängerin und verdient eigentlich mehr. Aber dazu muss sie mehr liefern.

Als ich von diesem Projekt das erste Mal hörte, war ich begeistert. Ich bin ein großer Fan von Night Of Hunters und fand die Vorstellung, dass Tori nun mit einem kompletten Orchester zusammen arbeiten würde, eine nur logische Fortsetzung. Das Ergebnis jedoch ist leider nur sehr mittelmäßig.
Zunächst: An den Aufnahmen an sich ist nichts auszusetzen, es ist nicht so, dass hier jemand schlecht spielt oder schlecht singt (auch wenn mit Toris zunehmend merkwürdiger werdende Aussprache etwas auf den Keks geht und es ihr bestimmt gut täte, etwas tiefer zu singen), die Arrangements und die Songauswahl sind leider wahnsinnig unaufregend.

Für Gold Dust hat Tori Songs zusammengestellt, die von Haus aus schon ein Streicher-Arrangement hatten. Entsprechend klingen die Aufnahmen hier mehr oder weniger so, wie die Originale auch. Und wozu sollte ich mir eine CD mit Songs kaufen, die ich in der Fassung mehr oder weniger schon besitze?

Was ich mir gewünscht hätte, wäre eine etwas mutigere Songauswahl, Songs wie Suede oder Me And A Gun, Concertina, Lust, Bouncing Off Clouds, irgendetwas, was im Original nicht schon nach einem Orchesterstück klingt. Gibt es aber nicht. Dann hätte ich mir gewünscht, dass man dem Orchester mehr Raum einräumt, neue Instrumentalpassagen, kurze Interludes, vielleicht sogar ein paar Reminiszenzen klassischer Orchesterstücke, die mit Toris Songs verwoben werden. Lasst das Orchester doch in den Vordergrund, wenn ihr euch schon die Mühe macht, mit einem zusammen zu arbeiten. Stattdessen dudeln Streicher und Bläser wie bei normalen Pop-Aufnahmen im Hintergrund vor sich hin.
Ein letzter Kritikpunkt: Toris Gesang. Gar nicht mal die Art, wie sie singt, sondern wie ihre Stimme aufgenommen wurde. Warum muss man bei einem solchen Projekt, das ja als "live mit Orchester aufgenommen" beworben wird, die Stimme doppeln und dreifachen? Damit ist der Live-Aspekt doch wieder hin, wenn man nachträglich im Studio noch zweite Stimmen etc. aufnimmt. Stattdessen hätte ein Chor wahre Wunder wirken können, zum Beispiel bei Winter nach dem Instrumentalteil oder gegen Ende von Flying Dutchman, um nur zwei Beispiele zu nennen. Das wäre ein Album geworden, für das ich morden würde.

So ist es ein Album geworden, das zu Besitzen niemandem weh tut, vor allem nicht, da der mp3-Download nur 5 Euro kostet. Wer sich Gold Dust jedoch nicht zulegt, verpasst auch nur bedingt etwas.
22 Kommentare| 24 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Oktober 2012
Zu den Voraussetzungen: Ich bin langjähriger Tori Amos-Hörer. Ich war zuerst sehr zögerlich mit dem Kauf dieser CD, weil ich Best-Ofs (mit oder ohne Orchester) generell skeptisch sehe. Ich habe dann das Konzert am 15.10.2012 in der Berliner Philharmonie gehört und war begeistert. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass das so gut funktioniert. Das Orchester hat die Arrangements nicht komplett zugeschmiert, die Dynamik war für Popmusik natürlich durch das Orchester extrem krass, was nur gut ist! Trotz ein bisschen viel Bombast manchmal war es wirklich ein super Konzert. Die Arrangements fand ich überwiegend angemessen, so dass die neuen Versionen eine gute Ergänzungen zu den alten Aufnahmen sein könnten. Ich hatte überhaupt nicht das Gefühl, dass hier mit Gewalt aus einer "ausgelutschten" Karriere (Midwinter Graces und Night of Hunters fand ich super!) die letzten Dollars rausgequetscht werden, wie es einige darstellen.
Zum Album: Deswegen habe ich dann jetzt doch das Album gekauft – ein bisschen also, um das Konzerterlebnis mit nach hause zu nehmen. Weit gefehlt! Das Orchester ist *nicht* wie auf einer normalen Klassik-CD produziert, sondern im Grunde wie beliebige Streichersektionen auf älteren Platten von Tori Amos. Das Orchester verkommt auf der CD also zum Hintergrund-Gedüdel. Der ganze Druck aus dem Konzertsaal ist weg. Klarer Fehler bei der Klanggestaltung des Albums. Und dann die Gesangsproduktion. Keine Ahnung, warum kaum eine Zeile auf dem Album ohne Hall, Flanger, Doppelung usw. produziert werden konnte. Außerdem ist der Gesang viel zu heftig dynamik-komprimiert. Meist klingt es wie eine schlecht produzierte Tori Amos mit Flanger und Hall direkt vor dem Kopf des Hörers; am anderen Ende des Raums spielt dann jemand auf einem Klavier (das wirklich nicht so klingt, wie ein Bösendorfer auf einer CD klingen kann!), und im Nachbarraum probt ein Orchester. Klanglich war DG schon immer meiner Meinung nach eins der schlechtesten Klassik-Labels, aber das hier ist einfach traurig. (Für Evaluation benutzt: Cambridge Audio CD740, Lehmann Linear, Denon AHD5000 und Beyerdynamic DT880/600Ω.)
Die zwei Sterne also für die schönen neuen Arrangements und ein bisschen auch für das unglaubliche Konzert. Die CD gehört komplett neu abgemischt oder eingestampft. Ich hoffe auf eine Live-Blu-ray von der Tour. Wenn die gut gemacht wäre, wäre es die adäquate Präsentationsform für das Material.
33 Kommentare| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Insgesamt ein gutes Album und auf jeden Fall etwas für alle, die gern einen Querschnitt durch Tori Amos' Werk haben möchten (statt des älteren "Best of"-Albums "Tales of a Librarian").
Einige der Lieder gewinnen durch die Orchesterbegleitung und gewinnen an Wucht, bei anderen fand ich die alte Instrumentierung passender.
Mein persönliches Highlight ist "Flying Dutchman", das man meines Wissens bislang auf keinem regulären europäischen Album bekommen konnte. (Es war u.a. auf dem US-Album: "Precious Rarities" enthalten).
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. September 2012
"Gold Dust" enthält Titel aus einem Zeitraum von gut 20 Jahren - allesamt mehr oder weniger neu arrangiert mit Klavier und Orchester.
Zugegebenermaßen sind einige Versionen sehr nah am Original, aber wenn man "Gold Dust" als Toris persönliche Best Of Zusammenstellung betrachtet, ist sie immer noch weitaus erfreulicher als eine gewöhnliche "Greatest Hits", wie sie andere Künstler vielleicht auf den Markt bringen würden.
Allein schon wegen der fantastischen neuen Versionen von "Flavor", "Yes Anastasia" und vor allem "Programmable Soda" verdient diese CD 5 Sterne. Die Titel "Flying Dutchman" und "Snow Cherries from France" gab es bisher auf keinem Studioalbum und "Jackie's Strength", "Winter", "Girl Disappearing", "Silent all these years"... ach, eigentlich alle enthaltenen Titel sind einfach zeitlos schön und werden durch das Orchester-Arrangement auf keinen Fall abgewertet.
Es ist kein wirklich neues Album, aber eine CD, die man sehr gerne hört.
Die DVD ist nicht sehr umfangreich: Das Video zu "Flavor" ist schön, "Gold Dust" zeigt Studioimpressionen und das "Behind the scenes"-Video ist etwas kurz..
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Oktober 2012
Ich bin Tori Amos Fan der ersten Stunde. Etliche Konzerte habe ich miterlebt, angefangen mit der "Under the Pink-Tour" im Hamburger CCH.
In den letzten Jahren ist mein Interesse an Tori allerdings deutlich abgekühlt, weil ich keinen rechten Zugang mehr zu Ihren Alben nach "Scarlet's Walk" gefunden habe. Ihr Klavierspiel rückte mir zu sehr in den Hintergrund.
Seit "Night of Hunters" hat sich das ganze komplett bei mir gedreht: Damit hat Tori sich auf der einen Seite endlich wieder selbst neu erfunden, auf der anderen Seite ist sie damit aber auch wieder mehr zu ihren Wurzeln zurückgekehrt: Hört sich nach einem Widerspruch an, ist es aber nicht: Klavier und Gesang stehen wieder im Vordergrund und ihre Leidenschaft ist mir mit "Night of Hunters" zurückgekehrt.
Mit "Gold Dust" geht sie diesen Weg konsequent weiter: Tori, ihr Klavier und ein ganzes Orchester. Wahnsinn! Gab es in einigen Songs schon orchestrale Arrangements (z.B. "Yes, Anastasia") werden jetzt alle Songs auf der CD mit Orchester versehen. Dadurch ergeben sich schöne neue Nuancen: z.B. das Intro für "Precious Things". Überhaupt: "Precious Things": Genial, wie der stakkatoartige Rhythmus vom Orchester (Streicher und Bläser) unterstützt wird, aber auch das Blech setzt den einen oder anderen schönen Akzent.
Beim orientalisch angehauchten "Star of Wonder" kommt bei mir gänsehautiges Weihnachtsfeeling auf.
Und endlich kriegen wir "Flying Dutchman" auf CD. Ein ganz alter Song, den ich nur deshalb schon seit 18 Jahren auf CD habe, weil ich damals zufällig an eine Special Edition von "Under the Pink" mit "More Pink-the B-sides" gekommen bin. (Bevor mir hier einige Schlaumeier kommen: Ja, ich weiß, dass "Flying Dutchman" auf "A piano: The Collection" drauf ist. Das Teil war mir aber zu teuer!).
Zum Heulen schön ist natürlich auch "Marianne", allein die ganzen Streicherlinien....
Einziger Wermutstropfen: "Yes, Anastasia" ist mir ein wenig zu kurz geraten. Im Origianl ist der Track 8 oder 9 Minuten lang.

Fazit: Diese CD ist ein must-have für alle Tori Fans der ersten Stunde
11 Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. September 2012
Bisher war Tori Amos die einzige Künstlerin, die mich nie wirklich enttäuscht hat, die nie einen völligen musikalischen Fehltritt gemacht hat. Und nun liefert sie mit Gold Dust ein Album ab, das nicht nur überflüssig wie ein Loch im Knie ist, sondern problemlos Platz 1 meiner persönlichen Charts der schlechtesten Alben von großartigen Musikern erklimmt. Noch weit vor Y Kant Tori read, das ja immerhin über einigermaßen Originalität und Albernheiten verfügt, um einen zum Lachen zu bringen. Hier ist nun aber praktisch gar nichts hörenswertes drauf und noch nicht einmal etwas, was man zwischen den Zeilen entziffern könnte.

Wie kann sowas passieren, da es sich doch um eine Auswahl großartiger Lieder handelt? Ich bin einfach entsetzt, was Tori aus einigen meiner absoluten Lieblingslieder gemacht hat, die ich nun wirklich in tausend großartigen Liveversionen gehört habe. Tori versteht es nun auf grauenhafte Weise, jeden ihrer Songs zu trivialisieren, jede Nuance zu einem Clichée zu aufzuplustern, jede Andeutung auszubuchstabieren und jede Lebendigkeit in ein Wachsbildniss zu verwandeln.

Pompöse Blechbläser verwandeln die subtile Dramatik von Yes Anastasia in Wagnerfestspiele und zerhämmern das einst orientalische Star of Wonder zum Radetzky Marsch. Die Streicher sind vorhersehbar wie bei Hans Zimmer arangiert und werden von belanglosen Holzbläserschnörkeleien umrahmt, ein Kindergeburtstag der orchestralen Plattheiten. Das ist alles so unnötig und aufgesetzt wie die Neuauflage von Starwars.

Wenig beeindruckend auch Toris Gesang, der nur stellenweise die alte Eindringlichkeit erreicht, stattdessen süßlich und echoverstärkt ohne echte Emotionen dahinsäuselt und dessen Variationen ohne jede Notwendigkeit erscheinen, außer der einen, die man auch bei den hohlköpfigen DSDS Kandidaten findet: etwas auf Gewalt und ohne musikalisches Verständnis anders und mit gekünstelten Emotionen herauszuknödeln, um sich als Künstler zu profilieren.

Ja, das ganze soll die Gold Dust Version ihrer schönsten Lieder sein, aber allein die Idee, Gold Dust von Gold Dust zu machen klingt absurd. Was kommt als nächstes, die langsam- und- tief- Edition von Barry White? War Tori bisher das Beispiel dafür, dass schöne Songs nicht kitschig sein müssen, überschreitet sie diese Grenze nun mit Anlauf und auf eine ekelhaft großmütterliche Art.

Das will nicht heißen, dass man dieses Album nicht hören kann, da gäbe es durchaus Anlässe, etwa wenn man mit fettigen Haaren und einer Schmalzstulle in der Hand zu Schwiegermutter ins Ölbad rutscht. Bleibt zu hoffen, dass sie nicht Leonard Cohens Vorbild folgt und ab jetzt nur noch schmierige Inszenierungen alter Größe zelebriert oder in ihrem eigenen Frauenhintergrundchor verschwindet.
55 Kommentare| 25 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Oktober 2013
Im Vorwort des recht stimmungsvoll gestalteten Booklets zu ihrem mittlerweile dreizehnten Album enthüllt Tori, dass es eigentlich schon immer ihr Traum war, ihre (Song) Girls eines Tages im Orchestergewand erstrahlen zu lassen. Diesen Traum hat sie sich nun unter tatkräftiger Unterstützung des niederländischen Metropole Orkests erfüllt und präsentiert auf "Gold Dust" 14 Songs aus zwei Dekaden künstlerischen Schaffens. Dass Tori es versteht, selbst perfekt geglaubte Songs in immer wieder überraschende, neue Gewänder zu packen, hat sie schon mehrfach bewiesen, etwa bei der "Dakota Version" von "Hey Jupiter", der Live-Version von "Sugar" auf "To Venus and Back" oder der überarbeiteten Version von "Mary" auf "Tales of a Librarian". Dementsprechend neugierig und voller Vorfreude habe ich nun auch "Gold Dust" gehört, allerdings ist das Ergebnis leider nicht ganz so glanzvoll und überwältigend ausgefallen wie zu erwarten gewesen wäre.

Das Album liefert mit dem Opener "Flavor" gleich das Highlight der Platte. Intensiver und mitreißender als das Original von "Abnormally Attracted to Sin", ein Genuss für die Ohren und eine Möglichkeit den Song nochmal ganz neu zu entdecken. Auch der Nachfolger "Yes, Anastasia" ist geglückt - obwohl nur knapp halb so lang wie auf "Under the Pink", hab ich erst durch diese Neuinterpretation Zugang zu der weitaus sperrigeren Originalversion gefunden. Was viel versprechend angefangen hat, lässt dann leider schnell nach. Weder "Jackie's Strength" (das nun wirklich immer und überall dabei sein muss und dem ich langsam wirklich etwas überdrüssig werde) noch das Titel gebende "Gold Dust" (mit einigen neuen Hintergrundgeräuschen und deutlicherem Backgroundchor als auf "Scarlet's Walk") reißen vom Hocker, da die Modernisierungen äußerst dezent sind, tun aber auch nicht weh. Ganz schlimm getroffen hat es aber das zarte "Cloud on my Tongue" von "Under the Pink" sowie "Precious Things" von "Little Earthquakes", die deutlich an Qualität eingebüßt haben. War im ersten der "Circles"-Part stets am bewegendsten, ist er hier nur ein laues Lüftchen. Die Naturgewalt und Wucht, die "Precious Things" einst auszeichnete, fehlt nun fast völlig - und taucht erst - und dann auch nur ansatzweise - im Finale wieder auf. So geht das dann größtenteils weiter - während die neue Orchesteruntermalung etwa zum Weihnachtssong "Star of Wonder" (ursprünglich auf "Midwinter Graces") recht gut passt und auch dem ursprünglich sehr sperrigen "Marianne" (von "Boys for Pele") einen frischen, zugänglicheren Anstrich verleiht, verlieren manche von Toris Girls in der neuen Version dann doch - hier stechen vor allem das verspielte "Programmable Soda" (von "American Doll Posse") mit unnötigen neuen Spielereien und "Snow Cherries from France" (von "Tales of a Librarian") eher negativ heraus, dessen bittersüße und von mir so geliebte Leichtigkeit der Originalversion hier fast gänzlich verschwunden ist. "Winter" und "Flying Dutchman", das es nun doch endlich auch auf ein reguläres Tori-Album geschafft hat, nachdem es in letzter Minute von "Little Earthquakes" gekickt wurde, zählen schon immer zu meinen Favoriten - und vermögen auch in ihrer - meist nur sehr dezenten und subtilen - Neuinterpretation zu überzeugen. "Silent all these Years" (ebenfalls vom Debütalbum) und "Girl Disappearing" (von "American Doll Posse") lassen das ganze Experiment unaufgeregt zu Ende ausklingen.

Mag das alles jetzt auch ziemlich schlecht und enttäuscht klingen, so ist "Gold Dust" insgesamt dennoch eine gelungene Zusammenstellung von Toris persönlichen Lieblingsliedern, die man recht gut durchhören kann, bei der man insgesamt aber die ungeheure Wucht und Faszination früherer Werke deutlich vermisst. Für mich als alten Tori-Anhänger, der alle ihre bisherigen Alben sowie zahlreiche Singles im Schrank stehen hat, das erste Album, das ich nur als Download erworben habe, wobei es aber wohl auch bleiben wird. Leider kein unbedingtes Muss für die Sammlung...
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Oktober 2012
Wie man nicht nur an den hier versammelten Rezensionen erkennen kann, polarisieren die Werke von Tori Amos selbst ihre Fans. Es wird wohl kaum jemanden geben, der alle ihre Alben mag und es dürfte angesichts ihrer wiederholten radikalen Stilbrüche auch nicht allzu leicht sein, Fans mit einer ähnlichen Reihung ihrer Alben zu finden. "Gold Dust" gefällt mir persönlich gut, da mich die Songauswahl anspricht und die Orchestrierung einige Lieder tatsächlich (noch) besser macht (z.B. "Star of Wonder", "Precious little things"). Bei anderen schadet sie zwar eher, vor allem beim für Orchesterpomp eigentlich viel zu intimen "Winter", aber das läßt sich verschmerzen. Schade ist auch, daß Tori Amos stimmlich nicht mehr ganz an ihre früheren Höchstleistungen heranzukommen scheint, wie man vor allem bei dem (trotzdem immer noch faszinierenden) "Yes, Anastasia" hören kann.

Unterm Strich dennoch ein gelungenes Album, das vor allem jenen gefallen dürfte, die von "Night of Hunters" begeistert waren.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Oktober 2012
Um es eingangs gleich zu erwähnen, ich bin Tori-Amos-Fan seit 1992 und es gab wenige Veröffentlichungen die mich nicht überzeugend konnten. Zu den weniger gelungenen Scheiben zähle ich ganz klar *Strange Little Girls*, das unseelige *Y Kant Tori Read*, das nicht wirklich ein Solo-Album war, und das merkwürdige *Midwinter Graces*.

Mich überzeugt so ziemlich jedes ihrer Alben, von den Klassiker bis hin zu den komplett neuen Veröffentlichungen. Ich konnte daher *From The Choirgirl Hotel* genauso viel abgewinnen wie z. B. *The Beekeeper* oder *American Doll Posse*. Nur die Zusammenstellung *Tales Of A Librarian* von 2003 schlug etwas aus der Art und konnte nur deshalb bei mir punkten, weil neben den vielen Neueinspielungen auch mehrere rare Songs enthalten waren.

Und was folgte nun? Ein weitere CD mit Neueinspielung. Neueinspielungen älterer und neuerer Songs. Jedes Album wird dabei abgedeckt. Ich kann nicht sagen das mir das Resultat nicht gefällt und es hat nach Toris Begründungen in diversen Interviews durchaus auch sein Daseins-Berechtigung, ABER die Songs erhalten weder mehr Tiefe noch sind die Neuinterpretationen in orchestraler Begleitung besonders originell gestaltet worden. Ich werde daher nicht gleich in Verzückung verfallen nur weil ein paar neue oder zusätzliche Orchesterarrangements zu hören sind, die Songs sich aber sonst kaum von den Original-Versionen unterscheiden.

Die Songs für sich genommen sind natürlich jeder eine Klasse für sich, aber ein Live-Album wäre vielleicht an dieser Stelle sinnvoller gewesen, als das Liedgut nochmals neu im Studio aufzuwärmen. Warum z.B. wurde die letzte Tour nicht mitgeschnitten und als Doppel-CD veröffentlicht? Auf der anderen Seite muß Tori natürlich auch für die Sicherung ihrer eigenen Songrechte sorgen, und da liegt es natürliche Nahe von Zeit zu Zeit ein Scheibchen mit Neuaufnahmen auf den Markt zu werfen, damit die Autorenrecht nicht irgendwann verfallen und sich irgendwelche Investment-Banker oder Labelbosse die Hände daran waschen.

Meine Meinung dürfte auf wenig Gegenliebe stoßen, aber egal. Ich höre wegen dieser kleinen (unbedeutenden) Enttäuschung schließlich nicht auf Fan zu sein, aber man muß nicht immer alles mit der Rosa-Fan-Brille als genial betrachten, nur weil der Name des Lieblingskünstlers auf dem Artwork steht.

FAZIT: nicht neu, nicht genial, dafür aber auch nicht gerade originell...
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden