Kundenrezensionen
DOM


121 Rezensionen
5 Sterne:
 (88)
4 Sterne:
 (12)
3 Sterne:
 (6)
2 Sterne:
 (4)
1 Sterne:
 (11)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


62 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe Amazon Kunden...
... bevor ich zur eigentlichen Rezension komme:
Eine Menge Kunden bewerten diesen Titel negativ OHNE diese CD überhaupt gehört zu haben und geben das hier sogar frech zu! Das ist ein unding! Fast alle negativen Bewertungen beziehen sich auf das Video zu Gloria und nur wegen EINES VIDEOS eine ganze Platte als Müll, geschmacklos und Pfui zu bezeichnen...
Veröffentlicht am 14. Oktober 2012 von Dionysius

versus
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Elektro-Comeback des Joachim Witt
Im September 2012 beginnt für den einstigen NDW-Star Joachim Witt aus Hamburg der dritte Frühling seiner Karriere. Mit 63 veröffentlicht er sein mittlerweile 13. Studioalbum "DOM" und macht deutlich, dass die 1998 nach 6 Jahren Pause begonnene "Werkreihe Bayreuth" endgültig abgeschlossen ist. Wiederum 6 Jahre nach seinem letzten Werk "Bayreuth 3" und...
Veröffentlicht am 1. Oktober 2012 von STB


‹ Zurück | 1 213 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

62 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe Amazon Kunden..., 14. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Dom (Audio CD)
... bevor ich zur eigentlichen Rezension komme:
Eine Menge Kunden bewerten diesen Titel negativ OHNE diese CD überhaupt gehört zu haben und geben das hier sogar frech zu! Das ist ein unding! Fast alle negativen Bewertungen beziehen sich auf das Video zu Gloria und nur wegen EINES VIDEOS eine ganze Platte als Müll, geschmacklos und Pfui zu bezeichnen das geht einfach gar nicht! Armes, Armes Deutschland!

Dabei ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die einzelnen Stücke sind gut aufeinander Abgestimmt, machen nachdenklich und friedlich zugleich. Die überwiegend nachdenklichen Texte spiegeln die Lebenserfahrung eines Menschen wieder und das in einem unfassbar gutem Klang! Eben ein Meisterwerk Tiefsinniger Deutscher Musik!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


38 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beschämend!, 17. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Dom (Audio CD)
Liebes Amazon-Team, liebe Mitrezensenten, ich würde dringend empfehlen, jene "Ein Stern"-Rezensionen zu entfernen, die sich nicht mit dem Album "Dom", befassen, sondern darauf abzielen, eine Art Hexenjagd auf Joachim Witt zu initiieren. Wir haben in diesem Land dunkle Zeiten erlebt und sollten mittlerweile alle sehr sensibel reagieren, wenn die künstlerische Freiheit am Pranger steht.

Selbst der einfältigste Mensch sollte begriffen haben - und Joachim Witt hat auf seiner Facebook-Seite ohnehin eindeutig Stellung bezogen -, dass der Künstler im Video zur Single "Gloria" nicht die Bundeswehrsoldaten als Vergewaltiger darstellt, sondern hier zu einem Stilmittel greift, die sinkende Moral, Krieg und Zerstörung der Welt anhand von unterschiedlichen Untergangsszenarien zu versinnbildlichen. Um welche Art Uniform es sich dabei handelt, ist völlig unerheblich. Es würde auch niemand einen Christoph Waltz als Nazi bezeichnen, nur weil er in "Inglourious Bastards" diese Uniform trägt die Rolle eines Kriegsverbrechers spielt.

Davon abgesehen: Mit "Dom" hat Joachim Witt aus meiner Sicht einen Meilenstein der deutschsprachigen Musiklandschaft geschaffen - aber eben nicht unbedingt massenkompatibles Chartfutter. Man muss dieses Album nicht mögen. Ich selbst habe Joachim Witt zweimal im Umfeld der "Bayreuth I"-Veröffentlichung interviewt. Das Album hatte mich damals sehr begeistert. Mit "Dom" toppt er die beiden besten Alben der Bayreuth-Reihe (Bayreuth I und II), wie ich finde, noch einmal deutlich. Dieses Album wird bleiben. Leider aber auch die Menschen, die nicht klüger werden wollen. Personen, die es bevorzugen, die Integrität eines Künstlers anzuzweifeln, der sich nicht davor scheut, zu polarisieren. Beschämend!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herr Witt, danke für Ihr Lebenswerk!, 22. Oktober 2012
Von 
Bota-Jo - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dom (Audio CD)
Offener Brief an Joachim Witt

Sehr geehrter Herr Witt,

seien Sie trotz des Kesseltreibens in Olivgrün, das momentan gegen Sie stattfindet, versichert, dass es Musikfans in Deutschland gibt, die Ihre Musik verstehen. Ihre Musik sowie Ihre Texte haben mir immer sehr viel bedeutet, und das ist auch auf diesem Album so. Sie sind ein sehr eigenwilliger Künstler, deswegen kann ich bei Ihnen leider nicht alles verstehen, aber das muss man ja auch nicht.

Da dies eine Rezension sein soll: für Fans einfühlsamer deutschsprachiger Gothic-Musik ist dieses Album auf jeden Fall ein Hineinhören wert. Dabei darf man keinen Mainstream erwarten, und selbst eingefleischten Witt-Fans wird nicht jedes Lied gefallen. Aber das war bei diesem Sänger schon immer so. Sogar auf dem Klassiker "Bayreuth I" gab es Songs, die ich nicht so besonders toll fand. Jedoch würde ich mir nicht anmaßen, das ganze Album deswegen als schlecht zu bezeichnen.

Es ist richtig, dass man auch auf "Dom" nicht jedes Lied gut finden kann, aber dafür ist die Musik eines eigenwilligen Künstlers, wie Sie einer sind, wohl auch nicht gemacht. Witt-CDs sind irgendwie wie ein Kuchen, aus dem man sich die Rosinen herauspicken muss, aber diese Rosinen sind dann delikat.

Herr Witt, da ich mich sehr gerne an Konzerte der Bayreuth-I- und Bayreuth-II-Tour erinnere, werde ich Sie nun mit Joachim anreden. Dass Rockmusik in Deutschland aus pseudomoralischen Gründen geächtet wird, ist das Werk einiger Schreihälse, aber bestimmt nicht die Einstellung der Mehrheit. Das war ja schon in den 80er Jahren so.

Ich meinerseits bin seit den frühen 80er Jahren Fan von Ihnen und werde es auch bleiben. Die Bundeswehr soll sich darauf konzentrieren, das Land am Hindukusch zu verteidigen. Den Musikgeschmack der Deutschen zu manipulieren darf nicht die Aufgabe einer demokratischen Parlamentsarmee sein.

Joachim, ich habe ein Interview gesehen, in dem Sie sagten, Sie wollten sich nun zurückziehen, auch wegen der negativen Aufmerksamkeit um Ihr Gloria-Video. Überlegen Sie es sich bitte noch einmal. Sie sollten Ihre Entscheidungen auch im Sinne Ihrer Fans treffen, aber bestimmt nicht im Sinne der Bundeswehr oder des Familienministeriums.

Mit freundlichen Grüßen

Bota-Jo
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für mich hat, 7. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dom (Audio CD)
joachim witt mit DOM ganz tolle arbeit abgeliefert. fand schon einige arbeiten der bayreuth - reihe, ganz grosse klasse. doch es war richtig von herrn witt nun einen anderen weg einzuschlagen. allen versuchen die künstlerische arbeitet des menschen witt kaput zu machen, er gehört zu den bemerkenswertesten und zu unrecht verkannten musikern deutschlands. das artwork der limitierten edition ist überrings sehr schön anzuschauen. danke herr witt, für das album!.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Elektro-Comeback des Joachim Witt, 1. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dom (Audio CD)
Im September 2012 beginnt für den einstigen NDW-Star Joachim Witt aus Hamburg der dritte Frühling seiner Karriere. Mit 63 veröffentlicht er sein mittlerweile 13. Studioalbum "DOM" und macht deutlich, dass die 1998 nach 6 Jahren Pause begonnene "Werkreihe Bayreuth" endgültig abgeschlossen ist. Wiederum 6 Jahre nach seinem letzten Werk "Bayreuth 3" und dem ein Jahr später folgenden Best of "Auf ewig" präsentiert sich Witt soundtechnisch und inhaltlich erneut verändert. Er hat bewusst eine Pause eingelegt, unter anderem in London gelebt, und sich musikalisch neu ausgerichtet. Dazu gehört nicht nur der Wechsel der Plattenfirma sowie der Verzicht auf die seit einigen Jahren so dominanten E-Gitarren, sondern auch die Abkehr von seiner früheren Stammband, bestehend aus Uwe Hassbecker, Richie Barton und Jäckie Reznicek von der Band Silly. Die machen mittlerweile ihr eigenes Ding und Witt hat sich neue Kompositionspartner besorgt. "Zentrale Figur", wie er es nennt, ist dabei die englische Songwriterin Michelle Leonard. Weitere kompositorische Unterstützung stammt von Produzent Mirko Schaffer und seinem Team.

In dieser neuen Konstellation entstehen insgesamt 14 Lieder, die sich auf der Doppel-CD der Limited Edition von "DOM" wiederfinden. Wie immer ist die Marke Witt dabei nicht nur musikalisch auf höchstem Niveau unterwegs, auch die Aufmachung ist erstklassig: neben allen Texten gibt es stilvolle Bilder des Künstlers, ein umfassendes Impressum und hochwertiges Cover Artwork von Ronald Reinsberg. Ein derart ausführliches Package ist man von der in diesen Belangen oft recht lieblosen Sony nicht gewohnt.

Zudem produziert die neue Plattenfirma ein sehr aufwändiges und kunstvolles Musikvideo zur ersten Single "Gloria", welche das Album einleitet. Für Joachim Witt ist dieser Titel nach seinen größten Hits "Der Goldene Reiter" (1982) und "Die Flut" (1998) der wichtigste, weil persönlichste seiner Karriere. Tatsächlich ist die Nummer eine wehmütige Ode an die verflossene Liebe im bombastischen Elektro-Gewand und mit kräftiger Streicher-Unterstützung. Textlich ist das nicht weit entfernt von der "Werkreihe Bayreuth" mit ihren grollenden, depressiv-pessimistischen Gefühlsbeschreibungen. Und auch musikalisch geht es weiterhin bombastisch und emotional zu, doch die schneidenden Gitarren und die Barock-Reminiszensen fehlen vollständig. Das gibt der Musik einen anderen, nicht ganz so düsteren Charakter. Das Video zum Song löst dennoch eine Kontroverse aus. Die Bundeswehr fühlt sich offensichtlich durch die Darstellung der Soldaten auf den Schlips getreten. Reichlich albern, wenn man die Meinungsfreheit mit Füßen tritt.
"Gloria" ist sicher eine beeindruckende Komposition. Beim ersten Hören aber hat sie mich etwas enttäuscht. Ich weiß nicht genau was mir daran fehlt, aber sie reißt mich nicht vollends mit. Der Charteinstieg auf Position 84 zeigt aber, dass sich offenbar ein Markt dafür findet. Gut so.

"Jetzt geh" hingegen ist der Wahnsinn. Was für ein sensationelles Stück! Angetrieben von pumpender Bassdrum und energetischem Schlagzeug entwickelt sich ein echter Hit. Der Refrain packt sofort, das Keyboard tänzelt leichtfüßig, überall sprühen die bunten Funken und man fühlt sich einfach gut. Textlich könnte es sich um eine Hymne für sämtliche Fußballstars der Welt handeln, die kurz davor stehen, Geschichte zu schreiben. Dieses Lied symbolisiert genau das, was Witt am Besten kann: Emotion. Es breitet einen gewaltigen Klangteppich aus, in den man sich sanft fallen lassen kann. Dass es sich im Prinzip um ein klassisches Schlager-Arrangement handelt, spielt dabei keine Rolle. Das ist einfach nur Musik mit Tiefgang. Wer nicht auf Emotionen steht, sollte von Witt ohnehin die Finger lassen.

Das gilt auch für die traurige Ballade "Tränen". Begleitet von Akustik-Gitarre und Streichern wiegt sich Witt im Schmerz. Zunächst plätschtert die Nummer etwas vor sich hin, je mehr man sie aber hört, desto stärker wird sie. Hätte auch gut auf die Werkreihe Bayreuth gepasst.

"Blut" ist der einzige Song, auf dem Witts jahrelange Background-Sängerin Nadja-Marie Saeger zu hören ist. Die Strofen sind interessant und abwechslungsreich gehalten, der Refrain aber klingt dann doch etwas zäh und langatmig. Nicht die stärkste Nummer der CD.

"Königreich" dagegen vermag sofort zu fesseln. Trotz der nervig klatschenden Elektro-Snare gefallen der gebrochene Gesang und ganz besonders der wuchtige Refrain. Man stelle sich jetzt noch fette Gitarren dazu vor und schon wäre man wieder in den Jahren 1998-2006. Die Zeile "Wir sind alle mehr als nur ein Gesicht im Datensturm" sticht besonders hervor. Stark.

Das Klavierbegleitete "Beben" ist trotz seiners Schlager-Refrains ziemlich bewegend. Witt lässt wieder mal große Gefühle zu und zeigt, dass ihm auf diesem Gebiet in Deutschland keiner voraus ist. So herzergreifend emotionale Musik kann nur er.

Die beiden folgenden Nummern sind für mich die stärksten der Platte. Zunächst ist da "Mut eines Kriegers". Die klatschende Elektro-Snare ist zwar wieder zurück, aber das straighte Arrangement und vor allem der dynamische Chorus erzeugen Gänsehaut. Erinnert an hymnische Großtaten wie "Krieger des Lichts" oder "Eisenherz".

Mein ganz großer Favorit aber heißt "Licht im Ozean". Was für ein sensationeller Refrain. Das ist Witt wie ich ihn liebe: traurig, mit tiefer Stimme und in dramatischem Soundgewand. An diesem Titel kann ich mich gar nicht satthören, er reisst von der ersten Sekunde an mit. Ganz, ganz große Gefühls-Kunst! Das ist Joachims persönliche "Grosse Freiheit". Erinnert von der Intensität her an "Über den Ozean" aus "Bayreuth 2" (2000). Einfach Wahnsinn.

"Komm nie wieder zurück" bewegt sich dann verdächtig nahe an der Grenze zum Kitsch, kriegt aber gerade noch die Kurve. Fast hätte es Witt übertrieben mit seinem Gefühlssturm. Doch nur fast. Geht durchaus in Ordnung, ist aber hauptsächlich was für besonders gefühlige Stunden.

"Leichtsinn" kommt zunächst noch spannend im Tango-Rhythmus daher, überschreitet dann aber endgültig die Kitsch-Grenze im Refrain. Nicht nur, dass er inszenatorisch nicht zum Rest des Titels passt. Er ist zudem viel zu überladen und aufgeblasen. Klingt fast wie die eins zu eins Kopie des schlimmen Kitschbolzens "Tief in der Tiefe" von "Bayreuth 3" (2006). Das ist ganz einfach ein Ausfall, der nicht hätte sein müssen.

Das Abschlusstück "Untergehen" soll wohl den melancholischen Rausschmeisser geben, nervt aber ziemlich. Das liegt besonders an der übertriebenen Art, wie Michelle Leonard die weibliche Stimme im Refrain singt. Leider auch ein Ausfall.

In der regulären Version ist das Album hier zu Ende. Die Limited Edition bietet auf einer zweiten CD noch zusätzliche Tracks. Den Auftakt macht "DOM", eine knapp zweieinhalb-minütige dramatische Hymne. Richtig stark und interessant gestaltet ist es, das Titelstück, das leider nicht den Weg auf die erste Seite gefunden hat.

Das gilt auch für "Mädchen", den Bonustrack der "Gloria"-Single. Dabei ist genau dieser Titel einer der stärksten neuen Kompositionen. Könnte direkt aus einem der Bayreuth-Alben stammen, nur dass eben die Gitarren fehlen. Es stimmt wirklich alles und man hätte damit einen der beiden letzten Kitschklumpen von Seite 1 ersetzen können.

Die tieftraurige Klavier-Ballade "Rose-Marie" klingt, als entstamme sie unmittelbar aus Schuberts Vertonung des Liedzyklus "Winterreise". Gerade wegen der reduzierten Instrumentierung ein überzeugendes, andersartiges Stück.

"Shut the F*** up" setzt anschließend den Gegenpart mit seinen hämmernden Elektro-Beats und dem "Herbergsvater" Stakkato-Rhythmus. Witt übt mächtig Gesellschaftskritik und haut nochmal auf die Kacke. Ein bisschen peinlich, aber trotzdem irgendwie spaßig.

Außerdem finden sich auf der zweiten CD noch die bisher unveröffentlichte englische Version von "Goldener Reiter" und "Hundert Leiber" aus "Bayreuth 3", "Das geht tief" aus "Bayreuth 1", sowie der Radio Mix von "Gloria". Hätte alles nicht unbedingt sein müssen, weil man als Fan die Titel schon hat und es keinen spezifischen Grund dafür gibt, weshalb Neuhörer ausgerechnet diese Nummern kennen lernen müssten. Irgendwie musste man die Bonus-Section ja füllen.

Wäre die zweite Seite mit ihren drei bärenstarken Nummern nicht, "DOM" würde einen ziemlich zwiegespaltenen Eindruck hinterlassen. Einerseits findet sich herausragendes, andererseits auch recht durchschnittliches und sogar schwaches Material. Der Sound hingegen ist angenehm modern gehalten und kann mit anderen aktuellen Produktionen unserer Zeit mithalten. Das ist definitiv ein Pluspunkt. Außerdem hat Joachim Witt (bis auf eine Ausnahme) von den zuletzt sehr (Links-)politischen Statements abgelassen, was ebenfalls angenehm ist. Des Weiteren muss man ihm zu Gute halten, dass er nicht sein altes Muster reproduziert, sondern einen neuen Weg eingeschlagen hat. Der komplette Verzicht auf die harten Gitarren ist mir aber etwas zu rigoros. An manchen Stellen hätten sie den Songs das entscheidende Quäntchen Power hinzufügen können.

Letztlich überwiegt die Freude über ein neues Witt-Album die eine oder andere Schwachstelle. Endlich ist er zurück und das mit einem guten, aber nicht überragenden Werk. Gäbe es 3,5 Sterne - diese Platte hätte sie verdient. Witt schafft das lang ersehnte Comeback mit Pauken und Trompeten, die Platte geht bis auf Platz 8 der deutschen Charts. Und das völlig zu recht, denn ein derart intelligenter und sprachgewandter Künstler wie Joachim Witt tut der eindimensionalen deutschen Popszene sehr, sehr gut.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unfassbar gut!, 29. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Dom (Audio CD)
Je älter Witt wird, umso besser wird er. Ich war nie ein waschechter Fan und mochte bisher nur die langsamen, nachdenklichen Titel, von denen es zum Glück viele bei ihm gibt. Dieses Album hat mich dann aber schlicht umgehauen. Eindringlich und tief unter die Haut gehend. Sowohl textlich als auch - und insbesondere - musikalisch ein opulentes Meisterwerk deutschsprachiger Musik! Wie gesagt, ich war kein echter Fan, nun hat er mich.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


31 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Er kann es also noch, 29. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Dom (Audio CD)
Also, nach 5 oder 6 Jahren (je wie man es nimmt) wieder ein neues Witt Album. Ich hatte nach der langen Zeit der Stille ehrlich gesagt schon angefangen zu zweifeln. Hat er noch die Kraft und Inspiration ? Kommt da überhaupt noch etwas Brauchbares ? Die letzten Alben waren nicht wirklich schlecht, aber an meinen Liebling Bayreuth 2 ist seitdem nichts mehr richtig herangelangt. Und auch etwas eingefahren und "recycled" klangen dann manche Songs der letzten Jahre. Also, Skepsis war durchaus angebracht. Dann vor ein paar Wochen wie aus heiterem Himmel die Ankündigung zu einem neuen Album. Schon die Vorabsingle Gloria hat so gut wie alle Zweifel in mir verwischt. Und nun ist das neue Album endlich da und gefällt mir richtig gut. Es ist ein typisches Witt Album, welches das Rad nicht neu erfindet. Also wo Witt drauf steht, ist auch Witt drin. Allerdings konzentriert sich der Meister hier wieder ganz fokussiert auf seine Kernkompetenzen. Die Songs sind sehr ausgefeilt produziert und intelligent instrumentiert. Nicht einfach Brachial-Gitarre mit ein paar Streichern hinterlegt, sondern alles mit Sinn und Verstand. Die Texte sind überwiegend nachdenklich und düster - anscheinend aus persönlichem Erleben des Künstlers mit dem Schwerpunkt auf Trennung / Abschied, aber irgendwie ist immer eine Hoffnung auf Neuanfang und Licht zu erkennen. Mit fällt es derzeit schwer, Lieblingssongs oder Schwächen herauszusortieren, denn das Album "wächst" bei mir mit jedem Durchgang. Ebenfalls ein gutes Zeichen. Wer nicht eingefleischter Fan ist, kann meiner Meinung nach zur 1-CD Version greifen. Der Inhalt der zweiten CD ist schon etwas diskutabel, aber natürlich ist alleine der goldene Reiter in der nie gehörten englischen Urversion sein Geld wert. Und während Groenemeyer und Westernhagen weiterhin die Massen begeistern und die Millionen zählen, wird Joachim Witt auch mit diesem Album nicht in diese Liga vorstoßen. Und das ist - mit Verlaub - auch ganz gut so. Wer auf etwas mehr Schwermütigkeit, Niveau und Individualität steht, wird in diesem Dom eine neue Heimat für lange Zeit finden. Ja, ja, ja super, kann ich da nur zusammenfassen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Starker Auftritt Herr Witt!!, 9. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: DOM (MP3-Download)
Joachim Witt legt mit "Dom" einen ganz starken Auftritt hin!!
Die Texte habe-meiner Meinung nach-sehr viel Tiefgang und sind instrumental sehr gut unterlegt.
Keines der einzelnen Musikstücke läßt Langeweile aufkommen.
Ein geniales Comback von Joachim Witt!
Augen zu und genießen.
Von mir ganz klar 5 Sterne.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der goldenen Reiter im Reich der Seele, 27. Oktober 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Dom (Audio CD)
Joachim Witt ist eine Legende der Neuen Deutschen Welle. Der goldene Reiter hat ihn deutschlandweit bekannt gemacht. Ob dieser Song, wie bei vielen Musikern ähnlich, Segen oder Fluch für seinen weiteren musikalischen Weg bedeuten sollte, kann nur Joachim selbst erklären. Zumindest ist dieser Song aus den 80ern mittlerweile genau so weit von der Musik Joachim Witts entfernt, wie das Jahr 2012 von jener glorreichen Zeit der Musikgeschichte, die noch heute als besonderes Zeitalter zurecht verehrt wird.

Dabei bietet Joachim eine interessante persönliche Musikgeschichte, die mich ein wenig faszinieren kann. Wenn man sich den Weg von Joachim anschaut, dann landet man nicht nur in der Neuen Deutschen Welle, sondern kann sich auch zielgerichtet in der alternativen Musikszene bewegen, die jeglichen übertrieben Sinn für materielle Musik verloren haben mag. Das dieses nicht ganz unerfolgreich sein muss sollten solche Ausflüge wie Bayreuth 1, Bayreuth 2 und Eisenherz, die sich in Richtung NEUER DEUTSCHER HÄRTE orientieren und ihren bekanntesten Song DIE FLUT (eine Gemeinschaftsproduktion mit Peter Heppner) hervorbringt.

Eines sollten die ewig Gestrigen einmal begreifen:

Der goldene Reiter ist solide auf seinem musikalischen Pfad unterwegs, um mit dem Mut eines Krieger ein Königreich zu erobern, Blut und Tränen zu vergießen und um ohne Leichtsinn dem Licht im Ozean folgend schwere Beben zu überstehen. Er ist gegangen, um nie wieder zurück zu kommen, trotzdem wird Joachim auch in Zukunft nie untergehen. So oder so ähnlich stellt sich mir das 2012er Album DOM von Joachim Witt vor, was mich zu dieser kleinen Wortspielerei verleitet, indem ich die einzelnen Songs zu einem großen Ganzen verschachtelt habe und so eine vielleicht mystische Botschaft, die sich mir beim Hören des Album eröffnen konnte, sichtbar wird. Diese sehr eigenwillige Interpretation meinerseits sollte vielleicht für viel Diskussionstoff sorgen, zeigt aber, dass die geschmacklichen Blüten eines jeden recht eigensinnige Empfindungen hervorbringen kann.

Der golden Reiter ist reif geworden, um genau diese Art der Musik zu leben. Tiefgang und Seelenschwere mit deutschen Texten - das kennzeichnet DOM. Witt singt von Abschied, Schmerz, Verlangen, Schuld, Selbstfindung, Aufstehen und nach vorne gehen in einer bindenden und faszinierenden Form der Wortwindung, dass es mir den Atem raubt und mich in seinen Bann zieht. DOM ist eines der Alben, die mich alles andere um mich herum vergessen lässt. Ich gebe mich dieser außergewöhnlichen Melancholie bereitwillig hin und lasse mich von einer wunderschönen und greifbaren Atmosphäre gefangen nehmen, die durch ihre Melodien zu einem spannenden Universum der dunklen Emotionen verbunden wird.

Der Einstieg in das Album gelingt spielend. Gloria öffnet das Tor zu einer unsagbaren musikalischen Welt des eigenen Unterbewusstseins, in dem man die nächsten 51 Minuten sich frei bewegen darf. Dabei ist GLORIA musikalisch die erfolgreichste Nummer meines Geschmacks. Es verbindet einen mystischen Soundteppich mit einem einfachen und gängigen Drumgefüge und einer gedrückt klingenden Stimmlage. Grandios umgesetzt! Witt lässt jeden Raum, um seine eigenen Gedanken in die Songs zu interpretieren und die Songs so zu ganz eigenen Gebilde werden zu lassen. Spätestens bei JETZT GEH kann ich in diese Richtung assoziieren. Wenn man von einem Gang singt durch den man zu den Massen gelangt, dann bin ich sehr schnell bei meiner Lieblingssportart Fußball, die dieses allwöchentlich zum Erlebnis werden lässt, auch wenn es seitens Joachim Witt nie in dieser Richtung gemeint war.TRÄNEN ist eine der Nummer des Album, die mich durch ihren Inhalt und ihrer leicht klassische Interpretation sehr beeindrucken. Hier finde ich die Art der Wortführung sehr gekonnt. So etwas in dieser Art beschreiben zu können zeugt von ganz großer Qualität. KÖNIGREICH steht diesem Song in nichts nach und beschreibt ein wenig (in meinen Augen) eine unpersönliche Welt der einsamen Datenkommunikation, in die wir uns flüchten, um unser ganz persönliches Empfinden nach Glück und Zufriedenheit zu finden. BEBEN und UNTERGEHEN profitieren hingegen vom Hin und Her der Stimmen von Joachim Witt und seiner Gesangspartnerinnen. Gerade die weiblichen und leicht elfenhaft klingenden Stimmen bringen einen unendlichen Schub in die Songs. LICHT IM OZEAN wird durch seinen drum orientierten Pop mit klavierlastiger und symphonischer Begleitung zu einer sehr schönen Hoffnungsummer.

DOM ist aus meiner Sicht ein sehr ausgereiftes und gelungenes Werk. Einen vielbeschrieben Vergleich zu den Songs vom Graf und Unheilig kann ich aber nicht erkennen. Alle Songs heben sich deutlich von der Musik von Unheilig ab. Sie sind vielleicht in selben musikalischen Kategorien einzuordnen, sind aber von Grund auf zu unterschiedlich, um diesem Vergleich stand zu halten. Joachim Witt geht mit DOM sicherlich auf eine Reise mit melancholischer Tiefe, bleibt aber dem NDH und den schlagerhaften Balladen sehr weit fern und kann so ein eigenes musikalisches Königreich bauen, was mir sehr zugesagt hat...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste Witt seit "Bayreuth Eins", 28. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Dom [Vinyl LP] [Vinyl LP] [Vinyl LP] (Vinyl)
Ich habe mich für die Vinyl entschieden und bereue es keine Sekunde. Die Lieder sind voller Gefühl, Kraft und z.T. sehr emotional. "Tränen","Leichtsinn" und "Untergehen" sind meine Favoriten. Witt hat endlich wieder zu alter Stärke zurückgefunden, nachdem die letzten Alben eher enttäuschend waren.
Was ich aber sehr arm finde, sind die Besserwisser, die eine Rezension schreiben, nur um etwas schlecht zu machen. Die Freiheit, für die sie angeblich kämpfen, treten sie hier mit Füssen.
Letztendlich muss ich den Besserwissern sogar dankbar sein. Ohne den Wirbel um das Video "Gloria" wäre ich auf diesen musikalischen Leckerbissen vielleicht gar nicht aufmerksam geworden und das wäre doch schade, oder?
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 213 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

DOM
DOM von Joachim Witt
MP3-Album kaufenEUR 8,49
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen