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5.0 von 5 Sternen Im Herzen Amerikas
Diese, meine erste Rezension muß sein ! Lieber Vorrezensent "Phil". Statt solche Rezensionen zu schreiben empfehle ich eine Selbsthilfegruppe für Jackson - maniacs. Alle die sich ansonsten für in sehr persönlichem Stil gehaltene, dadurch zwangsläufig auch sehr persönlich geprägte, Einblicke in's Hier und Jetzt Amerikas der Neuzeit...
Veröffentlicht am 1. November 2012 von Psychocandy

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vom Ende Amerikas aus leicht bekiffter Perspektive
Wenn man den Klappentexten des vorliegenden Buches glauben darf, dann hat man hier ganz großen Journalismus vor sich. "John! Jeremiah! Sullivan! Ein Mann, ein Buch ein Wunder!" jubelt der Tagesspiegel und selbst die Frankfurter Sonntagszeitung lobt Sullivan als einen, "der schreiben kann, dass einem der Mund offen stehen bleibt."

Da ist man...
Vor 10 Monaten von euripides50 veröffentlicht


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33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im Herzen Amerikas, 1. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Pulphead. Vom Ende Amerikas (Taschenbuch)
Diese, meine erste Rezension muß sein ! Lieber Vorrezensent "Phil". Statt solche Rezensionen zu schreiben empfehle ich eine Selbsthilfegruppe für Jackson - maniacs. Alle die sich ansonsten für in sehr persönlichem Stil gehaltene, dadurch zwangsläufig auch sehr persönlich geprägte, Einblicke in's Hier und Jetzt Amerikas der Neuzeit interessieren : Bitte lesen ! Uneitel, unverkrampft, auch respektlos führt hier jemand durch ein Land, dass uns angeblich so vertraut ist - tja, so kann man sich täuschen. Das da dem einen oder anderem " Phil" seine Illusionen flöten gehen ist doppelt wünschenswert, wenn manchem auch nicht genehm, schärft aber auf unterhaltsame, literarisch ansprechende Weise den Blick. Sollte der etwa bei Herrn Jackson seine höchste Messlatte erreichen ?
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vom Ende Amerikas aus leicht bekiffter Perspektive, 20. Mai 2014
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pulphead. Vom Ende Amerikas (Taschenbuch)
Wenn man den Klappentexten des vorliegenden Buches glauben darf, dann hat man hier ganz großen Journalismus vor sich. "John! Jeremiah! Sullivan! Ein Mann, ein Buch ein Wunder!" jubelt der Tagesspiegel und selbst die Frankfurter Sonntagszeitung lobt Sullivan als einen, "der schreiben kann, dass einem der Mund offen stehen bleibt."

Da ist man natürlich gespannt darauf, die 15 Reportagen zu lesen, die „vom Ende Amerikas“ berichten. Zunächst imponiert tatsächlich das Themenspektrum, das der Autor in „Pulp Head“ entfaltet: Als Gast eines evangelikalen Musikfestivals, einer Tea Party Demo, als Augenzeuge der Verwüstungen nach der Katrina-Katastrophe begibt sich der Autor mitten hinein in die Untiefen der amerikanischen Wirklichkeit und weiß über Stimmungen und Details durchaus lesenswert zu erzählen. Er recherchiert über den Werdegang von Michael Jackson, Reality Shows, die altamerikanische Mississippi Kultur, die Bedeutung zunehmender Delphinattacken auf Menschen und das Leben eines exzentrischen Naturforschers, und was er dabei erlebt, erzählt und beurteilt, macht ganz bestimmt niemanden dümmer, als er vorher schon war.

Aber macht es ihn auch klüger? Das heißt, vermitteln die Reportagen dem Leser ein angemesseneres Bild der USA als man es aus den landläufigen Landeskunden gewinnen kann? Was bestimmte Trash-Tendenzen der amerikanischen Kultur wie etwa die Verblödungstendenzen moderner Massenmedien, die Enthemmungserscheinungen durch Drogen, Alkohol und Gewalt betrifft, durchaus – hier ist Sullivan, obwohl selbst ein erfahrener Kiffer, ganz ironisierender Bildungsbürger, der den Finger auf die Wunden legt, an denen er sich selbst gerne kratzt. Auch bestimmte Details wie etwa über den Werdegang von Michael Jackson oder die Erforschung der altindianischen Kulturen werden den Wissenstand jedes Amerikainteressierten bereichern. In dieser Hinsicht ist die Lektüre des Buches ein Gewinn, wenngleich bei weitem nicht die Offenbarung, als die ihn die Klappentexter ankündigen (Oder gehören diese Werbesprüche auch schon zur Trash-Kultur?)

Auch was Sullivans politische Wertungen betrifft, bin ich dem Autor zu Dank verpflichtet, vermittelte mir doch die Lektüre seines Buches zum ersten Mal eine Einsicht, die ich immer schon geahnt habe, ohne sie bislang formulieren zu können: Ähnlich wie die Indianer des 19. Jahrhunderts, die nie selbst zu Wort kamen sondern der Außenwelt immer nur mit den Augen der Weißen dargestellt wurden, verfügt auch das konservative Amerika außerhalb der USA und namentlich in Europa über keine eigene Selbstdarstellung, sondern es wird den Lesern in Übersee vorwiegend aus linker „fortschrittlicher“ Sicht präsentiert. Kein Denken daran, dass etwa in dem Kapitel „In unserem Amerika“ dem Leser die Problematik der geplanten amerikanischen Krankenversicherung auch nur im Ansatz erörtert würde - stattdessen erscheinen die Gegner der Reform entweder als von dunklen Finanzmächten ferngesteuert oder einfach nur als egoistisch, durchgeknallt oder rassistisch. "Diese Leute erinnerten mich an jene alten Russen, die jeden Winter mit pro-sowjetischen Plakaten aus ihren Löchern kriechen"(S.207). Was die eigene Seinsweise und Moral betrifft, ist Sullivan jedoch von entwaffnender Ehrlichkeit: Als er zusammen mit seinen Kindern und der Familie eines Freundes Disneyland in Florida besucht, verdrückt er sich zusammen mit seinem Kumpel regelmäßig in die Ecke des Parks, um einen Joint zu rauchen, während die Kinder Achterbahn fahren. Es ist nicht zuletzt diese unfreiwillige Selbstdekuvrierung, die den Leser am Ende wieder mit dem Buch versöhnt, kann er sich auf diese weise doch selbst sein Urteil über das konservative und das "fortschrittliche“ Amerika bilden.
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3.0 von 5 Sternen Nicht Schlecht..., 24. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Pulphead. Vom Ende Amerikas (Taschenbuch)
Wenn ich ehrlich sein darf, muss ich zugeben, dass ich noch nicht das gesamte Buch gelesen habe. Ich nehme es ab und zu auf Zugfahrten zur Hand, um mich etwas zu unterhalten.
Bisher hatte ich hier und da ein paar witzige Momente und insbesondere als Atheist spricht mich die erste Geschichte über Religion, den (neuen?) Trend der Eventkultur und Gläubige verschiedener protestantischer Kirchen/Sekten, die Sullivan bei seinem Aufenthalt kennenlernte, besonders an. Vom Ende Amerikas ist eigentlich nichts zu merken. Vielleicht ist es der Subtext der ironisch sein möchte. Eine explizite kritische Haltung gegenüber dem Leben der Amerikaner, fand ich jedoch keine. Falls ich in diesem Punkt falsch liegen sollte, bin ich für Ergänzungen offen und falls sich beim Lesen neue Erkenntnisse ergeben, werde ich diese hier vorstellen.
Pulphead gibt es anscheinend im Einzelhandel schon für Hälfte des Geldes, was ich mich ein wenig verwundert, da ich immer dachte, dass Buchpreise immer gleich sind. Ich habs mir im Bahnhof Broschürt für 10€ gekauft.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen popkultureller blick auf amerika, 1. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Pulphead. Vom Ende Amerikas (Taschenbuch)
ich habe das buch mit großem gewinn gelesen; jedes einzelne kapitel wirft einen detaillierten blick auf phänomene des modernen lebens und gemeinsam malen sie ein wunderbares sittengemälde der usa. einfach nur großartig.
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3.0 von 5 Sternen Was Sie schon immer über Amerika wussten, aber nie hören wollen..., 6. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pulphead. Vom Ende Amerikas (Taschenbuch)
Was Sie schon immer über Amerika wussten, aber nie hören wollten... wer in USA gearbeitet hat wird zustimmen, die verklärten Gutmenschen als Touristen werden davon aber nichts wahrnehmen (wollen)
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen In bester Gonzo-Tradition,, 12. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pulphead. Vom Ende Amerikas (Taschenbuch)
aber bei weiten nicht so konsequent wie HST. Eine etwas verzagte Reise ins Herz des Amerikanischen Traums, wobei sicher nicht jede Geschichte jeden anspricht. So interessiert mich zum Beispiel Michael Jackson nicht die Bohne, ein paar Geschichten über echte Leute wären da noch besser gewesen. Dennoch: Lesenswert.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Außergewöhnliche Geschichten, 5. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Pulphead. Vom Ende Amerikas (Taschenbuch)
Pulphead ist endlich mal wieder ein außergewöhnliches Buch von einem amerikanischen Autor. John Jeremiah Sullivan führt seine LeserInnen durch eine USA die man als Tourist oder USA-Dokuseher so nicht kennenlernt.

Er schafft es jeder Geschichte über die er schreibt noch etwas ganz interessantes hinzuzufügen. So werden Michael Jackson Fans mit Hirn ihn für "Michael" lieben. Er ist kritisch gegenüber Jackson aber er macht auch klar das hinter den Kindsmissbrauchvorwürfen nie etwas ernsthaftes war. Zudem stellt er die Einmaligkeit von ihm klar. Er beschreibt aber auch die Abgründe dessen Lebens.

Das Buch beginnt mit einer schrägen Story. Der Autor begibt sich auf ein christliches Popfestival und trifft dort eine Truppe harter Jungs die ihm vollkommen sympathisch sind. Jungs mit Tätowierungen, Schlägerbiografie und der Leidenschaft überall noch Tiere zu erlegen - die aber Gott über alles lieben. Das war für mich schon mal ein interessanter Einstieg.

In der nächsten Geschichte geht es um Axl Rose. Ich war nie ein Fan von GunsŽn Roses aber der Autor schafft es die Lebensgeschichte von ihm so interessant darzustellen das ich auch diese Story mochte. Und dann kommen die wirklich interessanten Geschichten!

Das Buch ist voller Storys über Musik - Axl Rose, Michael Jackson, Geister des Blues - und dann auch wieder über einen exzentrischen Naturforscher. Dann kommt eine Geschichte über eine Tea Party Demonstration.

Da war ich dann zuerst schockiert da ich diese idiotische antisoziale Bewegung nicht ausstehen kann. Schnell wird aber klar das der Autor mitdemonstrierte aber kein Anhänger der Bewegung ist. Konservativ auf seine eigene Art ist er aber zweifellos.

Sullivan schreibt auch darüber wie er sein Haus an die Macher einer Fernsehserie vermietete (Peytons Haus in One Tree Hill) oder er einen "Star" einer MTV Show begleitete. Das war dann weniger interessant. für mich, insgesamt ergeben alle Geschichten aber einen sehr interessanten Einblick in die US-Kultur bzw. Nichtkultur. James Wood meinte im »New Yorker«, das man genau so im neuen Jahrtausend schreiben müsse. Kann sein. Sullivan liefert leicht verdauliche Happen. Geschichten die 20 oder 30 Seiten lang sind. Etwas zu schräg fand ich nur die Geschichte über Tiere die Menschen angreifen. Was die soll war mir nach Lesen des Buchs auch nicht klar. Sullivan beschreibt darin Vorfälle in denen Tiere Menschen angriffen und töteten. So weit so real. Dann aber erfindet er einiges (was er am Ende der Geschichte zugibt) und ich fragte mich da doch was dies soll?
Dafür wurde ich mit einer Geschichte über die amerikanischen Ureinwohner entschädigt. Die zeigt welche Hochkultur diese vor den Europäern gründeten.

Insgesamt ist das Buch eine sehr interessante, unterhaltsame und auch informative Sammlung lesenswerter Geschichten. Nur der deutsche Titel passt meiner Ansicht nach nicht. Um das "Ende Amerikas" gehts nie.

4,5 von 5 Sternen, plus einer klaren Empfehlung
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4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Erwartung nicht erfüllt, 2. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pulphead: Vom Ende Amerikas (suhrkamp taschenbuch) (Kindle Edition)
Ein Sammelsurium etwas schräger Stories mit überwiegend langweiligen Inhalten. Wer Reportagen zur Lage der Nation erwartet, wie der Untertitel suggeriert, wird enttäuscht.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesen, bitte., 13. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Pulphead. Vom Ende Amerikas (Taschenbuch)
Tolle, wahre Geschichten aus Amerika von einem sympathischen Autor und das unter schön gestalteten Softcoverdeckeln.
Mehr braucht das Teil nicht, um es zu empfehlen.
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2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen American Essays, 18. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Pulphead. Vom Ende Amerikas (Taschenbuch)
„Pulphead“ ist eine Sammlung von Essays des amerikanischen Autors und Herausgebers John Jeremiah Sullivan, die alle bereits in verschiedenen Magazinen (Gentlemen’s Quarterly, New Yorks Time Magazine, Harper’s Magazine etc.), für die Sullivan regelmäßig schreibt, veröffentlicht wurden. Der 39jährige Sulllivan veröffentlichte mit „Pulphead“ 2011 sein zweites Buch und gewann bereits diverse Preise. In Kentucky geboren lebt er mittlerweile mit Frau und Tochter in North Carolina. Die Artikel, die in „Pulphead“ zusammengefasst und partiell umgeschrieben wurden, erschienen von 1999 bis 2011.

Sullivan widmet sich in „Pulphead“ unterschiedlichsten Themen. Er besucht ein christliches Rockfestival, wo er urige Naturburschen mit rauem Aussehen, aber tiefster religiöser Überzeugung trifft. Er berichtet über das Comeback von Guns ’n Roses-Frontmann Axl Rose oder auch den Beinahe-Tod von einem seiner Brüder. Für seinen Artikel „Mr. Lytle“ gewann er den Pushcart Prize sowie den National Magazine Award. Sullivan lebte eine zeitlang bei dem Literaturprofessor und Romancier, den er pflegte und von dem er, damals Anfang 20, noch Einiges zu lernen vermochte, auch wenn Lytle schon an beginnender Demenz litt. Sullivan berichtet über einen prägenden Familienausflug nach Disney World, die Auswirkungen des Hurrikans Katrina in den Südstaaten der USA, über Michael Jackson, über eine Demonstration der Tea-Party-Bewegung und darüber, wie er einst sein Haus an die Produzenten der Serie „One Tree Hill“ vermietet hat, damit diese dort diverse Folgen der Serie drehen konnten. Und ein Interview mit Bunny Wailer, einem ehemaligen Bandkollegen von Bob Marley und selbst erfolgreichem Reggaesänger, ist auch dabei. Daneben gibt es noch weitere Geschichten, so dass „Pulphead“ insgesamt auf 15 Essays kommt.

Sullivan ist zweifellos ein begabter Autor. Man merkt seinem überwiegend hochwertigen Schreibstil an, dass der Mann gelernt hat, was er mittlerweile als Beruf ausübt. Und sicherlich ist er als talentierter und langjähriger Autor und Journalist bestens geeignet, verschiedenste Artikel über sein Land, seine Bewohner und deren ganz spezifischen Eigenheiten zu schreiben. Die Frage ist nur, wen so etwas wirklich interessiert. Ich muss leider zugeben, dass mir „Pulphead“ überhaupt nicht gefallen hat. Keines der 15 Essays hat mir wirklich gefallen, weil ich schlichtweg kein Interesse dafür aufbringen konnte. Ob das nun daran liegt, dass das alles eben sehr, sehr amerikanisch ist oder daran, dass mich die einzelnen Themen nicht zu fesseln vermochten, sei dahingestellt. Fakt ist, dass „Pulphead“ zwar durchaus Aufmerksamkeit und Konzentration beim Lesen erfordert, aber für mich letztendlich kaum Lesenswertes barg. Am Interessantesten waren da noch die Abhandlungen über Axl Rose und Michael Jackson, da man hier einige informative Hintergrundinformationen zu diesen Berühmtheiten bekommt, deren Wahrheitsgehalt oder Quellen aber zweifelhaft bleiben.

Die nahezu elegische Abhandlung über den Literaturprofessor Lytle ist zwar sehr persönlich, weil Sullivan den Mann persönlich kannte und mit ihm gelebt hat, vermag Außenstehende aber kaum zu berühren. Der Ausflug nach Disney World summiert eine endlose Abfolge von Reisevorbereitungen, Kifferweisheiten und Themenparkdetails, die kaum von literarischem Nährwert sind. Nahezu bodenlos langweilig wird es bei dem Essay über Höhlenforschung, dem Leben eines Naturforschers oder dem seltsamen und - wie der Autor am Ende des Artikels anmerkt - teilweise frei erfundenen Artikel über die Zukunft der Menschheit. Immer wieder taucht beim Leser (zumindest bei mir) die Frage auf: „Was soll das alles?“ Sullivan schreibt über Dinge, die den einen sicherlich interessieren mögen, viele andere, vor allem Nicht-Amerikaner, wahrscheinlich nicht. Ich hatte auf einen humorvoll-entlarvenden Blick auf eine Nation gehofft, auf verschrobene Eigenheiten derselben, auf ungewöhnliche Geschichten und Details, auf ein buntes, wahres, komisches und faszinierendes Kaleidoskop amerikanischer Befindlichkeiten. Bekommen habe ich hochgestochene, furztrockene, langweilige und ermüdende Geschichten über Dinge, die mich überhaupt nicht interessieren. Schade.

„Pulphead“ entbehrt nicht eines gewissen humoristischen Potenzials, allerdings ist dieses so gering, dass es einen kaum über Dutzende Seiten lang und breit ausgewalzter Belanglosigkeiten hinwegtrösten könnte. Darüber hinaus macht der deutsche Sub-Titel „Vom Ende Amerikas“ überhaupt keinen Sinn, denn Sullivan schreibt keineswegs über das Ende seiner Nation.

Ich glaube, man muss amerikanische Essays einfach mögen, um mit Sullivans Werk etwas anfangen zu können. Man muss bereit sein, sich auf ein sehr breites Themenspektrum einzulassen, das sowohl einen roten Faden als auch eine „Message“ vermissen lässt. „Pulphead“ ist hochwertiges amerikanisches Feuilleton in Reinkultur mit in meinen Augen sehr wenig Substanziellem, in dem der Autor sich allerdings wortreich und ausufernd ergeht. Nur weil man, technisch gesehen, schreiben kann, sich ausdrücken kann und komplizierte Satz- und Gedankenkonstrukte zu entwerfen vermag, heißt das noch nicht, dass man auch etwas (von Belang) zu sagen hätte. Rhetorisch und fachlich kann man Sullivan nichts vorwerfen, inhaltlich allerdings hat mich „Pulphead“ überhaupt nicht überzeugt und stellenweise wirklich bodenlos gelangweilt. Dies allerdings ist wohl, wie immer, Geschmackssache. Für mich daher nur einen von fünf Artikeln, die man wirklich nicht gelesen haben muss.
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Pulphead: Vom Ende Amerikas (suhrkamp taschenbuch)
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