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am 2. September 2012
Nach 2-3 Anläufen hat mich diese CD wirklich gepackt. War ich anfangs noch skeptisch, haben sich die Melodien mit jedem Durchlauf mehr & mehr in meine Gehörgänge eingefräst. Die Kombination Adam Wakeman und Damian Wilson funktioniert wirklich hervorragend. Auch die Basslinien von Lee Pomeroy (It Bites) fügen sich perfekt ein. Bis auf eine Ballade bestehen alle Stücke sowohl aus harten als auch sehr zarten Passagen, die aber alle durchweg sehr melodiös sind. Innerhalb der Stücke gibt es kaum Wiederholungen, vielmehr werden die einzelnen Elemente länger getragen, so dass man sich stets auf eine neue Passage freuen kann. Was aber letztendlich zählt, ist der Gesamteindruck und da kann ich nur sagen WOW!!! Eine wunderbare CD mit einem wunderbaren Sänger, der jedem Lied Ausdrucksstärke verleiht. In der Eclipsed habe ich gelesen, dass die Formation "Headspace" sich noch nicht als Band sieht und vorerst abwartet, wie diese CD ankommt. Ich kann nur hoffen, dass sie super ankommt und viele weitere Scheiben folgen ...
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TOP 1000 REZENSENTam 29. August 2014
Ich versuche es möglichst kurz zusammenzufassen und gleichzeitig gut verdientes Lob auszusprechen.

Fangen wir mit Stand der Prog-Musik an, und was viele unter "Prog" verstehen. Jeder ist anders, klar. Manche Prog-Fans sind Teenager, manche Althasen. Manche werden von Sweep Arpeggios, Polyrhythmen... sehr schnell beeindruckt, manche eben nicht so schnell. Ich als Ex-Musiker persönlich gehöre mittlerweile zu den letzteren Gruppen, bin unter anderem ein Prog Metal Fan seit 80ern. Ich *war* ein DT-Fan seit 1989-90, längst bevor Images and Words rauskam und Prog Metal für viele ein Begriff wurde. Den Tag an dem ich "Images and Words" und "Parallels" gleichzeitig gekauft und zum ersten Mal gehört habe, werde ich nie vergessen!!! Wenn ich alles von Devin Townsend und Ozric Tentacles mal außen vor lasse, die in ihren eigenen "Prog"-Ligen unangefochten ganz alleine spielen, habe ich diese positive Überraschung und Euphorie, auch nach zigfach wiederholtem Zuhören, für Prog Metal seit jenem Tag, inkl. Headspace nur 4! Male wieder erleben dürfen. Der gemeinsame Nenner war immer: ausgereifte Musik, die gelegentlich auch komplizierte Harmonien, Rhythmen oder Strukturen benötigte, um ihre Eleganz auszufalten.

Leider fokussieren heutzutage Prog Bands auf Virtuosität und Gesangsakrobatik, statt Musikalität. "Prog" und "Wankery" werden oft zu Recht im gleichen Satz erwähnt. Seit Mitte 90ern finde ich DT als Platzhirsch, ihre Klone, und all diese Bands die man schnell "Prog Irgendwas Metal" bezeichnet einfach langweilig. Nicht "einfach", sondern "einfach langweilig". Was rein technisches Können, mathematische Versteckspiele, Max-Noten-Pro-Sekunde Wahnsinn anbelangt, das haben Mahavishnu Orchestra, Weather Report, Frank Zappa, etc. alles schon vor 30, 40 Jahren, viel kreativer, musikalischer und technisch besser gemacht, als Progger es heute noch nicht können. Tech, Math, Djent Bands haben ebenfalls alle Progger, trotz ihren ach so virtuosen GIT/PIT/Juilliard/Berklee Alumnat-Besatzungen längst überholt. Aber eben das ist nicht was ich als Musik genießen möchte: Etüdenaufnahmen und Riff-Flickwerke zum Studieren. Nein, aus dem naiven Alter bin ich raus. Tempowechsel, überlange Songs und vor allem Virtuosität sind nur Mittel, um sich grenzenlos auszudrücken, nicht der Zweck der Übung. Diesen Fehler sieht man am besten bei DTs Entscheidung für Mangini: ein hochkaratiger Techniker der seinesglichen sucht... aber eben kein Visionär wie Portnoy. Ironisch: Mangini ist selber ein kleiner, italienischer Virtuose/Stunt-Drummer und hat mit dem Original zusammengespielt; vielleicht dachten DT, das sei die Zauberformel für gute Musik. (Wer den Seitenhieb erkennt, soll ruhig kurz Hallo sagen :) Ich war so froh dass Jarzombek, einer der kreativsten und besten Schlagzeuger unserer Zeit, abgesagt hatte, sonst müsste ich mir wieder DT anhören, die genauso billig und emotionslos klingen wie ihre eigenen Klone. Schade. Sie hatte ich angegöttert!

Genug geplappert und gebasht. Jetzt kommen wir zu Headspace und ihrem Platz in dieser übersättigten Prog-Szene mit wenigen mutigen Bands. Haben sie überhaupt eine Chance?

Ja, und wie! Headspaces Debüt-Album ist keinesfalls ein typisches Prog-Album, wie man unter Prog großzügig versteht. Es ist weder zu simpel-gestrickt bei Prog-Standards, egal wie man sie setzt, noch zu kompliziert zum Headbangen. Als Musiker sind die Herren von Headspace keine Neulinge mit ihren Instrumenten, denn alle haben ihre Vollzeit-Bands (Damien, Rinaldi, Pomeroy) bzw. Jobs als Studio-Musiker (Brook, Wakeman). Also ihre Fähigkeiten bloß nicht unterschätzen, sie können mit den Besten der Prog-Musiker mithalten. Aber sie halten sich angenehm zurück, wenn die Musik mehr Luft und Ruhe braucht. Es gibt so gut wie keine Note, die überflüssig wirkt. Die Kollegen wissen wie man Leute richtig aus den Socken rausrockt!

Der beste Vergleich mit den "4 o.n.g. geheimen" Alben wäre meiner Meinung nach zum Sieges Evens Magnum Opus "The Art of Navigating by the Stars", was meine Haltung gegenüber modernem Prog tief verändert hat. Die Musik ist ähnlich zu TAoNbtS mal rockig, speziell in Headspaces Fall gar richtig heavy, mal ruhig und gefühlsvoll, mal von vertrackten Polyrhythmen, Unison-Soli und mehreren Schichten von Gesangsmelodien dominiert, aber *nie* ziellos und *nie* um der Virtuosität willen. Die Songs haben alle ihren eigenen Charakter und wechseln die Stimmung und Tempi mal abrupt, mal sanft, aber es passt einfach alles zusammen, wie Puzzle-Stücke. Die gesamte Musik steht stets im Vordergrund. Ich hätte nicht gedacht, dass eine andere Band nach Sieges Evens monumentalem Album das in ähnlich überlangen Songs (8+ Min.) genau so geschickt hinbekommen könnte wie sie, aber Headspace hat es geschafft, meine sehr hohen Ansprüche an Komplexität und Musikalität gleichzeitig zu erfüllen. Last but not least, ich bin zwar kein großer Threshold-Fan aber hier verdient Damien Wilson explizit ausgesprochenes Lob! Meine Güte, hat der Mann goldene Stimmbändchen und weiß wie man sich der Musik anpasst! Endlich wieder ein Prog-Sänger, der nicht die ganze Zeit versucht, 10 Sekunden lang eine C5 zu halten. Nein, das sind echte Musiker und Künstler, keine Instrumentalisten.

Wie schaut es aus mit den Texten, die die Nicht-Muttersprachler oft unterschätzen, gar komplett ignorieren? Schließlich haben gut geschriebene Texte Bands wie Rush von Gigantenstatus auf Legendenstatus getragen, nicht wahr? Hier kommen Texte definitiv nicht zu kurz. Es ist im Großen und Ganzen ein Konzeptalbum mit anti-militärischen Subtexten und befasst sich mit all den kriegsrelevanten Themen wie Widerwillen und Machtlosigkeit gegen Krieg, Untergang, Liebe, Tod, Gewissen, Ende von Idealismus, Resignation, Aussichtslosigkeit. Die Texte sind dementsprechend sehr düster, pessimistisch, emotional und noch humanistisch. Laut Headspace wurden einige Songs von ihren Gesprächen mit Irak-Veteranen inspriert (take that Geoff F.U. Tate, this is how you do it right!). Erst wenn man sich auf die Texte konzentriert, versteht man warum die Musik von einer Passage zu anderen so fließt, wie sie es tut. Das sind nicht ein paar zum Schluß draufgeklatschte Wörter, die Texte sind ganz offensichtlich vom Anfang an ein Kernstück gewesen. Als Prog-Veteran schafft Damien Wilson die komplexen Gefühle dieser Soldaten und Opfer aus seiner Sicht grandiös zu interpretieren. Seine Ausdrucksfähigkeit ist eine der größten Stärken dieses Albums. Aber ich habe mit Absicht "Wilsons Interpretieren" gesagt. Statt Antworten bereitzustellen, werden hier oft indirekte Fragen aus Sicht eines Soldaten gestellt, die sich jeder stellen sollte, um sich und Psyche anderer Leute besser zu verstehen. Das Antworten dieser Fragen wird umso schwieriger, wenn man das Album als Ganzes betrachtet, statt einzelne Stücke. Das ist genau was Headspace von uns als Gegenleistung und Mitbeteiligung an ihrer Musik verlangen.

Ich finde das ganze Album nach mehreren Hunderten Malen Zuhören einfach spektakulär, es wird eigentlich nach jedem Mal immer besser, man entdeckt immer wieder kleine Feinheiten. Deswegen fällt mir verdammt schwer einen einzigen Schnupper-Song oder ein Album-Highlight zu nennen, aber wenn man mir eine Pistole an Kopf gehalten hätte... dann würde ich... trotzdem sagen "ich kanns nicht, die sind alle perfekt". Glaubt mir, ihr werdet Soldier genau so lieben wie The Big Day, oder Fall of America wie Invasion. Mein Favoritsong ist immer der, den ich gerade höre, wie der Fall mit all meinen Favoritalben ist. In sich geschlossene Perfektion.

Ob Prog-Fan oder nicht, ob Musiker oder nicht, kauft dieses Album. Das ist richtiges Metal vom allerfeinsten, ein sensationelles Album für Kopfhörer, Auto, Zuhause, Chillen, Headbangen, Abschalten... Ein modernes Meisterwerk! Volle 5 Sterne!

ps: Laut ihrem YT-Kanal (/headspacetheband) arbeiten die Herren seit 2013 an einem neuen "HS2" Album!
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am 5. Oktober 2012
Das Bandprojekt Headspace scheint ähnliche Charakterzüge der, ebenfalls auf Inside Out gesignten Prog-Union Affector zu haben. Steht bei letzteren mit Ted Leonhard von Enchant ein recht bekanntes Goldkehlchen an der Front, so ist es bei Headspace kein geringerer als der zu Threshold zurück gekehrte Damien Wilson, der seit den frühesten Tagen das Mikro erstklassig bedient. Dass Damien auf dem alten Kontinent längst schon eine fixe Szenegröße ist, liegt aber deutlich mehr an den brillanten Performances bei den opulenten, niederländischen Prog/Space Metal Großunternehmen Ayreon und Star One.

Der Urheber und Ideengeber dieses britischen Quintetts ist allerdings ein Keyboarder. Adam Wakeman, Sohn des legendären Yes Mitgründer Rick Wakeman, hat ausschließlich Vollprofis mit dem fast schon logischen Ziel um sich geschart, das geistige Erbe von solch Giganten wie Marillion, Genesis und Rush fort zu führen. Jedoch ohne dabei Gefahr zu laufen, sich im purem Anachronismus zu verlieren, hinterlassen Headspace eine durchaus individuelle Duftnote. Nun, ja. Für diese Falle klingt "I Am Anonymous" ohne hin viel zu zeitgemäß und zu zahnig, ja beinahe martialisch. Auch hier, wie bei den eingangs erwähnten Debütanten Affector bewegen sich die Kompositionen am gerade noch zumutbaren, oberen Zeitlimit. Die wahre Kunst, nämlich bei solchen Überlängen ausreichend Spannungsbögen zu kreieren, ist Headspace auf dem Zweitwerk letzten Endes gut gelungen. Obschon es eine nahezu unausweichliche Referenz ist, machen Wakeman und Co. überhaupt keinen Hehl daraus, Dream Theater neben den ganz alten Helden als wichtigste Inspiration zu nennen. Spätestens beim fetzigen Keyboard Solo von "Die With A Bullet" wird dies offenkundig.

Zumeist sehr düster und dramatisch in Szene gesetzt, entpuppt dieser dreiundsiebzig minütige Audiokoloss seine wahre Größe erst mit jeder weiteren Rotation, wobei es mir persönlich das sehr dynamische und farbenreiche "Invasion" am meisten angetan hat - ein Wechselbad der Gefühle wäre wohl noch sehr gelinde formuliert! Zum Einsteigen würde ich aber doch zu "Fall Of America" raten, weil der Track abgesehen von der harten Kantenführung und drückenden Kulisse der ziemlich eingängigste ist. Genauso die Pink Floyd Hommage "Soldier" ist hörenswert!
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am 28. August 2012
Kam mir die CD nach dem ersten Durchlauf docht recht sperrig vor, entpuppte sie sich nach etwa 5 Hörgängen als absolut zeitloses Meisterwerk der progressiv-metallischen Musizierkunst. Die meist überlangen Songs haben die Ruhe, Härte und Dramatik, die ich liebe. Die Musiker der Truppe gehören unbestritten zur ersten Liga in ihrem Genre. Im Vergleich zur neuen THRESHOLD-CD 'March Of Progress' kann hier auch Damian Wilson voll überzeugen, da ihm durch die sehr unterschiedlichen Kompositionen alle Facetten seiner Stimme abverlangt werden. An der Produktion gibts nichts zu nörgeln, klar und druckvoll. Eindeutige Kaufempfehlung und volle Punkzahl.
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am 6. Juli 2012
Ich habe das Album gestern bekommen, und bin sehr begeistert.
Progmetal mit Anspruch, lange Songs mit vielen Tempowechseln,wie der Progfan es mag.
Vergleiche zum Neoprog 'ala RPWL oder Marillion kann ich nicht so nachvollziehen,
dafür sind für mich zu viele Metaleinflüsse vorhanden, aber, jeder empfindet Musik anders.
Sei es drum, fettes Album, gute Produktion, toller Sänger, klasse Melodien, daher von mir
eine uneingeschränkte Kaufempfehlung !!
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VINE-PRODUKTTESTERam 23. Juni 2012
Headspace hat klar den Vorteil gegen manch andere Bands solche Masterminds wie Damian Wilson und Adam Wakeman in der Band zu haben. Und das bringt auch ganz klar die Punkte. Die Band ist gut, die Songs, grade die ersten 3, zeigen ein klares Neo-Prog-Verständnis, dass auch mal in Richtung Fates Warning oder wegen mir Drem Theater geht. Über Gesang gibts nichts zu meckern, Damian Wilson hat hier ja nicht grade seine Debüt-Veranstaltung - also sehr gut. Produktion ist klasse, nicht überproduziert, nicht zu glatt. Aber sie wird untergehen in der Masse der neueren Prog-Scheiben. Schade, aber das ist das derzeitige Schicksal viel zu vieler Bands. Wer Prog sammelt, der sollte zuschlagen, auch für Einsteiger in dieses Genre geeignet, die ggf Marillion und Enchant zu ihren derzeitige Favoriten zählen.
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TOP 1000 REZENSENTam 29. Oktober 2015
HEADSPACE
wurden mir durch/von AMAZON im Zuge anderer Bestellungen empfohlen, also blind/taub geordert, bisher ca. 10x gehört, erster Eindruck: JAAA, zweiter Eindruck: AUF JEDEN FALL, 3. Eindruck: UNBEDINGT! Riff-Rocker(innen) werden genauso bedient wie Frickel-Fanatiker(innen), Musik-Theoretiker(innen) genauso wie Kuschel-Rocker(innen). Das erwähne ich deswegen, weil man/MANN hier schon von „Männer-Musik“ sprechen kann, was NICHT wertend (eher empfehlend) gemeint ist! So stehen schwermetallisches E-Gitarren-Gebrate der einen oder anderen Piano- und Kirchenorgel-Passage, triolische 16tel-Unisono-Läufe in Lichtgeschwindigkeit gefühlvollem Gänsehaut-Gesang zu akustischen Lagerfeuer-Gitarren gegenüber. Aber nicht lange und nicht nur: Die ganze Platte ist geradezu voll gestopft mit Ideen bezüglich der Arrangements, der Kompositionen und der Produktion. Alles greift permanent in- und nacheinander, ohne jemals großartig gewollt oder konzipiert/konstruiert zu wirken. Das schaffen selbst etablierte Progger nicht immer und zwangsweise!
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5 MUSIKER (5 Sterne)
spielen hier, 3 davon kommen mir bekannt vor. Da haben wir zum einen Damian WILSON am Mikro: Er war in ferner Vergangenheit schon mal der Lead-Vokalist der britischen Progressive-Metal-Combo THRESHOLD, bis er dann vom alten Schotten Andy McDERMOTT abgelöst wurde. Nach dessen tragischem Ableben stieg Damian einfach wieder ein/wurde er zurück berufen und die Band nahm mit ihm das Album MARCH OF PROGRESS auf. Seinen Gesang möchte ich als klar, mittelfrequent und nicht übermäßig flexibel bezeichnen. Hier allerdings hat er (allein was seinen Ausdruck, seine Dynamik und seine Range angeht) wohl die bisher abwechslungsreichste Performance seiner bisherigen Karriere hingelegt, auch wenn manche seiner Gesangs-Parts meiner Meinung nach einfach zu hoch ausgefallen sind.

An den Keyboards dann natürlich Adam WAKEMAN, Sohne-Mann des legendären YES-Tasten-Quäler's Rick WAKEMAN und wie dieser scheinbar auch ein Virtuose, allerdings im neuen Metal-Gewand, also mit deutlich mehr Augenmerk auf Teamplay denn auf Ego-Gehabe. Auf ANONYMOUS spielt er Klavier-, Mellotron-, Orgel- und Synthie-Sounds, die in den seltenen Soli schon mal (ganz bedenklich, aber Gott sei Dank nur kurz) an seinen Vater erinnern. Im Gegensatz zu zahllosen Metal-Produktionen sind seine Tasten-Beiträge hier nicht etwa nur Beiwerk/Garnitur/Zugabe zum kompromisslosen Klampfen-Gebrate, sondern ganz und gar geschmackvoll und gleichberechtigt. Na, geht doch!

Der Bassist nennt sich Lee POMEROY und scheint derselbe Mensch zu sein, der zeitweise auch in Steve HACKETT's Tourband auftaucht (wenn diesen Job nicht gerade ein gewisser Nick BEGGS erledigt). Das heißt: linksrum gespielter 6-saitiger Bass mit verkehrt rum aufgezogenen Saiten, also die dickste nach unten/zum Boden, die dünnste nach oben/zum Kopf des Spielers – SEHR strange (versteht irgendjemand, wovon ich rede?)! Sein Bass ist (relativ untypisch für diese Art von Musik) tatsächlich mal als solcher zu erkennen und nicht nur Grundton-Doppler oder Frequenz-Füller. Also auch hier: na, geht doch!

Den Drummer Rich BROOK kannte ich bisher nicht. Er spielt seine Sachen erwartungsgemäß professionell, routiniert und zuverlässig, aber nicht LÄSSIG! Nein, er schlägt schon ganz ordentlich zu, allerdings hinterlässt er zumindest bei mir bisher (noch!) keinen bleibenden Eindruck, hat weder wiedererkennbares Gesicht noch eigene Handschrift – könnte leider ebenso gut jeder andere moderne Metal-Drummer sein, sorry! Ach ja, auch sein Sound gehört (nicht zuletzt aufgrund der Produktion) definitiv in die Metal-Fraktion!

Und dann last but not least der Gitarrist Pete RINALDI. Auch ihn kannte ich vor HEADSPACE überhaupt nicht. Da ich nichts Genaueres über die Band/die Gruppe/das Projekt und deren Kompositions-Mechanismen weiß, nehme ich mal an, dass er (wie so häufig in der Metal-Szenerie) einen Großteil des Song-Writing's zu verantworten hat, obwohl laut Booklet alle fünf zusammen komponiert haben sollen. Belehrt mich eines Besseren, falls das in Fall von HEADSPACE anders ist. Ja, auf dieser Studio-Produktion doppelt er seine metallischen Rhythmus-Gitarren/sich selbst zwecks Sound-Verbreiterung fast immer. Dann noch das eine oder andere (aber seltene) Frickel-Solo oben drüber und ganz, ganz manchmal sogar die obligate Akustik-Balladen-Klampfe (Feuerzeug & Co.). Auch wieder einer der von mir so titulierten neuen „Sport-Musiker“ – wo kommen diese hoch-talentierten Typen bloß alle her?
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8 SONGS (5 Sterne)
verteilt auf 73:min – das ist viel! SOOO viel, dass ich es bisher nicht geschafft habe, das gesamte 2012er-Album in einem Rutsch komplett durch zu hören. Ja, wirklich seltsam: jedes Mal, wenn ich glaube, das war jetzt wohl der Scheibe letztes Stück, kommt prompt noch eins. Gefühlte 2 Stunden Musik, mindestens eine Do-CD – so oder ähnlich kommt das hier für mich an:

Track 1: STALLED ARMAGEDDON (08:06min.)
Track 2: FALL OF AMERICA (10:28min.)
Track 3: SOLDIERS (03:43min.)
Track 4: DIE WITH A BULLET (08:24min.)
Track 5: IN HELL'S NAME (09:31min.)
Track 6: DADDY F... LOVES YOU (15:00min.)
Track 7: INVASION (08:27min.)
Track 8: THE BIG DAY (09:54min.)

Den Musik-Stil der Band/der Gruppe/des Projekts kann man anstandslos als MELODIC PROGRESSIVE METAL bezeichnen. MELODISCH, weil hier tatsächlich erkennbare Melodien (vorzugsweise vom Sänger) zum Besten gegeben werden: KEIN bellen, grunzen, krächzen, röcheln, schreien, keine elektronisch entstellten Vocals, nur um sie brutaler/fieser/gemeiner klingen zu lassen. Aber auch Bass, Guitars und Keys verhalten sich in erster Linie harmonisch (nix Atonalität o.ä.) und denkbar undissonant. PROGRESSIV, weil die Songs bis auf sehr wenige Ausnahmen sehr viele unterschiedliche (teils nur 1x auftauchende, aber häufiger wiederkehrende) Parts beinhalten und anfänglich sehr selten erahnen lassen, wohin sie dann schlussendlich führen. Alternierende Gesangs- und Instrumental-Parts en Masse sind genauso an der Tages-Ordnung wie dreiste Dynamik-Schwankungen, Takt-, Tempo- und Tonart-Wechsel und so manches Zitat (DT, HAKEN, YES). Selbst das eine oder andere Keyboard/Klampfen-Duell findet sich hier. Naja, und dann dauern die Stücke bis auf SOLDIERS und DADDY eben auch fast alle um die 10min. METALLISCH beziehe ich vorzugsweise auf den SOUND der Scheibe: Die Gitarren meist tiefer gestimmt und metallisch verzerrt (nix Clean, Blues, Grunge), die teilweise recht komplexe Rhythmusgruppe bestehend aus Bass, Drums und gelegentlichen Rhythmus-Keyboards performt hochverdichtet und tight ohne Ende und die Vocals wurden (laut Booklet tatsächlich und wie heutzutage üblich) im Nachhinein aufgenommen und drunter, drüber, reingemixt. Alles in allem ein eindeutig metallischer Sound, NICHT aber steril oder unterkühlt, sozusagen hart aber herzlich, maschinell aber menschlich.
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DER UMSCHLAG (4 Sterne)
dieses einfach aufklappbaren DigiPak's entspricht meiner Meinung nach nur bedingt dem Inhalt - den Texten vielleicht, der Musik aber nicht immer: Kleines Mädchen und kleiner Junge (sinnbildlich für Unschuld?) bewegen sich scheinbar furchtlos durch ein Endzeit-Szenario, im Hinter- oder Vordergrund Explosionen, Feuer-Wälle, Helicopter, Kampf-Bomber, Kugel-Hagel, Schutt und Asche, KURZ: Krieg, Untergang, Zerstörung. Im mehrseitigen Booklet kann/sollte man die tiefsinnigen Texte mitlesen, allerdings gibt's keine Fotos der Musiker, schade...
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THE ANONYMOUS MUSICIANS
namens HEADSPACE machen mir mein Urteil ja sowas von leicht: balladesk-bombastisch-brutale, kompakt-komplex-komplizierte Kompositionen, konsequentes Konzept, massig Material, melancholisch-mitreißende Melodien, professionelle Performances/Produktion, Sahne-Sound/Super-Soli, tightes Teamplay, tolle Typen, was will das PROG-Herz mehr? Also, WENN das hier eine Art akustischer Test-Ballon sein soll(te), so im Sinne von: „...na, mal sehen, ob's den Leuten da draußen gefällt...“, DANN würde mich schon mal interessieren, was die Jungs denn zukünftig zu tun gedenken – gibt's die überhaupt noch, also als Band? Mein Wunsch daher: MORE of that stuff!.
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HAAX/Kiel
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am 6. Januar 2015
"High class and timeless Progressive Metal"

.....so steht es auf dem Aufkleber geschrieben, der das Cover meiner CD ziert. Damian Wilson und Adam Wakeman werden hier nochmals gesondert aufgeführt. Wakeman kannte ich bisher nur im Zusammenhang mit Ozzy Osbourne und Black Sabbath. Er schien hier aber nicht musikalisch ausgefüllt zu sein, da er 2006 Headspace gegründet hat.
Damian Wilson, hinlänglich von der Band "Threshold" bekannt, lässt Rückschlüsse auf die Musik zu und auch er geht hier, wenngleich nicht so offensichtlich, andere Wege als mit seiner Stammformation.

Ich finde den Vergleich oft sehr platt, aber gleich beim ersten Song "Stalled Armageddon" höre ich einen gewissen Bezug zu der typischen Dramaturgie und Atmosphäre eines Dreamtheater Songs. Glücklicherweise löst sich die Band aber ab der Strophe wieder aus dieser Schublade und klingt. vorallem durch die Rhythmusgruppe geprägt, RELATIV jazzrockig-leichtfüßig.
Mehr und mehr zeigt sich die Stärke dieser Band Gegensätze mit Leichtigkeit, fast unbemerkt, zu vereinen. Nach sehr kurzweiligen acht Minuten ist der erste Song beeindet.

Kräftig, wieder nicht Dream Theater unähnlich, geht es mit "Fall of America" weiter. Auch hier wird dieses Szenario schnell wieder mit einer spannenden Wendung durchbrochen. Der Song läuft die gesamte Spielzeit nicht linear, sondern verwendet nur einzelne Elemente beständig. Der Kurs geht auch hier konsequent in Richtung Vielfalt mit nur minimaler Tendenz zu Eingängigkeit und Wiedererkennung. Ein gewisser Frickelfaktor ist am Schluss zu erkennen. Songlänge: zehn Minuten

"Soldier" ist eine knapp vier Minuten lange gefühlvolle Klavier-Gesangsballade. Hier kann man die Nuancen von Wilsons Gesang gut hören. Ob seine hohe Stimme nun gefällt oder nicht. Er hat exzellente Qualitäten.

"Die with a bullet" ist ein kräftiger und wälzender Stampfer, der nach einem vollständigen Stop ein "Wuselpiano- sowie Gitarrensolo und sonstige Frickelparts bereithält. Schön, dass dieser Exkurs bald wieder eine interessante Wendung nimmt. subjektiver Zwischenruf: Großartig!
Unvorhersehbar, aber dennoch gut integriert fügt sich eine Sequenz an die nächste, verbunden durch unmerkliche Wiederholungen. Diese Komponente des Songwritings zieht sich auch durch alle weiteren Songs auf diesem Album.

"In Hell's Name" zeigt zu Beginn nochmal die Qualitäten Wilsons, indem er Solo mit einer "Kirchenorgel" singt.Dann, recht dramatisch mit Chorgesang unterlegt, steigert sich der Song langsam zum "Progmetalstampfer" mit leicht orientalischer Note.
Die Leichtigkeit der Vielfält ist auch hier sehr bewundernswert im weiteren Verlauf zu hören. Nächster subjektiver Zwischenkommentar: Das ist RICHTIG gut!
Songlänge: fast zehn Minuten

"Daddy ******* loves you" beginnt wieder mit einem gefühlvollen Wilson. Diesmal begleitet von einer Akkustikgitarre. Wieder vollkommen unerwartet geht es jazzrockig mit kompletter Band weiter. Weiterer subjektiver Einwand: Ich bekomme Gänsehaut.
Mit schwerem , komplexen Gitarrenriff wird es härter und der Song nimmt Fahrt auf. Dann, richtig wild frickelig und mit schrägen Breaks, geht es in Richtung dramatischer Zuspitzung des Songs....das Szenario klingt dem Thema entsprechend EXAKT nach einem Vater, der sich von seinem Nachwuchs verabschiedet und in den Kriegswahnsinn ziegt. Gelungene Vertonung.
Der Song dreht und wendet sich bis zur Gesamtlaufzeit von einer viertel Stunde immer wieder.

"Invasion".......Ha! Bassriff von Tool übernommen! Nein, nicht ganz so wild, aber es erinnert daran. Viel Spannung wird hier gleich zu Beginn aufgebaut. Schwer groovend wälzt sich der Song vier Minuten vorwärts, bis ein wenig das Gaspedal getreten wird. Bald schon gibt es aber wieder dieses Phänomen der Umkehr. Die Band wird einfach nicht müde was Ideen angeht. Es gibt einfach keine gleichförmigen Songs. Länge: achteinhalb Minuten.

Finale: "The big day" schraubt meine Erwartungen nochmals hoch. Spannend eingeleitet, mündet der Song in ein recht wirres Soundspektakel und einem sofort darauf folgenden Break. War klar! Die Unvorhersehbarkeit wird langsam vorhersehbar, was im Grunde paradox erscheint, aber einen wichtigen Aspekt der Band beschreibt. Nicht ist unmöglich, aber nur das wirklich Passende wird verwendet. Songlänge: zehn Minuten

Abschliessende Erörterung: Diese Band bietet hochspannende und sehr komplexe Musik mit Metaleinflüssen. Der Hauptaugenmerk liegt dabei eindeutig auf dem Ausdruck der Musik und nie auf Selbstbeweihräucherung. Eine unnötige Kompliziertheit wird vermieden, die unglaubliche Vielfalt der Ideen und die immensen Songlängen (das Album dauert 75 Minuten bei acht Songs!) sind einfach beiläufiges Ergebnis der Kreativität und niemals aufgesetzt.
Beeindruckend finde ich zudem, dass die Kompositionen ohne großartige Ohrwurmmelodien auskommen, aber dennoch sehr emotional und eindringlich wirken.
Wer mit dem anti Kriegs Konzept und der Stimme Wilsons etwas anfangen kann und ausserdem vor Herrausforderungen nicht zurückschreckt, hält unter Umständen einen Kandidaten für DAS "Prog-Meisterwerk" der letzten Jahre in den Händen. Derartige Äusserungen sind immer extrem gewagt und triefen vor Subjektivität. Mit etwas Wohlwollen und Eingewöhnung werden die meisten Hörer allerdings einsehen, dass es sich hier NICHT um eine Kleinigkeit handelt.

Der Metalfaktor hält sich in Grenzen und obwohl die ein oder andere Parallele zu Dream Theater besteht, so sind Headspace doch viel tiefgründiger, komplexer und vielfältiger, als es ihre Kollegen in letzter Zeit waren. Ob das besser ist, muss jeder für sich entscheiden. Die höchst beeindruckende Performance -von D.T.- gepaart mit super eingängigen Melodien der Progmetalflaggschiffs hat eben wiederum seinen eigenen Reiz.

Die in der Überschrift zitierte Prophezeihung der Plattenfirma ist definitiv nicht übertrieben.
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am 16. März 2013
...dann hätte es genau dieses Album verdient. Ich habe zwar bestimmt noch lange nicht alles endeckt, was es in der Progressiv-Szene so gibt, aber dieses Album hier ist mit Abstand das Beste, was mir bisher zu Ohren gekommen ist. Jeder einzelne Song ist absolute Spitzenklasse, mit einer dichten Atmosphäre, immer interessant und abwechslungsreich und überraschend. Es gibt eine reine Ballade, die auch der kürzeste Song der Scheibe ist - alle anderen haben Überlänge...und das nur im positiven Sinn. Die Musiker sind absolute Spitzenklasse und schlagen sogar die Stars von Dream Theater (und ich bin ein Fan von DT)!!! - besonders im Sinn der Kompositionen, im Können an den Instrumenten sind sie bestimmt ebenbürdig. Zum Sänger Damian Wilson muss man wohl kaum mehr etwas sagen, außer, dass er einer der besten Sänger der Szene ist. Hier kann er sein ganzes Potential zeigen und dies meistert er mit absoluter Bravour. Ich habe bisher keine bessere Gesangsleistung von ihm gehört - unglaublich!!
Beim ersten Hören kommt das Album vielleicht noch etwas sperrig rüber, aber spätestens beim zweiten Hören packt es einen...und läßt nicht mehr los. Also Achtung: Wenn es einen mal gepackt hat, besteht allerhöchste Suchtgefahr!!!
Ich kann es jedem ProgFan und allen, die anspruchsvolle, abwechslungsreiche und perfekt gemachte Musik mögen nur wärmstens empfehlen!
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am 31. Mai 2013
Damian Wilson kenne ich seit "Wounded Land", dem Threshold Debut. Danach wußten seine Auftritte bei Arjen Lucassen Projekten zu erfreuen. Das neue Threshold Album "March of Progress" hat schon einen Ehrenplatz in meiner Sammlung. Ich war etwas unschlüssig ob mich Headspace ebenso begeistern kann und wartete bis die CD zwischenzeitlich billiger zu bekommen war. Der erste Höreindruck nach 2 Durchläufen war: Ich weiß nicht so recht was ich denken soll, irgendwie zünden die Songs nur teilweise. Oft ist dies aber ein gutes Zeichen und kann auf einen Grower hindeuten - mit nachhaltigem Langzeiteffekt. Bei jedem Durchlauf wird mehr von der Genialität erkennbar. Es ist wirklich unglaublich und nach mittlerweile 10 Mal hören will ich die CD gar nicht mehr aus dem Player nehmen. Es wächst ... und wächst ... und wächst ... Einfach genial!
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