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Eines gleich vorweg: Von Vivaldis Oper L`Oracolo di Messenia, 1737 in Venedig uraufgeführt und für eine 1740 in Wien geplante, aber durch den Tod Kaiser Karls VI verhinderte Aufführung umgearbeitet, hat sich keine Note erhalten. Anhand des Textbuches hat Fabio Biondi hier eine Version rekonstruiert, die sich im wesentlichen auf Geminiano Giacomellis (1692-1740) Oper Merope von 1734 stützt, die Vivaldi offensichtlich schätze und - in der Barockzeit noch kein ehrenrühriges Verfahren- hemmungslos plünderte. Welche Arien dies für die Wiener Fassung freilich genau waren ist pure Spekulation. Von den 26 aufgenommenen Nummern stammen nur 9 vom Prete rosso selbst, bis auf je eine Arie von Broschi und Hasse hören wir hier einschließlich sämtlicher Recitative also hauptsächlich Musik Giacomellis. Für den Freund des Unbekannten ist das natürlich höchst erfreulich, denn Giacomelli war bis auf die berühmte für Farinelli komponierte Nachtigallen-Arie (auch aus Merope, aber hier nicht aufgenommen) bislang de facto in den Cd-Katalogen nicht vertreten und man begegnet einem zu seiner Zeit sehr modern, elegant und virtuos, wenn auch nicht besonders tiefsinnig schreibenden Komponisten an der Schwelle vom Barock zum galanten Stil . Ohne das Zugpferd Vivaldi freilich hätte eine Oper Giacomellis allein wohl kaum eine Produktion in so prominenter Besetzung erfahren.
Und hier liegt auch die Stärke der künstlerisch und klanglich ausgezeichneten und relativ nebengeräuscharmen Liveaufnahme: 4 handverlesene Mezzosopranistinnen stehen einem hohen Sopran, einem Tenor (Magnus Staveland) und einem Countertenor (Xavier Sabata) gegenüber. Bis auf das recht matte Organ des letzteren erfreuen alle Interpreten durchgängig durch hohes und höchstes vokales Niveau. Vivica Genaux, die die größte Rolle des Epitide singt, ist stimmlich in Höchstform, doch auch Ann Hallenberg als Merope sowie Romina Basso und Franziska Gottwald in kleineren, aber nicht weniger anspruchsvollen Partien lassen die Aufnahme zu einem wahren Mezzo-Fest werden. Shootingstar allerdings ist die 22-jährige Julia Lezhneva, die ihr herausragendes Talent und ihre geradezu circensischen Koloraturkünste in zwei hochvirtuosen Arien (darunter R. Broschis berühmtes für seinen Bruder Farinelli geschriebenes "Son qual nave") aufs eindrucksvollste unter Beweis stellt.
Europa galante unter Fabio Biondi kehrt nach einer etwas ruhigeren Phase leider wieder in die Unarten überhetzter Tempi, knalliger fff-Akzente und teils alberner Agogik zurück, was aber den Ausnahmerang dieser Einspielung nicht wesentlich schmälert. Uneingeschränkte Kaufempfehlung!
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