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4.0 von 5 Sternen Hybrid mit jeder Faser, 4. November 2012
Von 
gen239 (Bad Sassendorf, NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: V: The Doctrine Decoded (MP3-Download)
Die schwedische Formation Loch Vostok ist eine dieser Bands, die ein besonderes Talent dafür haben, unterzugehen. Seit ihrem 2006er Album „Destruction Time Again“ streichen sie immer wieder Erfolge in der Kritik ein, nicht zuletzt auch mit ihrem achtungswürdigen letztjährigen Album „Dystopium“. Und doch bleiben und bleiben sie leidlich unbekannt.

Und wie es oft so ist, ist es auch bei Loch Vostok schwer zu sagen, woran genau dies liegt, zumal sie ihr Niveau mit dem nun erschienenen Fünftling „V - The Doctrine Decoded“ bestens zu halten vermögen.

Vielleicht ist es ja die Tatsache, dass sie sich, wie manch eine modern ausgerichtete Progressive Metal Band geradezu methodisch zwischen alle Stühle setzen.
Ohne jedoch, und dort mag der Knackpunkt liegen, jemals wirklich betont modern zu sein.
Loch Vostok zitieren auch auf ihrem neuesten Werk nicht, wie diverse Kollegen, ausgiebig von Modern Metal Referenzen wie Strapping Young Lad, Fear Factory oder Meshuggah, zugleich sind die Einflüsse oft schwer zu leugnen.
Das dezent aber unaufdringlich technische Riffing, die Kombination von derbstem extremem Metal gar mit heftigen Ausbrüchen in Black Metal Gefilde, komplett mit aus voller Seele gespiehenen Screams und inbrünstigen Growls, und oft fast popaffinen Gesangslinien, die gerade in den Refrains mit Synthunterstützung auf Überlebensgröße aufgebaut werden, generell der dynamische und stets präsente Einsatz von Synths und Keys... all das erinnert immer wieder deutlich an die Referenzen.

Und doch sind die immer wieder Death- und Black Metal -esken Passagen doch irgendwie nicht kalt maschinell, sondern wirken eher organisch und dreckig, eben in den entsprechenden Traditionen verwurzelt. Die Synths wirken oft wenig futuristisch oder kalt, sondern eher leicht symphonisch und oft werden meist auffallend subtil eingesetzt, treten nur klar hervor, wenn es dem Song klar dienlich ist.
Der rau markante, leicht pathetische, klare Gesang tendiert aus voller Lunge in Richtung Progressive Metal und Power Metal mit einem unerwartet warmen, organischen Klang.
Auch die ausgreifenden aus vielen Versatzstücken mit verschiedenen Tempi, Melodien und Stimmungen bestehenden Songstrukturen verweisen immer wieder in Richtung Progressive Metal.

Und doch agieren Loch Vostok auch nicht wirklich wie eine typische Progressive Metal Band. Zu betont extrem sind viele Passagen, zu stringent refrainorientiert viele Songs, zu hookorientiert viele Refrains, zu sehr auf klare Nachvollziehbarkeit und weniger auf erzählerische Dramatik ist das Songwriting bedacht.

Egal wie man es dreht und wendet, Loch Vostok machen irgendwie nie wirklich was man erwarten würde, zugleich wirken ihre stilistischen Elemente und Strukturen aber auch nie wirklich neu oder ihre Kombination unbekannt.
Man will sie dem Modern Metal zuordnen, doch sie erscheinen nicht wirklich ‚Modern‘ und irgendwie zu stark am Progressive orientiert, man will sie dem Extreme Progressive Metal zuordnen, doch sind sie für dieses Lager irgendwie oft schon fast zu extrem und zu wenig progressiv.
So sehr, wie es Loch Vostok durch diesen Umstand auf „V - The Doctrine Decoded“ nie wirklich gelingt, frisch zu klingen, zugleich aber auch nie wirklich, zu ihrem klaren Vorteil an eine bestehende Tradition anzuknüpfen, so sehr gereicht ihnen dieser Umstand aber auch immer wieder zum Vorteil.
Loch Vostok etablieren einmal mehr eine ganz eigene Atmosphäre irgendwo zwischen maschinell futuristischen Kulissen und organisch warmen Gefilden. Und präsentieren innerhalb dieser Zone jede Menge durchweg abwechslungsreiche und eingängige Songs.
Wer also eine weder wirklich nostalgische noch wirklich frische, weder wirklich traditionell gefestigte, noch wirklich moderne aber gerade dadurch potentiell wohlig eigensinnige Erfahrung zwischen Nevermore, Strapping Young Lad und Sybreed als eine attraktive Vorstellung empfindet, dem sei dieses Album wärmstens empfohlen.
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V: The Doctrine Decoded
V: The Doctrine Decoded von Loch Vostok
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