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38 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch
Das Buch “Flucht aus Lager 14” ist das Resultat jahrelanger journalistischer Recherchen. Es ist sachlich und in keiner Weise reißerisch oder sensationslüstern geschrieben. Wen in jeglicher Beziehung ungewöhnliche Lebenswege interessieren, dem sei dieses Buch empfohlen. Geschickt webt der Autor die Ereignisse des Shin Dong-hyuk mit...
Vor 22 Monaten von Bernhard Fabian veröffentlicht

versus
15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Chance ein bisschen vertan ...
... ein wirklich gutes Buch zu machen. Leider. Aus pseudo-moralischen Gründen ist man geneigt fünf Sterne zu vergeben. Schließlich geht es in der Geschichte darum, ein schreckliches System dem Leser zu zeigen. Blaine Harden mag ein ordentlicher Journalist sein, aber leider ist er kein guter Buchautor. Für eine Reportage gibt es eine dringende...
Vor 20 Monaten von franwar veröffentlicht


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38 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch, 27. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Flucht aus Lager 14 (Gebundene Ausgabe)
Das Buch “Flucht aus Lager 14” ist das Resultat jahrelanger journalistischer Recherchen. Es ist sachlich und in keiner Weise reißerisch oder sensationslüstern geschrieben. Wen in jeglicher Beziehung ungewöhnliche Lebenswege interessieren, dem sei dieses Buch empfohlen. Geschickt webt der Autor die Ereignisse des Shin Dong-hyuk mit nordkoreanischem Hintergrundwissen zu einem Geflecht, das einerseits das Geschriebene besser verständlich macht und andererseits den Kopf über das “System” Nordkorea bis zum Erbrechen ungläubig schütteln lässt.
Es gibt zwingende Gründe, das Geschilderte des Shin Dong-hyuk nicht anzuzweifeln. Der amerikanische Journalist Blaine Harden interviewte den ehemaligen Gefangenen eines nordkoreanischen Straflagers lange und ausführlich. Er ließ die niedergeschriebenen Geschehnisse von Amnesty International, anderen mit dem Thema Nordkorea betrauten südkoreanischen Organisationen und einst in nordkoreanischen Straflagern gehaltenen Gefangenen und Wärtern überprüfen – mit dem Resultat, dass die Geschichte absolut glaubhaft ist. Es galt diese Geschichte genauer zu durchleuchten, denn erstmals gelang es einem Gefangenen sich eines nordkoreanischen Gulags, obendrein eines des am brutalsten geführten, durch Flucht zu entziehen.
Er hat nichts verbrochen in seinem jungen Leben, dieser Shin Dong-hyuk. Er wurde lediglich als Ergebnis einer Belohnungsehe im Lager gezeugt und in dieses hineingeboren. Brutale Aufseher, Lügen, der Zwang zu denunzieren und andauernder Hunger sind alsdann Wegbegleiter des jungen, hoffnungslosen Lebens. Shin hasst seine Eltern, verrät die Fluchtpläne seiner Mutter und seines Bruders. Dafür wird er auch noch brutal gefoltert und muss letztendlich der Hinrichtung von Mutter und Bruder zusehen. Selbst hier findet er nichts dabei, Trauergefühle sind ihm fremd und beide haben in seiner verkrüppelten Gefühlswelt den Tod verdient.
Shin weiß nichts von der Außenwelt, was sich paradoxerweise noch als Glück erweist. Sehnsüchte nach einer anderen, besseren Welt sind ihm daher fremd. Bis er Park kennenlernt, der ihm als ehemaliger Elitebürger dieses korrupten “Systems” und jetzt selbst Gefangener vom Leben hinter dem mit Selbstschussanlagen gesicherten Zaun erzählt. Shin verzichtet erstmals zu denunzieren, liebt er doch zu sehr die Geschichten, besonders die über gutes Essen. Shin und Park beschließen zu fliehen. Aber nur Shin gelingt die Flucht, begünstigt durch außergewöhnlich glückliche Umstände. Park überwindet die Selbstschussanlagen nicht und stirbt. Eine weitere Odyssee von mehreren Jahren bringt Shin am Ende über China nach Südkorea.
Happy End? Von wegen! Als Shins Verhörprotokolle der südkoreanischen Behörden in Buchform herausgegeben werden, interessieren sich nur wenige dafür; die Resonanz unter den Südkoreanern ist gering. Diese haben in ihrem hochkapitalistischen Südkorea andere Fokussierungen: arbeiten und Geld verdienen. Die südkoreanische Gesellschaft ist eine der am meist gestressten weltweit und hat kein besonderes Interesse am Schicksal nordkoreanischer und in deren Augen meist ungebildeter Flüchtlinge.
Die Geschichte des Shin geht weiter – in den USA. Sie erscheint in der amerikanischen Presse und eine Hilfsorganisation bietet Shin an, für sie in den USA tätig zu werden. Menschen, die es gut mit ihm meinen, nehmen sich seiner an. Ihm fällt es jedoch schwer, strukturiert und systematisch zu arbeiten. Er lebt jetzt in den USA. Mal abwarten, ob man irgendwann über den Shin Dong-hyuk liest, dass er Fuß gefasst hat in seinem neuen Leben.
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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingt lesen!, 24. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Flucht aus Lager 14 (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch möchte ich hiermit allen ans Herz legen, die sich für das aktuelle Weltgeschehen interessieren. Flucht aus Lager 14 ist ein wertvoller und informativer Zeugenbericht eines Nordkoreaners über die Existenz der Zwangsarbeiterlager, welchen noch mehr globale Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte. Das Buch bietet einen guten Einblick in ein Land, welches sich durch eine despotische Regierung, eine katastrophale Wirtschaft und die permanente Missachtung jeglicher Menschenrechte auszeichnet.
Verfasst wurde es von dem amerikanischen Journalisten Blaine Harden, der die Lebensgeschichte des Nordkoreaners Shin Dong-hyuk erzählt.

Zum Inhalt:
Shin Dong-hyuk kam 1982 im Lager 14 zur Welt. Hier wuchs er auf, abgeschottet von der Außenwelt, umgeben von einem Hochspannungszaun und unter strengster Bewachung durch rücksichtlose, gewalttätige Wärter.

Im ersten Teil des Buches wird beschrieben, welche Erfahrungen Shin in seiner Kindheit und im Jugendalter macht und wie der Arbeitsalltag der Häftlinge strukturiert ist. Die Erzählungen werden immer wieder von gut recherchierten Fakten zu den einzelnen Themen, wie bspw. das Lagersystem, die Regierung und das Militär, ergänzt.
Das Zwangsarbeiterlager Nr. 14 ist ein „Bezirk unter absolute Kontrolle“ mit besonders brutalen Arbeitsbedingungen. Hier führen verschiedene Faktoren wie Krankheiten, Hunger und vor allem die schwere Arbeit in Fabriken, Bergwerken oder landwirtschaftlichen Betrieben in der Regel zu einem vorzeitigen Tod der Häftlinge. Ohne, dass jemals eine Anklage oder ein Gerichtsverfahren stattfindet. Nur die Wenigsten werden wieder in die Freiheit entlassen.
Die Existenz dieser Arbeitslager nördlich der Hauptstadt Pjöngjang wird von der nordkoreanischen Regierung allerdings dementiert. Doch diese sind mittels Google-Earth innerhalb der zerklüfteten Berge Nordkoreas sehr gut erkennbar. Schätzungsweise 150 000 bis 200 000 Gefangene leben in diesen Lagern, ihre Zahl ist steigend.

Shins Eltern lernten sich im Lager kennen. Beide wurden gefangen genommen, nachdem Angehörige bei ihren Fluchtplänen aus dem Land aufgeflogen waren.
Ein „normales“ Familienleben kennt Shin zu jener Zeit nicht. In seiner Mutter sieht Shin lediglich eine Konkurrentin im täglichen Kampf um ausreichend Essen. Sein Vater schenkt ihm keinerlei Aufmerksamkeit und sein Bruder bleibt ihm nahezu unbekannt. Aufgrund dessen ist ihm die Bedeutung der Wörter „Liebe“, „Mitgefühl“ und „Familie“ völlig unbekannt. Ebenso das Wissen um eine Welt außerhalb des Lagers. Die Schule, welche er besucht, dient nur dazu, die Kinder mittels Gehirnwäsche zu fleißigen Arbeitersklaven zu machen. Die Gefangenen untereinander befinden sich im ständigen Misstrauen, gegenseitiger Denunziation und Misshandlung. Doch Shin akzeptiert die Werte, Regeln und drakonischen Strafen der Wärter, sie sind sein Zuhause. Die harte Arbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen gehört zum normalen Alltag der Kinder und Erwachsenen.

Eine besonders einprägsame Erfahrung ist für Shin der Tag, an dem seine Mutter und sein Bruder in seinem Beisein ermordet werden. Dieser Vorfall und die Gründe hierfür verfolgen Shin noch heute. In der langen Zeit der Gefangenschaft entkommt Shin oftmals nur knapp dem Tod.

Im Alter von 23 Jahren gelingt Shin durch großes Glück die Flucht. Und bis heute ist er der Einzige, dem die Flucht aus Lager 14 gelang, da es sich um das am stärksten bewachte Lager handelt.
Erst im Jahr 2004 dachte Shin das erste Mal überhaupt daran, zu fliehen. Ein neuer Häftling, Park Yong Chul, schaffte es, mit seinen Erzählungen von der Welt außerhalb des Lagers Shin zu beeindrucken.
"Plötzlich verstand er, wo er war und was ihm fehlte. Das Lager 14 war nicht länger sein Zuhause. Es war ein scheußlicher Käfig." (S. 139)

Die zweite Hälfte des Buches handelt schließlich davon, wie sich Shin in den folgenden Monaten bis nach China und Südkorea durchschlug - und was in den Jahren nach seiner Flucht geschah.

Meine Meinung zum Buch:
Der Erfahrungsbericht hat mich sehr gefesselt. Die Schilderungen des jungen Shin Dong-hyuk haben mich sowohl traurig als auch wütend gemacht, während des Lesens schüttelte ich oft den Kopf, schockiert von den zahllosen unfassbaren Vorkommnisse wie Folter und Quälerei, sexuellem Missbrauch und weiteren unmenschlichen Bedingungen in diesen Arbeitslagern.
Es ist kein Wunder, dass Shin heute, wie er selbst sagt, dem Lager zwar physisch entkommen konnte, aber psychisch noch immer ein Gefangener ist.

Sehr gut finde ich den Anhang, welcher informative Kartenausschnitte zu Nordkorea und Shins nachgezeichneten Fluchtweg enthält. Zusätzlich sind hier die 10 Gesetze des Lagers 14, nach welchen Shin lebte, aufgeführt. Im Innenteil des Buches finden sich zudem einige eindrucksvolle Fotos und Zeichnungen.

Für mich persönlich ist es eines der wichtigsten Bücher, das ich je gelesen habe und es hat mich ein wenig enttäuscht, dass es nicht mehr Beachtung durch die Medien erfahren hat und in meinem Buchhandel nur im hintersten Regal zu finden ist.
Zurück bleibt nun ein Gefühl der Hilflosigkeit und der Wunsch, etwas zu bewegen bzw. dass die internationale Politik diesem Terror endlich ein Ende bereitet. Doch es ist klar, dass sich dies nicht so einfach umsetzen lässt.
Der Vorsitzende der Washington Post Company äußerte sich zu diesem Fall folgendermaßen: „Skandalös“ seien nicht nur die Zustände in Nordkorea, sondern auch „die Gleichgültigkeit der Welt gegenüber der Existenz der Zwangsarbeiterlager in Nordkorea.“
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Flucht aus der Hölle, 21. September 2013
Von 
Felix Richter - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Flucht aus Lager 14 (Gebundene Ausgabe)
Lager 14 ist das brutalste und am besten gesicherte Straflager in Nordkorea. Shin dong-hyuk ist der erste Mensch, dem von dort die Flucht gelungen ist, und gehörte darüber hinaus noch zu den Gefangenen, die im Lager geboren wurden.

Das Buch ist kein Thriller, sondern nüchtern und sachlich geschrieben. Der Leser weiß von Beginn an, wie die Geschichte ausgehen wird, und ist trotzdem so gefesselt, dass er das Buch nicht aus der Hand legen kann, selbst wenn der Autor zwischendurch immer wieder ausführlich auf die politische und und soziale Situation in Nordkorea eingeht.

Teil 1 ist das Kernstück des Buchs und beschreibt die 23 Jahre, die Shin im Lager verbracht hat. Man ist fassungslos über die unvorstellbaren körperlichen Qualen, den Hunger und die emotionalen Schäden, die das System von Terror und gegenseitiger Bespitzelung verursacht. Wir werden Zeuge einer Entwicklung, die es Shin unmöglich macht, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Erst wenn er nach 22 Jahren zum ersten Mal Vertrauen zu einem älteren Mitgefangenen zu fassen lernt, erfährt er etwas von der Welt außerhalb des Lagers und kann überhaupt erst den Wunsch nach Freiheit entwickeln (der, wie Shin gesteht, eigentlich eher das Verlangen nach dem Essen ist, von dem ihm sein Mitgefangener erzählt hat). Teil 2 berichtet vom Ausbruch und der Flucht durch Nordkorea und China, Teil 3 von seinem schwierigen Start im extrem leistungsorientierten Südkorea und seiner nicht immer einfachen Arbeit mit Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen in Südkorea und den USA.

Das Buch beeindruckt durch seine Ehrlichkeit. Emotionale Verkümmerung und, als Folge davon, für uns kaum vorstellbare Verhaltensweisen des Protagonisten werden so schonungslos beschrieben, dass es beim Lesen schmerzt. Dafür gebührt Shin dong-hyuk und seinem Biographen Blaine Harden großer Dank.
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38 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufklärung über die Zustände in Gefangenenlagern Nordkoreas, 11. September 2012
Von 
Gromperekaefer "gromperekaefer" (Luxembourg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Flucht aus Lager 14 (Gebundene Ausgabe)
Dass es in Nordkorea Gefangenenlager gibt, dürfte den Meisten bekannt gewesen sein. Wie es drinnen zugeht allerdings den wenigsten. Nun, die Lage sieht hier ähnlich duster aus als in den Konzentrationslagern der Nazizeit oder den Gulags der Sowjetunion. Gewalt, harte Arbeit sowie mangelnde Ernährung ist das Stlandard-Programm. Bei der Biographie des Flüchtlings Shin handelt es sich zudem um eine Person, welche im Lager zur Welt kam, also welche vor seiner Flucht keine Erfahrung in der Aussenwelt besass. Die Schuld seiner Einsperrung beruhte dabei lediglich auf dem Faktum Mitglied einer Familie zu sein. Seine beiden Onkel flüchteten während des Koreakonflikts nach dem Süden. Daraufhin wurden seine Eltwern verhaftet, Shin kam im Lager zur Welt und war somit automatisch verurteilt. Die Umstände im Lager brachten mit sich dass Shin wenig Fürsorge seitens seiner Eltern erhielt, somite in dauerndes Misstrauen zwischen den Familienmitgliedern bestand, welches darin gipfelte dass Shin später seine Mutter sowie seinen Bruder verriet. Die Erziehung bzw. Umerziehung im Lager verlief im Sinne der totalen Unterordnung unter die Wächter, sowie in einer gegenseitigen Kontrolle, welches die Menschen gefügsam, gefühllos und misstrauisch werden liess. Als Lager-Geborener durchlief Shin zudem die interne Erziehungsanstalt, welche brutal und rudimentär ablief. So wurde den "Schülern" lediglich Addieren, Sustrahieren und ganz elementäre sprachliche Kenntnisse beigebracht. Von der Aussenwelt, Geographie, Kultur, usw. Wurde man im Dunkeln belassen.

Akribisch hat der Autor diese Entwicklungsstufen in Shins Leben durchkämmt, wobei er nach dem Lagerleben später seine Flucht schildert, seine Ankunft in Südkorea und den USA, sowie seine Schwierigkeiten sich im Freien anzupassen. Psychisch wird Shin jeweils von seiner Vergangenheit eingeholt, welche ihm ein normales Leben erschwert.

Neben Shins Lebensetappen erfährt der Leser Vieles über die Zustände in Nordkorea, die Armut des Grossteils der Bevölkerung, die Ausbeutung durch eine Elite, welche ein kommunistisch-feudales System aufrecht erhält. Andersdenkende werden ausgeschaltet (durch Wegsperrung einschliesslich der Familienmitglieder). Man erhält ebenfalls Einblick in das Verhalten der Nachbarländer, welche eine Balance zwischen Kritik und Geben ausüben (China, Südkorea, USA), sich der Lage in diesem Land bewusst sind, das Ganze aber lieber in einer Status-Quo-Situation belassen.

In Westeuropa besteht die Tendenz ständig mit dem Finger auf die Nazi-Vergangenheit zu zeigen. Dabei werden Missstände in anderen Staaten (Sowjetunion, Kambodscha, Nordkorea,...) übergangen, verharmlost oder totgeschwiegen, obschon diese ebenso unmenschlich sind und zudem noch andauern. Hier gilt es international die Hebel anzusetzen. Leider scheint die Welt gieriger nach Profitsucht zu sein als nach einem friedlichen Miteinanderleben. Insofern scheint für Nordkorea die Auflösung der Gefangenenlager eher durch den Zusammenbruch des Regierungssystems möglich zu sein.

Ein Buch, welches aufklärend und aufrüttelnd zugleich ist.
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39 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen spannend, packend, unglaublich grausam, 8. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Flucht aus Lager 14 (Gebundene Ausgabe)
Das ist meine erste Buchrezension, aber dieses Buch muss ich unbedingt empfehlen.
Es hat mich von der ersten Seite an nicht mehr losgelassen, ich habe es am Stück durch gelesen.
Was hier berichtet wird aus den nordkoreanischen Lagern ist so furchtbar, es fehlen einem einfach die Worte. Man kann nicht glauben, das es so was im 21. Jahrhundert gibt.
Teilweise ist es schwierig, die Berichte über die täglichen Grausamkeiten an den Arbeitsskaven zu ertragen, das ist definitiv nichts für empfindliche Gemüter!
Bedrückend ist die Tatsache, dass es die Lager schon seit 50 Jahren gibt und weiterhin hunderttausende Menschen diese Hölle ertragen müssen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bedrückend, 21. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Flucht aus Lager 14 (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch, das uns zeigt, wie das Leben von Menschen auf der Schattenseite des Lebens aussieht. Es befremdet uns, dass Diktaturen willenlose Werkzeuge aus Menschen machen wollen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaubliche, berührende Geschichte, 5. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Flucht aus Lager 14: Die Geschichte des Shin Dong-hyuk, der im nordkoreanischen Gulag geboren wurde und entkam - Ein SPIEGEL-Buch (Kindle Edition)
Eine sehr tragische Geschichte. Habe das Buch innerhalb von Stunden gelesen. Die Nachwirkungen wirken aber über Tage, Wochen, Monate.... Was sich dort in Nordkorea wirklich abspielt übersteigt unsere kühnsten Vorstellungen. Und doch schaut "die ganze Welt" zu......
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einmaliges Dokument, 13. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Flucht aus Lager 14 (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich ohne Worte, ein ganzes Volk lebt im KZ, in heutiger Zeit, die Welt schaut zu. Eine Bestätigung was viele Flüchtlinge bereits beschrieben haben - jedoch nie so umfangreich und "nativ" geschildert, denn der Zeuge ist im Lager geboren und aufgewachsen.

Besonders wertvoll macht die Geschichte dass sie auch die Jahre nach der Flucht mit erzählt, ebenso dass das Buch zwischendrin immer wieder die politischen und wirtschaftlichen Hintergründe erläutert.
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26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch direkt aus der Hölle!, 28. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Flucht aus Lager 14 (Gebundene Ausgabe)
Selten hat mich ein Buch so bewegt wie dieses. Bevor ich genauer auf das Buch eingehe, hier ein paar Details.

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich, wenn auch nur rein aus politischer Neugierde, mit den Vorgängen in Nordkorea. Zumindest soweit man sich damit beschäftigen kann. Denn allzu viel dringt bekanntlich nicht nach außen. Das Land schirmt sich so gut wie möglich ab. Das Regime tut alles dafür, die Vorhänge im Land geschlossen zu halten. Hin und wieder dringen Neuigkeiten nach außen, die nicht von der Führungsriege des Landes gesteuert wurden. Sei der der Absturz eines Satellitenstarts oder Messungen eines Atomwaffen-Tests. Alles übrige sind Propaganda Auftritte der "Politiker" wie Kim Yong Un und Konsorten. Es ist manchmal, für jemand der im Westen groß geworden ist, geradezu lächerlich wie die Nordkoreanische Propaganda funktioniert. Es erinnert mich (mit Mitte 30) an Bilder aus stalinistischen Regimen wie früher in der UDSSR oder vielleicht ab und an aus der ehemaligen DDR. Ölgemälde von der Kim Familie in Blumenfeldern, unter Regenbögen - Kinderlieb und Volksnah. Irgendwie wundert man sich bei solchen Bildern, dass diese Maschinerie überhaupt funktioniert. Warum sie funktioniert kann man nur mit zwei Worten beschreiben "Terror und Angst". Das diese teilweise gar lustigen anmutenden Bilder aus Nordkorea (Stichwort: Kim Yong Il is looking at things) einen morbiden Grundtenor haben wird erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Die Kim Familie ist ein diktatorischer Clan der ohne zu zögern sein Volk tötet und seit Jahrzehnten ausbluten lässt.

Was ziemlich jeder sehen kann, dank Systemen wie Google Maps, Bing Maps oder neuerdings auch den iOS Maps sind lagerähnliche Areale, teils 50 x 50 KM (!) groß irgendwo im mittleren Nordkorea. Was dort genau vorgeht ist offiziell unklar. Doch dank einiger weniger Flüchtlinge (genauer gesagt von drei Personen), gibt es genauere Informationen. Man muss leider von Konzentrationslagern sprechen. Diese sind nicht ausgelegt auf Massenvernichtung im industriellen Sinn, wie Ausschwitz im dritten Reich, aber doch leider sehr nah daran. Vielleicht sind die Nordkoreanischen Lager den ehemaligen russischen Gulags ähnlicher. Konkret gesagt handelt es sich um Zwangsarbeitslager in denen keinerlei Rücksicht genommen wird auf menschliche Würde. Folter, Hungertod, Krankheiten und Hinrichtungen usw. sind an der Tagesordnung. Die Insassen werden teils ein Leben lang festgehalten - ohne Gerichtsverhandlung oder Chance auf Freiheit. Was diese Lager jedoch gravierend von den deutschen Konzentrationslagern oder den russischen Gulags unterscheidet sind die Zeiten ihres Bestehens. Ausschwitz gab es in der bekannten Form drei Jahre, einige Gulags 20 - Lager 14 (wovon dieses Buch handelt) jedoch schon mehr als 50. Wem nun auffällt, dass Shin (der Protagonist im Buch) jünger als 50 Jahre ist, hat ein gravierendes Problem auch direkt erfasst. Shin wurde im Lager geboren und ist dort unter unmenschlichen Bedingungen aufgewachsen. Er erinnert somit fast an Kaspar Hauser denn die Welt außerhalb das Lagers ist ihm schlicht unbekannt. Liebe, Gemeinschaft oder einfache Dinge des alltäglichen Lebens sind ihm fremd.

Das Gesetz im Lager besagt, dass wenn beispielsweise Eltern ein Verbrechen begehen, die Nachfahren bzw. Verwandten mit ausgemerzt bzw. eingesperrt werden müssen. Im Falle von Shin sind es seine Eltern und sein Bruder. Er muss leiden für angebliche Vergehen seiner Eltern - und das lebenslang. Er bestreitet seinen Tag mit knochenharter Arbeit und unmenschlichen hygienischen Bedingungen, Hunger und Krankheit. Hinzu kommt die unerbittliche Brutalität der Wärter und Aufseher. Egal ob Kinder, Kranke oder ältere Menschen - das Regime und die Lagerregeln kennen keine Gnade. Die Regeln des Lagers sind recht 'einfach' (ich setze bewusst Anführungszeichen) - und jeder Gefangene muss sie lernen. Brichst Du eine der Regeln wirst Du hart bestraft. Entweder es greift die Folter oder aber direkt der Tod. Die einzige Möglichkeit sich Vorteile zu verschaffen besteht darin andere Gefangen zu denunzieren und zu verraten. Shin tut dies und wird als eigentliches Opfer so stellenweise mit zum Täter. Er geht sogar dazu über seinen Bruder und seine Mutter ans Messer zu liefern - wenn auch aus Überlebensinstinkt. Mehr möchte ich dazu jedoch nicht verraten.

Noch nie ist jemand die Flucht aus Lager 14 gelungen - doch Shin schafft es als Erwachsener Mann. Eine Odyssee durch Nordkorea, China und Südkorea bringt ihn letztlich an sein Ziel - der Welt zu berichten was in Nordkorea passiert.

Für mich stellt sich hier nur eine Sache heraus: Meine Oma hat mir einmal erzählt, dass sie ja früher nicht gewusst hätten, dass es Konzentrationslager gab. Ich habe ihr das immer geglaubt. Fernsehen und Radio gab es nicht (sie wuchs auf dem Land auf). Daher begehrten die Deutschen und Österreicher auch nicht gegen solche Verbrechen auf. Wir jedoch, im Jahre 2012, sehen diese Lager, hören die Erzählungen und sehen diese Schandtaten. Warum tun wir nichts? Warum tut die Weltgemeinschaft nichts? Es wird wohl daran liegen, dass Nordkorea keine Ölvorkommen besitzt oder über bekannte Bodenschätze verfügt. Daher wird es dort noch eine ganze Weile so weitergehen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschütternd und bewegend, 2. Juli 2013
Von 
Leseratte (Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Flucht aus Lager 14 (Gebundene Ausgabe)
"Flucht aus Lager 14" ist ein erschütterndes und bewegendes Buch.

Es schildert die wahre Lebensgeschichte von Shin, der in einem nordkoreanischen Arbeitslager geboren und aufgewachsen ist - und dann erfolgreich die Flucht wagte. Unprätentiös, in dürren Worten, ohne Pathos schildert der Autor einfach, was passiert ist - das Klima der ANgst und der Bespitzelung im Lager, der tägliche Kampf ums Überleben, der Hunger und die sadistischen Wachen. Nichts für zart besaitete Gemüter.

Sehr spannend auch die Flucht aus der Hölle: Durch Nordkorea und China nach Südkorea. Dort lernt Shin erst einmal, ins moderne Leben zu finden: Was Geld ist, wie man ein Handy benutzt und überhaupt, wie ein selbst verantwortetes Leben außerhalb eines Lagers aussieht. Das Buch endet einige Jahre nach Shins Flucht in den USA, wo Shin sich inzwischen aufhält.

Fazit: Dieses Buch ist wirklich zu empfehlen. Und jedem, der das Regime in Nordkorea belächelt, wird es die Augen öffnen.
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